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Archiv für die Kategorie ‘Biergarten’

Muffins mit Lauch, Käse und Speck

Es gibt Zusammenstellungen, die lassen mir direkt schon bei dem Gedanken an sie das Wasser im Mund zusammenlaufen. Etwa Frischkäse und Honig. Tomaten und Schafskäse. Spinat und Lamm. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Ein absoluter Sabber-Trigger sind aber auch Speck und Zwiebeln, die gemeinsam in einer Pfanne angeschwitzt werden. Dazu brauche ich nur etwas frischen Pfeffer, frisch gekochte Spaghetti und schon bin ich im Himmel. Noch besser wird das Ganze dann natürlich mit Ei und Parmesan (aber ohne die Zwiebeln!). Schon sind wir bei der wunderbaren Carbonara des bEdW. (Aus den Anfangstagen des Blogs. Ich entschuldige mich ausdrücklich für dieses Foto! Aber welcher Irre, bitte, hampelt mit der Kamera herum, wenn er die bEdW-Carbonara aufm Teller hat??)

Schön ist es auch, wenn das Trio Speck, Zwiebeln, Pfanne die Vorbereitung für eine Tarte liefert.

Oder für würzig-herzhafte Muffins:

Käse_Speck_Lauch_Muffin

Das Rezept stammt aus der Januar/Februar 2014-Ausgabe der recht spießigen Zeitschrift “Meine gute Landküche”.

Ich habe das Rezept leicht angepasst.

Für 12 Muffinförmchen benötigt Ihr folgende Zutaten:

1 mittelgroße Stange Lauch

1 Zwiebel

1 Ei

200 gr Butter

150 gr Pancetta (oder anderen Speck)

8 EL Milch

frisch gemahlener Pfeffer

125 gr geriebener mittelalter Gouda oder Cheddar

250 gr Weizenmehl

1/2 TL Salz

1 Päckchen Backpulver

Küchenzubehör: 12 Muffinförmchen aus Papier oder Silikon. Ein Muffinblech sollte leicht eingefettet werden. Pfanne. Rührschüssel.

Zubereitungszeit: Vorbereitung ca. 20 min, backen ca. 20 min, auskühlen  10 min = etwa 50 min insgesamt.

So geht’s:

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Ein Blech auf die mittlere Schiene schieben und mit vorheizen.

Der harte grüne Teil vom Lauch und das Wurzelende abschneiden. Den Rest einmal längs halbieren und unter fließendem Wasser zwischen den Lamellen reinigen. In feine Ringe schneiden. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Petersilie waschen, trockenschütteln und ebenfalls fein hacken. Den Speck in kleine Würfelchen schneiden.

Speck in einer Pfanne auslassen. Lauch und Zwiebel hinzugeben und etwas andünsten. Mit Pfeffer würzen. Die Butter in einem Topf schmelzen und etwas abkühlen lassen.

Das Ei mit der Milch und der Butter verkleppern. Die Lauch-Zwiebel-Speck-Mischung sowie drei Viertel des Käses unterheben. Mehl, Salz und Backpulver miteinander vermischen und zusammen mit der Petersilie unter die Masse rühren.

Den Teig nun gleichmäßig auf die Muffinförmchen verteilen. Das restliche Viertel Käse obenauf bröseln.

Muffinförmchen auf das vorgeheizte Blech setzen und etwa 20 min backen lassen (Stäbchentest: bleibt nach der Backzeit noch Teig an einem Holzstäbchen hängen, das Ihr in den Teig piekst, brauchen die Muffins noch etwas Zeit).

Nach der Backzeit herausnehmen und etwa 10 Minuten auskühlen lassen.

Lauwarm schmecken die Muffing ebenso wie kalt. Sie halten sich (ausgekühlt und in einer Tupperbox verwahrt) 2-3 Tage.

Wir hatten die Muffins als Beilage zu einem Steak aus der Lammhüfte mit gewürfelten Champignons in einer Wein-Sahne-Sauce. Sie schmecken aber auch einzeln als Frühstück, als Snack zwischendurch oder abends zum Wein… Am besten macht ihr gleich 24 Muffins mit der doppelten Menge :)

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Ach, Herbst, eigentlich ist es ganz schön mit Dir. Du bringst uns so viele tolle Sachen: Beeren, Nüsse, Pilze… Dazu ein Gläschen Wein und es ist eigentlich ganz kuschelig mit uns beiden.

Auf dem Wochenmarkt gibt es jetzt Pfifferlinge, Steinpilze, Kräuterseitlinge. Schaut doch mal, was es bei Euch so gibt. Oder sammelt Ihr vielleicht sogar selbst?

Ich habe jedenfalls etwa zwei Hände voll Pilze gemisch und gewürfelt. Dann mit feinen Frühlingszwiebelringen und gewürfeltem Schinkenspeck in etwas Butter angedünstet. Anschließend habe ich griechischen Joghurt mit etwas Kräuterfrischkäse glattgerührt, gesalzen, gepfeffert, zur Seite gestellt.

Vorher habe ich natürlich den Flammkuchenteig angesetzt nach diesem Rezept.

Dazu ein Gläschen Weißwein und das Herbstwochenende kann kaum noch schöner sein!

PS: Der Fladen schmeckt auch kalt am nächsten Tag noch zum Brunch. Vegetarier lassen den Schinkenspeck weg, müssen dann aber etwas mehr Salz an die Zwiebel-Pilz-Mischung geben.

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Im Mai hat Foodfreak einen alten, schnörkeligen Teller auf Reisen geschickt, auf dass er mit vielen Leckereien aus allen Ecken des Landes garniert, fotografiert und verbloggt wird. Nun ist er über viele Stationen und dank der Kaltmamsell bei mir gelandet. (Den wunderschönen Teller ganz ohne Essensgedöns könnt Ihr übrigens hier sehen.)

Der Teller muss innerhalb weniger Tage (!) eingesetzt, gespült und weitergeschickt werden. Keine lange Zeit also, um sich Rezepte auszudenken, zu kochen, zu fotografieren usw. Das könnte Stress bedeuten für Menschen, die aktuell nur am Wochenende zum Kochen kommen, am Teller-Wochenende aber überhaupt nicht daheim sind und derzeit ansonsten eigentlich nur zum Schlafen in den eigenen 4 Wänden weilen. Aber ich fühle mich geehrt, den schönen Teller zu bekommen. Und so setzte sich eine Idee fest, seit ich davon erfuhr, dass der Teller auf dem Weg zu mir ist: Wofür steht das German Abendbrot eigentlich, wenn ich es nur mit einem einzigen Teller ausdrücken soll? 

Mir geht es darum…

…auch die einfachsten Dinge zu genießen.

…auch für schlichte kulinarische Freuden dankbar.

…Lebensmittel wertzuschätzen.

…auch bekannte, leicht erhältliche Produkte so zuzubereiten dass sie glücklich machen.

…ein Heimatgefühl über das Essen zu transportieren  – wo auch immer diese Heimat sein mag.

…Geborgenheit und Sehnsucht auf dem Teller abzubilden.

Und dazu müsst Ihr wissen, dass meine Mutter von ihrer (Schwieger?)Großmutter einen ähnlichen Teller hat. In Goldschnörkeln steht darauf “Unser täglich Brot gib uns heute”, umrankt von einigen Blumen.

Dieser Teller war ständig im Einsatz – ob als Kuchenplatte für Streuselkuchen und Zwetschenkuchen, statt Brotkörbchen, als Käseteller oder oder oder. Kaum ein Abendbrot ohne den Teller. Und obwohl ich keiner religiösen Familie entstamme, hat mich das “Unser täglich Brot…” immer sehr angerührt. Vielleicht auch, weil es schon ganz abgeschubbert und kaum noch zu erkennen ist.

Für Foodfreaks Teller also wollte ich ganz zu den Wurzeln meiner kleinen Fressseite vorstoßen.

Und deshalb habe ich aus einem frischen Sauerteigbrot mit krachiger Kruste, guter Butter, sommerlichen Tomaten aus der Region, frischen Schalotten, Petersilie aus dem Balkonkasten sowie einigen Bröckchen griechischem Feta und toskanischem Olivenöl (für den Blick über den – Achtung, Kalauer! – Tellerrand quasi) mein allerliebstes “Kindheitserinnerungs-Geborgenheitsgefühl auf die Zunge beamendes-in seiner Schlichtheit anrührendes-durch kein Sterne-Gericht der Welt ersetzbares-Lieblings”-Abendbrot gemacht:

Ebenfalls ganz in der Tradition des German Abendbrot bleibend war ich zu gierig, zu ausgehungert nach einem nervigen Tag, zu hektisch, zu eilig, um ein schönes, dem Teller gerecht werdendes Foto zu schießen. Aber Ihr könnt ihn Euch ja hier in all seiner Pracht anschauen.

Ein Tomatenbrot im Sommer jedenfalls ist für mich der Inbegriff des German Abendbrot. In seiner Einfachheit so köstlich, dass es mich ganz demütig werden lässt. Somit also keine Herabsetzung des hübschen Schnörkeltellers, sondern vielmehr eine Verbeugung vor den scheinbar simplen Zutaten, die höchsten Genuss bereiten können.

Jedenfalls danke ich Foodfreak und der Kaltmamsell für die Möglichkeit, eine kleine Reise in die Vergangenheit und zurück zu den Wurzeln zu unternehmen. Der Teller ist bereits verpackt und auf dem Weg zu einem Blog, in dem er garantiert mit ganz besonders viel Liebe behandelt, arrangiert und fotografiert wird. ;-)

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Uff. 28 Grad bereits am frühen Morgen. 37 Grad am Nachmittag. Da ist an große Kocherei nicht zu denken. Aber essen muss der Mensch ja. Am besten etwas, das schön kühlt, schnell zubereitet ist und den Körper nicht belastet. Der hat ja schon genug zu tun mit schwitzen-trinken-schwitzen-trinken-schwitzen…

Hier also ein paar Rezepte aus dem Archiv, die Euch die Hitzewelle kulinarisch verschönern sollen:

Olé, der Klassiker: Gazpacho. Die eisgekühlte spanische Gemüsesuppe kommt ohne jede Herdplatte aus!

Erdbeerzeit: Burrata mit marinierten Erdbeeren

Der Star im Blog: Tomaten-Feta-Vanille-Salat

Winterknolle im Sommerkleid: Rote Bete Salat mit Feta und Walnüssen. Klingt winterlich, kühlt aber herrlich und ist gesund!

Im Sommerpa-RADIESCHEN: Noch mal Rote Bete. Diesmal mit Radieschen und Ziegenkäse.

Und die Spider Murphy Gang singt dazu: Sommerlich gefülltes Pitabrot

Wer traut sich, den Backofen anzumachen? Tarte “Bon Soirée”

Danke, Jamie! Zucchinisalat mit Chili

Döner macht den Sommer schöner: hausgemachter Döner

Nur 3 Zutaten, aber sowas von lecker: Grüne Bohnen, Schinken, Taleggio nach Nigel Slater

Wir tricksen die Hitze einfach aus und heizen noch mehr ein: Feta mit Chili und Frühlingszweibeln – ebenfalls nach Nigel Slater

Für Süßmäulchen und Beerenpflücker: Röde gröd med flöde

Falls Ihr jemanden findet, der sich an den Grill stellt: Paella über’m Feuer

Die ersten Gartengurken sind reif: Kühlender Gurkensalat

Sommer an der Cote d’azur: Salade nicoise

Bei Hitze müsst Ihr viel trinken! Aber diese Sommerdrinks bitte in Maaaaaßen, nicht in Massen!

Oder ohne Alkohol: Erfrischendes Minz Lassi

UPDATE:

Auf ausdrücklichen Wunsch: Tabouleh

Und der ist mir dann auch noch eingefallen: Der leckere syrische Brotsalat Fattoush

Ist was für Euch dabei? Wie kühlt Ihr Euch bei der Hitze? Wer kann, sollte am besten sein Essen schnappen und in den Biergarten gehen. Oder ein Picknick machen (Mückenspray nicht vergessen!). Ich warte ab, bis es kühler (haha) wird und genieße die schönste Terrasse Wiesbadens. Cheers!

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Mein Käsedealer auf dem Wochenmarkt hat eine scharfe Schafskäsepaste im Portfolio, die inoffiziell nur “Die Schwiegermutter” heißt. Sowas von lecker: cremig, scharf, salzig – aber von allem nicht zu viel. Perfekt als Dip, Brotaufstrich oder zum Heimlich-aus-dem-Schälchen-Löffeln…

Nun kenne ich die Schwiegermutter meines Käsedealers nicht. Aber sie muss eine sehr appetitliche, unwiderstehliche und rattenscharfe Dame sein. Anders kann ich mir die Namensgebung nicht erklären… *hüstel*…

Dumm nur, wenn man aus dem Urlaub kommt, der Kühlschrank leer ist und es noch Tage dauert, bis wieder Markt ist. Aber ganz leer ist der Kühlschrank glücklicherweise nie: Feta, ein Rest Harissa von der Döner-Session, Joghurt, Tomatenmark, Gewürze – alles da, um sich eine ganz eigene “Schwiegermutter” zusammenzurühren!

Folgende Zutaten hatte ich noch im Haus:

1 Packung Schafskäse (ca. 200gr, ich mag den bulgarischen Käse, da er so cremig ist)

1 EL Harissa

1 EL Naturjoghurt

1/2 TL Pul Biber (getrocknete Paprikaflocken, scharf!)

2 EL Olivenöl

1 EL Tomatenmark

Zubehör: Küchenmixer, Schraubglas

Zubereitungszeit: 10 min

Alle Zutaten in den Mixer geben und zu einer Paste vermixen. Wenn die Paste zu fest ist, einfach etwas von der Salzlake, in dem der Feta liegt, unterrühren. In ein Schraubglas füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Schmeckt tatsächlich fast exakt wie beim Käsedealer und ist ein herrlicher Genuss auf frischem Brot, als Dip zu Gemüse  oder als blitzschnelle Pasta-Sauce: einfach zusammen mit etwas Rucola und gewürfelten Tomaten unter die noch heißen Nudeln mischen.

Aber was war das jetzt mit der Geheimzutat aus der Headline?

Ich bin schrecklich schlecht bei allem, was mit “Augenmaß” zu tun hat. Also war mein Schraubglas natürlich zu groß für die Menge an hausgemachter  “Schwiegermutter”. Was tun? Ich hatte noch den gewürzten Kräuter-Schafskäse vom Türken im Kühlschrank:

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Das ist milder Schafskäse, der ganz krümelig und trocken ist. Gewürzt ist er mit Knoblauch, Schnittlauch, Bärlauch – aber sehr dezent. Einige Flocken davon habe ich unter die Paste gemischt, was dem Ganzen noch den letzten Kick gegeben hat! (Und nebenbei auch das Schraubglas vollmachte…)

Die würzigen Käsekrümel schmecken auch aufs Brot (ganz dünn Harissa drunter streichen), in Frikadellen geknetet, zusammen mit Spinat als Nudelsauce, für Aufläufe, als schnelle Saganaki-Variante und und und…

Ein Hoch auf die Schwiegermütter!

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Im Zusammenhang mit dem Welttag des Buches, hat mir der GU-Verlag nicht nur das Verlosungs-Kochbuch “Indien. Küche & Kultur” zur Verfügung gestellt. Sie haben mir auch ein weiteres Kochbuch, das neu im Programm ist, zum Testen geschickt: “Country Basics” von Cornelia Schinharl, Sebastian Dickhaut (für 15 € im Buchhandel erhältlich).

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Aus der Reihe kannte ich bisher nur den Band “Oriental Basics”, der einen schönen, leichten und sehr pragmatischen Einstieg in die orientalische Küche bietet. Deswegen war ich gespannt, was sich hinter Country Basics verbirgt.

Ich habe das Buch untersucht mit Blick auf die Idee, die Stringenz des Konzepts, das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Nachkochbarkeit der Rezepte. Pro Kategorie gibt es maximal 3 Pluspunkte zu holen. Die führen dann zum Gesamt-Eindruck und der Endnote.

Die Idee: Hier steht ganz die saisonale und regionale Küche im Vordergrund. (Wenn regional hier auch sehr stark mit bayerisch gleichgesetzt zu sein scheint. Oktoberfest, Biergarten, Pflanzerl, Brezn, Datschis finden sich zahlreich wieder, ganz im Gegenteil zu hessischem Handkäs, norddeutschem Labskaus, Dresdner Eierschecke oder rheinischem Sauerbraten.) Unterteilt ist der Band in die vier Jahreszeiten mit vielen Tips zu Gemüse- und Obstsorten, die in der jeweiligen Zeit besonders gut schmecken und ohne weite Transportwege erhältlich sind. Gerade Neueinsteiger oder reine Stadtpflanzen finden die Übersichten zu den “Top 10″ in Frühling, Sommer, Herbst und Winter sicherlich hilfreich. Das Wissen um die Erntezeit von neuen Kartoffeln, Wirsing oder Tomaten ist in Zeiten der ständigen Verfügbarkeit ja leider nicht mehr vorauszusetzen. Hier bekommt “Country Basics” die vollen 3 Pluspunkte.

Quasi als 5. Jahreszeit finden sich am Ende des Buches dann noch Tipps und zahlreiche Rezepte zum Einmachen und Einkochen, um die Genüsse der Jahreszeiten auch länger haltbar zu machen. Etwas nervig sind – nicht nur an dieser Stelle – die ständigen Hinweise darauf, wer sich wann so richtig “country” fühlen kann, etwa dann, wenn man selbst räuchert. *augenroll*

Das Konzept: Aber was ist eigentlich dieses “Country”-Gefühl? Hier werfen die Autoren bio, regional, saisonal, selber machen bunt durcheinander. Mit der Bildsprache (karierte Blusen, Bauernhofidylle, blühende Obstbäume, grüne Wiesen, …) orientiert sich das Buch für meinen Geschmack etwas zu sehr an “Landlust” & Co., also all jenen Magazinen, die Städtern das angebliche Landleben näher bringen wollen. Wer aber wie ich auf dem Dorf groß geworden ist, weiß, dass es “auf dem Land” längst weniger romantisch zugeht, als man das in Berlin Mitte, dem Frankfurter Nordend oder in München Neuhausen gerne hätte: Statt Bio-Hofläden gibt es Supermarkt-Ghettos am Ortsrand, statt jede Kuh mit Namen zu kennen, kämpfen Bauern täglich um’s Überleben, EU-Subventionen und Milchpreis-Dumping. 

Dass sie mit ihrer Apfelbaumidylle auf den Fotos doch etwas zu dick auftragen, haben die Autoren wohl selbst gemerkt und versuchen deshalb, das Ganze ironisch zu brechen – etwa im Vorwort: “Die Vorstellung von ländlicher Idylle spukt wohl hauptsächlich in den Köpfen von Stadtbewohnern herum (…)”. Allerdings nicht, ohne dann doch wieder zu “be country” zu animieren. Durch die häufigen Übertreibungen und das gleichzeitige Zurücknehmen, weil man dann wohl doch gemerkt hat, dass das ganze Country-Konzept zu weit hergeholt ist, wirkt das Kochbuch  unentschieden. Als trauten sich die Autoren selbst nicht zu, das “Country”-Konzept glaubwürdig und ernsthaft zu vermitteln. Übrig bleibt 1 Pluspunkt für die Ironie.

Was gibt’s für’s Geld? Wer weniger kritisch rangeht, erhält viele appetitliche Rezepte und umfangreiche Tipps und Informationen zu einem fairen Preis. Denn das Kochbuch hat nunmal einen wirklich sympathischen Ansatz: saisonale Gerichte – von der leckeren Kleinigkeit zum aufwendigen Hauptgericht – mit einfachen Zutaten, die es auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt gibt. Die Rezepte eignen sich vor allem für Einsteiger, bieten aber auch erfahreneren Köchen schöne Anregungen. Für das Preis-Leistungs-Verhältnis (variantenreiche Rezepte, fairer Preis) gibt es die vollen 3 Pluspunkte.

Die Rezepte: Mit GU-Büchern habe ich bisher immer sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich habe insgesamt vier Rezepte ausgewählt, die relativ Saison-unabhängig sind: Pilzragout, Breznknödel, Zwiebelbrot mit Ziegenkäse und Laugenbrezn.

Mein Rezepte-Fazit im Detail:

Das Pilzragout war kinderleicht und hat absolut perfekt geschmeckt – nicht so sahnig und schwer, wie man es oft in bayerischen Gaststätten bekommt, sondern leicht und frisch. Ein absoluter Wirtshaus-Klassiker, den es jetzt sicher öfter geben wird. Dieses Rezept hat zu 100% funktioniert.

Die Breznknödel – meine allerersten Knödel überhaupt und deshalb ein echter Härtetest! – waren fluffig und haben extrem gut geschmeckt. Allerdings hätte im Rezept stehen müssen, dass die Breznstücke von altbackenen Laugenbrezn kleingehackt werden sollten. Stattdessen hieß es “in Scheiben schneiden”. Dann sind die Brocken aber zu groß und machen die Knödel sehr unebenmäßig, was wiederum dazu führen kann, dass sie auseinander fallen.

Die Laugenbrezn habe ich unbedingt backen wollen, weil es in ganz Hessen keine Brezn gibt, die auch nur annähernd an die Münchner Varianten herankommen. Ich hatte also Visionen von knusprig, fluffigen Brezn. Das hat aber leider nicht so ganz hingehauen. Das Ergebnis fand ich enttäuschen, obwohl ich mich wirklich 100% an das Rezept gehalten habe: Die Brezn hatten eine wellige Oberfläche, keine schön dunkelbraun glänzende. Außerdem waren sie innerhalb von 2 Stunden zäh. Nachdem ich mir Rat in Backforen geholt habe, liegt der Verdacht nahe, dass der Teig nochmal gut durchgekühlt werden muss, bevor er in der Lauge getaucht wird. Das stand aber so nicht im Rezept. Ob es allerdings wirklich an der Temperatur lag, muss ich noch mal ausprobieren. Geschmacklich waren die Brezn allerdings ok. Ich werde sie auf jeden Fall noch öfter backen, bis ich endlich originale Biergarten-Brezn habe!

Das Zwiebelbrot mit Ziegenkäse habe ich nicht fotografiert. Deshalb darf ich das Foto aus dem Kochbuch abbilden:

Ein sehr leckerer, schnell zuzubereitender Abend-Snack mit einer tollen Mischung aus Zwiebel-Marmelade und Ziegenkäse. Nach dem Rezept waren mir die Zwiebeln noch zu herb, weshalb ich mehr Zucker und etwas mehr Traubensaft mit einkochen ließ. Die Mischung ist auf jeden Fall mein Ding und kommt öfter auf den Tisch.

Das Rezepte-Fazit in der Zusammenfassung: Ein Rezept gelang perfekt, ein weiteres musste für meinen Geschmack etwas nachjustiert werden, die Knödel und die Brezn haben nicht 100% hingehauen. Wer wenig Erfahrung hat, verzweifelt möglicherweise schnell an der knappen und manchmal uneindeutigen Rezeptebeschreibung: Mal ist Butter in Gramm, mal in Löffel-Maß angegeben, Mehl bleibt ohne Typen-Angabe. Die Zubereitungszeit ist realistisch. Positiv aufgefallen ist mir, dass bei den Rezepten für die “5. Jahreszeit” immer auch die Haltbarkeit angegeben ist. Das hilft bei der Planung. Hier steht es unentschieden. Dafür gibt es 1,5 Pluspunkte.

Mein Kochbuch-Gesamt-Eindruck: Wer wirklich tief in die Materie “saisonales Kochen” einsteigen will, der wird in “Country Basic” einige Ungereimtheiten finden und es wohl eher für zu oberflächlich halten. Das Bemühte “be country” geht etwas auf die Nerven. Die ironische Distanz der Autoren wirkt eher hasenfüßig als sympathisch – nicht Fisch nicht Fleisch. Die Schlagseite Richtung Bayern nervt eventuell nur mich nach meinen zehn Jahren München. Mehr Variantenreichtum wäre schön gewesen, stört aber nicht wirklich. Für Einsteiger, als praktische Übersicht und als Anregung für das Kochen nach Jahreszeiten erhält man aber ein schön bebildertes, mit vielen Infos und Tipps sowie leckeren Rezepten versehenes Kochbuch. Ich habe noch mind. zehn Rezepte auf die Nachkochliste gesetzt. Wie immer bei der Basics-Reihe gefallen mir Layout, Bildsprache und Übersichtlichkeit. Daraus ergibt sich…

…das Gesamt-Ergebnis: 8,5 von 12 möglichen Pluspunkten.

Meine Empfehlung: Ich kann mir “Country Basics” als passendes Geschenk vorstellen für junge Leute, die in die erste eigene Wohnung ziehen. Sie bekommen einfache, unkomplizierte Rezepte, mit denen sie sich – von leicht bis anspruchsvoll – für sich selbst und für Gäste, für den WG-Brunch oder für ihr erstes Eltern-sind-zu-Besuch-Dinner ans Kochen herantasten. Auch für junge Eltern mit nicht mehr ganz kleinen Kindern, die dem Nachwuchs das Bewusstsein für saisonale Zutaten und regionale Herkunft beibringen wollen, ist das Buch eine tolle Idee.

Kennt Ihr das Buch und wie hat es Euch gefallen? Habt Ihr andere Quellen für saisonale Rezepte?

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Hamburg kocht widmet sich diesem Monat der Resteverwertung in der Küche. Eine tolle Idee, die ich gerne unterstütze! Denn auch ich werfe nicht gerne Lebensmittel weg und freue mich immer, wenn sich irgendwie und irgendwo noch eine Verwendung für Überbleibsel findet.

Gerne packe ich Reste in eine Tarte oder in den Wok, in einen Auflauf oder eine Pastasauce. Aber für das Blogevent “Gebt mir den Rest!” sollte es dann doch mal was Anderes sein: meine allererste Sülze! (Fotografiert in den ersten Frühlingssonnenstrahlen 2013)

Ich sage es gleich: Sie war mir zu wenig gewürzt. Ich habe den Effekt, den Gelatine auf den Geschmack beziehungsweise den NICHT-Geschmack hat, unterschätzt. Aber keine Sorge, das habe ich im nachstehenden Rezept schon berücksichtigt.

Denkt also daran: Die Brühe darf ruhig “überwürzt” schmecken. Das geht durch das Gelieren verloren.

Meine Zutatenmengen sind geschätzt, da es sich ja um Reste gehandelt hat. Wir hatten etwas Hähnchenfleisch, einen Rest TK-Erbsen, eine angeschnittene Möhre usw. im Haus. Dabei könnt Ihr auch anderes Gemüse verwenden oder die Mengen abändern. Je nachdem solltet Ihr auch Eure Form für die Sülze auswählen: Nicht zu groß oder breit. Die Sülze sollte schon ca. 8 cm hoch oder höher sein.

Sehr hübsch sehen Sülzen auch in Gläsern aus (prima zum Mitnehmen!) oder als klassische Tellersülze schon fertig portioniert.

In der Resteküche ist erlaubt, was gefällt und was gerade geht. Ihr müsst Euch also nicht sklavisch ans Rezept halten.  Nur für das Gelieren solltet Ihr auf das richtige Verhältnis zwischen Flüssigkeit und Gelatine achten!

Zutaten:

ca. 100 gekochtes Hühnchenfleisch (ohne Haut und ohne Knochen), zerpflückt

100 TK Erbsen, aufgetaut

1 mittelgroße Karotte, in feine Scheiben geschnitten

2 EL Schnittlauch, fein gehackt

1 Ei, hartgekocht

0,5l Hühnerbrühe (idealerweise hausgemacht)

1 Schluck Riesling

Salz (je nach Salzgehalt des Fonds mind. 1 EL)

weißer Pfeffer, frisch gemahlen

1 EL Piment de Espilette

Abrieb von einer Bio-Zitrone

2 EL Zitronensaft

mind. 6 Blatt Gelatine (wer unsicher ist, nimmt lieber 7 oder 8 Blatt)

Equipment:

1 Auflaufform (meine ist ca. 8 cm hoch und 40 cm lang), Frischhaltefolie, 1 Topf für den Fond

Zubereitungszeit:

20 min (plus mind. 4 Stunden Gelierzeit)

So geht’s:

Gelatineblätter in Wasser einweichen. Währendessen Hühnerfond erhitzen, ordentlich würzen (s.o.) mit Salz, Pfeffer, Zitronenabrieb und -saft, Piment de Espilette, Schluck Wein.

Auflaufform mit Frischhaltefolie so auskleiden, dass an allen vier Seiten noch etwas überhängt. Gut glattstreichen.

Gelatineblätter ausdrücken und im Fond auflösen.

Hartgekochtes Ei in Scheiben schneiden und in eine Reihe legen. Schnittlauch links und rechts davon streuen, so dass der Boden der Form (die Oberseite der späteren Sülze) bedeckt ist. Karottenscheiben als nächste Schicht auf Ei und Schnittlauch ausbreiten. Hähnchenfleisch auf die Karotten schichten. Zum Schluss die Erbsen über die gesamte Fläche verteilen.

Jetzt den Hühnerfond vorsichtig in die Form gießen. Lasst Euch Zeit, dann sickert die Flüssigkeit auch unter die Eier und den Schnittlauch. Der Fond sollte auch die Erbsen komplett bedecken!

Etwas abkühlen lassen und ab in den Kühlschrank damit.

Das Gelieren dauert mehrere Stunden.

Wenn die Masse fest ist, legt Ihr ein Brett auf die Form und dreht das Ganze um. Dabei stürzt die Sülze dank der Frischhaltefolie automatisch aus der Form. Frischhaltefolie entfernen und fertig!

Dazu hatten wir Bratkartoffeln und eine selbstgemachte Joghurt-Kräuter-Sauce:

Leider ließ sich die Sülze wegen der kleinen kugeligen Erbsen nicht so gut in Scheiben schneiden. Entweder mehr Flüssigkeit nehme oder gleich alles in Gläsern schichten. Geschmeckt hat es uns trotzdem!

Herrliche “Resteküche” und perfekt für Picknick, Sonntagsbrunch oder Biergarten.

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Der liebe Uwe beglückt die Food-Blogger-Welt ja nicht nur jeden Montag mit seinem Cookbook-of-Colors-Event (diesen Monat: ROT!), sondern verführt auch noch mit himmlischen Cocktails und holt zwischendrin noch mal eine neue Kategorie ausm Sack: Barfood. Ich bin ja ein absoluter Fan dieser kleinen Knabbereien, die der Barkeeper ohne viel Gedöns auf die Theke stellt. Nach der Qualität der Snacks lässt sich durchaus auch eine Bar beurteilen: lieblos aus der Tüte oder 2-3 verschiedene Nussmischungen, die vielleicht sogar noch verfeinert wurden mit Gewürzen oder ähnlichem. In deutschen Hotelbars bekommt man leider extrem häufig Wasabi-Nüsse hingestellt, die dermaßen Zunge und Gaumen betäuben, dass ein Cocktail oder ein Whisky keine Chance mehr haben. Mensch, lasst Euch doch mal was anderes einfallen!

Nachdem ich neulich gleich 4 meiner Lieblingscocktails anlässlich Astrids Bloggeburtstag hier vorgestellt habe und man dafür immer auch eine Grundlage braucht, gibt’s von mir heute eine süchtig-machende (schon wieder!) Knabberei, die der bEdW blitzschnell nach einer Sendung von “Kochen mit Martina und Moritz” gemacht hat.

Ihr braucht folgende Zutaten:

200 gr ungeröstete, ungesalzene Cashewnüsse (gibt es beispielsweise im Asiashop)

1 gestrichener EL rote Currypaste (Asiashop)

1 großer EL Honig (z.B. Akazienhonig)

Paste, Honig und Cashewnüsse miteinander vermischen und auf einem Bogen Backpapier etwa 20-30 Minuten ziehen lassen. Währendessen den Backofen auf 130 Grad vorheizen. Dann das Backpapier samt Nüsse auf ein Blech legen und 20-30 min backen. Aus dem Ofen nehmen, bevor sie zu dunkel werden – am besten immer mal in den Ofen schauen.

Die Nüsse abkühlen lassen und lauwarm oder kalt genießen. Sie schmecken herrlich scharf-süß und sind eine tolle Knabberei, die wirklich perfekt zu süß-fruchtigen oder auch herben Cocktails passt.

Und weil diese Knabberei so herrlich rot in der Abendsonne glitzert,

ist dies mein itsy-bitsy Beitrag zum Farbevent im August: ROT!

HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

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Laut der “allwissenden Müllhalde” namens Wikipedia ist Focaccia ein ligurisches Fladenbrot aus Hefeteig. Wer hier regelmäßig mitliest, wird jetzt vielleicht schmunzeln – war doch Teig bisher immer so ein bisschen ein stiefkindlich behandeltes Küchenthema.

Der geneigte Leser wird sich aber vielleicht auch an meine heiß geliebte Oma erinnern und ihren Ausspruch: “Ei, Kind, mer lehrt doch en Bär es Danze!” (Übersetzung und Hintergrundinfos gibt’s hier).

Und weil ich immer noch lieber Herzhaftes als Süßes esse, nähere ich mich dem “Feind” eben auf diesem Wege: Focaccia!

Vor einem Jahr hätte ich noch mit schlotternden Knien an der Arbeitsplatte gestanden und mir fluchend ausgemalt, was alles schief gehen kann. Mittlerweile bin ich da viel cooler, kann mir grob vorstellen, wie sich der Hefeteig anfühlen muss und freue mich zuversichtlich auf lecker Fladenbrot – ganz ohne Plan B!

Herausgekommen ist knusprig fluffige,  in der Sonne glitzernde, duftig verlockende, jede BBQ-Session veredelnde, ganz alleine schon herrlich schmeckende, grandios zu Salat passende, dem Auge schmeichelnde, dem Olivenöl seine kleine Kuhlen bietende, die Foodbloggerin glücklich machende, den italienischen Feinkosthändler in den Ruin treibende, auf diesem (unbearbeiteten!) Foto wunderbar zu HighFoodality’s Cookbook of Colors passende und goldgelb in der Abendsonne leuchtende Focaccia:

Für eine Focaccia, das locker für 4 Personen als Beilage reicht, benötigt Ihr folgende Zutaten:

Für den Teig:

Ein Pfund Mehl und etwas Extra-Mehl für die Arbeitsfläche

1 Päckchen Trockenhefe (etwa 1 gehäufter TL)

1 TL Salz

3 EL Olivenöl

Für die Garnitur:

Rosmarin, Thymian, Oregano oder andere mediterrane Kräuter

einige Blätter Petersilie

1 Knoblauchzehe

etwa 5 EL Olivenöl

grobes Meersalz

So geht’s:

Mehl, Hefe, Salz und Olivenöl sowie 300 ml Wasser (lauwarm) miteinander zu einem Teig verkneten. Das funktioniert am besten in einer ausreichend großen Plastikschüssel. Jetzt die Arbeitsfläche etwas mehlen und den Teig mehrere Minuten kneten. Das Kneten ist unheimlich wichtig, damit der Teig schön aufgeht! Anschließend die Teigkugel zurück in die Schüssel legen und mit einem Geschirrtuch zugedeckt an einem warmen Ort (ohne Zugluft!) etwa 45 Minuten gehen lassen. Ich stelle Teig gerne bei angeschaltetem Licht in den Backofen. Das ergibt eine Temperatur von ca. 30 Grad – perfekt für wachsende Teigkugeln!

Während der Teig geht, könnt Ihr die Garnitur zubereiten, mit der die fertige Focaccia eingepinselt wird. Dazu die Kräuter sehr fein hacken, die Knoblauchzehe schälen und pressen. Alles mit Salz und Olivenöl vermengen und beiseite stellen.

Wenn der Teig gegangen ist, knetet Ihr ihn noch einmal auf der gemehlten Arbeitsfläche ordentlich durch. Ihr könnt ihn richtig “zusammenschlagen”. Ist super, um Agressionen loszuwerden und um den Teig noch mal ordentlich anzuspornen.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen und einen Bogen Backpapier auf ein Blech legen. Den Teig ausrollen, so dass er in etwa viereckig ist – nicht rund wie eine Pizza! – und nicht zu dünn. Der Teig sollte etwa noch so hoch sein wie ein Daumen dick ist. Auf das Backblech bzw. das Backpapier legen und Dellen reindrücken. Die Focaccia kann ruhig etwas provisorisch aussehen, das gehört dazu.

Jetzt etwa 30 Minuten backen lassen. Sie soll nicht zu dunkel werden, muss aber natürlich gar sein. Da funktioniert jeder Backofen ein bissl anders, also unbedingt im Auge behalten!

Wenn die Focaccia fertig und noch warm ist, mit der Kräuter-Öl-Marinade bestreichen, in Stücke schneiden und servieren.

Die Focaccia schmeckt schon ohne alles herrlich, passt aber natürlich hervorragend zu Salaten, gegrilltem Fleisch oder Fisch. Warm und frisch schmeckt sie am besten. In etwas Alufolie eingeschlagen hält sie sich aber auch noch bis zum nächsten Tag.

Wer andere Varianten mag, kann zum Beispiel in den letzten Minuten des Backvorgangs hauchdünn geschnittene Zucchinischeiben auflegen. Oder Olivenscheiben. Auch ein deftiger Tomatensud, gebröckelter Ziegenkäse oder dünn ausgelegter Parmaschinken schmecken köstlich. Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Unnötig zu sagen, dass sich Focaccia perfekt für Picknick und Biergarten eignen, oder? Kein Wunder, dass Focaccia glücklich macht.

HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

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Ich bin ein Fan von belegten Broten. Der Blog-Name ist ja kein Zufall! Eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen: Julia sitzt mit Strumpfhose und Nicki-Pullover vor der “Muppets-Show”, in einer Hand ein Glas Kakao, in der anderen Hand ein Käse-Brot. Das Brot  belegt mit Camenbert, einer halbierten Gewürzgurke und garniert mit etwas Ketchup. Lacht nicht! Das waren die späten Siebziger und ich habe es geliebt!

Etwas älter haben wir beim Spielen und Rollschuh-Laufen nur kurz daheim Halt gemacht, um uns ein “Arbeiter-Brot” zu holen: eine große Scheibe Brot, halbiert, mit Teewurst bestrichen und zusammengeklappt. Schwupp-diwupp waren wir wieder draußen. Richtig gelesen: Fette, undefinierbare Teewurst! Es waren die Achtziger, kein Mensch hat sich um Zusatzstoffe oder Fettgehalt gekümmert und es gab nur einen einzigen Allergiker pro Schulklasse!

Am Gymnasium gab es dann für 50 Pfennige ein Schokokuss-Brötchen, das damals noch – wir sprechen von den späten Achtzigern/frühen Neunzigern – einen deutlich weniger politisch korrekten Namen hatte.

Als Studenten entdeckten wir dann mit Lachs und Frischkäse belegte Bagels oder Ciabatta mit Parmaschinken und Rucola – das Millennium rückte näher, jeder fürchtete sich vor Y2K, da wollten wir wenigstens etwas “große, weite Welt” essen, bevor alles in die Luft fliegt!

Das Millennium ist schon in der Pubertät und weder fliegen wir mit Flügel-Autos zur Arbeit, noch sind Aliens auf der Erde gelandet (sicher?!). Sicher ist nur: Zwischenzeitlich gehen mir belegte Brötchen schon mal auf den Nerv. Etwa dann, wenn ich viel unterwegs bin und mich an Bahnhöfen oder Flughäfen schnell mit Kohlehydraten versorgen muss. Zudem sind die meisten Varianten entweder völlig überteuert oder beschissen belegt – ich sage nur labberiger Salat und Matschtomate auf Klebschinken und Styropor-Käse.

Dabei ist ein schön belegtes Sandwich immer noch ein Hochgenuss – ob zum Frühstück, als schneller Lunch oder für’s Picknick beziehungsweise den Biergarten. Am besten schmeckt es mir dann, wenn ich die Zutaten selber aussuchen (oder herstellen) kann und weiß, dass ich keinen Schrott esse. Das sind halt die Zehner-Jahre: regional, saisonal, Food-gebloggt!

Mein jüngstes Highlight:


Dazu habe ich auf eine Mehrkorn-Semmel erstmal eine gute Schicht Rhabarber-Ingwer-Chutney gestrichen. Ein würziges Mango-Chutney aus dem Asia-Laden tut es aber auch, wenn man kein eigenes zur Hand hat.

Dann einige Blätter (selbst gezogener!) Kopfsalat. Darauf zwei Scheiben Pastrami (bekommt man beispielsweise bei Karstadt Perfetto), eine Scheibe Allgäuer Bergkäse und zwei Scheiben Tomate. Auf den Deckel kommen noch ein paar Spritzer Tabasco – und fertig ist das Super-Deluxe-Sandwich 2012!

Was kommt bei Euch auf’s Brot? Backt Ihr sogar Eure Semmeln selber?

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