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Archiv für die Kategorie ‘Backen’

Ja, jeder hat es schon getan. Steph dachte tatsächlich, sie wäre die Letzte. Aber nein, ICH bin ein noch heftigerer Nachzügler. Und soll ich überhaupt darüber bloggen, wenn schon halb Bloggistan darüber geschrieben hat, was manche Blogger zunehmend nervt?

Ich sage: Ja. Das ist hier mein Turf. Und wer nicht lesen will, WIE blöd sich ein Backlegastheniker beim Backen anstellen kann, der surft einfach jetzt woanders hin. Aber glaubt nicht, Ihr könntet dem Topfbrot entkommen. Ha! Versucht das mal. Und womit? Mit Recht! Denn dieses Brot ist einfach zu köstlich und gelang – mit etwas Hysterie zwischendrin – sogar mir!

Ich konnte zwar lange ohne das Topfbrot klar kommen. Aber dann hat mich doch der Ehrgeiz gepackt. Und das Ergebnis war – nach Blut, Schweiß und Tränen – absolut köstlich:

Ich habe es in einer 22cm-Durchmesser-Cocotte von Le Creuset gebacken, in die etwa 3l hineinpassen. Wichtig dabei: Wenn der Topf einen Plastikgriff hat, muss der abgeschraubt und das Loch mit Alufolie verschlossen werden!!

Diesen Tipp – sowie das Rezept und die moralische Unterstützung – habe ich von Sandra, die virtuell maßgeblich am Gelingen des Brotes beteiligt war, obwohl sie im Wochenende weilte und sicherlich Besseres zu tun hatte, als meine Vollhonk-Fragen zu beantworten!

Ihr Rezept habe ich um 10% heruntergerechnet, da mein Topf kleiner ist als ihrer. 20% weniger wären auch ok gewesen, da wir ohnehin schon die Hälfte eingefroren haben, weil das Brot einfach RIESIG wurde. In Scheiben geschnitten eingefroren und dann langsam und im Gefrierbeutel wieder aufgetaut funktioniert das bestens und hat uns ein weiteres Wochenende selbstgebackenes Brot beschert!

Hier also die Zutaten für einen +3l Topf angelehnt an Sandras Rezept für ihr Landbrot:

1/3 TL TL Puderzucker
18 gr frische Hefe
675 gr Weizenmehl, Typ 1050
180 gr Roggenmehl, Typ 1150
475 ml Wasser
65 gr Sauerteig, flüssig (ich nehme den Zusatzstoff-freien aus dem Reformhaus im 75 gr Beutel)
1 EL Zuckerrübensaft
1 EL Butter, weich
2 gestrichene EL Salz

2 gehäufte TL Brotgewürz

Mehr Mehl für das Gärkörbchen

Zubehör: Ein Gußeisen-Topf mit Deckel, der absolut feuerfest sein muss (siehe oben), Küchenmaschine mit Knethaken, Teigschaber, eine kleine, eine große Rührschüssel, Gärkörbchen, Leinenhandtuch, Gefrierbeutel, gute Ofenhandschuhe

Zubereitungszeit: Wenn man sich nicht blöd anstellt, 4 Stunden. Sonst länger.

So geht’s:

Hefe und Puderzucker mit 25 ml lauwarmem Wasser in einer kleinen Schüssel vermischen, dabei die Hefe gut auflösen. Geht am besten mit den Fingern. Die kleine Schüssel in den Gefrierbeutel schieben und zudecken. Jetzt kann die Hefe ihre Arbeit beginnen und Bläschen werfen.

Jetzt jeweils die Hälfte der beiden Mehlsorten mit den restlichen 450 ml Wasser verrühren und abgedeckt stehen lassen – beides (Hefe und Mehlpampe) für mind. eine Stunde.

Jetzt 1) das restliche Mehl, 2) alle anderen Zutaten (Salz, Zuckerrübensirup, Butter, Sauerteig, Brotgewürz), 3) Wasser-Zucker-Hefe-Mischung in die Schüssel mit der 4) Wasser-Mehl-Pampe geben und in der Küchenmaschine mit dem Knethaken (!) 5 min auf niedriger, 10 min auf hoher Stufe kneten lassen.

(Warum ich das so detailliert beschreibe? Nun, weil ich a) statt dem Knethaken den “K-Haken” der Kenwood-Maschine genommen habe und b) beim Kneten plötzlich auf die Gefriertüte MIT der Wasser-Hefe-Zucker-Mischung geguckt habe und dachte: Oh! Das sollte doch jetzt eigentlich in der Schüssel sein, die hinter mir rödelt… (Natürlich habe ich nicht nur “Oh!” gedacht. Aber die Flüche kann ich leider nicht wiedergeben. Es war zu diesem Zeitpunkt übrigens ca. 23 Uhr. Ich fing also noch mal VON VORNE an und habe das fertige Brot (siehe oben) um halb zwei aus dem Ofen geholt! Nachts!)

Jedenfalls: Wenn Ihr alles richtig macht, knetet die Küchenmaschine jetzt schönen, schlotzigen Teig, der sich gut von der Schüsselwand löst. Diesen Teig abgedeckt insgesamt 45 min gehen lassen.

Nach 15 bzw. nach 30 min den Teig jeweils falten und zurück in die Schüssel geben, abdecken. Das Falten ist wichtig für das Auflockern der Krume. Nehmt Euch diese Zeit auf jeden Fall!

Danach den Teig rund wirken und mit Schluss nach unten in ein gut gemehltes (!!) Gärkörbchen geben. Zudecken und eine weitere Stunde gehen lassen.

Jetzt den Ofen auf 250 Grad vorheizen. Nach einer Viertelstunde den Topf samt Deckel hineinschieben und mit aufheizen. Das dauert ca. 45 min.

Topf aus dem Ofen nehmen (Achtung, bitte! Der Topf ist höllisch, höllisch heiß!) und den Deckel abheben. Jetzt das Brot kopfüber (Schluss liegt dann oben!) in den Topf werfen. (Mit Schmackes, bitte, sonst landet es sonstwo oder auf der Seite. Man kann das dann auch nicht mehr justieren. Und: Verbrennt Euch nicht!!!)

Deckel drauf (OFENHANDSCHUHE!) und in den Ofen schieben. Jetzt ca 50 min backen.

Topf herausnehmen, Deckel ablegen, Brot herausflutschen und abkühlen lassen.

Das Brot ist köstlich! Es hat eine krachige Kruste und eine lockere Krume – perfekt einfach nur mit Salzbutter. Aber auch mit Käse, Schinken oder Kastanienhonig eine Wucht!

Die lustige Topfform will ich Euch nicht vorenthalten:

Also, wenn sogar mir – abzüglich der schwachsinnigen Aktion mit Haken und Hefe-Mischung – so ein Hammerbrot gelingt, dann kann das JEDER! Probiert es doch mal aus – aber wahrscheinlich habt Ihr das ja längst und ich bin tatsächlich die aller, aller Letzte…

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Manchmal erschrecke ich vor mir selbst. Etwa wenn ich mich dabei erwische, dass ich morgens schon darüber nachdenke, am Abend Brownies zu backen. (Wer hier öfter mitliest, versteht, was ich meine: Ich würde eher morgens mit Augenbinde und auf einem Bein stehend ein 5-gängiges indisches Menü für 6 Personen zubereiten, als backen.)

Aber vielleicht ist der Bock auf was richtig, richtig Süßes, auf das Gefühl von was Fluffigem im Mund auch dem Wunsch nach einem Seelenstreichler geschuldet. Denn obwohl ich eher von der herzhaften Fraktion bin, tut was Süßes ab und an einfach der Seele gut. Wisst Ihr, was ich meine?

Und da ich momentan unter der Woche weder zum Einkaufen, noch zum Kochen und fast gar nicht zum Essen komme, bin ich in Gedanken mal die Vorräte durchgegangen:

Bitterschokolade: check!

Butter: check! (mit etwas Phantasie, s.u.)

Eier: check!

Mehl, Zucker, Backpulver: check!

Hmmm… Und womit pimpen wir das Ganze?

Cranberries: check!

Walnüsse: check!

Heraus kamen herrlich fluffige, süß-knackig-herb-saftige Seelenstreichler-Brownies:

Brownies_Walnuss

Für echte Brownie-Fans könnte sie vermutlich etwas “knatschiger” sein. Aber ich finde sie herrlich saftig und so leicht, als würde ich geradewegs auf ihnen ins Wohlfühl-Land schweben.

Ein Glas Milch dazu oder einen frisch aufgebrühten Kaffee und die Welt da draußen kann uns mal!

Zutaten für eine Backform 30×39 cm (etwas unorthodox aus der Vorratskammer zusammengesucht):

100 gr 70% Schokolade

25 gr Vollmilchschokolade

200 gr Muscovadozucker

100 gr Butter

100 gr Mehl

25 gr leicht gesalzene Butter

4 Eier

1 gehäuften TL Backpulver

60 gr kalifornische Walnüsse (süßer und milder als europäische)

100 gr getrocknete Cranberries

1 EL (etwa 40 gr) Preiselbeeren aus dem Glas

Zubehör: Metalschüssel und Topf für ein Wasserbad, Handrührgerät, Rührschüssel, Backform 30×39, 1 Bogen Backpapier

Zubereitungszeit: 20 min plus 20 min Backzeit

So geht’s:

Backofen auf 175 Grad Umluft vorheizen.

Topf mit Wasser füllen und erhitzen. Metalschüssel in den Topf stellen. Butter und Schokolade in Stückchen schneiden und in die Metalschüssel geben. Schmelzen lassen und miteinander verrühren.

Währendessen Walnüsse und Cranberries grob hacken, Preiselbeeren dazu geben und zur Seite stellen. Zucker, Mehl, Backpulver und Eier mit dem Handrührgerät vermixen. Die geschmolzene Butter-Schoko-Masse unterrühren.

Walnüsse, Cranberries und Preiselbeeren unterheben.

Backform mit einem Bogen Backpapier auslegen. Die Teigmasse gleichmäßig in der Form verteilen – auch an den Seiten und in den Ecken, sonst ist der Brownie an den Seiten ganz platt.

Auf der mittleren Schiene in den Backofen schieben und 20 min backen.

Nach der Backzeit mit einem Holzstäbchen prüfen, ob noch Teig hängen bleibt. Wenn nicht, ist der Brownie fertig.

Herausnehmen, abkühlen lassen und anschließend mitsamt Backpapier herausheben. In Quadrate schneiden, servieren, genießen.

Wer mag, streut noch Puderzucker über die Brownies. Wer die Brownies lieber knatschiger will, nimmt einfach 150 gr Preiselbeeren aus dem Glas und 50 gr Walnüsse. Aber die säuerlichen getrockneten Cranberries sind der Hit.

Und weil Brownies nicht nur ein tolles Valentinstaggeschenk sind – etwa für den Liebsten, die beste Freundin, die hilfsbereite Kollegin oder den Päckchen annehmenden Nachbarn – sondern auch so uramerikanisch wie Hot Dogs mit Sauerkraut und rauchende Colts, sind meine Seelenstreichler-Brownies mein Beitrag zum Blog-Event “Kulinarischer Roadtrip durch die USA” von bella kocht.

Blog-Event XVC - Kulinarischer Roadtrip durch die USA (Einsendeschluss 15. Februar 2014)

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Muffins mit Lauch, Käse und Speck

Es gibt Zusammenstellungen, die lassen mir direkt schon bei dem Gedanken an sie das Wasser im Mund zusammenlaufen. Etwa Frischkäse und Honig. Tomaten und Schafskäse. Spinat und Lamm. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Ein absoluter Sabber-Trigger sind aber auch Speck und Zwiebeln, die gemeinsam in einer Pfanne angeschwitzt werden. Dazu brauche ich nur etwas frischen Pfeffer, frisch gekochte Spaghetti und schon bin ich im Himmel. Noch besser wird das Ganze dann natürlich mit Ei und Parmesan (aber ohne die Zwiebeln!). Schon sind wir bei der wunderbaren Carbonara des bEdW. (Aus den Anfangstagen des Blogs. Ich entschuldige mich ausdrücklich für dieses Foto! Aber welcher Irre, bitte, hampelt mit der Kamera herum, wenn er die bEdW-Carbonara aufm Teller hat??)

Schön ist es auch, wenn das Trio Speck, Zwiebeln, Pfanne die Vorbereitung für eine Tarte liefert.

Oder für würzig-herzhafte Muffins:

Käse_Speck_Lauch_Muffin

Das Rezept stammt aus der Januar/Februar 2014-Ausgabe der recht spießigen Zeitschrift “Meine gute Landküche”.

Ich habe das Rezept leicht angepasst.

Für 12 Muffinförmchen benötigt Ihr folgende Zutaten:

1 mittelgroße Stange Lauch

1 Zwiebel

1 Ei

200 gr Butter

150 gr Pancetta (oder anderen Speck)

8 EL Milch

frisch gemahlener Pfeffer

125 gr geriebener mittelalter Gouda oder Cheddar

250 gr Weizenmehl

1/2 TL Salz

1 Päckchen Backpulver

Küchenzubehör: 12 Muffinförmchen aus Papier oder Silikon. Ein Muffinblech sollte leicht eingefettet werden. Pfanne. Rührschüssel.

Zubereitungszeit: Vorbereitung ca. 20 min, backen ca. 20 min, auskühlen  10 min = etwa 50 min insgesamt.

So geht’s:

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Ein Blech auf die mittlere Schiene schieben und mit vorheizen.

Der harte grüne Teil vom Lauch und das Wurzelende abschneiden. Den Rest einmal längs halbieren und unter fließendem Wasser zwischen den Lamellen reinigen. In feine Ringe schneiden. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Petersilie waschen, trockenschütteln und ebenfalls fein hacken. Den Speck in kleine Würfelchen schneiden.

Speck in einer Pfanne auslassen. Lauch und Zwiebel hinzugeben und etwas andünsten. Mit Pfeffer würzen. Die Butter in einem Topf schmelzen und etwas abkühlen lassen.

Das Ei mit der Milch und der Butter verkleppern. Die Lauch-Zwiebel-Speck-Mischung sowie drei Viertel des Käses unterheben. Mehl, Salz und Backpulver miteinander vermischen und zusammen mit der Petersilie unter die Masse rühren.

Den Teig nun gleichmäßig auf die Muffinförmchen verteilen. Das restliche Viertel Käse obenauf bröseln.

Muffinförmchen auf das vorgeheizte Blech setzen und etwa 20 min backen lassen (Stäbchentest: bleibt nach der Backzeit noch Teig an einem Holzstäbchen hängen, das Ihr in den Teig piekst, brauchen die Muffins noch etwas Zeit).

Nach der Backzeit herausnehmen und etwa 10 Minuten auskühlen lassen.

Lauwarm schmecken die Muffing ebenso wie kalt. Sie halten sich (ausgekühlt und in einer Tupperbox verwahrt) 2-3 Tage.

Wir hatten die Muffins als Beilage zu einem Steak aus der Lammhüfte mit gewürfelten Champignons in einer Wein-Sahne-Sauce. Sie schmecken aber auch einzeln als Frühstück, als Snack zwischendurch oder abends zum Wein… Am besten macht ihr gleich 24 Muffins mit der doppelten Menge :)

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Bei der Aktion Übern Tellerrand habe ich meine Bloggerkollegen um einfache, gelingsichere Plätzchen- und Keksrezepte gebeten, die am besten auch noch außerhalb der Weihnachtszeit schmecken. Denn, mal ehrlich, wer findet denn vor Weihnachten Zeit zum Backen?

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Nach Sandras Cookies nach einem Rezept von Donna Hays und Trings Aachener Printen gibt es heute Walnussplätzchen von Julia, The Cooking Knitter.

Julia hat nicht nur einen Supervornamen sondern kann auch tolle, unkomplizierte Gerichte kochen, stricken und backen. Wie schön, dass ich auch Julia im Sommer kennenlernen durfte. Ich finde, unsere rheinhessische Bloggertruppe sollte sich dringend mal wieder treffen! Danke, Astrid, für den Anstoß.

Aber jetzt hat Julia das Wort. Die Walnusskekse klingen wirklich so unkompliziert, dass ich sie mir locker zutraue. Und schmecken tun sie sicher auch noch im Januar. Oder im Februar. Vielleicht auch im März, im April…

Nussplätzchen für Dummies

Ich bin wirklich keine große Plätzchenbäckerin, dennoch wollte ich mir die Einladung bei Julia für einfache Plätzchen nicht entgehen lassen. Schließlich bin ich selbst ein riesiger Fan von schnellen, gelingsicheren Plätzchen. Daher teile ich hier auch gerne eins meiner Rezepte, die auch gerade unter Zeitdruck gut funktionieren. Schnell sind sie trotzdem nicht gemacht, da man den Teig zu Beginn direkt zwei Stunden in den Gefrierschrank packen muss. Doch diese Zeit lässt sich immer gut nutzen und sei es um die Küche wieder aufzuräumen oder Geschenke zu verpacken.

Das Rezept stammt von einer lieben Freundin und ich möchte es nicht mehr missen in meiner Weihnachtsbäckerei.

walnusskekse

Jetzt aber auf Anfang!

Für zwei volle Bleche benötigt man folgende Zutaten

250g Mehl

2EL Kakao

125g Zucker

1 Prise Salz

150g Margarine

1 Ei

50g ganze Nüsse nach Wahl

Alle Zutaten, außer die Nüsse werden von Hand oder der Küchenmaschine zu einem Teig verarbeitet. Zum Schluss kommen die Nüsse nach Wahl dazu. Meine Wahl fällt zu 99 Prozent auf Walnüsse.

Sind die Nüsse nun in den Teig eingearbeitet formt man zwei Teigwürste und friert sie für ca. zwei Stunden ein. Natürlich kann man den Teig auch Tage vorher zubereiten und im Tiefkühlschrank auf den Einsatz warten lassen. Oder sich Wochen nach Weihnachten freuen, wenn man noch eine Teigwurst im Gefrierfach findet.

Nach der Wartezeit holt man die Teigwürste wieder heraus und schneidet sie in Scheiben. Die einzelnen, runden Plätzchen kommen dann bei 170 °C (Umluft) ca. 7-9 Minuten in den Ofen.

Die Nussplätzchen müssen auf jeden Fall noch weich sein, da sie beim Auskühlen hart werden.

Tipp: Ich nehme meist gleich die doppelte Menge, da die Nussplätzchen großen Anklang finden.

 

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Ihr seid so irre! Ich hätte ja mit allem gerechnet. Aber nicht mit 50 Rezepten, denen neues Leben eingehaucht wurde. FÜNFZIG REZEPTE. Kinners, ich freu mich riesig über die Teilnahme an meinem Blog-Event “Entstaubte Klassiker”!

Vor allem habe ich in den letzten Wochen jede Menge gelernt: Ich habe unbekannte Traditionen kennengelernt, von heimlichen Gelüsten erfahren, an Kindheitserinnerungen teilgehabt, Ost-West- sowie Nord-Süd-Gefälle bemerkt, wurde an längst vergessen Geglaubtes erinnert und habe herzlich über nur zu gut Bekanntes gelacht.

Am schönsten finde ich aber die vielen Hommages an unsere Großmütter. Habe ich doch selber eine, die die besten aller Kuchen backt. Und die wohl heimlich mit Katharinas Großmutter verwandt sein muss, wenn man sich die Ähnlichkeit von Katharinas Telefonat mit dem vor Augen führt, das ich zum Thema Rhabarberkuchen mit meiner Oma hatte.

Ich LIEBE kochende Großmütter (und Mütter natürlich! Und Väter! Und Opas!) und widme diese Zusammenfassung deshalb allen alten Damen (und Herren), die in uns die Lust aufs Essen und Kochen geweckt oder wiedererweckt haben!

Jetzt geht’s aber los mit der Zusammenfassung wunderbarer wiederbelebter, abgewandelter, aufgehübschter, entschlackter – kurzum: entstaubter! – Klassiker!

(PS: Die Gewinner der Preise wurden schriftlich verständig und der Vollständigkeit halber gaaaaanz unten noch mal erwähnt.)

Ein Clubzimmer schreit ja förmlich nach leckeren Häppchen zu starken Drinks. Deshalb gab es von diesem Blog auch Reibeplätzchen mit Lachs. Darauf einen Old Fashioned, im knarzenden Clubsessel genossen, Mad Men einschalten. Life is good!

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Damit aber nicht genug! Im Clubzimmer steht auch noch ein Glas mit Soleiern rum. Wisst Ihr eigentlich, wie lecker die sind?! Hab ich neulich wiederentdeckt. Könnt ich mich reinsetzen! Soleier rocken!

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Die Turbohausfrau hat tatsächlich einen meiner Kindheitsklassiker entstaubt: Gebackene Apfelscheiben. Gab’s bei uns auch. Dabei habe ich süße Mittagessen ja immer gehasst… Aber so als Nachtisch oder zum Kaffee? Hmmm!

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Bei dem Blognamen Dental Food zucke ich ja immer erstmal zusammen. Aber vor Doc Eva und ihren köstlichen Brickteigtörtchen mit Pflaumen muss man keine Angst haben…

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Lotta kocht mit Leidenschaft. Beispielsweise den rheinischen Klassiker Himmel un Erd. Da geht auch dem bEdW gleich das Herz auf. Dass der Klassiker auch mal anders geht, zeigt sie in ihrem Blogpost.

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Wer in der Ferne lebt wie Foodzeit, der weiß, dass Heimweh mit Essen gestillt werden kann. Das Rezept für die Königsberger Klopse stammt aus China! Damit geht der Preis für die weiteste Reise definitiv an Foodzeit.

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Heimweh stillt Foodzeit aber auch mit DEM Klassiker von Julia Childs: Boeuf Bourguignon!

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Da isse, die Omma! Und zwar Oma Anni. Beim Tellerschubser gab es Omas Gulasch. Aber bei aller Liebe zur Omma kräftig entstaubt und ins 21. Jahrhundert geholt. Sieht doch köstlich aus, oder?

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Wenn et Tring kocht, wärd es sowatt von lääcker! Etwa beim rheinischen Döppekooche. Da geht mir schon sprachlich das Herz auf…

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Wo geht’s zum Gemüseregal? fragt Franzi. Und wir wissen jetzt auch wieso: weil sie ihr Ragout Fin, den Klassiker unter den Klassikern, kräftig durchgewedelt und “veganisiert” hat.

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Der schöne Blog In a Jelly Jar bringt uns eine Patenkind-Tradition aus Österreich mit: Allerheiligenstriezl wurden traditionell durch die Paten überreicht. Eine schöne Idee…

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Astrid und Friederike halten gerne mal Küchentratsch. Was dabei herauskommt? Eine entstaubte Version von Reiberdatschi (aka Riivkooche aka Kartoffelpuffer aka…) – hier mit Portulak.

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Die beiden vom Küchentratsch haben auch gleich noch einen vorweihnachtlichen Dampfpudding gemacht. Davon habe ich noch nie gehört. Aber vielleicht inspiriert es ja den ein oder anderen noch so kurz vorm Fest!

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Rio ist ein kleiner Kater. Und weil Katzen sehr reinlich sind, ist ja kein Wunder, dass In Rios Küche ein Klassiker entstaubt wurde – nämlich Linsen mit Spätzle!

Eva ist nicht nur eine Kochpoetin, sondern auch eine Zauberin in der Küche. Ihre Torten lassen mir regelmäßig den Atem stocken. Aber auch ihre Sauerkrautgratin-Lasagne hat es mir (Hessin! Sauerkraut! Weisste Bescheid!) angetan.

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Nicht nur in der indischen Küche, auch im Elsaß ist die verdauungsfördernde Wirkung von Fenchel bekannt. Deshalb fügt ihn die Straßburgerin Mange-Tout auch ihrem Zwiebelkuchen hinzu. Wohl bekomm’s!

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Sogar Heston Blumenthal, der Küchenmagier und 3-Sterne-Koch, gesteht, dass er an “Prawn Cocktails” nicht vorbeigehen kann. Wie schön, dass uns Mange-Tout noch einen entstaubten Krabbencocktail mitgebracht hat. Den würde sicher auch Heston essen!

©Krabbencocktail

Ein Klassiker unter den Foodblogs ist das Kochbuch für Max & Moritz. Und wer die Kochbücher von Margit bei GU kennt, den wundert nicht, dass ihr Himmel un Erd einen andalusischen Touch hat!

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Schön, wenn man nicht nur kochen sondern auch stricken kann. Beides vereint nämlich Julia, The Cooking Knitter, die ich im Sommer kennenlernen durfte. Etwas handwerkliches Geschickt benötigt man natürlich auch bei Kohlrouladen. Aber Garn hat Julia ja immer im Haus ;-)

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Wieder steht eine Oma Patin bei einem Gericht von Verboten gut: Kartoffelnudeln in brauner Butter mit Bergkäse. Hier wird das Kindheitsgericht deutlich entspeckt, ohne dass dabei geliebte Erinnerungen verloren gingen. Hach!

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Über den Beitrag vom Feinschmeckerle habe ich mich sooooo gefreut. Ist doch Cordon Bleu eines der am häufigsten verhunzten Wirtshausklassiker. Aber nicht, wenn es mit feinem Käse, gutem Schinken und fettarmen Ofenpommes daherkommt!

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Natürlich war klar, dass das Blog-Event nicht ohne Hinweis auf “Deutschland vegetarisch”, das grandiose Kochbuch, auskommt. Bei Kraut & Rüben gab es deshalb Blumenkohl mit Flädle. Kann man mich persönlich ja mit jagen. Aber auf das Buch macht es trotzdem Lust ;-)

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Ein Hoch auf die Mütter? Das wird auch die Tochter von Astrid anstimmen, wenn ihr von Muttern gefüllte Paprikaschoten kredenzt werden. Auf ausdrücklichen Wunsch natürlich. Und wie immer, wenn Arthurs Tochter kocht, ist das Ganze ein Lesegenuss und sicherlich sowas von gut!

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Tafelspitz kennt jeder. Aber HIRSCH-Tafelspitz? Hallöchen! Das klingt entzückend, was Our Food Creations da gemacht hat. Ich setz’ mich schon mal hin, Serviette aufm Schoß. Ich wär’ dann soweit!

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Und außerdem hat Our Food Creations noch Flammkuchen entstaubt. Noch so ein Klassiker, den es schrecklich oder seeeehr köstlich geben kann!

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Auch bei lumi kuke kocht die Oma gedanklich mit. Etwa, wenn es Markklößchen gibt. Die gehören in eine gute Samstagssuppe nämlich hinein! Mit so einer Einlage ist der entschuldigende Satz “Bei uns gibt’s awwer heut nur Supp!” gar nicht nötig!

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Bei Peter von Aus meinem Kochtopf bin ich seinerzeit auf die Idee zum Boeuf Stroganoff gestoßen, das mich zu diesem Event inspiriert hat. Wie schön, dass er mir ein Filet Wellington entstaubt hat. Das ist nämlich der nächste Klassiker, der auf meiner Liste steht :)

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Und dann macht Peter (Aus meinem Kochtopf) auch noch mein Lieblingsgemüse: Rote Bete an Orangenduft. Leute, Ihr verwöhnt mich bei diesem Event echt!

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So kurz vor Weihnachten gibt es bei Genial Lecker Gänsekeule. Und zwar mit lecker Orangenblaukraut. Hach, was freu ich mich auf die Weihnachtsgans! Ein Klassiker, an dem für mich NICHTS entstaubt werden darf…

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Graupen sind ja nicht so meins. Aber sie gehören natürlich in die klassische Küche rein. Das wissen wir vermutlich alle noch aus unserer Kindheit. Und so passt die Graupensuppe aus Brittas Kochtopf perfekt zum Thema.

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Ein echtes happy plate, also ein glücklicher Teller, ist, wer die lecker Möhrensuppe mit karamelisierten Erbsen servieren darf. Und noch glücklicher ist der, der die Suppe dann auslöffelt!

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Home is where the tummy is! Deshalb spricht der Blogname Ein Topf Heimat auch Bände… Und dann gibt es auch noch Bratäpfel mit Dulce de Membrillo. So lässt sich Heimweh kurieren!

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Peggy will ein bisschen kürzer treten. Aber glücklicherweise gibt sie das Bloggen in ihrem Blog Multikulinarisch nicht ganz auf. Sonst würden wir Gerichte wie dieses Gulasch mit Hagebutte und Fenchel vermissen!

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Zweierlei Fleischküchle (aka Frikadellen aka Buletten aka Fleischpflanzerl aka…) hat die Giftmischerin zubereitet. In jedes würde ich sofort reinbeißen. Vor allem in das mit Sauerkraut. Dazu dann noch Waldbeeren-Pfeffer-Rosmarin-Marmelade. Hmm…

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Sandra from Snuggs’ Kitchen kennt Ihr ja schon. Sie backt wunderbare Kekse und Kuchen und Brote. Aber sie kocht auch entstaubte Klassiker wie ein Kotelett mit Paprikasoße und Kartoffel-Apfel-Pü. Aber danach ging’s bestimmt sofort wieder an die Kekse!

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Dorothée aus Bushcook’s Kitchen hat sich virtuell den alten Genießer Gerard Depardieu eingeladen und gleich mal glasierte Kalbshaxe mit Kartoffelpü und Pilzen gezaubert. Monsieur Depardieu, Sie dürfen auch gerne mal zu mir kommen. Aber bringen Sie bitte gleich von Ihrem Wein mit!

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Aus Bushcook’s Kitchen gab’s dann aber auch gleich noch ein echtes, richtiges Tiramisu. Herr Depardieu hat ja bekanntlich großen Hunger!

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Als der Beitrag aus der Küche von Frau Kampi eintrudelte, hatte ich eine kleine Rührungsträne im Augenwinkel. Sie erinnert sich und uns an die verrückte Zeit nach dem Mauerfall 1989 und wie sich da und danach ihr Essensstil änderte. Aber lest bitte selbst von gebackenem Käse und so vielem mehr.

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Samichlaus heißt der Nikolaus in der Schweiz. Von dort kommt das Blog Widmatt und versorgt uns mit schweizer Rezepten und Traditionen. Wie diesem Brotgratin für den Samichlaus. Sachen gibt’s. Ich bin begeistert über so viele neue Klassiker!

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Kannten Ihr Rosenseitlinge? Eben. Wieder was gelernt. Also ich zumindest. Bei diesem wunderschönen Gericht aus Kohlrouladen mit rotem Spitzkohl und – eben – Rosenseitlingen von S-Küche.

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Endlich wird’s wieder süß. Und dann auch noch rosa! Wir sind halt auch nur Mädchen. Süß-schnuckelige, herzallerliebste Himbeer-Schoko-Spiralen kamen da angerollt aus dem Blog Meine süße Werkstatt.

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Ein Magentratzerl ist ein Gaumenkitzler. Soviel habe ich in meiner Münchner Zeit gelernt. Wie schön, dass hier ein weiteres Rezept aus der Kindheit aufgegriffen, ordentlich durchgeschüttelt, mit dem Teppichklopfer ausgestaubt und gepostet wurde: Schinkennudeln mit Schmortomaten.

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Den Namen My tasty little beauties könnte man ja schon ein bisschen sehr selbstbewusst finden. Aber wer sich in dem Blog umschaut, wird sehen, dass es wirklich kleine Schönheiten sind, die da gepostet werden. Etwa die Stollen a la Schwarzwälder Kirsch.

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Und noch eine kleine Schönheit von My tasty little beauties: eine Lebkuchentorte. Wow!

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Es gibt sicherlich zwei Milliarden Chili con Carne-Rezepte. Eines findet sich ja auch hier im Blog. Das von Ninivepisces hat gleich 4 C, kommt ohne Mais aus, dafür aber mit Hackfleisch UND Wadenfleisch. Neugierig, dann guckt hier.

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Gibt es etwas Herrlicheres als eine Kartoffelsuppe an diesen grauen, usseligen Wintertagen, an denen es nicht richtig hell wird? Ja! Eine, die kräftig entstaubt und mit Kürbis gleich ein bissl eingefärbt wurde. Von Wos zum Essn beispielsweise.

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“Babo” ist das Jugendwort des Jahres. Keine Ahnung, was das sein soll? Erklärt Euch Schwarzthoughts. Denn er hat Babo-Wickel gemacht. Damit nicht genug: Es gibt dazu noch Kochbuch-, Musik-, Beilagen- und Weintipps. Das nenne ich mal Engagement. Wüllst an Wickel, Babo! Ja, I wüll!

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Wer auf Twitter verfolgt, was Sabine aka Siktwin so mal eben an Brötchen und Broten backt, den wundert auch nicht, dass sie wunderschöne Donaukugeln macht. Und fotografiert. Und twittert. Und verlinkt. Und überhaupt. Donauwellen als Cakepop. Kinners!

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Gefüllte Paprika sind nicht nur ein Klassiker, den die Kinder der 70er und 80er zur Genüge kannten. Das Gericht ist auch auf dem Umschlag meiner Ausgabe des Dr Oetker Schulkochbuchs aus den 90ern (!) zu sehen. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass nach Astrid auch Barbara vom Blog Schlecktüre sich dieses Klassikers angenommen hat :)

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Quasi mit quietschenden Reifen und in allerletzter Minute hat es Katharina noch geschafft, am Event teilzunehmen. Oben habe ich schon erwähnt, wie das Telefonat mit ihrer Oma mich an meine Oma erinnert hat. Was für ein wunderschönes Schlusswort von Katharina kocht. Diesmal: Mecklenburger Götterspeise. Auch bekannt als verschleiertes oder errötendes Mädchen. Und das gibt es vielleicht bei uns an Heiligabend :)

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Ich danke von Herzen jedem Teilnehmer und wünsche den Gewinnern der Preise viel Spaß!

Aus meinem Kochtopf hat das große Paket von Ninetyninebottles gewonnen.

Ninivepisces bekommt das mittlere Paket von Ninetyninebottles.

Bushcook’s Kitchen erhält das kleine Paket von Ninetyninebottles.

In a jelly jar hat die Trinkschokolade von Rausch gewonnen.

Wo geht’s zum Gemüseregal darf sich über den stylishen Sparschäler von Bleywaren.de freuen.

Siktwin wurde ausgelost für das Buch von Gitta Saxx, erschienen im Verlag edition a.

Ich danke den Firmen ninetyninebottles, Rausch, Bleywaren und dem Verlag edition a sowie deren Agenturen für die freundliche Unterstützung.

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Zum dritten Mal darf ich ein Türchen für Zorras kulinarischen Adventskalender befüllen. Neben vielen tollen Rezepten gibt es nicht nur neue Blogs zu entdecken sondern auch jede Menge Preise zu gewinnen! Surft unbedingt mal rein. Wieder dabei zu sein ist jedenfalls eine große Ehre für meine kleine Fressseite!

Kulinarischer Adventskalender 2013 - Türchen #14

Und stellt Euch vor: Nach der herzhaften Harira-Suppe und gebackener Rote Bete wird es in diesem Jahr bei mir süß!

Ich habe Euch eine traditionelle Köstlichkeit aus meiner Frankfurter Heimat zubereitet: Frankfurter Bethmännchen!

Bethmännchen

Die kleinen Marzipanknubbel gibt es hier in der Ecke auf jedem Weihnachtsmarkt, in Konditoreien oder Feinkostgeschäften. Dabei sind sie richtig teuer und werden wie Pralinen auch einzeln verkauft. Nicht selten zahlt man anderthalb oder zwei Euro pro Stück!

Wenn im Nikolausstiefel Bethmännchen versteckt waren, haben wir uns gefreut wie die Schneekönige. Denn die kleinen Besonderheiten teilt man sich gut ein und frisst sie nicht weg wie Gummibärchen.

Auch wenn man bei einer Tante oder der Mutter des neuen Freundes mal so richtig Eindruck schinden wollte, brachte – und bringt! – man Bethmännchen mit.

Ihr merkt: Die kleinen Dinger sind was ganz, ganz Besonderes in meiner Heimat. (Leider gibt es auch miese Plagiate im Supermarkt, die zwar teuer verkauft werden, aber lieblos zubereitet sind. Breiten wir den Mantel des Schweigens über Supermarkt-Bethmännchen)

Warum heißen die Bethmännchen überhaupt Bethmännchen, fragt Ihr? Mitte des 19. Jahrhunderts war ein französischer Konditor Küchenchef bei der Frankfurter Bankiersfamilie Bethmann (die Bethmann-Bank gibt es heute noch!). Zu Ehren der vier Kinder des Hauses, erfand der Küchenchef die kleinen Marzipankugeln und drückte – stellvertretend für jeden Sohn – vier halbe Mandeln auf die Seiten der Kugeln. Als ein Sohn starb, erhielten die Bethmännchen ihre heute noch geltende Form mit nunmehr nur noch drei Mandelhälften.

Ob die Geschichte stimmt (der Sohne der Familie starb bereits, bevor die Bethmännchen auftauchten) oder nur eine gute Vermarktungsstrategie ist? Nun, geschäftstüchtig waren die Menschen in meiner geliebten Banken- und Messestadt schon immer… Als Kind habe ich mich aber oft gefragt, wie es wohl ist, wenn es überall in der Stadt Süßigkeiten mit seinem Namen gibt. Ich glaube, ich muss mal ein paar kleine “Richterchen” erfinden!

Jetzt machen wir aber endlich Bethmännchen! Bereitet sie so bald wie möglich zu. Denn sie müssen noch etwas durchziehen, um richtig köstlich zu werden. Zwar gibt es Bethmännchen das ganze Jahr über. Viele gönnen sie sich aber nur zur Weihnachtszeit. Sie gelingen leicht und sind deutlich günstiger, wenn man sie selbst zubereitet.

Für 60 Bethmännchen (die Euch in einer Frankfurter Konditorei locker 90 Euro kosten würden!!) benötigt Ihr folgende Zutaten:

400 gr Rohmarzipan (ja, man kann Marzipan auch selber machen. Aber ich habe fertige Marzipanrohmasse verwendet. Ätsch!)

130 gr Puderzucker

60 gr Weizenmehl

100 gr gemahlene Mandeln

2 Eier

ganze geschälte Mandeln (pro Bethmännchen drei Mandelhälften, eine handelsübliche Tüte reicht)

einige Spritzer Rosenwasser

Wasser

Küchenzubehör: Backblech und Backpapier, große Rührschüssel

Zubereitungszeit: 15-20min für’s Backen, etwa 1 Stunde für die Zubereitung, 1 Nacht ziehen lassen

So geht’s:

Die ganzen Mandeln halbieren. Ihr braucht 180 Mandelhälften! Marzipanrohmasse, Puderzucker, Mehl, gemahlene Mandeln, die Spritzer Rosenwasser und das Eiweiß der beiden Eier gut miteinander verkneten. Die beiden Eigelb in einer Tasse abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Aus der Teigmasse kleine Kugeln formen, unten etwas flachklopfen und ganz leicht kegelförmig zupfen. Auf das Backblech setzen und drei Mandelhälften mit der Spitze nach oben gleichmäßig auf jede Seite des Bethmännchen-Kegels setzen, gut andrücken.

Zwischendrin müsst Ihr Euch immer mal die Finger waschen. Die Marzipanmasse ist so klebrig, dass die Mandelhälften irgendwann an Euren Fingern kleben und nicht am Bethmännchen.

Wenn alle Bethmännchen fertig sind, an einem nicht zu warmen Ort ziehen und antrocknen lassen. Das ist sehr wichtig und ist ein Special-Tipp meiner Mutter, den ich bisher in keinem Rezeptbuch gefunden habe! Denn wenn Ihr die Bethmännchen gleich in den Ofen schiebt, fließen sie auseinander und sehen, naja, platt aus. Lässt man sie ziehen und etwas trocknen, behalten sie wunderbar ihre Form. Die Wartezeit lohnt sich also!

Am nächsten Morgen den Backofen auf 150 Grad vorheizen. Die Eigelb aus dem Kühlschrank holen, mit etwas Wasser verdünnen und mit einem Pinsel die Bethmännchen von oben einpinseln – nicht rundum, sondern hauptsächlich auf der Spitze und den Mandeln. Dadurch glänzen die Bethmännchen schön und die Mandeln halten besser.

Die Bethmännchen backen – je nach Größe – nun etwa 15 min. Dabei sollte die Spitze schön braun werden. In meinem Ofen habe ich sie dafür abschließend noch mal einige Minuten oben unter den Grill geschoben. Aber aufpassen! Das kann sonst schnell schief gehen.

Sehen die Bethmännchen aus wie auf dem Foto oben, nehmt Ihr sie aus dem Ofen und lasst sie gut abkühlen.

Aufbewahrung: In einer Porzellan-, Metall- oder Tupperdose halten die Bethmännchen Wochen und werden von Tag zu Tag besser. Auch das Rosenwasser schmeckt man erst, wenn die kleinen Dinger etwas Zeit hatten, um zu ruhen.

Auf jeder Advents-Kaffeetafel, fein verpackt in hübsche Päckchen oder in kleinen weihnachtlichen Schachteln mit Seidenpapier geschützt, sind die Bethmännchen ein sehr beliebtes Mitbringsel in der Adventszeit. Auch auf der Untertasse einer dampfenden Tasse Kaffee oder Tee serviert, zeigt ein Bethmännchen dem Empfänger, dass er etwas ganz Besonders ist.

Ich gönne mir jetzt eines und wünsche Euch einen

wunderbaren 3. Advent! 

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Dem Winter trotzen mit Sauerkraut Tarte

Eben geht mit einem Teller / Witwe Bolte in den Keller, / daß sie von dem Sauerkohle / eine Portion sich hole, / wofür sie besonders schwärmt, / wenn er wieder aufgewärmt.” Wilhelm Busch, Max & Moritz

Witwe Bolte wusste eben, was gut ist. Aber ob sie auch von dem hohen Gehalt an Vitamin C und Milchsäure wusste? Beides dafür geeignet, um das Immunsystem zu stärken beziehungsweise Entzündungen zu hemmen. Damit ist Sauerkraut in der kalten Winterzeit perfekt, um Erkältungen vorzubeugen. Und nicht nur das: Seeleute nahmen den sauer eingelegten und somit haltbar gemachten Weißkohl mit auf lange Fahrt, um Skorbut zu trotzen – der schrecklichen Krankheit, die unter anderem auf Vitaminmangel zurückzuführen ist.

Die Liebe zu Sauerkraut ist mir als Hessin ohnehin in die Wiege gelegt. Aber immer die klassische Variante wäre ja langweilig. Also habe ich ein Rezept von der Website Kühne ausprobiert: Fasskraut-Quiche Winzerart – oder wie ich sie wegen meinem Faible für Tartes nenne, Sauerkraut Tarte!

Sauerkrauttarte

Für meine Variante habe ich das Rezept, das wunderbar funktioniert hat, ein klein bisschen abgewandelt: In meinen Belag kamen keine Äpfel und auch ein Ei weniger. Außerdem habe ich Schinkenspeck statt Schinken genommen. Zumal das Rezept hier vage blieb: Kochschinken? Luftgetrockneter Schinken?

Die Tarte ist saftig-würzig und ziemlich sättigend. Sie schmeckt auch noch 2-3 Tage später, wenn sie schön durchgezogen ist (der Boden aber nicht matschig wird!). Beim nächsten Mal mache ich sie lieber mit einem klassischen Mürbeteig, aber immer wieder gerne in dieser Variante.

Als Kraut habe ich übrigens das “Fasskraut natürlich-mild” verwendet, das mir Kühne* zum Test zur Verfügung gestellt hatte. Für meinen Geschmack hätte es säuerlicher sein dürfen. Roh ist es aber ein Genuss. Ich hätte das Glas auch einfach so leer essen können (ich weiß, ich LIEBE Sauerkraut wirklich!). Und was mir gefällt: Der Inhalt besteht tatsächlich (laut Hersteller) nur aus Weißkohl und Salz. Denn diese schmackhafte, gesunde  Zutat braucht einfach nicht mehr! (Andere Kraut-Varianten von Kühne enthalten unnützerweise modifizierte Stärke oder Aroma. Also “Augen auf!” beim Einkauf!)

Und jetzt bietet Erkältung und Skorbut die Stirn und macht Euch lecker Sauerkraut – ob roh aus der Hand, als Tarte oder klassisch zu Kartoffelpü und Rippchen! Bleibt gesund, Ihr Lieben!

*Hinweis: Das Kraut wurde mir von Kühne zum Test und ohne Bedingungen zur Verfügung gestellt. Dies dient ausschließlich der Information meiner Leser. Ich verfolge damit keine finanziellen Interessen und nehme auch nicht an Affiliate-Programmen teil.

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Manch einer rümpft die Nase über den Boom der Koch-, Back- und Foodblogs. Fast täglich fassen sich Blogger ein Herz und gründen ihre eigene kleine Fressseite. Das ist nichts, worüber erfahrenere, etabliertere Blogger die Nase rümpfen müssten. Denn es erfordert von jedem von uns Engagement, Mut, Zeit und ein gehörig Maß Kritikfähigkeit, unsere Koch- und Backergebnisse für alle Welt lesbar ins Internet zu stellen.

Wird das überhaupt jemand lesen? Werden mich “bessere” Köche auslachen, wenn ich auch einfach mal ein Butterbrot online stelle? Was mache ich, wenn ich mal keine Zeit und Lust zum Bloggen habe? – Das waren so Fragen, die ich mir vor dreieinhalb Jahren gestellt habe. Heute möchte ich die Foodblogger-Community und mein Hobby nicht mehr missen.

Deswegen begrüße ich grundsätzlich erstmal JEDEN neuen Foodblog – ob mir die Inhalte dann gefallen, ist wieder eine andere Sache. Aber wie schön, dass man ja nicht alles lesen muss, was so im Internet steht. Um neue Foodblogs kennenzulernen, ist die Aktion “Übern Tellerrand” perfekt. Schaut doch mal rein:

übern Tellerrand

Überhaupt keine Überwindung kostet das bei Kathrin und ihrem Blog Et Tring kocht, der seit Sommer diesen Jahres am Start ist! Tring kommt ausm Rheinland und hat alleine deshalb schon mein Herz erobert. Denn wo sind die Leute unprätensiöser, bodenständiger und herzlicher als in meiner angeheirateten Heimat? Tring kocht überwiegend vegetarisch, ist aber keine Vegetarierin. Sie liebt wie ich Milchsspeisen, Mezze und die asiatische Küche. Aber vor allem probiert sie gerne aus. Das klingt doch einfach wie ein richtig gutes Foodblog, oder?

Vorhang auf also für Tring, die mir netterweisen meine Lieblingslebkuchen mitgebracht hat: Aachener Printen!

(PS: Unbedingt den Tipp gaaaaanz unten beachten! Genial!) Bitteschön, Tring. Jetzt bist Du dran:

Nun darf ich also meine Nase über meinen Tellerrand hinaus in Julias virtuelle Küche stecken. Ihr Blog gehört dabei zu denen, die ich eigentlich fast artikelunabhängig lese, wenn es was Neues gibt. Denn neben den schön unkomplizierten (und leckeren) Gerichten, die sie hier vorstellt, ist es vor allem ihr lockerer Schreibstil, der einen gerne in jeden Post reinschauen lässt. Insofern freut mich die Einladung mich hier kurzzeitig auszubreiten sehr!

Auf meinem eigenen kleinen Foodblog “Et Tring kocht” verblogge ich meist das, was bei mir so tagtäglich auf dem Essenstisch landet und dementsprechend auch meine Essensvorlieben (viel Gemüse, viele kleine Gerichte, viel Chinesisches, viel Abwechslung) erschreckend gut widerspiegelt. Anfangs einfach nur für mich quasi als virtuelle Rezeptsammlung - mittlerweile auch für alle anderen die meinen Spaß am Kochen (und Essen) teilen. Oder am Backen. Zum Beispiel an diesen Printen.

Aachener Schoko-Nuss-Printen

Aachener Printen sind für mich in vielerlei Hinsicht die idealen Plätzchen: Zunächst sind sie in der Herstellung sehr unkompliziert und damit hervorragend geeignet für grobmotorisch veranlagte Plätzchenbäcker wie mich. Während andere Leute stundenlang mit ruhiger Hand Plätzchen ausstechen, Zuckerperlen an die richtige Stelle setzen und Verzierungen mit dem Spritzbeutel auftragen, passen bei mir selten zwei ausgestochene Plätzchen exakt aufeinander und werden auch im Laufe des Backprozesses generell immer größer. Irgendwie verhält sich die noch zu verarbeitende Teigmenge immer antiproportional zu meiner Geduld. Bei Printen habe ich damit kein Problem, die werden einfach mit dem Messer in Form geschnitten.

Des Weiteren sind Printen ideale Lagerplätzchen. Dies ist der beschönigende Ausdruck dafür, dass sie bereits kurz nach dem Backen steinhart und erst nach längerem Erholungsaufenthalt in Plätzchendosen wieder für Normalmenschen verzehrbar werden. Für verfressene Plätzchenesser wie mich hat das allerdings den unschlagbaren Vorteil, dass sie im Gegensatz zu manch anderen Exemplaren zumindest eine reelle Chance haben bis Weihnachten zu überleben (und das obwohl ein Großteil bei mir schon steinhart und in Kaffee getunkt vorher gegessen wird).

Was mich direkt zum dritten Vorteil bringt: Sie sind einfach extrem lecker und definitiv nicht 08/15. Dafür sorgt schon die Gewürzmixtur, die sich gewaschen hat. Darüber hinaus können sie je nach Gusto individuell abgewandelt werden. Man kann sie ganz pur (also ohne Nüsse und Schokolade) genauso essen, wie bspw. mit Mandelsplittern und Milchschokolade.

Die Zubereitung mag zunächst etwas ungewöhnlich erscheinen, ist aber wirklich kinderleicht. Und wer die Investition in all die Gewürze scheut, kann sich für den Anfang auch mit Anis, Nelken und Zimt begnügen. Das einzige, was der Teig definitiv braucht, ist Zeit zum Ruhen an einem kühlen Ort (Kühlschrank oder Balkon). Aachener Bäcker (bei denen Printen im Übrigen das ganze Jahr erhältlich sind) lassen den Teig angeblich bis zu 2 Wochen ruhen. Für den Hausgebrauch tut es aber auch eine Nacht. Ihr seht, ihr habt keinerlei Ausreden ;-)

Für ca. 40 Stück:

Für den Teig:

  • 250g Zuckerrübensirup
  • 100g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 100g Butter
  • 4 EL Wasser
  • 100g Krümmelkandis (klein zerstoßener Kandiszucker)
  • 1 TL Anis (gemahlen)
  • 1 TL Nelken (gemahlen)
  • 1 TL Zimt (gemahlen)
  • Je eine großzügige Prise Piment, Koriander, Kardamom und Muskat (alles gemahlen)
  • 5g (etwa 1 gestrichener TL) Pottasche
  • 1 Msp. Hirschhornsalz
  • 1 Prise Speisenatron
  • 500g Mehl

Außerdem:

  • Etwa 400g Haselnüsse
  • 500g Zartbitterschokolade mit hohem Kakaoanteil
  • 2 EL neutrales Öl (bspw. Sonnenblumen- oder Rapsöl)

  1. Für den Teig den Zuckerrübensirup, Zucker, Salz, Butter und Wasser in einen Topf geben und auf kleiner Hitze und unter gelegentlichem Rühren langsam auflösen. Der Zucker sollte dann nicht mehr spürbar sein und das Ganze eine zähflüssige Konsistenz haben.
  2. Den Topf vom Herd ziehen und Grümmelkandis und Gewürze unterrühren.
  3. Pottasche und Hirschhornsalz in wenig Wasser (etwa 1 EL) auflösen und zusammen mit dem Natron ebenfalls unterrühren.
  4. Nun nacheinander etwa 2/3 des Mehls unterrühren (ich nehme dafür einfach weiter den Kochlöffel). Dann das restliche Mehl zugeben, kurz untermischen und dann – am besten auf einer Backmatte – kurz zu einem ganz leicht klebenden und recht festen Teig verkneten. Dabei nach Möglichkeit kein zusätzliches Mehl mehr zugeben.
  5. Den Teig in Frischhaltefolie oder einen Gefrierbeutel einwickeln und mindestens 2 Stunden, besser über Nacht, in den Kühlschrank geben.
  6. Den durchgekühlten Teig nach dem Ruhen portionsweise möglichst ohne weitere Mehlzugabe etwa ½ cm dick ausrollen. Auch das funktioniert am besten auf einer Backmatte, ansonsten tut es auch etwas Alufolie oder ein aufgeschnittener Gefrierbeutel.
  7. Den Backofen auf 160 Grad Umluft vorheizen.
  8. Den Teig mit einem scharfen Messer auf die gewünschte Form und Größe zuschneiden (ich habe Rechtecke von etwa 2,5x5cm geschnitten), mit etwas Abstand (der Teig geht beim Backen auch leicht in die Breite) auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche geben.
  9. Ganze Haselnüsse mit einem Messer halbieren oder grob durchhacken und nach Gusto auf den Printen verteilen. Dabei ganz leicht andrücken.
  10. Im heißen Backofen 10-12 Minuten backen. Die noch weichen Printen danach zum Auskühlen auf ein Kuchengitter geben. Nicht wundern – sie werden wenn sie erkalten in kürzester Zeit steinhart.
  11. Die Schokolade mit dem Öl auf kleiner Hitze auf dem Herd oder in der Restwärme des Backofens schmelzen. Die Printen nach Wunsch ganz oder teilweise damit überziehen.
  12. Die Schokolade trocknen lassen. Dann die Printen in Dosen gut verpacken, dadurch werden sie im Laufe der Zeit (etwa 2 Wochen) wieder weich. Wer den Vorgang beschleunigen will, kann einen Apfelschnitz zugeben, muss diesen dann aber alle paar Tage austauschen, damit er nicht schimmelt!

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Das Schönste an dieser verrückten Foodblogger-Welt ist, wenn man die Menschen hinter den Blogs kennenlernen darf. Und so war auch klar wie Kloßbrühe, wem ich den ersten Gastblog-Post der Aktion “Übern Tellerrand” einräumen würde (einer Aktion, bei der Blogger ihren Lesern andere Blogs vorstellen).

Denn mein Aufruf hieß: Wer stellt meinen Lesern (und mir!) leichte, gut funktionierende Keks- und Plätzchenrezepte zur Verfügung für die Vorweihnachtszeit? Denn backen ist und bleibt einfach nichts meins. Trotz einiger schöner Erfolge, koch ich lieber vier Stunden lang aufwendige indische Menüs als dass ich auch nur eine Stunde mit Teig rumhampel.

Aber es gibt da draußen Menschen, die bekommen regelmäßig “Backflashs”! Und haben sogar so viele Cookie-Rezepte auf Halde, dass sie mir locker eines davon abgeben können. Unvorstellbar für mich! Dass ich die herzenswarme, liebenswerte Sandra vom Back- und Kochblog From Snuggs’ Kitchen persönlich bei Astrid kennenlernen durfte, war jedenfalls eines meiner Foodblogger-Highlights in 2013.

Sandra backt nicht nur grandiose Cookies, Kuchen, Brote und neuerdings sogar Donuts, sondern hat mir auch ihre Nudelmaschine vermacht. Sollte ich jemals einen Backflash in mir aufkommen spüren, werde ich direkt auf zu Snuggs’ Kitchen surfen und vielleicht den Nutella-Donut nachbacken oder Sandra um einen Brotback-Kurs anbetteln. Bis dahin versuche ich mich an diesen scheinbar einfachen Chocolate-Chip-Cookies nach Donna Hays… Irgendwann lern’ ich’s noch, Sandra!

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Donnas Chocolate-Chip-Cookies

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Das nächste Rezept aus dem Buch von Donna Hay “frisch und leicht”. Nach dem kleinen Süss-Schock beim Schokoladenkuchen habe ich direkt mal die Zuckermenge reduziert. Da auch Ahornsirup zum Süssen verwendet wird, habe ich etwas weniger Mehl verwendet, damit sich der Teig noch gut verbindet.

Zutaten:

300 gr Vollkornmehl (Weizen-); 45 gr Haferflocken (fein); 0,5 TL Backpulver; 75 gr Zucker; 75 ml Ahornsirup; 125 ml Pflanzenöl; 1 Ei; 1 TL Vanilleextrakt; 120 gr Schokolade (Zartbitter-Drops)

Zubereitung:

Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Die Schokolade hacken. Falls Ihr Drops verwendet, legt eine Handvoll davon auf die Seite, nicht mit in den Teig geben.

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einem glatten Teig verarbeiten, das dauert einen kleinen Moment. Aus der Masse nun Kugeln formen, per Hand oder mit dem Eisportionierer. Die Kugeln nun mit der Hand oder einem leicht bemehlten Glasboden etwas flach drücken. Sie laufen nicht viel auseinander, daher können einige Cookies aufs Blech. Wer Drops verwendet hat, verteilt nun die restlichen Drops auf den Cookies, das sieht wirklich hübsch aus.

Die Bleche nacheinander in den Ofen geben und für etwa 10-12 min. backen, je nach gewählter Größe auch etwas länger. Sie sind gut, wenn sie am Rand goldbraun werden. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen.

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Mehr über die Aktion “Übern Tellerrand” erfahrt Ihr hier. Hoffentlich entdecken Blogger und Blog-Leser auf diesem Weg viele neue interessante Seiten in den unendlichen Weiten des Internets. Ich freue mich jedenfalls auf weitere Plätzchenrezepte vor Weihnachten. Stay tuned!

übern Tellerrand

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Ich kam auf die Idee zu diesem Blog-Event, als ich neulich mein erstes Boeuf Stroganoff gemacht habe – leichter, feiner und appetitlicher, als ich es aus frühen Kindheitstagen in Erinnerung hatte.

Dabei fiel mir auf, dass es viele beliebte und über Generationen weitergetragene Rezepte gibt, an die wir uns zwar gerne erinnern, die wir heute aber doch anders zubereiten würden. So mache ich beispielsweise deutlich weniger saure Sahne an die Frankfurter Grie Soß als meine Großmutter und ersetze einen Gutteil mit Joghurt. Für den hessischen Kartoffelsalat nehme ich als Bouillon keine gekörnte Brühe aus dem Glas, sondern selbstgemachte Gemüse- oder Rinderbrühe usw.

Das alles ist keine Kritik an früheren Generationen, sondern eine Weiterentwicklung. Denn Geschmäcker ändern sich, das Bewusstsein für „gute“ oder „schlechte“ Nahrungsmittel wächst, eigene Vorlieben kristallisieren sich heraus, Allergien und Abneigungen tauchen auf, Familien müssen einen Konsens schaffen („MEINE Mutter macht das Gulasch aber GANZ ANDERS als Deine!!!“) und last but not least sitzen wir heute fast nur noch vor dem Computer und arbeiten nicht mehr stundenlang auf dem Feld.

So fand sich im Dr. Oetker-Schulkochbuch meiner Mutter aus den späten 50er Jahren noch der Hinweis, dass die Hausfrau (!) ihrem Mann abends doch bitte ein kalorienreiches (!!) Mahl auftischen möge, damit der schwer arbeitende Kerl seine Reserven wieder auffüllen kann. Heute heißt es dann eher: „Du, lass uns heute Abend lieber was Leichtes machen. Die Hose kneift schon wieder.“

Trotzdem träumen wir von den Gerichten unserer Kindheit, wollen aber gleichzeitig weder Maggi, noch Fondor oder Mehlschwitze verwenden. Oder wir wagen uns an ein Gericht, das wir immer eklig fanden (Mehlschwitzeblumenkohlauflaufmitschinkenwürfelnundkäse), und packen es in ein modernes Gewand, das uns heute besser gefällt. Ich träume beispielsweise von einem wirklich delikaten Jägerschnitzel, schmackhaften Kasspatzen ohne Pappe-Effekt, einem schnellen Käsefondue für 2 oder einer weniger fetten Variante vom Frankfurter Kranz!

Nachdem ich also über mein Boeuf Stroganoff nachgedacht habe, möchte ich Euch nun dazu einladen, Eure Klassiker aus Kindheitstagen, Eure Familienrezepte und altbekannten Standards aus dem Schulkochbuch zu entstauben und moderne Varianten zu schaffen.

event

Vielleicht macht Ihr Euch zu einem gemütlichen TV-Abend ja ein ganz raffiniertes Popcorn? Oder Euch fällt ein exotisches Topping für die altbekannte Kartoffelsuppe ein? Wie machen junge Eltern heute den Nachkriegs-Kuchen und Kindergeburtstagsliebling „Kalter Hund“? Sind Bratkartoffeln mit Dickmilch als schneller Sattmacher ausgestorben? Und wo, bitteschön, finde ich heute überhaupt noch Dickmilch???

Habt Ihr Lust mitzumachen? Dann freue ich mich auf Eure Teilnahme!

Hier ein paar Spielregeln:

  • Mitmachen kann jeder, der einen Blog betreibt. Das muss natürlich kein Foodblog sein.
  • Euer Beitrag muss thematisch das Thema „Entstaubte Klassiker“ kulinarisch aufgreifen. Ansonsten gibt es keine inhaltlichen Vorgaben. Denkt gerne auch “um die Ecke”. Ich mag das und lasse mich gerne überraschen, wie Ihr das Thema interpretiert.
  • Postet Euren Artikel bitte bis zum 6.12., 23:59 Uhr, auf Eurem Blog.
  • Ihr könnt – müsst aber nicht – den reizenden Banner (s.o.) von Stefanie Bamberg verwenden. (Danke, Stefanie!) Dazu das Bild kopieren und als Bild in Euren Artikel oder – falls Ihr mögt – in Eure Sidebar einfügen. Ihr könnt aber auch einfach den nachstehenden Code kopieren (Danke, Sandra!): <a href=”http://germanabendbrot.wordpress.com/2013/11/04/mein-allererstes-blog-event-entstaubte-klassiker-ein-kleines-dankeschon/” title=”Blogevent Entstaubte Klassiker”><img src=” http://germanabendbrot.files.wordpress.com/2013/11/event.jpg?w=500” /></a>
  • Verlinkt in Eurem Beitrag bitte zu diesem Artikel hier, damit Eure Leser auch die anderen Beiträge des Events entdecken können.
  • Hinterlasst dann bitte den Link zu Eurem Beitrag unter diesem Post als Kommentar oder schickt mir eine E-Mail an germanabendbrot(at)gmx(punkt)de
  • Da in der großen weiten Foodblogger-Community selten jemand als einziges eine gute Idee hat, erteile ich pro Blog eine Wildcard: Ich dürft (zusätzlich oder als einzigen Beitrag) EIN Rezept aus Eurem Archiv verwenden. Schreibt aber dann bitte einen kurzen neuen Beitrag zu dem „alten“ Rezept, damit Ihr auf diesen Post hier verlinken könnt und Eure Leser erfahren, worum es geht. Eine lange Liste mit uralten Links macht niemandem Spaß…
  • Mit Eurem Beitrag räumt Ihr mir das Recht ein, Eure Rezepte (inkl. Bild) in einem zusammenfassenden Blog-Post zu veröffentlichen. Außerdem werde ich auf das Event, Eure Beiträge und die Zusammenfassung via Facebook und Twitter hinweisen.
  • Eine FB-Veranstaltung gibt es zu dem Event hier.

Seit über drei Jahren ist meine kleine Fressseite, das German Abendbrot, nun schon online. Viel Exotisches habe ich in dieser Zeit gekocht, viele Familienrezepte mit Euch geteilt, Neues ausprobiert, Bewährtes aus der Versenkung geholt, manche Schreibkrisen überwunden, vor allem aber jede Menge Spaß gehabt. Ich habe einige meiner Leser persönlich kennenlernen dürfen, habe viel Rat, Anregung und Unterstützung erfahren und mich gut vernetzen können. Das alles möchte ich nicht mehr missen. Und dafür möchte ich Euch, meinen Lesern, von Herzen danken!

Deshalb verlose ich unter allen teilnehmenden Bloggern ein paar zum Klassiker-Thema passende „Dankeschöns“, die ich für Euch zusammengesucht und aufgetrieben habe:

  • Klassiker zum Trinken 1-3: Auch Weine, Trauben oder Anbauregionen leiden manchmal unter einem verstaubten Image. Dass dies aber oft zu Unrecht der Fall ist, dürfen drei glückliche Gewinner selbst er”schmecken”. Riesling, Blaufränkisch oder Grüner Veltliner – ganz ohne Muff und von jungen Winzern teilweise neu interpretiert – zusammengestellt von ninetyninebottles in drei tollen Wein-Paketen:
  1. Paket “Deutschland, Österreich, Spanien”: Insg. 4 Flaschen plus 20€ Gutschein zum Einkauf bei ninetyninebottles.de. Paket-Inhalt: Freudenspiel Riesling Sekt, Robert Weil Riesling trocken, Esterhazy Blaufränkisch, Altos Tempranillo
  2. Paket “Österreich & Deutschland”: Insg. 3 Flaschen, Paket-Inhalt: Hand in Hand Spätburgunder, Grüner Veltliner Edelweiss, Feen und Elfen Riesling
  3. Paket “Frankreich”: Einmal eine Flasche Chateau Saint Paul Medoc

entstaubte_klassiker

  • Klassiker zum Trinken (alkoholfrei): Wir entstauben die Trinkschokolade und rühren statt Nesquick und Kaba eine feine Trinkschokolade von Rausch in unsere Milch: Plantagen-Schokolade Puerto Cabello aus Venezuela mit 43% Kakao-Anteil.
  • Klassiker für die Küche: Küchengeräte müssen nicht langweilig sein. Auch wenn es sich um einen klassischen Schäler handelt. Der Schäler von Normann Copenhagen jedenfalls ist sowas von stylish. Den würd’ ich glatt behalten!
  • Klassiker aus Fleisch & Blut: Wenn jemand weiß, wie man als Klassiker frisch & knackig bleibt, dann das “Playmate des Jahrhunderts” Gitta Saxx. Denn sie gehört zu den wenigen Frauen, die über Jahrzehnte in der Branche erfolgreich sind. (Ich hab’ doch gesagt, ich mag es, wenn wir auch mal um die Ecke denken ;-) ) Tipps verrät sie in ihrem Buch (Verlag edition a) “Jungbleiben für Anfänger”. Wer weiß, vielleicht können wir ja noch etwas lernen von Frau Saxx?

Teilnahmebedingungen:

Jeder innerhalb der Laufzeit des Events teilnehmende Blog landet automatisch im Lostopf. Über die Gewinne entscheidet die Glücksfee (in Gestalt des bEdW) per Auslosung nach Beendigung des Events. Wenn Ihr nicht an der Verlosung teilnehmen möchtet, schreibt das in Eurem Kommentar/Eurer Mail bitte dazu! Die Gewinner/innen werden per Mail benachrichtigt und in der Zusammenfassung hier im Blog genannt.

event

Ich danke den Firmen ninetyninebottles, Rausch, Bleywaren und dem Verlag edition a sowie deren Agenturen für die freundliche Unterstützung.

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