Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Suppe’ Category

Mel von der Gourmetguerilla sucht Gute-Laune-Suppen. Und da muss ich Euch einfach noch mal mit meinem Gazpacho-Rezept beglücken. Denn Gazpacho ist und bleibt meine Lieblingssuppe!

gazpacho

Nicht, dass ich nicht eine indisch-scharfe Linsensuppe, eine wandlungsfähige Kartoffelsuppe oder eine sauer-scharfe China-Suppe zu schätzen wüsste. Es gibt ja sogar eine eigene Suppen-Kategorie hier im Blog, wo Ihr viele Rezepte für echte Gute-Laune-Suppen findet!

Aber mit Gazpacho verbinde ich einfach wunderschöne Sommertage, meine erste eigene Wohnung im geliebten Münchner Stadtteil Schwabing, laue Abende vorm “Centro Espanol” in Sendling und überhaupt ganz viele Erinnerungen an München. Mehr dazu könnt Ihr hier noch mal nachlesen.

Aber für alle, die jetzt neugierig geworden sind, gibt es hier noch mal schnell DAS Rezept, das in jedem Sommer wieder und wieder verwendet wird. “Es is’ Sommer. Sommer in der Stadt…

Zutaten für 4 große Portionen:

3 Paprikaschoten (1 gelb, 2 rot – nicht grün, sonst wird die Suppe braun!)

2 Salatgurken, geschält
3 400ml Dosen Tomaten (im Sommer gerne frische, aromatische.)
3 Knoblauchzehen, geschält und grob gehackt
1  Zwiebel, geschält und grob gehackt
1 scharfe, rote Chilischote, entkernt und gehackt (würzt lieber hinterher noch nach. Durch das Pürieren wird die Schote richtig scharf!)
4 Scheiben Weißbrot ohne Rinde vom Vortag (oder Toastbrot. Wer spontan “kochen” will lässt die Scheiben etwas im Umluftbackofen austrocknen)

Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Tabasco

3 EL Olivenöl

3 EL Rotweinessig

4-6 Eiswürfel

Beilagen: etwas gewürfelter Schinken, gewürfelte Gurken, gewürfelte Tomaten, Baguette – es geht aber auch ganz ohne!

Zubereitungszeit: 20 min plus Kühlzeit (mind. 1 Std.; schneller geht es, wenn das Obst schon gut gekühlt ist)

Zubehör: eine große Schüssel oder Topf, Pürierstab

So geht’s:

Das Gemüse schälen, entkernen und würfeln. Wer mag, hält von der Paprika und der Gurke je ein kleines Stück bzw. einige Würfel zurück. Das gibt dann die Einlage für die Suppe.

Das Gemüse, Zwiebeln, Chili, Knoblauch in eine große Schüssel geben und mit Rotweinessig, Olivenöl, Salz, Tabasco und Pfeffer würzen.
Das Brot einige Minuten in Wasser einweichen, das Wasser ausdrücken und in die Schüssel geben. Alles mit dem Pürierstab pürieren, die Eiswürfel dazugeben und für mindestens eine Stunde kalt stellen.

Vor dem Servieren noch mal abschmecken und gegebenenfalls nachwürzen. Die übrigen Gemüseteile fein hacken und als Deko dazugeben. 2 Eiswürfel in jeden Teller geben, einen EL Olivenöl darübergeben und mit Baguette servieren.
Fleischesser können auch rohe Schinkenwürfel in die kalte Suppe geben.

Ich freue mich auf viele tolle neue Gute-Laune-Suppen-Rezepte. Aber an meinem Gazpacho wird nicht gerüttelt!

Badge_Suppen_Unterzeile

 

Read Full Post »

Das Stretching hat noch nicht so ganz gewirkt. Aber ich will auch endlich mal wieder frische Rezepte hier sehen – und nicht immer nur das Pause-Unlust-Rückblick-Dingens. Also deshalb:

HAPPY NEW YEAR!

Und los geht’s!

Nach all den herzlichen, aufmunternden, freundlichen, anstupsenden und unterstützenden Kommentaren sowie den Glückwünschen zu meinem 2. Platz beim “Blogger des Jahres 2013″ will ich Euch jetzt auch endlich mal wieder was auf den Teller geben und nicht nur die Ohren vollsülzen! Vielen Dank für Euren Support, Ihr Lieben!

Was wäre da als kleiner, schneller Einstieg besser geeignet als die Häppchen, die es bei uns an Silvester gab? Wir hatten nämlich einen tollen Start in das neue Jahr: mit lieben Freunden, gutem Essen, einem Rundumblick auf das Wiesbadener Feuerwerk und und und. 2014 wird gerockt! Und kulinarisch haben wir damit schon vor Mitternacht angefangen.

Los geht es mit einer kalten Gurken-Wasabi-Suppe, die der bEdW schnell als Begrüßungsschluck gemacht hat. Ich habe nämlich drauf bestanden, dass es schon zur Begrüßung was gibt, damit ich wir nicht so ausgehungert sind :)

Inspirieren ließ er sich von dem Heft “Lust auf Genuss – Köstlichkeiten fürs Buffet” (13/2013). Wir mögen die Reihe wirklich gerne. Eigentlich nehmen wir uns jeden Monat eines mit – außer wenn es um Süßkram geht – und kochen immer etwas daraus. Außerdem kann man die Hefte gut sammeln und immer mal wieder nachschlagen, weil sie nicht so viel Platz wegnehmen.

Gut kaltstellen lässt sich die Suppe in ausrangierten San-Bitter-Fläschchen, die zur Feier des Tages mit den süßen Sternen-Strohhalmen von Partyerien serviert wurden. Statt der empfohlenen Papadams gab’s die Gemüse-Chips von Tyrrell, weil die so hübsche Farben haben und lecker schmecken. Schon mal probiert?

Für 4 nicht ganz volle San-Bitter-Fläschchen braucht Ihr folgende (von uns leicht abgewandelte) Zutaten:

1/2 Salatgurke

400 gr Naturjoghurt (3,8%)

1/2 Bund Petersilie

1 TL Wasabi-Paste (Asia-Laden)

Weißweinessig

Salz

6 EL neutrales Pflanzenöl

Optional: Zum Garnieren sehen schwarze Sesamsamen auf der Suppe schön aus.

Zubereitungszeit: ca. 20 min (plus Kühlstellen)

Zubehör: Schüssel, Pürierstab oder Blender, vier Gläschen, Fläschchen oder Espressotassen zum Anrichten.

So geht’s:

Gurke (am besten aus dem Kühlschrank) waschen und mit Schale fein pürieren. 100 gr des Joghurts dazugeben. Petersilie (gewaschen und grob gehackt) sowie das Wasabi ebenfalls in den Blender geben und alles nochmals pürieren. Die Masse in einer Schüssel unter den restlichen Joghurt rühren. Mit Salz, Essig und ggf. noch etwas mehr Wasabi abschmecken. Zum Schluss alles durch ein feines Haarsieb streichen, in die Gläschen füllen und kühl stellen.

Gurke und Joghurt sind erfrischend, der Wasabi sorgt für den überraschenden Kick. Mit einem crunchy Gemüse-Chip dazu ein toller Start in einen wunderschönen Abend – und in ein hoffentlich für alle glückliches Jahr 2014.

Raclette oder Fondue? Buffet oder Gulaschkanone? Was gab’s bei Euch zu Silvester?

Read Full Post »

Wunderbare Hühnersuppe

Seit den alten Ägyptern, also durch die Jahrhunderte hinweg, und in fast allen Kulturen dieser Erde ist Hühnersuppe ein beliebtes Gericht. Dabei schmeckt sie nicht nur mild-würzig, sondern hat scheinbar auch wirklich entzündungshemmende Wirkung. Wie und warum Hühnersuppe bei Krankheiten hilft, hat die Forschung immer noch nicht herausgefunden. Aber wer mal während einer Erkältung eine heiße, selbst gekochte Hühnersuppe geschlürft hat, schwört auf die Wirkung. Vielleicht hilft ja auch die Liebe, mit der die Suppe zubereitet wurde. Oder das Gefühl, etwas Warmes aus guten Zutaten im Magen zu haben. Who knows?

Kocht sie auf jeden Fall selbst und lasst die Tüten voller Geschmacksverstärker im Regal stehen. Das freut auch den lokalen Geflügelhändler!

hühnersuppe

Für einen großen Topf Hühnersuppe braucht Ihr folgende Zutaten:

1 Hühnchen (sagt Eurem Geflügelhändler, was Ihr vorhabt. Dann kann er Euch das richtige Hühnchen empfehlen!)

1 Lorbeerblatt

1 Zwiebel

Salz

6 Pfefferkörner

1 Bund Suppengrün (Karotte, Lauch, Sellerieknolle)

1l Hühnerbrühe (selbstgemacht)

100gr kurze Nudeln (Farfalle, Penne Rigate o.a.)

2l Wasser (oder weniger – je nach Größe des Hühnchens)

einige Stengel Petersilie

Zubereitungszeit: ca. 75 min

Zubehör: 1 großer Topf (ausreichend, damit das Huhn Platz hat)

So geht’s:

Wasser im Topf zum Kochen bringen. Hühnchen und Gewürze hinzugeben. Zwiebel schälen, halbieren und hinzugeben. Etwa 45 – 60 min auf niedriger Hitze köcheln lassen, bis das Hühnchen gar ist.

Hühnchen herausnehmen und abkühlen lassen. Kochwasser weggießen. Haut entfernen, Fleisch vom Knochen lösen.

Hühnerbrühe im gleichen Topf erhitzen und zum Köcheln bringen. Gemüse kleinwürfeln und hinzugeben. Etwa 10 min garen. Nudeln hinzugeben und je nach Packungsangabe garen. Suppe mit Salz, Pfeffer, Worcester Sauce abschmecken.

Hühnerfleisch in der Suppe erhitzen. Mit einer großen Suppenkelle in Schalen abfüllen und mit Petersilie garnieren.

ALTERNATIVE ZUBEREITUNG:

Wer noch keine eigene Hüherbrühe im Haus hat, muss natürlich einige Schritte früher mit der Zubereitung beginnen:

Hühnchen in kaltem Wasser im Topf ansetzen. Zusätzlich aber das Suppengemüse (grob gehackt) gleich dazugeben. Außerdem von den Gewürzen (Salz, Pfeffer, Lorbeerblatt) etwas mehr nehmen als oben angegeben. Alles zusammen langsam aufkochen lassen und langsam garen. Dabei den entstehenden Schaum mit einer Kelle abschöpfen. Dann Hähnchen herausnehmen, die Brühe aber natürlich NICHT wegschütten, sondern durch ein Sieb gießen und etwas einkochen lassen.

Ich wünsche allen, die gerade an einer Herbst-Erkältung herumkurieren, gute Besserung!

Read Full Post »

Es wird Herbst…

Zeit, um sich mal ein bisschen mit dem Thema “Suppe” zu beschäftigen… Bin gespannt auf dieses Rezensionsexemplar aus dem Kosmos-Verlag.

20130906-172214.jpg

Read Full Post »

Als wir unser thailändisches Weihnachtsmenü zusammengestellt haben, haben wir eine Suppe wieder verworfen: Gaeng Preowan Tao Hou aus “Stylish Thai in Minutes”. Die Suppe ist herrlich leicht, aromatisch und schnell zuzubereiten. Allerdings war sie zu dem säuerlichen Kaeng Phanaeng Neua dann doch zu sauer.

Als schnelles, leichtes Abendessen ist sie jedoch perfekt!

Im Original wird die Suppe mit 110 gr weichem weißen Tofu zubereitet. Wir hatten aber keinen mehr im Vorrat und hatten zudem Lust auf Garnelen, die wir noch im TK-Fach hatten. Ursprünglich ist die Suppe aber rein vegetarisch.

Für unsere Variante, die für 2 als leichtes Abendessen reicht oder für 4 in einem mehrgängigen Asia-Menü, benötigt Ihr folgende Zutaten:

500 ml hausgemachte Gemüsebrühe

2 TL Mehl

8 gegarte Garnelen ohne Kopf und Schale, entdarmt

4 EL in kurze Streifen geschnittene Bambuswurzel (Asialaden. Bitte nicht die eingelegten, geschnittenen verwenden)

1 rote Paprikaschote, entkernt und in kleine Rauten geschnitten

2 Frühlingszwiebeln, fein in Scheiben geschnitten

1 EL leichte Sojasauce

1 EL Reisessig

1 TL Palmzucker

1/2 TL weißer Pfeffer

etwa 25 gr eingelegter Kohl (“pickeled cabbage”, Asialaden), grob gehackt

So geht’s:

Brühe in einem Topf zum Kochen bringen und das Mehl einrühren, um sie etwas anzudicken. Alle weiteren Zutaten einrühren und erhitzen. In Suppenschalen servieren.

Das Ganze geht so schnell, dass man kaum zum Tischdecken kommt während der Zubereitung. Die Säure mag nicht jedermanns Sache sein, aber sie macht die Suppe herrlich erfrischend. Eine echte Bereicherung für unser Küchen-Repertoire.

Read Full Post »

Unser Weihnachtsmenü 2012 war erstmals komplett asiatisch ausgerichtet. Der Bruch mit der Tradition kam gut an, weshalb ich in loser Reihenfolge die Rezepte gerne mit Euch teile.

Trotz frühlingshafter Temperaturen wärmten wir die Familie erstmal mit einer Tom Kha Gung auf, bevor es den Yam Gai (Hühnchensalat) und einen vietnamesischen Oktopus-Salat zum Abkühlen gab.

Die Tom Kha Gung ist die etwas seltener auftauchende kleine Schwester der Tom Kha Gai, die es in teils absurden unterschiedlichen Qualitätsstufen heute in fast jedem Thai-Restaurant gibt. Dabei bin ich leider schon oft auf grauslige Kokos-Glutamat-Schleudern getroffen. Aber ich hatte auch das Glück, gegenüber von einer der besten Tom Kha Gais in ganz München (und darüber hinaus) zu wohnen.

Einen ersten Eigenversuch habe ich schon mal hier verbloggt. Allerdings erschien mir die Suppe damals fad und langweilig, aber keinesfalls eines Weihnachtsmenüs würdig!

Der bEdW und ich haben also das Internet durchforstet, gefühlte 3000 Rezepte gesichtet, vorgekocht und ausprobiert – und eine wirklich aromatische, schmackhafte Variante hinbekommen, die mittlerweile als absolut idiotensicher gelingsicher bezeichnet werden darf.

Für zwei Personen als Hauptgericht benötigt Ihr folgende Zutaten:

2 Stengel Zitronengras

600 ml Hühner- oder Gemüsebrühe

400 ml Kokosmilch

4-6 Kaffirlimettenblätter

7-10 Scheiben Galgantwurzel

1 Schalotte, geschält und in Ringe geschnitten

200 gr rohe Bio-Garnelen (ohne Kopf aber mit Schale)1,5 TL rote Currypaste

4 Pilze (z.B. braune Champignons)

6-8 Babymaiskölbchen

Korianderblätter

einge Spritzer Limettensaft

Salz

Fischsauce

1 TL Palmzucker

Die Zubereitung geht so fix, dass man die Suppe auch abends noch nach der Arbeit kochen kann:

Garnelen falls nötig entdarmen und soweit pellen, dass nur noch das “Schwänzchen” hinten dranbleibt. Von den Zitronengrasstengeln trockene Teile abschneiden und das dicke Ende platt klopfen oder einritzen. Babymaiskölbchen mit heißem Wasser überbrühen und 1-2 Minuten ziehen lassen. Korianderblätter waschen und von den Stengeln zupfen.

Jetzt in einem ausreichend großen Topf die Brühe und die Kokosmilch aufkochen lassen. Schalotte, eine Prise Salz, Palmzucker, das Zitronengras, die Galgantscheiben und die Kaffirlimettenlätter bei reduzierter Hitze etwa 10 min köcheln lassen. Jetzt die Currypasste gut in der Suppe auflösen. Jetzt die Maiskölbchen und die Garnelen hinzugeben. Wenn die Garnelen schön rosig sind, Pilze in die Suppe geben und mit Fischsauce, Limettensaft und ggf. noch etwas Zucker abschmecken.

Die Suppe in tiefe Schalen füllen und mit den Korianderblättern garniert servieren.

Achtung! Die Suppe wird zwar mit allem serviert. Galgant, Zitronengras und Kaffirlimettenblätter kann man aber nicht mitessen!

Ein herrlich scharfes und exotisches Süppchen, das wie gemacht ist für kalte Wintertage…

 

 

 

Read Full Post »

Fröhliches neues Jahr, Ihr Lieben! Ich hoffe, Ihr seid gut  “reingerutscht”! Möget Ihr im neuen Jahr immer einen heißen Teller Suppe (ok, im Sommer lieber kalte!) zur Hand haben…

An einem knackig-kalten Herbstwochenende waren wir im Westerwald und haben uns im Hotel Röttger in Rennerod herzhafte Wild-Dauerwürstchen mitgenommen – die perfekte Einlage für einen winterlichen Wirsingeintopf.

Für einen großen Topf benötigt Ihr folgende Zutaten (Reste lassen sich prima einfrieren):

1 kleiner Wirsing

4 festkochende Kartoffeln, geschält und grob gehackt

150 gr gemischtes Hackfleisch

eine Scheibe Pancetta, kleingeschnitten

2 Zwiebeln, in Ringe geschnitten

1 l Gemüsebrühe

1 EL Pflanzenöl

Salz, Pfeffer, Muskatnuß

optional: Wildknacker oder andere herzhafte Wurst-Einlage (Bratwurst, Salami, Landjäger…)

Zubereitung:

Öl in einem großen Topf erhitzen. Pancetta auslassen. Zwiebeln und Hackfleisch anbraten. Wirsing waschen, abtropfen und grob hacken. Zusammen mit den Kartoffeln in den Topf geben. Mit Gemüsebrühe aufgießen und mindestens 20 Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.

Die Suppe ist fertig, sobald die Kartoffeln gar sind.

In großen Suppenschalen anrichten und die Wildknacker hineinschneiden.

Dazu passt eine dicke Scheibe Sauerteigbrot. Durch das Fleisch und die Kartoffeln benötigt der Eintopf aber keine Beilage.

Und womit wärmt Ihr Euch nach einem Winterspaziergang auf?

Read Full Post »

Kulinarischer_Advents%0d%0a kalender_2012_-_Türc%0d%0a hen_12

“Meine Suppe ess’ ich nicht! Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!” Man, was hat mich der Suppenkaspar im “Struwwelpeter” genervt als Kind. Andere Figuren fand ich ja ziemlich spannend: Der fliegende Robert mit seinem Schirm (würde das auch bei mir klappen?), die zündelnde Pauline mit ihren Kätzchen (“Miau-Mioh, Miau-Mioh”) …

Auch das Daumenabschneiden fand ich dermaßen grotesk übertrieben, dass mir – ganz Kind der späten 70er – der autoritäre Erziehungsansatz des Frankfurter Arztes und Struwwelpeter-Autors Heinrich Hoffmann keine Angst machte. Eher fand ich die Mutter ein bissl strange: “Konrad, sagt die Frau Mama, ich geh’ aus und Du bleibst da!” Wie ist’n die drauf?

Gekippel auf dem Stuhl wie beim Zappelphilipp war eine zeitlang Volkssport bei meiner Schwester und mir. Fingernägel- und Haareschneiden fand ich sowieso doof. (Unser Dorffriseur Herr Kuhn hatte jedenfalls das kratzigste Kreppband für den Hals, das man sich vorstellen kann.) Volle Sympathie also für den Struwwelpeter!!

Später im Studium der Kinder- und Jugendbuchforschung (Wer hat da gerade “Orchideen” gesagt??) waren dann der Struwwelpeter und seine Adaptionen, die so genannten Struwwelpetriaden, immer wieder Thema. Ein Besuch im Frankfurter Struwwelpeter-Museum kann ich noch heute jedem empfehlen.

Einzig den Suppenkaspar fand ich immer schon komisch. Was hat der gegen Suppe? (Null Toleranz übrigens gegenüber Leuten, die von sich selbst sagen: “Ich bin ein richtiger Suppenkaspar!”. Leute, der Suppenkaspar mochte Suppe NICHT. Himmel!)H Hoffmann Struwwel 18

(Heinrich Hoffmann [Public domain], via Wikimedia Commons)

Ich jedenfalls war immer schon Suppenfan. Ob als Gemüsecremesuppe, klarer Erbensuppe mit Eierschwämmchen oder Linsensuppe mit Frankfurter Würstchen – in Suppenform nahm ich sogar Sachen zu mir, die ich sonst nie im Leben gegessen hätte (Außer Rosenkohl! Das bleibt bis heute so!).

Deswegen freue ich mich auch immer aus Suppen-Neuentdeckungen from all over the world. Denn Suppen gibt’s in fast jeder Kultur: Auf’s Feuer stellen, aus wenig viel machen, Resteverwertung, schmackhaft, mit Wasser strecken und noch ein paar Mäuler mehr füttern… Perfekt in allen Epochen, in allen Ecken der Welt. 

Für Zorras jährlichen Adventskalender, an dem ich die Freude habe teilnehmen zu dürfen, habe ich Euch einen orientalischen Eintopf ausgesucht, der sich fast von selbst macht, während Ihr Päckchen schnürt, den Tannenbaum schmückt oder letzte Geschenke sucht. Apropos Geschenke: Bei Zorra gibt es heuer jede Menge Geschenke zu gewinnen. Unbedingt reinschauen und mitmachen! Das lohnt sich echt!

Außerdem sorgen jede Menge herrliche Gewürze dafür, dass ordentlich aufgeräumt wird im Magen. Bei all dem fetten Essen im Advent nicht zu verachten!

Darf ich vorstellen: Harira, ein nordafrikanischer Lammeintopf mit Kichererbsen und Koriander.

Harira

Harira ist im Ramadan häufig das Erste, was Gläubige seit dem Sonnenaufgang zu sich nehmen. Kein Wunder also, dass der Eintopf ein richtiger Sattmacher ist. Aufwärmen und Einfrieren ist auch kein Problem. Die perfekte Suppe also für stressige Zeiten!

Ich habe aus den verschiedensten Harira-Rezepten und eigenen Vorlieben die für uns schmackhafteste Zusammenstellung gefunden. Ihr könnt aber natürlich variieren und beispielsweise Lamm durch Rind ersetzen, weniger Schärfe reingeben oder Koriander weglassen etc.

“Unsere” Zutaten für 4 Personen:

400 gr aus der Lammschulter, in mundgerechte Stücke geschnitten

2 Zwiebeln, fein gehackt

3 Knoblauchzehen, fein gehackt

600 ml Rinderfond

800 gr Kichererbsen aus der Dose (getrocknete sonst am Abend vorher einweichen!)

2 EL Olivenöl

1 EL Harissa (scharfe Paprikawürzpaste, die es u.a. in türkischen Supermärkten gibt)

1 EL Pul Biber (getrocknete scharfe Paprikaflocken, ebenfalls in türkischen Läden erhältlich. Alternativ 1 TL  Cayennepfeffer)

1 TL Ingwer, fein gehackt oder gerieben

1 EL brauner Zucker

1/2 TL Garam Masala (Alternativ: Ras el Hanout oder notfalls weglassen)

2 TL Cumin (Kreuzkümmel, gemahlen)

2 TL Paprikapulver edelsüß

1/2 TL gemahlene Nelken

1 Lorbeerblatt

2 EL Tomatenmark

ca 700 gr stückige Tomaten aus der Dose

Salz, Pfeffer

Pro Person 1 EL schwarze Oliven ohne Stein, gehackt

Korianderbläter, fein gehackt, zum Garnieren

Joghurt, zum Garnieren

So geht’s:

Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Tomatenmark darin anrösten. Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer glasig andünsten. Dann Lammstücke portionsweise scharf anbraten und komplett in den Topf geben. Alle Gewürze, Lorbeerblatt und den Zucker zugeben, mit dem Fleisch und den Zwiebeln vermischen, bis es richtig heftig duftet in der Küche!

Rinderfond zugießen, umrühren und zum Kochen bringen. Kichererbsen und die Tomaten hineingeben, umrühren und alles zugedeckt bei mittlerer Hitze etwa 90 Minuten köcheln lassen. Zwischendrin immer mal umrühren, Duft einatmen und prüfen, ob das Fleisch schon zart ist. Gegebenenfalls mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die fertige Suppe in tiefe Schalen füllen und mit den gehackten Oliven, einem Klecks Joghurt und den gehackten Korianderblättern servieren. Dazu passt natürlich herrlich türkisches Fladenbrot und – weniger authentisch – ein eiskaltes Bier!

Ich wünsche Euch und Euren Lieben eine friedliche Vorweihnachtszeit, kuschelige Feiertage und einen guten Rutsch in ein glückliches 2013.

Read Full Post »

Vietnam muss ein Königreich für Suppen-Fans sein! Wir können jedenfalls kaum erwarten, einmal dorthin zu reisen, so begeistert sind wir von den Suppen, die wir bisher in unserem Lieblingsrestaurant “Jasmin” gegessen oder selber zubereitet haben. Eine großartige Rezept-Quelle ist übrigens das bereits häufig an dieser Stelle empfohlene GU-Kochbuch “Vietnam: Küche und Kultur”.

Eine interessante Suppenvariante ist Chao Bap Voi Tom Thit, eine Suppe mit Mais und Shrimps, die sehr schnell zubereitet werden kann (in weniger als einer halben Stunde!), voller Aromen steckt und richtig satt macht.

Wir haben zusätzlich zum Rezept noch etwas Schärfe und Säure hinzugegeben, weil der Mais die Suppe doch recht süß macht. Die Ergänzungen habe ich in der Zutatenliste kursiv hervorgehoben.

Zutaten für zwei große Suppenschalen als Hauptgericht:

1 l Hühnerbrühe

1 Dose Maiskörner (etwa 200gr, abgetropft)

200 gr geschälte, entdarmte Shrimps

4 Frühlingszwiebeln

1/2 Bund Koriander

Salz, Pfeffer

2 Eier (M oder L)

1-2 EL Limettensaft

1 TL Chilisauce

So geht’s:

Brühe in einem Topf zum Kochen bringen. Die Hälfte der Maiskörner hinzugeben und pürieren. Einige Minuten köcheln lassen. Korianderblätter hacken. Frühlingszwiebeln waschen und fein hacken. Die zweite Hälfte der Maiskörner, Shrimps und Zwiebeln in die Suppe geben und alles erhitzen. Salzen und pfeffern. Chilisauce unterrühren. 2 Eier verkleppern und unter Rühren vorsichtig in die Suppe laufen lassen. Mit dem Limettensaft abschmecken, in einer Schale anrichten und mit Koriandergrün garniert servieren.

Wer keine Chilisauce oder Chiliöl zu Hause hat, schneidet Vogelaugenchilis in hauchfeine Streifen. Aber Vorsicht! Das Zeug hat’s in sich.

Read Full Post »

Ich versuche jetzt mal, den Sommer herbeizukochen und herbeizuschreiben. Wer macht mit?

Bei mir gibt es jedenfalls die ultimative Geheimwaffe, das Sommeressen schlechthin: Gazpacho – die kalte Gemüsesuppe aus Spanien.

Die beste Variante habe ich häufig im Centro Espanol in der Münchner Daiserstraße gegessen. Im Sommer stehen einige Tische draußen vor der Kneipe, die einst spanischen Gastarbeitern erste Anlaufstelle in der fremden Stadt war. Die 4,50 konnte ich mir 2002 als Volontär gerade noch leisten und hatte trotzdem das Gefühl, ganz mondän im Straßencafé irgendwo in Andalusien zu sitzen – statt in Sendling in der Nähe von Schlachthof und Großmarkthalle… Außerdem habe ich dann – einige Zeit später – in dem Laden und im kalten November zum ersten Mal mit dem bEdW geknutscht. Ein legendärer Ort also, den Ihr unbedingt mal aufsuchen solltet, wenn Ihr in München seid.

Außerdem war Gazpacho das erste Essen, das ich in meiner ersten eigenen Münchner Wohnung in Schwabing gemacht habe – im heißen Sommer 2003, als es wochenlang nicht regnete und es eigentlich nur im Kellergewölbes des Altbaus auszuhalten war – oder in der wunderbar großen Wohnküche mit Fenster in den kühlen Hof mit hohen, schattigen Bäumen. Gazpacho bleibt also immer für mich verbunden mit großer Hitze und staubiger Stadtluft in München… Ungefähr so:

Für das spanische Gefühl auf Balkon oder Terrasse braucht Ihr für vier Portionen

folgen Zutaten:

3 Paprikaschoten (1 gelb, 2 rot – nicht grün, sonst wird die Suppe braun!)

2 Salatgurken, geschält
3 Dosen Tomaten (im Sommer gerne frische, aromatische.)
3 Knoblauchzehen, geschält und grob gehackt
1  Zwiebel, geschält und grob gehackt
1 scharfe, rote Chilischote, entkernt und gehackt (würzt lieber hinterher noch nach. Durch das Pürieren wird die Schote richtig scharf!)
4 Scheiben Weißbrot ohne Rinde vom Vortag (oder Toastbrot. Wer spontan “kochen” will lässt die Scheiben etwas im Umluftbackofen austrocknen)
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Tabasco

3 EL Olivenöl

3 EL Rotweinessig

Und so geht’s:

Das Gemüse schälen, entkernen und würfeln. Von der Paprika und der Gurke je ein kleines Stück bzw. einige Würfel übrig behalten. Das gibt dann die Einlage für die Suppe.

Das Gemüse, Zwiebeln, Chili, Knoblauch in eine große Schüssel geben und mit Rotweinessig, Olivenöl, Salz und Pfeffer würzen.
Das Brot einige Minuten in Wasser einweichen, das Wasser ausdrücken und in die Schüssel geben. Alles mit dem Pürierstab pürieren, einige Eiswürfel dazugeben und für mindestens eine Stunde kalt stellen (je länger desto besser. Schneller geht’s, wenn man das Gemüse schon am Vortag kalt gelegt hat).

Vor dem Servieren noch mal abschmecken und gegebenenfalls nachwürzen. Die übrigen Gemüseteile fein hacken und als Deko dazugeben. 2 Eiswürfel in jeden Teller geben und dazu Ciabatta servieren.
Fleischesser können auch rohe Schinkenwürfel in die kalte Suppe geben.

Wir hatten noch in Piment d’Espilette und Olivenöl gebratene Garnelen und einen Klecks Chimichurri. Extrem lecker!

Ein herrliches Gericht für den dann doch hoffentlich mal beginnenden Sommer – würzig, kalt und sehr leicht. Davon könnt Ihr riesige Portionen essen oder die Zeit überbrücken, bis das Grillfleisch gar ist. 

Wenn jetzt nicht bald Sommer wird, muss ich weiterkochen: Salat Nicoise zum Beispiel? Was sind für Euch typische Sommergerichte?

Read Full Post »

Older Posts »

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 254 Followern an

%d Bloggern gefällt das: