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Archiv für die Kategorie ‘China’

Die Szechuan Küche ist immer wieder eine Quelle für scheinbar einfache aber sehr aromatische Gerichte. Das Gong Bao Ji Ding aka Chicken Kung Pao aka Szechuan Hühnchen ist ein absoluter Klassiker und in unzähligen Varianten nicht nur in ganz China verbreiten. Auch in den USA und in Europa gibt es – verwestlichte – Varianten des Gerichts.

Das Original kommt recht scharf  – eben mit ordentlich Szechuan Pfefferkörnern – daher, die US-/Europa-Variante eher mit viel Hoisin-Sauce. Es gibt Rezepte mit Cashew-Nüssen, mit langer Marinier-Zeit, mit Gemüse, mit Frittieren oder ohne… Also sind wir mal wieder durch’s Internet und unsere China-Kochbücher gecrawlt und haben unser eigenes Rezept zusammengestellt. Frischer Spinat war nämlich auch noch da und wollte verwendet werden. Außerdem schadet ein bisschen Grün nicht:

Zutaten für 2 Personen:

250 gr Hühnerbrust, in etwa 1 cm große Würfel geschnitten

1 Eiweiß

2 TL Speisestärke

100 ml hoch erhitzbares Pflanzenöl

4 getrocknete scharfe Chilischoten

80 gr geschälte Erdnüsse

1 EL Ingwer-Knoblauch-Paste

3 gehackte Frühlingszwiebeln (nur das Weiße)

2 EL Shaoxing-Reiswein (Asialaden)

2 EL dunkle Sojasauce

2 TL scharfe Bohnensauce

2 TL Reisessig (Asialaden)

Prise Zucker

Salz

1 TL Szechuan Pfefferkörner, im Mörser grob zerstoßen

1 Handvoll junge Spinatblätter (alternativ und authentischer: Pak Choy aus dem Asialaden)

einige Tropfen Sesamöl

Die Zubereitung geht nach der Schnippelarbeit relativ flott:

Ggf. Reis aufsetzen. Hühnchenwürfel, Eiweiß, eine Prise Salz und die Speisestärke vermischen und abgedeckt für ca. eine Viertelstunde in den Kühlschrank stellen. Den Wok erhitzen und 1 EL Öl hinzugeben. Hitze senken und das Hühnchen hineingeben. Unter Rühren anbraten, bis das Fleisch weiß ist. Herausnehmen und zur Seite stellen. Hitze wieder etwas erhöhen und im Wok die zerbröselten Chilischoten zusammen mit den Erdnüssen unter Rühren rösten. Das geht blitzschnell! Unbedingt darauf achten, dass die Erdnüsse nicht schwarz werden. Ggf. die Hitze reduzieren. Jetzt die Ingwer-Chili-Paste und die Frühlingszwiebeln hinzugeben und vermischen. Etwa eine Minute anbraten. Jetzt das Hühnchen wieder dazugeben und alles gut miteinander vermischen. Reiswein, Sojasauce, Scharfe Bohnensauce, Essig hinzugeben, gut umrühren. Spinat unterheben und kurz mitgaren. Pfefferkörner ebenfalls untermischen. Auf Reis servieren und mit einigen Spritzern Sesamöl vollenden.

Ein herrlich saftig-knuspriges Gericht, das von dem Aroma des sehr eigen schmeckenden Shaoxing-Weines lebt, den Ihr wirklich nur notfalls durch Sherry ersetzen solltet.

Eine weitere interessante und etwas weniger scharfe Variante – diesmal mit Wasserkastanien – gibt es im kleinen Kuriositätenladen. Ein toller Klassiker mit unendlichen Abwandlungsmöglichkeiten…

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Die China-Restaurants der 70er und 80er Jahre haben uns ziemlich versaut. All die Lotus-Goldener Drache-Peking House-Great Wall-Rote Laternen-Butzen, die uns mit Glutamat vollgepumpt haben. Wer heute sagt, er esse gerne chinesisch, wird von dem Gros der Leute mitleidig angeschaut. Fastenspeise der Buddhisten, 8 Köstlichkeiten und Schweinefleisch süß-sauer lassen jedem halbwegs normalen Mensch kalte Schauer über den Rücken laufen. Zumindest dann, wenn man nicht das Glück hat, ein halbwegs authentisches China-Restaurant zu kennen, wie beispielsweise das Jade im Frankfurter Bahnhofsviertel. Denn dort gibt es glücklicherweise keine der o.g. Speisen – zumindest nicht auf der “echt chinesischen” Karte.

Ähnlich naserümpfend reagierte der bEdW, als ich eben jenes verpönte Schweinefleisch süß-sauer für ein Friday-Night-Home-Dinner-Date vorschlug. Dabei ist Gu Lao Rou, wie es im Süden Chinas heißt, ein ganz traditionelles Gericht. Süße und Säure im Ursprungs-Rezept sind sehr fein und leicht, nur durch Zucker und Essig hervorgerufen. Wir haben wieder einmal aus dem Buch “Die echte chinesische Küche” ein Rezept verwendet und leicht abgewandelt.

Zutaten für zwei Personen:

350 gr Schweinefilet

1 Möhre

3 Frühlingszwiebeln

halbe Salatgurke

1 Ei

1 EL Maisstärke

1 TL und 5 EL Reiswein

1 Vogelaugenchili

1/2 milde rote Peperoni

1 Stück Ingwer (1/2 Daumenlänge)

2 Knoblauchzehen

(alternativ: 1 EL Ingwer-Knoblauch-Paste)

1 EL Zucker

1 TL Essig

100 ml Pflanzenöl

2 EL Tomatenmark

Salz

Beilage: Reis

Und so geht’s: Das Schweinefleisch in dünne Scheiben und anschließend in etwa 3 cm lange Stücke schneiden. Das Ei mit Salz und 1 TL Reiswein verkleppern und mit dem Fleisch vermischen. Zur Seite stellen. Gurke und Möhre in rautenförmige Stücke schneiden. Frühlingszwiebeln in nicht zu feine Ringe schneiden. Peperoni hacken. Vogelaugenchili sehr fein hacken. Ingwer und Knoblauch schälen und sehr fein hacken – oder alternativ Ingwer-Knoblauch-Paste verwenden. Zucker mit Essig, Salz, 5 EL Reiswein, 1 EL Speisestärke und 1 EL Wasser gründlich mischen. Den Wok erhitzen und das Pflanzenöl zufügen. Abgetropftes Schweinefleisch bei hoher Hitze frittieren, bis es goldbraun ist. Aus dem Wok nehmen und zur Seite stellen. Öl bis auf einen dünnen Film aus dem Wok gießen. Tomatenmark, Chili und Peperoni sowie Frühlingszwiebeln, Ingwer und Knoblauch kurz unter Rühren anbraten. Gurke und Möhre hinzufügen und ebenfalls kurz anbraten. Die Sauce dazugeben und alles aufkochen lassen, bis sie etwas eindickt. Das Fleisch wieder zugeben und noch mal heiß werden lassen. Zusammen mit dem Reis servieren.

Ein vielfach unterschätztes Gericht, das bei Eigenherstellung leicht, lecker und deutlich besser schmeckt als die Nummer 34b beim Chinesen um die Ecke. Habt Ihr auch schon mal einen Fast-Food-Klassiker oder ein Oh-mein-Gott,das-geht-ja-gar-nicht-Gericht zu Hause selber gemacht und aus der Schmuddelecke geholt?

Dazu hat uns übrigens ganz hervorragend eine Neuentdeckung geschmeckt:

Der Helderberg Sauvignon Blanc aus dem südafrikanischen Anbaugebiet Stellenbosch ist Teil des Probierpakets, das mir Hawesko zur Verfügung gestellt hat. Nach einer ersten Enttäuschung (s. Post vom Montag) hat uns der Helderberg tatsächlich umgehauen. Mit seiner hellgelben Farbe und einer deutlichen Grapefruit-Gras-Nase ist er ein richtig waschechter Sauvignon Blanc. Das typische Stachelbeer-Aroma breitet sich dann ebenso im Mund aus wie grüne Paprika- und Unreifer-Pfirsich-Aromen. Dabei hat er angenehm wenig Säure. Unbedingt gut gekühlt trinken. Mit 8,90 Euro/Flasche kein ganz billiges Vergnügen, aber mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis.

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Mir sagen Leute oft, sie hätten keine Zeit zum Kochen. Ich glaube aber, dass meistens einfach keine Lust dazu da ist und es halt bequemer erscheint, sich eine TK-Pizza in den Ofen zu schieben. Die benötigt aber auch meist etwa 20 Minuten und braucht sogar vielleicht noch Zeit, bis der Backofen vorgeheizt ist. In dieser Zeit kann man auch durchaus ein schnelles asiatisches Gericht zubereiten, das zudem gesünder ist – manchmal sogar günstiger!

Der einzige Luxus bei der knackigen Fisch-Gemüse-Pfanne bestand darin, dass wiedereinmal der bEdW am Herd stand und nicht ich :)

Zutaten:

400 gr Rotbarsch-Filet (es kann auch ein anderer festfleischiger Fisch sein)

6 EL Reiswein

2 TL Speisestärke

2 grüne Paprikaschoten (wir hatten 1 rote und 1 grüne – aber die rote war zu süßlich. Also lieber zu grünen Paprikas greifen)

1 Stange Lauch

1 daumengroßes Stück Ingwer

2 Knoblauchzehen

2 TL Reisessig

1 EL Sojasauce

Zucker

4 EL Öl

2 EL Tomatenmark

etwas Limettensaft

Salz

optional: Flying Goose Hot Chili Sauce (Asialaden)

So geht’s:

Fischfilet in mundgerechte Stücke schneiden. In einer Mischung aus Reiswein, Speisestärke, Salz und 2 TL Wasser marinieren (mind. eine Viertelstunde). Paprika putzen, entkernen und in gleich große Stücke schneiden. Ingwer und Knoblauch schälen und sehr fein hacken. Den Lauch waschen und nur das Weiße in feine Ringe schneiden.

Den Fisch abtropfen lassen. In die Fischmarinade noch Essig, Sojasauce und Zucker einrühren.

Öl im Wok erhitzen und die Fischwürfel darin scharf anbraten. Herausnehmen und warm stellen.

Knoblauch, Ingwer und Gemüse unter Rühren anbraten. Tomatenmark ebenfalls mit anbraten. Sauce und Fischwürfel hinzugeben und vorsichtig unterheben. Mit Limette und – wer mag – der Chilisauce abschmecken.

Dazu passt Reis.

Durch das schnelle Garen im Wok ist das Gemüse noch schön knackig, der Fisch frisch und saftig. Wer will da noch eine Tiefkühlpizza?

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Ich liebe das Frankfurter Bahnhofsviertel. Nein, ICH LIEBE DAS FRANKFURTER BAHNHOFSVIERTEL! (Wem’s nur um’s Essen geht, muss bitte ein bisschen runter scrollen)

Ich mag den Mix aus leicht verwitterten Altbauten und Hochglanzfassaden:

Diesen Mix aus Bankern und Junkies, Starbucks und Dönerläden, Jugendherbergen und Designhotels, reich und arm.

Wo sonst wird man angequatscht und um “‘n bisschen Kleingeld für’s Frettchen!” gebeten. Ein Blick auf das Ding, das am anderen Ende der Leine hängt, erklärt die kuriose Bitte…

Was mir weniger gefällt, ist die auch hier galoppierende Gentrifizierung. So viele Jung-Dynamiker auf teuren Bikes und mit wehenden Sakko-Schößen, die auf dem Gepäckträger ihren Bio-Einkauf nach Hause radeln, hat man vor 5 Jahren hier noch nicht gesehen. Zwischen den abgebröselten Fassaden findet man auch mehr und mehr kernsanierte Super-Altbauten, deren gut getuchte Wohnklientel man schon daran erkennt, dass keine Satellitenschüsseln mehr an der Hauswand hängen und keine Wäsche vorm Fenster zum Trocknen aufgehängt ist.

Ich bin da immer sehr gespalten: Mit den Erfahrungen aus München, wo kaum noch ein Viertel verschont bleibt vor Investoren und darauffolgenden Mieterhöhungen, stehe ich der Erschließung “ärmlicher” Stadtteile durch das so genannte Bionade-Biedermeier skeptisch gegenüber. Andererseits: Kann ein Viertel nicht auch profitieren von frischem Wind, kaufkräftiger Klientel und neuen Gesichtern? Wird eine Gegend wie das Bahnhofsviertel nicht lebendiger, familienfreundlicher, bunter? Ich bezweifle es, ehrlich gesagt. Denn häufig sorgt der Zuzug der Besserverdienenden schlicht für höhere Preise, die sich das angestammte Publikum nicht mehr leisten kann und wegziehen muss. Die Viertel werden somit gleichförmig, eintönig und austauschbar. Der ursprüngliche Charme, der ursprünglich mal der Grund war, warum man so gerne z.B. nach Berlin Friedrichshain, Frankfurter Nordend oder München Sendling gezogen ist, geht häufig verloren.

Dabei war das Bahnhofsviertel schon bunt, lange bevor die Boogaboo-Kinderwagen kamen: Hier gab es Sex und Drogen, Multikulti, Stoff- (höhö) und Pelzhändler, Freimaurer und die Nitribitt – und, ja, auch Kriminalität und jede Menge sozialer Probleme. Ich bin ja kein Sozialromantiker. Eben alles, was eine Stadt ausmacht – nur auf engstem Raum.

(Eine ZDF-Dokureihe über die Menschen im Bahnhofsviertel gibt sehr liebevolle aber nicht romantisierende Einblicke. Und eine spannende ARD-Reportage hat mal die Geschichte der Kaiserstraße als Verbindung zwischen Bankenviertel und Hauptbahnhof aufgezeichnet. Selten habe ich gebannter vorm TV gesessen…)

Was ich am ursprünglichen Bahnhofsviertel so liebe, zeigt vielleicht diese itsy-bitsy Episode:

Auf Parkplatzsuche nach Feierabend, um meine Freundin M. im China-Restaurant “Jade” (ja, kommt gleich!) zu treffen, hat es mich in den etwas schäbigeren, schmuddeligeren Teil der Moselstraße verschlagen. Einzig freier Parkplatz: Direkt vor dem Eingang einer neonbeleuchteten Peep Show. Super! Nach unserem Abendessen (bitte noch etwas Geduld, es ist gleich soweit) und auf dem Weg zum Wagen, habe ich gesehen, dass sich ein Fahrer schwer tat, in die kleine Lücke hinter meinem Auto zu kommen. Gleich zwei etwas halbseiden wirkende Koberer halfen ihm durch Handzeichen und viel Tam-Tam.  Ich also schnell hin: “Moment, ich fahr’ doch eh weg, dann habt ihr’s leichter!”. Die drei schweren Jungs: beeindruckt und scheinbar nicht gewohnt, dass eine Frau aus einem offensichtlich anderen Gewerbe nicht einfach nur mit gesenktem Blick vorbei geht, sondern Hilfe anbietet. Zum Lohn wurde ich jetzt meinerseits mit viel Gestikuliere und Galanterie aus der Parklücke gewunken, der durchfahrende Verkehr theatralisch zurückgehalten, um mich rauszulassen. Und für einen Plausch reichte es auch noch. Koberer: “Kommst aus Minga?” (das Nummernschild entlarvt mich derzeit noch) Ich: “Jo, scho!” Darauf folgte ein netter Plausch über woher und wohin, wo gewohnt und warum weggezogen, München vs. Frankfurt - alles, während das Nachtleben im Rotlichtviertel weiterlief. Zum Abschied noch ein hinterher gewunkenes: “Komm gut heim!”, begleitet von einem “Gebt’s a Ruh!” zu den hupenden Wagen hinter mir.

Ich hoffe sehr, dass auch dieser weniger vorzeigbare und nicht in das Bankfurt-Image der Stadt passende Teil des Bahnhofsviertels nicht schon bald Tagescafés, Designer-Kinder-Boutiquen und Elektro-Bike-Shops weichen muss. Frankfurt wäre um mindestens eine Facette ärmer…

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He, das musste mal raus! Und wer jetzt neugierig geworden ist, der geht einfach selber mal hin. Gucken und staunen. Und setzt sich bei schönem Wetter auf die langen und wackligen, bunt gedeckten Tische (mit Kleenex-Box statt Servietten) aufm Bürgersteig vor das “Jade (Magic Wok)” (Moselstraße 25):

Nicht zu verwechseln mit dem Laden gegenüber, der dummerweise AUCH “Jade (Asian Food)” heißt:

Zu viel Kreativität bei der Namensfindung kann man den Betreibern jedenfalls nicht vorwerfen. Also: Das grüne Schild führt Euch aber zum RICHTIGEN Lokal.

Hier dann bitte auch die richtige Karte bestellen. Nicht das in Plastik gebundene Touristen-Teil, sondern einfach nach der “anderen Karte” fragen. Oder der “chinesischen Karte“. Die ist hellblau und aus dicker Pappe. Und darin befinden sich laut meiner Freundin M., der Weltreisenden, ECHTE chinesische Gerichte, die so schmecken wie in China oder zumindest in Chinatown in San Francisco. Dazu ordert man Jasmin Tee oder den herrlich erfrischenden hausgemachten Ice Tea.

Am besten verschiedenste Gerichte aussuchen und miteinander teilen. Hier kann man dann noch mal entscheiden zwischen kleineren und größeren Portionen. Je nachdem, ob einer alleine oder mehrere mitessen möchten. Wir hatten

Seetang-Suppe mit Tintenfischbällchen und Wan-Tans. Dampfend, würzig, fischig, unfassbar gut. Ein echter Gesundbrunnen. Außerdem:

Wasserspinat mit frittiertem Knoblauch, Chili und Bohnensauce. Knackig, frisch, wahnsinnig aromatisch.

Frittierte Tintenfisch-Tulpen mit Szechuan-Pfeffer und Chili. So knusprig (außen) und wunderbar zart (innen). Eines der leckersten Gerichte, das ich je gegessen habe. Ich bin süchtig!

Danach kommt auf Kosten des Hauses noch ein kleiner Nachtisch und etwas Obst. Trotzdem wollten wir noch nicht gehen. Es war warm, wir konnten Leute gucken und alte Geschichten austauschen, neue erzählen und über den Wandel des Viertels philosophieren, in dem wir damals gemeinsam bei meinem “ersten Inder” waren, als es noch anders aussah links und rechts der Kaiserstraße.

Und so viel Philosophie macht hungrig. Wer ständig Essensgerüche von den Nachbartischen in der Nase hat, bestellt sich halt nach dem Nachtisch noch einen Teller gebratene Nudeln mit Sea Food und verlässt satt, glücklich und mit einem wunderbar warmen “homecoming”-Gefühl das “Jade”. (Beim nächsten Mal folge ich noch mal M.s Tipp und probiere den chinesischen gedämpften Fisch, der zum Tagespreis frisch auf den Tisch kommt!)

Ach ja, für all das Essen und Trinken haben wir an dem Abend insgesamt etwa 45 Euro bezahlt. Wer weiß, wie lange man solche Perlen noch findet im heiß geliebten Bahnhofsviertel?

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Suchbild: Was haben diese beiden gemeinsam?

Vor 125 starb der Kini (aka Ludwig II. von Bayern aka Sissis Cousin aka Der Märchenkönig aka Helmut Berger in Viscontis Film etc.) unter mysteriösen Umständen. Allerlei Theorien ranken sich noch heute um seinen Tod. Ein Spaß für jeden Verschwörungstheoretiker. Deshalb kann selbst ein erklärter Anti-Monarchist wie ich sich dem Faszinosum “Wiggerl” kaum entziehen.

Des einen Todestag war der anderen Geburtsstunde: Vor 125 Jahren wurde die Maggi-Flasche erfunden! Und selbst in einem Glutamat-freien Haushalt wie unserem findet sich gaaaaanz tief hinten im Küchenregal ein Fläschchen. (2009 abgelaufen!)

Kein Monarchist, keine Glutamat-Schleuder und trotzdem beides im Haus? Ich habe nie behauptet, dass ich auf Prinzipien reiten würde ;-)

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Nicht, dass wir knapp an Wein wären… Aber bei den Schlagworten “Sommer”, “Weißwein”, “erfrischend” muss man doch einfach zugreifen, oder?

Jedenfalls habe ich mir das Probierpaket “Spanische Sommerweine” gleich bestellt. Das Video auf stern.de  mit den beiden Kritikern ist sympathisch-dilettantisch (aber viel zu lang!). Überspringt am besten die ersten 1:17 Minuten. Dann geht’s endlich um die Weine. (Warum immer alles mit “Take Five” unterlegt werden muss. Gähn!) Viel lernt man aus dem Video eh nicht. Deshalb: Lieber selber ausprobieren! Ich halte Euch auf dem Laufenden.

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Ok, der blöde Kalauer aus der Headline hat wirklich ‘n Bart. Aber wer wie ich den Film “Die üblichen Verdächtigen” liebt (Achtung! Wer den Film noch nicht kennt: Der Wikipedia-Artikel ist voller Spoiler!!!), der denkt wahrscheinlich selbst manchmal bei Soßen an Keyser Soze, den unfassbar bösen und mysteriösen Unterweltboss aus dem Film.

Bohnensauce – oder besser: scharfe Bohnensauce - ist eine schnelle, günstige Zutat, um einem Gericht einen exotischen Kick zu geben.

So wird aus Rindfleisch mit Gemüse, Ingwer und Knoblauch eine wahnsinnig schmackhafte Wok-Pfanne. Wann immer der bEdW Rindfleisch und Gemüse zubereitet, nötige ich ihn, die Bohnensauce auszupacken! Es gibt eine scharfe und eine “normale” Variante. Beide Sorten Bohnensauce gibt’s im Asia-Laden. Sie hält sich im Kühlschrank auch geöffnet mehrere Wochen.

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Ich liebe dieses Internet! Da entdeckt man beispielsweise, das eine hochverehrte Bloggerin wie Anke Gröner genauso Yotam Ottolenghi verfallen ist wie ich.

Ihre (Koch-)Bibel ist derzeit “Genussvoll vegetarisch”, meine “Ottolenghi: The Cookbook”, aus dem ich hier und hier und hier schon was gekocht habe. Sollte ich beim nächsten London-Besuch mal ein bisschen mehr Zeit haben als Flughafen-Meeting-Flughafen, muss ich UNBEDINGT mal bei Ottolenghi vorbeischauen.

Auf der Suche nach einem schnelle, würzigen Abendessen bin ich an einem Tofu-Rezept hängengeblieben. Und obwohl ich kein Tofu-Fan bin, dachte ich mir, dass Frau Gröner UND Ottolenghi so falsch nicht liegen können und habe das in Ankes Blog schon mal gepostete Gericht nachgekocht. Für eine Person und als kleines Abendessen habe ich die Menge, die Anke angibt, geviertelt.

Das war mehr als ausreichend, weil Tofu unwahrscheinlich satt macht. Außerdem habe ich statt der Pfefferkörner Szechuan-Pfeffer genommen, weil ich der Meinung war, dass diese “spitze” Schärfe besser zum Gericht passt. Allerdings würde ich beim nächsten Mal dann weniger als einen EL nehmen… Zum Schluss kamen dann noch einige Tropfen Sesamöl über das Gericht – kann man machen, muss man aber nicht. Das Öl kommt kaum gegen die Schärfe an. Aber bei weniger Szechuan-Pfeffer, taugt es vielleicht doch. Ich werde es noch mal ausprobieren.

Das Abendessen war wirklich schnell zuzubereiten und dank des Räuchertofus auch für Skeptiker wirklich lecker. Mir fehlte allerdings ein bisschen was Frisches. Etwas knackiges und nur noch kurz mitgeschwenktes Gemüse (Kaiserschoten? Stangensellerie?) könnte da Abhilfe schaffen. Oder man isst den Tofu nach einem knackigen asiatischen Salat.

Auf jeden Fall fange ich an, mich mit Tofu anzufreunden und werde auch mein Ottolenghi-Kochbuch mal wieder hervorholen. Danke, Anke!

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Dieses Gericht ist eine Variante von Shui Zhu Niu Rou, des gebrühten Rindfleischs mit Spinat, das ich hier schon mal vorgestellt habe.

Es ist ebenfalls relativ flott zuzubereiten und braucht nicht zu viele exotische Zutaten. Insgesamt benötigt Ihr für 4 Personen:

500 gr Rinderhüftsteak

2 EL Reiswein

1 EL Maismehl

4 EL Sojasauce

3 EL Erdnußöl

250 gr Wasserspinat (“Morning Glory” gibt es in manchen Asialäden) – alternativ: Pok Choy, jungen Blattspinat und/oder Chinakohl

2 EL gesalzene schwarze Bohnen oder schwarze Bohnensauce (Asialaden) Wer es schärfer mag, nimmt die Scharfe Bohnensauce oder Chili Bohnensauce, die es ebenfalls im Asialaden gibt

2 TL frisch gehackter Ingwer

2 Knoblauchzehen, fein gehackt

optional: 1 grüne und eine rote Chilischote, in feine Streifen geschnitten

1 EL Sesamöl

1 EL Sesamsamen

1 TL Zucker

2 TL Erdnußöl (zusätzlich zu s.o.)

So geht’s:

Das Fleisch parieren und gegen die Faser in schmale Streifen schneiden. Reiswein, Maismehl und 2 EL der Sojasauce mit 1 EL Erdnußöl in einem tiefen Teller verrühren und das Fleisch zugeben. Gut mit der Marinade vermischen und zugedeckt etwa 20 Minuten in den Kühlschrank stellen. Den Spinat waschen, trockentupfen, von Wurzeln befreien und die Blätter von dem Strunk trennen. Beide Teile des Spinats benötigen nämlich unterschiedliche Garzeiten. Falls Ihr Pok Choy und Chinakohl benutzt, solltet Ihr ebenfalls Blatt und Strunk separat voneinander verwenden.

Schwarze Bohnen unter kaltem Wasser abspülen, abtropfen lassen und mit einem Löffelrücken zerdrücken. Wenn Ihr Bohnensauce nehmt, könnt Ihr die Bohnen untermischen oder ausschließlich die Sauce verwenden. Fleisch aus dem Kühlschrank holen, abtropfen lassen und die Marinade weggießen.

Jetzt 1 EL Erdnußöl in einem Wok erhitzen und das Fleisch darin bei starker Hitze in mehreren Portionen schnell anbräunen aber nicht durchgaren lassen. Aus dem Wok nehmen und zur Seite stellen.

Jetzt das restliche Erdnußöl in den Wok geben und Ingwer, Knoblauch, Chillies und den schwarzen Bohnen (Bohnensauce) darin ein bis zwei Minuten andünsten. Fleisch, Zucker und die restliche Sojasauce zugeben und kurz dünsten, bis das Fleisch durch ist. Alles aus dem Wok in eine Schale gießen und abgedeckt warm stellen (etwa in einem leicht vorgeheizten Ofen).

Jetzt den Wok mit Küchenpapier auswischen und die zusätzlichen 2 TL Erdnußöl erhitzen.Spinatstengel und etwa 1 EL Wasser für eine knappe Minute dünsten. Jetzt die Blätter zugeben und rühren, bis sie in sich zusammenfallen. Auf einen Teller geben und mit dem Rindfleisch anrichten.

Etwas Sesamöl und einige Sesamkörner über das angerichtete Gericht geben – sofort servieren.

Klingt kompliziert – aber wenn man alle Zutaten vorbereitet, parat stellt und sich die einzelnen Schritte gut einplant, geht das Gericht schnell und ist wahnsinnig lecker.

Ich bin kein Fan von Kitsch-Dekos (ok, manchmal schon!) und reduziere gerade beim Essen die Deko lieber auf einige wenige Stücke. Aber die schöne Silberplatte, die meine Eltern uns geschenkt haben, stelle ich gerne mit ein paar Lichtern und (Achtung, jetzt kommt der Kitsch!) einer Lotusblüte sowie dem kleinen dicken Buddha aus Holz auf den Tisch. “Too much!” oder “Geht grad noch so!”?  

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Das Gericht stammt aus dem Osten Chinas, der bekannt ist für Shaoxing, den chinesischen Reiswein. Der darf natürlich auch bei diesem Rezept nicht fehlen. Es stammt, wie so viele in diesem Blog aus dem GU-Kochbuch “Die echte chinesische Küche”. Es hat laut Kochbuch nur rund 90 Kalorien pro Portion, wird lauwarm gegessen und ist minutenschnell zubereitet. Ideal also für einen leichten Abendsnack.

Zutaten:

150 gr Stangensellerie

1 TL Sesamöl

Salz und Pfeffer

300 gr rohe geschälte Garnelen

20 gr Lauch

30 gr Ingwer

400 ml Hühnerbrühe

1 TL Reiswein

Sellerie putzen, waschen und die Fäden abziehen. Dann in 4 cm lange STücke schneiden und in kochendem Wasser etwa eine Minute blanchieren. Herausnehmen und mit 1 TL Sesamöl, Salz und Pfeffer mischen, auf einem Teller anrichten. Garnelen kalt abspülen und trockentupfen. Dann in ca. ein Zentimeter breite Scheiben schneiden. Lauch und Ingwer putzen bzw. schälen und ebenfalls in Scheiben schneiden. Hühnerbrühe mit 1 TL Reiswein zum Kochen bringen und Garnelen darin etwa 30 Sekunden garen. Anschließend die Garnelen herausfischen, abtropfen und abkühlen lassen. Anschließend auf dem Sellerieanrichten und eventuell mit Selleriegrün garnieren.

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Also ich glaube ja, dass irgendwo Menschen sitzen, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als sich lustige Namen und Geschichten für China-Kochbücher auszudenken. Und wahrscheinlich kichern Chinesen über die blöden Hobbyköche, die diese Geschichten und Namen für bare Münze nehmen. Oder es ist alles ganz anders: In China hat das Essen einen dermaßen hohen und schon kultisch zu nennenden Stellenwert, dass es ganz normal ist, Gerichten einen Namen und die Geschichte dazu weiterzugeben.

Mit den Fisch-Nudeln der Schwester Song hat es jedenfalls auf sich, dass eines Tages der Qing-Kaiser Qianlong auf einer Inspektionsreise in einer Hafenstadt am Yangtse ankam. Hier bot ihm eine Fischerfrau mit dem Namen Schwester Song das nachstehende Gericht – Fisch mit Nudeln – an. Seitdem heißt es Fischnudeln der Schwester Song.

Aber egal, ob das jetzt so stimmt oder doch in einem Sweatshop für Kochbuchschreiber ausgedacht wurde: Es ist eines unserer absoluten All-time-favorites und schmeckt sowohl an kalten, winterlichen Tagen ebenso wie im Angesicht der ersten Frühlingssonnenstrahlen. (Das Rezept stammt aus dem GU-Kochbuch “Die echte chinesische Küche”, aus dem wir regelmäßig kochen. Sehr empfehlenswert!)

Hier die Zutaten für 2 Personen (als Hauptgericht nach einer Vorspeise)

200 gr Fisch (weiß und festfleischig sollte er sein. Im Original wird Süßwasserfisch verwendet)

2 EL Reiswein

1 Eiweiß

1 TL Maisstärke

Salz

60 gr Bambussprossen (gibt es frisch im Asialaden. Die im Glas eingelegten sind oft zu streng und labberig. Wenn man nur diese bekommt: mit Wasser abspülen und gut abtropfen lassen.)

3 EL Pflanzenöl

30 gr scharfe Bohnensauce (Asialaden)

 2 TL Sojasauce

100 ml Hühnerbrühe

250 gr chinesische Weizennudeln (Asialaden)

Die Zubereitung dauert rund eine halbe Stunde:

Das Fischfilet in kleine, ca. 5mm feine, Würfelchen hacken. Die Maisstärke in etwas Wasser auflösen und mit dem Eiweiß, 1 EL Reiswein und etwas Salz vermischen. Den Fisch darin mind. 10 Minuten marinieren. Die Bambussprossen ebenfalls sehr klein würfeln. Das Öl imWokerhitzen und den Fisch unter ständigem Rühren anbraten. Bambus ebenfalls kurz mit anbraten. Dann beides herausnehmen und zur Seite stellen. Die Bohnenpaste im verbleibenden Öl anbraten und rühren, bis es würzig riecht. Dann 1 EL Reiswein, 2 TL Sojasauce und die Brühe angießen und zum Kochen bringen. Fisch und Sprossen wieder dazugeben und einmal aufkochen. Währendessen die Nudeln gar kochen, abgießen und abtropfen lassen. Auf Schüsseln verteilen und die Fischsauce darübergeben und servieren.

Das Essen sieht ziemlich unspektakulär aus, schmeckt aber dank der Bohnensauce sehr würzig und nur leicht fischig – eignet sich also auch beispielsweise Gäste, die nicht so sehr die großen Fischliebhaber sind.

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Ich weiß nicht, wie es Euch geht. Aber wir haben abends oft noch Lust gemeinsam etwas zu essen und bei einem Glas Wein zusammen zu sitzen. Aber je später der Abend und je intensiver der Tag desto schneller sollte das Abendessen gehen – ohne dabei auf gesunde, knackige Zutaten zu verzichten. Das sind ganz schön viele Anforderungen… Bewährt haben sich bei uns Varianten von asiatisch gewürztem Gemüse mit wahlweise Hühnchen oder Shrimps (oder vegetarisch) sowie Reis, Nudeln oder ohne Kohlehydrate – also eigentlich unzählige Möglichkeiten, Hauptsache asiatisch spicy gewürzt :)

Für die heutige Variante hatten wir folgende Zutaten:

300 gr Hühnerbrust

1 große Karotte

1/2 Zucchino

4 Stangen Sellerie und etwas Sellerieblätter

1 rote Paprika

1 großes Stück Ingwer

3 Knoblauchzehen

1 EL rote Currypaste (hier kann man je nach Geschmack auch weniger nehmen)

1 kleingehackte Chilischote

Sojasauce

etwas Salz

Chiliöl

Eiernudeln (aus dem Asialaden o. notfalls auch traditionelle aus’m Supermarkt)

Für die Hühnermarinade: helle und normale Sojasauce, Mirin (Reiswein), 1 TL Maisstärke, 1 EL Rapsöl

So geht’s: Die Marinade zusammenrühren, das Hühnchen in 2×2 cm große Stücke schneiden und etwa eine Stunde marinieren.

In dieser Zeit das Gemüse stifteln, Ingwer schälen und stifteln, Knoblauch klein hacken usw.

Jetzt etwa 1 EL Chiliöl im Wok erhitzen und das marinierte Hühnchen darin anbraten. Hühnchen aus dem Wok nehmen und Chili, Knoblauch und Ingwer anbraten. Currypaste ebenfalls anbraten. Möhre und Sellerie gemeinsam in den Wok geben und unter Rühren garen. Das übrige Gemüse zugeben und ebenfalls unter Rühren garen. Mit Sojasauce und Salz abschmecken.

Währendessen die Eiernudeln gar und bissfest kochen, abschütten und zum Schluss in den Wok geben. Alles mischen, servieren und mit dem gehackten Selleriegrün garnieren.

Schnell, lecker, leicht und gesund! Was kann man mehr von einem Abendessen erwarten? Ach ja, Wein :)

Der Vicomte de Castelbajac (6,50 Euro bei Hawesko) ist ein fruchtiger Weißer, der gut gekühlt zu Hühnchen- oder Fischgerichten passt. Schön spritzig und ohne viel Tam-Tam. Perfekt für einen “Küchenwein”.

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