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Am 23.4. feiert der GRÖSSTE seinen 450. Geburtstag. Beziehungsweise: Wir feiern ihn, den GRÖSSTEN Theaterautoren aller Zeiten. Den heute noch meistgespielten, durch alle Jahrhunderte hinweg aktuell gebliebenen, menschenkennenden William Shakespeare.

Happy Birthday, Willi!

Ihm zu Ehren feiern wir am 23.4. den Welttag des Buches und in diesem Jahr schon zum zweiten Mal die Aktion “Blogger schenken Lesefreude“:

BSLFUnd weil ich nicht nur Blogger, sondern FOOD-Blogger bin, gibt’s 2014 wieder ein Kochbuch bei mir zu gewinnen. Eines, das uns auf die kommenden Freuden des Sommers einstimmen soll: Früchte: süß – saftig – köstlich” von Rose Marie Donhauser, erschienen im Kosmos-Verlag.

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(Achtung, wer “nur” am Buchgewinn interessiert ist, muss jetzt entweder ein bisschen was lesen oder runterscrollen!)

Bevor’s hier ums Kochen und Einmachen und Genießen geht, muss ich schnell noch mal dem GRÖSSTEN huldigen. Auf geht’s, Ihr habt’s gleich geschafft!

Als Literaturwissenschaftler maßt man sich ja gerne eine gewisse Arroganz an (“Goethe? Völlig überschätzt!”). Aber vor Shakespeare beuge ich mein Knie, mein Haupt, bin demütig und dankbar, dass ER uns in seinen Stücken den Spiegel vorhält, den Zeigefinger hebt, uns zuzwinkert, tadelnd mit der Zunge schnalzt, herzhaft über uns lacht, an uns verzweifelt, sich vor die hohe Stirn schlägt, sich mit Grausen abwendet, den Finger in die Wunde legt und trotzdem immer noch an uns – und sich – glaubt.

Und so lässt er seinen Prospero in “Der Sturm” sagen:

“Wir sind aus solchem Stoff wie Träume sind, uns unser kleines Leben ist von einem Schlaf umringt.”

Wie tröstlich. Ja, wir sind klein, nichtswürdig und nur Sand im Getriebe der Welt. Aber ohne uns, unsere Liebeswirren, unsere Machtgeilheit, unsere Selbstzweifel, unsere Lust am Intrigieren und Ränkeschmieden wär’s ja auch irgendwie langweilig.

Oder wie heißt es in “Wie es Euch gefällt”:

“Die ganze Welt ist eine Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler.”

Keiner hat die ganze Dramatik und Lächerlichkeit der Spezies Mensch besser erfasst als Shakespeare. Keiner hat wohlwollender auf uns in all unserer Deppenhaftigkeit geblickt, ohne uns zu verurteilen – eher interessiert wie ein Forscher Insekten unter dem Mikroskop beobachtet. Und gleichzeitig ist er einer von uns, leidet mit und an uns und hat uns so nebenbei mal die schönsten Liebesverse geschenkt:

Denn steinerne Grenzen können Liebe nicht fernhalten, und was Liebe kann, das wagt Liebe zu versuchen. (“Romeo und Julia”)

Mitten ins Herz getroffen, zu Tränen gerührt, zum Lachen und zum Nachdenken gebracht hat mich der alte Knabe schon häufig. (Im letzten Jahr habe ich dazu schon Einiges geschrieben. Da war mein Favorit gerade “Der Kaufmann aus Venedig”. Das wechselt immer mal…)  Zuletzt ins Mark getroffen hat Big Wills mich aber, als ich im großartigen Shakespeare-Spezial in der ZEIT  über ein Zitat aus “Macbeth” gestolpert bin:

“Aus! Kleines Licht! / Leben ist nur ein wandelnd Schattenbild: / Ein armer Komödiant, der spreizt und knirscht / Sein Stündchen auf der Bühn’ und dann nicht mehr / Vernommen wird. Ein Märchen ist’s, erzählt / Von einem Dummkopf, voller Klang und Wut, / Das nichts bedeutet.”

Wer hier regelmäßig mitliest, kann sich vielleicht vorstellen, dass nach dem Arschlochjahr 2013 diese Verse so Einiges ausgelöst haben.

Dazu dann noch das herrliche Foto von Marion heute auf Facebook (Danke, dass ich’s verwenden darf), das mich an einen herrlichen Morgenlauf am Sonntagfrüh bei Kirchenläuten und Frühlingsduft erinnerte, und an all unsere Vergänglichkeit:

Pusteblume

Und deshalb, liebe Freunde des guten Buchs und des guten Essens, genießt das Leben in vollen Zügen! Genießt es in jeder Minute, so gut Ihr könnt. Auch und gerade, wenn Euch zum Heulen zumute ist. Freut Euch daran, dass Ihr da seid. Dass es dieses bescheuerte, verrückte, manchmal anstrengende große Geschenk gibt, das sich Leben nennt. Sagt Eurem/Eurer Liebsten ruhig auch 1000 Mal am Tag, dass Ihr sie/ihn liebt. Gebt Euch schmatzende, feuchte Küsse, gießt Euch den besten Wein ein und dreht die Musik auf. Wer weiß, wann die nächste Gelegenheit dazu kommt?

Und weil das hier kein Philosophie- sondern ein Foodblog ist, schwenke ich jetzt zum herrlichen Kochbuch, das Ihr gewinnen könnt: Feiert das Leben und stopft Euch so viele, gute, rote, gelbe, grüne süße Früchte in den Magen, wie’s nur geht. Denkt an Sonne und Wind auf Eurer Haut, wenn Ihr im Sommer in frische süße Früchte beißt. Konserviert einige davon im Glas, verbackt sie in köstlichen Kuchen, fertigt verführerische Dessert, aber vergesst nicht, eine Hand voll – mindestens! – einfach so, noch am Marktstand oder unterm Baum, am Busch direkt in den Mund zu stopfen, bis Euch der Saft am Kinn entlang läuft und Ihr Schluckauf vom vielen Fruchtsaft bekommt!

UND JETZT GEHT’S – ENDLICH!! – ZUR VERLOSUNG:

- Mitmachen kann jeder, unabhängig davon, ob er/sie einen Blog betreibt oder nicht. Minderjährige benötigen das Einverständnis ihrer Eltern.

- Ein Exemplar des Kochbuchs “Früchte” aus dem Kosmos-Verlag wird verlost und per Post an den/die GewinnerIn per Post verschickt. Die Auslosung erfolgt am 1. Mai 2014. Der Versand findet bis zum 15. Mai 2014 statt, falls nicht anders vereinbart.

- Um in den Lostopf zu springen, hinterlasst mir bis zum 30. April 2014, 23.59 Uhr, unter diesem Beitrag einen Kommentar.

- Beantwortet mir im Kommentar folgende Frage: Wie isst Du Sommerfrüchte am liebsten? Gerne kannst Du auch einen Link zu einem Rezept posten.  Und alternativ hüpft auch in den Lostopf, wer mir sein/ihr liebstes Shakespeare-Zitat verrät!

- Als Owner und Moderator dieses Blogs behalte ich mir vor, sexistische, rassistische oder sonstwie beleidigende oder unpassende Kommentare nicht zur Veröffentlichung freizugeben.

- Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der/die GewinnerIn wird am 1.5.2014 per Los ermittelt und anschließend per Email benachrichtigt. Glücksfee ist der unbestechliche bEdW!

- Hinterlasst also bitte Eure Email-Adresse!! Diese wird ausschließlich zum Zwecke der Auslosung verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.

- Wie auch im letzten Jahr bedingt sich die Glücksfee aus, auch solche Antworten zuzulassen, die auf folgende Frage antworten: “Aber warum heißt es nicht Froderick Fronkenstein?” Wer also darauf eine Antwort weiß, wandert auch in den Lostopf (*insert Mega-Eyeroll here*)

- Viel Glück!

Herzlichen Dank an den Kosmos-Verlag, der mit das Buch zur Verlosung zur Verfügung gestellt hat. Wer bei der Verlosung kein Glück hatte, kann das Buch für 14,95€ im Buchhandel erwerben. Mehr Infos auch direkt auf der Website des Verlags.

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6 frische Eigelb
3 EL Vanillezucker
8 EL Brandy
9 EL kalte Sahne

Alles im Haus? Dann Eier und Zucker schaumig schlagen, Brandy und Sahne zufügen und verrühren. Mit Hilfe eines Trichters in eine sterilisierte Flasche abfüllen und kühl stellen.

Schnellstmöglich verzehren und vorher noch mal gut schütteln!

Stöööööößchen!!

Und ich verlose NATÜRLICH ein Kochbuch. Saisonal und mit Blick auf kommende Frühlings- und Sommerfreuden. Also, an Shakespeares 450. Geburtstag (23.4.) einfach mal hier reingucken, Frage beantworten, Lesefreude gewinnen!

Fröhliche Ostern, Ihr Lieben! Macht schöne Osterspaziergänge, esst Schokolade, streut dem Osterhasen Pfeffer aufs Puschelschwänzchen und lest mal wieder den alten William…

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Da sitze ich jetzt hier am späten Karfreitagabend und beende meine selbstauferlegte Fastenzeit: Kein Bloggen, keine Social Media Aktivitäten von Aschermittwoch bis Ostersamstag. Stattdessen viel lesen, nachdenken, laufen…

LaufstreckeIII

Ich muss mal laut denken, was die letzten sieben Wochen bei mir bewirkt haben…

Jetzt ist also das Fasten vorbei, ich “darf” wieder. Aber was macht so eine siebenwöchige Abstinenz mit einer, die wirklich viel surft, twittert, postet, liked?

Ganz ehrlich? Gebloggt hätte ich gerne ab und an. Ich hätte gerne Fotos aus unserem Südafrika-Urlaub gepostet sowie Kochbücher, die ich in Stellenbosch gekauft habe, oder Dinner, die wir in Paarl hatten, meine noch ganz frische Liebe zu Chardonnay… (Keine Sorge, kommt noch! :))

Ich hätte Euch gerne von meiner neuen Band-Entdeckung erzählt: Cayucas, die herrlich chilligen California Surfer Sound machen und auch beim Burger-Essen in Stellenbosch den Blutdruck senken.

Oder ich hätte Euch ungefähr täglich mehrfach darauf hinweisen können, dass “Rather be” von Clean Bandit jetzt schon MEIN Sommerhit des Jahres ist.

Auch frühlingshafte Fotos mit Blütenexplosionen entlang meiner neu entdeckten Laufstrecke musste ich Euch leider vorenthalten. (Ups, da hat sich wohl ein bisschen was eingeschmuggelt hier.)

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Ich hätte Euch was über die sieben Bücher erzählen können, die ich in sieben Wochen gelesen habe (darunter herrlich ätzende Paar-Beobachtungen aus Frankreich, sinnlose Serienkillerkacke, ein guter aber leider zu langatmiger historischer Roman zum Konstanzer Konzil, ein hochintelligenter antiquarisch erstandener historischer Roman rund um Bauernkriege und Reformation sowie eine Satire aus dem und über das Frankfurt der 70er).

Und gekocht habe ich natürlich auch. Und GEBACKEN! Ihr glaubt’s ja gar nicht. Aber dazu gibt’s definitiv bald mehr. Das kann und will ich Euch nicht vorenthalten.

Ich hätte hin und wieder auch ganz gerne die vielen schönen Rezepte und Blogbeiträge auf Foodblogs kommentiert. Und wirklich gefehlt hat mir der Austausch in der Blogger-Gruppe Käptns Dinner. (Das ist die entspannteste, toleranteste, liebenswerteste und hilfsbereiteste Gruppe, die ich kenne.)

Aber sonst? Mir hat überraschenderweise Twitter am wenigsten gefehlt. Während ich auf Facebook immer mal passiv geschaut habe, was so läuft, was gekocht wird, wer Geburtstag hat, habe ich Twitter fast komplett ignoriert. Überraschend für mich, da ich Twitter am längsten nutze und eigentlich immer mehr “meins” fand. Über Rezepte, Kochbücher und interessante Themen auf Blogs haben mich Valentinas Kochbuch und die Schmausepost auf dem Laufenden gehalten. Danke!

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Was heißt das jetzt? Mir hat das gezeigt, dass ich den Austausch mit meinen Lesern und mit anderen Bloggern wirklich schätze – die pure, selbstherrliche Nabelschau (und damit schließe ich mich selbstverständlich mit ein) allerdings  zunehmend als zeitraubend und unschön empfinde. Das macht doch bloß Falten, Kinners, und kostet wertvolle Lebenszeit!

Was ich also überhaupt nicht vermisst habe? Zickereien unter Bloggern (unabhängig von meiner eigenen Gewohnheit, maße ich mir nicht an, andere dafür öffentlich zu schelten, was sie wann im Jahr essen. Wir und unsere First World Problems!), pauschale PR-Agentur-Schelte (nein, es ist nicht zwangsläufig so, dass “Agenturen” pro platziertem Blog-Post 1000€ von ihren Kunden einstreichen, wie es neulich behauptet wurde. Himmel!), endlose Tatort-FCB-Wettendass-Diskussionen in der Twitter-Timeline und dann die immer gleichen Links zu lustigen Tiervideos, verstörenden -ismus-Debatten, zu vermeintlichen Skandalen und Skandälchen. Wir und unsere Empörungskultur!

Was man im Bayrischen so wunderbar treffend die “Gschaftlhuberei” nennt, hat mir also nicht gefehlt. Und es tat gut, mal sieben Wochen selber auch nicht zu gschaftlhubern.

Was habt Ihr also verpasst? Nichts! Denn was mir am Herzen liegt (Rezepte, Weinempfehlungen, Kochbuchtipps), werde ich nachreichen. Was überhaupt nicht wichtig ist, bleibt auch besser ungesagt. Ihr wollt Beispiele? Na, zum Beispiel giftig-ironische Tweets zu Mitreisenden an Flughäfen, zu verloren gegangenen DHL-Paketen mit Urlaubsklamotten, Postst mit wüsten Beschimpfungen der Arschgeigen, die aus dem Hausflur meine geliebte Lederjacke geklaut haben, oder auch zu der verstörenden Tatsache, dass neben mir beim Friseur die Franken-Barbie saß und ich sie auch noch erkannt habe. (Was, bitte, hätte Euch DAS über mich verraten?)

Und was heißt das jetzt? Ich werde weiter mit großer Freude bloggen und mich mit Euch rund um das Thema Essen und Trinken austauschen. Aber ich werde vermutlich etwas selektiver andere Kanäle nutzen, die ein oder andere Gruppe verlassen, manche abonnierten Newsletter kündigen, manche Twitterer “entfolgen”, weniger selbst kommentieren oder re-tweeten… Mal sehen, ob es beim Vorsatz bleibt.

Magnolia

Am Ostersonntag geht’s hier weiter mit der Ankündigung zur Verlosung eines Buches im Rahmen der wunderbaren Aktion Blogger schenken Lesefreude. Diese Aktion findet zum zweiten Mal anlässlich des Welttag des Buches (und Shakespeares Geburts- und Todestages am 23. April) statt. Womit ich einem meiner Leser Freude schenken will, erfahrt Ihr dann am Mittwoch. (Es ist natürlich ein Kochbuch!) Und wer mal meine Gedanken zu Shakespeare nachlesen will, surft zum letzten Jahr.

Apropos Shakespeare. Der feiert in diesem Jahr seinen 450. Geburtstag (und übernächstes Jahr seinen 400. Todestag). Und alle Bücherfreunde feiern mit. Vielleicht sollten wir alle mal wieder häufiger seine Werke lesen. Oder zumindest diese Ode an DEN GRÖSSTEN, die Peter Kümmel in der ZEIT “gesungen” hat und  die endlich online ist.

Ihr Lieben, ich bin zurück und freue mich auf Euch!

 

Ab dem morgigen Aschermittwoch bis Karfreitag – also rund 7 Wochen lang – fasten die Christen traditionell. Wer religiös ist und das Fasten klassisch versteht, verzichtet in dieser Zeit vermutlich auf Fleisch. (In früheren Jahrhunderten wussten sich schlaue Mönche mit heimlich gefüllten Speisen, den Herrgottsb’scheißerle, zu helfen oder ganz pragmatisch mit dem Brauen von Starkbier.)

Aber auch weniger religiöse Menschen nutzen die Fastenzeit, um sich in Verzicht zu üben. Was läge für ein FOOD-Blogger also näher, auf bestimmte Speisen oder Getränke zu verzichten? Jahrelang ließ ich in der Fastenzeit die Finger von Süßigkeiten, was mir erstaunlich leicht fiel. Selbst als ich dann am Ostersamstag wieder zugreifen durfte, war mir der Jieper auf Süßes meist gänzlich abhandengekommen. Natürlich könnte ich auch Fleisch, tierische Produkte, Kaffee oder Alkohol weglassen. All das durchzuhalten traue ich mir durchaus zu. Denn seit ich vor genau 9 Jahren aufgehört habe zu rauchen (= 65.700 nicht gerauchte Zigaretten!!) weiß ich, wie verblüffend einfach das Aufhören sein kann, wenn man nur wirklich will und einen Sinn darin sieht. So habe ich beispielsweise damit aufgehört, meiner Gesundheit massiv zu schaden. Was wäre ein besserer Grund?

Bei der Ernährung ist es nicht so einfach. Denn ich ernähre mich relativ ausgewogen. Das Glas Wein am Abend, die Tasse Kaffee am Morgen schaden mir nicht annähernd so sehr wie die einst 20 gerauchten Zigaretten am Tag. Ein schlimmes „Laster“ habe ich eigentlich nicht. Und wenn mir nach einer halben Tüte Gummibärchen ist – alle paar Wochen mal – sehe ich keinen tieferen Sinn darin, auf Gummibärchen zu verzichten.

Was ist nun aber eine lästige Angewohnheit, bei der ich testen will, ob ich 7 Wochen auf sie verzichten kann? Etwas, das ich täglich nutze, was (zu) viel Zeit in Anspruch nimmt und das nicht wirklich lebensnotwendig ist? Was ist eine echte Herausforderung für mich?

Here we go:

Ich werde bis einschließlich Karfreitag privat keine Social-Media-Kanäle mehr aktiv nutzen!

So. Jetzt ist es raus! Dabei werde ich natürlich nicht komplett offline gehen können, denn ich nutze beruflich die oben genannten Kanäle viel zu stark, bin mit Kollegen und Kunden vernetzt, muss teilweise auch deren Accounts beobachten oder pflegen. Natürlich werde ich auch weiterhin online Blogs lesen. Denn ich lese ja auch Zeitung, schaue TV, höre Radio.

Aber aktiv werde ich mich eben nicht an Facebook-Gruppen-Diskussionen beteiligen, keine Eintracht-Siege (*hüstel*) feiern, keine Fotos von morgendlichen Läufen posten, keine Hochzeitsfotos liken, nicht der ganzen Welt mitteilen, wie unmenschlich früh ich aufstehen musste, keine Picard-Management-Tips retweeten, keine Sonnenuntergänge pinnen und auch keine Blogposts anderer kommentieren.

Meine Fastenzeit betrifft also Twitter (seit 6 Jahren mehrmals täglich, über 1.000 Follower), Facebook (seit über 5 Jahren mehrmals täglich), Pinterest (seit 1-2 Jahren, mehrmals die Woche) – und natürlich das Blog (seit 3,5 Jahren, mehrmals wöchentlich).

So zumindest der Plan. Aktuell kann ich mir meine „7 Wochen ohne“ noch nicht vorstellen. Ich werde sogar die Twitter- und Facebook-Apps auf meinem Smartphone vorübergehend löschen, um gar nicht erst in Versuchung zu geraten.

Aber wisst Ihr was? Ich freu‘ mich drauf. Auch wenn die erste Zeit des kalten Entzugs sicherlich erst einmal grauenhaft wird. Wie wird sich die anschließende Entspannungsphase anfühlen? Was mache ich nach dem Aufstehen dann als Erstes? (Was habe ich früher eigentlich als erstes gemacht? Ach ja, geraucht!) Wie überbrücke ich lästige Wartezeiten an Bahnhof oder Flughafen? Werde ich mich schrecklich einsam fühlen in den Hotelzimmern dieser Republik? Werde ich etwas verpassen, was wirklich, wirklich wichtig für mich ist?

Ich glaube nicht. Denn mal ehrlich: Wir kennen doch alle Leute, die weder Twitter noch Facebook nutzen. Sind die schlechter informiert? Vereinsamen die sozial? Haben die weniger Einblicke in die „Welt da draußen“? Eben.

Und braucht die Welt meine Hinweise auf leckeres Essen, blühende Kirschbäume, frühe Morgenläufe oder lange Arbeitstage? Natürlich schon! Aber für die nächsten 7 Wochen muss die Welt dann eben mal ohne mich in den sozialen Netzwerken auskommen.

Und wer mich vermisst, schreibt mir einfach eine Mail :)

Wir lesen uns nach Ostern wieder. Ich freue mich auf Euch und darauf, von meiner Erfahrung zu berichten.

Lasst es Euch gut gehen und überlegt doch mal, worauf Ihr verzichten wollt…

(Die Headline “7 Wochen ohne” habe ich übrigens dieser Aktion entnommen.)

Und nicht vergessen: Auch “Food for Thought” ist Food ;-)

Ja, jeder hat es schon getan. Steph dachte tatsächlich, sie wäre die Letzte. Aber nein, ICH bin ein noch heftigerer Nachzügler. Und soll ich überhaupt darüber bloggen, wenn schon halb Bloggistan darüber geschrieben hat, was manche Blogger zunehmend nervt?

Ich sage: Ja. Das ist hier mein Turf. Und wer nicht lesen will, WIE blöd sich ein Backlegastheniker beim Backen anstellen kann, der surft einfach jetzt woanders hin. Aber glaubt nicht, Ihr könntet dem Topfbrot entkommen. Ha! Versucht das mal. Und womit? Mit Recht! Denn dieses Brot ist einfach zu köstlich und gelang – mit etwas Hysterie zwischendrin – sogar mir!

Ich konnte zwar lange ohne das Topfbrot klar kommen. Aber dann hat mich doch der Ehrgeiz gepackt. Und das Ergebnis war – nach Blut, Schweiß und Tränen – absolut köstlich:

Ich habe es in einer 22cm-Durchmesser-Cocotte von Le Creuset gebacken, in die etwa 3l hineinpassen. Wichtig dabei: Wenn der Topf einen Plastikgriff hat, muss der abgeschraubt und das Loch mit Alufolie verschlossen werden!!

Diesen Tipp – sowie das Rezept und die moralische Unterstützung – habe ich von Sandra, die virtuell maßgeblich am Gelingen des Brotes beteiligt war, obwohl sie im Wochenende weilte und sicherlich Besseres zu tun hatte, als meine Vollhonk-Fragen zu beantworten!

Ihr Rezept habe ich um 10% heruntergerechnet, da mein Topf kleiner ist als ihrer. 20% weniger wären auch ok gewesen, da wir ohnehin schon die Hälfte eingefroren haben, weil das Brot einfach RIESIG wurde. In Scheiben geschnitten eingefroren und dann langsam und im Gefrierbeutel wieder aufgetaut funktioniert das bestens und hat uns ein weiteres Wochenende selbstgebackenes Brot beschert!

Hier also die Zutaten für einen +3l Topf angelehnt an Sandras Rezept für ihr Landbrot:

1/3 TL TL Puderzucker
18 gr frische Hefe
675 gr Weizenmehl, Typ 1050
180 gr Roggenmehl, Typ 1150
475 ml Wasser
65 gr Sauerteig, flüssig (ich nehme den Zusatzstoff-freien aus dem Reformhaus im 75 gr Beutel)
1 EL Zuckerrübensaft
1 EL Butter, weich
2 gestrichene EL Salz

2 gehäufte TL Brotgewürz

Mehr Mehl für das Gärkörbchen

Zubehör: Ein Gußeisen-Topf mit Deckel, der absolut feuerfest sein muss (siehe oben), Küchenmaschine mit Knethaken, Teigschaber, eine kleine, eine große Rührschüssel, Gärkörbchen, Leinenhandtuch, Gefrierbeutel, gute Ofenhandschuhe

Zubereitungszeit: Wenn man sich nicht blöd anstellt, 4 Stunden. Sonst länger.

So geht’s:

Hefe und Puderzucker mit 25 ml lauwarmem Wasser in einer kleinen Schüssel vermischen, dabei die Hefe gut auflösen. Geht am besten mit den Fingern. Die kleine Schüssel in den Gefrierbeutel schieben und zudecken. Jetzt kann die Hefe ihre Arbeit beginnen und Bläschen werfen.

Jetzt jeweils die Hälfte der beiden Mehlsorten mit den restlichen 450 ml Wasser verrühren und abgedeckt stehen lassen – beides (Hefe und Mehlpampe) für mind. eine Stunde.

Jetzt 1) das restliche Mehl, 2) alle anderen Zutaten (Salz, Zuckerrübensirup, Butter, Sauerteig, Brotgewürz), 3) Wasser-Zucker-Hefe-Mischung in die Schüssel mit der 4) Wasser-Mehl-Pampe geben und in der Küchenmaschine mit dem Knethaken (!) 5 min auf niedriger, 10 min auf hoher Stufe kneten lassen.

(Warum ich das so detailliert beschreibe? Nun, weil ich a) statt dem Knethaken den “K-Haken” der Kenwood-Maschine genommen habe und b) beim Kneten plötzlich auf die Gefriertüte MIT der Wasser-Hefe-Zucker-Mischung geguckt habe und dachte: Oh! Das sollte doch jetzt eigentlich in der Schüssel sein, die hinter mir rödelt… (Natürlich habe ich nicht nur “Oh!” gedacht. Aber die Flüche kann ich leider nicht wiedergeben. Es war zu diesem Zeitpunkt übrigens ca. 23 Uhr. Ich fing also noch mal VON VORNE an und habe das fertige Brot (siehe oben) um halb zwei aus dem Ofen geholt! Nachts!)

Jedenfalls: Wenn Ihr alles richtig macht, knetet die Küchenmaschine jetzt schönen, schlotzigen Teig, der sich gut von der Schüsselwand löst. Diesen Teig abgedeckt insgesamt 45 min gehen lassen.

Nach 15 bzw. nach 30 min den Teig jeweils falten und zurück in die Schüssel geben, abdecken. Das Falten ist wichtig für das Auflockern der Krume. Nehmt Euch diese Zeit auf jeden Fall!

Danach den Teig rund wirken und mit Schluss nach unten in ein gut gemehltes (!!) Gärkörbchen geben. Zudecken und eine weitere Stunde gehen lassen.

Jetzt den Ofen auf 250 Grad vorheizen. Nach einer Viertelstunde den Topf samt Deckel hineinschieben und mit aufheizen. Das dauert ca. 45 min.

Topf aus dem Ofen nehmen (Achtung, bitte! Der Topf ist höllisch, höllisch heiß!) und den Deckel abheben. Jetzt das Brot kopfüber (Schluss liegt dann oben!) in den Topf werfen. (Mit Schmackes, bitte, sonst landet es sonstwo oder auf der Seite. Man kann das dann auch nicht mehr justieren. Und: Verbrennt Euch nicht!!!)

Deckel drauf (OFENHANDSCHUHE!) und in den Ofen schieben. Jetzt ca 50 min backen.

Topf herausnehmen, Deckel ablegen, Brot herausflutschen und abkühlen lassen.

Das Brot ist köstlich! Es hat eine krachige Kruste und eine lockere Krume – perfekt einfach nur mit Salzbutter. Aber auch mit Käse, Schinken oder Kastanienhonig eine Wucht!

Die lustige Topfform will ich Euch nicht vorenthalten:

Also, wenn sogar mir – abzüglich der schwachsinnigen Aktion mit Haken und Hefe-Mischung – so ein Hammerbrot gelingt, dann kann das JEDER! Probiert es doch mal aus – aber wahrscheinlich habt Ihr das ja längst und ich bin tatsächlich die aller, aller Letzte…

Wir haben’s ja bald geschafft. Die Tage werden schon deutlich länger, die Krokuskelche blitzen aus der Erde, die Kraniche kehren zurück und langsam riecht man ihn sogar, den Frühling.

Aber kulinarisch stecken wir noch im Winter. Heimisches Obst und Gemüse will erst noch werden. Die Kräuter für die Frankfurter Grie Soß zittern noch und werden doch so sehnlichst erwartet.

Haben wir nicht alle die Winterküche satt? Die Eintöpfe und Braten, die wärmenden, heißen Gerichte. Ich will Spargel! Und Kräuter! Und Farben!

Aber wer sagt eigentlich, dass nur der Frühling Frische und Knack und Farbe bietet? Das kann der Winter auch! Oder sieht das hier etwa scheiße aus?

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Ein schöner knackig-frischer Wintersalat mit einem fulminant-fruchtigen Dressing macht den Winter bunt und überbrückt die Sehnsuchtszeit bis der Frühling endlich mal sein blaues Band und so weiter…

Zutaten für zwei als leichtes Abendessen:

Feldsalat

Spinatblätter

1 große Knolle Rote Bete

50 gr Walnusskerne

Kerne von einem halben Granatapfel

Saft einer Mandarine

1 TL Feigenmarmelade

1 El Joghurt

Weißer Balsamico

mildes Olivenöl

Salz, Pfeffer, Zucker zum Abschmecken

Zubehör: Salatschüssel, Gummihandschuhe, Gemüseschäler, schmales hohes Gefäß, kleine Pfanne

Zubereitungszeit: 30 min

So geht’s:

Gummihandschuhe überstreifen und die Rote Bete schälen. Danach in feine Scheiben schneiden oder auf einem Gemüsehobel hobeln. Salat und Spinat gründlich waschen (Sand!) und gegebenenfalls grob durchschneiden, falls die Blätter zu groß sind, um sie unfallfrei zu essen.

Die Kerne aus dem Granatapfel pulen.

Walnusskerne in der Pfanne leicht anrösten.

Für das Dressing die restlichen Zutaten zusammenmixen und schaumig schlagen.

Die Rote Bete Scheiben auf einer großen Servierplatte auffächern und etwa die Hälfte des Dressings darübergeben. Salat und Spinat auf der Roten Bete anrichten und mit dem restlichen Dressing beträufeln.

Granatapfelkerne und Walnusskerne darübergeben.

Pur oder mit getoastetem Weißbrot servieren.

Frisch, knackig, fruchtig – so kann Soulfood im Winter aussehen, wenn der Frühling noch auf sich warten lässt.

Deshalb ist mein farbiger Salat auch mein Beitrag zum Blog-Event “Winter-Soulfood” von Dorothée von Bushcook’s Kitchen.

Happy 3rd Blog-Birthday, meine Liebe! Lass es krachen!

3 Jahre Bushcooks Kitchen - Blog-Event Winter-Soulfood

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