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Es gibt weniger, was mich mehr entspannt, als Kochsendungen zu schauen. Glücklicherweise gibt es Sender wie RTL Living oder Bon Gusto, über die mehrmals täglich Sophie, Nigella oder Jamie zu uns ins Wohnzimmer kommen.

Weil ich ein großer Fan einfacher, schneller und unkomplizierter Gerichte bin, die auch nach Feierabend noch ohne Stress zuzubereiten sind (siehe Kategorie “Schnell & Lecker“), lasse ich mich gerne von Jamie Olivers 30-Minuten- bzw. 15-Minuten-Menüs inspirieren.

Dabei habe ich keinerlei Ehrgeiz mit der Stoppuhr in der Küche zu stehen. Stattdessen picke ich mir aus den Menüs heraus, was mir gefällt und probiere es in Ruhe selber aus. Wozu der Stress?

Zuletzt haben wir das Piri-Piri-Hähnchen aus dem Kochbuch “30-Minuten-Menüs” ausprobiert, ohne uns mit den weiteren Gängen (Kartoffeln mit Feta & Koriander, Rucolasalat und Törtchen) zu belasten.

Knuspriges Hühnchen, scharfe Piri-Piri-Sauce, gegrillte Paprika – das war unkompliziert, scharf-fruchtig und sehr, sehr lecker:

Natürlich haben wir das Rezept wieder ein klein bisschen abgewandelt: mehr Schärfe, weniger Säure. Für unsere – leicht modifizierte – Variante für 2 Personen benötigt Ihr folgende Zutaten:

4 Hähnchenschenkel mit Haut

1 große rote Paprikaschoten

Salz, Pfeffer

Olivenöl

Für die Sauce:

1 kleine rote Zwiebel

1 große Knoblauchzehe

2 Vogelaugenchilis

1 Bio-Zitrone

1 Handvoll Basilikumblätter

1 EL Paprikapulver edelsüß

1 EL Paprikapulver rosenscharf

1/2 TL Muscovadozucker

1 EL Worcestersauce

2 EL Weißweinessig

Zubehör: Grillpfanne, feuerste Auflaufform oder Grillschale, Mixer

Zubereitungszeit: entspannte 30 Minuten

So geht’s:

Zwiebel und Knoblauch schälen, grob hacken. Von den Chilischoten die Stiele abschneiden. Schale der Zitrone abreiben, Zitrone auspressen. Basilikumblätter grob hacken. Alles in den Mixer geben und mit Paprikapulver, Zucker, Worcestersauce, Weißweinessig zu einer Paste vermixen. Salzen, pfeffern – fertig!

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Grillpfanne auf die Herdplatte stellen und auf hoher Stufe erhitzen. Die Hähnchenschenkel leicht einschneiden. Mit Olivenöl einreiben, salzen und pfeffern. Die Hähnchenschenkel mit der Hautseite nach unten in der Grillpfanne anbraten, bis die Haut leicht gebräunt und knusprig ist, dann wenden und die andere Seite anbraten.

Paprikaschoten waschen, entkernen und ungefähr sechsteln. Die Spalten in die Grillpfanne legen und auf mittlerer Stufe anbraten. Mehrmals wenden.

Die Piri-Piri-Sauce in die Auflaufform geben, Hähnchenschenkel mit der Hautseite nach oben hineinlegen, Paprikaspalten am Rand mit in die Form geben. Auf die mittlere Schiene des Backofens schieben und ca. 15 Minuten garen (abhängig von der Dicke der Schenkel). Danach noch mal auf die obere Schiene schieben, den Grill anstellen und die Hähnchenteile knusprig grillen.

Wenn das Hühnchen fertig ist, mit der Sauce und den Paprikaspalten servieren. Dazu passt Reis oder Baguette.

Ein sehr feines, würziges Gericht, das richtig Spaß macht, wenn man ohne Stoppuhr in der Küche steht. Danke für die Inspiration, Jamie!

Mein Käsedealer auf dem Wochenmarkt hat eine scharfe Schafskäsepaste im Portfolio, die inoffiziell nur “Die Schwiegermutter” heißt. Sowas von lecker: cremig, scharf, salzig – aber von allem nicht zu viel. Perfekt als Dip, Brotaufstrich oder zum Heimlich-aus-dem-Schälchen-Löffeln…

Nun kenne ich die Schwiegermutter meines Käsedealers nicht. Aber sie muss eine sehr appetitliche, unwiderstehliche und rattenscharfe Dame sein. Anders kann ich mir die Namensgebung nicht erklären… *hüstel*…

Dumm nur, wenn man aus dem Urlaub kommt, der Kühlschrank leer ist und es noch Tage dauert, bis wieder Markt ist. Aber ganz leer ist der Kühlschrank glücklicherweise nie: Feta, ein Rest Harissa von der Döner-Session, Joghurt, Tomatenmark, Gewürze – alles da, um sich eine ganz eigene “Schwiegermutter” zusammenzurühren!

Folgende Zutaten hatte ich noch im Haus:

1 Packung Schafskäse (ca. 200gr, ich mag den bulgarischen Käse, da er so cremig ist)

1 EL Harissa

1 EL Naturjoghurt

1/2 TL Pul Biber (getrocknete Paprikaflocken, scharf!)

2 EL Olivenöl

1 EL Tomatenmark

Zubehör: Küchenmixer, Schraubglas

Zubereitungszeit: 10 min

Alle Zutaten in den Mixer geben und zu einer Paste vermixen. Wenn die Paste zu fest ist, einfach etwas von der Salzlake, in dem der Feta liegt, unterrühren. In ein Schraubglas füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Schmeckt tatsächlich fast exakt wie beim Käsedealer und ist ein herrlicher Genuss auf frischem Brot, als Dip zu Gemüse  oder als blitzschnelle Pasta-Sauce: einfach zusammen mit etwas Rucola und gewürfelten Tomaten unter die noch heißen Nudeln mischen.

Aber was war das jetzt mit der Geheimzutat aus der Headline?

Ich bin schrecklich schlecht bei allem, was mit “Augenmaß” zu tun hat. Also war mein Schraubglas natürlich zu groß für die Menge an hausgemachter  “Schwiegermutter”. Was tun? Ich hatte noch den gewürzten Kräuter-Schafskäse vom Türken im Kühlschrank:

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Das ist milder Schafskäse, der ganz krümelig und trocken ist. Gewürzt ist er mit Knoblauch, Schnittlauch, Bärlauch – aber sehr dezent. Einige Flocken davon habe ich unter die Paste gemischt, was dem Ganzen noch den letzten Kick gegeben hat! (Und nebenbei auch das Schraubglas vollmachte…)

Die würzigen Käsekrümel schmecken auch aufs Brot (ganz dünn Harissa drunter streichen), in Frikadellen geknetet, zusammen mit Spinat als Nudelsauce, für Aufläufe, als schnelle Saganaki-Variante und und und…

Ein Hoch auf die Schwiegermütter!

Im Zusammenhang mit dem Welttag des Buches, hat mir der GU-Verlag nicht nur das Verlosungs-Kochbuch “Indien. Küche & Kultur” zur Verfügung gestellt. Sie haben mir auch ein weiteres Kochbuch, das neu im Programm ist, zum Testen geschickt: “Country Basics” von Cornelia Schinharl, Sebastian Dickhaut (für 15 € im Buchhandel erhältlich).

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Aus der Reihe kannte ich bisher nur den Band “Oriental Basics”, der einen schönen, leichten und sehr pragmatischen Einstieg in die orientalische Küche bietet. Deswegen war ich gespannt, was sich hinter Country Basics verbirgt.

Ich habe das Buch untersucht mit Blick auf die Idee, die Stringenz des Konzepts, das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Nachkochbarkeit der Rezepte. Pro Kategorie gibt es maximal 3 Pluspunkte zu holen. Die führen dann zum Gesamt-Eindruck und der Endnote.

Die Idee: Hier steht ganz die saisonale und regionale Küche im Vordergrund. (Wenn regional hier auch sehr stark mit bayerisch gleichgesetzt zu sein scheint. Oktoberfest, Biergarten, Pflanzerl, Brezn, Datschis finden sich zahlreich wieder, ganz im Gegenteil zu hessischem Handkäs, norddeutschem Labskaus, Dresdner Eierschecke oder rheinischem Sauerbraten.) Unterteilt ist der Band in die vier Jahreszeiten mit vielen Tips zu Gemüse- und Obstsorten, die in der jeweiligen Zeit besonders gut schmecken und ohne weite Transportwege erhältlich sind. Gerade Neueinsteiger oder reine Stadtpflanzen finden die Übersichten zu den “Top 10″ in Frühling, Sommer, Herbst und Winter sicherlich hilfreich. Das Wissen um die Erntezeit von neuen Kartoffeln, Wirsing oder Tomaten ist in Zeiten der ständigen Verfügbarkeit ja leider nicht mehr vorauszusetzen. Hier bekommt “Country Basics” die vollen 3 Pluspunkte.

Quasi als 5. Jahreszeit finden sich am Ende des Buches dann noch Tipps und zahlreiche Rezepte zum Einmachen und Einkochen, um die Genüsse der Jahreszeiten auch länger haltbar zu machen. Etwas nervig sind – nicht nur an dieser Stelle – die ständigen Hinweise darauf, wer sich wann so richtig “country” fühlen kann, etwa dann, wenn man selbst räuchert. *augenroll*

Das Konzept: Aber was ist eigentlich dieses “Country”-Gefühl? Hier werfen die Autoren bio, regional, saisonal, selber machen bunt durcheinander. Mit der Bildsprache (karierte Blusen, Bauernhofidylle, blühende Obstbäume, grüne Wiesen, …) orientiert sich das Buch für meinen Geschmack etwas zu sehr an “Landlust” & Co., also all jenen Magazinen, die Städtern das angebliche Landleben näher bringen wollen. Wer aber wie ich auf dem Dorf groß geworden ist, weiß, dass es “auf dem Land” längst weniger romantisch zugeht, als man das in Berlin Mitte, dem Frankfurter Nordend oder in München Neuhausen gerne hätte: Statt Bio-Hofläden gibt es Supermarkt-Ghettos am Ortsrand, statt jede Kuh mit Namen zu kennen, kämpfen Bauern täglich um’s Überleben, EU-Subventionen und Milchpreis-Dumping. 

Dass sie mit ihrer Apfelbaumidylle auf den Fotos doch etwas zu dick auftragen, haben die Autoren wohl selbst gemerkt und versuchen deshalb, das Ganze ironisch zu brechen – etwa im Vorwort: “Die Vorstellung von ländlicher Idylle spukt wohl hauptsächlich in den Köpfen von Stadtbewohnern herum (…)”. Allerdings nicht, ohne dann doch wieder zu “be country” zu animieren. Durch die häufigen Übertreibungen und das gleichzeitige Zurücknehmen, weil man dann wohl doch gemerkt hat, dass das ganze Country-Konzept zu weit hergeholt ist, wirkt das Kochbuch  unentschieden. Als trauten sich die Autoren selbst nicht zu, das “Country”-Konzept glaubwürdig und ernsthaft zu vermitteln. Übrig bleibt 1 Pluspunkt für die Ironie.

Was gibt’s für’s Geld? Wer weniger kritisch rangeht, erhält viele appetitliche Rezepte und umfangreiche Tipps und Informationen zu einem fairen Preis. Denn das Kochbuch hat nunmal einen wirklich sympathischen Ansatz: saisonale Gerichte – von der leckeren Kleinigkeit zum aufwendigen Hauptgericht – mit einfachen Zutaten, die es auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt gibt. Die Rezepte eignen sich vor allem für Einsteiger, bieten aber auch erfahreneren Köchen schöne Anregungen. Für das Preis-Leistungs-Verhältnis (variantenreiche Rezepte, fairer Preis) gibt es die vollen 3 Pluspunkte.

Die Rezepte: Mit GU-Büchern habe ich bisher immer sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich habe insgesamt vier Rezepte ausgewählt, die relativ Saison-unabhängig sind: Pilzragout, Breznknödel, Zwiebelbrot mit Ziegenkäse und Laugenbrezn.

Mein Rezepte-Fazit im Detail:

Das Pilzragout war kinderleicht und hat absolut perfekt geschmeckt – nicht so sahnig und schwer, wie man es oft in bayerischen Gaststätten bekommt, sondern leicht und frisch. Ein absoluter Wirtshaus-Klassiker, den es jetzt sicher öfter geben wird. Dieses Rezept hat zu 100% funktioniert.

Die Breznknödel – meine allerersten Knödel überhaupt und deshalb ein echter Härtetest! – waren fluffig und haben extrem gut geschmeckt. Allerdings hätte im Rezept stehen müssen, dass die Breznstücke von altbackenen Laugenbrezn kleingehackt werden sollten. Stattdessen hieß es “in Scheiben schneiden”. Dann sind die Brocken aber zu groß und machen die Knödel sehr unebenmäßig, was wiederum dazu führen kann, dass sie auseinander fallen.

Die Laugenbrezn habe ich unbedingt backen wollen, weil es in ganz Hessen keine Brezn gibt, die auch nur annähernd an die Münchner Varianten herankommen. Ich hatte also Visionen von knusprig, fluffigen Brezn. Das hat aber leider nicht so ganz hingehauen. Das Ergebnis fand ich enttäuschen, obwohl ich mich wirklich 100% an das Rezept gehalten habe: Die Brezn hatten eine wellige Oberfläche, keine schön dunkelbraun glänzende. Außerdem waren sie innerhalb von 2 Stunden zäh. Nachdem ich mir Rat in Backforen geholt habe, liegt der Verdacht nahe, dass der Teig nochmal gut durchgekühlt werden muss, bevor er in der Lauge getaucht wird. Das stand aber so nicht im Rezept. Ob es allerdings wirklich an der Temperatur lag, muss ich noch mal ausprobieren. Geschmacklich waren die Brezn allerdings ok. Ich werde sie auf jeden Fall noch öfter backen, bis ich endlich originale Biergarten-Brezn habe!

Das Zwiebelbrot mit Ziegenkäse habe ich nicht fotografiert. Deshalb darf ich das Foto aus dem Kochbuch abbilden:

Ein sehr leckerer, schnell zuzubereitender Abend-Snack mit einer tollen Mischung aus Zwiebel-Marmelade und Ziegenkäse. Nach dem Rezept waren mir die Zwiebeln noch zu herb, weshalb ich mehr Zucker und etwas mehr Traubensaft mit einkochen ließ. Die Mischung ist auf jeden Fall mein Ding und kommt öfter auf den Tisch.

Das Rezepte-Fazit in der Zusammenfassung: Ein Rezept gelang perfekt, ein weiteres musste für meinen Geschmack etwas nachjustiert werden, die Knödel und die Brezn haben nicht 100% hingehauen. Wer wenig Erfahrung hat, verzweifelt möglicherweise schnell an der knappen und manchmal uneindeutigen Rezeptebeschreibung: Mal ist Butter in Gramm, mal in Löffel-Maß angegeben, Mehl bleibt ohne Typen-Angabe. Die Zubereitungszeit ist realistisch. Positiv aufgefallen ist mir, dass bei den Rezepten für die “5. Jahreszeit” immer auch die Haltbarkeit angegeben ist. Das hilft bei der Planung. Hier steht es unentschieden. Dafür gibt es 1,5 Pluspunkte.

Mein Kochbuch-Gesamt-Eindruck: Wer wirklich tief in die Materie “saisonales Kochen” einsteigen will, der wird in “Country Basic” einige Ungereimtheiten finden und es wohl eher für zu oberflächlich halten. Das Bemühte “be country” geht etwas auf die Nerven. Die ironische Distanz der Autoren wirkt eher hasenfüßig als sympathisch – nicht Fisch nicht Fleisch. Die Schlagseite Richtung Bayern nervt eventuell nur mich nach meinen zehn Jahren München. Mehr Variantenreichtum wäre schön gewesen, stört aber nicht wirklich. Für Einsteiger, als praktische Übersicht und als Anregung für das Kochen nach Jahreszeiten erhält man aber ein schön bebildertes, mit vielen Infos und Tipps sowie leckeren Rezepten versehenes Kochbuch. Ich habe noch mind. zehn Rezepte auf die Nachkochliste gesetzt. Wie immer bei der Basics-Reihe gefallen mir Layout, Bildsprache und Übersichtlichkeit. Daraus ergibt sich…

…das Gesamt-Ergebnis: 8,5 von 12 möglichen Pluspunkten.

Meine Empfehlung: Ich kann mir “Country Basics” als passendes Geschenk vorstellen für junge Leute, die in die erste eigene Wohnung ziehen. Sie bekommen einfache, unkomplizierte Rezepte, mit denen sie sich – von leicht bis anspruchsvoll – für sich selbst und für Gäste, für den WG-Brunch oder für ihr erstes Eltern-sind-zu-Besuch-Dinner ans Kochen herantasten. Auch für junge Eltern mit nicht mehr ganz kleinen Kindern, die dem Nachwuchs das Bewusstsein für saisonale Zutaten und regionale Herkunft beibringen wollen, ist das Buch eine tolle Idee.

Kennt Ihr das Buch und wie hat es Euch gefallen? Habt Ihr andere Quellen für saisonale Rezepte?

Einige meiner frühesten Erinnerungen stammen aus einem Familienurlaub in Dänemark. Es war 1979 und wir waren mit Sack und Pack – also mit Eltern, 2 Kindern und Großeltern – für drei Wochen in einem Ferienhaus an der dänischen Küste einquartiert.

Ich erinnere mich dunkel daran, dass mein Opa die ultimative Dänen-Nachspeise “Rødgrød med fløde” (also Rote Grütze mit Sahne) gegessen hat. In den Farben des Dannebrog, der dänischen Flagge, ist der Name der Nachspeise auch noch der ultimative Test für alle Dänisch-Schüler. Die Aussprache ist nämlich gar nicht so einfach. Das sollte ich aber erst viiiieeele Jahre später mitbekommen, als ich in Frankfurt Skandinavistik studierte, die Dänisch-Kommilitonen fluchten und die Rote Grütze längst fester Bestandteil der Familientradition war…

Opa aß also seine Grütze und die ganze Familie durfte probieren. Seitdem sind wir allesamt der fruchtig-säuerlich-süßen Grütze verfallen. Meine Großmutter bereitet sie seit Jahrzehnten traditionell als Nachspeise zur Weihnachtsgans zu und nutzt dafür die im Sommer geernteten und eingefroreren Früchte aus dem Garten. Mittlerweile 90jährig lässt sie sich das glücklicherweise nicht nehmen und freut sich darüber, dass auch Neu-Familienmitglieder wie der bEdW der Roten Grütze verfallen – nicht nur zu Weihnachten, sondern dankenswerterweise auch zum Muttertag!

Nur echt ist die Original-Oma-Grütze aus diesem uralten Emaille-Töpfchen, das witzigerweise nur für die Grütze verwendet wird:

Sie ist leuchtend rot und wird mit kühlschrankkalter Milch oder Sahne serviert – an Weihnachten auch mit Vanillesauce!

Für den ultimativen Rote-Grütze-Genuss braucht Ihr folgende Zutaten:

1 kg reife rote Früchte (Himbeeren, Erdbeeren, Johannisbeeren, entsteinte (!!) Sauerkirschen – von letzteren aber lieber wenig – ggf. tiefgekühlte Früchte verwenden)

200 gr Zucker

1 EL Speisestärke zum Binden

Zubehör: Ein ausreichend großer Topf

Zubereitungszeit: ca. 30 min

So geht’s:

Früchte waschen, große Früchte ggf. durchschneiden, von faulen Stellen oder Stielen befreien und ohne zusätzliches Wasser in einen großen Topf geben. Die Früchte langsam und bei höchstens mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Konsistenz leicht marmeladig ist.

Normalerweise benötigt Ihr kein zusätzliches Wasser, da die Früchte genügend Saft abgeben. Falls Euch die Fruchtmasse aber zu “trocken” erscheint, könnt Ihr etwas Wasser hinzugeben. Unbedingt aufpassen, dass nichts anbrennt!. Zucker zufügen und kräftig umrühren, bis er sich auflöst. Topf von der Platte nehmen und Speisestärke (in etwas Wasser oder Fruchtsaft aufgelöst) unter die Grütze rühren. Jetzt wieder auf die Platte stellen und noch mal aufkochen lassen.

Schließlich die Grütze in einen Krug oder eine Schüssel umfüllen und abkühlen lassen. Die Haut, die sich bildet, kann später gut untergerührt werden und stört nicht weiter (nicht wie eklige Puddinghaut!).

Falls Ihr merkt, dass die Grütze zu sauer ist (hängt sehr von den Früchten ab!), könnt Ihr noch vor dem Servieren etwas Zucker unterrühren.

Die Rote Grütze ist im Original nicht so dickflüssig und gelatinehaltig wie sie manchmal als Fertigdessert serviert wird. In Dänemark war sie eher wie eine dicke, sämige Suppe – eine richtige Grütze eben!

Mit kalter Milch, Sahne oder Vanillesauce servieren und an schöne Strände, freundliche Menschen, Birkenwälder und die lustige Sprache erinnern – ein herrlich erfrischendes Sommeressen!

(Unnötig zu sagen, dass ich das Foto unter erschwerten Bedingungen und blitzschnell aufnehmen musste: Wer sich nicht sofort auf seine Portion stürzt, läuft Gefahr, keine mehr zu bekommen!)

Es gibt ja Leute, die gerne im stillen Kämmerlein arbeiten. Und manchmal muss das auch sein. Aber ich möchte NIE auf Kollegen verzichten, die nicht nur für kreativen Austausch, spontane Brainstorms und “Unter-die-Arme-Greifen” da sind, sondern auch noch backen können!

Diesen fluffigen New York Cheesecake hat meine Kollegin A. nach Cynthia Barcomi, die Göttin der amerikanischen Backkunst, gebacken und alle begeistert, die sich ein Stück sichern konnten. (Ich musste per Mail um Rettung eines Stücks bitten, sonst hätte der Heuschreckenschwarm hätten die lieben Kollegen nix übrig gelassen!)

A. war so nett, mir das Rezept zu verraten. Sie hat es aus Cynthia Barcomis Backbuch, das schon in mehreren Foren und Blogs für Begeisterung sorgte.

Die Variante mit Blueberry-Topping findet Ihr zum Beispiel bei Backbube.

Nora von Waldstätten hat den Kuchen für die Rubrik “Dinner for One” in der ZEIT gebacken.

Meine Kollegin A. hat dem Kuchen eine herrliche Schokoglasur und bezaubernd goldene Deko-Perlen gegönnt. Ein perfekter Kuchen für Agentur-Mädels. Da sind einem auch Kalorien völlig egal. Ist ja schließlich bloß Frischkäse.

Mein bisheriger Favorit war der Käsekuchen ohne Boden nach Tim Mälzer. Und Alice hat gleich eine ganze Rezept-Flut gesammelt bei ihrem Käsekuchen-Event. Aber die Barcomi-Variante toppt für mich alles, was ich bisher in diese Richtung gegessen habe. DANKE, A.

Ich wünsche Euch einen schönen 1. Mai und vielleicht ja sogar ein verlängertes Wochenende.

Da wir alle hoffentlich mehr mit Grillen, Radfahren, Ausspannen und anderen schönen Sachen beschäftigt sind, als vorm Rechner zu sitzen, geht es hier am Montag weiter.

Bei der Verlosung von “Indien. Küche & Kultur” (freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom GU-Verlag) gibt es eine Gewinnerin:

Die beste Glücksfee der Welt (der bEdW) hat Natalie vom Blog “Holunderweg 18″ gezogen.

Herzlichen Glückwunsch, Natalie! Eine Mail ist bereits an Dich unterwegs.

Vielen Dank für die zahlreichen Kommentare und die vielen Assoziationen zu Indien. Mir hat die Verlosung viel Freude gemacht – Euch hoffentlich auch!

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