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Archiv für die Kategorie ‘Indisch’

Indisch zu kochen muss nicht immer aufwendig sein. Auch an einem Werktag bekommt Ihr das Maharadscha-Gefühl ganz leicht in die eigenen vier Wände. Voraussetzung ist nur, dass Ihr morgens (oder am Vorabend) noch fix die Marinade für das Chicken Tikka anrührt. Ein Minimum von 2 Stunden Marinierzeit solltet Ihr Euch nämlich schon einrichten. Dafür bekommt Ihr aber auch saftig-würziges Hähnchenfleisch, das jeden Salat, jedes Sandwich aufpeppt.

Wollen wir loslegen?

Für den indischen Salat mit Chicken Tikka als Hauptgericht für 2 benötigt Ihr folgende Zutaten:

1 große Portion gemischter Pflücksalat

2 große Knollen vorgekochte Rote Bete

2 EL Sonnenblumenkerne

Korianderblätter zum Garnieren

Für das Dressing (findet Ihr auch hier):

250 ml Naturjoghurt (3,5%)

1/4 TL Chilipulver

1 TL Koriandersamen

2 TL Kreuzkümmelsamen

Salz, Pfeffer

Spritzer Zitronensaft

Für das Chicken Tikka (eine Variante mit Joghurt findet Ihr hier):

2 Hühnerbrüste oder anderes Hühnerfleisch ohne Haut

2 EL passierte Tomaten aus der Dose

1 EL Olivenöl

2 EL Ingwer-Knoblauch-Paste

1 kl feingehackte Zwiebel

1 EL Kreuzkümmel

Samen von 5 Kardamomkapseln

2 cm Zimtrinde

1 Nelke

1 TL scharfes Chilipulver

10 Pfefferkörner (z.B. Tellycherrypepper)

Salz

Und so geht’s:

Wir starten mit der Marinade für das Chicken Tikka. Hierfür Kreuzkümmel, Kardamom, Zimt, Pfefferkörner und Nelke im Mörser fein mörsern. Die Gewürze mit der Tomate, dem Chilipulver, Zwiebel, Ingwer-Knoblauch-Paste und Öl in einem Mixer zu einer geschmeidigen Masse pürieren. Das Hähnenfleisch in 2x2cm große Brocken schneiden und in der Marinade wälzen bis alles schön überzogen ist. Mindestens 2 Stunden, besser 4 Stunden oder länger unter Frischhaltefolie kühl stellen.

Nach der Marinierzeit den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Für das Dressing die Koriander- und Kreuzkümmelsamen mörsern. Alle Zutaten des Dressings miteinander vermischen. Rote Bete Knollen achteln, Salat putzen und trockenschleudern.

Die Hühnchenteile aus der Marinade nehmen, etwas abtropfen lassen und auf einen Grillrost (idealerweise über einer Auffangschale oder über einer Lage Alufolie) legen und auf die oberste Schiene des Backofens schieben. Ihr müsst je nach Größe der Stücke und nach Leistung Eures Backofens ca. 8 min zum Garen einrechnen. Danach kommen die Brocken noch mal 2 min unter den Grill. Die Zeitangaben variieren aber möglicherweise. Das Hühnchenfleisch sollte durch sein und eine leicht gebräunte Würzhülle haben. Wer es noch dunkler mag, legt die Teile gleich auf den Grill!

Salat auf einem großen Teller anrichten. Rote Bete dazugeben und mit dem Joghurtdressing benetzen. Ich mische den Salat nicht, weil das Dressing sonst rosa wird. Aber dem Geschmack tut das keinen Abbruch. Zuletzt noch mit den Korianderblättern und den Sonnenblumenkernen garnieren. Chicken Tikka-Stücke dazugeben und mit etwas Naan-Brot servieren.

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Indien auf der Zunge – und fertig ist das Feierabend-Maharadscha-Gefühl!

PS: Das Hühnchen schmeckt auch kalt herrlich auf Sandwich mit etwas Chutney und Salatblättern. Wer es lieber saucig mag, wirft die Hühnchenteile in kochende gestückelte Tomaten aus der Dose, rührt etwas Joghurt unter (dann darf es nicht mehr kochen!), kocht Reis dazu und fertig ist Chicken Tikka Masala.

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Bushcook’s Kitchen, eines meiner Lieblings-Food-Blogs wird zwei Jahre alt (unglaublich, was Dorothée aka Bushi in dieser Zeit alles geschafft geschaffen hat!). Herzlichen Glückwunsch, meine Liebe! Mögest Du noch viele Jahre Spaß am Bloggen haben – vor allem aber auch am Kochen und Essen! Wie schön, dass wir an Deinen kulinarischen Entdeckungen teilhaben dürfen :)

Ich durfte Dorothée ja schon bei der Weinrallye #59 mit einer Flasche Wein be”wichtel”n. Jetzt reiche ich ihr etwas nach für ihr Geburtstagsmenü. Anfang April wird nämlich weiter gefeiert: in einem offenen Haus dürfen die Gäste kommen und gehen, bleiben, essen, trinken, auf das Geburtstagskind anstoßen und feiern! Was für eine schöne Idee.

Dafür wünscht sie sich die passenden Rezepte: also gut vorzubereiten und auch noch hübsch anzusehen, wenn der Teller schon etwas auf dem Buffet gestanden hat.

Ich hab da was für Dich, Dorothée: Mit würzigem 7-Meere-Curry marinierte Hähnchenschenkel und ein fruchtiger Limetten-Dip.

(Also, lange stehen die nicht! Aber theoretisch schmecken sie warm und kalt und auch noch am nächsten Tag. Falls nicht vorher einer an den Kühlschrank geht und heimlich nascht!)

Der Clou ist die Marinade. Dafür brauchen wir erstmal ein 7-Meere-Curry*. Das heißt so, weil Gewürze früher über alle sieben Weltmeere transportiert und teilweise wertvoller als Gold waren. Wer an dem Curry riecht, wird wissen, warum. So exotisch riecht es sonst auf Basaren und anderen exotischen Märkten. Oder eben in Dorothées Küche, wenn sie fleißig mörsert.

Liebe Bushi, das Curry kannst Du wirklich schon Wochen vorher ansetzen, in einem Glas verschließen und dunkel lagern. Dann geht die weitere Zubereitung ganz schnell!

Für das Currypulver brauchst Du:

6-8 Kapseln weißer Kardamom (das ist gebleichter grüner Kardamom, der etwas milder schmeckt. Alternativ geht grüner)

6 EL Koriandersamen

3 EL Cuminsamen

1,5 EL Selleriesamen (teilweise ersetzbar durch Selleriesalz)

1 Zimtstange

6-8 Nelken

1 EL Chilipulver

So geht’s: Alle Gewürze außer dem Chilipulver in einer trockenen Pfanne ohne Öl anrösten und anschließend im Mörser fein zerreiben. Anschließend das Chilipulver unterheben.

Das Currypulver passt herrlich zu Lammgerichten, Gegrilltem, im Hackfleisch für würzige Burger-Frikadellen oder für Gyros hausgemacht. Auch eine Prise über Kartoffeln gibt einen tollen Kick. Aber jetzt machen wir erstmal weiter mit den Hähnchenschenkeln!

Zutaten:

1 EL 7-Meere-Curry

8 Hähnchenunterschenkel (oder Flügel oder Hühnchenbrust in Streifen geschnitten oder…)

1 TL Ingwer-Knoblauch-Paste (alternativ: 1/2 Knoblauchzehe, 1/2 cm Ingwer geschält, beides feinstmöglich gehackt)

ordentliche Prise Salz

250 gr Naturjoghurt (3,5% Fett)

Saft von 1/2 kleinen Zitrone

So geht’s: Die Hähnchenschenkel von der Haut befreien und nebeneinander in eine Glas- oder Porzellanschale legen. Die Marinade darübergießen und schön in das Fleisch massieren. Das Fleisch sollte von allen Seiten gut mit dem Joghurt bedeckt sein. Jetzt mit einer Frischhaltefolie abdecken und mindestens 6 Stunden marinieren lassen – besser über Nacht!

Nach der Marinier-Zeit den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Ein Blech mit Alufolie auslegen und auf die unterste Schiene schieben. Die Hähnchenteile gut abstreifen und auf einen Grillrost legen und auf der mittleren Schiene in den Backofen schieben. Je nach Größe der Fleischstücke etwa 40 Minuten garen. Zum Schluss noch mal 5 Minuten unter den Grill schieben. Dunkle Flecken sind Tandoori-Style und gewollt!

Während der Garzeit schnell den Limetten-Dip anrühren:

250 gr Naturjoghurt

Saft 1/2 Limette

Limettenabrieb

Salz

Chiliflocken

Joghurt, Limettensaft und Salz gut verrühren. Abrieb und Chiliflocken zum Schluss auf den Joghurt geben.

Der Dip ist schön frisch und fruchtig zu den würzigen Hähnchenteilen.

Dazu passt außerdem Naan, Pitabrot oder natürlich auch türkisches Fladenbrot. Und falls doch was übrig bleibt, ist das Hähnchenfleisch am nächsten Tag auch sehr lecker auf einem Sandwich mit etwas Chutney und einem Blatt Salat. Hmmm…

Weil zu so richtig scharfen indischen Hähnchenteilen kein Wein passt, sondern bestenfalls Bier, bringe ich zur Open-Door-Party übrigens noch eine Flasche Spicy Ginger Ale mit:

Das Zeug stammt aus Berlin und wird z.B. bei Karstadt Perfetto vertrieben. Es ist so scharf und so ingwer-ig, dass man schon ein ziemlicher Ginger-Ale-Fan sein muss, um es zu mögen. Weicheier probieren vielleicht erstmal das würzig-süße “normale” Ginger-Ale von Thomas Henry (der übrigens die geniale Kombination Kohlensäure & Wasser erfand!).

Alles Liebe zum (Blog)-Geburtstag und viel Spaß bei Deiner Open-Door-Party, liebe Dorothée. Ich hoffe, Deinen Gästen schmecken die würzig-exotischen Hähnchenschenkel mit fruchtigem Limetten-Dip!

* Das 7-Meere-Curry hat uns meine Ma geschenkt! Die haben wir nämlich infiziert mit der ganzen Gewürzmischungs-Geschichte. Einen ordentlichen Mörser hat sie natürlich auch. Das Rezept stammt aus dem Buch “Das Handbuch der Gewürze: Würzkunst, Warenkunde und 100 Rezepte” von Sally Morris und Lesley Mackley. Meine Ma ist so begeistert von den Rezepten, dass wir uns das Buch unbedingt besorgen wollen.

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Vor einem Jahr waren wir in Indien. Manchmal erscheint mir unsere Reise Lichtjahre entfernt, manchmal “wie gestern”. Jedenfalls beschäftigt uns das Land noch immer.

Wenn es auch manchmal nur ein besonders gut platzierter Sonnenstrahl ist, der auf unsere indische Konsole mit einigen Erinnerungsstücken trifft:

Shiva

Für Europäer bleibt das Land vielleicht immer unverständlich in seiner Komplexität und Andersartigkeit. Wenn auch vor langer Zeit, hat E.M. Forster die Ambivalenz und das “aneinander vorbei reden” beider Kulturen unvergleichlich beschrieben in seinem Roman “Auf der Suche nach Indien“.

indien

Ein Buch, das ich nach unserer Reise ganz anders gelesen habe als davor. (Wer nicht lesen mag, kann sich auch die Verfilmung ansehen…)

Das passende Essen bei Indien-Fernweh fand ich jedenfalls wieder einmal bei Pushpesh Pant:

Chicken Xacuti, ein würziges Hühnchen in cremiger Sauce, und Dahiwale Aloo, Kartoffeln in würzigem Joghurt.

indisch

In den kleinen Schälchen im Vordergrund habe die Gewürzmischungen angerührt und Zettel darunter geklemmt, um nicht durcheinander zu kommen.

Huhn_indischIII

Für das Chicken Xacuti, übrigens ein Rezept aus Goa, benötigt Ihr folgende Zutaten:

Gewürzpaste:

5 getrocknete rote Chilischoten (im Original: 10)

1 EL Koriandersamen

1,5 EL Kreuzkümmel

1,5 EL Bockshornkleesamen

10 Körner Tellicherry Pfeffer (besonders aromatisch. Geht aber auch mit “normalem” Pfeffer)

3 TL Mohnsamen

2 EL Kokosraspel (im Original 1/2 cup geriebene frische Kokosnuss)

1 TL Kurkumapulver

1/2 TL grüner Kardamom

1/2 TL Nelken

2 cm Zimtstange

Für die Gewürzpaste weicht Ihr erstmal die Chilischoten in heißem Wasser ein für einige Minuten. Dann gießt Ihr das Wasser ab und drückt die Chilis etwas aus. Jetzt in einer großen, beschichteten Pfanne alle Gewürze – außer dem Kokosfleisch – etwa eine Minute anrösten. Danach die Gewürze im Mörser zerstoßen. In einem Mixer alle Zutaten (inkl. Kokos) und ggf. etwas Wasser zu einer Paste verarbeiten und beiseite stellen.

Weitere Zutaten:

2 EL Ghee

eine gehackte Zwiebel

4 TL Ingwer-Knoblauch-Paste

2 Hühnerbrüste, in mundgerechte Stücke geschnitten

2 EL Zitronensaft

Salz

Jetzt kann’s losgehen:

Ghee in einer großen, beschichteten Pfanne erhitzen. Die Zwiebel, die Gewürzpaste sowie die Ingwer-Knoblauch-Paste unter Rühren anbraten. Darin die Hühnerteile anbraten, salzen. Etwas Wasser zugießen (anfangs lieber etwas weniger, vielleicht 100 ml. Ist die Sauce zu dick, könnt Ihr noch mehr Wasser angießen) und bei niedriger Hitze zugedeckt garen, bis das Hühnchen gut ist. Mit Salz und Zitronensaft abrunden.

Wer mag, mit etwas grüner Chilischote oder einigen Korianderblättern garnieren und servieren!

Huhn_indischII

Als Beilage bieten sich Reis oder Naan an. Zu einem richtig indischen Essen gehört aber auch noch ein Schälchen Gemüse – in meinem Fall Kartoffeln mit Joghurt:

Kartoffeln_indischII

Zutaten für das Dahiwale Aloo (Mengenangaben leicht angepasst):

2 EL Ghee

1/4 TL Asafötida

1 TL Senfsaat

3 getrocknete rote Chilischoten

10 Curryblätter (getrocknet oder frisch)

4 mittelgroße, festkochende Kartoffeln, gewürfelt

1 TL gemörserter Koriander

1 TL gemörserter Kreuzkümmel

1 TL Chilipulver

1/2 TL Kurkumapulver

1 TL Garam Masala

400 ml Naturjoghurt

Salz

Die Zubereitung geht schnell:

Ghee in einer großen, beschichteten Pfanne erhitzen. Asafötida, Senfsaat und die getrockneten Chilis sowie die Curryblätter unter Rühren eine Minute darin anbraten. Kartoffelwürfel mit allen restlichen Gewürzen in die Pfanne geben. Alles gut vermischen, salzen und zugedeckt bei niedriger Hitze etwa 15 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind. Eventuell etwas Wasser hinzugeben, damit die Kartoffeln nicht anhängen.

Wenn die Kartoffeln gut sind, Pfanne von der Platte nehmen und leicht abkühlen lassen. Jetzt den Joghurt unterheben und leicht erhitzen. Der Joghurt darf aber nicht mehr kochen, sonst flockt er.

Zusammen mit dem Hühnchen, etwas Reis oder Naan servieren.

Eine (kulinarische) Rückkehr nach Indien…

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Braucht Ihr noch ein Geschenk aus der Küche? Eines, das hervorragend zum Fleischfondue oder zu Raclette passt? Eines, das Ihr auf das Silvesterbuffet stellen könnt? Oder eines als Basis für herzhafte Sandwiches, wenn es zwischen den Jahren zum Schlittschuhlaufen geht?

Ich hab da mal was vorbereitet: Ein scharfes Paprika-Chutney “frei Schnauze”!

chutney

Leuchtet das nicht herrlich?

Diese feurige orangene Köstlichkeit macht sich – hübsch verpackt – super unterm Weihnachtsbaum und heizt ordentlich ein, wenn es draußen kalt ist.

Hier die Zutaten für ca. 6 Schraubgläser á 300 ml:

8 Paprika (gelb, orange, rot – bitte nicht grün! Notfalls gehen geschälte und eingelegte aus dem Glas)

2 Knoblauchzehen, fein gehackt

5 cm Ingwer, fein gehackt

1 Habanero Chili, fein gehackt und entkernt (wer es nicht so scharf mag, nimmt z.B. nur eine Vogelaugenchili)

3 mittelgroße Zwiebeln, fein gehackt

1 EL Ghee oder neutrales Pflanzenöl

1 mehliger Apfel, entkernt und in ca. 1 cm große Stücke gehackt (mit Schale!)

1 große Tomate, grob gehackt und entkernt (lternativ ein Schluck passierte Tomaten)

3 Lorbeerblätter

5 cm Zimtstange

1 gehäufter EL schwarze Zwiebelsamen

2 EL angestoßene Cumin-Samen

1 gestrichener EL Fenchel

5 getrocknete Curryblätter (Asialaden)

4 EL Muscovado Zucker

150 ml Apfelessig

Salz

Eines vorweg: Bei den Gewürzen und dem Zucker hilft nur Abschmecken! Die Mengenangaben sind eine Orientierung, können aber auch variiert werden!

So geht’s:

Paprika waschen, entkernen und in ca. 1 cm große Rauten schneiden. Lorbeerblätter und Zimtstange mit Küchenkordel zusammenbinden oder in ein Teefilter-Säckchen geben und zuknoten. In einem großen Topf Ghee erhitzen. Zwiebeln, Knobi, Ingwer, Chili darin andünsten, bis die Zwiebeln glasig sind. Paprika und Apfel dazugeben und bei mittlerer Hitze und unter Rühren ebenfalls andünsten. Alle weiteren Zutaten – inkl. dem Gewürzsäckchen – in den Topf geben und bei geschlossenem Deckel etwa 45 Minuten köcheln lassen. Immer mal rühren und ggf. schon mal abschmecken. Je nachdem, wie Paprika und Essig beschaffen sind, müsst Ihr noch Zucker drangeben. Oder etwas Gemüsebrühe, falls nicht genügend Flüssigkeit entsteht.

Jetzt das Gewürzsäckchen herausnehmen und die Masse so pürieren, dass noch ausreichend Stücke vorhanden sind, aber eine in sich homogene Masse entsteht. Jetzt abschmecken und ggf. noch Salz oder Zucker hinzugeben.

Wenn Euch das Chutney schmeckt, nehmt Ihr den Topf vom Herd und füllt die Masse heiß in saubere Schraubgläser. Verschließen und auf den Kopf stellen. Abkühlen lassen und anschließend im Kühlschrank aufbewahren.

Das Chutney hält im Kühlschrank mehrere Wochen – ist meist aber schon vorher weg ;-)

Und welche Geschenke aus der Küche gibt es bei Euch dieses Jahr?

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Die Koch- und Blog-Unlust der letzten Wochen scheint überwunden. Ein sicheres Zeichen dafür ist, wenn ich mir freitags Gedanken darüber mache, was ich mal wieder Indisches am Wochenende kochen kann. Die indische Küche ist ja meist etwas zeitaufwendiger mit all ihren Gewürzen und langen Schmorzeiten. Deshalb ergibt das Kochen mit Turban nur einen Sinn, wenn man WIRKLICH Lust darauf hat.

Ich hatte. Und das macht mich glücklich! Zumal es doch gilt, Zorras 8. Bloggeburtstag zu feiern. Den ACHTEN! Lasst Euch das mal auf der Zunge zergehen, Ihr (wir!) Blog-Küken.

Zur Feier der wiederentdeckten Kochlust und Zorras Blog-Geburtstag gab es also Gosht Narangi und Mattar Yakhni: Geschmortes Lammfleisch mit Orange und Zwiebeln sowie als Beilage Erbsen in einer Joghurt-Safran-Sauce.

Beide Grundrezepte stammen aus dem herrlichen Kochbuch „India in 6“, das ich aus Delhi importiert habe. Darin gibt es viele einfache indische Rezepte mit lauter Zutaten, die die indische Hausfrau angeblich in der Speisekammer hat. Naja. Das liegt im Auge des Betrachters. Aber trotzdem zählen die Rezepte zu einer etwas moderneren indische Küche, in der auch zunehmend berufstätige Frauen stehen.

Wie immer habe ich beide Rezepte aber leicht abgewandelt und ergänzt (kursiv). Sonst würde das ja alles keinen Spaß machen!

Also: Den Turban zurechtgerückt und los geht’s.

Für das Gosht Narangi benötigt Ihr für 2 Personen folgende Zutaten:

Etwa 400 gr Lamm aus der Schulter

2 EL Ingwer-Knoblauch-Paste

1 TL Kurkuma

1 TL Garam Masala

3 EL Ghee (statt Sonnenblumenöl)

2 Zwiebeln

1 Bio-Orange

Salz

Tellycherrypepper (oder anderen frisch gemahlenen schwarzen, aromatischen Pfeffer)

2 getrocknete scharfe Chilischoten

150 ml Wasser

So geht’s:

Die Zwiebeln sehr fein in Ringe schneiden. Das Fleisch in mundgerechte, gulasch-große Würfel würfeln. Die Orange schälen. Eine Hälfte auspressen und den Saft auffangen. Die andere Hälfte filetieren. Einige Zesten von der Schale reißen.

Die Lammwürfel mit der Ingwer-Knoblauch-Paste, Kurkuma und Garam Masala vermischen und nebenhin stellen.

Die Hälfte des Ghee in einer Schmorpfanne erhitzen und die Zwiebelringe darin so lange anbraten, bis sie weich und glasig sind. Herausnehmen und auf einem Küchentuch abtropfen lassen.

Eine Hälfte der angebratenen Zwiebeln mit dem Wasser und den Chilis sowie etwas Salz in einem hohen Gefäß mit dem Pürierstab pürieren.

Jetzt den Rest des Ghee erhitzen und das Fleisch mit allen Gewürzen, die sich noch in der Schüssel befinden, scharf von allen Seiten anbraten. Dann die übrigen Zwiebelringe, das Zwiebel-Wasser, den Orangensaft, die Zesten und die Orangenfilets in die Schmorpfanne geben. Alles gut vermischen und zum Kochen bringen.

Salzen, pfeffern und Deckel drauf.

Bei mittlerer Hitze muss das Lamm jetzt mindestens eine Stunde – gerne länger! – vor sich hin schmurgeln.

Wir hatten wieder grandioses Lamm unseres Lieblingsmetzgers Jaddy, das nach 1,5 Stunden butterzart auf der Zunge zerging.

Als frische Beilage gab es sehr schnell zuzubereitende Erbsen mit Joghurt und Safran:

250 gr TK Erbsen

100 ml Joghurt (3,5%)

Einige Fäden Safran

Salz, Pfeffer

1 TL Fenchelsamen

1 TL grob gehackter Ingwer (statt Pulver)

½ TL Bockshornkleeblätter

½ TL Garam Masala

1 TL Ghee (statt Sonnenblumenöl)

So geht’s:

Die Erbsen auftauen und mit etwas Küchenpapier abtrocknen.

Fenchel, Garma Masala, Ingwer und Bockshornkleeblätter in einem kleinen Mixer zerkleinern und mischen.

Ghee in einem Topf erhitzen. Gewürze darin anbraten. Erbsen hinzugeben und gar kochen (dauert nur wenige Minuten). Salzen und pfeffern. Hitze herunter drehen, so dass die Erbsen nicht mehr kochen. Joghurt unterheben und Safranfäden hinein bröseln. Alles gut vermischen.

Dazu gab es außerdem eine Portion Basmati-Reis aus dem von Reishunger.de zur Verfügung gestellten Reispaket. Der Reis war herrlich fluffig, blendend weiß und mit sehr schöner Körnung. Wir haben 1-2 Safranfäden und ein kleines Lorbeer-Blatt an den Reis gegeben und nach herkömmlicher Dämpfmethode zubereitet, damit wir ihn mit bisher verwendeten Reissorten besser vergleichen konnten. Fazit: Der Geschmack war hervorragend, die Zubereitung gelingsicher und optisch ansprechend. Test bestanden!

Beim Gosht Narangi war ich skeptisch: Lamm und Orange passt. Lamm und Zwiebeln passt. Lamm, Orange UND Zwiebeln?? PASST! Es hat phantastisch geschmeckt! Durch das lange Köcheln tritt die Orangensäure sehr zurück, bleibt aber leicht fruchtig und herb immer noch schmeckbar. Die Zwiebeln geben durch das vorherige Anbraten eine würzige Süße ab. Und das Lamm war sowieso der Hammer (s.o.). Das müsst Ihr unbedingt mal probieren!

Das Mattar Yakhni passte deshalb so gut, weil die Erbsen zusammen mit dem Joghurt mild und süß sind zum sehr würzigen Lamm. Die Beilage passt aber ebenso gut zu Fisch oder Hühnchen. Oder ergibt einen kleinen Abend-Snack zu etwas Naan-Brot.

Herzlichen Glückwunsch, liebe Zorra, zu 8 Jahren Food-Bloggerei. Mögest Du noch viele Jahre Spaß daran haben und Deine Leser weiterhin so inspirieren wie bisher.

8 Jahre kochtopf Geburtstags-Blog-Event - Rezepte für Sieger und mehr! (Einsendeschluss 6. Oktober 2012)

Cheers!

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Lammcurry a la C.

Meine Freundin M. kenne ich seit mittlerweile fast 20 Jahren. Auch wenn wir uns in dieser Zeit manchmal  lange nicht gesehen haben, ist es beim Wiedersehen doch immer, als hätten wir uns gerade letzte Woche das letzte Mal getroffen – so nahtlos können wir an alte Geschichten, neue Ereignisse und unseren gemeinsamen Weg anknüpfen.

M. war Foodie lange bevor es diesen Begriff gab. Sie hat mir türkische Gemüsehändler und den Hanauer Wochenmarkt ans Herz gelegt, hat stets für Freunde gekocht und mich zu meinem ersten indischen Restaurant geführt (mein Erweckungserlebnis!). Auch die Entdeckung des Lieblingschinesen „Jade Magic Wok“ geht auf ihr Konto.

M. hat laotische Wurzeln und ist Globetrotterin. Außerdem ist sie seit Ewigkeiten mit C. befreundet, indischstämmige Malayin, wenn ich den Stammbaum noch richtig zusammenbekomme. Aber wen interessiert das schon in einer globalen und cosmopolitischen Zeit wie der unseren? Mich interessiert es jedenfalls dann, wenn es um’s Kochen geht. Und den Befehl: „Kommt zu uns. C. macht Curry und wir gucken zu!“ muss man mir jedenfalls nicht zweimal sagen. (M. spricht manchmal in Befehlen zu ihren Freunden. Das muss man wissen!)

Also standen M. und ich in der Küche (die Männer hatten sich mit einer Flasche Wein zur „Gartenbesichtigung“ verdrückt) und schauten C. in die Töpfe.

Kinners, was für ein Duft. Was für ein Anblick. Und wie viel Spaß! Auch wenn C. etwas ungehalten war über neugierige Nachfragen…

Weil ein Rezept-Aufschreiben während der Kocherei völlig unmöglich war, habe ich M. im Nachhinein gebeten, das Rezept von C. zu besorgen. Aber C. kocht nicht nach Rezept. Überhaupt ist das alles albern. Kochen ist Lebenseinstellung, Tradition, Routine, Gefühl – nicht Rezept. Auf meine Fragen „Wie viel hiervon? Wann kommt das rein? Wie viel davon?“ lautete die Antwort immer nur „Kannst Du machen wie Du willst.“

Aha.

M. – die ich unter anderem wegen ihres Humors liebe – hat dann jedenfalls doch noch das Rezept weitergegeben. Ich kann mir genau vorstellen, wie das Gespräch zwischen den beiden ablief.

Hört mal zu. Ich gebe das unredigiert wieder:

C. hat ca. 2 kg Lammfleisch von der Schulter gekauft. Das Fleisch hat sie sich vom Metzger entbeinen und den Knochen klein schneiden lassen. Da sie kein “gutes Lammfleisch” in Deutschland findet, sondern das tiefgefrorene Fleisch aus Australien bevorzugt (“das ist viiiiiieeel besser”) kann das Durry auch nicht gut schmecken…

Alle Angaben sind jetzt reine Beobachtungen und stummes Schweigen, denn genaues Zuhören verwirrt noch mehr, falls man Kopfschmerzen hat, nehmen diese jetzt zu.

Rote Zwiebeln in Scheiben schneiden, ca. 2 Zwiebeln, bitte nicht zu kleine Zwiebeln!, eine Knolle Knoblauch, ein
ganzer Ingwer (???), alles schälen und in Scheiben schneiden, 3 ganze Tomaten schälen und ausdrücken, natürlich alles in die Schale mit dem Fleisch und den Gewürzen. Ein Bund Koriander grob schneiden und dazugeben.

Und nun kommen die Gewürze: Salz, 4-5 Nelken, 2 Zimtstangen, 4 Kardamonkapseln, ein TL Fenchelsamen und dann kommen noch getrocknete Curryblätter hinzu.

Alles in einen Topf geben und nun kommt das Supercurrypulver hinzu, das vorher mit Wasser vermischt und einer nicht zu dicken Pampe angerührt wird.

Dann schön verreiben und wenn man es schärfer haben möchte, dann kann man noch getrocknete Chillis hinzugeben. C. würzst zum Schluss noch mal mit Salz und einem Schuss Zitrone. Manchmal macht sie es auch nicht.

Und dann erzählt sie von dem Muttoncurry, das aus dem Fleischsaft seine Flüssigkeit und seinen Geschmack enthält und an das man kein Wasser mehr geben darf und manchmal sagt sie auch, dass die Frauen in Indien die Gewürze alle vorher rösten und dann zermahlen und dann erzählt sie….

Ach ja, heißes Öl in eine große Pfanne geben und dann alles rein damit. Bitte immer schön rühren, auf niedgrister Stufe kochen lassen, ca. 4 Stunden. Mindestens.

Man kann es aber auch reduzieren auf 2 Stunden, falls es Gäste gibt die nicht so spät essen wollen oder einfach nur hektisch Hunger haben und alles vorher schon aufessen oder man kann einfach Lust auf zähes fleisch entwickeln und sich an einem Curry erfreuen, das noch nicht zart und saftig ist!

Falls der Boden anbrennt, dann hat Mann oder Frau vergessen, regelmäßig zu rühren, die Flamme nicht auf niedrig gedreht und vergessen den deckel drauf zu machen. Wenn das Curry dann nach 4 Stunden fertig ist und man den ersten Bissen zu sich genommen hat, dann möchte man nicht mehr aufstehen und es hat sich gelohnt Endlossätze über sich ergehen zu lassen.

Aber eigentlich könnt Ihr das sowieso machen wie Ihr wollt, sagt C.

Wichtige Zutat ist jedenfalls das Supercurrypulver, das ich mir wohl im Internet oder bei meinem nächsten Schwester-Besuch in Birmingham organisieren muss. (Unnötig zu sagen, dass selbst hergestelltes Currypulver bei C. auf hochgezogene Augenbrauen stieß: „Wieso? Das hier ist viel besser!“)

Die Zutaten lesen sich wie folgt (falls Ihr es doch selber ansetzen wollt):

Ich fürchte aber, die „geheime Zutat“ verbirgt sich hinter „other spices“.

Das Lammcurry a la C. war jedenfalls eines der besten, das ich je gegessen habe. Auch wenn es angeblich nicht lange genug gekocht hat, das Lamm falsch war, M. und ich nur gestört haben… Ich fand es „fingerlickin‘“ genial! Würzig, scharf, mürbe. Heaven!

Dazu eine grandios entspannte, sehr witzige Tischgesellschaft, die wunderbaren Gastgeber, eine doch ziemlich geschmeichelte C. – der perfekte Abend!

Natürlich gab es auch noch ein Fischcurry. Und frittierte Auberginen. Und Reis. Und einen Maniok-Nachtisch mit viel Kokosmilch. Aber wagt Euch nicht, C. nach Rezepten zu fragen. Ihr wisst dann ja, was kommt: „Kannst Du machen wie Du willst!“.

Bei diesem ganz besonderen Curry-Erlebnis musste ich natürlich an Tina Foodina denken. Deshalb ist dieses Hammer-Lammcurry auch mein Beitrag zum Blog-Event!

Curry - köstlich asiatisch


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Klatschmohn ist wunderschön, leuchtend rot und erinnert mich an Sommertage in der Toskana.

Blauer Mohn im Mohn-Zopf meiner Großmutter ergibt den saftigste, leckerste Kuchen, den Ihr Euch vorstellen könnt.

Und vielleicht hätte mich stärker irritieren sollen, als meine Mutter – angesprochen auf den seltsam aussehenden Mohn in ihrem Garten – haarklein erklärte, dass der ja gar nicht gefährlich sei, solange man nicht… (es folgte eine äußerst detaillierte Beschreibung über die einzelnen Schritte der Opium-Gewinnung)

Ich mag Mohn. Aber weil ich ja nun wirklich kein Zuckerbäcker bin, wurde für Gastgeberin Mels Event Papaver (Co-Gastgeberin ist die wunderbare Zorra) wieder einmal den Turban zurecht gerückt und was Indisches in die Schmorpfanne geschmissen – besser gesagt: der bEdW hat sich an seinem ersten indischen Gericht versucht!

Beide Rezepte stammen aus Pushpesh Pants “India Cookbook”, das Tina schon vielfach in ihrem Blog vorgestellt hat.

Hinten im Foto: Poha Pulao – Reis mit Gemüse (Rezept aus Maharashtra)

Vorne im Foto: Poshto Maachh – Fisch mit Mohnsamen (Rezept aus West-Bengalen)

Für den Fisch braucht Ihr folgende Zutaten für zwei Personen:

300 gr weißer, festfleischiger, möglichst flacher Fisch

1 TL Kurkuma-Pulver

4 EL Senföl (alternativ: Rapsöl mit Senfmehl vermischen)

3 getrocknete Chilis

10 Curryblätter

1 TL Koriandersamen

1,5 TL weiße Mohnsamen (gibt es ebenfalls im Asialaden)

1 TL Kreuzkümmelsamen

2 grüne Chilis

1 TL Zucker

Salz

Die Zubereitung dauert rund 45 Minuten.

Und so wird’s gemacht:

Den Fisch in mundgerechte Stücke schneiden und mit Kurkuma und Salz einreiben. Zur Seite stellen

Senföl in einer schweren Pfanne erhitzen. Rote Chilis und Curryblätter darin anbraten und anschließend abkühlen lassen. Das Öl nicht abschütten!

Sobald Chilis und Curryblätter abgekühlt sind, in einem Mixer zusammen mit den Koriandersamen, dem Mohn, Kreuzkümmel und den grünen Chilis sowie etwas Wasser zu einer Paste mixen.

Das Öl wieder erhitzen, die Paste darin anbraten (rühren!!) und ab und zu mit etwas Wasser ablöschen, damit sie nicht anbrennt. Abschließend mit etwa 75 ml Wasser verrühren, den Zucker zugeben, salzen und leicht einkochen lassen. Den Fisch dazu geben und simmern, bis die Stücke gar sind. Fertig!

Dazu passt wunderbar der Gemüsereis, der wegen längerer Zubereitungszeit vorher schon zubereitet werden sollte. Zutaten ebenfalls für 2 Personen (in einer etwas abgespeckten Beilagen-Variante. Im Original kommen noch Blumenkohl, grüne Bohnen und Paneer dazu):

Etwa ein Kaffeebecher voll Reis

75 gr Erbsen (TK oder frisch)

1 EL Ghee oder Pflanzenöl

1/2 TL braune Senfsamen

1/4 TL Kurkuma

1/2 TL Chilipulver (wer es nicht so scharf mag, nimmt weniger)

1/2 TL Garam Masala

1 normal große vorgegarte Kartoffel in 6-8 Stücke geschnitten

2 kleine Karotten, gewürfelt

2 Tomaten, gehackt und entkernt

1 TL Zucker

1 EL Zitronensaft

2 grüne Chilischoten

1 TL Knoblauch-Ingwer-Paste

frische Koriander-Blätter

So wird’s gemacht:

Den Reis waschen und etwa zehn Minuten in Wasser einweichen. Durch ein Sieb abgiessen. Zubereiten, so dass er noch etwas Biss hat. Öl in einer tiefen Pfanne erhitzen und die Gewürze unter rühren darin anbraten. Den Reis hinzugeben und gleichmäßig flach klopfen. Deckel drauf und bei geringer Hitze für 1-2 Minuten anbraten lassen. Danach von der Platte nehmen.

Etwas Öl in einer zweiten Pfanne erhitzen und Knoblauch-Ingwer-Paste anbraten. Kartoffeln, Erbsen und Karotten hinzugeben und unter rühren anbraten. Zum Schluss die Tomaten hinzugeben und alles miteinander vermischen. Zucker, Zitronensaft, Chilies unterheben. Salzen.

Den Reis in einer Schale abwechselnd mit dem Gemüse schichten. Zum Schluss Korianderblätter darüber geben und servieren.

Der Gemüsereis ist mit weiterem Gemüse und – wer mag mit Paneer – auch für sich alleine eine feine vegetarische Mahlzeit. Die Gewüzre und vor allem die Chilis machen ihn ordentlich aromatisch und dank der Tomate sehr saftig.

Und der Fisch geht so schnell, dass man ihn auch abends noch zubereiten kann. Der weiße Mohn macht die Sauce sämig und gibt ein ganz eigenes nussiges Aroma ab, das durch das Senföl noch hervorgehoben wird.

Beide Gerichte waren unsere ersten aus dem Pushpesh Pant-Buch und wieder einmal eine Offenbarung neuer Aspekt der indischen Küche. Genau das Richtige für ein auf den letzten Drücker eingereichtes Event-Rezept für die reizende Mel.

Blog-Event LXXX - Papaver (Einsendeschluss 15. August 2012)

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Wie wunderbar konnten wir in diesem Jahr dem Winter ein Schnippchen schlagen, indem wir im Januar einfach nach Indien abgehauen sind. Nach über zwei Wochen in Rajasthan hatten wir noch eine “Relax-Woche” in Kerala eingeplant, um das Gesehene verarbeiten und Revue passieren lassen zu können, bevor es wieder an die Schreibtische ging.

Kerala empfing uns mit tropischen Temperaturen und Wind, der in Palmenblättern rauschte. Kein Wunder, bedeutet der Name des südlichen Bundesstaates doch wörtlich “Land der Kokospalmen”. Nach eisigen Nächten in Rajasthan und gerade einmal frühlingshaften Tagestemperaturen, die im Schatten immer noch nach Schal und Strickjacke riefen, war diese Sommer-Woche mitten im Winter Balsam für Körper und Seele.

In Kochin sieht man noch überall die Spuren der niederländischen Kolonialherren:

Alles sehr adrett und irgendwie europäisch. Bis man dann um die Ecke biegt und die chinesischen Fischernetze im Hafen sieht.

Der Fisch kommt direkt an die Verkaufsstände. Hier kann man sein Fischlein mitnehmen und direkt in einer der Garküchen zubereiten lassen:

Bunter Kram für Kinder und Touristen inklusive

Sowohl im Norden als auch im Süden: Bougainvillea ohne Ende. Sobald ich die rosa Blüten in Deutschland sehe, beamt es mich direkt zurück nach Indien.

Wo so viele Kokospalmen wachsen, gehört Kokos natürlich auch ins Essen. Viele vegetarische oder Fischgerichte enthalten Kokosmilch oder das geraspelte Fleisch. Insgesamt ist die Küche deutlich milder und süßlicher als in Rajasthan. Die starken christlichen Einflüsse erlauben auch Rind oder Schwein auf dem Teller.

Prawn Kuzhambu, Shrimps in Kokos-Tomaten-Sauce, stammt aus dem fantastischen Kochbuch “The Masala Art” von Hemant Oberoi, das wir zum Abschluss unserer Reise geschenkt bekommen haben. Es ist ein typisches Kerala-Gericht und ist verhältnismäßig schnell zuzubereiten.

Zutaten für zwei Personen:

12 Shrimps (ohne Schale und Darm)

4 große Fleischtomaten, gehackt und entkernt

2 gehäufte EL Kokosraspeln

2 TL Ghee

1/2 TL Senfsamen

1 EL schwarze Linsen (Urad Dal – erhältlich im Asialaden)

1/2 TL Cumin (gemörsert)

1/2 TL Bockshornkleesamen

15 Curryblätter (idealerweise frisch – ersatzweise getrocknet)

2 grüne Chilischoten, entkernt

1 TL Chilipulver

1/2 TL Kurkuma

1/2 TL Koriandersamen, gemörsert

4 mittelgroße Schalotten

1 EL Tamarindenpaste

Salz

Prise Zucker

einige gehackte Korianderblätter

So geht’s:

Tomaten und Kokosraspeln zu einer cremigen Masse pürieren, etwas zuckern. Ghee in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln darin anbraten. Senfsamen zusammen mit dem Urad Dal, dem Cumin und den Bockshornkleesamen anrösten. Curryblätter, gehackte grüne Chilis, Chilipulver, Kurkuma und Koriander hinzugeben. Alles unter Rühren weiter anbraten. Salz und Tomaten-Kokos-Paste hinzugeben und simmern lassen, bis das Öl an der Oberfläche schwimmt. Shrimps hineingeben und bei reduzierter Hitze garen lassen. Mit Tamarindenpaste abschmecken und mit den Korianderblättern garniert servieren.

Dazu passt Naan oder Reis. Weil das Gericht sehr leicht ist, haben wir aus dem gleichen Kochbuch noch eine schnelle Beilage gemacht: Chonke Khatte Mutter, gewürzte Erbsen.

Zutaten als Beilage:

200 gr TK Erbsen, aufgetaut

1 EL Ghee

1/2 TL Cumin, gemörsert

1 kleine Zwiebel, fein gehackt

1 daumennagelgroßes Stück Ingwer, geschält und fein gehackt

1/2 grüne Chili, entkernt und gehackt

1/2 TL Kurkuma

6 kleine Tomaten, gehackt und entkernt

1 TL Amchur (getrocknetes Mangopulver, aus dem Asialaden)

1/2 TL Chaat Masala (alternativ: Garam Masala)

1 EL Zitronensaft

2 EL gehackte Korianderblätter

So geht’s:

Ghee in einer Pfanne erhitzen. Cumin, Zwiebel, Ingwer, Chilis und Kurkuma darin anrösten. Erbsen, Tomaten, Salt, Amchur und Chaat Masala hinzugeben und erhitzen. Mit Zitronensaft abschmecken. Anrichten und mit Korinderblättern garniert servieren.

Beide Gerichte zusammen sind süßlich-scharf und schön exotisch. Dabei sind sie relativ schnell auf dem Tisch und können auch abends nachder Arbeit noch zubereitet werden. Für die kleinen Urlaubserinnerungen im Alltag

Es gibt ja eine App mit Meeresrauschen. Die schalte ich gerne mal an, wenn ich im übervollen ICE genervt bin von Mitreisenden und dem Alltag, der am Fenster vorbeirast. Aber gibt es auch eine mit dem Geräusch von Wind in Palmenblättern? Das Geräusch werde ich immer mit Kerala in Verbindung bringen…

Was Hemant Oberoi für mich ist, ist Pushpesh Pant für Foodina. Immer wenn ich denke, dass ich Indien-Küchen-verrückt bin, lasse ich mich von Tina noch eines Besseren belehren. Schaut mal in ihren indischen Rezept-Index! Aber Pushpesh Pant ist jetzt auch bei mir eingezogen (im Bild in der Mitte).

1000 indische Gerichte auf 1.5kg! Es gibt noch viel zu tun! Also, den Turban zurecht gerückt und den Maharaja zum Schmatzen gebracht! Auf geht’s!

Gib dem Maharaja Futter

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Auch wenn der Sommer bisher noch nicht so richtig heiß ist – es gab durchaus schon ein paar Tage, an denen es zu warm war, um sich ewig in der Küche aufzuhalten. Das Klimper-Geräusch von Eiswürfeln im Glas finde ich einfach herrlich sommerlich. Gibt es – außer Meeresrauschen – etwas, was einen mehr in Urlaubsstimmung versetzt? Dazu mache ich mir gerne eine kalte Kleinigkeit, mit der ich blitzschnell auf der Terrasse sitzen und den Sonnenuntergang betrachten kann.

Als Indien-Fan stehen Lassis, also süße oder salzige Joghurt-Getränke, ganz oben auf meiner Favoriten-Liste. Die herzhafte Variante gefällt mir dabei besonders. Ein Lassi mit Minze und indischen Gewürzen erfrischt und macht (vorübergehend) sogar satt, liegt aber nicht schwer im Magen. Die Prise Salz ist außerdem gut, wenn man viel geschwitzt hat und dringend seine Salzspeicher auffüllen muss – perfekt für die richtig heißen Tage, die ja hoffentlich noch kommen.

Inspiriert hat mich ein Facebook-Foto vom tollen Indian-Cuisine-Blog Manjula’s Kitchen. Aber so ganz ohne Variationen geht’s ja bei mir nicht. Deshalb hier die Zutaten für ein großes Glas Minz Lassi, wie es mir besonders gut geschmeckt hat:

125 gr gekühlter Joghurt (1,5% Fett – fetterer Joghurt ist fester und muss etwas mehr mit Wasser verdünnt werden)

gekühltes Sprudelwasser (Menge nach Bedarf)

1 cm Ingwerwurzel

1 gestrichener Löffel Cumin

1 ordentliche Prise Salz

1 Prise schwarzer, frisch gemahlener Pfeffer (wer’s bekommt: Tellycherrypepper – der aromatische Pfeffer aus Kerala/Südindien)

10 Minze-Blätter (wer sehr intensive Pfefferminze hat, nimmt etwas weniger)

1-2 EL Zitronensaft

2-3 Eiswürfel

So ist das Lassi in circa 3 Minuten fertig:

Ingwer schälen, reiben und den Saft in einen Mixer pressen – kann man mit den Händen machen. Minze-Blätter hacken und ebenfalls in den Mixer geben. Joghurt und Gewürze hinzugeben und alles aufmixen. Eiswürfel in ein Glas geben und das Lassi darübergießen. Mit einem Schluck Sprudelwasser “strecken” und mit dem Zitronensaft abschmecken.

Etwas gemahlenen Cumin für die Optik auf das Lassi streuen und mit einem Minzezweig dekorieren. Fertig!

Damit der Snack noch etwas satter macht, könnt Ihr ihn mit Papadums oder Chapati servieren – beides gibt es bereits fertig im Asia-Laden. Also keine Not, den Backofen anzumachen, wenn die Wohnung eh schon aufgeheizt ist!

Lassis sind ein gesunder, leichter und vor allem schnell zubereiteter Snack, der eisgekühlt besonders erfrischt. Wer es lieber süß mag, lässt Salz und Gewürze weg und zuckert das Getränk entsprechend. Auch mit Mango oder Ananas, Tomate oder Gurke schmecken Lassis lecker. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt…

Mein würzig-erfrischendes Minz-Lassi, ein Zwischending aus Drink und Essen, ist der Beitrag zu Zorras Blog-Event “Eisgekühlt” . Ich freue mich schon auf viele spritzig-erfrischende Rezepte für heiße Sommertage!

Blog-Event LXXVIII - EISgekühlt (Einsendeschluss 15. Juni 2012)

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Ich beneide Menschen mit Garten. Auch wenn sie oft stöhnen über die viele Arbeit, das Wasserschleppen, das Unkraut, die Schnecken und die Gemüse- und Obstschwemme von Frühsommer bis in den Herbst – mein Mitleid kennt Grenzen.

Dabei verstehe ich natürlich die Sorgen und Nöte von Gartenbesitzern, die neben Fulltime-Job und Familie noch Land beackern müssen dürfen. Ich hatte selbst das Glück, als Kind in einem Haus mit Garten aufzuwachsen und mehrere Gartengrundstücke zum Austoben, Äpfelpflücken und Kirschenklauen zu haben. Ihr erinnert Euch vielleicht noch an die Schaf-Story? Gerade deshalb weiß ich aber auch, wie viel Arbeit so ein Stück Land macht. Ganz zu schweigen von dem Problem, wer sich wohl darum kümmert, wenn Kind & Kegel in den Urlaub wollen und der Garten nach drei Wochen aussieht wie ein verwildertes Dornröschen Refugium.

Dennoch: Die eigene Ernte kann so befriedigend und glückverheißend sein, dass ich Menschen mit Garten doch auch immer ein bissl beneide. Dann hege ich meine Balkon-Kräutlein, pflücke meinen Salat, feuere die Bienchen an, die im Lavendel Nektar finden, und genieße, dass sich das Wasserschleppen bei uns in Grenzen hält…

Umso mehr freue ich mich, wenn dann die lieben Garten-Menschen uns Stadtbewohner an ihrer Ernte teilhaben lassen. Das war vor zwei Jahren zum Beispiel meine Kollegin O., die mir Stachelbeeren mitgebracht hat. Das ist in diesem Jahr Kollege Ch. gewesen, der mich mit Rhabarber beglückte. Ein ganzes Kilo! Frisch geerntet! Danke!

Daraus habe ich ein ziemliches Freestyle-Chutney gemacht, das ich hoffentlich noch richtig rekonstruieren kann.

Aber erlaubt ist, was gefällt. Das Prinzip von Chutney ist ganz einfach: Zwiebeln in etwas Öl anschwitzen, mit viel Zucker karamellisieren, das Obst/Gemüse darin kochen, ordentlich und ganz nach Geschmack würzen, Essig zugeben, eindicken lassen, in Gläser füllen – fertig!

Rhabarber ist sauer. Das ergab der Test am rohen Stengel. Also habe ich mich für viel Zucker, wenig Essig und – der Clou! – kandierten Ingwer entschieden. Gott, schmeckt das Chutney lecker!

Aber der Reihe nach. Hier die Zutaten (ergaben bei mir 4 mittelgroße Schraubgläser) – wobei ich auf exakte Mengenangaben verzichte, da Rhabarber unterschiedlich sauer sein kann. Probiert selber aus! Also:

Ein kg Rhabarber, ohne Fäden und gehackt

brauner Zucker

5-6 Bröckchen kandierten Ingwer, gehackt

1 nicht zu saurer Apfel, entkernt und gehackt

1 großes Stück Ingwer, geschält und gehackt

2 Schalotten, geschält und gehackt

1 Knoblauchzehe, geschält und gehackt

100 ml Kirschsaft (alternativ: Apfelsaft oder ein milder Fruchtessig)

etwa 1 TL Fenchelsamen

etwa 1/2 TL schwarzer Zwiebelsamen

Prise Salz

1 TL Cumin (Kreuzkümmel)

1/2 TL scharfes Chilipulver

1 TL Madras Curry (oder vergleichbar scharfes Currypulver)

1/2 TL Garam Masala

Wasser

etwas Pflanzenöl

So geht’s: Öl in einem ausreichend großen Topf erhitzen. Die Schalotten, den frischen Ingwer und den Knoblauch darin anschwitzen. Die Gewürze ebenfalls anrösten, bis das Aroma aufsteigt. Zucker zugeben und alles leicht karamellisieren lassen. Rhabarber und den Apfel zugeben und alles gut vermischen. Den Kirschsaft zugießen, alles zum Kochen bringen. Je nachdem, wie viel Wasser der Rhabarber zieht, kann man jetzt noch etwas Wasser zugeben. Das Chutney sollte aber sämig und nicht zu wässrig sein.

Wenn alles schön homogen vor sich hinschmurgelt, die Masse noch mal abschmecken und vielleicht etwas mehr Zucker, Schärfe oder einen Spritzer Zitrone hinzugeben.

Das Chutney heiß in saubere Schraubgläser füllen, zudrehen, auf den Kopf stellen und abkühlen lassen.

Die Gläser halten sich ungeöffnet viele Monate. Angebrochen kann man sie immer noch einige Wochen im Kühlschrank aufbewahren. So lange halten sie meist aber nicht ;-)

Perfekt schmeckt das sauer-scharf-süße Chutney zu Shrimps, die in einer Marinade aus Honig und Chili gewälzt und anschließend gegrillt werden. Hmmmm….

Übrigens: Das Wort “Chutney” ist eine englische Verballhornung des Hindi-Wortes “Catni”. Und mit all seinen Gewürzen bringt es jeden Maharaja (und jede Maharani) zum Schmatzen. Deshalb ist das Rhabarber-Ingwer-Chutney mein erster Beitrag zu Tinas Blog-Event. Ihr indischer Rezepte-Index ist mir immer wieder Inspiration. Danke, Tina, für 100 wunderbare indische Rezepte und Glückwunsch zum Jubiläum!

Gib dem Maharaja Futter

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