Feeds:
Artikel
Kommentare

Geht es nur mir so, dass ich nach dem Winter immer nach GRÜN lechze? Letztes Jahr habe ich Anfang März über den Mönchsbart (Barba di frate) geschrieben, der mich auf dem Markt angesprungen hat, weil mein Auge automatisch auf der Suche nach was Grünem war. Heute war es Spinat. Und weil ich außerdem (Eisenmangel?) auf dem Rindfleischtrip bin, musste einfach BEIDES in die Pasta:

Weil Pasta schnell kalt wird und das Rindfleisch auch am besten warm schmeckt, ist das Foto kein Brüller. Aber das Grün ist wenigstens deutlich zu erkennen :)

Zutaten für 2 Personen mit Kohldampf:

250 gr Hüftsteak vom Rind

300 gr frische Tagliatelle (oder 250 gr getrocknete Pasta)

etwa 300 gr junger Spinat

2 Knoblauchzehen

Salz, Pfeffer

Parmesankäse

Olivenöl

1 EL Butter

1 EL Sahne

5 Walnüsse

Erstmal geht’s ans Pesto:

Dafür die Walnüsse knacken und grob hacken. Mit etwa 100 gr Spinat, einem großen Schuss Olivenöl und etwa 1 EL geriebenem Parmesan pürieren. Mit Salz abschmecken und zur Seite stellen.

Für die Pasta (die auch ohne Pesto funktioniert, falls Ihr Allergiker seid oder so):

Einen großen Topf Wasser erhitzen, salzen. Das Hüfsteak in Streifen schneiden. Etwas Olivenöl und die Butter in einer beschichteten Pfanne erhitzen und das Fleisch darin anbraten. Am besten funktioniert das, wenn man erst eine Hälfte anbrät, aus der Pfanne nimmt und dann die zweite Ladung anbrät. Fleisch komplett aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen. Den EL Sahne an den Bratensatz rühren, mit Salz und Pfeffer würzen und etwas einreduzieren lassen. Jetzt die frische Pasta kochen (Achtung! Getrocknete braucht natürlich länger!) Den restlichen Spinat in die Pfanne geben (junger Spinat ist kleinblättrig. Wenn Ihr große Blätter habt, etwas zerzupfen oder grob hacken), und etwa 1 Minute andünsten.

Pasta abgießen und eine halbe Schöpfkelle Pastawasser auffangen. Die fertige Pasta mit Pastawasser in die Pfanne geben, gut vermischen. Etwa 2 EL des Pestos mit unterheben. Rindfleisch dazugeben, evtl. mit Pesto garnieren und sofort servieren.

Pasta ist immer der beste Rat, wenn es schnell gehen muss. Mit etwas Olivenöl, Knoblauch und Peperoncini sowie ein paar Hobeln Parmesan hat man innerhalb weniger Minuten ein göttliches Gericht, das einen direkt nach Italien beamt. Denn Pasta ist nicht nur schnell, sondern auch ein echter Seelentröster. Das habe ich vor allem im letzten Jahr gemerkt, als ich häufig abends alleine war und mir noch schnell aus Resten ein Pasta-Gericht gemacht habe – dazu den Lieblingswein und schon sieht alles nicht mehr ganz so trüb und grau aus. So ist auch meine Rubrik “schnell&lecker” entstanden. Schaut doch mal, wie viele Rezepte sich hinter dem Tag verbergen. Da findet sich viel, was auch abends noch schnell zubereitet werden kann – meist sogar mit wenigen Zutaten!

Die Rindfleisch-Spinat-Pasta mit Spinatpesto gehört in jedem Fall in diese Kategorie. Und das Pesto schmeckt herrlich auch auf Sandwich, Bruschetta, im Risotto oder als Dip. Ihr habt also gleich noch etwas Leckeres für den nächsten Tag oder die Mittagspause im Office! Denn, merke: Wer schon Stress im Job hat, muss nicht auch noch in der Küche verzweifeln :)

Deshalb passt mein Gericht auch so hervorragend zum Blog-Event von Alex, mein i-tüpfelchen, für das die wunderbare Zorra wiedermal die Gastgeberin ist. Ich bin auf viele weitere Blitz-Rezepte gespannt, die man auch im Alltag noch schnell aus der Hüfte schießen kann! Und natürlich Danke an Alex, die sich das ganze ausgedacht hat!

Blog-Event LXXV - Speed-Cooking (Einsendeschluss 15. März 2012)

Hilfe, ich bin umzingelt! Auf der anderen Seite des Rheins – der schäl Sick, sozusagen – ist die ganze Mainzer Innenstadt im Karnevals-Fieber. Vor unserem Fenster ziehen seit Tagen immer mal wieder Trommler, Funkenmariechen, Sambagruppen oder andere merkwürdige Gestalten vorbei. Der bEdW hat tatsächlich an Rosenmontag einen halben Tag frei (hä?), alle Geschäfte sind geschlossen und während ich das schreibe, rocken die Wiesbadener Faschingsvereine unüberhörbar auf dem Wiesbadener Schlossplatz mit so genannter Stimmungsmusik (in diesem Jahr scheint “Amsterdam” der Hit zu sein).

Das ist für einen Karnevalsverweigerer wie mich eine ziemlich merkwürdige Situation. Obwohl ich mit einem (nein, dem BESTEN aller) Düsseldorfer verheiratet bin, zeichnet sich der bEdW auch dadurch aus, dass er gemeinsam mit mir nur fassungslos auf so genannte Prunksitzungen schaut, wenn wir beim Zappen mal hängen bleiben. Und wäre das alles nicht schlimm genug, habe ich meist auch noch in dieser Zeit Geburtstag, so dass ich schon als Kind meine Feiern verkleidet abhalten musste, als Teenager gezwungen war, mich nach Lumpen- und sonstigen Maskenbällen zu richten und heute nicht selten die Lokale geschlossen haben, in denen ich gerne mein Geburtstagsdinner genießen würde. ARGH!

Das Grauen hat einen – oder besser: mehrere – Namen: Fasching, Fassenacht, Fastnet, Karneval.

Aber ich bin ja nicht so und habe natürlich Verständnis für alle, die sich vom Kalender die gute Laune diktieren lassen (not!). Kinners, feiern könne mer immer! Trinke sollte mer regelmäßig! Und jetzt: Narhallamarsch! Mein Beitrag zu Barbaras Blitz-Event “Rezepte für die tollen Tage” funktioniert nämlich auch an Neujahr, am Tag nach der rauschenden Geburtstagsfeier, als Überlebenshilfe nach der Abi-Feier, als kleines Frühstückshäppchen für die verkaterte Hochzeitsgesellschaft und bei Übernachtungsgästen, die gerade mal drei Stunden auf der Luftmatratze komatös vor sich hin geschnarcht haben, weil es dann doch mal wieder länger wurde :) Einer von sechs herzhaften Mini-Cakes mit Mimolette-Käse und Kümmel:

Die Cakes sind ziemlich gehaltvoll und helfen dank des Kümmels auch bei einer Restübelkeit, die ja gerne mal nach Zechtouren durch übermäßigen Alkoholgenuss hervorgerufen wurde. Außerdem sehen sie niedlich aus und halten sich einige Tage, so dass man sie prima vorbereiten kann. Auch als Erste-Hilfe-Snack für unterwegs sind sie nicht schlecht. Denn: Man soll ja immer was Essen, wenn man säuft trinkt. Deshalb gehören die kleinen Dinger in die Handtasche jedes Karnevalsprinzen und jedes Funkenmariechens!

Das Rezept stammt aus dem Buch “Mini-Cakes” von Ilona Chovancova, das zusammen mit kleinen Silikonförmchen verkauft wird und sowohl herzhafte als auch süße Rezepte präsentiert.

Ich habe 6 Mini-Silikon-Förmchen und eine etwas größere Hello-Kitty-Backform (!) mit der Teigmenge gefüllt.

Mit Muffin-Förmchen müsste das Ganze aber auch bestens funktionieren. Eventuell ändert sich dann etwas die Backzeit. Für eine normale (25 cm) Kastenform – so die Autorin – sollte die Menge einfach um 1/4 erhöht und ein weiteres Ei dazugegeben werden.

Zutaten:

2 Eier

40 ml Olivenöl (im Rezept waren 60 ml angegeben – das fand ich zu viel. Hat auch mit weniger funktioniert)

70 ml Milch

120 gr Mehl (ich hatte Type 405)

1/2 Päckchen Backpulver

160 gr Mimolette-Käse (ich hatte 140 gr Mimolette und 20 gr Parmesan)

1 1/2 TL Kümmelsamen (ganz, nicht gemahlen)

Salz, Pfeffer

So geht’s:

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Förmchen buttern, falls Ihr keine Silikonförmchen verwendet. Mimolette reiben und mit dem Kümmel, etwas Salz und frisch gemahlenem Pfeffer vermischen. Mehl sieben und mit Backpulver mischen. Eier, Milch und Olivenöl verkleppern, Mehl/Backpulver-Masse unterrühren, Käse/Kümmel-Mischung unterrühren.

Förmchen zu maximal 2/3 füllen (die Masse geht richtig heftig auf!) und auf der mittleren Schiene etwa 30 Minuten backen. Ich habe nach 20 Minuten mit einem Holzspießchen getestet und die Backzeit auf 25 Minuten verkürzt – was aber wohl auch dem Silikon geschuldet war.

Aus dem Backofen holen und einige Minuten in den Förmchen stehen lassen, bevor Ihr die kleinen Dinger rausholt. Abkühlen lassen und servieren.

Sie sind wahnsinnig fluffig und so schnell weg, dass ich echt Probleme hatte, Fotos zu machen. Uns haben sie tierisch gut geschmeckt.

Ich wünsche allen Narren einen erträglichen Aschermittwoch und ein schmackhaftes Katerfrühstück!

Rezepte für die tollen Tage

Ich koche immer noch lieber, als dass ich backe. Aber langsam freunden Teige aller Art und ich mich an. Oder wir nähern uns zumindest, beschnuppern uns skeptisch und warten erstmal ab, wie das Ganze sich so entwickelt. Teig und ich – das ist also weniger Liebe auf den ersten Blick, sondern mehr so eine “ich stell’ Dich dem mal vor, der ist echt nett, Ihr würdet gut zusammenpassen”-Situation. So rein optisch ist das jedenfalls schon mal eine gute Partie, oder?

Dass ich ja generell dem Teig gar nicht abgeneigt bin und zumindest mal höfliches Interesse zeige, lässt sich daran ablesen, dass ich mir tatsächlich letzte Woche zwei Back-Sets gekauft habe: eines mit einer kleinen Guglhupf-Form und entsprechendem Backbuch “Kleiner Guglhupf” (wahnsinnig origineller Titel), und eines mit sechs kleinen Silikon-Kasten-Förmchen im Mini-Format und dem Buch “Mini-Cakes” (auf der nach oben offenen Originalitätsskala: Note 2). Ich fand diese Anwandlung selbst ein bisschen unheimlich, und der Blick des bEdW sprach Bände.

Aber, hey, soll mal einer behaupten, ich würde mich der Herausforderung nicht stellen! Jedenfalls mag ich die Idee, kleine Kuchen zu backen. Wir sind beide nicht soooo stark mit süßem Zahn ausgestattet und haben nach 1-2 Stücken meist genug. Kleine Kuchen, die sich einige Tage halten, sind also perfekt für uns. Und weil ich noch jede Menge Walnüsse aus dem elterlichen Garten übrig hatte, gab es bei uns einen “Hessischen Walnussguglhupf”, der tatsächlich im Backbuch so heißt. Wenn das kein Omen war für meinen ersten Guglhupf!

Aber außer, dass meine Walnüsse zufällig aus Hessen stammen, ist mir nicht ganz klar, was an dem Guglhupf hessisch sein soll. Erklärt wird das im Buch auch nicht weiter. Wie überhaupt die Rezepte zwar mit hübschen Fotos präsentiert aber mit äußerst knappen Worten beschrieben werden. Der rosarote Hintergrund und die pinke Schrift sind mir eindeutig zu viel. Als wäre backen nur was für kleine Mädchen oder total versüßlichte Muttis, die mit ihren kleinen Töchtern lächelnd die Schüssel auslecken. *augenroll* Die Rezepte und Tipps sind aber gut nachvollzieh- und nachbackbar. Wenn ich auch sicherlich nicht anfangen werde, meine Kuchen mit selbstgemachten Marzipan-Rosen zu verzieren. So weit kommt’s noch!

Ich habe im Rezept die Hälfte der Zuckermenge durch braunen Zucker ersetzt. Dadurch wurde der Kuche karamelliger und irgendwie “erwachsener”. Das hat mir gut gefallen. Ansonsten ließ ich das Rezept – auch wegen meiner Backunerfahrenheit – wie es war, was bestens funktioniert hat:

Zutaten:

125 gr weiche Butter

100 gr Zucker (ich hatte weiß/braun je zur Hälfte)

1 Päckchen Vanillezucker

2 Eier

1 EL Milch

125 gr Mehl

1 EL Speisestärke

1 TL Backpulver

100 gr Walnüsse (unsere waren fein gehackt. Wer keine eigenen hat, sondern ein Päckchen kauft, kann geriebene nehmen. Allerdings mochte ich den “Crunch” der etwas größeren Stücke)

Außerdem: Butter und Semmelbrösel für die Kuchenform (meine Miniguglhupf-Form ist super beschichtet, so dass das Einfetten nicht nötig ist)

So geht’s:

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Walnüsse in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze anrösten und anschließend abkühlen lassen. Butter, Zucker und Vanillezucker schaumig rühren, Eier und Milch unterrühren. Mehl sieben und mit Speisestärke sowie dem Backpulver mit der Butter-Ei-Zuckermischung verrühren. Die Walnüsse ebenfalls unterrühren. Die Backform – falls nötig – einfetten. Teig einfüllen und schön glattstreichen, damit keine Luftblasen entstehen und die Guglhupf-Form schön herauskommt.

Kuchen auf die mittlere Schiene schieben und rund 40 Minuten backen – ich habe allerdings nach 30 Minuten mal mit einem Holzstäbchen getestet, ob der Kuchen schon gut ist und die Zeit auf insgesamt 35 Minuten reduziert. Zudem habe ich den Kuchen in den letzten Minuten mit einer Alufolie abgedeckt, weil er doch schon arg dunkel wurde. Wenn der Kuchen gut ist, herausnehmen und einige Minuten in der Form ruhen lassen. Danach aus der Form gleiten und abkühlen lassen. Zum Schluss mit etwas Puderzucker bestäuben.

Sicher nicht der letzte Kuchen, den ich aus diesem Kochbuch backen werde…

Und weil ich ganz begeistert darüber bin, dass es bei uns tatsächlich einen richtigen Sonntagskuchen gab, ist dies mein Beitrag zur Initiative Sonntagssüß, an der ich alter Käsebrot-statt-Kuchen-Esser ja sonst eher nicht teilnehmen kann :) Diese Woche sammelt Julie von mat & mi.

Der Alltag hat uns wieder. Aber ein Teil meiner…hm…Seele? Meines Herzens? Meiner Gedanken?…ist noch in Indien.  Ich glaube, dieses Land lässt einen nicht los, wenn man mal dort war. Ich denke jedenfalls noch häufig an diese Wochen im Januar und hoffe, dass die Erinnerung an sie mich noch lange begleitet.

Ein bisschen kann man ja nachhelfen. Und darauf freue ich mich an diesem Wochenende:

So höre ich derzeit wieder das Hörbuch “Indien hören”, gelesen vom wunderbaren Rufus Beck. In einer Stunde unternimmt man eine akustische Reise durch den Subkontinent – von den hinduistischen Schöpfungsmythen bis nach Bollywood, von der Mogul-Herrschaft zu Ghandis Unabhängigkeitskampf, von Pilgerbädern am Ganges zu den Call Center Büros der Mega-Städte Mumbai und Bangalore. Damit ist das Hörbuch eine tolle Grundlage für alle Indien-Einsteiger oder Geschäftsreisende, die sich schnell ein Bild machen müssen.

Unterlegt sind die einzelnen Beiträge, die man prima auch häppchenweise hören kann, mit Auszügen aus Ragas. Ragas sind für europäische Ohren ziemlich schwer nachzuvollziehen und in ihrer Theorie sehr kompliziert – ähnlich unserer Gregorianik, nur exotischer. Aber mich ziehen sie furchtbar in den Bann. Kein Wunder, dass die Beatles ihnen auf ihren Indien-Reisen verfielen und fortan George Harrison sich an der Sitar übte und sie häufig in Beatles-Songs einfließen ließ – zuerst in einem meiner Allzeit-Lieblingssongs: Norwegian Wood.

Aber ich schweife gerade etwas ab… Ragas jedenfalls beamen mich nicht nur direkt nach Indien. Sie haben auch diese meditative, leicht eintönige Tonfolge, die einen fast schon in Trance versetzt. Zumindest empfand ich das so, als der bEdW und ich auf der Dachterrasse des herrlichen Haveli Inn Pal in Jodhpur saßen und die Sonne hinter dem Mehrangarh Fort sinken sehen konnten. Der Meister der Ragas ist Ravi Shankar. Und einer seiner berühmtesten Performances eines Abend-Raga fand in Woodstock statt:

Nach den hektischen Städten Rajasthans und Uttar Pradeshs, die wir zu Anfang unserer Reise besucht hatten, und deren Lärm, Gestank und Getöse man hier nur erahnen kann

war Kerala, Teil des tropischen Südens Indiens, eine Erholung für Augen, Nase und Ohren. Noch meditativer als Ragas finde ich Meeresrauschen. Das ist nicht sehr originell. Aber ich glaube, dass wir Meeresrauschen als so tröstlich und beruhigend empfinden, weil wir im Mutterleib ebenfalls Wasser um uns herum gluckern hören. Außerdem gibt mir jedesmal die Vorstellung Gänsehaut, dass Meeresrauschen eines der ältesten Geräusche der Welt ist. Überlegt doch mal: Dieses Geräusch gab es bereits lange, bevor das erste Leben auf der Erde erschien. Dinosaurier, Urzeitmenschen, mittelalterliche Pilger, Seefahrer… Sie alle haben das gleiche Meeresrauschen gehört wie wir. Wenn das keine Gänsehaut gibt!

Da das nächste Meer aber leider weit weg ist, wenn man im Rheingau lebt, behelfe ich mir in Stress-Momenten mit der kostenlosen App “Stress Reducer“, die mich in Gedanken zurück nach Kerala beamt. Man kann verschiedene Muscheln wählen, die für unterschiedliche Arten von Meeresrauschen stehen – einige mit Möwengeschrei, einige ohne. Der Clou: Das Display wird dunkel, wenn die App aktiv ist, so dass das Meeresrauschen auch als Einschlafhilfe funktioniert.

Und weil man von Ragas, Meeresrauschen und Hörbüchern nicht satt wird, freue ich mich am Wochenende auch auf eine indische Kochsession mit K. und A., die selbst schon zum zweiten Mal in Indien waren und gemeinsam mit uns Currymischungen, Garam Masala und leckere Gerichte herstellen wollen. Schnell den Turban zurechtrücken und gut überlegen, was wir kochen werden. Palak Paneer ist als vegetarisches Gerich eigentlich gesetzt. Aber dann? Chicken Tikka? Lamm Vindaloo? Rogan Josh? Was meint Ihr?

Ich wünsche Euch ein wunderbares Wochenende. Worauf freut Ihr Euch?

Noch bis heute darf gedippt, gestippt, getunkt werden, um bei Heikes Blog-Event mitzumachen. Ich mag Gemüse am liebsten knackig, roh – und mit Dip. Für eine schöne Rohkostplatte, als Snack zum Fußball-Gucken oder für ein Brunch-Buffet ist das Walnuss-Chutney aus Monisha Bharadwajs Buch “Indian in 6″ eine leckere Abwechslung. Zumal wir die Zutaten dafür eigentlich fast immer im Haus haben. Natürlich passt das Chutney auch zu Naan, Reisgerichten, indischen Tandoori-Gerichten, Gegrilltem usw. Das ist ja das schöne an Dips!

Ihr braucht für eine kleine Dip-Schale folgende Zutaten:

3 EL Walnüsse

2 TL frische Minzblätter

1/2 TL scharfes Chilipulver

1/2 TL Salz

8 TL Naturjoghurt (1,5% oder fetter)

Die Zubereitung dauert etwa 10 Minuten, wobei das Nüsseknacken am längsten dauert :)

Walnüsse knacken und grob hacken, Minzblätter grob hacken. Beides zusammen mit Salz und Chilipulver in einen Mixbehälter geben und mit dem Pürierstab zerkleinern (ein kleiner Foodprocessor tut’s natürlich auch). Die Hälfte des Joghurts dazugeben und noch mal aufpürieren, damit nicht alles am Messer klebt. In eine Dipschale geben und mit dem restlichen Joghurt verrühren.

Hält sich im Kühlschrank 1-2 Tage.

Ich freue mich schon auf Heikes Zusammenfassung des Events und viele, viele Tunk-Stipp-Dipp-Rezepte.

Blog-Event LXXIV - Tunken (Einsendeschluss 15. Februar 2012)

Heike lässt tunken. Und wenn diese Grande Dame der Food-Blogger-Welt ruft, tunken alle mit! Dabei finde ich das Wort “tunken” ganz schrecklich. Mich erinnert das an große Schwestern, die einen unter Wasser tunken. Oder an die abschätzig gemeinte hessische Phrase “Der dunkt gern sein Schnawwel” (“Der tunkt gerne seinen Schnabel”), womit Leute gemeint sind, die gerne gut essen – am liebsten bei anderen und umsonst. Oder an eine sehr leckere selbergemachte Cocktailsauce, die in unserer Familie jahrelang “rosa Tunke” genannt wurde, was ich erst mit den Jahren als ziemlich despektierlich empfunden habe (die unwiederstehliche Mischung: Ketchup, saure Sahne, ein Schluck Sherry, etwas Zitronensaft, ein Spritzer Tabasco, Salz!). Aber da ich selber für mein Leben gerne tunke, stippe, dippe, blicke ich über den Namen des Blog-Events mal großzügig hinweg ;-)

Nachdem wir nach unserer Rückkehr aus Indien eine kleine Pause eingelegt hatten, was indisches Essen anbelangt, ist Heikes Aufruf natürlich die perfekte Ausrede, um endlich mal wieder den Turban zurecht zu rücken und indisch zu kochen. Fündig geworden bin ich in Monisha Bharadwajs Kochbuch “Indian in 6. 100 irresistible repices that use 6 ingredients or less”, das ich mir aus Indien mitgebracht habe (im Bild rechts). Man darf das mit den 6 Zutaten aber nicht zu genau nehmen. Das beschränkt sich nur auf die Dinge, die man frisch kaufen muss. Die anderen 35 Gewürze hat die indische Hausfrau einfach im Schrank.

Kasundi (scharfes Tomaten Relish) ist ein Rezept aus Gujarat und vereint süß, scharf und sauer miteinander – eine typisch asiatische Kombination, die ich sehr gerne mag.

In das Relish kann man wunderbar Cracker, Naan oder Grissini dippen, Bratwürstchen oder Chicken Wings tunken oder mit dem Finger reinstippen und ablecken. Natürlich ist es auch super, um einem Hamburger, Sandwich oder Wrap einen spicy Touch zu geben. Oder man leckt einfach die Schüssel aus. Das Zeug kann nämlich süchtig machen. Ich hab’ Euch gewarnt!

Leicht abgewandelte Zutaten (Original in Klammern):

1 EL Ghee (statt 2 EL Öl)

1/2 TL braune Senfsamen

1 TL Ingwer-Knoblauch-Paste

1 Dose gehackte Tomaten (statt 3 große, reife Tomaten)

2 frische grüne Chillies

1 EL brauner Zucker (statt 1 TL)

1 EL Weißweinessig

Die Zubereitung dauert etwa 20 Minuten, geht also blitzschnell:

Chillies entkernen und fein hacken. Ghee in einer Pfanne erhitzen und die Senfsamen darin anbraten, bis sie zu springen beginnen. Dann die Hitze etwas reduzieren und die Ingwer-Knoblauch-Paste hinzugeben. Unter Rühren anbraten – etwa eine Minute – und aufpassen, dass der Knoblauch nicht schwarz wird. Jetzt Tomaten und Chillies hinzugeben und bei hoher Hitze einköcheln lassen. Währendessen Salz, Zucker und Weißweinessig unterrühen, bis die Konsistenz des Relish schön marmeladig ist.

Von der Flamme nehmen, in ein steriles Glas füllen und auskühlen lassen.

Theoretisch hält das Relish im Kühlschrank einige Wochen. In der Praxis ist es am gleichen Abend weggedippt…

Blog-Event LXXIV - Tunken (Einsendeschluss 15. Februar 2012)

Eine ganz wichtige Zutat für indische Gerichte ist die Ingwer-Knoblauch-Paste, die fast an jedes Curry-Gericht, an jedes Chutney kommt.

Natürlich kann man auch einfach im Rahmen der Koch-Vorbereitungen Ingwer und Knoblauch sehr fein hacken oder spontan pürieren – das habe ich bisher auch getan. Weil es aber so eine Standard-Zutat ist, die man immer benötigt, kann man sie auch wunderbar auf Vorrat halten. Der Vorteil besteht u.a. in der Zeitersparnis. So kann man auch abends noch mal ein Curry ansetzen und spart locker 10 Minuten Zeit.

Wieviel Ihr auf Vorrat herstellt, kommt etwas darauf an, wie häufig Ihr indisch kocht. Wichtig ist aber das “1 : fast 1″-Verhältnis; also etwas mehr Knoblauch als Ingwer. Für ein mittleres Schraubglas hatte ich folgende Menge an Zutaten:

50 gr Knoblauch

40 gr Ingwer

1 TL Salz

1 EL neutrales Pflanzenöl

Alles mit dem Prürierstab zu einer cremigen Paste pürieren.

In ein Schraubglas füllen und kühl stellen.

Die Paste hält sich 2-3 Wochen im Kühlschrank. Manche Indien-Blogger schreiben, dass sie die Paste sogar einfrieren. Das habe ich allerdings selbst noch nicht ausprobiert.

Currypasten, BBQ-Mischung, Tomatenketchup, Garam Masala? Welches selbst hergestellte Basic habt Ihr immer in Kühlschrank oder Speisekammer?

Ich verbringe gerade beruflich einige extrem interessante Tage in Frankreich. Trotzdem freue ich mich natürlich auf das Wochenende mit dem bEdW. Wir wollen zum Beispiel Sauerteig-Brot backen, nachdem K. uns das neulich gezeigt hat und gleich noch eine Sauerteig-Basis sowie diverse Mehlsorten im Schlepptau hatte. Ich bin schon gespannt wie ein Flitzebogen, ob UNSER Versuch so appetitlich aussieht und schmeckt wie das Brot, das “with a little help from K.” entstand:

Ich halte Euch auf dem Laufenden…

Dann kam endlich die DVD zu “Downtown Abbey an, die ich mir – als altem “Haus am Eton Place”-Junkie und “Gosford Park”-Fan – für das winterliche Wochenende gegönnt habe. Ich freue mich schon sehr auf das Abtauchen in den englischen Adel:

Ebenfalls im Amazon-Päckchen war die humorvolle Autobiographie “Toast” von Nigel Slater, von dem ich ja schon Einiges nachgekocht (und immer für lecker befunden) habe. Die Verfilmung mit Helena Bonham-Carter habe ich leider noch nicht gesehen. Deswegen freue ich mich jetzt erstmal auf das Buch:

Wenn ich gaaaaanz lieb “Bitteeeee, bitteeee!” sage, geht der bEdW (der alte Kino-Muffel) vielleicht auch mit mir in Dame, König, As, Spion“, was ja immerhin irgendwie auch ein James-Bond-artiger Film ist und ihn als Argument vielleicht eher überzeugt als Gary Oldman und Colin Firth :) Zumal ich Kinotickets bei einer Facebook-Verlosung der Rheingauer Garage Winery gewinnen habe! Juchhuu!
Oder vielleicht in “J. Edgar“, dem Biopic über Präsident Hoover, kongenial dargestellt von Leonardo DiCaprio, der sich längst vom Teenie-Schwarm zu einem wandelbaren, ernsthaften Top-Schauspieler entwickelt hat, dem ich immer gerne zuschaue (als Howard Hughes in “Aviator” war er brillant, in “Shutter Island”, “Inception” oder “Catch me if you can” einfach nur saugut). Aber erstmal mache ich einen Versuch mit DKAS:

Unbedingt weiterstöbern werde ich auch in der gigantisch guten, düsteren App “Dickens’ Dark London, die zum 200. Geburtstag von Charles Dickens, einem meiner absoluten Autoren-Göttern, erschienen ist. Die erste Folge ist kostenlos herunterladbar, jede weitere kostet vertretbare 1,49 Pfund. Dickens litt unter Schlafstörungen und streifte stundenlang durch das nächtliche London – in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein nicht ganz ungefährliches Hobby. Diese nächtlichen Spaziergänge lassen die Stimme von Brit-Schauspieler Mark Strong und die sonambulen Illustrationen von David Foldvari wiederauferstehen. Gänsehaut garantiert.

Und wer demnächst nach London reist, sollte sich die Dickens-Ausstellung im Museum of London nicht entgehen lassen. Ich hoffe, ich komme da bald hin…

Bei so viel Kultur darf aber auch Mädchen-Kram nicht zu kurz kommen. Ich mag ja so Läden, wo es nicht nur Klamotten oder nur Möbel gibt, sondern einfach schöne Dinge. Deshalb überlege ich stark, ob ich mir den fabelhaften Ring “Gotta” von Brigitte von Bloch kaufen soll, um den ich letztes Wochenende herumgetigert bin (stattdessen habe ich was Hübsches für meine Schwester gefunden, was ich aber nicht zeigen kann, weil sie erst am Montag Geburtstag hat!) Im Shop in Wiesbaden ist der Ring nämlich – im Gegensatz zum Online-Shop – noch nicht ausverkauft. Aber wehe, Ihr kommt mir jetzt zuvor!

Und falls er doch schon weg ist: Es gibt ja noch jede Menge andere hübsche Ringe dort zu kaufen!

Last but not least hoffe ich sehr, dass Filiz ihren Blog Filizart wiederbelebt. Ihre Fotos, Shopping-Berichte und Design-Tipps fehlen wirklich sehr…

Und worauf freut Ihr Euch am Wochenende?

Sorry, noch mal ein heißes Suppenrezept. Aber diese Kälte macht mich auch echt fertig. Damit habe ich wirklich nicht gerechnet, als ich Anfang Januar in den Urlaub geflogen bin. Ich hätte gedacht, dass der Winter so mild ausklingt, wie er angefangen hat und wir nach unserer Rückkehr schon bald in Frühlingslaune kommen würden… HAHA!

Stattdessen ist es klirrend kalt, die Nasenlöcher frieren zu, die Tagescreme bröckelt vom Gesicht (Ohne Mist! Ist mir in München bei -18 Grad passiert!) und der Sonntagsspaziergang ist nach 30 Minuten schon zu Ende.

Aber da muss der Hobbykoch halt die Gunst der Stunde nutzen und all das kochen, wofür November und Dezember zu mild waren – etwa den Fineeintopf” von Heike, der so heißt, weil Hund Fine mal einen ganzen Topf verschmaust hat. UND ICH KANN FINE VERSTEHEN!! Damn, war das lecker! Der Schafskäse gibt dabei unbedingt den Ausschlag. Die salzig-cremige Konsistenz zu Hackfleisch und knackigem Gemüse sind eine tolle Überraschung und machen das Gericht so richtig herzhaft und deftig. Nur gut, dass Fine nicht in unserer Küche war, sonst hätten wir zwei ganz schön miteinander gekämpft :)

Ich habe mich eng an Heikes Rezept gehalten. Allerdings mit folgenden Abweichungen:

  • In die Brühe kamen noch 3 Lorbeer-Blätter (bevor das arme Bäumchen erfriert!)
  • Zusätzlich zum Hackfleisch habe ich noch eine Merguez (würzige Bratwurst aus Marokko) kleingeschnitten und mitgekocht
  • Als Gemüse gab es bei uns: Sellerieknolle, 2 Karotten, Lauch, Kartoffeln, Stangensellerie, Petersilienwurzel, rote Paprika

Das Schöne am Fineeintopf ist aber, dass jedes Gemüse schmeckt – je nachdem, was Saison und Markt hergeben!

Dazu hatten wir zum Kochen einen Sauvignon Blanc – gut, aber für rund 8,- Euro (real) zu teuer.

Zum Essen gab’s dann einen Syrah aus der Pfalz - kräftig, erdig , perfekt zum Eintopf und schön wärmend.

 

Weil wir uns beim Einkauf des Gemüses auf dem Wochenmarkt Nasen und Finger blau gefroren haben und bei der Kälte der Wein ziemlich ins Blut steigt (also richtig blau waren wir nicht… eher so angeschickert… also quasi hellblau!), ist das mein augenzwinkernder Beitrag zum wirklich verflixt schwierigen Blog-Event “Hellblau” im Februar – in der Hoffnung, dass ich noch irgendwo ein bisschen Blue Curacao auftreibe und eine Jugend-Urlaubs-Erinnerung wiederbelebe: Den Eisbecher “Fjord” aus dem “Goldenen Anker” im Nordsee-Städtchen Tönning.
HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

PS: Und am Freitag gibt’s mal keine Suppe, sondern ein hübsches Glückspaket zum Wochenende… :)

20120205-112551.jpg

Ältere Artikel »

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 33 other followers