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Archive for the ‘Orientalisch’ Category

Wer wie ich in einer Stadt zur Schule ging, deren Bevölkerung zu einem Fünftel aus Menschen mit Migrationshintergrund bestand (und besteht) und von denen wiederum die Mehrheit aus der Türkei stammt(e), der käme im Leben nicht auf die Idee, “Türkische Pizza” zu sagen, wenn er Lahmacun meint. Oder “Schiffchen” statt Pide, “Blätterteig-Zigarren” statt Börek. Meine Münchner Kollegen waren jedenfalls immer sehr beeindruckt, wenn ich in der Mittagspause beim Döner-Laden mein Mittagessen fließend bestellen konnte, ohne auf komische deutsche Bezeichnungen zurückzugreifen. Eine Jugend in Rhein-Main erweitert eben den Horizont!

Wie habe ich meine türkischstämmige Mitschülerin A. beneidet, weil sie auf Schulausflügen Lachmacun statt Salamibrot in der Brotdose dabei hatte. Hausgemacht, natürlich! Schade, dass ich damals noch keinen Gedanken daran verschwendete, mit das Rezept von ihrer Mutter geben zu lassen. Aber Foodblogs gab es in den Achtzigern halt noch nicht…

Jetzt wohne ich glücklicherweise wieder in einer Stadt mit sehr lebendiger türkischer (Gastro-)Kultur. Einer der besten Döner-Läden ist nur wenige Meter von unserer Haustür entfernt; die Straße mit türkischen Fisch- und Gemüseläden, Bäckereien, Restaurants und Supermärkten liegt direkt dahinter. Deswegen bekomme ich hier auch ohne Probleme all die feinen Zutaten, die es für köstliche Böreks braucht! Da wir von unserem Silvester-Buffet, an dem es auch Börek gab, noch Yufka-Teig-Blätter übrig hatten, habe ich mal geschaut, was das Gefrierfach sonst noch so hergibt.

Entstanden sind saftig-knusprige Börek mit einer Hackfleisch-Spinat-Füllung:

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Ich hatte noch 16 Yufka-Teigblätter für 8 Börek übrig. Dazu hatte ich folgende Zutaten im Vorratsschrank:

16 Yufka-Teig-Blätter

1 Ei

2 EL Naturjoghurt

2 EL Milch

1 EL Öl

250 gr Rinderhackfleisch (Lamm geht natürlich auch)

4 EL gehackter TK-Spinat

4 EL gehackte Petersilie

1 Knoblauchzehe, gequetscht

1 Schalotte, fein gehackt

50 gr Feta, gebröckelt

1 EL Harissa

1 EL Olivenöl

Salz

schwarzer Pfeffer

1 EL Ras el Hanout

schwarzer und weißer Sesam

Zubehör: Backblech und ein Bogen Backpapier, Backpinsel

Zubereitungszeit: 20 min Vorbereitung, 20 min backen

So geht’s:

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Aus dem Ei, Joghurt, dem Öl und der Milch eine Sauce anrühren, beiseite stellen. Schalotte und Knoblauch fein hacken. In etwas Öl anbraten. Ras el Hanout und Harissa anrösten. Hackfleisch darin anbraten. Spinat und Petersilie waschen und sehr fein hacken und ebenfalls kurz andünsten. Die Mischung dann in eine Schüssel geben und mit zerkrümeltem Feta vermengen. Mit Salz und Pfeffer würzen und gut miteinander vermischen. Jetzt die Yufka-Teigblätter aus der Packung nehmen. Je ein Blatt mit der Spitze zu Dir auf die Arbeitsfläche legen und mit der Ei-Milch-Sauce bestreichen. Ein zweites Blatt passend darauflegen. Etwa einen gehäuften EL der Hackfleischmasse auf die breite Seite des Dreiecks verteilen. Oben und an den Seiten etwas Platz lassen. Jetzt von oben in Deine Richtung einmal einschlagen und die beiden Ecken ebenfalls einschlagen. Diese Wurst dann in Deine Richtung einrollen, bis das Teigblatt komplett aufgewickelt ist. Jetzt auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und zum Schluss mit der Ei-Milch-Sauce bestreichen, den Sesam draufstreuen.

Wenn alle Börek gerollt sind, etwa 20 min im Backofen backen und gegen Ende noch mal den Grill einschlaten, damit die Röllchen schön knusprig werden. Sie lassen sich super vorbereiten und schmecken am nächsten Tag fast noch besser!

Wie das aber so ist mit Reste-Essen: Ich hatte zu wenig Yufka-Teig-Blätter und zu viel Füllung. Es waren also wieder Reste übrig. Was tun? Einfach (!) einen Pide-Teig aus der Hüfte schütteln und bewusst nur mit dem arbeiten, was im Vorratsschrank ist. Funktioniert sogar bei Teig-Legasthenikern wie mir!

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Für 2 Pide habe ich folgenden Teig zusammengerührt:

20 gr Butter

Weizenmehl

Rest der Ei-Joghut-Milch-Öl-Sauce

Salz

Ich habe von allem so viel genommen, dass ein geschmeidiger Teig entstand. Mengenangaben kann ich beim besten Willen nicht geben. Ist der Teig zu trocken, gebt noch etwas Milch oder Joghurt an den Teig. Ist er zu nass, einfach noch etwas Mehl nehmen.

Jetzt den Teig ausrollen zu zwei etwa kreisrunden Teigplatten. Den Rand so hochziehen oder aufrollen, dass ein “Schiffchen” entsteht, so wie auf dem Foto. Mit der Hackfleischmasse befüllen, den Rand noch mit etwas von der Ei-Mischung bestreichen und etwa 20 Minuten backen.

Frisch aus dem Backofen war das Pide saftig und köstlich. Als es kalt war, war mir der Teig etwas zu fest. Aber, hey, es war mein erster Freestyle-Teig EVER! Und all das ohne Einkaufen! Wer authentische türkische Kochrezepte sucht, sollte unbedingt die phantastische Seite Koch dich türkisch! bookmarken. Hier läuft einem schon beim Surfen das Wasser im Mund zusammen!

Weil sich Börek und Pide wunderbar vorbereiten und mitnehmen lassen, sind beide mein Beitrag zum Event “Lust auf Picknick” von Stephanie von Meine Küchenschlacht.

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In meiner Rubrik “Biergarten” findet Ihr übrigens noch viele weitere Rezepte, die sich gut vorbereiten und mit zum Picknick oder Biergarten-Besuch nehmen lassen! (Dazu einfach rechts in der Tag-Cloud auf den Begriff “Biergarten” klicken!)

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Kinners, Ihr seid irre! Trotz Urlaubszeit, WM-Taumel und Tropentemperaturen habt Ihr mir insgesamt über 70 Rezepte geschickt rund um die tolle Knolle. Es kamen tatsächlich Beiträge aus allen Himmelsrichtungen zusammen. Worüber ich mich besonders freue: Über die vielen multikulti Rezepte mit orientalischen, skandinavischen, asiatischen oder amerikanischen Anklängen. Auf diese Weise leben Traditionen fort, werden an den modernen Geschmack angepasst und sind alles nur nicht spießig! Wenn Ihr also demnächst mal wieder zur Grillparty eingeladen seid, dann surft doch mal hier vorbei und sucht Euch einen ganz traditionellen oder einen der exotischen Salate aus. Langeweile kommt da ganz sicher nicht auf!

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Bleibt mir, meinen Hut zu ziehen, von Herzen Euch allen zu danken und durchzuatmen, bevor ich mich an die umfangreiche Zusammenfassung mache – natürlich nach Himmelsrichtungen sortiert. Dabei ging es nach den Rezepten (norddeutsch = Norden, schwäbisch = Süden, orientalisch = Osten usw.) oder der Herkunft der Blogger bzw. deren Familien. Es ist also nicht immer ganz stringent und ich bitte darum, nicht zuuu genau nachschauen; bei einigen musste ich nämlich ganz schön tricksen ;-) Wer sich falsch einsortiert fühlt und das unbedingt geändert haben will, möge sich bitte melden!

PS: Wer noch nicht genug hat von den tollen Knollen, der findet gaaaaaanz am Ende noch einen weiteren Event-Hinweis. Aber jetzt geht’s erstmal in den hohen Norden!

NORD:

Polis, Polis, Potatisgris – heißt ein schwedischer Schmähreim, der hier unübersetzt bleiben soll. Viel appetitlicher sind die schwedischen Dillstuvad Potatis, die uns Küchenlatein mitgebracht hat.

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Endlich Mayo! Gerhard kocht – und zwar eine norddeutsche Variante. Schaut aber unbedingt auch noch mal weiter südlich nach. Da ist er gleich noch mal vertreten!

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Nochmal schwedische „Stuvad Potatis“ diesmal von – der Name ist Programm! – „schwedisch kochen“. Auch wenn es sich bei den Stuvad Potatis nicht wirklich um Salat handelt. Ach, egal. Köstlich sehen sie aus!

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Die Hamburger Deern mit dem Künstlernamen Greta hat mir ihren Hamburger Kartoffelsalat als Gastbeitrag zur Verfügung gestellt. Dankeschön!

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Nach den Schweden sind dann also auch noch die Dänen mit dabei: Ein warmer dänischer Kartoffelsalat von der wunderbaren Küchenlatein, die eine ähnlich große Liebe zu Skandinavien hat wie ich!

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Der Norden ist zwar verhältnismäßig unterrepräsentiert. Aber wenn, dann hauen sie ordentlich auf’n Brei, die Nordlichter. Wie Gunnar von Gunnars Kochecke, der gleich 4 Kartoffelsalate eingereicht hat! Etwa diese nordische Variante mit Apfel und Gurke:

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Eine Variante mit Rucola und Tomaten kommt von Friesi kocht und backt. Das bringt das Mittelmeer-Gefühl in den Norden:

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Bei Nele von Küchendelikte geht es um Kulinarisches und um Krimis. Tolle Mischung, oder? Ebenso wie die Mischung eines Kartoffelsalats mit Chorizo!

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OST:

Der Osten kommt ja leider auf der kulinarischen Landkarte häufig zu kurz. Umso schöner, dass Obers trifft Sahne einen thüringischen Kartoffelsalat mitgebracht hat!

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Es geht noch weiter in den Osten. Nach Böhmen. Ilse blogt dieses böhmische Familienrezept für uns und setzt so der slowakischen Oma ein Denkmal.

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„Und dann nischt wie ab an‘ Wannsee!“ – Doc Eva bringt eine typisch Berliner Göre ins Spiel und einen – nein zwei! – Berliner Kartoffelsalat(e). „Pack‘ die Badehose ein…“

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Wo, bitte, soll ich den mittel-norddeutsch-ungarischen Kartoffelsalat von Paprika meets Kardamom einsortieren? Am besten im unterrepräsentierten Osten. Ok?

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Alice im kulinarischen Wunderland hatte mich auf die Idee gebracht mit ihrem vogtländischen Kartoffelsalat. Wie schön, dass sie vor ihrem Urlaub noch den Beitrag online stellen und so mit Euch teilen konnte!

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Bei diesem Maurischen Kartoffelsalat könnten wir glatt zu Fressfeinden werden. Den hätt‘ ich nämlich gerne für mich alleine!

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Noch einmal wird es orientalisch. Bei Schmeckt nach mehr geben Kichererbsen und Granatapfelsirup dem orientalischen Kartoffelsalat den Kick.

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Aus Böhmen kommen nicht nur Schweijk und Knödl sondern scheinbar auch jede Menge Omas mit gigantischen Kartoffelsalatrezepten. Wie bei Madame Cuisine und ihrem böhmischen Kartoffelsalat.

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Nichts weniger als die Geburt einer Tradition dürfen wir bei Portionsdiät bezeugen. Und die wird asiatisch – mit Kimchi und Kurkuma im Kartoffelsalat. Und das mit einem Rezept, das sich portionsweise zubereiten lässt. Tolle Idee und wir werden Zeugen einer beginnenden Tradition!

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Bei Hamburg kocht denken wir zwar an „Nord“ aber Sumach ist eindeutig „Ost“ für mich. Also gibt es hier den Kartoffelsalat mit Sumach. Ich hab doch gesagt, ich musste tricksen…

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Marion durfte bei Pimpimella gastbloggen und hat einen curry-lastigen, indischen Kartoffelsalat gemacht. Quasi ein GOA-toffelsalat. Damit hat sie den Kalauer-Preis gewonnen J

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Indisch geht es NATÜRLICH auch bei Tina zu, die noch mehr indische Rezepte im Blog hat als ich und immer eine tolle Quelle für die exotischsten Gewürze ist. In ihrem Blog Foodina hat sie einen Kartoffelsalat mit Granatapfel verbloggt.

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Bentos sind tolle Lunch-Boxen – nicht nur für asiatische Leckereien. Bei Lecker Bentos & mehr findet man auch immer wieder heimische Rezepte für die Box. Wie dieser Kartoffelsalat nach Mutters Rezept.

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Bei Blog-Events lernt man auch immer tolle neue Blogs kennen. Wie Eat Art Others, wo es viel mehr gibt als nur Rezepte! Aber dieser Kartoffelsalat mit Balsamico-Zwiebeln.

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Stefanie von Schön & Fein aus Leipzig kommt eigentlich aus Thüringen. Ihr Kartoffelsalat ist aber eine Eigenkreation, da es in der Familie kein verbrieftes Rezept überliefert wurde. Deshalb hat sie uns ihren eigenen Kartoffelsalat mitgebracht.

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Die Rezepte mit Mayo sind ja arg in der Minderheit. Umso schöner, dass Backen macht froh einen untypischen typischen Kartoffelsalat mit Mayo gemacht hat!

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In Frau Kampis Küche schlägt die Mama von Frau Kampi die Hände überm Kopf zusammen. Und deshalb gibt es auch nix von dem üblichen Schnick-Schnack, sondern einen Bratkartoffelsalat. Jawoll! Bratkartoffeln. Habe ich schon gesagt, dass ich dieses Event liebe?

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Bochumer WG-Nächte, ein GU-Kochbuch und dieser indische Kartoffelsalat – das alles gibt es bei Löffelgenuss und ihrer Geschichte zum Rezept!

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Bella kocht – und zwar einen orientalischen Kartoffelsalat mit vielen, vielen Gewürzen. Den serviert sie lauwarm. Klingt köstlich und sieht ebenso aus, oder etwa nicht?

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SÜD:

Darauf hatte ich gehofft: Ende Mitte Zwanzig hat einen original schwäbischen Kartoffelsalat zubereitet. Und der kommt dem hessischen schon seeeehr nahe!

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Wammerl? Who the f*** is Wammerl? Die Ex-Münchnerin in mir hat das natürlich lernen müssen. Wenn Ihr es nicht wisst, schaut doch mal bei Amor & Kartoffelsack nach und dem niederbayerischen Kartoffelsalat mit Wammerlbegleitung!

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Kartoffeln, Radieschen, süßer Senf – geht’s bayrischer? Ina i(s)st hat jedenfalls eine ganz klassische Variante ordentlich aufgepeppt: Kartoffel-Radieschen-Salat mit süßem Senf.

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Auch die Spanier mögen Kartoffelsalate. Unser Freund Sch. war so nett, uns einen originalen Ensaladilla Rusa vorzustellen und als Gastblog-Beitrag einzureichen.

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Die Hollertau ist bekannt für ihre weiten Hopfenfelder. Und Hopfenzupfer brauchen einen g’scheiten Kartoffelsalat. Beispielsweise den von „Gerhard kocht“.

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Auch die Franken sind bekannt für ihre schlotzigen Kartoffelsalate. Diese fränkische Variante stammt von „Lecker mit Geri“.

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Che Foodzeit ist zurück aus China und bereitet einen schwäbischen Kartoffelsalat vor. Überhaupt ist der Süden stark vertreten beim Blog-Event!

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Lecker & Co. tastete sich über Jahre an ein Rezept heran, das sie aus einer uralten fränkischen Gaststätte kennt, das ihr aber nicht verraten wurde. Netterweise verrät sie uns ihre Variante des fränkischen Kartoffelsalats!

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Jetzt geht es über die Grenze in die Schweiz. Cakes, Cookies and more bringt uns einen Schweizer Kartoffelsalat mit, der ihre ganz eigene Kreation ist – und ganz ohne Käse auskommt!

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Noch ein spanischer Kartoffelsalat – aber ganz anders als der von Sch. Wie schön, wenn Zypressen kochen…

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Die Kartoffeln haben viele Blogger zu Eigenkreationen angeregt. Wie etwa zu einer Ligurischen Kartoffelsalatphantasie von Tra Dolce Ed Amaro.

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Omas sind eine ganz wichtige Quelle bei diesem Blog-Event gewesen. So auch Feinschmeckerles Oma Marie, von der dieser schwäbische Kartoffelsalat stammt. (Und sie hat gleich noch ein paar weitere Rezepte rund um die Knolle im Salat verlinkt!)

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Ein echtes Magentratzerl ist so ein bayerischer Kartoffelsalat – ob im Biergarten oder vor dem heimischen Grill genossen, ob bei einer kalten gezapften Maß oder zum Äppelwoi. Mir san da ned so!

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Die Herzensköchin macht einen badischen Kartoffelsalat ohne Mayonnaise. Überhaupt sind die Varianten mit Mayo in der Minderzahl. Vielleicht wegen der schlanken Linie? Ode raus Angst vor Salmonellen?

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Portionsdiät – das klingt nach Kalorienzählen und FdH. Stimmt aber nicht. Bei Portionsdiät gibt es beispielsweise zwei köstliche Kartoffelsalate: Ein Salätle mit Feldsalat und einer mit Ei und Tomate. Beide hier verlinkt.

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Billi hat mir einen Gastbeitrag mit einem kanarischen Kartoffelsalat geschickt. Dankeschön!

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Die Turbohausfrau lebt in Wien. Deshalb heißt ein Kartoffelsalat bei ihr auch Erdäpfelsalat. Der kommt bei ihr mit Spargel daher. Denn irgendwann kommt die Saison wieder. Bis dahin gibt es auch sonst noch viele tolle Rezepte in ihrem Blog!

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Ninive Pisces liefert uns einen Exkurs über Kartoffelsalate – von USA-Kochbüchern bis zu Vinzent Klink – und bereitet einen Kartoffelsalat mit Liebstöckel zu, dem herrlichen Maggikraut, das leider viel zu sehr in Vergessenheit geraten ist.

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Wie kann man den lieben Kleinen Gemüse unterjubeln? Man paniert es und nennt es Schnitzel! Diese Art Lebenshilfe findet Ihr bei Kebo Homing – sowie ein wunderbares Rezept für Kartoffelsalat mit Kohlrabischnitzel!

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Viele Kartoffelsalate sind vegetarisch. Richtig vegan sind sie aber nicht zwangsläufig. In der Cooketteria gibt es einen veganen Kartoffelsalat mit Almonnaise. Almonnaise besteht aus Mandelmuß. Das musste ich auch erst lernen ;-)

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Laura kocht – und zwar nichts weniger als den besten Kartoffelsalat EVER. Nämlich den ihrer Tante. Die wohnt aber 500 km weit weg. Also muss sie sich selber dem Rezept annähern für ihren Kartoffelsalat a la Tante.

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Widmatt gibt uns Einblicke in die Schweizer Küche, wo Kartoffelsalate „glutschig“ sein müssen. Ein tolles Wort, oder? Wie gemacht für den Kartoffelsalat mit Maggikraut aka Liebstöckel.

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Aus der Schweiz stammt auch Zorra aka 1 x umrühren aka Kochtopf. Sie lebt aber seit Jahren in Spanien und gehört seit einem Jahrzehnt zu den absoluten Urgesteinen der deutschsprachigen Foodblogger-Szene. Sie führt uns „back to basics“ und zwar zum perfekten Kartoffelsalat-DRESSING! Wer würde je Zorra widersprechen?

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Gourmandises végétariennes bringt uns zwei Kartoffelsalate mit. Allerdings keine französischen, wie der Blog-Name vermuten lässt, sondern einen lauwarmen badischen Kartoffelsalat

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…und einen badischen Herdepfelsalat:

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Jetzt kommt zum Schluss in der Abteilung „Süd“ noch mal eine volle Packung Schwaben-Power!  Und zwar von Manus Küchengeflüster, die sich seit Jahren annähert an den perfekten schwäbischen Kartoffelsalat, den sie mal in einer Boiz in Reutlingen aß,…

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…sowie von Barbaras Spielwiese, die in China nie Kartoffelsalat, dafür aber in Korea und Japan welchen sah und trotzdem nur einen liebt. Und zwar den schnellen schwäbischen Kartoffelsalat

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…sowie die vielgereiste Tina von Lunch for One, die auch schon viel Exotisches gegessen und gekocht hat, aber trotzdem am schwäbischen Kartoffelsalat hängt…

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…und last but not least Mega Dampf, wo es die Zutaten für den schwäbischen Kartoffelsalat gibt und dann noch der Versuch, die Geschichte desselben nachzuverfolgen und zuguterletzt den kompletten Beitrag

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WEST:

Tanja von Greenway 36 lebt am wunderschönen Niederrhein und hat uns einen Kartoffelsalat mit allem Zipp & Zapp mitgebracht, der unter anderem herrlich zu Buletten passt!

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Auch Ferran Adria kocht seiner Belegschaft ab und an einen Kartoffelsalat. Wer hätte das gedacht? Aber ob der so köstlich aussieht wie Wolfgangs rheinischer Kartoffelsalat? Kaquus Hausmannskost eben!

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Also eigentlich ist Hessen von mir aus gesehen ja der Nabel der Welt. Also die Mitte. Aber zählen wir den Kartoffelsalat mit Frankfurter Grüne Soße Kräutern von Ines kocht einfach mal zum Westen ;-)

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Ein absoluter Solitär unter den Beiträgen ist der saarländische Kartoffelsalat von Bonjour Alsace. Das Saarland ist tatsächlich nur einmal vertreten!

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Jetzt wird’s amerikanisch. Backen macht froh hat sich von den BBQs inspirieren lassen und macht einen lauwarmen Kartoffelsalat Southwest.

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Julia von The cooking knitter teilt mit mir nicht nur den Vornamen, sondern auch die hessische Herkunft und eine wunderbar kochende Oma (also unterschiedliche Omas, natürlich!). Hier findet Ihr ihren Kartoffelsalat a la Oma. Und der ähnelt sehr dem aus meiner Familie :)

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In Wolkenfees Küchenwerkstatt erinnert man sich gerne an einen USA-Trip, eine New York Food Party – und den dazugehörigen amerikanischen Kartoffelsalat.

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Statt Mayo gibt es bei Danielas Foodblog eine cremige Sauce aus Sesam-Tahine zum Kartoffelsalat. Sieht das nicht köstlich aus? Eine tolle Kombination, die aus jedem Kartoffelsalat feine Mezze macht!

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Touche à tout erzählt uns eine wunderbare Geschichte von Freundschaft, von Strasbourg und wilden Feten und kreativen Rezepten. Eines davon ist ihr Kartoffelsalat aus der Tajine:

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Sandra From Snugg’s Kitchen ist eher so der Nudelsalat-Typ. Überhaupt scheint es Nudel- und Kartoffelsalatfamilien zu geben. Trotzdem hat sie zum Event einen Ofen-Kartoffel-Salat mitgebracht. Sieht der nicht herrlich aus? Im Hause Snugg scheint man jetzt ins Kartoffellager überzuwechseln:

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In Brittas Kochbuch findet sich schon länger das Rezept für ihren Lieblingskartoffelsalat mit – Achtung! – Räuchertofu und Schlangengurke. Der Kartoffelsalat ist immer wieder anders und so vielseitig. Toll, oder?

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Bei Genusslieben gab es eine große Feier für die Kleinen. Und als Krönung hat sie noch einen Lauwarmen Bergischen Kartoffelsalat gemacht. Sieht der nicht klasse aus?

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Löffelgenuss gibt noch einen Nachschlag! Zum Breitenberger Kartoffelsalat liefert sie gleich noch eine Geschichte rund um ihre Oma hinzu. Überhaupt: Kartoffelsalate und Omas gehören einfach zueinander!

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Verboten gut! So heißt nicht nur das Blog, so klingt auch das Rezept für den Kartoffelsalat mit Schafskäse & Minze. Und das ist nur einer von vielen Kartoffelsalaten im Blog. Ihr Mann redet bereits von einem Tick. Was wird er erst zu dieser Zusammenfassung sagen??

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Ich liebe doch Kapern! Ob das Ibu wusste? Sie hat mir jedenfalls einen Kartoffelsalat a la Ibu gemacht, in den tatsächlich kleine säuerliche Kaperchen kommen. Hurrah!

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In der Cuisine Violette gibt es eine ureigene Mischung – das Omi-Lafer-Rezept. Dabei heißt die Omi nicht Lafer, sondern das Rezept ist eine Mischung aus Familien- und Sternekoch-Rezept. Darum geht es doch beim Kochen: Aus Gutem das Beste zaubern!

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Und zum Abschluss noch mal Löffelgenuss mit dem Kartoffelsalat a la Salon Schmitz – einer Metzgerei, die keine ist. Klingt schräg? Der Düsseldorfer bEdW würde sagen: „Kölner!“

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Ich danke Euch allen für die vielen wunderbaren Kartoffelsalat-Rezepte und hoffe, dass es Euch genauso viel Spaß gemacht hat wie mir! Also, ran an die Knollen und Salat gemacht!

Und wer noch nicht genug hat von Kartoffeln, der geht jetzt mal zur Gourmetguerilla, die mit REWE zusammen Rezepte für die „Hippen Knollen“ sucht!

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Seit vor zwei Jahren Baby, unser Weber-Grill, zu uns stieß, wollten wir Burger machen. Stattdessen gab es lecker Steak, Fisch mit gefüllten Kräuter-Bäuchen, Paella und vieles mehr.

Aber nie Burger!

Bis jetzt.

(Ihr erwartet ja wohl kein Super-Foto, wenn so ein Ding vor einem steht, oder? Im Hintergrund ist außerdem der leicht ungeduldige bEdW zu erkennen!)

Ich gestehe, dass ich Burger-Brötchen nicht selber mache. Das ist mir zu aufwendig, zu heiß, zu viel Kram. Vielleicht, wenn ich mal routinierter im Backen bin. Aber, hey, ich muss mir die Arbeit auch nicht zwingend noch am Wochenende suchen…

Wir hatten also XXL-Burgerbrötchen – neumodisch: Burger-Buns – mit Sesam aus dem Supermarkt. So, jetzt haben wir das geklärt.

Auf den Burger kamen ganz klassisch Salatblätter, Gemüsezwiebel-Ringe, Tomatenscheiben, Gurkenscheiben. Statt Cheddar hatte ich einen herzhaften Bergkäse. Der gibt mehr Käsearoma ab.

Die Frikadelle – neumodisch: Burgerpattie – bestand aus frisch durchgedrehtem Rindfleisch (etwa 150 gr pro Burger) vom Lieblingsmetzger. In die Masse wurden dann noch kleingehackte Zwiebeln, Salz und Pfeffer geknetet. That’s it. Gutes Fleisch ist pur aromatisch genug. Dazu das Raucharoma vom Grill – mehr braucht’s nicht.

Für den Rums sorgte Chili-Senf von Löwensenf, den ich auf die gegrillte Oberseite des Hamburgerbrötchens gestrichen habe, und der sich wunderbar mit dem schmelzenden Käse verband.

Aber der Oberhammer war das Kasundi, ein scharfes Tomaten-Relish aus dem Gujarat, das ich letztes Jahr schon mal zubereitet habe: schärfer, würziger und exotischer als jedes Ketchup.

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Und als dann noch die Abendsonne auf den Burger schien, war unser Burger-Glück perfekt:

Backt Ihr Eure Burger-Brötchen selbst? Und was muss auf den perfekten Burger drauf Eurer Meinung nach?

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Mein Käsedealer auf dem Wochenmarkt hat eine scharfe Schafskäsepaste im Portfolio, die inoffiziell nur “Die Schwiegermutter” heißt. Sowas von lecker: cremig, scharf, salzig – aber von allem nicht zu viel. Perfekt als Dip, Brotaufstrich oder zum Heimlich-aus-dem-Schälchen-Löffeln…

Nun kenne ich die Schwiegermutter meines Käsedealers nicht. Aber sie muss eine sehr appetitliche, unwiderstehliche und rattenscharfe Dame sein. Anders kann ich mir die Namensgebung nicht erklären… *hüstel*…

Dumm nur, wenn man aus dem Urlaub kommt, der Kühlschrank leer ist und es noch Tage dauert, bis wieder Markt ist. Aber ganz leer ist der Kühlschrank glücklicherweise nie: Feta, ein Rest Harissa von der Döner-Session, Joghurt, Tomatenmark, Gewürze – alles da, um sich eine ganz eigene “Schwiegermutter” zusammenzurühren!

Folgende Zutaten hatte ich noch im Haus:

1 Packung Schafskäse (ca. 200gr, ich mag den bulgarischen Käse, da er so cremig ist)

1 EL Harissa

1 EL Naturjoghurt

1/2 TL Pul Biber (getrocknete Paprikaflocken, scharf!)

2 EL Olivenöl

1 EL Tomatenmark

Zubehör: Küchenmixer, Schraubglas

Zubereitungszeit: 10 min

Alle Zutaten in den Mixer geben und zu einer Paste vermixen. Wenn die Paste zu fest ist, einfach etwas von der Salzlake, in dem der Feta liegt, unterrühren. In ein Schraubglas füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Schmeckt tatsächlich fast exakt wie beim Käsedealer und ist ein herrlicher Genuss auf frischem Brot, als Dip zu Gemüse  oder als blitzschnelle Pasta-Sauce: einfach zusammen mit etwas Rucola und gewürfelten Tomaten unter die noch heißen Nudeln mischen.

Aber was war das jetzt mit der Geheimzutat aus der Headline?

Ich bin schrecklich schlecht bei allem, was mit “Augenmaß” zu tun hat. Also war mein Schraubglas natürlich zu groß für die Menge an hausgemachter  “Schwiegermutter”. Was tun? Ich hatte noch den gewürzten Kräuter-Schafskäse vom Türken im Kühlschrank:

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Das ist milder Schafskäse, der ganz krümelig und trocken ist. Gewürzt ist er mit Knoblauch, Schnittlauch, Bärlauch – aber sehr dezent. Einige Flocken davon habe ich unter die Paste gemischt, was dem Ganzen noch den letzten Kick gegeben hat! (Und nebenbei auch das Schraubglas vollmachte…)

Die würzigen Käsekrümel schmecken auch aufs Brot (ganz dünn Harissa drunter streichen), in Frikadellen geknetet, zusammen mit Spinat als Nudelsauce, für Aufläufe, als schnelle Saganaki-Variante und und und…

Ein Hoch auf die Schwiegermütter!

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Schwein statt Elch in den Köttbullar, Pferd in der Lasagne und Wer-weiß-was-alles im Döner. Da kann einem das auswärts Essengehen schon einmal VERgehen.

Köttbullar mag ich seit dem Overkill während meines Schweden-Semesters ohnehin nicht mehr. Lasagne machen wir meist selber. Aber auf Döner habe ich ungefähr zwei Mal im Jahr einen richtigen Heißhunger.

Dabei ist es natürlich verlockend, dass wir fußläufig ca. 40 Sekunden von der nächsten (durchaus appetitlichen) Dönerbude entfernt wohnen. Die nächste ist dann weiter 10 Sekunden entfernt. Für die übernächste muss man immerhin die Straßenseite wechseln. Dafür gibt es dort dann aber gleich 5 am Stück.

Trotzdem bestelle ich mir meist vegetarischen Döner – also mit Schafskäse. Denn irgendwie traue ich den Drehspießen nicht.

Jetzt habe ich aber endlich eine hausgemachte Alternative entdeckt, die schön würzig und frisch ist. Aber am besten gefällt mir: Ich weiß, was ich zu mir nehme! Vorhang auf für den hausgemachten Döner:

Für 2 Personen braucht Ihr folgende Zutaten:

2 kleine Fladenbrote (jeweils halbiert. Alternativ: 1 großes geviertelt)

260 gr Kalbsschnitzelfleisch

2 Knoblauchzehen

2 kleine Zwiebeln

2 EL Ras el Hanout (Rezept für selbstgemachte Variante gibt es bei Tina)

1 EL Paprikapulver rosenscharf

4 EL Olivenöl

1 TL Pul Biber (getrocknete, scharfe Paprikaflocken aus dem türkischen Lebensmittelladen. Alternativ: Cayennepfeffer)

Prise Salz

Scharzer Pfeffer, frisch gemahlen

125 ml Naturjoghurt (mind 3,5%)

1/2 Salatgurke

2 mittelgroße Tomaten

4 große Kopfsalatblätter

Wolle scharf? Dann optional: 4 EL Harissa (scharfe Paprikapaste, z.B. vom Türken)

Equipment:

Wok-Pfanne (oder: beschichtete Bratpfanne), Mixer, Frischhaltefolie

Zubereitungszeit:

ca. 30 min (plus mind. 2 Std. Zeit zum Marinieren)

So geht’s:

Das Fleisch in ca. 0,5 cm breite Streifen schneiden. In einem Mixer 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, Ras el Hanout, Pul Biber, Olivenöl, Salz, Pfeffer und Paprikapulver zu einer Paste mixen. Fleisch darin marinieren, mit Frischhaltefolie abdecken und für mindestens 2 (besser 4-5) Stunden in den Kühlschrank stellen.

Kleine Fladenbrote halbieren und so aufschneiden, dass sie noch zu ca. 1/3 zusammenhalten.

Salatgurke schälen, entkernen und auf der Reibe raspeln. Gurkenraspel ausquetschen und mit dem Joghurt vermischen. Salzen, pfeffern. Knoblauchzehe hineinquetschen. Unterheben und kalt stellen.

Salat und Tomaten waschen. Salat fein in Streifen schneiden. Tomaten in Scheiben schneiden. 1 Zwiebel schälen und in feine Ringe schneiden.

Nach der Marinierzeit: Fleisch in einer beschichteten Pfanne bei großer Hitze scharf anbraten. Hitze herunterdrehen und Fleisch unter ständigem Wenden in etwa 3-4 Minuten fertig garen.

Währendessen Brottaschen im Umluftofen oder auf dem Toaster noch mal aufwärmen.

Wolle scharf? Eine Brottasche nehmen, auseinanderbiegen und auf einer Seite mit 1 EL Harissa bestreichen.

Etwas Salat, Tomate, Zwiebelringe in die Tasche geben. Zum Schluss Fleisch dazugeben und mit der Joghurtsauce garnieren.

Wolle noch mehr scharf? Etwas Pul Biber darüberstreuen.

Brottasche fest zusammendrücken, reinbeißen und Hmmmmmm…..

Nicht sehr fotogen aber ordentlich würzig (macht einen Mörder-Brand!), frisch und vertrauenswürdig.

Und Ihr so? Wolle scharf? Oder vegetarisch? Mit Zwiebeln oder ohne? Oder habt Ihr vielleicht sogar eine Döner-Bude, die Ihr mir empfehlen könnt?

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Heute hat übrigens Hans Christian Andersen Geburtstag.

(By Thora Hallager (1821-1884), via Wikimedia Commons)

Der große dänische Märchenerzähler und spitzzüngige Poet hat u.a.  Des Kaisers neue Kleider, Die Nachtigall oder  Die kleine Meerjungfrau verfasst, die mich schon als Kind zum Heulen gebracht hat. Und wenn ich heute mal den ganzen Tag in High Heels unterwegs war, erinnere ich mich immer an die kleine Nixe, die ihren schönen Schwanz für zwei Beine eingebüßt hat, dafür aber bei jedem Schritt Schmerzen wie durch Messerstiche aushalten musste. Welche Frau würde sich da nicht wiedererkennen?

Aber kennt Ihr auch das Märchen vom Tölpel-Hans?

Tölpel-Hans, der dritte und meistens verheimlichte Sohn eines Gutsherren, will – wie seine beiden Brüder auch – um die Hand der Königstochter anhalten. Auf seinem Weg dorthin (auf einem Ziegenbock reitend!) sammelt er allerhand Zeug am Wegesrand ein, bis er zum Schloss kommt. Dort ernten all die gut vorbereiteten Bewerber von der Königstochter nur ein “Der taugt nichts! Fort, hinaus mit ihm!”. Die Brüder des Tölpel-Hans, die über die Hitze im Palast lamentieren, verwirrt die Königstochter mit der Aussage “Jawohl, mein Vater brät heute aber auch junge Hähne!” Das wirft die gut vorbereiteten Bewerber völlig aus der Bahn. Was sollen sie nur auf so einen Nonsense antworten?

Beim unbedarften Tölpel-Hans läuft das Ganze fast schon surreal ab:

“Nun kam Tölpel-Hans dran. Er ritt auf dem Ziegenbock geradeswegs in den Saal hinein. “Na, das ist doch eine Mordshitze hier!”, sagte er. “Jawohl, ich brate aber auch junge Hähne!”, rief die Königstochter. “Ei, das ist schön”, erwiderte Tölpel-Hans, “dann kann ich ja gleich eine Krähe mitbraten?” “Mit dem größten Vergnügen”, antwortete die Königstochter; “aber hast du auch etwas, worin du sie braten kannst? Ich habe weder Topf noch Tiegel.” “Oh, das habe ich”, sagte Tölpel-Hans. “Hier ist mein Kochgeschirr”, und er zog den alten Holzschuh hervor und legte die Krähe hinein. “Das ist ja ein ganze Mahlzeit”, sagte die Königstochter, “aber wo nehmen wir die Brühe her?” “Die habe ich in der Tasche!”, rief Tölpel-Hans. ” Ich habe so viel mitgebracht, dass ich sogar noch etwas wegwerfen kann!” Und nun goss er etwas Schlamm aus der Tasche heraus. “Das gefällt mir”, sagte die Königstochter. “Du kannst wirklich reden und antworten, ich will dich also zum Manne haben! (…)”

Ist das nicht klasse? Schlagfertigkeit, Humor und Chuzpe werden belohnt – zumindest im Märchen. Die gelackten Strategen können sich ver***en: Fort, hinaus mit ihnen! Ach, wenn es doch nur im echten Leben auch so wäre!

Was im echten Leben tatsächlich so ist: Wann immer ein Brathendl im Ofen schmort, denke ich an “Mein Vater brät heut’ junge Hähne!”. Wahrscheinlich, weil das meine Mutter schon immer gesagt hat, wenn Hähnchenduft aus der Küche durch’s ganze Haus zog. Und auch unser alter Kater Nemo sitzt fasziniert vorm Backofen und guckt den Hähnchen beim Knusprigwerden zu. Gibt es etwas Besseres als Brathähnchenduft?

Einer der ersten – und vielleicht größten – Liebesbeweise des bEdW war, als er mir im Hofbräu-Biergarten am Wiener Platz in München ein riesiges Stück knusprigster Hendl-Haut abgegeben hat. So einen Mann MUSS man doch lieben, oder?

Und so haben wir neulich junge Hähne gebraten, bzw. ein halbes Hühnchen:

Die Marinade für das Hähnchen bestand aus folgenden Zutaten:

Olivenöl

Meersalz

Pfeffer

einem Spritzer Worcester Sauce

Ras el Hanout

Nachdem das Hähnchen ordentlich eingerieben wurde mit der Marinade. Haben wir es auf aufgeschnittene Zitronenscheiben, einige Knoblauchzehen und Schalotten gesetzt, damit es auch von unten Aroma abbekommt.

Gegart wird es dann im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen. Je nach Größe kann das ca. eine Stunde dauern. Ihr solltet das Hähnchen gut im Auge behalten. Gar ist es, wenn beim Anstechen nur noch klarer Saft austritt.

Dazu hat mir (der bEdW blieb bei Bier) ein Riesling von der Mosel geschmeckt:

Ich bin ja nicht so der Riesling-Fan, was an der Säure liegt, die ich oftmals einfach nicht vertrage, obwohl mir die Weine sehr gut schmecken. Glücklicherweise gibt es aber Riesling-Varianten, die mit weniger Säure daherkommen, eine schöne Mineralität (z.B. dank Schieferböden) mitbringen und trocken, spritzig das Beste aus der Region ins Glas bringen. Der Schiefer – Projekt Terroir Hessen-Riesling vom Weingut Ottes ist so eine Ausnahme, die mir köstlich schmeckt.

Und eben der – ebenfalls auf Schiefer gewachsene – 2011 URBAN Riesling* vom Weingut St. Urbanshof. Nik Weiß führt das Weingut in der 3. Generation und bringt auch gleich mal eine 10-Punkte-Philosophie mit: Terroir (Schiefer, my love!) dämmt die Säure, Riesling ist das A und O in der Region, auf Technik und Chemie zugunsten des traditionellen Handwerks verzichten, Wein benötigt Zeit….

Mir gefällt besonders gut, dass die sonnenverwöhnte Mosel und der Schiefer die Säure eindämmen, die mir sonst beim Riesling immer sehr zu schaffen macht. Dabei bleibt der URBAN trotzdem krachig-trocken und mit sehr angenehmen Fruchtaromen, beispielsweise Aprikose, die fast schon ein bisschen Chardonnay vorgaukeln. Mit “nur” 11,5% ist er auch deutlich weniger alkoholhaltig als andere neue Weißweine, die oft mit 13 oder 14% ordentlich in die Birne fahren.

Ein für mich persönlich sehr angenehme Riesling-Entdeckung, die perfekt zu Geflügel passt und auch mit den würzigen Aromen des Brathähnchens klarkommt.

*Der 2011 URBAN Riesling wurde mir freundlicherweise von Hawesko zum Test zur Verfügung gestellt. Dort ist er für 8,90€/Flasche erhältlich.

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Bushcook’s Kitchen, eines meiner Lieblings-Food-Blogs wird zwei Jahre alt (unglaublich, was Dorothée aka Bushi in dieser Zeit alles geschafft geschaffen hat!). Herzlichen Glückwunsch, meine Liebe! Mögest Du noch viele Jahre Spaß am Bloggen haben – vor allem aber auch am Kochen und Essen! Wie schön, dass wir an Deinen kulinarischen Entdeckungen teilhaben dürfen :)

Ich durfte Dorothée ja schon bei der Weinrallye #59 mit einer Flasche Wein be”wichtel”n. Jetzt reiche ich ihr etwas nach für ihr Geburtstagsmenü. Anfang April wird nämlich weiter gefeiert: in einem offenen Haus dürfen die Gäste kommen und gehen, bleiben, essen, trinken, auf das Geburtstagskind anstoßen und feiern! Was für eine schöne Idee.

Dafür wünscht sie sich die passenden Rezepte: also gut vorzubereiten und auch noch hübsch anzusehen, wenn der Teller schon etwas auf dem Buffet gestanden hat.

Ich hab da was für Dich, Dorothée: Mit würzigem 7-Meere-Curry marinierte Hähnchenschenkel und ein fruchtiger Limetten-Dip.

(Also, lange stehen die nicht! Aber theoretisch schmecken sie warm und kalt und auch noch am nächsten Tag. Falls nicht vorher einer an den Kühlschrank geht und heimlich nascht!)

Der Clou ist die Marinade. Dafür brauchen wir erstmal ein 7-Meere-Curry*. Das heißt so, weil Gewürze früher über alle sieben Weltmeere transportiert und teilweise wertvoller als Gold waren. Wer an dem Curry riecht, wird wissen, warum. So exotisch riecht es sonst auf Basaren und anderen exotischen Märkten. Oder eben in Dorothées Küche, wenn sie fleißig mörsert.

Liebe Bushi, das Curry kannst Du wirklich schon Wochen vorher ansetzen, in einem Glas verschließen und dunkel lagern. Dann geht die weitere Zubereitung ganz schnell!

Für das Currypulver brauchst Du:

6-8 Kapseln weißer Kardamom (das ist gebleichter grüner Kardamom, der etwas milder schmeckt. Alternativ geht grüner)

6 EL Koriandersamen

3 EL Cuminsamen

1,5 EL Selleriesamen (teilweise ersetzbar durch Selleriesalz)

1 Zimtstange

6-8 Nelken

1 EL Chilipulver

So geht’s: Alle Gewürze außer dem Chilipulver in einer trockenen Pfanne ohne Öl anrösten und anschließend im Mörser fein zerreiben. Anschließend das Chilipulver unterheben.

Das Currypulver passt herrlich zu Lammgerichten, Gegrilltem, im Hackfleisch für würzige Burger-Frikadellen oder für Gyros hausgemacht. Auch eine Prise über Kartoffeln gibt einen tollen Kick. Aber jetzt machen wir erstmal weiter mit den Hähnchenschenkeln!

Zutaten:

1 EL 7-Meere-Curry

8 Hähnchenunterschenkel (oder Flügel oder Hühnchenbrust in Streifen geschnitten oder…)

1 TL Ingwer-Knoblauch-Paste (alternativ: 1/2 Knoblauchzehe, 1/2 cm Ingwer geschält, beides feinstmöglich gehackt)

ordentliche Prise Salz

250 gr Naturjoghurt (3,5% Fett)

Saft von 1/2 kleinen Zitrone

So geht’s: Die Hähnchenschenkel von der Haut befreien und nebeneinander in eine Glas- oder Porzellanschale legen. Die Marinade darübergießen und schön in das Fleisch massieren. Das Fleisch sollte von allen Seiten gut mit dem Joghurt bedeckt sein. Jetzt mit einer Frischhaltefolie abdecken und mindestens 6 Stunden marinieren lassen – besser über Nacht!

Nach der Marinier-Zeit den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Ein Blech mit Alufolie auslegen und auf die unterste Schiene schieben. Die Hähnchenteile gut abstreifen und auf einen Grillrost legen und auf der mittleren Schiene in den Backofen schieben. Je nach Größe der Fleischstücke etwa 40 Minuten garen. Zum Schluss noch mal 5 Minuten unter den Grill schieben. Dunkle Flecken sind Tandoori-Style und gewollt!

Während der Garzeit schnell den Limetten-Dip anrühren:

250 gr Naturjoghurt

Saft 1/2 Limette

Limettenabrieb

Salz

Chiliflocken

Joghurt, Limettensaft und Salz gut verrühren. Abrieb und Chiliflocken zum Schluss auf den Joghurt geben.

Der Dip ist schön frisch und fruchtig zu den würzigen Hähnchenteilen.

Dazu passt außerdem Naan, Pitabrot oder natürlich auch türkisches Fladenbrot. Und falls doch was übrig bleibt, ist das Hähnchenfleisch am nächsten Tag auch sehr lecker auf einem Sandwich mit etwas Chutney und einem Blatt Salat. Hmmm…

Weil zu so richtig scharfen indischen Hähnchenteilen kein Wein passt, sondern bestenfalls Bier, bringe ich zur Open-Door-Party übrigens noch eine Flasche Spicy Ginger Ale mit:

Das Zeug stammt aus Berlin und wird z.B. bei Karstadt Perfetto vertrieben. Es ist so scharf und so ingwer-ig, dass man schon ein ziemlicher Ginger-Ale-Fan sein muss, um es zu mögen. Weicheier probieren vielleicht erstmal das würzig-süße “normale” Ginger-Ale von Thomas Henry (der übrigens die geniale Kombination Kohlensäure & Wasser erfand!).

Alles Liebe zum (Blog)-Geburtstag und viel Spaß bei Deiner Open-Door-Party, liebe Dorothée. Ich hoffe, Deinen Gästen schmecken die würzig-exotischen Hähnchenschenkel mit fruchtigem Limetten-Dip!

* Das 7-Meere-Curry hat uns meine Ma geschenkt! Die haben wir nämlich infiziert mit der ganzen Gewürzmischungs-Geschichte. Einen ordentlichen Mörser hat sie natürlich auch. Das Rezept stammt aus dem Buch “Das Handbuch der Gewürze: Würzkunst, Warenkunde und 100 Rezepte” von Sally Morris und Lesley Mackley. Meine Ma ist so begeistert von den Rezepten, dass wir uns das Buch unbedingt besorgen wollen.

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