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Archive for the ‘Kochbuch’ Category

Die erste Fußball-WM, an die ich mich erinnern kann, war die in Spanien 1982. Seitdem bin ich infiziert. Die WM 1982: Das war die WM, bei der die Italiener in der Vorrunde zwar kein Spiel gewannen, aber später gegen Deutschland Weltmeister wurden. Ein Erfolg, den die Mannschaft erst 2006 wiederholen konnte. Das war die WM, bei der ein genialer kleiner Franzose namens Michel Platini Furore machte. Heute ist er umstrittener FIFA-Funktionär. Die WM, bei der Hitzkopf und Publikumsliebling Toni Schumacher zwar genial den Kasten verteidigte, aber leider auch ein grauenvolles Foul an dem Franzosen Battiston verübte. Sein Buch “Anpfiff” sorgte später noch für Aufruhr beim DFB. Die WM, bei der ein junger Franke names Lothar Matthäus und ein O-beiniger Berliner namens Pierre Littbarski ihr WM-Debüt gaben. Beide sollten 1990 in Italien Weltmeister werden. (Übrigens: Auch Diego Maradona gab 1982 sein WM-Debüt für Argentinien. Was für eine Generation!)

Was 1982 undenkbar war, war eine WM-Teilnahme der USA. Die konnten Football, Baseball, Basketball – aber Fußball?

Doch seit der WM in den USA 1994 zählen die Jungs feste zum Repertoire des Turniers. Erst recht, seit “unser” Jürgen Klinsmann (ebenfalls Weltmeister 1990 und Sommermärchen-Verursacher 2006) Trainer der US-Mannschaft ist.

Ein großes Glück für uns. Weniger fußballerisch als kulinarisch. Denn so kann ich einen USA-Beitrag für Peters WM-Event “Kick aus fernen Töpfen” posten! (Die Zusammenfassung findet “ongoing” statt und kann bereits jetzt hier eingesehen werden!)

Ich hätte natürlich Burger, Hot Dog oder Cream-Cheese-Bagels machen können. Aber, ätsch!, hab ich nicht!

Stattdessen gibt es eine hawaiianische ‘Ahi-Pasta. Oder: Spaghetti mit Thunfisch, Zitrone, Basilikum und getrockneten Tomaten.

Processed with Rookie

Zutaten für 2 Personen als Hauptgericht:

200 gr Thunfischfilet

6 getrocknete Tomaten, fein gehackt

4 EL Basilikum, fein gehackt

4 EL Petersilie, fein gehackt

4 Frühlingszwiebeln, fein gehackt

1 EL Zitronenzesten

Saft einer halben Zitrone

1 Knoblauchzehe, gequetscht

1/2 TL Chiliflocken

Salz

Pfeffer

eine Prise Zucker

250 gr Spaghetti (oder Linguine, Capellini…)

Zubehör: Pastatopf, Sieb, große Pfanne

Zubereitungszeit: 30 min

So geht’s:

Pastateller bei ca 50 Grad im Backofen vorwärmen.

Thunfisch in etwa 1 cm große Würfel schneiden. Alle Zutaten zu einer Marinade verrühren und den Thunfisch darin marinieren.

Währendessen Nudelwasser aufsetzen, zum Kochen bringen und die Pasta garen. Kurz, bevor die Nudeln gut sind, die Pfanne auf höchste Stufe stellen und den Fisch samt Marinade sehr kurz darin anbraten. Der Thunfisch sollte außen gar, innen aber noch roh sein.

Nudeln abschütten, in die Pfanne geben und der Fisch-Sauce vermischen. Anrichten und sofort servieren.

Pasta auf Hawaii?

Jawoll! Das Rezept stammt nämlich aus einem kleinen feinen Kochbuch, das mir meine liebe Kollegin O. aus Hawaii mitgebracht hat.

Hawaii

‘Ahi heißt Thunfisch und ist eine häufig verwendete Delikatesse auf Hawaii – sagt O., die von der Küche der Insel schwärmt.

Ich sollte mir das mal genauer vor Ort anschauen. Oder braucht Ihr außer diesem Foto von O. noch Argumente? (O. versichert, es gibt sogar Bier auf Hawaii!)

Hawaii

 

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Belegte Brote sind mein Ding! Deshalb habe ich Euch auch das Buch “100 Butterbrote” hier ausführlich vorgestellt.

Wie versprochen wollte ich auch noch eines der Brotback-Rezepte ausprobieren, um zu testen, ob das Buch hält, was es verspricht. Denn die Rezepte klingen extrem einfach – ohne Brühstück, kalte Teigführung, Stockgare oder sonstige Fachbegriffe, die mich als Backlegastheniker immer eher verwirren als ermutigen.

Voila, das Sandwichtoastbrot:

Sandwichtoast_aufgeschnitten

Ich habe am Rezept lediglich das Verhältnis von Zucker zu Salz etwas geändert, da ich mein Toast nicht so süßlich mag. Aber ansonsten habe ich mich zum korrekten Ausprobieren natürlich genau an das Rezept gehalten. (Original in Klammern in kursiv)

Für eine herkömmliche 26-cm-Kastenform benötigt Ihr folgende Zutaten:

125 ml lauwarmes Wasser

125 ml lauwarme Milch

1 Päckchen Trockenhefe

480 gr Weizenmehl

1 TL Zucker (2 EL)

1 EL Salz (1 TL)

55 gr weiche Butter

1/2 Messerspitze Backpulver (nicht im Original)

etwas Butter zum Fetten der Form

etwas Mehl zum Arbeiten

Zubehör: 26 cm Kastenform, Teigschüssel, Geschirrtuch

Zubereitungszeit: 30 min reine Zubereitung, 2 x 60 min zum Gehen, 35 min backen

So geht’s:

Wasser und Milch mischen und – falls die Milch aus dem Kühlschrank kommt – kurz auf lauwarme Temperatur erwärmen. Die Trockenhefe darin auflösen und quellen lassen.

Mehl mit dem Backpulver vermischen, in die Schüssel geben und eine kleine Mulde hineindrücken. Nun das Wasser-Mehl-Hefe-Gemisch in die Mitte geben und mit der Hand vom Rand weg immer etwas Mehl darunter kneten. Währendessen die Butter hinzugeben, salzen und zuckern. Sämtliche Zutaten so lange verkneten, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist und dann den Teig noch mal auf der leicht gemehlten Arbeitsplatte für einige Minuten kneten, um Luft an den Teig zu bringen.

Nun die Schüssel leicht mehlen, den Teig hineinsetzen und mit einem Geschirrtuch bedecken. Am besten im Backofen bei angeschaltetem Licht (ohne Temperatur!) eine Stunde gehen lassen.

Dann kurz zusammenschlagen, etwas kneten. Die Backform fetten und den Teig hineingeben. Teig so verteilen, dass er gleichmäßig in der Form sitzt.

Noch mal zudecken und eine weitere Stunde gehen lassen. Jetzt allerdings an einem anderen, nicht zugigen Ort, denn gegen ende der Gehzeit muss der Backofen auf 180 Grad vorgeheizt werden.

Das Brot nun bei 180 Grad etwa 35 Minuten backen. Gegen Ende kann noch mal die Grillfunktion zugeschaltet werden, falls das Brot nicht von selbst schon eine leichte Bräune hat wie dieses hier:

Sandwichtoast

Mein Fazit: Das Rezept ist übersichtlich und leicht nachbackbar. Einen Hinweis auf die Größe der Kastenform hätte ich mir gewünscht. Das gehört eigentlich dazu beim Backen. Oder bin nur ich da so unerfahren? Meine Messerspitze Backpulver wäre vermutlich nicht nötig gewesen, da der Teig sehr gut aufging und das Brot schön fluffig war.

Allerdings sieht es nicht aus wie industrielles Toastbrot, sondern eher wie ein Hefekuchen. Deshalb kann man – oder konnte ich bei meinem Brot! – auch keine dünnen Scheiben schneiden, weil die zerbröselt wären. (Etwas Olivenöl wie bei diesem Focaccia-Rezept hätte dem Teig vermutlich gut getan). Aber das tat dem wirklich guten Geschmack keinen Abbruch. Und haltbar war das Brot auch mehrere Tage (in ein Handtuch gewickelt und auf den Anschnitt gestellt).

Was mich allerdings nervt, ist, dass im Buch ziemlich eindeutig industrielles Toastbrot bei den Sandwich-Rezepten und auch beim Brot-Rezept selbst fotografiert wurde (Ihr erkennt das an den Rillen auf der Oberseite und der Form mit den “Öhrchen” an den Seiten!). Hatte hier die Autorin kein Vertrauen in ihre eigenen Rezepte? Oder keine Lust zum Backen? Jedenfalls war ich schon etwas sauer verwirrt, dass das Toastbrot nicht wirklich ein weiches Sandwichbrot ergeben hat, wie man es aus dem Supermarktregal kennt. Die Fotos suggerierten hier jedenfalls etwas anderes…

Trotzdem werde ich noch ein weiteres Brot aus dem Buch ausprobieren, da das Rezept insgesamt funktioniert hat und auch für Anfänger geeignet war.

 

 

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Deja vu, anyone? Klar! Das Buch “Früchte: süß – saftig – köstlich” gab’s bei mir zum Welttag des Buches bei der Aktion “Blogger schenken Lesefreude” zu gewinnen.

9783440131329

Ich fand es so schade, das Buch aus der Hand geben zu müssen, obwohl ich mich sehr für Rosa Luftballon gefreut habe. Ausgerechnet jetzt, wo die ersten süßen heimischen Früchte auf dem Markt erhältlich sind. Wie sehr hab ich mich also gefreut, als mir der Kosmos-Verlag doch noch ein eigenes Exemplar zur Verfügung gestellt hat!

Verlagsinfos zum Buch findet Ihr hier.

Die Idee: Vom Rhabarber im Mai bis zu den späten Quitten im Oktober können wir in den warmen Monaten so viele saftig-süßes, säuerliches und vielfältiges Obst ernten. Irgendwann ist aber der einhundertste Obstkuchen gebacken und der Rumtopf angesetzt. Was dann tun mit der Ernteschwemme aus dem Garten? Wie den Sommer einfangen, um auch im Herbst und Winter in den Genuss heimischer Früchte zu kommen?

Die Umsetzung: “Früchte” liefert viele neue raffinierte Rezepte zum Sofortgenießen und zahlreiche Anregungen fürs Einkochen, Einwecken, Haltbarmachen: vom Apfel-Kürbis-Chutney über süßes Risotto bis Fischpasteten mit Johannisbeerdip. Wie immer in der Kosmos-Kochbuch-Reihe, aus der ich Euch schon einiges vorstellen konnte, werden die Rezepte durch Tipps (“Was wirklich wichtig ist!”) ergänzt, die Zubereitungsmethoden erklären und noch mal genau unter die Lupe nehmen. Da wird etwa erklärt, wie man Garnelen entdarmt oder Einmachgläser sterilisiert. Zudem gibt es einen Saisonkalender, der auf einen Blick zeigt, wann welche Früchte geerntet werden. Eine schöne Idee, um noch mal ins Gedächtnis zu rufen, dass nicht immer alles gleichzeitig zur Verfügung sein muss. Konsequenterweise ist dann auch der Rezeptindex nach Früchten sortiert, sowie nach Fleisch, Fisch & Meeresfrüchten, Gebäck, Getränken, Gefrorenes. So findet man “sein” Gericht schnell wieder.

Was gibt’s für’s Geld? Wie immer in dieser Reihe kostet auch der Band “Früchte” 14,95 €. Der halbfeste Umschlag ist abwaschbar (super für klebriges Früchtekochen!), sorgt aber leider auch dafür, dass das Buch nicht aufgeklappt liegen bleibt (nervig!). Gleichzeitig ist es aber so leicht, dass es noch in die Einkaufstasche passt. Nicht alle Rezepte werden mit Foto abgebildet. Dafür gibt es aber Pannenhilfen, Variations-Vorschläge und ausführliche Anleitungen.

Die Rezepte: Ich bin ja nicht sooooo die Süße. Deshalb hätte ich mir ein paar mehr herzhafte Gerichte gewünscht. So kann man beispiele Tartes wunderbar mit Früchten und Käse kombinieren. Auch zum Leberwurstbrot schmecken Relishes. Aber die Chutneys versöhnen mich natürlich sofort. Und richtig freuen tu ich mich auf die “getrockneten Erdbeeren”. Dazu warte ich noch ein bisschen, damit die Erdbeeren richtig aromatisch sind. Das Rezept werde ich dann verbloggen. Versprochen! Und im Spätsommer gibt’s dann “Schokoladenkuchen mit Kirschen”. OMG!

Meine Empfehlung: Wir stehen in den Startlöchern zum Sommer. Bald kommen zu Erdbeeren und Rhabarber noch Kirschen, Johannisbeeren, Stachelbeeren, später dann Pflaumen oder Quitten. Wer einen eigenen Garten hat und irgendwann keine Marmelade mehr einkochen möchte oder wer auf dem Markt in den Kaufflash verfällt, aber dann nicht weiß, was er mit Früchten anfangen soll, der ist hier richtig. Viele neue Ideen (“Kirsch-Bier-Tiramisu”, “Beerengelee mit grünem Pfeffer”, “Birnen-Gurken-Chutney”!) machen Lust aufs Ausprobieren. “Früchte” ist kein Basis-Einweck-Buch, sondern gibt Anregungen für Neues.

“Früchte” ist mein 4. Beitrag zur Themenwoche “Jeden Tag ein Buch”:

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Weil das leider nötig ist, hier noch ein Hinweis in eigener Sache: Das oben beschrieben Kochbuch wurde mir als Rezensionsexemplar unentgeltlich und ohne Bedingungen zur Verfügung gestellt. Die dargestellte Meinung ist meine eigene und dient ausschließlich der Information meiner Leser. Ich verfolge mit der Rezension keinerlei finanzielle Interessen und nehme auch an keinen Affiliate-Programmen teil.

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Als ob jemand, der unter dem Namen “German Abendbrot” bloggt, noch irgendwie an sich halten könnte bei einem Kochbuch mit diesem Titel:

“100 Butterbrote” von Elke Scherping und Wolfen Schulz (Verlag Droste, 19,50€)

 

Ich war jedenfalls gleich Feuer und Flamme, als ich die Ankündigung zur Buchvorstellung in meinem Lieblingsbuchladen Schulz & Schultz in Düsseldorf gesehen habe.

Da der Weg von Wiesbaden leider doch etwas zu weit weg ist, um einfach mal für ein paar Bütterken an die Lieblingsstadt am Rhein zu fahren, durfte ich das Buch einfach selbst ausprobieren!

Die Idee: Es geht explizit nicht um BrotAUFSTRICHE, sondern um das Belegen von verschiedenen Broten. Dabei werden die Rezepte unterteilt in Sauerteigbrot, Vollkornbort, Baguette, französisches Landbrot, Mischbrot, Dinkelbrot, Sandwichbrot und Butterstuten. Zu jeder dieser Sorten gibt es ein Brotbackrezept und seitenweise Ideen zum abwechslungsreichen Belegen. Zum Abschluss reicht die Autorin noch eine kleine Warenkunde nach sowie Einkaufsadressen.

Die Umsetzung: Wer Anregungen braucht, um sich die Stulle zum Lunch, für die Große Pause oder das nächste Picknick mal raffiniert abzuwandeln, der ist hier genau richtig. Süßes, Herzhaftes, gewagte und bewährte Belage wechseln sich ab. Dabei liegt der Schwerpunkt klar auf gut erhältlichen, frischen Zutaten; Exotisches findet man eher nicht. Die Fotos von Werbefotograf Wolfgang Schulz sind aufgeräumt und ansprechend. Trotz der ein oder anderen Küchenkordel und ein paar malerisch verstreuten Kräutern steht das Butterbrot im Vordergrund. Es gibt dankenswerterweise keine Kinderpatschehände, keine bemehlten Frauenwangen im Weichzeichner oder glückliche Landlust-Familien am Mittagstisch. DANKE! Stattdessen übersichtliche Zutatenangaben, leicht verständliche Zubereitungshinweise, hübsches Foto. That’s it. So mag ich Kochbücher!

Was gibt’s für’s Geld? Rezepte auf über 150 Seiten. Anregungen zum Brotbacken, Einkaufsführer, Warenkunde, appetitliche Fotos. Das klingt erstmal gut. Auch die Rezepte sind vielseitig: Von Marmelade, Obst und süßen Aufstrichen bis Fisch, Meeresfrüchte und Braten. Vegetarier dürften ihre helle Freude haben, da der Großteil der Rezepte ohne Fleisch oder Fisch auskommt. Auch kann die Autorin ihre rheinländische Herkunft nicht verleugnen: Häufig finden sich Kombinationen von herzhaft und süß wie etwa “Leberwurst und Pflaumenmus”, “Senfspinatblätter auf Erdnussbutter” oder “Schinkenwurst mit Apfel” und “Trüffelpate mit Kiwi auf Butterstuten mit Rosinen”. Das macht zumindest Lust aufs Ausprobieren. Andere Varianten wie “Lachs mit Frischkäse” oder “Schnittlauchbutter” sind so banal, dass man als Butterbrot-Fan kaum glauben mag, dass Leser dafür Rezepte benötigen.

Einige Kombinationen sind aber tatsächlich genial einfach und trotzdem mit einem eigenen Kick. Wie etwa das Brot mit Ziegenfrischkäse, Sauerampfer, Tomate und hartgekochtem Ei:

butterbrot

Das ist frisch, herzhaft und macht richtig satt. Klasse!

Kritikpunkt: Was mich wirklich überrascht, ist das Fehlen von Anleitungen für zahlreiche Aufstriche. Klar, “100 Butterbrote” heißt ja nicht “100 Brotaufstriche”. Aber wenn als Belag Enten-Orangen-Sülze, Gänse-Rillette, Aprikosen-Chutney, Oliventapenade oder Hummus empfohlen werden, stellt sich die Frage, wo ich das herbekomme. Ich zumindest laufe nicht permanent Enten-Orangen-Sülze über den Weg. Und ein Chutney, eine Tapenade oder Hummus könnte ich sogar schnell selbst zubereiten. Hier wäre im Buch gerade durch das aufgeräumte Layout durchaus noch Platz für ein kleines Kästchen gewesen mit Verweis auf Bezugsquellen oder Zubereitung.

Außerdem ist die kleine Warenkunde im hinteren Teil für Hobbyköche eigentlich eher unfreiwillig komisch. So wird tatsächlich erklärt, was Honig ist. Zum Thema Pilze erfahren wir etwas zu Champignons, Steinpilzen und Pfifferlingen. Was ist mit Kräuterseitlingen, Morcheln, Austernpilzen… Bei Fischen geht es um Hering, Lachs, Makrele und Thunfisch. Warum werden Sardellen nicht erwähnt, die im Buch sogar vorkommen? Und wie kam es bei den Apfelsorten wohl zur Auswahl Gala, Jonagold, Boskoop, Berlepsch und Braeburn? Was ist mit Granny Smith oder der immer beliebter werdenden Pink Lady?

Als angeheiratete Düsseldorferin bin ich zudem natürlich begeistert, wenn bei den Bezugsquellen rund 25 Düsseldorfer Bäckereien gelistet werden (da ist das Umland noch gar nicht mitgezählt!). Im dreimal so großen München soll es aber nur 7 empfehlenswerte Bäcker geben? Und im etwa gleichgroßen Frankfurt 3? Das wirkt willkürlich und nicht sehr überzeugend. Aber Bezugsquellen in Kochbüchern (wenn es nicht Spezialgeschäfte oder Onlineshops sind) finde ich eh immer ziemlich überflüssig, so dass ich die Düsseldorf-lastige Liste hier nicht als negativ werten mag.

Leider merkt der Hobbykoch und Kochbuchkenner, dass die Autorin keine versierte Köchin ist, sondern eher “Anwenderin”. Ich höre förmlich, wie die erfahrene Werbe-Frau ihre Idee für ein Butterbrot-Buch dem Verlag schmackhaft macht und als “trendy” verkauft. Da wundert auch nicht der Untertitel “Kreative Rezepte – Herzhaft, Vegetarisch oder Einfach Süß”. Ganz bis zu Ende gedacht hat man das Konzept aber leider nicht.

Meine Empfehlung: Wer ein haptisch schönes und wunderbar fotografiertes “Koch”buch sucht, das einfach Lust zum Blättern macht, der liegt mit “100 Butterbrote” richtig. Außerdem bekommt hier jeder für jeden Geschmack viele Anregungen, eine Vielzahl an Rezepten und gute Ideen für den Dauerbrenner Butterbrot. Gerade wer täglich die Brotdose füllen muss, freut sich über die kreativen Kombinationen und aufgepeppten Klassiker. Für den Preis von unter 20 Euro ist das Buch zudem qualitativ hochwertig hergestellt und macht auch als Geschenk etwas her – etwa für Eltern von Schulkindern, zum Start der Fahrradtour- oder Biergatensaison, als Mitbringsel zum Einzug in die erste eigene Wohnung… Ich als passionierte Brotesserin werde noch häufig ins Buch gucken. Einfach auch, weil es so schön ist! Für Chutneys, Relishes & Co. habe ich aber glücklicherweise andere Quellen.

Voila, mein 2. Beitrag zur Themenwoche “Jeden Tag ein Buch”:

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Mir kommt es vor wie eine Ewigkeit: Anfang März saßen wir bei blauem Himmel und wohltuender Wärme unterm Sonnenschirm auf der Terrasse unseres wunderschönen Bed & Breakfast in Kapstadt am Fuße des Tafelsbergs und haben nach einem langen Nachtflug gefrühstückt.

Wir waren übermüdet, kribbelig und voller Vorfreude. Vor allem aber auch hungrig und neugierig auf unseren ersten Südafrika-Urlaub. Das frische Obst, Joghurt und natürlich das hausgemachte Banana Bread haben jedenfalls alle Lebensgeister geweckt, um schnell schnell auf große Entdeckungstour zu Fuß zu gehen: Kloof Street, The Gardens, Waterfront…

Als wir dann gegen Ende unseres Urlaubs in Stellenbosch in einer hübschen, kleinen Buchhandlung nach dem Weg fragten, fiel mir auch gleich ein Kochbuch ins Auge, in dem ich glücklicherweise ein einfaches Rezept für Banana Bread gefunden habe:

Life_Cape_Farm

Life on a Cape Farm. Country Cooking at its best” von Lesley ound Louise Gillet ist ein ansprechend fotografiertes Kochbuch ohne Schnickschnack mit zahlreichen traditionellen Rezepten aus der Farmküche. Die Rezepte sind stark europäisch geprägt, berücksichtigen aber auch lokale Produkte und Einflüsse aus Asien und Afrika. Das Buch ist gegliedert in die unterschiedlichen Mahlzeiten: Brunch, Tea-Time, Snacks, Familienfeste, Dinners sowie Kekse, Brote und Marmeladen und schlussendlich Basics, Einkaufstips, ein Glossar und – sehr hilfreich! – die Umrechnungstabelle ins metrische System.

Die Rezepte sind schlicht aber gut verständlich beschrieben; meist kommt man mit wenigen Zutaten aus.

Also ran ans Banana Bread!

Banana_Bread

Was in Südafrika “Bread”, also “Brot”, heißt, ist in Wirklichkeit ein süßer, saftiger BananenKUCHEN. Sehr süß, sehr gehaltvoll und seeeeehr köstlich! So eine Scheibe zum Frühstück und Ihr habt erstmal eine gute Grundlage für Stadterkundigungen oder die Gartenarbeit :)

Das Rezept für eine Kuchenkastenform (ca. 30 cm) habe ich ganz leicht angepasst. (Originalangaben in Klammern).

120 gr weiche Butter + etwas Butter zum Einfetten der Form

210 gr Muscovado-Zucker (225 gr weißer Zucker)

3 sehr reife Bananen

2 Eier (M)

240 gr Weizenmehl (gesiebt)

Prise Salz

1 TL Natron

60 ml Wasser (65 ml im Original)

7 ml  Backpulver (entspricht etwa einem gehäuften TL)

Zubehör: Kastenform (30 cm), Handmixer oder Küchenmaschine, große Teigschüssel

Zubereitungszeit: 20 min plus mind. 50 min Backzeit

So geht’s: Form mit Butter gut einfetten. Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Bananen pürieren oder mit einer Gabel sehr gut zerquetschen. Kleine Stücke sind ok, die Masse sollte aber breiig sein. Butter und Zucker mit dem Handmixer gut verquirlen, bis die Masse fluffig ist. Bananenmasse hinzugeben und gut untermischen. Eier nacheinander hinzugeben und gut vermixen. Mehl und Salz unterrühren. Natron im Wasser auflösen und zum Teig geben, verquirlen. Zuletzt das Backpulver noch mit der Masse vermischen.

Nun den Teig gleichmäßig in die Form geben und auf der mittleren Schiene in den Ofen schieben. Statt der angegebenen 45 min braucht mein Banana Bread immer mindestens 50 min oder sogar etwas mehr. Die Holzstäbchen-Probe hilft hier: Nach der Backzeit mit einem Holzspießchen in die Mitte des Kuchens stecken. Bleibt Teig daran hängen, die Backzeit noch etwas verlängern. Aber Achtung: Das Banana Bread ist sehr saftig. Etwas feucht ist das Stäbchen also immer!

Jetzt die Kastenform aus dem Ofen nehmen und gut abkühlen lassen. Eventuell mit einem schmalen Messer am Rand entlangfahren und das Brot von der Form lösen. Dann vorsichtig aus der Form stürzen. Auch hier bitte Vorsicht: Das Banana Bread ist so saftig und fluffig, dass es schnell auseinanderbricht!

Am besten schmeckt unser Kuchen Brot natürlich lauwarm und zu einem kalten Glas Milch oder einer Tasse Tee. Aber auch zwei oder drei Tage später ist es noch saftig und bananig.

Für uns ist es jedenfalls eine herrliche Erinnerung an einen wunderschönen Urlaub, von dem Ihr noch mehr zu lesen bekommen werdet :)

 

 

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Am 23.4. feiert der GRÖSSTE seinen 450. Geburtstag. Beziehungsweise: Wir feiern ihn, den GRÖSSTEN Theaterautoren aller Zeiten. Den heute noch meistgespielten, durch alle Jahrhunderte hinweg aktuell gebliebenen, menschenkennenden William Shakespeare.

Happy Birthday, Willi!

Ihm zu Ehren feiern wir am 23.4. den Welttag des Buches und in diesem Jahr schon zum zweiten Mal die Aktion “Blogger schenken Lesefreude“:

BSLFUnd weil ich nicht nur Blogger, sondern FOOD-Blogger bin, gibt’s 2014 wieder ein Kochbuch bei mir zu gewinnen. Eines, das uns auf die kommenden Freuden des Sommers einstimmen soll: Früchte: süß – saftig – köstlich” von Rose Marie Donhauser, erschienen im Kosmos-Verlag.

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(Achtung, wer “nur” am Buchgewinn interessiert ist, muss jetzt entweder ein bisschen was lesen oder runterscrollen!)

Bevor’s hier ums Kochen und Einmachen und Genießen geht, muss ich schnell noch mal dem GRÖSSTEN huldigen. Auf geht’s, Ihr habt’s gleich geschafft!

Als Literaturwissenschaftler maßt man sich ja gerne eine gewisse Arroganz an (“Goethe? Völlig überschätzt!”). Aber vor Shakespeare beuge ich mein Knie, mein Haupt, bin demütig und dankbar, dass ER uns in seinen Stücken den Spiegel vorhält, den Zeigefinger hebt, uns zuzwinkert, tadelnd mit der Zunge schnalzt, herzhaft über uns lacht, an uns verzweifelt, sich vor die hohe Stirn schlägt, sich mit Grausen abwendet, den Finger in die Wunde legt und trotzdem immer noch an uns – und sich – glaubt.

Und so lässt er seinen Prospero in “Der Sturm” sagen:

“Wir sind aus solchem Stoff wie Träume sind, uns unser kleines Leben ist von einem Schlaf umringt.”

Wie tröstlich. Ja, wir sind klein, nichtswürdig und nur Sand im Getriebe der Welt. Aber ohne uns, unsere Liebeswirren, unsere Machtgeilheit, unsere Selbstzweifel, unsere Lust am Intrigieren und Ränkeschmieden wär’s ja auch irgendwie langweilig.

Oder wie heißt es in “Wie es Euch gefällt”:

“Die ganze Welt ist eine Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler.”

Keiner hat die ganze Dramatik und Lächerlichkeit der Spezies Mensch besser erfasst als Shakespeare. Keiner hat wohlwollender auf uns in all unserer Deppenhaftigkeit geblickt, ohne uns zu verurteilen – eher interessiert wie ein Forscher Insekten unter dem Mikroskop beobachtet. Und gleichzeitig ist er einer von uns, leidet mit und an uns und hat uns so nebenbei mal die schönsten Liebesverse geschenkt:

Denn steinerne Grenzen können Liebe nicht fernhalten, und was Liebe kann, das wagt Liebe zu versuchen. (“Romeo und Julia”)

Mitten ins Herz getroffen, zu Tränen gerührt, zum Lachen und zum Nachdenken gebracht hat mich der alte Knabe schon häufig. (Im letzten Jahr habe ich dazu schon Einiges geschrieben. Da war mein Favorit gerade “Der Kaufmann aus Venedig”. Das wechselt immer mal…)  Zuletzt ins Mark getroffen hat Big Wills mich aber, als ich im großartigen Shakespeare-Spezial in der ZEIT  über ein Zitat aus “Macbeth” gestolpert bin:

“Aus! Kleines Licht! / Leben ist nur ein wandelnd Schattenbild: / Ein armer Komödiant, der spreizt und knirscht / Sein Stündchen auf der Bühn’ und dann nicht mehr / Vernommen wird. Ein Märchen ist’s, erzählt / Von einem Dummkopf, voller Klang und Wut, / Das nichts bedeutet.”

Wer hier regelmäßig mitliest, kann sich vielleicht vorstellen, dass nach dem Arschlochjahr 2013 diese Verse so Einiges ausgelöst haben.

Dazu dann noch das herrliche Foto von Marion heute auf Facebook (Danke, dass ich’s verwenden darf), das mich an einen herrlichen Morgenlauf am Sonntagfrüh bei Kirchenläuten und Frühlingsduft erinnerte, und an all unsere Vergänglichkeit:

Pusteblume

Und deshalb, liebe Freunde des guten Buchs und des guten Essens, genießt das Leben in vollen Zügen! Genießt es in jeder Minute, so gut Ihr könnt. Auch und gerade, wenn Euch zum Heulen zumute ist. Freut Euch daran, dass Ihr da seid. Dass es dieses bescheuerte, verrückte, manchmal anstrengende große Geschenk gibt, das sich Leben nennt. Sagt Eurem/Eurer Liebsten ruhig auch 1000 Mal am Tag, dass Ihr sie/ihn liebt. Gebt Euch schmatzende, feuchte Küsse, gießt Euch den besten Wein ein und dreht die Musik auf. Wer weiß, wann die nächste Gelegenheit dazu kommt?

Und weil das hier kein Philosophie- sondern ein Foodblog ist, schwenke ich jetzt zum herrlichen Kochbuch, das Ihr gewinnen könnt: Feiert das Leben und stopft Euch so viele, gute, rote, gelbe, grüne süße Früchte in den Magen, wie’s nur geht. Denkt an Sonne und Wind auf Eurer Haut, wenn Ihr im Sommer in frische süße Früchte beißt. Konserviert einige davon im Glas, verbackt sie in köstlichen Kuchen, fertigt verführerische Dessert, aber vergesst nicht, eine Hand voll – mindestens! – einfach so, noch am Marktstand oder unterm Baum, am Busch direkt in den Mund zu stopfen, bis Euch der Saft am Kinn entlang läuft und Ihr Schluckauf vom vielen Fruchtsaft bekommt!

UND JETZT GEHT’S – ENDLICH!! – ZUR VERLOSUNG:

- Mitmachen kann jeder, unabhängig davon, ob er/sie einen Blog betreibt oder nicht. Minderjährige benötigen das Einverständnis ihrer Eltern.

- Ein Exemplar des Kochbuchs “Früchte” aus dem Kosmos-Verlag wird verlost und per Post an den/die GewinnerIn per Post verschickt. Die Auslosung erfolgt am 1. Mai 2014. Der Versand findet bis zum 15. Mai 2014 statt, falls nicht anders vereinbart.

- Um in den Lostopf zu springen, hinterlasst mir bis zum 30. April 2014, 23.59 Uhr, unter diesem Beitrag einen Kommentar.

- Beantwortet mir im Kommentar folgende Frage: Wie isst Du Sommerfrüchte am liebsten? Gerne kannst Du auch einen Link zu einem Rezept posten.  Und alternativ hüpft auch in den Lostopf, wer mir sein/ihr liebstes Shakespeare-Zitat verrät!

- Als Owner und Moderator dieses Blogs behalte ich mir vor, sexistische, rassistische oder sonstwie beleidigende oder unpassende Kommentare nicht zur Veröffentlichung freizugeben.

- Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der/die GewinnerIn wird am 1.5.2014 per Los ermittelt und anschließend per Email benachrichtigt. Glücksfee ist der unbestechliche bEdW!

- Hinterlasst also bitte Eure Email-Adresse!! Diese wird ausschließlich zum Zwecke der Auslosung verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.

- Wie auch im letzten Jahr bedingt sich die Glücksfee aus, auch solche Antworten zuzulassen, die auf folgende Frage antworten: “Aber warum heißt es nicht Froderick Fronkenstein?” Wer also darauf eine Antwort weiß, wandert auch in den Lostopf (*insert Mega-Eyeroll here*)

- Viel Glück!

Herzlichen Dank an den Kosmos-Verlag, der mit das Buch zur Verlosung zur Verfügung gestellt hat. Wer bei der Verlosung kein Glück hatte, kann das Buch für 14,95€ im Buchhandel erwerben. Mehr Infos auch direkt auf der Website des Verlags.

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Wenn der Körper unser Tempel ist, ist Heston Blumenthal Gott und wohnt auf dem Pantheon des Genusses.

Wie großartig ich Blumenthal finde, habe ich hier schon einmal ausführlich beschrieben, als ich sein Buch “Heston at home” besprochen habe. Der Observer schreibt: “What fun it is to follow in this gastro-wizard’s footsteps“. Und genau das ist er: Ein Zauberer, ein Magier, der auch bei Rezepten für die “normale” Küche immer wieder seine Genialität durchblitzen lässt.

Obwohl mit 3 Michelin-Sternen ausgezeichnet, ist es ihm nicht zu banal, uns das perfekte Frühstücksei beizubringen.

Oder etwas so Simples wie eine gebratene Lammkeule. Aber die eben mti einem speziellen Kick, der etwas so Köstliches wie eine Lammkeule eben NOCH köstlicher macht, blumenthaltastisch eben.

Lammkeule_Blumenthal

Die Zutatenliste ist für Blumenthal-Verhältnisse sehr überschaubar. Wir haben für 2 Personen die Zutaten etwas heruntergerechnet und noch eine Beilage dazu gemacht:

Eine etwa 1.5kg schwere Lammkeule mit Knochen (Wir haben uns ein hervorragendes Stück Fleisch beim türkischen Metzger gekauft. Hier lohnt es sich besonders, auf Qualität zu achten! Wie sonst eigentlich auch, wenn es um Fleisch geht…)

3 EL neutrales Pflanzenöl

3 Knoblauchzehen

100 ml Milch

6 Sardellen in Öl, abgetropft

2 Rosmarinzweige

Trockener Weißwein

1 TL Senf (Blumenthal nimmt Dijon, wir natürlich ABB Mostert aus Düsseldorf!)

300 ml Lammfond (idealerweise selbstgemacht, nach Meister Blumenthals Rezept. Aber zur Not geht’s auch einfacher…)

(Optional:) Beilage:

6 mittelgroße Kartoffeln

200 gr grüne Bohnen

1/2 Dose Tomaten (ca. 200 gr)

100 gr Feta

Salz, Pfeffer, Prise Zucker

Zubereitungszeit: 30 min Vorbereitung, 4 Stunden Garen

Zubehör: kleiner Topf, Bräter, Ofenthermometer (Optional für die Beilagen: Topf für Kartoffeln, Topf zum Blanchieren der Bohnen, Pfanne für die Bohnen)

So geht’s:

Ofen auf 80 Grad vorheizen.

Knoblauch schälen und in der Milch in einem Topf blanchieren – das macht den Knoblauch süßlicher, milder, weniger streng. (Blumenthal wiederholt diesen Prozess noch drei Mal – jeweils mit frischer Milch. Wir fanden es etwas übertrieben, 400 ml Milch zu ver(sch)wenden, um den Knoblauch zu “entschärfen”. Also blieb es beim einmaligen Blanchieren.)

Den Bräter auf die Herdplatte stellen, Öl darin erhitzen, bis es richtig heiß ist und Lamm darin von allen Seiten anbraten.

Keule aus dem Bräter nehmen, auf ein Schneidebrett legen und mit einem scharfen Messer rundum gleichmäßig verteilt das Fleisch leicht einschneiden und mit einem Löffel oder den Fingern zu kleinen Taschen ausdehnen. Jedes Loch mit einem Sardellenfilet, einem Stück Noblauch und einigen Rosmarinnadeln stopfen.

Jetzt das Lamm wieder in den Bräter legen und in den vorgeheizten Backofen schieben, bis die innere Temperatur 55 Grad beträgt. (Das dauert je nach Größe der Keule gut dreieinhalb bis vier Stunden! Also rechtzeitig anfangen, nicht erst, wenn Ihr hungrig seid!)

Wenn das Fleisch gar ist, aus dem Bräter nehmen, in Alufolie einpacken und mind. 30 Minuten ruhen lassen.

Nun den Bräter auf die Herdplatte stellen und bei mittlerer Hitze die Sauce zubereiten: Mit einem großen Schluck Weißwein den Bratansatz lösen, Senf und den Lammfond einrühren und einköcheln lassen, bis die Konsistenz saucen-artig ist.

Währendessen Teller im Backofen vorheizen und gegebenenfalls Beilagen herrichten. Wir hatten Kartoffeln in der Schale zum Lamm sowie grüne Bohnen mit Tomaten und etwas Feta. Dafür Bohnen einfach blanchieren und in eine Pfanne geben. Tomaten dazu und mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Zum Schluss etwas Feta über die Bohnen bröckeln.

Nun das Lamm aufschneiden und mit den Beilagen sowie der köstlichen Sauce servieren.

Das Lamm ist bei so niedriger Temperatur gegart und ruht vor sich hin, dass wirklich schnell gehandelt werden musste beim Fotografieren. Deshalb gibt das Foto nur einen Eindruck und ist keine Augenweide.

Aber zum lange Rumhampeln mit dem Fotoapparat war das Lamm einfach zu GÖTTLICH! So zart, dass man es mit der Zunge zerdrücken konnte. Rosmarin, Sardellen und Knoblauch haben es fein gewürzt, ohne penetrant zu sein und die Sauce. Die Sauce! Ich verstehe gar nicht, wie etwas so Einfaches so gigantisch schmecken kann.

Die lange Garzeit lohnt sich in jedem Fall und das Spicken der Lammkeule werden wir jetzt wohl öfter so machen.

Wir verbeugen uns vor Heston Blumenthal und streichen uns wohlig die kugeligen Bäuche.

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Ihr Lieben, ich danke Euch für all Eure spannenden, anregenden, mitreißenden Tipps, die Ihr mir unter diesem Blog-Post hinterlassen habt.

Von der “Pioneer Woman” Ree Drummond, den UK-TV-Köche Jamie Oliver und Hugh Fearnley-Whittingstall, über Mexiko nach San Francisco und New Orleans, auf Safari, in den Orient und bis nach China reichten Eure Tips – und meine Kochbuch-Einkaufsliste ist soooooo lang!

Deshalb halte ich mich auch nicht lange auf, sondern teile Euch schnell die durch die Glücksfee aka den bEdW ermittelten Gewinner/innen mit – sowie  je einen ihrer Tipps:

Tring (“Pei Mei’s Chinese Cookbook”)

Henning (“Safari durch die Küchen Afrikas”)

Bella (“Jamies Amerika”)

Susanne (“Drei gute Dinge auf dem Teller”)

Ines (“Eleven Madison Park: Das Kochbuch”)

Die Gewinner/innen des 2. Braun-Food-Blogger-Kochbuchs werden per Mail benachrichtigt. Ich brauche ja noch die Postadressen für den Versand! :) Viel Spaß mit dem Kochbuch!

Braun_Kochbuch

Vielen herzlichen Dank allen Teilnehmern für’s Mitmachen. Ich hoffe, dass auch für alle Mit-Leser ein paar spannende Empfehlungen dabei waren.

Und ich – ich bin dann mal shoppen!

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So, die Buffet-Köstlichkeiten sind hier und hier und hier und hier verbloggt.

Bevor es mit einer köstlichen Lammkeule, einem Wintersalat und herrlichem Skrei weitergeht, werfe ich erstmal Geschenke in die Runde!

Ihr könnt nämlich 5 x 1 Exemplar des 2. Braun-Food-Blogger-Kochbuchs gewinnen.

Braun_Kochbuch

In dem Kochbuch sind neben meiner mexikanischen Maissuppe mit Hackbällchen auch viele weitere kreative und köstliche Rezepte von Bloggern präsentiert.

Braun_Kochbuch_2

Teilnehmen kann jeder, der in Deutschland wohnhaft ist und über 18 Jahre alt ist. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Über die Gewinner entscheidet das Los. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt. Gebt also bitte bei den Kommentaren Eure Mailadresse an!

Um mitzumachen, müsst Ihr mir in den Kommentaren unter diesem Post bis zum 10. Februar (23:59 Uhr) nur eine Frage beantworten:

Welches Kochbuch muss ich mir Eurer Meinung nach unbedingt kaufen?

Ich hätte mal wieder riesig Bock auf ein schönes neues Kochbuch – und weiß nicht welches. Aktuell suche ich nach einem zur US-amerikanischen Küche, oder eines, dass eine afrikanische Landesküche vorstellt. Mit Asien und Europa sind wir ganz gut versorgt. Auch mit dem Orient. Aber Afrika, Südamerika, Australien…?

Aber bevor ich mir was Neues zulege und die Blogger-Kochbücher von Braun unters Volk bringe, gebe ich Euch im Rahmen der Blogparade von Küchenatlas noch mal schnell einen Einblick in unsere gesammelten Kochbücher.

Ich habe scheinbar deutlich weniger Kochbücher als viele andere Foodblogger. Das liegt sicherlich auch daran, dass das Internet für mich zu der allerersten Anlaufstation geworden ist, wenn ich für bestimmte Zutaten ein Rezept suche oder mich inspirieren lassen will. Trotzdem ist das Schmökern in einem „echten“ Buch immer noch ein Genuss (Literaturwissenschaftler!).

Kochbücher

Vielleicht wollt Ihr bei der Blogparade auch Eure Kochbücher vorstellen? Dann postet die Bilder doch online und beantwortet den Veranstaltern noch ein paar Fragen (Hier nur ein paar Vorschläge. Ihr könnt Euch auch eigene Fragen ausdenken!):

Wo und wie bewahrst Du Deine Kochbücher auf?

In drei unterschiedlichen Regalen in unserem offenen Wohn-Koch-Esszimmer. Immer im Blick und immer griffbereit.

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Wie groß ist die Sammlung und nach welchem Kriterium geordnet?

Ich hab die Bücher und Hefte nie gezählt. Aber so langsam muss ich mir ein paar Lücken in den sonstigen Bücherregalen suchen. Vor allem die „Lust auf Genuss“-Hefte wandern fast jeden Monat in den Einkaufskorb. Geordnet sind die Bücher und Hefte grob nach Thema: (TV-)Köche, Länderküche (die größte Abteilung sind die asiatischen Kochbücher), backen (eine seeeehr kleine Abteilung), Gewürze & Co, deutsche und regionale Küche.

Welches neue Kochbuch liegt bereit, um ausprobiert zu werden?

Unbedingt näher beschäftigen möchte ich mich mit “Deutschland vegetarisch” von Stevan Paul. Und das, obwohl Stevan behauptet, man dürfe (heimlich!) Dill in die Frankfurter Grüne Soße geben. Sorry, Stevan, das darf man NIEMALS. Weder offen noch heimlich! Aber Soleier und viele andere Rezepte gehören ausprobiert! Jetzt muss ich nur den bEdW noch ein bisschen überzeugen.

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Was zeichnet für Dich ein besonders gelungenes Werk aus?

Wenn mich das Thema interessiert, ist es wichtig, dass die Fotos ansprechend und aussagekräftig sind. Ich will gerne sehen, wie das fertige Essen aussehen soll. Dabei kann ich auf Chichi verzichten. verschmierte Kinderhändchen beim Keksbacken, malerisch bepuderte Holzbretter, blond-wippende Pferdeschwänze zwischen blühenden Apfelbäumen – nicht mein Ding.

Natürlich muss auch die Rezeptauswahl stimmen – 53 Pesto-Varianten brauche ich nicht unbedingt, dann lieber ein Überblick über regionale Unterschiede bei Pasta-Saucen. Wenn neben Thema, Fotos und Rezeptauswahl dann auch noch ein paar Tipps und Tricks mitgeliefert werden, bin ich glücklich. Ob das Buch schlussendlich dann wirklich was taugt, merkt man leider erst beim Nachkochen.

Worauf achtest Du besonders, wenn ihr neue Titel kauft?

Ein ansprechendes Äußeres bzw. ein übersichtliches, modernes Layout helfen mir schon bei der Entscheidung. Rosa Herzchen, endlose Fotos von TV-Köchen mit ihren Familien usw. dagegen stoßen mich eher ab.

Hast Du nur deutsche Kochbücher oder auch andere Sprachen? 

Gerade für die indische Küche habe ich mehrere englischsprachige Titel. Da ich regelmäßig bei meiner Schwester in UK oder auch beruflich im Ausland unterwegs bin, bringe ich mir gerne ein Kochbuch mit.

Welche sind Deine Lieblingstitel?

“India” von Pushpesh Pant ist einfach ein geniales Nachschlagewerk für alle Liebhaber der indischen Küche. Umfangreicher kann kein Kochbuch sein – leider mit nur wenigen Fotos. Lafers Kochschule ist auch häufig im Einsatz, wenn es um Klassiker geht. Die Reihe “Küche & Kultur” von GU gehört definitiv zu den am häufigsten genutzten. Ein richtiges “Lesebuch” mit appetitlichen Fotos, die das Produkt in den Vordergrund stellen, und vielen, vielen wertvollen Informationen zu Lebensmitteln, Chemie und Kochvorgängen ist “Heston at home” von 3-Sterne-Magier Heston Blumenthal.

Was ärgert Dich bei Kochbüchern?

Fehler sind natürlich am aller ärgerlichsten. Oder fehlende Angaben zur Haltbarkeit bei Einmach-Rezepten. Nervig auch: Mengenangaben, die angeblich für 6 Personen reichen, dabei aber gerade mal 2-3 Leute satt machen.

So, jetzt wisst Ihr, was ich mag und was nicht :) Jetzt freue ich mich auf Eure Kommentare und Vorschläge für mein erstes Kochbuch 2014! Los geht’s!

Ich drücke allen Teilnehmern feste die Daumen!

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Das Kochbuch “Stylish Thai in Minutes“, das ich letztes Jahr von einem Trip zu meiner Schwester in Birmingham mitgebracht hatte, ist nach wie vor häufig im Einsatz (der Link führt Euch zu den bisher nachgekochten Gerichten). Schneller und leckerer kann man nach Feierabend kaum kochen. Die Zubereitung geht schneller, als jeder Pizzabringdienst knatschige, lauwarme Ekelfladen liefern kann. Außerdem liefern die Gerichte etwas Exotik in den Alltag, erinnern an Urlaube, Sonnenuntergänge am Strand oder hektische Straßenszenen in Asien. Schnelle, leckere, exotische Thai-Küche ist für mich deshalb unbedingt Soulfood! Lässt es doch den Winterblues vergessen und bringt ein bisschen Farbe in dunkle Herbstabende.

Deshalb ist Yam nua makua auch mein Beitrag zu Sabines Blog-Event “Seelenfutter”:

Also: Keine Ausreden mehr. Selberkochen ist schnell & lecker & tut der Seele gut!

Den Rindfleischsalat “Yam nua makua” haben wir vor einigen Wochen blitzschnell zubereitet und bei den letzten Sonnenstrahlen (als die Tage noch deutlich länger waren!) auf dem Balkon genossen (kein optisches Highlight, aber sehr lecker!):

Da der Salat lauwarm serviert wird, war keine Zeit für langes Foto-Rumgehampel. Aber immerhin konnte ich noch schnell ein Bild knipsen und mir mein Lieblings-Ginger-Ale “Thomas Henry” aufmachen – dazu den grün-weiß-gestreiften Lieblings-Strohhalm von Partyerie – fertig ist ein stylishes Lieblings-Abendessen.

Zutaten für zwei Personen als Hauptgericht:

6 kleine Thai-Auberginen (Asialaden)

2 kleine Vogelaugenchilis

200 gr Rindfleisch (z.B. aus der Hüfte)

2 Schalotten

2 TL Fischsauce

2 EL Limettensaft

10 Minzblätter

1 TL Salz

1 TL Zucker

1/2 Handvoll Sojasprossen

Optional: Sesamöl

Zubereitungszeit: etwa 15 min

Zubehör: Wok oder Pfanne, mittelgroße Schüssel

So geht’s: Salz in Wasser auflösen. Die Auberginen in feine Scheiben schneiden und in das Salzwasser legen. Dadurch werden die Scheiben nicht braun. Vor dem Weiterverwenden gut abtropfen lassen.

Rindfleisch in Streifen schneiden und im Wok oder der Pfanne anbraten. Schalotten in feine Ringe schneiden und zum Rindfleisch geben. Vogelaugenchilis ebenfalls in feine Ringe schneiden, ggf. die Kerne entfernen und in den Wok geben. Auberginen, Fischsauce, Sprossen und Zucker hinzufügen und alles gut umrühren.

Wok von der Platte nehmen und Limettensaft hinzugeben. Minzeblätter unterheben, anrichten und servieren.

Wer mag, kann dem Ganzen noch ein nussig-aromatisches Finish geben mit einigen Tropfen Sesamöl. Das milde Bio-Öl, das ich verwendet habe, ist sehr intensiv im Geschmack uns sollte wirklich nur vorsichtig eingesetzt werden. Dann aber kann es besonders asiatische Gerichte wirklich veredeln!

Knackige Sprossen und Auberginen, Schärfe, leichte Süße und herzhaftes Fleisch – ein komplettes Gericht, das keine 15 Minuten Zubereitungszeit benötigt. Das nenne ich mal ein Rezept für Berufstätige!

Hinweis: Das Sesamöl wurde mir von meine öle kostenlos und ohne Bedingungen zum Test zur Verfügung gestellt Dies dient ausschließlich der Information meiner Leser. Ich verfolge damit keine finanziellen Interessen und nehme auch nicht an Affiliate-Programmen teil.

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