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Archiv für die Kategorie ‘Kochbuch’

Kennt Ihr den Geruch von in der Sommerhitze knisterndem Rosmarin? Oder den von einem Lavendelstrauch, über den Ihr mit einer trägen Hand streicht? Kennt Ihr das Knacken von Pinienzapfen und das müde Gluckern dösender Ringeltauben? Kennt Ihr das Gefühl, wenn schon das Umblättern einer Buchseite Schweiß auf die Oberlippe perlt?

All das ist für mich auf alle Zeit mit glühend heißen Sommern in Frankreich verbunden, von denen ich Euch schon erzählt habe. Vielleicht erinnert Ihr Euch an Monsieur Cherie und an Lambada an der Cote d’azur?

Rosmarin, auf den die Mittagshitze knallt, riecht tatsächlich, als würde gerade jemand mitten im Garten Ofenkartoffeln zubereiten. Natürlich nur, wenn man wie wir Ofenkartoffeln in der Mitte durchschneidet, mit Olivenöl beträufelt, grobes Meersalz darüberstreut und einige Nadeln Rosmarin mitgart. Jedesmal, wenn dann die Ofentür aufgeht, beamt es mich direkt zurück in die Sommerferien in Frankreich

Als Shermin in ihrem Magischen Kessel zum Blog-Event “Lesehunger” aufrief, hatte ich sofort die französischen Sommer mit all ihren kulinarischen Genüssen vor Augen und in der Nase. Und zu diesen Sommerferien gehört unweigerlich Marcel Pagnols Trilogie “Eine Kindheit in der Provence”.

Pagnol ist hierzulande immer noch ein Geheimtipp, wohingegen er in Frankreich zur Allgemeinbildung und zum Schulkanon gehört. Auf jeder Seite hört man die Ziegenglocken klimpern, riecht den Lavendel und sieht kleine Jungs mit kurzen Hosen und Baguette unterm Arm nach Hause rennen. Eine locker, leichte Sommerlektüre, die dahinplätschert und den faulen Leser, der im Halbschatten unter Pinienbäumen Siesta hält, nicht überfordert, aber doch bestens unterhält.

Wer noch eine richtige Sommerlektüre sucht, die charmant und liebevoll, aber keinesfalls banal geschrieben ist, der MUSS einfach zu Marcel Pagnol greifen. Dazu ein Pastis oder ein gut gekühlter Rosé, eine Runde Boule, etwas Baguette und Ziegenkäse. Kinder, was kann das Leben herrlich sein!

Aber essen müssen wir eben auch und deshalb gibt es hier das ultimative Sommer-Sonne-Kräuter-Ofenkartoffel-Mittelmeer-Gericht (inspiriert durch Lust auf Genuss, 12/12): Lammfilet mit Kräuterkruste, Ofengemüse und Beurre rouge!

(Wiedermal ein Teller, der beweist, dass wir wie die ausgehungerten Raubtiere an unser Essen stürzen und nicht lange am Teller rumschrauben…)

Zutaten für 2 hungrige Esser:

500 gr Lammrückenfilets

Olivenöl

Salz, Pfeffer

40 gr getrocknete Tomaten

2 Knoblauchzehen

75 gr Ziegenfrischkäse

1 Ei

40 gr Semmelbrösel

1 TL Kräuter der Provence

40 gr Parmesan oder französischer Hartkäse

100 gr Butter

1/2 Bund glatte Petersilie

2 Schalotten

200 ml Rotwein

50 ml Portwein

1 Zucchini

6 kleine, festkochende Kartoffeln

1 kleine Karotte

1 Paprika

eine Handvoll Zuckerschoten

1 rote Zwiebel

Rosmarinzweige

1 EL Senf

Prise Zucker

Zubehör: Brat- oder Grillpfanne, 2 Backbleche, kleiner Topf, 2 Bögen Backpapier

Zubereitungszeit: etwa 90 Minuten

So geht’s:

Lammfilets abwaschen, mit Küchenpapier trockentupfen, salzen, pfeffern. In der Bratpfanne etwas Olivenöl erhitzen und das Fleisch darin kurz auf allen Seiten scharf anbraten.

Tomaten und Knoblauch (geschält)  fein hacken und mit Ziegenfrischkäse, dem Ei, Semmelbröseln, und Kräutern der Provence vermischen, nicht zu stark salzen und pfeffern. Petersilie waschen, trocken tupfen, fein hacken und unter die Masse heben.

Butter würfeln und kalt stellen oder ins Gefrierfach schieben. Schalotten schälen und sehr fein würfeln. Zusammen mit dem Rotwein und dem Portwein aufkochen und köcheln lassen, bis die Flüssigkeit auf 3-4 EL reduziert ist.

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Kartoffeln schälen und halbieren oder vierteln, Karotte putzen und in breite Scheiben schneiden, Paprika waschen, entkernen und in Rauten schneiden, rote Zwiebel schälen und vierteln oder achteln.

Eine Seite der Lammfilets jeweils mit Senf bestreichen. Kräuter-Ziegenkäse-Mischung auf jedem Filet verteilen und andrücken. Auf ein mit Backpapier ausgekleidetes Blech legen und auf die zweite Schiene von oben schieben.

Gemüse in der Grillpfanne kurz anbraten, schwenken und dann ebenfalls auf ein Backblech mit Backpapier verteilen, salzen, pfeffern und Olivenöl darüber träufeln. Rosmarinzweige dazulegen. Auf die mittlere Schiene im Backofen schieben.

Nach etwa 10 Minuten (hängt von der Dicke der Lammfilets ab und wie rosa Ihr sie mögt) noch mal den Grill zuschalten und die Lammfilets für 1-2 Minuten überknuspern lassen. Dann herausnehmen und in Alufolie einschlagen, ruhen lassen.

Währendessen die Wein-Portwein-Zwiebel-Reduktion durch ein Sieb streichen udn aufkochen lassen. Die kalten Butterstückchen unterschlagen, salzen, pfeffern und mit Zucker abschmecken.

Backofen ausschalten, Gemüse herausnehmen und kurz Teller zum Vorwärmen auf ein Rost in den Backofen stellen.

Beurre rouge auf dem Teller verteilen, Gemüse dazugeben. Lamm in dicke Tranchen schneiden und auf dem Saucenspiegel anrichten.

Voila! Es riecht nach Provence, nach Mittelmeer – und aus dem Glas zwinkert uns die Toskana zu:

Der Chianti von 2010 stammt von Hawesko, ist aber leider mittlerweile ausverkauft. Ein Sangiovese ist jedenfalls ein herrlicher Begleiter zu diesem kräftig-kräuterigen Lammgericht, das an endlose Sommertage denken lässt – egal ob in Frankreich oder Italien.

Als Portwein hatten wir übrigens diesen hier im Topf:

Dieser samtig-kirschige Port stammt ebenfalls von Hawesko und ist noch zu haben. Er macht sich auch ganz wunderbar im Feigensößchen zum Ziegenkäsesoufflé, das Ihr vielleicht von hier noch in Erinnerung habt. Oder Ihr trinkt ihn pur und freut Euch über diesen luxuriösen Port, bis Ihr grüne Häschen seht ;-)

Herzlichen Dank an Shermin für dieses wunderschöne, außergewöhnliche Blogevent, das den Foodblogger in mir ebenso inspiriert hat wie den Literaturwissenschaftler. Ich freue mich schon auf die Zusammenfassung!!

Übrigens: 2008 gab es in der ZEIT mal einen Artikel über den “vergessenen Autoren” Marcel Pagnol mit der Überschrift Lavendelsätze, Aprikosenwörter. Klingt das nicht schon zum Reinbeißen?

 

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Es gibt weniger, was mich mehr entspannt, als Kochsendungen zu schauen. Glücklicherweise gibt es Sender wie RTL Living oder Bon Gusto, über die mehrmals täglich Sophie, Nigella oder Jamie zu uns ins Wohnzimmer kommen.

Weil ich ein großer Fan einfacher, schneller und unkomplizierter Gerichte bin, die auch nach Feierabend noch ohne Stress zuzubereiten sind (siehe Kategorie “Schnell & Lecker“), lasse ich mich gerne von Jamie Olivers 30-Minuten- bzw. 15-Minuten-Menüs inspirieren.

Dabei habe ich keinerlei Ehrgeiz mit der Stoppuhr in der Küche zu stehen. Stattdessen picke ich mir aus den Menüs heraus, was mir gefällt und probiere es in Ruhe selber aus. Wozu der Stress?

Zuletzt haben wir das Piri-Piri-Hähnchen aus dem Kochbuch “30-Minuten-Menüs” ausprobiert, ohne uns mit den weiteren Gängen (Kartoffeln mit Feta & Koriander, Rucolasalat und Törtchen) zu belasten.

Knuspriges Hühnchen, scharfe Piri-Piri-Sauce, gegrillte Paprika – das war unkompliziert, scharf-fruchtig und sehr, sehr lecker:

Natürlich haben wir das Rezept wieder ein klein bisschen abgewandelt: mehr Schärfe, weniger Säure. Für unsere – leicht modifizierte – Variante für 2 Personen benötigt Ihr folgende Zutaten:

4 Hähnchenschenkel mit Haut

1 große rote Paprikaschoten

Salz, Pfeffer

Olivenöl

Für die Sauce:

1 kleine rote Zwiebel

1 große Knoblauchzehe

2 Vogelaugenchilis

1 Bio-Zitrone

1 Handvoll Basilikumblätter

1 EL Paprikapulver edelsüß

1 EL Paprikapulver rosenscharf

1/2 TL Muscovadozucker

1 EL Worcestersauce

2 EL Weißweinessig

Zubehör: Grillpfanne, feuerste Auflaufform oder Grillschale, Mixer

Zubereitungszeit: entspannte 30 Minuten

So geht’s:

Zwiebel und Knoblauch schälen, grob hacken. Von den Chilischoten die Stiele abschneiden. Schale der Zitrone abreiben, Zitrone auspressen. Basilikumblätter grob hacken. Alles in den Mixer geben und mit Paprikapulver, Zucker, Worcestersauce, Weißweinessig zu einer Paste vermixen. Salzen, pfeffern – fertig!

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Grillpfanne auf die Herdplatte stellen und auf hoher Stufe erhitzen. Die Hähnchenschenkel leicht einschneiden. Mit Olivenöl einreiben, salzen und pfeffern. Die Hähnchenschenkel mit der Hautseite nach unten in der Grillpfanne anbraten, bis die Haut leicht gebräunt und knusprig ist, dann wenden und die andere Seite anbraten.

Paprikaschoten waschen, entkernen und ungefähr sechsteln. Die Spalten in die Grillpfanne legen und auf mittlerer Stufe anbraten. Mehrmals wenden.

Die Piri-Piri-Sauce in die Auflaufform geben, Hähnchenschenkel mit der Hautseite nach oben hineinlegen, Paprikaspalten am Rand mit in die Form geben. Auf die mittlere Schiene des Backofens schieben und ca. 15 Minuten garen (abhängig von der Dicke der Schenkel). Danach noch mal auf die obere Schiene schieben, den Grill anstellen und die Hähnchenteile knusprig grillen.

Wenn das Hühnchen fertig ist, mit der Sauce und den Paprikaspalten servieren. Dazu passt Reis oder Baguette.

Ein sehr feines, würziges Gericht, das richtig Spaß macht, wenn man ohne Stoppuhr in der Küche steht. Danke für die Inspiration, Jamie!

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Im Zusammenhang mit dem Welttag des Buches, hat mir der GU-Verlag nicht nur das Verlosungs-Kochbuch “Indien. Küche & Kultur” zur Verfügung gestellt. Sie haben mir auch ein weiteres Kochbuch, das neu im Programm ist, zum Testen geschickt: “Country Basics” von Cornelia Schinharl, Sebastian Dickhaut (für 15 € im Buchhandel erhältlich).

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Aus der Reihe kannte ich bisher nur den Band “Oriental Basics”, der einen schönen, leichten und sehr pragmatischen Einstieg in die orientalische Küche bietet. Deswegen war ich gespannt, was sich hinter Country Basics verbirgt.

Ich habe das Buch untersucht mit Blick auf die Idee, die Stringenz des Konzepts, das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Nachkochbarkeit der Rezepte. Pro Kategorie gibt es maximal 3 Pluspunkte zu holen. Die führen dann zum Gesamt-Eindruck und der Endnote.

Die Idee: Hier steht ganz die saisonale und regionale Küche im Vordergrund. (Wenn regional hier auch sehr stark mit bayerisch gleichgesetzt zu sein scheint. Oktoberfest, Biergarten, Pflanzerl, Brezn, Datschis finden sich zahlreich wieder, ganz im Gegenteil zu hessischem Handkäs, norddeutschem Labskaus, Dresdner Eierschecke oder rheinischem Sauerbraten.) Unterteilt ist der Band in die vier Jahreszeiten mit vielen Tips zu Gemüse- und Obstsorten, die in der jeweiligen Zeit besonders gut schmecken und ohne weite Transportwege erhältlich sind. Gerade Neueinsteiger oder reine Stadtpflanzen finden die Übersichten zu den “Top 10″ in Frühling, Sommer, Herbst und Winter sicherlich hilfreich. Das Wissen um die Erntezeit von neuen Kartoffeln, Wirsing oder Tomaten ist in Zeiten der ständigen Verfügbarkeit ja leider nicht mehr vorauszusetzen. Hier bekommt “Country Basics” die vollen 3 Pluspunkte.

Quasi als 5. Jahreszeit finden sich am Ende des Buches dann noch Tipps und zahlreiche Rezepte zum Einmachen und Einkochen, um die Genüsse der Jahreszeiten auch länger haltbar zu machen. Etwas nervig sind – nicht nur an dieser Stelle – die ständigen Hinweise darauf, wer sich wann so richtig “country” fühlen kann, etwa dann, wenn man selbst räuchert. *augenroll*

Das Konzept: Aber was ist eigentlich dieses “Country”-Gefühl? Hier werfen die Autoren bio, regional, saisonal, selber machen bunt durcheinander. Mit der Bildsprache (karierte Blusen, Bauernhofidylle, blühende Obstbäume, grüne Wiesen, …) orientiert sich das Buch für meinen Geschmack etwas zu sehr an “Landlust” & Co., also all jenen Magazinen, die Städtern das angebliche Landleben näher bringen wollen. Wer aber wie ich auf dem Dorf groß geworden ist, weiß, dass es “auf dem Land” längst weniger romantisch zugeht, als man das in Berlin Mitte, dem Frankfurter Nordend oder in München Neuhausen gerne hätte: Statt Bio-Hofläden gibt es Supermarkt-Ghettos am Ortsrand, statt jede Kuh mit Namen zu kennen, kämpfen Bauern täglich um’s Überleben, EU-Subventionen und Milchpreis-Dumping. 

Dass sie mit ihrer Apfelbaumidylle auf den Fotos doch etwas zu dick auftragen, haben die Autoren wohl selbst gemerkt und versuchen deshalb, das Ganze ironisch zu brechen – etwa im Vorwort: “Die Vorstellung von ländlicher Idylle spukt wohl hauptsächlich in den Köpfen von Stadtbewohnern herum (…)”. Allerdings nicht, ohne dann doch wieder zu “be country” zu animieren. Durch die häufigen Übertreibungen und das gleichzeitige Zurücknehmen, weil man dann wohl doch gemerkt hat, dass das ganze Country-Konzept zu weit hergeholt ist, wirkt das Kochbuch  unentschieden. Als trauten sich die Autoren selbst nicht zu, das “Country”-Konzept glaubwürdig und ernsthaft zu vermitteln. Übrig bleibt 1 Pluspunkt für die Ironie.

Was gibt’s für’s Geld? Wer weniger kritisch rangeht, erhält viele appetitliche Rezepte und umfangreiche Tipps und Informationen zu einem fairen Preis. Denn das Kochbuch hat nunmal einen wirklich sympathischen Ansatz: saisonale Gerichte – von der leckeren Kleinigkeit zum aufwendigen Hauptgericht – mit einfachen Zutaten, die es auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt gibt. Die Rezepte eignen sich vor allem für Einsteiger, bieten aber auch erfahreneren Köchen schöne Anregungen. Für das Preis-Leistungs-Verhältnis (variantenreiche Rezepte, fairer Preis) gibt es die vollen 3 Pluspunkte.

Die Rezepte: Mit GU-Büchern habe ich bisher immer sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich habe insgesamt vier Rezepte ausgewählt, die relativ Saison-unabhängig sind: Pilzragout, Breznknödel, Zwiebelbrot mit Ziegenkäse und Laugenbrezn.

Mein Rezepte-Fazit im Detail:

Das Pilzragout war kinderleicht und hat absolut perfekt geschmeckt – nicht so sahnig und schwer, wie man es oft in bayerischen Gaststätten bekommt, sondern leicht und frisch. Ein absoluter Wirtshaus-Klassiker, den es jetzt sicher öfter geben wird. Dieses Rezept hat zu 100% funktioniert.

Die Breznknödel – meine allerersten Knödel überhaupt und deshalb ein echter Härtetest! – waren fluffig und haben extrem gut geschmeckt. Allerdings hätte im Rezept stehen müssen, dass die Breznstücke von altbackenen Laugenbrezn kleingehackt werden sollten. Stattdessen hieß es “in Scheiben schneiden”. Dann sind die Brocken aber zu groß und machen die Knödel sehr unebenmäßig, was wiederum dazu führen kann, dass sie auseinander fallen.

Die Laugenbrezn habe ich unbedingt backen wollen, weil es in ganz Hessen keine Brezn gibt, die auch nur annähernd an die Münchner Varianten herankommen. Ich hatte also Visionen von knusprig, fluffigen Brezn. Das hat aber leider nicht so ganz hingehauen. Das Ergebnis fand ich enttäuschen, obwohl ich mich wirklich 100% an das Rezept gehalten habe: Die Brezn hatten eine wellige Oberfläche, keine schön dunkelbraun glänzende. Außerdem waren sie innerhalb von 2 Stunden zäh. Nachdem ich mir Rat in Backforen geholt habe, liegt der Verdacht nahe, dass der Teig nochmal gut durchgekühlt werden muss, bevor er in der Lauge getaucht wird. Das stand aber so nicht im Rezept. Ob es allerdings wirklich an der Temperatur lag, muss ich noch mal ausprobieren. Geschmacklich waren die Brezn allerdings ok. Ich werde sie auf jeden Fall noch öfter backen, bis ich endlich originale Biergarten-Brezn habe!

Das Zwiebelbrot mit Ziegenkäse habe ich nicht fotografiert. Deshalb darf ich das Foto aus dem Kochbuch abbilden:

Ein sehr leckerer, schnell zuzubereitender Abend-Snack mit einer tollen Mischung aus Zwiebel-Marmelade und Ziegenkäse. Nach dem Rezept waren mir die Zwiebeln noch zu herb, weshalb ich mehr Zucker und etwas mehr Traubensaft mit einkochen ließ. Die Mischung ist auf jeden Fall mein Ding und kommt öfter auf den Tisch.

Das Rezepte-Fazit in der Zusammenfassung: Ein Rezept gelang perfekt, ein weiteres musste für meinen Geschmack etwas nachjustiert werden, die Knödel und die Brezn haben nicht 100% hingehauen. Wer wenig Erfahrung hat, verzweifelt möglicherweise schnell an der knappen und manchmal uneindeutigen Rezeptebeschreibung: Mal ist Butter in Gramm, mal in Löffel-Maß angegeben, Mehl bleibt ohne Typen-Angabe. Die Zubereitungszeit ist realistisch. Positiv aufgefallen ist mir, dass bei den Rezepten für die “5. Jahreszeit” immer auch die Haltbarkeit angegeben ist. Das hilft bei der Planung. Hier steht es unentschieden. Dafür gibt es 1,5 Pluspunkte.

Mein Kochbuch-Gesamt-Eindruck: Wer wirklich tief in die Materie “saisonales Kochen” einsteigen will, der wird in “Country Basic” einige Ungereimtheiten finden und es wohl eher für zu oberflächlich halten. Das Bemühte “be country” geht etwas auf die Nerven. Die ironische Distanz der Autoren wirkt eher hasenfüßig als sympathisch – nicht Fisch nicht Fleisch. Die Schlagseite Richtung Bayern nervt eventuell nur mich nach meinen zehn Jahren München. Mehr Variantenreichtum wäre schön gewesen, stört aber nicht wirklich. Für Einsteiger, als praktische Übersicht und als Anregung für das Kochen nach Jahreszeiten erhält man aber ein schön bebildertes, mit vielen Infos und Tipps sowie leckeren Rezepten versehenes Kochbuch. Ich habe noch mind. zehn Rezepte auf die Nachkochliste gesetzt. Wie immer bei der Basics-Reihe gefallen mir Layout, Bildsprache und Übersichtlichkeit. Daraus ergibt sich…

…das Gesamt-Ergebnis: 8,5 von 12 möglichen Pluspunkten.

Meine Empfehlung: Ich kann mir “Country Basics” als passendes Geschenk vorstellen für junge Leute, die in die erste eigene Wohnung ziehen. Sie bekommen einfache, unkomplizierte Rezepte, mit denen sie sich – von leicht bis anspruchsvoll – für sich selbst und für Gäste, für den WG-Brunch oder für ihr erstes Eltern-sind-zu-Besuch-Dinner ans Kochen herantasten. Auch für junge Eltern mit nicht mehr ganz kleinen Kindern, die dem Nachwuchs das Bewusstsein für saisonale Zutaten und regionale Herkunft beibringen wollen, ist das Buch eine tolle Idee.

Kennt Ihr das Buch und wie hat es Euch gefallen? Habt Ihr andere Quellen für saisonale Rezepte?

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Es gibt ja Leute, die gerne im stillen Kämmerlein arbeiten. Und manchmal muss das auch sein. Aber ich möchte NIE auf Kollegen verzichten, die nicht nur für kreativen Austausch, spontane Brainstorms und “Unter-die-Arme-Greifen” da sind, sondern auch noch backen können!

Diesen fluffigen New York Cheesecake hat meine Kollegin A. nach Cynthia Barcomi, die Göttin der amerikanischen Backkunst, gebacken und alle begeistert, die sich ein Stück sichern konnten. (Ich musste per Mail um Rettung eines Stücks bitten, sonst hätte der Heuschreckenschwarm hätten die lieben Kollegen nix übrig gelassen!)

A. war so nett, mir das Rezept zu verraten. Sie hat es aus Cynthia Barcomis Backbuch, das schon in mehreren Foren und Blogs für Begeisterung sorgte.

Die Variante mit Blueberry-Topping findet Ihr zum Beispiel bei Backbube.

Nora von Waldstätten hat den Kuchen für die Rubrik “Dinner for One” in der ZEIT gebacken.

Meine Kollegin A. hat dem Kuchen eine herrliche Schokoglasur und bezaubernd goldene Deko-Perlen gegönnt. Ein perfekter Kuchen für Agentur-Mädels. Da sind einem auch Kalorien völlig egal. Ist ja schließlich bloß Frischkäse.

Mein bisheriger Favorit war der Käsekuchen ohne Boden nach Tim Mälzer. Und Alice hat gleich eine ganze Rezept-Flut gesammelt bei ihrem Käsekuchen-Event. Aber die Barcomi-Variante toppt für mich alles, was ich bisher in diese Richtung gegessen habe. DANKE, A.

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Heute verschenken Blogger Lesefreude. Über 1000 Blogs haben sich hier registriert. Ist das nicht der Wahnsinn? Ob Klassiker, Fantasy, Ratgeber, Comic – es gibt so viel zu entdecken! (Mehr zur Aktion hier)

Natürlich sind auch jede Menge Foodblogger dabei. Denn was wären wir ohne Kochbücher?

Ich schenke heute einem meiner Leser mein Lieblingskochbuch:

Ein druckfrisches, ungebrauchtes Exemplar (meines ist voller Eselsohren, Fettspritzer und Kritzelanmerkungen) im Wert von 29,80€ hat mir freundlicherweise der Verlag Gräfe & Unzer zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank!

Warum “Indien. Küche & Kultur” mein Lieblingskochbuch ist? Es ist eben nicht nur ein umfangreiches Kochbuch mit Rezepten aus allen Himmelsrichtungen Indiens, sondern widment sich auch ausführlich Essensgewohnheiten, Snack-Vorlieben, Servier- und Zubereitungstipps und vielem mehr. Dazu gibt es herrliche Fotos von Menschen beim Kochen, Essen, Einkaufen, Zusammensitzen. Aber auch Landschaftsaufnahmen und viel Atmosphäre. Das alles macht “Indien” zu einem wunderschönen Bildband, in dem man auch ganz ohne Kochabsicht blättern und sich festlesen kann.

Richtig praktisch wird es dann dank des Zutaten-Glossars, Hinweisen für Menüzusammenstellungen, Lese- und Einkaufstipps sowie Restaurant- und Hotelempfehlungen. Tatsächlich habe ich mir hier einige Anregungen für unsere Indienreise geholt.

ABER JETZT GEHT’S ZUR VERLOSUNG:

- Hinterlasst mir bis zum 29. April 2013, 23.59 Uhr, unter diesem Beitrag einen Kommentar.

- Beantwortet mir folgende Frage: Was ist das Erste, das Euch einfällt, wenn Ihr an Indien denkt?

- Als Owner und Moderator dieses Blogs behalte ich mir vor, sexistische, rassistische oder sonstwie beleidigende Kommentare nicht zur Veröffentlichung freizugeben.

- Der Gewinner wird per Los ermittelt und per Email benachrichtigt. Hinterlasst also bitte Eure Email-Adresse!!

- Der bEdW will übrigens unbedingt, dass ich alternativ noch diese Frage stelle: “Aber warum heißt es nicht Froderick Fronkenstein?” Wer darauf eine Antwort weiß, wandert auch in den Lostopf (*insert Mega-Eyeroll here*)

Habt Ihr jetzt schon Lust auf Indien und indisches Essen bekommen? Dann schaut doch mal hier nach weiteren Beiträgen zum Thema.

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Am Dienstag feiern Lesebegeisterte den Welttag des Buches! Zu diesem Anlass verlosen weit über 900 Blogger Bücher an ihre Leser. Auch ich mache mit und verlose NATÜRLICH ein Kochbuch!

Mehr Infos zur Aktion findet ihr hier.

Ich freue mich schon auf Eure Teilnahme und bin gespannt, wer gewinnt.

Ein schönes Wochenende wünsche ich Euch…

Blogger

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Willensstärke…58.000 nicht gerauchte Zigaretten...Jahr des Brotbackens und so… Weisste Bescheid, Schätzelein!

Das Buch “Brot” von Bernd Armbrust ist eine wahre Fundgrube für blutige Brotbackanfänger wie mich.

Zudem ruft Zorra zum Bread Baking Day #57 auf. Und erstmals fühle ich mich (back-)fit genug, um Ihr für Ihre Blogwarming-Party etwas Selbstgebackenes zum “Einzug” in das neue Blog-Zuhause mitzubringen. (Wer noch mitmachen möchte, kann das bis einschließlich 1. April tun!)

Besonders gut hat mir bei Bernd Armbrust das “Einfache Vollkornbrot” gefallen, das sich wirklich unkompliziert zubereiten lässt und viele Tage hält, ohne trocken oder fad zu werden. Im Gegenteil: längeres Lagern macht es noch aromatischer!

Einige kleine Abwandlungen habe ich aber natürlich – wie bei jedem Rezept – vorgenommen. Hier der Vollständigkeit halber meine Abweichungen:

Als Brotgewürz, das man auch für Sauerteigbrote und alle anderen herzhaften Brote verwenden kann, habe ich je 1/2 TL Fenchel- und Koriandersamen sowie Kümmelsamen und 1/2 Anisstern gemörsert. Ihr könnt aber auch Pfeffer oder Chili nehmen. Oder jedes andere Gewürz, das Ihr mögt – beispielsweise Kardamom.

Ich habe bei Bernd Armbrusts Brot die empfohlenen 100 gr Alfalfa- oder Linsensprossen weggelassen. Und auch die 90 gr Zuckerrübensirup fand ich am Ende too much. Hier würde ich beim nächsten Mal höchstens 60 gr nehmen. Roggen- und Weizenschrot habe ich komplett durch Weizenschrot ersetzt. Hiervon hatten wir noch so viel von unserem fluffigen Walnussbrot, dass ich mir nicht noch weiteres Schrot ins Haus holen wollte.

Hier also das Rezept in meiner minimal abgewandelten Form für eine ca. 35 cm Kastenform:

500 ml Buttermilch

60 gr Zuckerrübensirup

1,5 Würfel Hefe (entspricht etwa 60 gr)

250 gr Weizenschrot

250 gr Dinkelmehl (Type 630)

50 gr Leinsamen

50 gr Sesamsamen

75 gr Sonnenblumenkerne

2 TL Salz

1 TL Brotgewürz

1 TL Butter zum Einfetten

2 EL Haferflocken

Für die Zubereitung benötigt Ihr insgesamt etwa 3 Stunden Zeit. (Das gilt als schnell! Es gibt auch Brote, bei denen muss der Teig 15 Std. gehen)

So geht’s:

Buttermilch und Zuckerrübensirup lauwarm erwärmen und die Hefe darin auflösen. Schrot, Mehl, Leinsamen, Sesamsamen und Sonnenblumenkerne in einer großen Schüssel vermischen. Buttermilch-Zuckerrüben-Hefe-Mischung unterrühren. Salz und Brotgewürz hinzugeben. Alles gut verrühren und abgedeckt bei Zimmertemperatur für mindestens eine Stunde gehen lassen.

Backofen auf 220 Grad vorheizen. Dabei ein Backblech mit Wasser benetzen und ebenfalls mit erhitzen. Dadurch entsteht Wasserdampf, der dem Brot eine schöne Kruste gibt. Wer lieber mit der Sprühflasche Wassernebel in den Ofen sprüht, kann das natürlich auch tun.

Kastenform mit Butter fetten und mit den Haferflocken auskleiden. Das funktioniert am besten, indem man die Haferflocken in die gefettete Form gibt und dann hin und her rüttelt, bis die Seitenwände bedeckt sind.

Das Blech mit dem Wasser aus dem Ofen nehmen und die Kastenform auf das Rost auf mittlerer Schiene ca. 15 min backen. Dann auf 200 Grad herunterdrehen und etwa 1 Std und 15 min backen. Wird das Brot zu dunkel, mit Backpapier abdecken. Nach der Garzeit gut auskühlen lassen.

Das Brot schmeckt am besten, wenn man es einen Tag ziehen lässt. Es riecht aber so herrlich, dass das wirklich schwer fällt!

Laut Armbruster kann man es auch wunderbar einfrieren. Dafür nach dem Auftauen bei Zimmertemperatur einfach noch einmal für 10 min bei 180 Grad aufbacken. Wäre doch perfekt für das lange Osterwochenende, oder nicht?

Das Einfrieren lohnt sich, da die 1,25 kgr Brot sehr kompakt und sättigend sind. Wir haben locker eine Woche davon gegessen. Letzte Reste können auch für das “Besoffenes Eichhörnchen”-Dessert verwendet werden.

Bread Baking Day #57 - Blogwarming Party - please bring Bread! (Last day of submission April 1st, 2013)

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Als wir unser thailändisches Weihnachtsmenü zusammengestellt haben, haben wir eine Suppe wieder verworfen: Gaeng Preowan Tao Hou aus “Stylish Thai in Minutes”. Die Suppe ist herrlich leicht, aromatisch und schnell zuzubereiten. Allerdings war sie zu dem säuerlichen Kaeng Phanaeng Neua dann doch zu sauer.

Als schnelles, leichtes Abendessen ist sie jedoch perfekt!

Im Original wird die Suppe mit 110 gr weichem weißen Tofu zubereitet. Wir hatten aber keinen mehr im Vorrat und hatten zudem Lust auf Garnelen, die wir noch im TK-Fach hatten. Ursprünglich ist die Suppe aber rein vegetarisch.

Für unsere Variante, die für 2 als leichtes Abendessen reicht oder für 4 in einem mehrgängigen Asia-Menü, benötigt Ihr folgende Zutaten:

500 ml hausgemachte Gemüsebrühe

2 TL Mehl

8 gegarte Garnelen ohne Kopf und Schale, entdarmt

4 EL in kurze Streifen geschnittene Bambuswurzel (Asialaden. Bitte nicht die eingelegten, geschnittenen verwenden)

1 rote Paprikaschote, entkernt und in kleine Rauten geschnitten

2 Frühlingszwiebeln, fein in Scheiben geschnitten

1 EL leichte Sojasauce

1 EL Reisessig

1 TL Palmzucker

1/2 TL weißer Pfeffer

etwa 25 gr eingelegter Kohl (“pickeled cabbage”, Asialaden), grob gehackt

So geht’s:

Brühe in einem Topf zum Kochen bringen und das Mehl einrühren, um sie etwas anzudicken. Alle weiteren Zutaten einrühren und erhitzen. In Suppenschalen servieren.

Das Ganze geht so schnell, dass man kaum zum Tischdecken kommt während der Zubereitung. Die Säure mag nicht jedermanns Sache sein, aber sie macht die Suppe herrlich erfrischend. Eine echte Bereicherung für unser Küchen-Repertoire.

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Ich gebe mich ungern geschlagen. Und ich liebe es, wenn ich meinen Dickkopf durchsetze. Deswegen habe ich in den letzten acht Jahren 58.400 Zigaretten nicht geraucht. Friss das, Zigarettenindustrie! Der gestrige 6. März ist mein Jahrestag der Willensstärke!

Wenn ich mir etwas vornehme, will ich es auch schaffen. Ob bei der Suchtbekämpfung oder beim Laufen. Auch beim Kochen habe ich in den letzten Jahren viel dazugelernt und selten eine Herausforderung gescheut. Doch trotz mehrerer Anläufe bin ich immer noch kein Back-Fan. Backen ist – im Gegensatz zum Kochen – für mich immer noch so etwas wie eine Strafarbeit.

Nur: Ich WILL einfach backen können und probiere es immer wieder aus. (Mehr oder weniger geglückte Versuche findet Ihr hier. )

Deshalb ist 2013 mein Brotback-Jahr!

Das liegt nur teilweise an meinem Dickkopf. Schuld sind vielmehr die zahlreichen aber dafür wenig überzeugenden Bäcker in meinem Umfeld: Die Brötchen schmecken nach aufgebackenem Styropor, das Brot ist innen knatschig oder komplett geschmacklos. Andere Bäcker streuen auf alles Körnermischungen drüber und verkaufen das Ergebnis dann als Wellnessbrot. Plötzlich gibt es überall Kaiser-Wilhelm- oder König-Ludwig-Brot, das in jedem Laden gleich schmeckt. Backmischungen?

Dabei ist Brotbacken eine der ältesten Kulturleistungen der Menschheit und braucht wenig mehr als Mehl, Wasser und Hefe. Deutschland ist zudem berühmt für seine zahllosen Brotsorten. Meine Schwester, die in England lebt, freut sich wie ein Schnitzel über die German Bakery in ihrer Stadt. Brot ernährt. Es hatte aber auch immer etwas Politisches, gerade weil es so existenziell war – von Panem et Circenses im alten Rom bis zum fälschlicherweise Marie-Antoinette zugeschriebenen Zitat “Sie haben kein Brot? Sollen sie doch Kuchen essen!”.

Ich habe allerdings durchaus Verständnis dafür, dass ordentliches Handwerk ordentlich bezahlt und wertgeschätzt werden muss. Und dass junge Leute eine Ausbildung zu einem Beruf scheuen, bei dem man sein Leben lang um 3 Uhr morgens aufstehen muss. Was bleibt also übrig, wenn ich die Schnauze voll habe von Bäckern, die Teiglinge auftauen und sie als Bauernbrot wie zu Omas Zeiten verkaufen?

Ich. backe. selber.

Dabei hilft mir ein wirklich gelungenes Buch, das ich kürzlich bei GU entdeckt habe: “Brot” von Bernd Armbrust.

Brot

Was mich begeistert, sind die wirklich Anfänger-geeigneten Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die Basis-Rezepte und die guten Erklärungen zum richtigen Umgang mit Sauerteig und Hefeteig. Dazu gibt’s viele Tipps vom Bäckermeister. Es ist wohl das erste Brot-Back-Buch, das mir Backlegastheniker Mut und Lust macht zu backen.

Natürlich fange ich klein an. Mit einem Rezept, das mir ziemlich idiotensicher vorkommt: Münsterländer Bauernstuten, einem hellen Sauerteigbrot, das sich prima als Frühstücks- oder Abendbrot eignet.

Das Rezept von Bernd Armbrust geht von 2 Laiben aus. Das ist mir aber zu viel für 2 Personen. Lieber will ich wieder frisch backen als etwas trocken werden zu lassen. Ich habe die Menge also halbiert und etwas mehr Salz an das Rezept gegeben.

Für einen Laib benötigt Ihr folgende Zutaten:

1/4 Würfel Hefe

250 ml Buttermilch

38 g flüssiger Natursauerteig (1/2 Beutel von Seitenbacher Natursauerteig oder abgemessen von eigenem Ansatz)

150 gr Weizenmehl (Type 550)

100 gr Roggenmehl (Type 1150, ich hatte 950)

2 TL Salz (statt 1,5)

Mehl zum Arbeiten

Zubehör:

Statt auf Backpapier habe ich den Pizzastein verwendet.

Eine Teigkarte erweist gute Dienste, um den Teig aus der Schüssel zu bekommen, da er sehr feucht ist.

Eine Küchenmaschine mit Knethaken hilft ebenfalls. Es geht aber auch mit den Händen.

So geht die Zubereitung:

Die Buttermilch war aus dem Kühlschrank. Deshalb habe ich sie vorsichtig in einem Topf lauwarm erwärmt. Ich zerbrösele Hefe und gebe sie ebenso wie den Sauerteig in die Buttermilch. Die Mischung kommt in die Schüssel der Küchenmaschine. Dazu dann beide Mehle. Zum Schluss salze ich die Mischung. Jetzt schalte ich die Küchenmaschine ein und lasse den Teig 4 min langsam, danach 4 min schnell kneten. Den Teig schabe ich aus der Schüssel lasse ihn auf der bemehlten Arbeitsplatte etwa eine halbe Stunde gehen. Dazu den Teig mehlen und mit einem Küchentuch abdecken (ungemehlt klebt das Tuch an).

Anders als im Buch habe ich nur ein Teigstück, da ich ja nur einen Laib backen will. Die Arbeitsfläche mehle ich ausreichend. Das Teigstück drücke ich mit den Handballen flach, schlage die Seitenränder ein und drücke den Teig wieder flach. Das geht mehrfach so weiter – man nennt den Vorgang “rund wirken”. Zum Schluss ist der Teig auf der Unterseite schön glatt, oben hat er “Nahtstellen” vom Falten. Jetzt drehe ich den Teigklops um, so dass der “Teigschluss” unten liegt, und lasse den Teig wieder 15 min zugedeckt gehen.

Der Teig sollte jetzt schon deutlich aufgegangen sein. Erneut drehe ich den Klops, so dass der Teigschluss, die Nahtstellen vom Falten, jetzt oben sind. Auf der bemehlten Fläche lasse ich ihn noch mal ruhen – zugedeckt für weitere 10 min.

Währendessen heize ich schon mal den Backofen inklusive Pizzastein auf 210 Grad auf. Außerdem gebe ich auf einem Backblech etwas Wasser in den Ofen, damit die Hitze schön feucht wird und das Brot Kruste erhält.

Den gegangenen, gut eingemehlten Teig gebe ich jetzt mit dem Teigschluss nach oben auf den Pizzastein. Nach 5 min schalte ich auf 200 Grad runter und lasse das Brot noch 30 min backen.

Da der Teigschluss oben liegt, bricht das Brot schön auf und sieht herrlich rustikal aus.

Nach dem Backen unbedingt gut auskühlen lassen. Danach schmeckt es himmlisch mit Butter und einer Scheibe Käse. Dazu passt ein kaltes Bier (natürlich nicht zum Frühstück!).

Die Krume ist fluffig, die Kruste knusprig und der Geschmack herrlich Sauerteig-artig. Ein sehr schönes Alltagsbrot, das ich sicherlich öfter machen werde.

Als nächstes stehen aber Altbier-Röggelchen (für den Düsseldorfer im Haushalt, den bEdW!) und ein einfaches Vollkornbrot, das sich gut aufheben lässt, auf dem Zettel.

Ich freue mich auf das Brotback-Jahr 2013!

Außerdem bin ich Läufer geworden. Von gehechelten 2 min laufen-2 min gehen-Intervallen mit dem dringenden Bedürfnis nach einem Sauerstoffzelt bis zum Halbmarathon mit leichter Liebäugelei Richtung Marathon. Friss das, Schweinehund!

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Auch heute geht es ausnahmsweise hier mal nicht um’s Essen, sondern um eine sehr coole Blogger-Aktion. Seht es mir bitte nach. Das Kochen kommt aktuell leider zu kurz. Immerhin geht es weiter unten um ein Kochbuch!

Am 23. April feiern Bücher-Fans den Welttag des Buches und den Geburtstag von William Shakespeare. Obwohl – eigentlich ist der Tag uns gar nicht bekannt. Am 26.4. gibt es zwar einen Taufeintrag im Register der Kirche in Stratford-upon-Avon. Aber wie alt klein Willy da schon war, wissen wir nicht. Gestorben isser jedenfalls auch an einem 23.4. Wie praktisch für die Jahrestag-Organisatoren!

Blogger

Wirklich viel wissen Literaturwissenschaftler und Historiker ja immer noch nicht über Big Will. Konnte ein junger Kerl aus verhältnismäßig einfachen Verhältnissen, der lediglich die örtliche Lateinschule besucht hatte, tatsächlich diese Menge an Stücken und Sonetten geschrieben haben – inklusive all der Anspielungen auf griechische und römische Mythologie, mit all den Kenntnissen des höfischen Lebens, all den Sprachspielen auf englisch, französisch, italienisch und Latein?

Oder hat vielleicht doch Christopher Marlowe, der seinerzeit viel bekanntere und berühmtere Stückeschreiber, unter dem Pseudonym Shakespeare weitergedichtet, nachdem er schleunigst außer Landes musste? War die hoch gebildete Queen Elizabeth I. Autorin der zahlreichen Stücke und Sonette und durfte sich als Regentin nicht zu erkennen geben? Steckt vielleicht sogar ein ganzes Autorenkollektiv aus Tudor-Familienmitgliedern, Globe-Regisseuren und sonstigen Schreibern hinter dem Namen Shakespeare? (Als wäre jeder Londoner im späten 16. Jahrhundert mal eben dazu befähigt gewesen, einen “Othello” oder “Romeo & Julia” zu schreiben…)

Als bekennender Fan von Verschwörungstheorien gefallen mir diese Stories rund um Shakespeare, die in regelmäßigen Abständen aufpoppen und ebenso schnell wieder verschwinden, jedenfalls sehr. Als Literaturwissenschaftler muss ich eher drüber lachen. Aber interessieren würde mich ja schon, wer… Ach, egal!

Freuen wir uns einfach über den Reichtum, den Wer-auch-immer uns hinterlassen hat! Sehr sehenswert beispielsweise die 2004er Verfilmung vom “Kaufmann von Venedig” mit Al Pacino als Shylock und Jeremy Irons als Antonio.

Und unvergessen natürlich für alle, die 1989 Teenager waren (ist das schon so lange her??), der Monolog des Puck im Film “Club der toten Dichter”. Hach! Millionen von Teenie-Mädchen haben den Film zum Anlass genommen “Ein Sommernachtstraum” zu lesen.

Hmmm… Kommt es mir nur so vor, oder bin ich ein bisschen vom Thema abgekommen?

Also: Welttag des Buches am 23.4.! Merkt Euch das Datum. Denn an diesem Tag verlosen hunderte von Bloggern ihre Lieblingsbücher – aus allen Kategorien, die Ihr Euch denken könnt. Von Gothic Novel über Kochbücher bis Fachliteratur ist alles dabei. Ist das nicht toll?

Wir schenken unseren Lesern Lesefreude!

Ihr müsst einfach nur am 23. April in den mitmachenden Blogs einen Kommentar hinterlassen. Und schon habt Ihr Gewinnchancen. Oder habt Ihr selber einen Blog und wollt auch Lesefreude schenken? Dann schaut doch mal rein auf der Facebook-Fanpage. Hier werden auch immer wieder die Blogger und Verlage bekannt gegeben, die sich an der Aktion beteiligen.

Ich verlose übrigens eines meiner Lieblingskochbücher – freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Verlag Gräfe & Unzer:

Indien

Mehr zum Buch erzähle ich Euch am 23. April in diesem Blog. Schaut doch mal rein!

Ich freue mich drauf und überlege mal, welches Shakespeare-Stück ich mir mal wieder auf den Nachttisch lege… (Was ich aktuell lese, seht Ihr nämlich rechts auf der Sidebar unter der Überschrift “Auf dem Nachttisch”.)

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