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Archive for the ‘Hessen’ Category

Der Küchen-Atlas rief einen ganzen Monat lang dazu auf, Rezepte aus der Region, Zutaten mit regionalem Touch und alles rund um das “Heimatgefühl im Magen” zu sammeln und zu bloggen.

Blogparade: Regionale Küche

Ich hätte dafür gerne in Riesling gebadet und Eimer-weise Grüne Sauce angesetzt. Aber die Zeit fliegt mal wieder, so dass ich wenigstens ein bisschen im Archiv kramen konnte und meine hessischen Klassiker hier gesammelt poste. Viel Spaß beim Stöbern!

Forellen aus der glasklaren, kalten, mineralischen Wisper, die vom Taunus in den Rhein fließt, schmecken köstlich! Wo Ihr sie bekommt und was Ihr damit machen könnt, seht Ihr hier.

Die Frankfurter Grie Soß macht fast jede hessische Hausfrau anders. Aber natürlich machen nur meine Oma, meine Mutter und ich absolut richtig. Klaro, oder? Also: NIEMALS Dill, NIEMALS Mayonnaise! Was in eine echte Grie Soß kommt, lest Ihr hier.

Das Weingut Höhn, das quasi in meiner Nachbarschaft liegt, baut nicht nur den typischen Riesling an, sondern auch einen ganz phantastischen Sauvignon Blanc. Die Terrasse ist außerdem fast so schön wie in der Toskana. Versprochen!

Mit Sauerkraut, Rippchen (oder Frankfurter) und Kartoffelbrei werden hessische Kinder großgezogen. Das steckt uns ebenso im Blut wie Äppelwoi. Aber Vorsicht! Wer das nicht von kleinauf gewohnt ist, den kann die Kombi Sauerkraut/Äppler echt aus den Latschen kippen – bzw. auf die Toilette treiben…

Erbarme! Zu spät! Die Hesse komme! Die hessische Nationalhymne der Rodgau Monotones mit der legendären Zeile “unser David Bowie heißt Heinz Schenk” könnt Ihr in diesem Beitrag hören. Und gleichzeitig sehen (glücklicherweise nicht riechen), wie der legendäre Handkäs mit Musik (sprich: Mussig!) aussieht.

Jetzt kommt wieder die Erkältungszeit. Auch da hat der Hesse einen Trumpf im Ärmel: Heißer Äppelwoi mit Gewürzen. Weniger stark als Glühwein, schön säuerlich-frisch und ein echtes Lebenselexier im Winter.

Seid Ihr schon mal im Rheingau gewandert? Durch Weinberge voller Riesling hindurch. Von Schloss zu Schloss? Nein? Dann habe ich hier einen Tipp für Euch – mit herrlichem Blick auf den Rhein… Und einen weiteren mit viel Historie hier.

Noch ein Klassiker, der in meiner Heimat natürlich am allerallerallerbesten schmeckt: Kartoffelsalat. Ohne Mayonnaise. Ohne Gedöns. Schlicht und köstlich.

Ich mag viele Dinge an meiner hessischen Heimat. Was aber wirklich immer wieder wunderbar zu erleben ist, ist die sprichwörtliche Offenheit und Toleranz der Frankfurter gegenüber allem Fremden. Das war ich nach zehn Jahren in München so nicht mehr gewohnt. Ein Beispiel für entspanntes Multikulti-Leben (mit allen Licht- und Schattenseiten) ist das Frankfurter Bahnhofsviertel. Immer einen Besuch wert – zum Beispiel, um echt chinesisch essen zu gehen. (Achtung, Anekdoten!)

Und falls Ihr aus der Ecke kommt und ein paar Einkaufs- oder Ausgehtipps braucht, schaut doch mal hier im Blog unter den Reitern “Über’n Ladentisch” und “An fremden Tischen”.

Ich bin sehr gespannt, was für Rezepte und Einkaufstipps zusammenkommen. Denn ich liebe die Vielfältigkeit der deutschen Küche und sammle immer gerne die Leibgerichte von Kollegen und Freunden, die aus allen Ecken der Republik stammen.

Wenn Ihr Euch auch für regionale Spezialitäten begeistert oder vielleicht sogar manchmal Heimweh habt, dann solltet Ihr unbedingt beim Küchen-Atlas vorbeisurfen! Ich kann die Zusammenfassung kaum erwarten…

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Ihr habt mir zum dritten Bloggeburtstag so viele wunderbare Dinge in die Kommentare geschrieben. Ich war sehr gerührt und habe mich über jeden einzelnen Beitrag sehr gefreut! DANKE!

Es gab aber trotz allem “Bleib, wie Du bist!” auch einige Anregungen. Etwa von Stefanie vom Blog Genusssucht: Mehr Weintipps, mehr Lokalkolorit. Könnt Ihr haben :)

Ich hab’ da auch gleich was für Euch. Ihr erratet es nie:

höhn

Nein, diese Terrasse liegt nicht auf den Hügeln vor Florenz. Und Ihr könnt Euch noch so anstrengen – die Kuppel des Doms von Siena werdet Ihr am Horizont auch nicht entdecken.

Ein klein bisschen weiter rechts, unten im Tal fließen auch weder Arno noch Tiber, sondern das gute alte Väterchen Rhein.

Und statt 8 Stunden Fahrt und  langen Wartezeiten am Brenner brauchen wir auf dem Weg zu dieser Terrasse von uns aus keine 10 Minuten.

Das nenne ich Glück! Oder besser: Weingut Höhn.

Durch einen Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sind wir auf das Weingut in der Nachbarschaft aufmerksam geworden. Denn vermutet hätten wir im Neubaugebiet auf dem Wiesbadener Freudenberg alles nur keine Gutsschänke!

Mittwoch bis Sonntag (und an Feiertagen) von 16 bis 24 Uhr kann man hier herzhaft regional essen (der Spundekäs’ ist hausgemacht und einer der besten in der Region!) und natürlich auch die hauseigenen Weine genießen. Erst vor zehn Jahren sind die Höhns auf den Freudenberg gezogen. Deswegen ist die Gutsschänke auch erfrischend modern, offen, mediterran eingerichtet und weniger piefig, holzgetäfelt als viele andere im Rheingau. (Kann da bitte mal frischer Wind durch’s Mittelrheintal fegen?)

Wer “nur” Weine verkosten und einkaufen möchte, kann das in der Vinothek Montag bis Freitag zwischen 17 und 19 Uhr, oder samstags zwischen 10 und 14 Uhr.

Seit 2010 ist das Weingut Mitglied de rUmweltallianz Hessen und nach EcoStep zertifiziert.

Was uns besonders gefallen hat (außer dem Blick! Hatte ich den schon erwähnt?), war die Bandbreite der Weine: Zwar gibt es natürlich (!) Riesling und Spätburgunder. Die Familie Höhn baut aber auch – untypisch für den Rheingau – Chardonnay und Sauvignon Blanc an, unsere absolute Lieblingstraube!

Angebaut in der Weinlage Schiersteiner Hölle, kann der Sauvignon Blanc locker mit seinen Brüdern und Schwestern aus Frankreich mithalten. Er ist vielleicht weniger stachelbeerig und ist etwas weicher in der Säure. Aber dafür, dass er quasi aus unserem Vorgarten stammt und nicht von der Loire, hat er uns ausgezeichnet geschmeckt (Flasche je 6,50€).

Eine Flasche Weißburgunder wartet noch darauf geöffnet zu werden. Aber vielleicht verkoste ich auch erstmal ein Glas davon vor Ort bei einer Portion Spundekäs’ – und genieße den Blick, während ich die Wochen bis zum nächsten Toskana-Urlaub zähle…

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Helau! Heute gibt’s ein klassische Fassenachts-Essen aus Hessen!

Hessen kulinarisch bedeutet für mich Grie Soß, Handkäs, Äppelwoi, Sauerkraut! (Natürlich nicht in dieser Zusammenstellung!).  Im Münchner Exil habe ich oft von richtig saurem, knackigen Sauerkraut geträumt. Die bayerische Variante ist lecker – für meine hessische Seele aber zu verkocht und nicht sauer genug. (Leute, das heißt doch nicht ohne Grund SAUERkraut!). Auch die Varianten mit Champagner oder Wein sind delikat. Awwer halt kaan hessisches Sauerkraut!

Sauerkraut muss Dir das Hemd in die Hose ziehen - und hat zusammen mit Äppelwoi eine verheerende Wirkung auf die Verdauung. Ungeübte und Zugereiste sollten sich unbedingt in der Nähe einer (schalldichten!) Toilette befinden, wenn sie die Klassiker der hessischen Küche erstmals und unvorbereitet gemeinsam genießen.

Klassisch kommt das hessische Sauerkraut natürlich mit Rippchen auf den Teller. Auch werden gerne kleine Leber- oder Blutwürste auf dem Kraut liegend gegart. Sehr köstlich! Ich mag’s aber auch gerne mal etwas einfacher: Mit Kartoffelpüree und Frankfurter Würstchen!

Glücklich, wer noch eine Oma hat, die das Sauerkraut selber einschneidet und im kühlen Keller reifen lässt. Meine kann dies seit einigen Jahren leider nicht mehr. Und für immer kleiner werdende Haushalte lohnt sich der Aufwand auch kaum. Zudem stinkt das vergärende Kraut wirklich haarsträubend. Aber nach Wochen des Reifens das erste Sauerkraut der Saison zu testen, war immer ein Erlebnis. Wer also einen kühlen Keller mit einer gut schließenden Tür hat, sollte das Selbereinschneiden unbedingt mal ausprobieren!

Unser Kraut kaufen wir jedenfalls lose auf dem Wochenmarkt. Aber auch viele Metzger bieten es an. Auch aus der Dose (z.B. Sonnen Bassermann oder – empfohlen aber nicht selbst getestet – Manufactum) kann es schmecken, wenn es anschließend originalgetreu zubereitet wird.

Zutaten für das Kraut als Beilage für 2 Personen:

500 gr Sauerkraut

1 kleine Zwiebel, fein gehackt

1 EL Butter

4 Wacholderbeeren

2 Lorbeerblätter

2 TL Kümmelsamen

ca. 125 ml Apfelwein

So geht die denkbar einfache Zubereitung:

Die Butter in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel darin glasig anbraten. Nun das Sauerkraut hinzugeben und mit dem Apfelwein angießen. (Achtung: Lieber erstmal weniger Flüssigkeit nehmen, da Kraut manchmal noch viel Wasser zieht. Lieber später noch etwas zugießen. Falls Apfelwein übrigbleibt: Einfach selber trinken :)) Wacholderbeeren, Lorbeerblätter und Kümmel in das Kraut mischen, Deckel drauf und bei kleiner Hitze etwa 45 min leise köchelnd garen.

Währendessen könnt Ihr 4 mittelgroße, mehlig kochende Kartoffeln schälen, würfeln und gar kochen. Wasser abgießen, Milch und Butter hinzugeben und Kartoffeln zerstampfen. Mit Salz und Muskat abschmecken.

Frankfurter etwa 15 min in heißem aber nicht kochendem Wasser gar ziehen lassen.

Übrigens: Wer kein Kartoffelpü mag, serviert Sauerkraut und Frankfurter klassisch mit einer Scheibe Brot.

Alles mit dem weltbesten Senf servieren, ein Glas Äppelwoi ausm Gerippten dazu und den Weg zur Toilette möglichst freihalten.

Warum Fassenachts-Essen? Ich denke, weil die Zubereitung nebenher läuft und man sich ganz auf die Feierei konzentrieren kann. Außerdem vertreibt das saure und vitaminreiche Sauerkraut jeden Kater.

En Guude!

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“Was kommt denn da für’n wüster Krach aus Frankfurt, Darmstadt, Offenbach? Was lärmt in Kassel, Gießen und Wiesbaden bloß so gnadenlos?”

Als in den frühen 80ern die Neue Deutsche Welle tobte, erlebten auch die Rodgau Monotones bundesweit Charterfolge und brachten hessische Mundart ins Radio. Neben “Ei, gude wie?”, “Volle Lotte” oder “St Tropez am Baggersee” werden sie auch heute noch geliebt für die Hymne aller Hessen: “Die Hesse komme!”.
Ob bei Spielen der Frankfurter Eintracht oder in den Betreffzeilen elterlicher Emails, die Besuche in München ankündigten: Die Hymne ist längst jedem Hessen in Fleisch und Blut übergegangen.
Meine Lieblingszeile im Lied ist und bleibt übrigens: “Unser David Bowie heißt Heinz Schenk” Das ist in seiner Absurdität einfach nicht zu übertreffen und bringt den bEdW (Hesse ehrenhalber!) und mich immer zu Lachtränen, wenn wir’s hören.
Während man als Kind eigentlich eher immer peinlich berührt war, wenn man mit den Eltern den “Blauen Bock” gucken musste in guter alter Samstagabendtradition, ist Schenk heute irgendwie Kult – sicherlich auch wegen seines Auftritts in Hape Kerkelings “Kein Pardon!”.
Das passende Essen zum Lied ist – NATÜRLICH – Handkäs mit Musik!
Apropos:
Liebe Touristen in Sachsenhausen: Das muss man unbedingt “Mussig” mit Betonung auf der ersten Silbe aussprechen! “Handkäse mit Musiiiiiik” ist einfach nur schlimm und tut jedem Einheimischen in der Seele weh. Also, bitte unser sensibles Gemüt schonen und “Mussig” sagen :)
Für die Zubereitung eines echten Handkäs mit Musik benötigt Ihr folgende Zutaten:
2 Handkäs (ersatzweise Harzer Käse)
1 kleine Zwiebel, sehr fein gehackt
eine Prise Kümmelsamen
Pfeffer, frisch gemahlen
Wein-Branntweinessig (nach Geschmack – ich nehme immer ordentlich, also etwa 4 EL)
Rapsöl, etwa 2 EL
Dazu gehört unbedingt eine Scheibe Sauerteig- oder Roggenbrot mit dick Butter drauf! Denn was dem mageren Handkäs an Fett fehlt, gleicht der Hesse gern mit doppelt Butter aufm Brot wieder aus…
Zwei Dinge gilt es beim Handkäs zwingend zu beachten:
1) Ganz wichtig bei der “Zubereitung” ist, dass der Handkäs vorm Servieren nicht mit Essig in Berührung kommt. Essig macht den Käs zäh und weißlich, also ziemlich ungenießbar.
Deshalb das Dressing aus Essig, Öl, Pfeffer, Zwiebeln und Kümmel ruhig schon mal anrühren und dann vor dem Servieren über den Käs geben.
2) Den Handkäs isst der Frankfurter mit Messer. Und zwar NUR mit Messer. Man schneidet ein Stück ab und fährt mit dem Stück in der “Mussig” rum, damit das Scheibchen möglichst viel Soße aufnimmt. Dann spießt man es mit dem Messer auf und isst es anschließend entweder direkt vom Messer oder – für feinere Leute – von der Brotscheibe, auf die man das Stückchen vorher legt. Wer Handkäs mit Messer und Gabel isst, outet sich als Auswärtiger. Das ist nicht schlimm, da gerade Frankfurter sowas von tolerant sind. Aber an den Handkäs gehört einfach “kaa Gawwel”!
Dazu gibt es dann ein Glas Ebbelwoi – sauergespritzt oder pur. Wer süßgespritzten bestellt – also Ebbelwoi mit Limo! -, der muss mit “Uffreschung” beim Wirt rechnen:
Denn bei aller Toleranz: E bissi schlecht druff und grad enaus isser halt schon, der Hesse, gell?
Weil der Handkäs aber auch für gehetzte Frankfurter Banker ebenso geeignet ist wie für Agentur-Schnecken oder kinderreiche Familien, ist er mein Beitrag für die Cucina Rapida im September!

Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

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Blog-Events wollen natürlich “frische” Rezepte und nichts aus dem Archiv. Aber die Frankfurter Grie Soß ist so ein Klassiker, der in Frühling und Sommer bei uns permanent auf’m Tisch ist, dass das Gericht eigentlich immer aktuell bleibt.

Nichts schmeckt frühlingshafter, leichter, kühler und frischer als das hessische Nationalgericht. Nach langen Wintern ist die Sauce ein echter Seelenschmeichler, der zu Spargel ebenso passt wie zu Bratkartoffeln.

Obwohl ich das Ursprungsrezept, an dem seit Jahrzehnten nichts verändert wird, hier schon mal gepostet hatte (als 4. Blog-Post überhaupt), habe ich eine ganz frische Portion für “Cookbook of Colors: Hellgrüne Rezepte für den Mai” zubereitet:

Wenn das mal nicht hellgrün ist!

Und das Beste: Auch für den nächsten Monat, wenn die Farbe “grün” im Mittelpunkt steht, passt die Frankfurter Grie Soß schon wieder ;-)

Darauf noch einen Äppler! Äpfel sind ja auch grün. Prost!
HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

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Die China-Restaurants der 70er und 80er Jahre haben uns ziemlich versaut. All die Lotus-Goldener Drache-Peking House-Great Wall-Rote Laternen-Butzen, die uns mit Glutamat vollgepumpt haben. Wer heute sagt, er esse gerne chinesisch, wird von dem Gros der Leute mitleidig angeschaut. Fastenspeise der Buddhisten, 8 Köstlichkeiten und Schweinefleisch süß-sauer lassen jedem halbwegs normalen Mensch kalte Schauer über den Rücken laufen. Zumindest dann, wenn man nicht das Glück hat, ein halbwegs authentisches China-Restaurant zu kennen, wie beispielsweise das Jade im Frankfurter Bahnhofsviertel. Denn dort gibt es glücklicherweise keine der o.g. Speisen – zumindest nicht auf der “echt chinesischen” Karte.

Ähnlich naserümpfend reagierte der bEdW, als ich eben jenes verpönte Schweinefleisch süß-sauer für ein Friday-Night-Home-Dinner-Date vorschlug. Dabei ist Gu Lao Rou, wie es im Süden Chinas heißt, ein ganz traditionelles Gericht. Süße und Säure im Ursprungs-Rezept sind sehr fein und leicht, nur durch Zucker und Essig hervorgerufen. Wir haben wieder einmal aus dem Buch “Die echte chinesische Küche” ein Rezept verwendet und leicht abgewandelt.

Zutaten für zwei Personen:

350 gr Schweinefilet

1 Möhre

3 Frühlingszwiebeln

halbe Salatgurke

1 Ei

1 EL Maisstärke

1 TL und 5 EL Reiswein

1 Vogelaugenchili

1/2 milde rote Peperoni

1 Stück Ingwer (1/2 Daumenlänge)

2 Knoblauchzehen

(alternativ: 1 EL Ingwer-Knoblauch-Paste)

1 EL Zucker

1 TL Essig

100 ml Pflanzenöl

2 EL Tomatenmark

Salz

Beilage: Reis

Und so geht’s: Das Schweinefleisch in dünne Scheiben und anschließend in etwa 3 cm lange Stücke schneiden. Das Ei mit Salz und 1 TL Reiswein verkleppern und mit dem Fleisch vermischen. Zur Seite stellen. Gurke und Möhre in rautenförmige Stücke schneiden. Frühlingszwiebeln in nicht zu feine Ringe schneiden. Peperoni hacken. Vogelaugenchili sehr fein hacken. Ingwer und Knoblauch schälen und sehr fein hacken – oder alternativ Ingwer-Knoblauch-Paste verwenden. Zucker mit Essig, Salz, 5 EL Reiswein, 1 EL Speisestärke und 1 EL Wasser gründlich mischen. Den Wok erhitzen und das Pflanzenöl zufügen. Abgetropftes Schweinefleisch bei hoher Hitze frittieren, bis es goldbraun ist. Aus dem Wok nehmen und zur Seite stellen. Öl bis auf einen dünnen Film aus dem Wok gießen. Tomatenmark, Chili und Peperoni sowie Frühlingszwiebeln, Ingwer und Knoblauch kurz unter Rühren anbraten. Gurke und Möhre hinzufügen und ebenfalls kurz anbraten. Die Sauce dazugeben und alles aufkochen lassen, bis sie etwas eindickt. Das Fleisch wieder zugeben und noch mal heiß werden lassen. Zusammen mit dem Reis servieren.

Ein vielfach unterschätztes Gericht, das bei Eigenherstellung leicht, lecker und deutlich besser schmeckt als die Nummer 34b beim Chinesen um die Ecke. Habt Ihr auch schon mal einen Fast-Food-Klassiker oder ein Oh-mein-Gott,das-geht-ja-gar-nicht-Gericht zu Hause selber gemacht und aus der Schmuddelecke geholt?

Dazu hat uns übrigens ganz hervorragend eine Neuentdeckung geschmeckt:

Der Helderberg Sauvignon Blanc aus dem südafrikanischen Anbaugebiet Stellenbosch ist Teil des Probierpakets, das mir Hawesko zur Verfügung gestellt hat. Nach einer ersten Enttäuschung (s. Post vom Montag) hat uns der Helderberg tatsächlich umgehauen. Mit seiner hellgelben Farbe und einer deutlichen Grapefruit-Gras-Nase ist er ein richtig waschechter Sauvignon Blanc. Das typische Stachelbeer-Aroma breitet sich dann ebenso im Mund aus wie grüne Paprika- und Unreifer-Pfirsich-Aromen. Dabei hat er angenehm wenig Säure. Unbedingt gut gekühlt trinken. Mit 8,90 Euro/Flasche kein ganz billiges Vergnügen, aber mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis.

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Ich hoffe, Ihr hattet schöne Feiertage und konntet die Zeit für ein paar lange Winterspaziergänge und viele andere schöne Dinge nutzen. Gegen kalte Füße und Frostnasen habe ich heute genau das Richtige.

Sonntags oder an freien Tagen nehme ich mir gerne ein bis zwei Stunden, um FAS, FAZ und Die Zeit zu lesen – und was sonst noch so die Woche über auf den Stapel gewandert ist. Am liebsten sitze ich dann in unserem “Wintergarten” mit Blick auf den Wiesbadener Neroberg. Der Wintergarten ist streng genommen keiner. Aber mit den hohen, fast umlaufenden Glasfronten ist er im Winter der hellste – und leider auch kühlste – Raum. Wenn ich dann noch ruhig und Zeitung lesend auf der Couch sitze, wird mir schnell ganz schön kühl. Weil dieses Kältegefühl aber “von innen” kommt und einfach an mangelnder Bewegung liegt, habe ich einfach keinen Bock, die Heizkörper voll aufzudrehen. Denn davon wird’s meist auch nicht wirklich besser…

Wer den Ölmultis ein Schnippchen schlagen und trotzdem nicht frieren will, macht sich einfach einen heißen Ebbelwoi (Apfelwein), der natürlich auch mit Apfelsaft (dann weniger Kandis nehmen!) oder anderem Wein funktioniert.

Für ein Glas braucht Ihr

knapp 0,3 l Apfelwein

0,1l Wasser

4 große braune Kandis-Brocken

1 Sternanis

5 cm Zimtstange

3 Nelken

2 kleine Töpfe

In einem Topf köchelt Ihr das Wasser und die Gewürze – etwa 15 Minuten. Der Kandis sollte aufgelöst sein und die Gewürze schon einen guten Duft verströmen. Im anderen Topf erhitzt Ihr den Apfelwein, OHNE ihn zu kochen! Das ist wichtig und macht den Unterschied zu dem Sch***ß-Glühwein, den man auf Christkindlmärkten bekommt. Der Alkohol, der nämlich stundenlang vor sich hin köchelt, wird bitter und sorgt – zusammen mit zu viel Zucker – für Kopfschmerzen am nächsten Tag.

Also, wenn der Apfelwein schön heiß ist und der Sirup vor sich hingeköchelt hat, schenkt Ihr den Wein in ein Geripptes (anderer Wein darf in andere Gläser – Ebbelwoi nur ins Gerippte!) und füllt mit dem Sirup auf. Für die Optik könnt Ihr Anis, Zimt und Nelken ins Glas geben… Wer es noch ein bissl süßer mag, gibt noch Kandis ins Glas.

Übrigens: Wenn Ihr in Ebbelwoi-Kneipen einen heißen Apfelwein bestellt, seid vorsichtig mit dem Zucker. Wenn man den Zucker nämlich in das richtig heiße Gebräu kippt, schäumt das Glas schnell über. Also gaaaanz vorsichtig.

Oder man macht ihn gleich selbst und weiß, was drin ist. Anschließend dreht Ihr die Heizkörper runter, trinkt Euren Ebbelwoi und reißt Euch die Klamotten vom Leib!

PS: Herzlichen Dank an T., der uns neulich mit selbstgekeltertem Ebbelwoi überrascht hat – ein herrlich herbes, krachiges Stöffche, wie ich es besonders gern mag. Danke T., Dein Fan-Club!

(Und bald wird hier auch wieder gekocht und nicht nur getrunken. Versprochen!)

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