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Archiv für die Kategorie ‘Kochbuch’

Wenn der Körper unser Tempel ist, ist Heston Blumenthal Gott und wohnt auf dem Pantheon des Genusses.

Wie großartig ich Blumenthal finde, habe ich hier schon einmal ausführlich beschrieben, als ich sein Buch “Heston at home” besprochen habe. Der Observer schreibt: “What fun it is to follow in this gastro-wizard’s footsteps“. Und genau das ist er: Ein Zauberer, ein Magier, der auch bei Rezepten für die “normale” Küche immer wieder seine Genialität durchblitzen lässt.

Obwohl mit 3 Michelin-Sternen ausgezeichnet, ist es ihm nicht zu banal, uns das perfekte Frühstücksei beizubringen.

Oder etwas so Simples wie eine gebratene Lammkeule. Aber die eben mti einem speziellen Kick, der etwas so Köstliches wie eine Lammkeule eben NOCH köstlicher macht, blumenthaltastisch eben.

Lammkeule_Blumenthal

Die Zutatenliste ist für Blumenthal-Verhältnisse sehr überschaubar. Wir haben für 2 Personen die Zutaten etwas heruntergerechnet und noch eine Beilage dazu gemacht:

Eine etwa 1.5kg schwere Lammkeule mit Knochen (Wir haben uns ein hervorragendes Stück Fleisch beim türkischen Metzger gekauft. Hier lohnt es sich besonders, auf Qualität zu achten! Wie sonst eigentlich auch, wenn es um Fleisch geht…)

3 EL neutrales Pflanzenöl

3 Knoblauchzehen

100 ml Milch

6 Sardellen in Öl, abgetropft

2 Rosmarinzweige

Trockener Weißwein

1 TL Senf (Blumenthal nimmt Dijon, wir natürlich ABB Mostert aus Düsseldorf!)

300 ml Lammfond (idealerweise selbstgemacht, nach Meister Blumenthals Rezept. Aber zur Not geht’s auch einfacher…)

(Optional:) Beilage:

6 mittelgroße Kartoffeln

200 gr grüne Bohnen

1/2 Dose Tomaten (ca. 200 gr)

100 gr Feta

Salz, Pfeffer, Prise Zucker

Zubereitungszeit: 30 min Vorbereitung, 4 Stunden Garen

Zubehör: kleiner Topf, Bräter, Ofenthermometer (Optional für die Beilagen: Topf für Kartoffeln, Topf zum Blanchieren der Bohnen, Pfanne für die Bohnen)

So geht’s:

Ofen auf 80 Grad vorheizen.

Knoblauch schälen und in der Milch in einem Topf blanchieren – das macht den Knoblauch süßlicher, milder, weniger streng. (Blumenthal wiederholt diesen Prozess noch drei Mal – jeweils mit frischer Milch. Wir fanden es etwas übertrieben, 400 ml Milch zu ver(sch)wenden, um den Knoblauch zu “entschärfen”. Also blieb es beim einmaligen Blanchieren.)

Den Bräter auf die Herdplatte stellen, Öl darin erhitzen, bis es richtig heiß ist und Lamm darin von allen Seiten anbraten.

Keule aus dem Bräter nehmen, auf ein Schneidebrett legen und mit einem scharfen Messer rundum gleichmäßig verteilt das Fleisch leicht einschneiden und mit einem Löffel oder den Fingern zu kleinen Taschen ausdehnen. Jedes Loch mit einem Sardellenfilet, einem Stück Noblauch und einigen Rosmarinnadeln stopfen.

Jetzt das Lamm wieder in den Bräter legen und in den vorgeheizten Backofen schieben, bis die innere Temperatur 55 Grad beträgt. (Das dauert je nach Größe der Keule gut dreieinhalb bis vier Stunden! Also rechtzeitig anfangen, nicht erst, wenn Ihr hungrig seid!)

Wenn das Fleisch gar ist, aus dem Bräter nehmen, in Alufolie einpacken und mind. 30 Minuten ruhen lassen.

Nun den Bräter auf die Herdplatte stellen und bei mittlerer Hitze die Sauce zubereiten: Mit einem großen Schluck Weißwein den Bratansatz lösen, Senf und den Lammfond einrühren und einköcheln lassen, bis die Konsistenz saucen-artig ist.

Währendessen Teller im Backofen vorheizen und gegebenenfalls Beilagen herrichten. Wir hatten Kartoffeln in der Schale zum Lamm sowie grüne Bohnen mit Tomaten und etwas Feta. Dafür Bohnen einfach blanchieren und in eine Pfanne geben. Tomaten dazu und mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Zum Schluss etwas Feta über die Bohnen bröckeln.

Nun das Lamm aufschneiden und mit den Beilagen sowie der köstlichen Sauce servieren.

Das Lamm ist bei so niedriger Temperatur gegart und ruht vor sich hin, dass wirklich schnell gehandelt werden musste beim Fotografieren. Deshalb gibt das Foto nur einen Eindruck und ist keine Augenweide.

Aber zum lange Rumhampeln mit dem Fotoapparat war das Lamm einfach zu GÖTTLICH! So zart, dass man es mit der Zunge zerdrücken konnte. Rosmarin, Sardellen und Knoblauch haben es fein gewürzt, ohne penetrant zu sein und die Sauce. Die Sauce! Ich verstehe gar nicht, wie etwas so Einfaches so gigantisch schmecken kann.

Die lange Garzeit lohnt sich in jedem Fall und das Spicken der Lammkeule werden wir jetzt wohl öfter so machen.

Wir verbeugen uns vor Heston Blumenthal und streichen uns wohlig die kugeligen Bäuche.

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Ihr Lieben, ich danke Euch für all Eure spannenden, anregenden, mitreißenden Tipps, die Ihr mir unter diesem Blog-Post hinterlassen habt.

Von der “Pioneer Woman” Ree Drummond, den UK-TV-Köche Jamie Oliver und Hugh Fearnley-Whittingstall, über Mexiko nach San Francisco und New Orleans, auf Safari, in den Orient und bis nach China reichten Eure Tips – und meine Kochbuch-Einkaufsliste ist soooooo lang!

Deshalb halte ich mich auch nicht lange auf, sondern teile Euch schnell die durch die Glücksfee aka den bEdW ermittelten Gewinner/innen mit – sowie  je einen ihrer Tipps:

Tring (“Pei Mei’s Chinese Cookbook”)

Henning (“Safari durch die Küchen Afrikas”)

Bella (“Jamies Amerika”)

Susanne (“Drei gute Dinge auf dem Teller”)

Ines (“Eleven Madison Park: Das Kochbuch”)

Die Gewinner/innen des 2. Braun-Food-Blogger-Kochbuchs werden per Mail benachrichtigt. Ich brauche ja noch die Postadressen für den Versand! :) Viel Spaß mit dem Kochbuch!

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Vielen herzlichen Dank allen Teilnehmern für’s Mitmachen. Ich hoffe, dass auch für alle Mit-Leser ein paar spannende Empfehlungen dabei waren.

Und ich – ich bin dann mal shoppen!

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So, die Buffet-Köstlichkeiten sind hier und hier und hier und hier verbloggt.

Bevor es mit einer köstlichen Lammkeule, einem Wintersalat und herrlichem Skrei weitergeht, werfe ich erstmal Geschenke in die Runde!

Ihr könnt nämlich 5 x 1 Exemplar des 2. Braun-Food-Blogger-Kochbuchs gewinnen.

Braun_Kochbuch

In dem Kochbuch sind neben meiner mexikanischen Maissuppe mit Hackbällchen auch viele weitere kreative und köstliche Rezepte von Bloggern präsentiert.

Braun_Kochbuch_2

Teilnehmen kann jeder, der in Deutschland wohnhaft ist und über 18 Jahre alt ist. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Über die Gewinner entscheidet das Los. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt. Gebt also bitte bei den Kommentaren Eure Mailadresse an!

Um mitzumachen, müsst Ihr mir in den Kommentaren unter diesem Post bis zum 10. Februar (23:59 Uhr) nur eine Frage beantworten:

Welches Kochbuch muss ich mir Eurer Meinung nach unbedingt kaufen?

Ich hätte mal wieder riesig Bock auf ein schönes neues Kochbuch – und weiß nicht welches. Aktuell suche ich nach einem zur US-amerikanischen Küche, oder eines, dass eine afrikanische Landesküche vorstellt. Mit Asien und Europa sind wir ganz gut versorgt. Auch mit dem Orient. Aber Afrika, Südamerika, Australien…?

Aber bevor ich mir was Neues zulege und die Blogger-Kochbücher von Braun unters Volk bringe, gebe ich Euch im Rahmen der Blogparade von Küchenatlas noch mal schnell einen Einblick in unsere gesammelten Kochbücher.

Ich habe scheinbar deutlich weniger Kochbücher als viele andere Foodblogger. Das liegt sicherlich auch daran, dass das Internet für mich zu der allerersten Anlaufstation geworden ist, wenn ich für bestimmte Zutaten ein Rezept suche oder mich inspirieren lassen will. Trotzdem ist das Schmökern in einem „echten“ Buch immer noch ein Genuss (Literaturwissenschaftler!).

Kochbücher

Vielleicht wollt Ihr bei der Blogparade auch Eure Kochbücher vorstellen? Dann postet die Bilder doch online und beantwortet den Veranstaltern noch ein paar Fragen (Hier nur ein paar Vorschläge. Ihr könnt Euch auch eigene Fragen ausdenken!):

Wo und wie bewahrst Du Deine Kochbücher auf?

In drei unterschiedlichen Regalen in unserem offenen Wohn-Koch-Esszimmer. Immer im Blick und immer griffbereit.

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Wie groß ist die Sammlung und nach welchem Kriterium geordnet?

Ich hab die Bücher und Hefte nie gezählt. Aber so langsam muss ich mir ein paar Lücken in den sonstigen Bücherregalen suchen. Vor allem die „Lust auf Genuss“-Hefte wandern fast jeden Monat in den Einkaufskorb. Geordnet sind die Bücher und Hefte grob nach Thema: (TV-)Köche, Länderküche (die größte Abteilung sind die asiatischen Kochbücher), backen (eine seeeehr kleine Abteilung), Gewürze & Co, deutsche und regionale Küche.

Welches neue Kochbuch liegt bereit, um ausprobiert zu werden?

Unbedingt näher beschäftigen möchte ich mich mit “Deutschland vegetarisch” von Stevan Paul. Und das, obwohl Stevan behauptet, man dürfe (heimlich!) Dill in die Frankfurter Grüne Soße geben. Sorry, Stevan, das darf man NIEMALS. Weder offen noch heimlich! Aber Soleier und viele andere Rezepte gehören ausprobiert! Jetzt muss ich nur den bEdW noch ein bisschen überzeugen.

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Was zeichnet für Dich ein besonders gelungenes Werk aus?

Wenn mich das Thema interessiert, ist es wichtig, dass die Fotos ansprechend und aussagekräftig sind. Ich will gerne sehen, wie das fertige Essen aussehen soll. Dabei kann ich auf Chichi verzichten. verschmierte Kinderhändchen beim Keksbacken, malerisch bepuderte Holzbretter, blond-wippende Pferdeschwänze zwischen blühenden Apfelbäumen – nicht mein Ding.

Natürlich muss auch die Rezeptauswahl stimmen – 53 Pesto-Varianten brauche ich nicht unbedingt, dann lieber ein Überblick über regionale Unterschiede bei Pasta-Saucen. Wenn neben Thema, Fotos und Rezeptauswahl dann auch noch ein paar Tipps und Tricks mitgeliefert werden, bin ich glücklich. Ob das Buch schlussendlich dann wirklich was taugt, merkt man leider erst beim Nachkochen.

Worauf achtest Du besonders, wenn ihr neue Titel kauft?

Ein ansprechendes Äußeres bzw. ein übersichtliches, modernes Layout helfen mir schon bei der Entscheidung. Rosa Herzchen, endlose Fotos von TV-Köchen mit ihren Familien usw. dagegen stoßen mich eher ab.

Hast Du nur deutsche Kochbücher oder auch andere Sprachen? 

Gerade für die indische Küche habe ich mehrere englischsprachige Titel. Da ich regelmäßig bei meiner Schwester in UK oder auch beruflich im Ausland unterwegs bin, bringe ich mir gerne ein Kochbuch mit.

Welche sind Deine Lieblingstitel?

“India” von Pushpesh Pant ist einfach ein geniales Nachschlagewerk für alle Liebhaber der indischen Küche. Umfangreicher kann kein Kochbuch sein – leider mit nur wenigen Fotos. Lafers Kochschule ist auch häufig im Einsatz, wenn es um Klassiker geht. Die Reihe “Küche & Kultur” von GU gehört definitiv zu den am häufigsten genutzten. Ein richtiges “Lesebuch” mit appetitlichen Fotos, die das Produkt in den Vordergrund stellen, und vielen, vielen wertvollen Informationen zu Lebensmitteln, Chemie und Kochvorgängen ist “Heston at home” von 3-Sterne-Magier Heston Blumenthal.

Was ärgert Dich bei Kochbüchern?

Fehler sind natürlich am aller ärgerlichsten. Oder fehlende Angaben zur Haltbarkeit bei Einmach-Rezepten. Nervig auch: Mengenangaben, die angeblich für 6 Personen reichen, dabei aber gerade mal 2-3 Leute satt machen.

So, jetzt wisst Ihr, was ich mag und was nicht :) Jetzt freue ich mich auf Eure Kommentare und Vorschläge für mein erstes Kochbuch 2014! Los geht’s!

Ich drücke allen Teilnehmern feste die Daumen!

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Das Kochbuch “Stylish Thai in Minutes“, das ich letztes Jahr von einem Trip zu meiner Schwester in Birmingham mitgebracht hatte, ist nach wie vor häufig im Einsatz (der Link führt Euch zu den bisher nachgekochten Gerichten). Schneller und leckerer kann man nach Feierabend kaum kochen. Die Zubereitung geht schneller, als jeder Pizzabringdienst knatschige, lauwarme Ekelfladen liefern kann. Außerdem liefern die Gerichte etwas Exotik in den Alltag, erinnern an Urlaube, Sonnenuntergänge am Strand oder hektische Straßenszenen in Asien. Schnelle, leckere, exotische Thai-Küche ist für mich deshalb unbedingt Soulfood! Lässt es doch den Winterblues vergessen und bringt ein bisschen Farbe in dunkle Herbstabende.

Deshalb ist Yam nua makua auch mein Beitrag zu Sabines Blog-Event “Seelenfutter”:

Also: Keine Ausreden mehr. Selberkochen ist schnell & lecker & tut der Seele gut!

Den Rindfleischsalat “Yam nua makua” haben wir vor einigen Wochen blitzschnell zubereitet und bei den letzten Sonnenstrahlen (als die Tage noch deutlich länger waren!) auf dem Balkon genossen (kein optisches Highlight, aber sehr lecker!):

Da der Salat lauwarm serviert wird, war keine Zeit für langes Foto-Rumgehampel. Aber immerhin konnte ich noch schnell ein Bild knipsen und mir mein Lieblings-Ginger-Ale “Thomas Henry” aufmachen – dazu den grün-weiß-gestreiften Lieblings-Strohhalm von Partyerie – fertig ist ein stylishes Lieblings-Abendessen.

Zutaten für zwei Personen als Hauptgericht:

6 kleine Thai-Auberginen (Asialaden)

2 kleine Vogelaugenchilis

200 gr Rindfleisch (z.B. aus der Hüfte)

2 Schalotten

2 TL Fischsauce

2 EL Limettensaft

10 Minzblätter

1 TL Salz

1 TL Zucker

1/2 Handvoll Sojasprossen

Optional: Sesamöl

Zubereitungszeit: etwa 15 min

Zubehör: Wok oder Pfanne, mittelgroße Schüssel

So geht’s: Salz in Wasser auflösen. Die Auberginen in feine Scheiben schneiden und in das Salzwasser legen. Dadurch werden die Scheiben nicht braun. Vor dem Weiterverwenden gut abtropfen lassen.

Rindfleisch in Streifen schneiden und im Wok oder der Pfanne anbraten. Schalotten in feine Ringe schneiden und zum Rindfleisch geben. Vogelaugenchilis ebenfalls in feine Ringe schneiden, ggf. die Kerne entfernen und in den Wok geben. Auberginen, Fischsauce, Sprossen und Zucker hinzufügen und alles gut umrühren.

Wok von der Platte nehmen und Limettensaft hinzugeben. Minzeblätter unterheben, anrichten und servieren.

Wer mag, kann dem Ganzen noch ein nussig-aromatisches Finish geben mit einigen Tropfen Sesamöl. Das milde Bio-Öl, das ich verwendet habe, ist sehr intensiv im Geschmack uns sollte wirklich nur vorsichtig eingesetzt werden. Dann aber kann es besonders asiatische Gerichte wirklich veredeln!

Knackige Sprossen und Auberginen, Schärfe, leichte Süße und herzhaftes Fleisch – ein komplettes Gericht, das keine 15 Minuten Zubereitungszeit benötigt. Das nenne ich mal ein Rezept für Berufstätige!

Hinweis: Das Sesamöl wurde mir von meine öle kostenlos und ohne Bedingungen zum Test zur Verfügung gestellt Dies dient ausschließlich der Information meiner Leser. Ich verfolge damit keine finanziellen Interessen und nehme auch nicht an Affiliate-Programmen teil.

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Es wird Herbst…

Zeit, um sich mal ein bisschen mit dem Thema “Suppe” zu beschäftigen… Bin gespannt auf dieses Rezensionsexemplar aus dem Kosmos-Verlag.

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Jetzt muss es schnell gehen. Die Aktion Jeden Tag ein Buch endet in ca 90 Minuten

Die Themenwoche “Jeden Tag ein Buch” ist gestern um Mitternacht zuende gegangen. Eine aktuelle Übersicht über alle vorgestellten Genussbücher findet Ihr in Stephs Kuriositätenladen. Herzlichen Dank, Steph, für die viele Orga-Arbeit und natürlich auch an Astrid für die Initialzündung. Ich bin dank der Themenwoche meiner Schreibblockade ein gutes Stück entkommen…

jeden-tag-ein-buch_arianebilleNach all den französischen Genussbüchern will ich unbedingt noch einen Kontrapunkt setzen. Mit einem Engländer!

Denn was ich jedem Koch-Begeisterten unbedingt noch ans Herz legen MUSS ist Heston Blumenthals Kochbuch “Heston Blumenthal at home”.

HB ist nicht nur 3-Sterne-Koch und mehrfach für sein Restaurant “The Fat Duck” ausgezeichnet. Er ist in meinen Augen ein echter Küchen-MAGIER. Seine Kreativität ist noch atemberaubender, wenn man weiß, dass er Autodidakt und kein gelernter Koch ist.

Hammer!

Der bEdW und ich sitzen immer wieder mit offenem Mund und aufgerissenen Augen vor der Sendung “Hestons Festmahle”, die immer mal wieder auf RTL Living läuft. Was HB da zaubert, ist einfach nicht von dieser Welt für jemanden, der schon mit dem Brotbacken so seine Probleme hat *hüstel*

Jede Folge der Sendung steht unter einem Motto: Mittelalter, Alice im Wunderland, Gothic, 70er Jahre und vieles mehr. Dafür denkt sich Heston ungewöhliche, exzentrische, alle Sinne verwirrende Gerichte aus, die dann von 6 bis 8 Gästen unter Staunen, Gelächter und “Wow!”-Rufen verzehrt werden. Das Ganze hat etwas von einem – im besten Sinne! – Kindergeburtstag, weil selten so viel Freude und Begeisterung von erwachsenen Menschen beim Essen zu sehen ist.

Ist ja aber auch kein Wunder bei dem, was da auf den Tisch kommt: Ein selbst hergestellter “Brühwürfel” in Taschenuhr-Form (!), der vergoldet wird und quasi als Taschenuhr-Tee-Ei in einer Tasse hängend mit kochendem Wasser übergossen wird und eine feine Suppe freigibt. Natürlich ist das der Auftakt zum Dinner “Alice im Wunderland”: Der verrückte Hase, der nie Zeit hat und auf dem Weg zur Tee-Party des verrückten Hutmachers ist, hat hier Pate gestanden.

Oder es gibt zum Nachtisch des Gothic-Mahls einen kompletten Friedhof, der in den Essraum gerollt wird. Die Särge liegen in essbarer Schokoladenerde, die Grabsteine sind aus grau angestrichener Schokolade mit flüssiger Creme gefüllt. Makaber und witzig zugleich. Essbare, versilberte Bestecke haben die Gäste auch schon in die irre geführt. Vulkane explodieren und heraus fließt glasklare Schokoladenessenz… Schaut es Euch einfach selber an. Aber wie Heston sagt: “Don’t try it at home!”.

Denn seine Küche gleicht einem Chemielabor. Auch scharfes Gerät wie Flammenwerfer kommt immer mal zum Einsatz. Zudem scheut sich Blumenthal nicht, ungewöhnliche Zutaten zu testen. Das ist hoch interessant, ist lehrreich und trotz aller Effekte nicht reine Effekthascherei.

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass HB nicht nur ein Show-Man ist, sondern ein visionärer Koch. Die reine Molekularküche ist ihm ein Graus. Vielmehr will er mit seiner Küche alle Sinne ansprechen – so serviert er zu einem Seafood-Gang schon mal einen iPod mit Möwengekreische mit, damit die Gäste beim Verzehr gleich den richtigen “Sound” im Ohr haben.

Bei aller Begeisterung für die irren “Festmahle” gefällt mir die Sendung “Kochen wie Heston Blumenthal” fast noch besser. Hier kocht der Meister daheim und für den erfahrenen Hobbykoch gut nachvollziehbar schlichte Gerichte nach – Shepherd’s Pie, Hühnerbrühe, Mousse au chocolat – und gibt Praxistipps, die wirklich jeder daheim nachmachen kann. Jede Folge ist einem Lebensmittel gewidmet: Huhn, Käse, Schokolade…

Weil wir echte Fans geworden sind, hat mir der bEdW zum Geburtstag auch das Kochbuch “Heston Blumenthal at home” geschenkt. Ein dicker, schwerer Band mit über 400 Seiten, dickem Papier, vielen Abbildungen, zahlreichen Rezepten und jeder Menge Wissenswertem rund ums Kochen.

Ich habe selten so gerne in einem Kochbuch gelesen. Man erfährt viel über Heston Blumenthals Philosophie, seinen Werdegang, seine Vorliebe für Shrimp-Cocktails (!), aber auch sehr praktische Tipps: So brät er beispielsweise Hühnerflügel an und gibt Milchpulver darüber, da der darin enthaltene Zucker die Aromen noch besser herauskitzelt. Das gibt die perfekte Basis für seine Hühnerbrühe. Die Hühnerbrühe ergibt – mit Agar-Agar und anderen Zutaten geliert – dann auch die Füllung für den Shepherd’s Pie, der auf diese Weise nicht durchmatscht, sondern eine cremige Sauce in der Mitte hat. Wer je in einem englischen Pub einen ekligen, geschmacklosen Pie gegessen hat, dankt HB auf Knien für diese Tipps und hofft, dass viele Gastwirte sich die Tipps zu Herzen nehmen werden.

Fehlen dürfen auch nicht seine “Triple-cooked chips”, eines seiner ersten Signature-Dishes. Dafür werden Kartoffeln erst gekocht, dann als Pommes frittiert, abkühlen gelassen, eingefroren und nochmals frittiert.

Die Rezepte im Buch sind allesamt Klassiker – mit einem gewissen Trick, einer Extrazutat oder einfach nur einer Zubereitungsart, die überrascht und einen Aha!-Effekt verbreitet.

Wer gerne kocht, neugierig bleibt und Neues erfahren will über Reaktionen von Lebensmitteln, der schaut dem Meisterkoch gerne über die Schulter und hat Spaß an diesem hochwertigen Kochbuch der etwas anderen Art.

…und spart schon mal, um sich eines Tages ein Dinner in “The Fat Duck” leisten zu können.

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Was ist denn das mit mir und Frankreich? Wenn ich auf vergangene Posts zurückschaue, komme ich mir vor wie ein Frankreich-Groupie! Ob Monsieur Cherie, der Teenie-Urlaub an der Cote d’Azur, meine Vorliebe für Sauvignon Blanc, die Kindheitserinnerungen von Pagnol oder der deftige Paris-Roman Zolas – es geht hier ständig um Frankreich. Pourquoi?

Und auch diese Woche geht es französisch weiter.

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Nach den Maigret-Krimis am Mittwoch und „Dem Bauch von Paris“ am Montag stelle ich Euch aber auch endlich mal ein Kochbuch vor: Die Landküche der Provence. (Kosmos-Verlag, 14,95€. Autor: Reinhardt Hess. Fotos: Manuela Rüther)

Klingt das nicht schon wie Urlaub? Lavendelfelder, Honig, kühler Weißwein, Ziegenkäse, Boule spielende Männer in weißen Leinenhemden unter Platanen, Strohhüte, Baguettes unterm Arm geklemmt… Fehlt nur noch was Gescheites zu essen. Und dabei hilft uns das Kochbuch glücklicherweise.

Vorgestellt werden vornehmlich kleinere, unkomplizierte und gut zu kombinierende Gerichte. Vieles fand Eingang in die typisch französische Bistro-Küche, da sich Salate, überbackenes Gemüse oder Pasten für geröstete Brote perfekt als Kleinigkeit zum Glas Wein servieren lassen. Aber auch die bäuerlichen Schmortöpfe mit Kaninchen oder Huhn finden sich wieder. Nur ist es mir zum Nachkochen von Schmorgerichten aktuell viel zu heiß. Ich bitte um Verständnis.

Neben hübschen, stimmungsvollen Landschaftsfotos (Lavendelfelder!) sind auch viele Gerichte appetitlich abgebildet. Außerdem erzählt uns der Autor noch einiges über Land und Leute, den Wein, Essensgewohnheiten und die kulinarische Geschichte der Provence. Besonders interessant fand ich, dass die Provence früher als arm und karg galt. Ist sie doch heute danke des Tourismus alles andere als ärmlich. Aber früher bezog sich das eben auf die Landwirtschaft und nicht auf Oberstudienräte a.D. und Aquarellmalkurse…

Steinige Böden, sengende Sonne, wenig Wald – das spiegelt die Küche noch heute wieder. Man findet deshalb kaum Rindfleischgerichte in der provenzalischen Küche, da einfach die Wiesen für das Weidevieh fehlen. Überhaupt spielt Fleisch eine untergeordnete Rolle. Hühner (im Hof oder Stall) und Kaninchen (hohe Population) sind deshalb logischerweise Teil der Speisekarte. Wo die Provence ans Meer grenzt, gibt es zudem Fisch und Meeresfrüchte. Das alles klingt für uns heute überhaupt nicht mehr ärmlich, sondern eher wie das kulinarische Paradies: Sonnenverwöhntes Obst und aromatisches Gemüse, wenig Fleisch, frischer Fisch – dazu ein mineralischer Weißwein oder Rosé. Herz & Magen, was wollt Ihr mehr?

Einfache, leicht nachzukochende Gerichte aus Zutaten, die auch hierzulande leicht erhältlich sind, machen das Kochbuch perfekt für Einsteiger – oder auch aktuell faule Foodblogger, die sich nicht lange in der Küche aufhalten wollen.

Den wunderbar nussig-aromatischen Salat aus Puy-Linsen habe ich Euch hier schon vorgestellt.

Ausprobiert habe ich auch die fruchtige Paprika-Paste, die Ihr auf geröstetes Weißbrot, als Marinade für Grillgut oder einfach zum Dippen verwenden könnt. Mit sonnengereiften Paprika ein Genuss.

Und auch eine Oliven-Tapanade gehört in jeden Kühlschrank. Ob als Brotaufstrich oder für das Dressing des klassischen Salade nicoise ist die schnell zubereitete und lange haltbare Tapanade ein Renner.

Dass die Paprikapaste (vorne) etwas Flüssigkeit gezogen hat, war meine Schuld, da ich – faul, wie ich aktuell bin – Paprika aus dem Glas genommen habe und nicht extra den Backofen anschalten wollte (die Hitze!). Die Aus-dem-Glas-Paprika sind in Flüssigkeit eingelegt und somit trotz Abtropfen einfach nasser.

Last but not least habe ich die Grilltomaten mit Zwiebeln und Ziegenkäse ausprobiert.

Provence

Optisch wahrlich kein Highlight (auch im Buch findest sich keine Abbildung – ein Schelm, wer Böses dabei denkt), aber durch die Aromen ein Anwärter auf’s Sommerlieblingsgericht  (falls man den Backofen anschalten will). Süßliche Tomaten, karamellige Zwiebeln, würziger Käse, Thymian und Olivenöl – das Ganze dann mitten auf den Tisch stellen und mit Baguette drin herum stippen. Heaven!

Hier noch die Bewertung im Überblick:

Das Konzept: Die Macher sind auf der sicheren Seite: Wo Provence draufsteht, ist in diesem Fall Provence drin. Wohl dosierte Zusatzinformationen zu Küche und Kultur halten sich im Rahmen, sind aber gerade für Einsteiger interessant und passen ins Buch. Sympathisch sind die Weintipps zu jedem Rezept – wenn auch etwas redundant. Ja, ein Rosé aus der Provence schmeckt zu fast allem. Das kann ich nach jahrelangem Selbstversuch guten Gewissens bestätigen ;-) Abzug gibt es für den Low-Brainer im Titel: „LANDküche der Provence“. Da springt der Verlag auf LANDlust, LANDliebe und all die anderen gruseligen Erfolgstitel im Zeitschriftenregal auf. Die Provence besteht ja fast nur aus ländlichen Gebieten. Wie sollte denn die STADTküche der Provence aussehen? So ein Buch würde mich brennend interessieren… Insgesamt für ein rundes Konzept mit Augenroll-Titel 2 von 3 möglichen Pluspunkten.

Was gibt’s für’s Geld? Einfache, gut beschriebene Rezepte mit leicht zu organisierenden Zutaten, Hinweise auf den Schwierigkeitsgrad, Zubereitungsdauer, benötigte Utensilien, die passenden Weine (s.o.) und Tipps zur Abwandlung. Dazu liebevolle Fotos, ein aufgeräumtes Layout und ein Autor, der angenehm im Hintergrund bleibt. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für alle, die ein nicht zu teures Geschenk oder eine kleine Belohnung für sich selbst suchen. Volle Punktzahl: 3 Pluspunkte

Die Rezepte Von den 4 nachgekochten Rezepten haben alle bestens funktioniert. Kleine Anpassungen sind dem Eigengeschmack geschuldet und erlaubt. Die Auswahl der Rezepte bietet leider keine wirkliche Überraschung. Es sind größtenteils Standards, die man so auch in anderen Frankreich- oder Bistro-Kochbüchern findet. Trotzdem gerade für Frankreich-Einsteiger oder Koch-Anfänger ein hübsches Buch, um die Klassiker aus dem Urlaub auf einen Blick zu haben. Funktioniert alles (soweit getestet!), schmeckt, keine Ausreißer – aber leider auch keine Überraschung. 2 von 3 Pluspunkten.

Gesamt-Ergebnis: 7 von 9 möglichen Pluspunkten.

Meine Empfehlung: Einsteiger und Hobbyköche, die unkomplizierte Gerichte für den Grillabend oder die Kleinigkeit nach Feierabend suchen, machen nichts verkehrt. Wer Fernweh hat oder sich ein bisschen Urlaubsfeeling auf den Balkon holen will, ist mit dem Kochbuch gut beraten. Provence- und Frankreich-Experten erfahren aber vermutlich nichts Neues. Da der Einband weich und das Kochbuch nicht zu dick ist, passt es sogar in den Marktkorb. Ich werde es mir wohl unter den Arm klemmen, auf dem Wiesbadener Wochenmarkt am Weinstand kurz halt machen, mich vor Ort inspirieren lassen und nach passenden Rezepten suchen. Kein umfassendes Standard-Werk und nicht unbedingt horizonterweiternd aber hübsch und solide gemacht. Durch den vernünftigen Preis und die Aufmachung ein schönes Geschenk für Freunde und Gastgeber.

Eine weitere Rezension des Kochbuchs findet Ihr übrigens im Gourmet-Büdchen.

Astrid aktualisiert die Liste der eingehenden Beiträge unserer Themenwoche regelmäßig. Zuletzt hier.

Weil das leider nötig ist, hier noch ein Hinweis in eigener Sache: Das oben beschrieben Kochbuch wurde mir als Rezensionsexemplar unentgeltlich und ohne Bedingungen zur Verfügung gestellt. Die dargestellte Meinung ist meine eigene und dient ausschließlich der Information meiner Leser. Ich verfolge mit der Rezension keinerlei finanzielle Interessen und nehme auch an keinen Affiliate-Programmen teil.

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Natürlich, Salade de lentilles vertes klingt ja viel romantischer als der deutsche Titel. Aber ein wirkliches Gedicht ist sowieso der Geschmack!

Die dunkelgrünen Puy-Linsen haben ein nussiges, linsiges Aroma, das mich glatt aus den Schuhen gehauen hat! Außerdem sind die kleinen Teufelsdinger schön bissfest und kein bisschen mehlig. Hätten die Puy-Linsen eine Facebook-Fanpage, bekämen sie von mir glatt ein “like”!

Mein Faible für die Provence habe ich neulich schon mal hier beschrieben und gleich noch einen Lesetipp für den Sommer abgegeben. Da konnte ich natürlich auch nicht nein sagen, als der Kosmos-Verlag mir das Kochbuch “Die Landküche der Provence” zur Rezension angeboten hat. Eine ausführliche Besprechung des Buchs gibt es nächste Woche bei der Blogger-Themenwoche “Jeden Tag ein Buch”.

Der Linsensalat mit Ziegenkäse aus diesem Buch war ein echtes Highlight. Er hat uns auch 2-3 Tage später noch gut geschmeckt und ist unkompliziert zuzubereiten. Für’s Picknick, als Büro-Mahlzeit, zu Gegrilltem oder pur ist er das perfekte Gericht für das Fernweh-Blog-Event von Penne im Topf:

Hier auf dem (unhübschen) Foto noch ohne Ziegenkäse. Braune Linsen sehen halt eher so lala aus. Aber im Mund gibt’s dafür eine Aroma-Explosion. Puy-Linsen gibt es jetzt öfter bei uns!

Zutaten für 2 Personen als üppige Beilage:

100 gr Puy-Linsen (Bio-Ecke im Supermarkt oder Bio-Laden)

1 Lorbeerblatt

1 kleine Möhre

100 gr Cocktailtomaten

2 Frühlingszwiebeln

etwas Thymian

8 Blätter Basilikum

4 Stengel Petersilie

1/2 kleiner Bund Schnittlauch

2 EL Weißweinessig

Salz, Pfeffer

1 Knoblauchzehe

3 EL Olivenöl

100 gr Ziegenfrischkäse

So lange dauert’s: insgesamt etwa 50 Minuten, davon 20 min Garzeit der Linsen

Ihr braucht: 1 Topf für die Linsen, eine Salatschale

Dazu passt: NATÜRLICH ein Wein aus der Provence – etwa einen Rosé aus dem Luberon (z.B. bei Jacques’). Oder dieser Sauvignon Blanc Les Nuages von der Loire (Hawesko, 7,90/Fl)

Baguette braucht Ihr keines zum Salat. Die Linsen machen unfassbar satt.

So geht’s: Linsen waschen, abtropfen und in einem Topf mit Wasser bedeckt und mit dem Lorbeerblatt bei kleiner Hitze gar kochen (Packungshinweis beachten – dauert ca. 20 min). Möhre Schälen und in Streifen schneiden. Tomaten vierteln. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Kräuter waschen, trockentupfen und fein hacken.

Die gegarten Linsen in ein Sieb gießen und gut abtropfen lassen. Lorbeerblatt entfernen. Linsen mit dem geschnippelten Gemüse in der Salatschale vermischen. Essig, Salz und Pfeffer verrühren, Knoblauchzehe hineinpressen und alles mit dem Öl gut verkleppern. Unter die Linsen mischen und zum Schluss den Ziegenkäse darüberbröseln.

Voilà! Lasst es Euch schmecken, schließt die Augen und träumt Euch in die Provence…

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jeden-tag-ein-buch_arianebilleSommerzeit ist Lesezeit! Ob am Strand, auf der Almwiese, im Park, auf der Liegewiese des Freibads, am Flußufer, im Strandkorb, im Zug, am Flughafen, im Straßencafé, daheim auf der Terrasse, im Garten oder im Bett – alle lesen! Auch Blogger :)

Deshalb geht es nächste Woche in vielen Blogs um Genussbücher. Was das ist? Alles, was uns zu diesem Stichwort einfällt: Kochbücher, Bildbände, Romane mit Essensbezug, Biographien großer Köche oder vielleicht auch einfach nur ein Buch, das einen besonders großen Lesegenuss darstellt oder einen Genuss beschreibt.

Wie genau das abläuft und welche Blogs außer dem German Abendbrot noch mitmachen, findest Du hier bei Arthurs Tochter aufgelistet.

Und wer bis Montag so gar nicht warten kann, der schaut schon mal in Shermins Magischen Kessel. Hier haben nämlich letzten Monat viele Blogger Rezepte vorgestellt, zu denen Bücher sie inspiriert haben…

Da hüpft nicht nur das Herz des Literaturwissenschaftlers!

So, ich stell’ mich jetzt mal vor’s Bücherregal und lass mich inspirieren. Quasi: “Heut’ mach’ ich mir kein Abendbrot. Heut’ mach’ ich mir Gedanken!”

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Kennt Ihr den Geruch von in der Sommerhitze knisterndem Rosmarin? Oder den von einem Lavendelstrauch, über den Ihr mit einer trägen Hand streicht? Kennt Ihr das Knacken von Pinienzapfen und das müde Gluckern dösender Ringeltauben? Kennt Ihr das Gefühl, wenn schon das Umblättern einer Buchseite Schweiß auf die Oberlippe perlt?

All das ist für mich auf alle Zeit mit glühend heißen Sommern in Frankreich verbunden, von denen ich Euch schon erzählt habe. Vielleicht erinnert Ihr Euch an Monsieur Cherie und an Lambada an der Cote d’azur?

Rosmarin, auf den die Mittagshitze knallt, riecht tatsächlich, als würde gerade jemand mitten im Garten Ofenkartoffeln zubereiten. Natürlich nur, wenn man wie wir Ofenkartoffeln in der Mitte durchschneidet, mit Olivenöl beträufelt, grobes Meersalz darüberstreut und einige Nadeln Rosmarin mitgart. Jedesmal, wenn dann die Ofentür aufgeht, beamt es mich direkt zurück in die Sommerferien in Frankreich

Als Shermin in ihrem Magischen Kessel zum Blog-Event “Lesehunger” aufrief, hatte ich sofort die französischen Sommer mit all ihren kulinarischen Genüssen vor Augen und in der Nase. Und zu diesen Sommerferien gehört unweigerlich Marcel Pagnols Trilogie “Eine Kindheit in der Provence”.

Pagnol ist hierzulande immer noch ein Geheimtipp, wohingegen er in Frankreich zur Allgemeinbildung und zum Schulkanon gehört. Auf jeder Seite hört man die Ziegenglocken klimpern, riecht den Lavendel und sieht kleine Jungs mit kurzen Hosen und Baguette unterm Arm nach Hause rennen. Eine locker, leichte Sommerlektüre, die dahinplätschert und den faulen Leser, der im Halbschatten unter Pinienbäumen Siesta hält, nicht überfordert, aber doch bestens unterhält.

Wer noch eine richtige Sommerlektüre sucht, die charmant und liebevoll, aber keinesfalls banal geschrieben ist, der MUSS einfach zu Marcel Pagnol greifen. Dazu ein Pastis oder ein gut gekühlter Rosé, eine Runde Boule, etwas Baguette und Ziegenkäse. Kinder, was kann das Leben herrlich sein!

Aber essen müssen wir eben auch und deshalb gibt es hier das ultimative Sommer-Sonne-Kräuter-Ofenkartoffel-Mittelmeer-Gericht (inspiriert durch Lust auf Genuss, 12/12): Lammfilet mit Kräuterkruste, Ofengemüse und Beurre rouge!

(Wiedermal ein Teller, der beweist, dass wir wie die ausgehungerten Raubtiere an unser Essen stürzen und nicht lange am Teller rumschrauben…)

Zutaten für 2 hungrige Esser:

500 gr Lammrückenfilets

Olivenöl

Salz, Pfeffer

40 gr getrocknete Tomaten

2 Knoblauchzehen

75 gr Ziegenfrischkäse

1 Ei

40 gr Semmelbrösel

1 TL Kräuter der Provence

40 gr Parmesan oder französischer Hartkäse

100 gr Butter

1/2 Bund glatte Petersilie

2 Schalotten

200 ml Rotwein

50 ml Portwein

1 Zucchini

6 kleine, festkochende Kartoffeln

1 kleine Karotte

1 Paprika

eine Handvoll Zuckerschoten

1 rote Zwiebel

Rosmarinzweige

1 EL Senf

Prise Zucker

Zubehör: Brat- oder Grillpfanne, 2 Backbleche, kleiner Topf, 2 Bögen Backpapier

Zubereitungszeit: etwa 90 Minuten

So geht’s:

Lammfilets abwaschen, mit Küchenpapier trockentupfen, salzen, pfeffern. In der Bratpfanne etwas Olivenöl erhitzen und das Fleisch darin kurz auf allen Seiten scharf anbraten.

Tomaten und Knoblauch (geschält)  fein hacken und mit Ziegenfrischkäse, dem Ei, Semmelbröseln, und Kräutern der Provence vermischen, nicht zu stark salzen und pfeffern. Petersilie waschen, trocken tupfen, fein hacken und unter die Masse heben.

Butter würfeln und kalt stellen oder ins Gefrierfach schieben. Schalotten schälen und sehr fein würfeln. Zusammen mit dem Rotwein und dem Portwein aufkochen und köcheln lassen, bis die Flüssigkeit auf 3-4 EL reduziert ist.

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Kartoffeln schälen und halbieren oder vierteln, Karotte putzen und in breite Scheiben schneiden, Paprika waschen, entkernen und in Rauten schneiden, rote Zwiebel schälen und vierteln oder achteln.

Eine Seite der Lammfilets jeweils mit Senf bestreichen. Kräuter-Ziegenkäse-Mischung auf jedem Filet verteilen und andrücken. Auf ein mit Backpapier ausgekleidetes Blech legen und auf die zweite Schiene von oben schieben.

Gemüse in der Grillpfanne kurz anbraten, schwenken und dann ebenfalls auf ein Backblech mit Backpapier verteilen, salzen, pfeffern und Olivenöl darüber träufeln. Rosmarinzweige dazulegen. Auf die mittlere Schiene im Backofen schieben.

Nach etwa 10 Minuten (hängt von der Dicke der Lammfilets ab und wie rosa Ihr sie mögt) noch mal den Grill zuschalten und die Lammfilets für 1-2 Minuten überknuspern lassen. Dann herausnehmen und in Alufolie einschlagen, ruhen lassen.

Währendessen die Wein-Portwein-Zwiebel-Reduktion durch ein Sieb streichen udn aufkochen lassen. Die kalten Butterstückchen unterschlagen, salzen, pfeffern und mit Zucker abschmecken.

Backofen ausschalten, Gemüse herausnehmen und kurz Teller zum Vorwärmen auf ein Rost in den Backofen stellen.

Beurre rouge auf dem Teller verteilen, Gemüse dazugeben. Lamm in dicke Tranchen schneiden und auf dem Saucenspiegel anrichten.

Voila! Es riecht nach Provence, nach Mittelmeer – und aus dem Glas zwinkert uns die Toskana zu:

Der Chianti von 2010 stammt von Hawesko, ist aber leider mittlerweile ausverkauft. Ein Sangiovese ist jedenfalls ein herrlicher Begleiter zu diesem kräftig-kräuterigen Lammgericht, das an endlose Sommertage denken lässt – egal ob in Frankreich oder Italien.

Als Portwein hatten wir übrigens diesen hier im Topf:

Dieser samtig-kirschige Port stammt ebenfalls von Hawesko und ist noch zu haben. Er macht sich auch ganz wunderbar im Feigensößchen zum Ziegenkäsesoufflé, das Ihr vielleicht von hier noch in Erinnerung habt. Oder Ihr trinkt ihn pur und freut Euch über diesen luxuriösen Port, bis Ihr grüne Häschen seht ;-)

Herzlichen Dank an Shermin für dieses wunderschöne, außergewöhnliche Blogevent, das den Foodblogger in mir ebenso inspiriert hat wie den Literaturwissenschaftler. Ich freue mich schon auf die Zusammenfassung!!

Übrigens: 2008 gab es in der ZEIT mal einen Artikel über den “vergessenen Autoren” Marcel Pagnol mit der Überschrift Lavendelsätze, Aprikosenwörter. Klingt das nicht schon zum Reinbeißen?

 

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