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Archiv für die Kategorie ‘Indisch’

Die Suchbegriffe, über die Leser auf einem Blog landen, sind der kleine Lohn für all die Arbeit, das Herzblut, die Zeit, die wir Blogger in unsere Seiten stecken.

Denn eigentlich vergeht kein Tag, an dem ich nicht herzhaft lache oder zumindest schmunzelnd den Kopf schüttle über Suchbegriffe oder Suchbegriff-Kombinationen, die Leser auf meine kleine Fressseite bringen. Nicht selten stellt sich die Frage: Warum, bitte, landest Du mit diesen Suchbegriffen jetzt ausgerechnet bei mir??

Hier eine kuriose Auswahl aus den letzten 2 Wochen:

Was isst man zum Champagner? (Dieser Suchbegriff tahttp://germanabendbrot.wordpress.com/wp-admin/post-new.phpucht etwa 1 x im Monat auf, nicht nur vor Silvester. Meine Antwort auf diese Frage: Egal! Hauptsache Champagner!)

Eichhörnchen Sandwich Elvis Presley (Die Sage geht, dass Elvis auf dem Klo ein Bananen-Erdnussbutter-Sandwich aß, als er starb. Aber EICHHÖRNCHEN?)

Scharfe Schwiegermutter (Ok, ich habe mal über die “Schwiegermutter” geschrieben, eine scharfe Feta-Creme, die es auf dem Wiesbadener Wochenmarkt gibt. Aber ob der Leser das Gleiche meinte…)

In welchem Film kommt dauern das hmmm hmmm hmmm (War das vielleicht der Leser, der die scharfe Schwiegermutter gesucht hat? Oder was für ein Film soll das sein? Luis de Funes? Oder doch Doktor Schiwago?)

Aperitif nach der Gans (Hm, also eigentlich soll ein Aperitif ja den Appetit anregen und den Magen “öffnen”. Aber nach der Weihnachtsgans, die ICH so kenne, ist beides nicht wirklich nötig…)

Alkoholfreie Getränke zu Ossobuco (Ich verstehe ja, dass Kinder, Schwangere oder Kranke keinen Wein trinken mögen. Aber warum in Gottes Namen kommen die dann auf MEINE Seite?)

maggi würze zum abschmeken ist da alkohol drin (Wäre für mich dann der einzige Grund, um das Zeug zu nutzen. Oder man serviert es zum Ossobuco…)

Sherryessig in der Schwangerschaft (Hierzu fällt nichtmal mehr mir irgendwas ein… Kann man’s vieleicht auch übertreiben?)

Die Suchbegriffe geben aber auch Aufschluss darüber, welche Rezepte und Zutaten besonders interessant sind. In meinem Fall ist der All-time-Sieger mit fast 9.000 Treffern der Couscous-Salat Tabouleh. Aber auch auf der Suche nach hausgemachtem Paneer, dem indischen Frischkäse, kommen die Leser zum German Abendbrot.

Ich weiß auch immer genau, welche Folge aus Jamie Olivers diversen Kochshows gerade im TV gezeigt wurde: Die fünf Rezepte, die ich dem britischen Star-Koch nachgekocht habe, gehören zu den am häufigsten gesuchten Artikeln.

Blogger können also viel über ihre Leser erfahren, oder auch über Schlagworte, die viel Traffic auf ihre Seite ziehen. Das dachten sich Steffen und Sabrina, die Veranstalter des Blog-Events “Blogg den Suchbegriff” vom genialen Blog Feedmeupbeforeyougogo. Anlass ist der 2. Blog-Geburtstag!

Also erstmal: Herzlichen Glückwunsch, Ihr beiden!

Blog-Event - Blogg den Suchbegriff (Verlängert bis zum 15. Januar 2014)

Da ich aber kein Eichhörnchen-Sandwich in Gedenken an den King machen wollte und die Suchbegriffe nach Champagner und Käsefondue halt doch arg mit dem zurückliegenden Silvester zu tun haben, kamen mir diese beiden Suchbegriffe gerade recht:

Ich mag kein (sic!) Kreuzkümmel! (Das Ausrufezeichen stammt nicht von mir!)

Was ist in einem Curry drin

Na, woran denken wir da? Genau! Ich rücke den Turban zurecht und mache ein Golden Lamb Curry, ein Kundan Kaliya aus Awadh, einem Teil des heutigen Uttar Pradesh und bekannt für seine reiche Küche der Moguln.

GoldenLambCurry

Das Gold beim Lamm-Curry kommt durch Blattgold, das ich mir gespart habe (es geht ja doch den Weg alles Irdischen. You know what I mean?). Aber auch ohne Blattgold ist das Lamm-Curry köstlich, cremig und sehr edel. Aber das Beste: Es kommt ohne Kreuzkümmel aus! (Ich liebe ihn ja, aber was tut man nicht alles für seine Leser?).

Das Rezept stammt aus Pushpesh Pants genialem Kochbuch “India”, aus dem ich zuletzt das Rote-Bete-Chutney gemacht habe. Ich habe es für uns halbiert und an einigen Stellen leicht abgewandelt. Hier ist meine Variante:

Zutaten für das Lamm-Curry als Hauptgericht für 2 hungrige Esser:

500 gr Lammschulter, in grobe Würfel geschnitten

einige Fäden Safran

1 TL Milch

3 große Zwiebeln, geschält und in feine Streifen geschnitten

4 EL Ingwer-Knoblauch-Paste

2 TL gemörserte Koriander-Samen

2 TL Chilipulver

2 TL Kurkuma

4 Nelken

5 Grüne Kardamom Kapseln, leicht angedrückt

1/2 TL gemahlenes Macis (Muskatblüte)

1/2 TL gemahlene Pfefferkörner (bspw. Tellycherry Pepper)

1/2 Zimtstange

400ml fetter Joghurt (10%)

Salz

1 EL Ghee

optional: Blattgold zur Dekoration

Zubereitungszeit: zweieinhalb Stunden

Küchenzubehör: Schwere Pfanne mit Deckel, Pürierstab

So geht’s:

Safranfäden in der Milch auflösen und beiseite stellen.

Ghee in der Pfanne erhitzen und die Zwiebelstreifen anbraten, bis sie goldbraun sind. Aus der Pfanne nehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

In der gleichen Pfanne das Lamm anbraten, herausnehmen, zur Seite stellen.

Anschließend die Zwiebeln mit 2 EL Joghurt sowie der Ingwer-Knoblauch-Paste vermischen. Zusammen mit dem Lamm wieder in die Pfanne geben und auf mittlerer Hitze 10 Minuten unter Rühren weitergaren, bis alles gut vermischt ist.

Den gemahlenen Koriander, CHilipulver und Kurkuma hinzugeben, gut verrühren. 200 ml Wasser sowie die restlichen Gewürze hinzugeben, zudecken und für mindestens eine Stunde sanft köcheln lassen. Oder solange, bis das Lamm schön zart ist. (Wer Angst hat, auf Nelken oder Kardamom zu beißen, kann beides in einen Teefilter geben, zuknoten und vor dem Servieren entfernen.

Nun die Lammbrocken aus der Sauce herausnehmen und beiseite stellen. Den Safran zur Sauce geben und mit dem Pürierstab etwas anpürieren. Die Sauce sollte sämig sein aber kann durchaus noch Zwiebel-Stückchen enthalten.

Das Lamm wieder hinzugeben und – bei mittlerer Hitze – den restlichen Joghurt unterrühren. Achtung: Damit der Joghurt nicht flockt, sollte die Sauce nicht mehr aufkochen! Mit Salz abschmecken und heiß servieren.

Dazu passt Reis oder Naan.

Ich freue mich schon auf die Zusammenfassung des Events, das bis zum 15.1. verlängert wurde. Denn was schon in den Kommentaren an irren Suchbegriffen gepostet wurde, hat mich mehrmals laut auflachen lassen.

Und dazu passt auch der jüngste Suchbegriff, der bei mir landete:

Worauf freust Du Dich 2014 am meisten?

Meine Antwort: Auf lautes Lachen, viel Zeit mit meinen Lieben und gutes Essen! In dieser Reihenfolge…

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Rote Bete gehört mittlerweile zu meinen Lieblingsgemüsen. Ob roh mit Dip, gebacken, im Salat oder als Suppe – ich LIEBE Rote Bete.

Umso schöner, wenn ich sie mit meiner Lieblingsküche kombinieren kann: der indischen!

Das Chutney stammt aus dem Kochbuch von Pushpesh Pant, aus dem ich hier und hier schon mal gekocht habe. Noch viel mehr Pant-Rezepte findet Ihr bei Foodina.

Das Rote Bete Chutney (Beetroot Thuviyal) passt aber nicht nur zu indischen Gerichten sondern auch zu Käse oder Gegrilltem, Raclette, Fondue sowie zu selbstgemachtem Döner.

Einziger Nachteil: Das Chutney hält sich nicht lange, da es anders als andere Chutneys nicht lange gekocht, sondern nur angeröstet wird. Ihr solltet also nur so viel machen, wie Ihr essen wollt.

Zutaten für etwa 400 Gramm:

2 mittelgroße rohe Rote Bete, geschält und geraspelt

2 EL fein gehackte Korianderblätter

1 EL Kokosnussraspeln

2 TL Tamarindensauce (aus dem Asialaden. Unsere ist sehr sauer, deshalb unbedingt vorher testen, damit Ihr nicht zu viel nehmt.)

1 grüne Chilischote, grob gehackt und entkernt

2 getrocknete rote Chilischoten

1/2 TL Asafötida

1 EL Urad Dal (das weiße Innere schwarzer Linsen, im Asialaden erhältlich)

1 EL rote Linsen (oder Chana Dal, schwarze Linsen, die man aber gut durch gelbe oder rote – in meinem Fall – ersetzen kann)

1 1/2 TL braune Senfsamen

2-3 EL Ghee

Salz

So geht’s:

Hälfte des Ghee in einer Pfanne erhitzen. Darin die Senfkörner, die Dals, Asafötida, getrocknete Chilis und die grüne Chili darin unter Rühren anrösten. Aus der Pfanne schütten und abkühlen lassen.

Restliches Ghee in der Pfanne erhitzen. Geraspelte Rote Bete darin etwa 5 min anbraten. Jetzt alle – auch die übrigen – Zutaten in einen Blender geben, salzen und mit 2 EL Wasser zu einer geschmeidigen Paste verarbeiten. Direkt servieren.

Chutneys sind klasse für Raclette-Abende oder Fondue-Essen. Die Saison geht ja jetzt gerade wieder los! Eine große Auswahl an Rezepten für süße, scharfe, herzhafte, exotische Chutneys findet Ihr hier im Blog.

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Ihr versteht nur Bahnhof bei der Headline? Ich kann’s Euch nicht verdenken. Also, ich hole mal aus: Indien nannte man zur Zeit des British Empire auch das Juwel der Krone oder IN der Krone. Denn Indien war reich an Schätzen (im wahrsten Sinne des Wortes: Einige der größten Edelsteine stammen aus den Schatztruhen der Maharadschas). Und auch sonst war der Subkontinent sehr wertvoll für diese kleine Insel in der Nordsee, war er nicht?

Hier ließen es sich reiche Engländer und hochrangige Militärs jahrzehntelang auf Kosten der Bevölkerung durchaus gut gehen. Cricket, Rugby, Gin & Tonic – viele Spuren der englischen Kolonialherren finden sich auch heute noch in Indien. Und umgekehrt! Ich habe nur in Delhi besser indisch gegessen als in London oder Birmingham. Und so sind Chutney, Ketchup und natürlich das berühmte Chicken Tikka Masala längst fester Bestandteil der britischen Crossover-Küche.

Wer hier häufiger mitliest, erinnert sich vielleicht an meine Indien-Posts nach unserer Reise durch Delhi, Rajasthan und Kerala. In einer Shopping-Mall in Delhi hatte ich kurz vor unserem Rückflug (wir mussten die Zeit totschlagen, da die Flüge nach Europa erst nachts gehen) eines der leckersten Dosas EVER. Ein Dosa ist ein Snack, der sich auch häufig an britischen Imbiss-Läden findet. Vermutlich behaupten die Engländer sogar, sie hätten’s erfunden. Dosas sind gefüllte Fladen aus Kichererbsenmehl, die meist eine würzige Kartoffel-Gemüse-Füllung enthalten. Sehr nahrhaft, sehr lecker!

Ausreichend Grund also, die Dosas zum Beitrag für das Event Very British zu machen, mit dem Foodfreak die diesjährigen Last Night of the Proms feiert. Ihr kennt das doch, oder? Rotwangige Briten in Abendrobe schwenken den Union Jack und singen lauthals “Rule Britannia” und anderes traditionelles Liedgut wie “Jerusalem”. Das macht einfach so viel gute Laune, dass es mittlerweile unzählige Ableger gibt – auch in Deutschland. Aber den ungezwungenen, humorvollen Umgang mit Klassik bekommen eben doch nur die Briten hin. Vielleicht auch, weil sie beim vielstimmigen Absingen der Nationalhymne immer noch ein bisschen von ihrem Empire träumen.

Träumen wir einfach ein bisschen mit von Maharadschas, Juwelen, bemalten Elefanten und – Dosas!

Dosa-serviert(Ja, auf dem Foto wirft sich das Dosa selber Schatten. So ein Mist! Aber ich war sooo neugierig, wie mein allererstes homemade Dosa schmecken würde, dass ich nicht lange rumgehampelt habe. Damn!)

Zutaten für 4 Masala Dosas (also: würzige Dosas. Achtung, machen wirklich SEHR satt!):

Teig:

125 gr Kichererbsenmehl (Asia-Laden)

125 gr Weizenmehl

1/2 TL Backpulver

2 TL Senfsamen

Chicken Tikka für die Füllung:

300 gr Hühnerbrust ohne Haut, gewürfelt

2 EL passierte Tomaten aus der Dose

1 EL Olivenöl

2 EL Ingwer-Knoblauch-Paste

1 kl feingehackte Zwiebel

1 EL Kreuzkümmel

Samen von 5 Kardamomkapseln

2 cm Zimtrinde

1 Nelke

1 TL scharfes Chilipulver

10 Pfefferkörner (z.B. Tellycherrypepper)

Salz

Weitere Zutaten für die Füllung:

2 mittelgroße, mehligkochende Kartoffeln

1 frische rote Chilischote, fein in Ringe geschnitten

1 TL Senfsamen

1 TL Kurkuma

Saft einer halben Limette (restliche Limette fürs Servieren aufheben)

4 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten

Außerdem:

einige Korianderblätter

Dazu passt beispielsweise Rhabarber-Chutney und Gurken-Raita (Joghurt, gewürfelte Gurke, einige Minzblättchen, 1/2 TL Kreuzkümmel, eine Prise Salz miteinander verrühren).

Zubehör: 1 beschichtete Pfanne, 1 Topf

Zubereitungszeit: ca. 45 min plus Zeit für’s Marinieren (mind. 4 Stunden)

So geht’s:

Wir starten mit der Marinade für das Chicken Tikka. Hierfür Kreuzkümmel, Kardamom, Zimt, Pfefferkörner und Nelke im Mörser fein mörsern. Die Gewürze mit der Tomate, dem Chilipulver, Zwiebel, Ingwer-Knoblauch-Paste und Öl in einem Mixer zu einer geschmeidigen Masse pürieren. Das Hähnenfleisch in 2x2cm große Brocken schneiden und in der Marinade wälzen bis alles schön überzogen ist. Mindestens 4 Stunden unter Frischhaltefolie kühl stellen.

Nach der Marinierzeit das Hühnchen abtropfen lassen und in einer Pfanne anbraten.

Währendessen die Kartoffeln schälen, würfeln und in ausreichend Wasser gar kochen. Anschließend mit einem Kartoffelstampfer grob zerstampfen. Jetzt alle übrigen Zutaten für die Füllung miteinander vermengen, Deckel drauf und zur Seite stellen.

Zutaten für den Teig vermischen und etwa 350 ml Wasser hinzugießen. Alles zu einem glatten Teig verrühren. Die Konsistenz sollte in etwa die von Crepes- oder Pfannkuchenteig haben, also ziemlich flüssig. Eventuell noch etwas Wasser dranrühren.

Die beschichtete Pfanne auf mittlere Hitze erwärmen. Eine große Suppenkelle voll Teig in die Mitte gießen und mit dem Boden der Kelle gleichmäßig verteilen, so dass ein gleichdicker, ebenmäßiger runder Fladen entsteht:

Dosa-Teig

Wenn der Teig leichte Blasen wirft wie auf dem Foto, ist er auf dem richtigen Weg!

Sobald der Fladen gar ist (wenn er sich ohne Festkleben vom Pfannenrand löst und leicht gebräunt ist), einen Teil der Füllung darauf verteilen und einige Korianderblätter darübergeben:

Dosa-gefüllt

Anmerkung: Weniger Füllung erleichtert das Zusammenrollen :)

Dann den Fladen vorsichtig zuklappen oder zusammenrollen und mit Chutney, Raita und einer Limettenspalte servieren. Fertig!

Dosas sind ziemlich mächtig: Kichererbsenmehl, Weizenmehl, Kartoffeln – und in unserem Fall noch Hühnchen. Typisch für Indien, wo ein Großteil der Bevölkerung nicht weiß, wann die nächste Mahlzeit auf dem Tisch steht. Häufig werden sie auch mit einem Daal, einem würzigen Linsengericht, oder einfach nur mit Chutney serviert. Schlicht, aber sehr köstlich.

Dazu passt Bier (noch nahrhafter!) oder Ginger Ale. Eine gute Grundlage für die Last Night of the Proms, die in diesem Jahr auf den 7. September fällt. Meist übertragen die Regionalsender Teile des Abschlusskonzerts. Ihr schaut mit, tut Ihr nicht?

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Bevor der mir freundlich gesonnene Admin wieder den eigenen Schrebergarten plündert, und ich gläserweise Rhabarber-Chutney machen oder Omas Streuselkuchen backen darf, musste ich schnell noch zwei herrliche Flug-Mangos vom Wochenmarkt verarbeiten.

In der Hoffnung, dass jetzt endlich mal die Grillsaison losgeht, habe ich mich für ein fruchtig-scharfes Mango-Chutney entschieden. Bei meiner Passion für Chutney fehlte dieser Klassiker der indischen Küche bisher in meinem Repertoire.

Rezepte gibt es wie Sand am Meer. Aber ganz im Sinne des Admins: “Never change a running system”. Und so habe ich einfach wieder “gefreestylt”. Das Ergebnis ist leuchtend gelb und höllisch scharf!

MangoII

Ich bin leider völlig unfähig darin, Mengen richtig abzuschätzen. Deswegen kann ich Euch nur sagen, dass ich 3 mittelgroße Schraubgläser und ein ganz kleines ehemaliges Kapern-Glas vollbekommen habe.

Dafür benötigt Ihr folgende Zutaten:

2 reife Flug-Mangos (gute Qualität bzw. guter Geschmack zahlen sich hier wirklich aus!)

2 Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

1 daumengroßes Stück Ingwer

2 rote Habanero Chilischoten (alternativ 2 Vogelaugenchilis. Wer empfindlich ist, nimmt weniger scharfe Schoten)

1 TL braune Senfkörner

1 EL Cumin/Kreuzkümmel (gemahlen)

150 ml Apfelessig

1 EL Ghee (oder pflanzliches Öl)

1 EL Salz

4 EL Zucker

Zesten von 1 Zitrone

Saft von 1 Zitrone

1 TL Madras Curry

Küchengerät: 1 großer Topf, sterile Schraubgläser (besser nicht zu große, da das Chutney – einmal angebrochen – nicht ewig hält)

Zubereitungszeit: ca. 1 Std. für Vorbereitung und einkochen

So geht’s:

Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer schälen und fein hacken. Chilis entkernen und hacken. Ghee in einem Topf erwärmen. Zwiebeln, Knobi, Ingwer und Chilis bei mittlerer Hitze anschwitzen, bis die Zwiebeln schön weich sind. Währendessen die Mango vom Kern schneiden, von der Schale runterschneiden und würfeln. Senfkörner in einer kleinen Pfanne anrösten, bis sie zu springen anfangen. Dann in den Topf geben.

Cumin und Curry hinzugeben, alles gut vermischen und warten, bis die Aromen der Gewürze aufsteigen. Jetzt die Mango hinzugeben und gut unterheben. Alle weiteren Zutaten unterheben und jetzt in Ruhe köcheln lassen, bis die Masse marmeladenartig wird (ca. 20 min oder mehr). Stücke sollten allerdings noch erhalten bleiben bei einem klassischen Chutney.

(Falls Ihr unbedingt pürieren wollt: Achtung! Pürierte Chilis werden noch um ein Vielfaches schärfer! Deshalb in dem Fall die Chilis besser nach dem Pürieren hinzugeben…)

Zum Schluss abschmecken, ob noch Salz, Säure oder Süße fehlen (Schärfe solltet Ihr mit meinem Rezept genug haben ;-))

Herdplatte ausstellen und Chutney in die Gläser füllen, zuschrauben, auf den Kopf stellen und abkühlen lassen.

Das Chutney hält sich im Kühlschrank viele Monate bis zu einem Jahr. Angebrochenes Chutney solltet Ihr innerhalb von etwa zwei Wochen aufbrauchen.

Mein allererstes Mango-Chutney ist wirklich scharf, sehr fruchtig und fein würzig. Ich mag es so und glaube, dass es perfekt zu Gegrilltem und natürlich zu indischen Gerichten passt. Aber auch als Spread unter ein Chicken-Sandwich. Hmmm… Ich glaube, das erste Glas muss schon dran glauben!

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Indisch zu kochen muss nicht immer aufwendig sein. Auch an einem Werktag bekommt Ihr das Maharadscha-Gefühl ganz leicht in die eigenen vier Wände. Voraussetzung ist nur, dass Ihr morgens (oder am Vorabend) noch fix die Marinade für das Chicken Tikka anrührt. Ein Minimum von 2 Stunden Marinierzeit solltet Ihr Euch nämlich schon einrichten. Dafür bekommt Ihr aber auch saftig-würziges Hähnchenfleisch, das jeden Salat, jedes Sandwich aufpeppt.

Wollen wir loslegen?

Für den indischen Salat mit Chicken Tikka als Hauptgericht für 2 benötigt Ihr folgende Zutaten:

1 große Portion gemischter Pflücksalat

2 große Knollen vorgekochte Rote Bete

2 EL Sonnenblumenkerne

Korianderblätter zum Garnieren

Für das Dressing (findet Ihr auch hier):

250 ml Naturjoghurt (3,5%)

1/4 TL Chilipulver

1 TL Koriandersamen

2 TL Kreuzkümmelsamen

Salz, Pfeffer

Spritzer Zitronensaft

Für das Chicken Tikka (eine Variante mit Joghurt findet Ihr hier):

2 Hühnerbrüste oder anderes Hühnerfleisch ohne Haut

2 EL passierte Tomaten aus der Dose

1 EL Olivenöl

2 EL Ingwer-Knoblauch-Paste

1 kl feingehackte Zwiebel

1 EL Kreuzkümmel

Samen von 5 Kardamomkapseln

2 cm Zimtrinde

1 Nelke

1 TL scharfes Chilipulver

10 Pfefferkörner (z.B. Tellycherrypepper)

Salz

Und so geht’s:

Wir starten mit der Marinade für das Chicken Tikka. Hierfür Kreuzkümmel, Kardamom, Zimt, Pfefferkörner und Nelke im Mörser fein mörsern. Die Gewürze mit der Tomate, dem Chilipulver, Zwiebel, Ingwer-Knoblauch-Paste und Öl in einem Mixer zu einer geschmeidigen Masse pürieren. Das Hähnenfleisch in 2x2cm große Brocken schneiden und in der Marinade wälzen bis alles schön überzogen ist. Mindestens 2 Stunden, besser 4 Stunden oder länger unter Frischhaltefolie kühl stellen.

Nach der Marinierzeit den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Für das Dressing die Koriander- und Kreuzkümmelsamen mörsern. Alle Zutaten des Dressings miteinander vermischen. Rote Bete Knollen achteln, Salat putzen und trockenschleudern.

Die Hühnchenteile aus der Marinade nehmen, etwas abtropfen lassen und auf einen Grillrost (idealerweise über einer Auffangschale oder über einer Lage Alufolie) legen und auf die oberste Schiene des Backofens schieben. Ihr müsst je nach Größe der Stücke und nach Leistung Eures Backofens ca. 8 min zum Garen einrechnen. Danach kommen die Brocken noch mal 2 min unter den Grill. Die Zeitangaben variieren aber möglicherweise. Das Hühnchenfleisch sollte durch sein und eine leicht gebräunte Würzhülle haben. Wer es noch dunkler mag, legt die Teile gleich auf den Grill!

Salat auf einem großen Teller anrichten. Rote Bete dazugeben und mit dem Joghurtdressing benetzen. Ich mische den Salat nicht, weil das Dressing sonst rosa wird. Aber dem Geschmack tut das keinen Abbruch. Zuletzt noch mit den Korianderblättern und den Sonnenblumenkernen garnieren. Chicken Tikka-Stücke dazugeben und mit etwas Naan-Brot servieren.

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Indien auf der Zunge – und fertig ist das Feierabend-Maharadscha-Gefühl!

PS: Das Hühnchen schmeckt auch kalt herrlich auf Sandwich mit etwas Chutney und Salatblättern. Wer es lieber saucig mag, wirft die Hühnchenteile in kochende gestückelte Tomaten aus der Dose, rührt etwas Joghurt unter (dann darf es nicht mehr kochen!), kocht Reis dazu und fertig ist Chicken Tikka Masala.

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Bushcook’s Kitchen, eines meiner Lieblings-Food-Blogs wird zwei Jahre alt (unglaublich, was Dorothée aka Bushi in dieser Zeit alles geschafft geschaffen hat!). Herzlichen Glückwunsch, meine Liebe! Mögest Du noch viele Jahre Spaß am Bloggen haben – vor allem aber auch am Kochen und Essen! Wie schön, dass wir an Deinen kulinarischen Entdeckungen teilhaben dürfen :)

Ich durfte Dorothée ja schon bei der Weinrallye #59 mit einer Flasche Wein be”wichtel”n. Jetzt reiche ich ihr etwas nach für ihr Geburtstagsmenü. Anfang April wird nämlich weiter gefeiert: in einem offenen Haus dürfen die Gäste kommen und gehen, bleiben, essen, trinken, auf das Geburtstagskind anstoßen und feiern! Was für eine schöne Idee.

Dafür wünscht sie sich die passenden Rezepte: also gut vorzubereiten und auch noch hübsch anzusehen, wenn der Teller schon etwas auf dem Buffet gestanden hat.

Ich hab da was für Dich, Dorothée: Mit würzigem 7-Meere-Curry marinierte Hähnchenschenkel und ein fruchtiger Limetten-Dip.

(Also, lange stehen die nicht! Aber theoretisch schmecken sie warm und kalt und auch noch am nächsten Tag. Falls nicht vorher einer an den Kühlschrank geht und heimlich nascht!)

Der Clou ist die Marinade. Dafür brauchen wir erstmal ein 7-Meere-Curry*. Das heißt so, weil Gewürze früher über alle sieben Weltmeere transportiert und teilweise wertvoller als Gold waren. Wer an dem Curry riecht, wird wissen, warum. So exotisch riecht es sonst auf Basaren und anderen exotischen Märkten. Oder eben in Dorothées Küche, wenn sie fleißig mörsert.

Liebe Bushi, das Curry kannst Du wirklich schon Wochen vorher ansetzen, in einem Glas verschließen und dunkel lagern. Dann geht die weitere Zubereitung ganz schnell!

Für das Currypulver brauchst Du:

6-8 Kapseln weißer Kardamom (das ist gebleichter grüner Kardamom, der etwas milder schmeckt. Alternativ geht grüner)

6 EL Koriandersamen

3 EL Cuminsamen

1,5 EL Selleriesamen (teilweise ersetzbar durch Selleriesalz)

1 Zimtstange

6-8 Nelken

1 EL Chilipulver

So geht’s: Alle Gewürze außer dem Chilipulver in einer trockenen Pfanne ohne Öl anrösten und anschließend im Mörser fein zerreiben. Anschließend das Chilipulver unterheben.

Das Currypulver passt herrlich zu Lammgerichten, Gegrilltem, im Hackfleisch für würzige Burger-Frikadellen oder für Gyros hausgemacht. Auch eine Prise über Kartoffeln gibt einen tollen Kick. Aber jetzt machen wir erstmal weiter mit den Hähnchenschenkeln!

Zutaten:

1 EL 7-Meere-Curry

8 Hähnchenunterschenkel (oder Flügel oder Hühnchenbrust in Streifen geschnitten oder…)

1 TL Ingwer-Knoblauch-Paste (alternativ: 1/2 Knoblauchzehe, 1/2 cm Ingwer geschält, beides feinstmöglich gehackt)

ordentliche Prise Salz

250 gr Naturjoghurt (3,5% Fett)

Saft von 1/2 kleinen Zitrone

So geht’s: Die Hähnchenschenkel von der Haut befreien und nebeneinander in eine Glas- oder Porzellanschale legen. Die Marinade darübergießen und schön in das Fleisch massieren. Das Fleisch sollte von allen Seiten gut mit dem Joghurt bedeckt sein. Jetzt mit einer Frischhaltefolie abdecken und mindestens 6 Stunden marinieren lassen – besser über Nacht!

Nach der Marinier-Zeit den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Ein Blech mit Alufolie auslegen und auf die unterste Schiene schieben. Die Hähnchenteile gut abstreifen und auf einen Grillrost legen und auf der mittleren Schiene in den Backofen schieben. Je nach Größe der Fleischstücke etwa 40 Minuten garen. Zum Schluss noch mal 5 Minuten unter den Grill schieben. Dunkle Flecken sind Tandoori-Style und gewollt!

Während der Garzeit schnell den Limetten-Dip anrühren:

250 gr Naturjoghurt

Saft 1/2 Limette

Limettenabrieb

Salz

Chiliflocken

Joghurt, Limettensaft und Salz gut verrühren. Abrieb und Chiliflocken zum Schluss auf den Joghurt geben.

Der Dip ist schön frisch und fruchtig zu den würzigen Hähnchenteilen.

Dazu passt außerdem Naan, Pitabrot oder natürlich auch türkisches Fladenbrot. Und falls doch was übrig bleibt, ist das Hähnchenfleisch am nächsten Tag auch sehr lecker auf einem Sandwich mit etwas Chutney und einem Blatt Salat. Hmmm…

Weil zu so richtig scharfen indischen Hähnchenteilen kein Wein passt, sondern bestenfalls Bier, bringe ich zur Open-Door-Party übrigens noch eine Flasche Spicy Ginger Ale mit:

Das Zeug stammt aus Berlin und wird z.B. bei Karstadt Perfetto vertrieben. Es ist so scharf und so ingwer-ig, dass man schon ein ziemlicher Ginger-Ale-Fan sein muss, um es zu mögen. Weicheier probieren vielleicht erstmal das würzig-süße “normale” Ginger-Ale von Thomas Henry (der übrigens die geniale Kombination Kohlensäure & Wasser erfand!).

Alles Liebe zum (Blog)-Geburtstag und viel Spaß bei Deiner Open-Door-Party, liebe Dorothée. Ich hoffe, Deinen Gästen schmecken die würzig-exotischen Hähnchenschenkel mit fruchtigem Limetten-Dip!

* Das 7-Meere-Curry hat uns meine Ma geschenkt! Die haben wir nämlich infiziert mit der ganzen Gewürzmischungs-Geschichte. Einen ordentlichen Mörser hat sie natürlich auch. Das Rezept stammt aus dem Buch “Das Handbuch der Gewürze: Würzkunst, Warenkunde und 100 Rezepte” von Sally Morris und Lesley Mackley. Meine Ma ist so begeistert von den Rezepten, dass wir uns das Buch unbedingt besorgen wollen.

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Vor einem Jahr waren wir in Indien. Manchmal erscheint mir unsere Reise Lichtjahre entfernt, manchmal “wie gestern”. Jedenfalls beschäftigt uns das Land noch immer.

Wenn es auch manchmal nur ein besonders gut platzierter Sonnenstrahl ist, der auf unsere indische Konsole mit einigen Erinnerungsstücken trifft:

Shiva

Für Europäer bleibt das Land vielleicht immer unverständlich in seiner Komplexität und Andersartigkeit. Wenn auch vor langer Zeit, hat E.M. Forster die Ambivalenz und das “aneinander vorbei reden” beider Kulturen unvergleichlich beschrieben in seinem Roman “Auf der Suche nach Indien“.

indien

Ein Buch, das ich nach unserer Reise ganz anders gelesen habe als davor. (Wer nicht lesen mag, kann sich auch die Verfilmung ansehen…)

Das passende Essen bei Indien-Fernweh fand ich jedenfalls wieder einmal bei Pushpesh Pant:

Chicken Xacuti, ein würziges Hühnchen in cremiger Sauce, und Dahiwale Aloo, Kartoffeln in würzigem Joghurt.

indisch

In den kleinen Schälchen im Vordergrund habe die Gewürzmischungen angerührt und Zettel darunter geklemmt, um nicht durcheinander zu kommen.

Huhn_indischIII

Für das Chicken Xacuti, übrigens ein Rezept aus Goa, benötigt Ihr folgende Zutaten:

Gewürzpaste:

5 getrocknete rote Chilischoten (im Original: 10)

1 EL Koriandersamen

1,5 EL Kreuzkümmel

1,5 EL Bockshornkleesamen

10 Körner Tellicherry Pfeffer (besonders aromatisch. Geht aber auch mit “normalem” Pfeffer)

3 TL Mohnsamen

2 EL Kokosraspel (im Original 1/2 cup geriebene frische Kokosnuss)

1 TL Kurkumapulver

1/2 TL grüner Kardamom

1/2 TL Nelken

2 cm Zimtstange

Für die Gewürzpaste weicht Ihr erstmal die Chilischoten in heißem Wasser ein für einige Minuten. Dann gießt Ihr das Wasser ab und drückt die Chilis etwas aus. Jetzt in einer großen, beschichteten Pfanne alle Gewürze – außer dem Kokosfleisch – etwa eine Minute anrösten. Danach die Gewürze im Mörser zerstoßen. In einem Mixer alle Zutaten (inkl. Kokos) und ggf. etwas Wasser zu einer Paste verarbeiten und beiseite stellen.

Weitere Zutaten:

2 EL Ghee

eine gehackte Zwiebel

4 TL Ingwer-Knoblauch-Paste

2 Hühnerbrüste, in mundgerechte Stücke geschnitten

2 EL Zitronensaft

Salz

Jetzt kann’s losgehen:

Ghee in einer großen, beschichteten Pfanne erhitzen. Die Zwiebel, die Gewürzpaste sowie die Ingwer-Knoblauch-Paste unter Rühren anbraten. Darin die Hühnerteile anbraten, salzen. Etwas Wasser zugießen (anfangs lieber etwas weniger, vielleicht 100 ml. Ist die Sauce zu dick, könnt Ihr noch mehr Wasser angießen) und bei niedriger Hitze zugedeckt garen, bis das Hühnchen gut ist. Mit Salz und Zitronensaft abrunden.

Wer mag, mit etwas grüner Chilischote oder einigen Korianderblättern garnieren und servieren!

Huhn_indischII

Als Beilage bieten sich Reis oder Naan an. Zu einem richtig indischen Essen gehört aber auch noch ein Schälchen Gemüse – in meinem Fall Kartoffeln mit Joghurt:

Kartoffeln_indischII

Zutaten für das Dahiwale Aloo (Mengenangaben leicht angepasst):

2 EL Ghee

1/4 TL Asafötida

1 TL Senfsaat

3 getrocknete rote Chilischoten

10 Curryblätter (getrocknet oder frisch)

4 mittelgroße, festkochende Kartoffeln, gewürfelt

1 TL gemörserter Koriander

1 TL gemörserter Kreuzkümmel

1 TL Chilipulver

1/2 TL Kurkumapulver

1 TL Garam Masala

400 ml Naturjoghurt

Salz

Die Zubereitung geht schnell:

Ghee in einer großen, beschichteten Pfanne erhitzen. Asafötida, Senfsaat und die getrockneten Chilis sowie die Curryblätter unter Rühren eine Minute darin anbraten. Kartoffelwürfel mit allen restlichen Gewürzen in die Pfanne geben. Alles gut vermischen, salzen und zugedeckt bei niedriger Hitze etwa 15 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind. Eventuell etwas Wasser hinzugeben, damit die Kartoffeln nicht anhängen.

Wenn die Kartoffeln gut sind, Pfanne von der Platte nehmen und leicht abkühlen lassen. Jetzt den Joghurt unterheben und leicht erhitzen. Der Joghurt darf aber nicht mehr kochen, sonst flockt er.

Zusammen mit dem Hühnchen, etwas Reis oder Naan servieren.

Eine (kulinarische) Rückkehr nach Indien…

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Braucht Ihr noch ein Geschenk aus der Küche? Eines, das hervorragend zum Fleischfondue oder zu Raclette passt? Eines, das Ihr auf das Silvesterbuffet stellen könnt? Oder eines als Basis für herzhafte Sandwiches, wenn es zwischen den Jahren zum Schlittschuhlaufen geht?

Ich hab da mal was vorbereitet: Ein scharfes Paprika-Chutney “frei Schnauze”!

chutney

Leuchtet das nicht herrlich?

Diese feurige orangene Köstlichkeit macht sich – hübsch verpackt – super unterm Weihnachtsbaum und heizt ordentlich ein, wenn es draußen kalt ist.

Hier die Zutaten für ca. 6 Schraubgläser á 300 ml:

8 Paprika (gelb, orange, rot – bitte nicht grün! Notfalls gehen geschälte und eingelegte aus dem Glas)

2 Knoblauchzehen, fein gehackt

5 cm Ingwer, fein gehackt

1 Habanero Chili, fein gehackt und entkernt (wer es nicht so scharf mag, nimmt z.B. nur eine Vogelaugenchili)

3 mittelgroße Zwiebeln, fein gehackt

1 EL Ghee oder neutrales Pflanzenöl

1 mehliger Apfel, entkernt und in ca. 1 cm große Stücke gehackt (mit Schale!)

1 große Tomate, grob gehackt und entkernt (lternativ ein Schluck passierte Tomaten)

3 Lorbeerblätter

5 cm Zimtstange

1 gehäufter EL schwarze Zwiebelsamen

2 EL angestoßene Cumin-Samen

1 gestrichener EL Fenchel

5 getrocknete Curryblätter (Asialaden)

4 EL Muscovado Zucker

150 ml Apfelessig

Salz

Eines vorweg: Bei den Gewürzen und dem Zucker hilft nur Abschmecken! Die Mengenangaben sind eine Orientierung, können aber auch variiert werden!

So geht’s:

Paprika waschen, entkernen und in ca. 1 cm große Rauten schneiden. Lorbeerblätter und Zimtstange mit Küchenkordel zusammenbinden oder in ein Teefilter-Säckchen geben und zuknoten. In einem großen Topf Ghee erhitzen. Zwiebeln, Knobi, Ingwer, Chili darin andünsten, bis die Zwiebeln glasig sind. Paprika und Apfel dazugeben und bei mittlerer Hitze und unter Rühren ebenfalls andünsten. Alle weiteren Zutaten – inkl. dem Gewürzsäckchen – in den Topf geben und bei geschlossenem Deckel etwa 45 Minuten köcheln lassen. Immer mal rühren und ggf. schon mal abschmecken. Je nachdem, wie Paprika und Essig beschaffen sind, müsst Ihr noch Zucker drangeben. Oder etwas Gemüsebrühe, falls nicht genügend Flüssigkeit entsteht.

Jetzt das Gewürzsäckchen herausnehmen und die Masse so pürieren, dass noch ausreichend Stücke vorhanden sind, aber eine in sich homogene Masse entsteht. Jetzt abschmecken und ggf. noch Salz oder Zucker hinzugeben.

Wenn Euch das Chutney schmeckt, nehmt Ihr den Topf vom Herd und füllt die Masse heiß in saubere Schraubgläser. Verschließen und auf den Kopf stellen. Abkühlen lassen und anschließend im Kühlschrank aufbewahren.

Das Chutney hält im Kühlschrank mehrere Wochen – ist meist aber schon vorher weg ;-)

Und welche Geschenke aus der Küche gibt es bei Euch dieses Jahr?

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Die Koch- und Blog-Unlust der letzten Wochen scheint überwunden. Ein sicheres Zeichen dafür ist, wenn ich mir freitags Gedanken darüber mache, was ich mal wieder Indisches am Wochenende kochen kann. Die indische Küche ist ja meist etwas zeitaufwendiger mit all ihren Gewürzen und langen Schmorzeiten. Deshalb ergibt das Kochen mit Turban nur einen Sinn, wenn man WIRKLICH Lust darauf hat.

Ich hatte. Und das macht mich glücklich! Zumal es doch gilt, Zorras 8. Bloggeburtstag zu feiern. Den ACHTEN! Lasst Euch das mal auf der Zunge zergehen, Ihr (wir!) Blog-Küken.

Zur Feier der wiederentdeckten Kochlust und Zorras Blog-Geburtstag gab es also Gosht Narangi und Mattar Yakhni: Geschmortes Lammfleisch mit Orange und Zwiebeln sowie als Beilage Erbsen in einer Joghurt-Safran-Sauce.

Beide Grundrezepte stammen aus dem herrlichen Kochbuch „India in 6“, das ich aus Delhi importiert habe. Darin gibt es viele einfache indische Rezepte mit lauter Zutaten, die die indische Hausfrau angeblich in der Speisekammer hat. Naja. Das liegt im Auge des Betrachters. Aber trotzdem zählen die Rezepte zu einer etwas moderneren indische Küche, in der auch zunehmend berufstätige Frauen stehen.

Wie immer habe ich beide Rezepte aber leicht abgewandelt und ergänzt (kursiv). Sonst würde das ja alles keinen Spaß machen!

Also: Den Turban zurechtgerückt und los geht’s.

Für das Gosht Narangi benötigt Ihr für 2 Personen folgende Zutaten:

Etwa 400 gr Lamm aus der Schulter

2 EL Ingwer-Knoblauch-Paste

1 TL Kurkuma

1 TL Garam Masala

3 EL Ghee (statt Sonnenblumenöl)

2 Zwiebeln

1 Bio-Orange

Salz

Tellycherrypepper (oder anderen frisch gemahlenen schwarzen, aromatischen Pfeffer)

2 getrocknete scharfe Chilischoten

150 ml Wasser

So geht’s:

Die Zwiebeln sehr fein in Ringe schneiden. Das Fleisch in mundgerechte, gulasch-große Würfel würfeln. Die Orange schälen. Eine Hälfte auspressen und den Saft auffangen. Die andere Hälfte filetieren. Einige Zesten von der Schale reißen.

Die Lammwürfel mit der Ingwer-Knoblauch-Paste, Kurkuma und Garam Masala vermischen und nebenhin stellen.

Die Hälfte des Ghee in einer Schmorpfanne erhitzen und die Zwiebelringe darin so lange anbraten, bis sie weich und glasig sind. Herausnehmen und auf einem Küchentuch abtropfen lassen.

Eine Hälfte der angebratenen Zwiebeln mit dem Wasser und den Chilis sowie etwas Salz in einem hohen Gefäß mit dem Pürierstab pürieren.

Jetzt den Rest des Ghee erhitzen und das Fleisch mit allen Gewürzen, die sich noch in der Schüssel befinden, scharf von allen Seiten anbraten. Dann die übrigen Zwiebelringe, das Zwiebel-Wasser, den Orangensaft, die Zesten und die Orangenfilets in die Schmorpfanne geben. Alles gut vermischen und zum Kochen bringen.

Salzen, pfeffern und Deckel drauf.

Bei mittlerer Hitze muss das Lamm jetzt mindestens eine Stunde – gerne länger! – vor sich hin schmurgeln.

Wir hatten wieder grandioses Lamm unseres Lieblingsmetzgers Jaddy, das nach 1,5 Stunden butterzart auf der Zunge zerging.

Als frische Beilage gab es sehr schnell zuzubereitende Erbsen mit Joghurt und Safran:

250 gr TK Erbsen

100 ml Joghurt (3,5%)

Einige Fäden Safran

Salz, Pfeffer

1 TL Fenchelsamen

1 TL grob gehackter Ingwer (statt Pulver)

½ TL Bockshornkleeblätter

½ TL Garam Masala

1 TL Ghee (statt Sonnenblumenöl)

So geht’s:

Die Erbsen auftauen und mit etwas Küchenpapier abtrocknen.

Fenchel, Garma Masala, Ingwer und Bockshornkleeblätter in einem kleinen Mixer zerkleinern und mischen.

Ghee in einem Topf erhitzen. Gewürze darin anbraten. Erbsen hinzugeben und gar kochen (dauert nur wenige Minuten). Salzen und pfeffern. Hitze herunter drehen, so dass die Erbsen nicht mehr kochen. Joghurt unterheben und Safranfäden hinein bröseln. Alles gut vermischen.

Dazu gab es außerdem eine Portion Basmati-Reis aus dem von Reishunger.de zur Verfügung gestellten Reispaket. Der Reis war herrlich fluffig, blendend weiß und mit sehr schöner Körnung. Wir haben 1-2 Safranfäden und ein kleines Lorbeer-Blatt an den Reis gegeben und nach herkömmlicher Dämpfmethode zubereitet, damit wir ihn mit bisher verwendeten Reissorten besser vergleichen konnten. Fazit: Der Geschmack war hervorragend, die Zubereitung gelingsicher und optisch ansprechend. Test bestanden!

Beim Gosht Narangi war ich skeptisch: Lamm und Orange passt. Lamm und Zwiebeln passt. Lamm, Orange UND Zwiebeln?? PASST! Es hat phantastisch geschmeckt! Durch das lange Köcheln tritt die Orangensäure sehr zurück, bleibt aber leicht fruchtig und herb immer noch schmeckbar. Die Zwiebeln geben durch das vorherige Anbraten eine würzige Süße ab. Und das Lamm war sowieso der Hammer (s.o.). Das müsst Ihr unbedingt mal probieren!

Das Mattar Yakhni passte deshalb so gut, weil die Erbsen zusammen mit dem Joghurt mild und süß sind zum sehr würzigen Lamm. Die Beilage passt aber ebenso gut zu Fisch oder Hühnchen. Oder ergibt einen kleinen Abend-Snack zu etwas Naan-Brot.

Herzlichen Glückwunsch, liebe Zorra, zu 8 Jahren Food-Bloggerei. Mögest Du noch viele Jahre Spaß daran haben und Deine Leser weiterhin so inspirieren wie bisher.

8 Jahre kochtopf Geburtstags-Blog-Event - Rezepte für Sieger und mehr! (Einsendeschluss 6. Oktober 2012)

Cheers!

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Lammcurry a la C.

Meine Freundin M. kenne ich seit mittlerweile fast 20 Jahren. Auch wenn wir uns in dieser Zeit manchmal  lange nicht gesehen haben, ist es beim Wiedersehen doch immer, als hätten wir uns gerade letzte Woche das letzte Mal getroffen – so nahtlos können wir an alte Geschichten, neue Ereignisse und unseren gemeinsamen Weg anknüpfen.

M. war Foodie lange bevor es diesen Begriff gab. Sie hat mir türkische Gemüsehändler und den Hanauer Wochenmarkt ans Herz gelegt, hat stets für Freunde gekocht und mich zu meinem ersten indischen Restaurant geführt (mein Erweckungserlebnis!). Auch die Entdeckung des Lieblingschinesen „Jade Magic Wok“ geht auf ihr Konto.

M. hat laotische Wurzeln und ist Globetrotterin. Außerdem ist sie seit Ewigkeiten mit C. befreundet, indischstämmige Malayin, wenn ich den Stammbaum noch richtig zusammenbekomme. Aber wen interessiert das schon in einer globalen und cosmopolitischen Zeit wie der unseren? Mich interessiert es jedenfalls dann, wenn es um’s Kochen geht. Und den Befehl: „Kommt zu uns. C. macht Curry und wir gucken zu!“ muss man mir jedenfalls nicht zweimal sagen. (M. spricht manchmal in Befehlen zu ihren Freunden. Das muss man wissen!)

Also standen M. und ich in der Küche (die Männer hatten sich mit einer Flasche Wein zur „Gartenbesichtigung“ verdrückt) und schauten C. in die Töpfe.

Kinners, was für ein Duft. Was für ein Anblick. Und wie viel Spaß! Auch wenn C. etwas ungehalten war über neugierige Nachfragen…

Weil ein Rezept-Aufschreiben während der Kocherei völlig unmöglich war, habe ich M. im Nachhinein gebeten, das Rezept von C. zu besorgen. Aber C. kocht nicht nach Rezept. Überhaupt ist das alles albern. Kochen ist Lebenseinstellung, Tradition, Routine, Gefühl – nicht Rezept. Auf meine Fragen „Wie viel hiervon? Wann kommt das rein? Wie viel davon?“ lautete die Antwort immer nur „Kannst Du machen wie Du willst.“

Aha.

M. – die ich unter anderem wegen ihres Humors liebe – hat dann jedenfalls doch noch das Rezept weitergegeben. Ich kann mir genau vorstellen, wie das Gespräch zwischen den beiden ablief.

Hört mal zu. Ich gebe das unredigiert wieder:

C. hat ca. 2 kg Lammfleisch von der Schulter gekauft. Das Fleisch hat sie sich vom Metzger entbeinen und den Knochen klein schneiden lassen. Da sie kein “gutes Lammfleisch” in Deutschland findet, sondern das tiefgefrorene Fleisch aus Australien bevorzugt (“das ist viiiiiieeel besser”) kann das Durry auch nicht gut schmecken…

Alle Angaben sind jetzt reine Beobachtungen und stummes Schweigen, denn genaues Zuhören verwirrt noch mehr, falls man Kopfschmerzen hat, nehmen diese jetzt zu.

Rote Zwiebeln in Scheiben schneiden, ca. 2 Zwiebeln, bitte nicht zu kleine Zwiebeln!, eine Knolle Knoblauch, ein
ganzer Ingwer (???), alles schälen und in Scheiben schneiden, 3 ganze Tomaten schälen und ausdrücken, natürlich alles in die Schale mit dem Fleisch und den Gewürzen. Ein Bund Koriander grob schneiden und dazugeben.

Und nun kommen die Gewürze: Salz, 4-5 Nelken, 2 Zimtstangen, 4 Kardamonkapseln, ein TL Fenchelsamen und dann kommen noch getrocknete Curryblätter hinzu.

Alles in einen Topf geben und nun kommt das Supercurrypulver hinzu, das vorher mit Wasser vermischt und einer nicht zu dicken Pampe angerührt wird.

Dann schön verreiben und wenn man es schärfer haben möchte, dann kann man noch getrocknete Chillis hinzugeben. C. würzst zum Schluss noch mal mit Salz und einem Schuss Zitrone. Manchmal macht sie es auch nicht.

Und dann erzählt sie von dem Muttoncurry, das aus dem Fleischsaft seine Flüssigkeit und seinen Geschmack enthält und an das man kein Wasser mehr geben darf und manchmal sagt sie auch, dass die Frauen in Indien die Gewürze alle vorher rösten und dann zermahlen und dann erzählt sie….

Ach ja, heißes Öl in eine große Pfanne geben und dann alles rein damit. Bitte immer schön rühren, auf niedgrister Stufe kochen lassen, ca. 4 Stunden. Mindestens.

Man kann es aber auch reduzieren auf 2 Stunden, falls es Gäste gibt die nicht so spät essen wollen oder einfach nur hektisch Hunger haben und alles vorher schon aufessen oder man kann einfach Lust auf zähes fleisch entwickeln und sich an einem Curry erfreuen, das noch nicht zart und saftig ist!

Falls der Boden anbrennt, dann hat Mann oder Frau vergessen, regelmäßig zu rühren, die Flamme nicht auf niedrig gedreht und vergessen den deckel drauf zu machen. Wenn das Curry dann nach 4 Stunden fertig ist und man den ersten Bissen zu sich genommen hat, dann möchte man nicht mehr aufstehen und es hat sich gelohnt Endlossätze über sich ergehen zu lassen.

Aber eigentlich könnt Ihr das sowieso machen wie Ihr wollt, sagt C.

Wichtige Zutat ist jedenfalls das Supercurrypulver, das ich mir wohl im Internet oder bei meinem nächsten Schwester-Besuch in Birmingham organisieren muss. (Unnötig zu sagen, dass selbst hergestelltes Currypulver bei C. auf hochgezogene Augenbrauen stieß: „Wieso? Das hier ist viel besser!“)

Die Zutaten lesen sich wie folgt (falls Ihr es doch selber ansetzen wollt):

Ich fürchte aber, die „geheime Zutat“ verbirgt sich hinter „other spices“.

Das Lammcurry a la C. war jedenfalls eines der besten, das ich je gegessen habe. Auch wenn es angeblich nicht lange genug gekocht hat, das Lamm falsch war, M. und ich nur gestört haben… Ich fand es „fingerlickin‘“ genial! Würzig, scharf, mürbe. Heaven!

Dazu eine grandios entspannte, sehr witzige Tischgesellschaft, die wunderbaren Gastgeber, eine doch ziemlich geschmeichelte C. – der perfekte Abend!

Natürlich gab es auch noch ein Fischcurry. Und frittierte Auberginen. Und Reis. Und einen Maniok-Nachtisch mit viel Kokosmilch. Aber wagt Euch nicht, C. nach Rezepten zu fragen. Ihr wisst dann ja, was kommt: „Kannst Du machen wie Du willst!“.

Bei diesem ganz besonderen Curry-Erlebnis musste ich natürlich an Tina Foodina denken. Deshalb ist dieses Hammer-Lammcurry auch mein Beitrag zum Blog-Event!

Curry - köstlich asiatisch


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