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Archive for the ‘Süßes’ Category

Der September war schon als Kind einer meiner Lieblingsmonate: Wir sind durch die Felder gestreift und haben  Pflaumen und Äpfel geklaut gepflückt, die Luft war noch warm, die Tage lang genug, um bis zum Abendessen draußen sein zu können und das neue Schuljahr war noch jung genug, um noch keinen Schrecken zu haben.

Ach, September. Auch heute liebe ich Dich noch! Warum? Erich Kästner hat es in seinem Gedicht “September” so herrlich zusammengefasst:

“(…) Das ist ein Abschied mit Gerüchen
aus einer fast vergessenen Welt.
Mus und Gelee kocht in den Küchen.
Kartoffelfeuer qualmt im Feld. (…)”

September heißt für mich: Zwetschgen Pflaumen Quetschekuchen! Was es mit dem besten Pflaumenkuchen der Welt auf sich hat und warum die Rechnung heißt “Oma: 3750 vs. Julia: 10″ lest Ihr hier.

Aber was wäre ein Klassiker, wenn man ihn nicht ab und an abwandeln würde?

Deshalb gab es ihn zur Feier der Pflaumen-, Kastanien- und Apfelsaison bei herrlichstem Spätsommerwetter mit gehackten Mandeln und Whisky-Sahne:

Processed with Rookie

Den Pflaumenkuchen habe ich wie immer gebacken (Rezept hier) und etwa 10 min vor Schluss einige grob gehackte Mandeln auf den Kuchen gegeben.

Für die Whisky-Sahne etwa 200ml Sahne, 1TL Puderzucker, 1 Prise Salz und 1cl Whisky mit dem Handquirl steif schlagen.

Am besten die Sahne zum noch lauwarmen Kuchen servieren!

Lauwarmer Pflaumenkuchen vom Blech, serviert in der Wohnküche meiner Oma, dazu Kaffee aus dem Blümchengeschirr – das ist eine meiner liebsten Kindheitserinnerungen.

Und nach denen fragte Sandra From Snugg’s Kitchen in ihrem Blog-Event “Kindheitserinnerungen”. Danke, Sandra, für den “Reminder”! Ich freue mich schon auf die Zusammenfassung des Events. Denn ich lese für mein Leben gern über Essen aus Kindertagen, das viele Foodblogger erst zum Kochen und Genießen (und Bloggen) gebracht hat! (So kam auch mein Kartoffelsalat-Event zustande!)

Kindheitserinnerungen

 

 

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Die englische Teekultur ist ja etwas unübersichtlich. Was wir manchmal als 5-Uhr-Tee bezeichnen, ist der eigentliche Afternoon oder Low Tea. Es gibt hierzu natürlich Tee, leichte Sandwiches und Scones. Der Light Tea besteht einfach nur aus Scones und Tee. Dagegen wird der Cream Tea nicht nur mit Scones sondern auch mit Clotted Cream und Erdbeerkonfitüre serviert. Zum Royal Tea werden außerdem noch Sherry oder Champagner serviert. Und der High Tea? Der ist wiederum Gästen und hohem Besuch vorbehalten. Ihn nimmt man häufig auch später ein und macht ihn so zu einer Mischung aus Tee und Abendbrot. Hier stehen dann klassischerweise auch herzhafte kalte Speisen wie Bratenaufschnitt, Salate oder auch Kuchen auf dem Esstisch. Wird Zeit, dass sich das German Abendbrot mit dieser britischen Variante des Abendbrots mal beschäftigt!

Ein ideales Gebäck für einen High Tea, mit dem Ihr Euche Gäste nicht nur beeindrucken sondern auch satt machen könnt, sind meine Zitronen Cookies mit Thymian:

Processed with Rookie

Auf die Idee kam ich durch ein Rezept im Sweet Paul Magazine. Allerdings habe ich es nach meinem Geschmack abgewandelt. Here we go:

Zutaten für 12 große Cookies:

Für den Teig:

100 gr weiche Butter

180 gr braunen Zucker

2 Eigelb (Eier Größe M)

1/2 TL Backpulver

240 gr Weizenmehl

1/4 TL weißer Pfeffer

eine kräftige Prise Salz

1 EL Thymianblättchen oder Zitronenthymian

Zesten von 1 Zitrone

Für den Sirup:

Saft einer mittelgroßen Zitrone (etwa 60 ml)

50 gr weißer Zucker

Für die Glasur:

200 gr Puderzucker

Saft einer halben Zitrone (etwa 30 ml)

Zubehör: Kleiner Topf, Backblech, Backpapier, Küchenmaschine oder Handmixer, Rührschüssel, Eiskugelportionierer

Zubereitungszeit: 45 min (davon ca 15 min Backzeit)

So geht’s:

Für den Sirup den Zitronensaft und den Zucker miteinander mischen und aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Backofen auf 190 Grad vorheizen. Backpapier auf das Backblech legen. Butter und braunen Zucker in der Küchenmaschine für etwa 2 min gut vermischen. Eigelb hinzugeben und ebenfalls sehr gut vermischen. Sirup zufügen und gut untermischen. Mehl, Thymian, Zitronenzesten, Pfeffer, Salz und Backpulver vermischen und zu der Teigmasse hinzugeben. Alles noch mal gut eine halbe Minute vermischen.

Den Eisportionierer mit kaltem Wasser abspülen und Kugeln aus dem Teig stechen. Jede Kugel auf dem Backpapier absetzen – mit ausreichend Abstand zueinander! Leicht flach drücken und auf mittlerer Schiene in den Backofen schieben. Für 12-15 Minuten (je nach Dicke der Cookies) backen.

Gut abkühlen lassen. Puderzucker und Zitronensaft vermischen und die Cookies damit beträufeln oder mit einem Pinsel einstreichen. Glasur fest werden lassen.

So sieht es übrigens aus, wenn ich backe. Leicht unorganisiert, irgendwie…

Backen

In einem Keksglas halten die saftigen Kekse wochenlang (in der Theorie!).

Mit einer Tasse kräftigen Assam-Tees, der mit etwas Milch oder Sahne serviert wird, sind die sauer-süßen Kekse die idealen Begleiter zum High Tea!

 

 

 

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Es gibt diese Kindheitsrezepte, die einfach nicht verändert werden dürfen. Ja, man kann unter Apfelmus Vanille mischen. Oder Ingwer. Das Ganze wird auch raffinierter mit ein paar Birnenstückchen oder Quitte. Und überhaupt: Jetzt ist gar keine Saison für Äpfel. Man bedenke den CO2-Ausstoß der Kühlhäuser, die seit dem Herbst heimische Äpfel aufbewahren! Und die Transportwege aus Südafrika erst! Außerdem gab es schon in einer Million anderer Blogs Apfelmus-Rezepte. Ganz sicher!

Joah. Ganz sicher. Also, los geht’s:

Apfelmus

Für zwei Schraubgläser a 300 ml benötigt Ihr folgende Zutaten:

4 säuerliche Äpfel (Braeburn beispielsweise)

2 mehlige Äpfel

100 ml Apfelwein

3 EL braunen Zucker

Saft von einer Zitrone

Zubehör: ausreichend großer Topf, Schälmesser, 2 Schraubgläser a 300 ml, Kartoffelstampfer

Zubereitungszeit: 40 min

So geht’s:

Äpfel dünn schälen, achteln, Kerngehäuse entfernen, in ungleichmäßig große Stücke schneiden.

Alle Zutaten in den Topf geben und zugedeckt etwa 10 min köcheln lassen. Währendessen 1-2 mal umrühren.

Wenn viel Flüssigkeit ausgetreten ist, jetzt noch mal bei offenem Deckel 5 min. köcheln lassen. (Je älter die Äpfel, desto weniger Flüssigkeit… Notfalls noch etwas Apfelwein zugießen).

Wenn die Apfelstücke weich sind, mit dem Kartoffelstampfer zerdrücken. Ich mag das Apfelmus, wenn noch einige Stücke darin sind. Ansonsten mit dem Pürierstab arbeiten.

Am Schluss noch etwas abschmecken. Fehlt Zucker? Oder lieber doch noch ein Spritzer Zitronensaft?

Das Mus heiß in sterile Schraubgläser füllen, gut zuschrauben und auf den Kopf stellen. Abkühlen lassen und kühl stellen.

Das Apfelmus hält sich mehrere Wochen im Glas.

 

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Deja vu, anyone? Klar! Das Buch “Früchte: süß – saftig – köstlich” gab’s bei mir zum Welttag des Buches bei der Aktion “Blogger schenken Lesefreude” zu gewinnen.

9783440131329

Ich fand es so schade, das Buch aus der Hand geben zu müssen, obwohl ich mich sehr für Rosa Luftballon gefreut habe. Ausgerechnet jetzt, wo die ersten süßen heimischen Früchte auf dem Markt erhältlich sind. Wie sehr hab ich mich also gefreut, als mir der Kosmos-Verlag doch noch ein eigenes Exemplar zur Verfügung gestellt hat!

Verlagsinfos zum Buch findet Ihr hier.

Die Idee: Vom Rhabarber im Mai bis zu den späten Quitten im Oktober können wir in den warmen Monaten so viele saftig-süßes, säuerliches und vielfältiges Obst ernten. Irgendwann ist aber der einhundertste Obstkuchen gebacken und der Rumtopf angesetzt. Was dann tun mit der Ernteschwemme aus dem Garten? Wie den Sommer einfangen, um auch im Herbst und Winter in den Genuss heimischer Früchte zu kommen?

Die Umsetzung: “Früchte” liefert viele neue raffinierte Rezepte zum Sofortgenießen und zahlreiche Anregungen fürs Einkochen, Einwecken, Haltbarmachen: vom Apfel-Kürbis-Chutney über süßes Risotto bis Fischpasteten mit Johannisbeerdip. Wie immer in der Kosmos-Kochbuch-Reihe, aus der ich Euch schon einiges vorstellen konnte, werden die Rezepte durch Tipps (“Was wirklich wichtig ist!”) ergänzt, die Zubereitungsmethoden erklären und noch mal genau unter die Lupe nehmen. Da wird etwa erklärt, wie man Garnelen entdarmt oder Einmachgläser sterilisiert. Zudem gibt es einen Saisonkalender, der auf einen Blick zeigt, wann welche Früchte geerntet werden. Eine schöne Idee, um noch mal ins Gedächtnis zu rufen, dass nicht immer alles gleichzeitig zur Verfügung sein muss. Konsequenterweise ist dann auch der Rezeptindex nach Früchten sortiert, sowie nach Fleisch, Fisch & Meeresfrüchten, Gebäck, Getränken, Gefrorenes. So findet man “sein” Gericht schnell wieder.

Was gibt’s für’s Geld? Wie immer in dieser Reihe kostet auch der Band “Früchte” 14,95 €. Der halbfeste Umschlag ist abwaschbar (super für klebriges Früchtekochen!), sorgt aber leider auch dafür, dass das Buch nicht aufgeklappt liegen bleibt (nervig!). Gleichzeitig ist es aber so leicht, dass es noch in die Einkaufstasche passt. Nicht alle Rezepte werden mit Foto abgebildet. Dafür gibt es aber Pannenhilfen, Variations-Vorschläge und ausführliche Anleitungen.

Die Rezepte: Ich bin ja nicht sooooo die Süße. Deshalb hätte ich mir ein paar mehr herzhafte Gerichte gewünscht. So kann man beispiele Tartes wunderbar mit Früchten und Käse kombinieren. Auch zum Leberwurstbrot schmecken Relishes. Aber die Chutneys versöhnen mich natürlich sofort. Und richtig freuen tu ich mich auf die “getrockneten Erdbeeren”. Dazu warte ich noch ein bisschen, damit die Erdbeeren richtig aromatisch sind. Das Rezept werde ich dann verbloggen. Versprochen! Und im Spätsommer gibt’s dann “Schokoladenkuchen mit Kirschen”. OMG!

Meine Empfehlung: Wir stehen in den Startlöchern zum Sommer. Bald kommen zu Erdbeeren und Rhabarber noch Kirschen, Johannisbeeren, Stachelbeeren, später dann Pflaumen oder Quitten. Wer einen eigenen Garten hat und irgendwann keine Marmelade mehr einkochen möchte oder wer auf dem Markt in den Kaufflash verfällt, aber dann nicht weiß, was er mit Früchten anfangen soll, der ist hier richtig. Viele neue Ideen (“Kirsch-Bier-Tiramisu”, “Beerengelee mit grünem Pfeffer”, “Birnen-Gurken-Chutney”!) machen Lust aufs Ausprobieren. “Früchte” ist kein Basis-Einweck-Buch, sondern gibt Anregungen für Neues.

“Früchte” ist mein 4. Beitrag zur Themenwoche “Jeden Tag ein Buch”:

jteb

Weil das leider nötig ist, hier noch ein Hinweis in eigener Sache: Das oben beschrieben Kochbuch wurde mir als Rezensionsexemplar unentgeltlich und ohne Bedingungen zur Verfügung gestellt. Die dargestellte Meinung ist meine eigene und dient ausschließlich der Information meiner Leser. Ich verfolge mit der Rezension keinerlei finanzielle Interessen und nehme auch an keinen Affiliate-Programmen teil.

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Kennt Ihr “Alice in Wonderland” von Lewis Carroll?

alice_penguin

Ich gebe ja zu: Wenn ich an “Alice im Wunderland” denke, sehe ich zuerst mal mich vorm Fernseher. Nicht lesend sondern – wie es sich für ein Kind der 70er gehört – vor dem TV. Ich sehe mich als kleines Mädchen, in einen roten Frottee-Bademantel mit blauem Saum und Kapuze gekuschelt, wie ich vor der Muppets-Show sitze. Es gibt nämlich eine Folge, in der die göttliche Brooke Shields mit den Muppets auftritt und eine Nummer als Alice im Wunderland aufführt. Kennt Ihr die Folge?

Damals dachte ich, Brooke Shields sei das vielleicht schönste Mädchen, das ich je gesehen hatte. (Eigentlich denke ich das heute immer noch.)

Außerdem hatte meine Schwester eine Schallplatten (!)-Version des Disney-Films von “Alice im Wunderland”. Und wir konnten uns stundenlang beömmeln über die lispelnde Aussprache der “faaalschen Suuuuuupenschildkröte”.

Später habe ich dann “Alice in Wonderland” auf Englisch gelesen und erstmals viele der merkwürdigen Wortspiele verstanden, wo doch die deutsche Übersetzung etwas holpert. Etwa, wenn die Maus erzählt, “der Schwanz meiner Geschichte ist ein sehr langer“. Die Verwechslung von “tale” (Geschichte) und “tail” (Schwanz) ergibt sich nur im Original. Oder die Raupe, die immer ein Ypsilon (englisch gesprochen “Why”) aus ihrer Opiumpfeife bläst… “To grin like a Cheshire Cat” ist ein Sprichwort, von dem die Cheshire Cat, die Grinsekatze, ihren Namen hat. Und nur, wer das Sprichwort “Mad as a March Hare“, verrückt wie ein März-Hase, kennt, versteht, warum der Hase bei Carroll im Mai nicht so verrückt ist wie im März. Hier ergibt die Übersetzung eigentlich überhaupt keinen Sinn mehr.  Es gibt unzählige weitere Beispiele.

Noch später besuchte ich die King’s Library im British Museum, wo unzählige Original Manuskripte liegen – von Mozart über Thomas Mann bis James Joyce. Und eben auch das Original, das Lewis Carroll seinerzeit von “Alice in Wonderland” angefertigt hat. Ein Faksimile einer Seite begleitet mich seitdem durch sämtliche Wohnungen:

Alice

Hier trifft Alice zum ersten Mal den Hasen auf seinem Weg zur Teeparty.

Am schönsten fand ich aber immer die Episode, in der Alice aus einem Fläschchen trinkt, auf dem “Drink me!” steht:

Alice drink me

Wie wunderbar abenteuerlustig Alice war!! Wer würde jemals aus einem Fläschchen trinken, dessen Inhalt man nicht kennt? Würden einen Eltern nicht genau davor warnen? Aufgeregtes Kribbeln breitet sich beim Lesen im Bauch aus: Was passiert wohl mit Alice, wenn sie aus dem Fläschchen trinkt?

Vergesst also bitte alle Verfilmungen. LEST! DAS! BUCH! Idealerweise auf Englisch. Ich verspreche Euch, dass Ihr es nicht bereuen werdet.

Lange Rede, kurzer Sinn? Genau. Neben Büchern geht’s hier ja angeblich  immer mal wieder ums Essen. Und was könnte zu Alice und ihrem “Drink me!”-Fläschchen besser passen als herb-schokoladige Kekse mit Fleur de Sel, die “Eat me!” rufen:

schokokekse

“Alice in Wonderland” ist ein Genußbuch für jeden Menschen, der sich für Sprache begeistert, der kribbelig wird bei Flaschen, auf denen “Drink me!” steht und der gerne mal in ein Kaninchenloch fallen möchte…

“Genußbuch?” fragt Ihr? Natürlich! Denn “Alice im Wunderland” ist mein erster Beitrag zur Lese-, Buch- und Blog-Woche “Jeden Tag ein Buch” von Arthurs Tochter. Die Aktion geht diese Woche in die 3. Runde und ich freue mich schon auf all die vielen Bücher und Leseempfehlung, die in dieser Woche zusammenkommen. Achtet doch mal auf dieses Logo:

jtebMit dem Hashtag #jteb findet Ihr die vielen Beiträge auch leicht auf Twitter und Facebook. Nach der Woche gibt es zudem eine Zusammenfassung von Astrid auf ihrem Blog. Viel Spaß beim Lesen!

PS: Meine “alten” Beiträge rund um den Genuß mit und in Büchern findet Ihr hier.

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Linsen, Gewürze, Leinsamen, Wasserkastanien, Senf, Kapern… Es gibt unzählige Sachen, die in unserer Speisekammer auf mich warten. Immer wieder nehme ich mir vor, dass ich das ganze Zeug aus Tiefkühler und Vorratsschrank verwende, bevor ich Neues kaufe. Funktioniert suuuuuuper! Nicht.

Wasserkastanien in Dosen, Senf, Kapern im Glas oder getrocknete Hülsenfrüchte halten ja aber auch glücklicherweise ein paar Jahre (wir finden trotzdem immer wieder Lebensmittel, die schon vor dem letzten Umzug aussortiert gehört hätten…^^) Weniger lange haltbar ist  aber der Inhalt dieser hübschen Kakao-Dose:

kakao

Ich backe so selten und trinke so gut wie nie heiße Schokolade, dass diese Mini-Dose einfach nicht leer wird. Außerdem wird Kakao wegen des hohen Fettanteils schnell ranzig. Ganz ohne diese Dose will ich aber auch nicht sein, denn ich nehme sie gerne in die Hand, rieche an dem herben Kakaopulver (BEVOR er ranzig ist!) und freue mich über das nostalgische Dekor.

Dabei kann man mit Kakaopulver doch ganz wunderbar herb-schokoladige Mürbeteigkekse machen:

schokokekse

Den Keksstempel habe ich mir aus Südafrika mitgebracht. Allerdings ist er “Made in China” und somit auch in sämtlichen Küchen-Online-Shops zu haben. Viel schöner ist aber doch, dass ich eine Erinnerung an unseren Urlaub habe…

Wichtig für das unfallfreie Stempeln der Kekse ist, dass der Teig möglichst trocken ist – und kalt! Und dass die Stempel mit Mehl oder Stärke eingepudert sind. Aber der Reihe nach:

Zutaten für etwa 20 Kekse:

200 g Butter, in Scheiben geschnitten, zimmerwarm werden lassen
100 g Puderzucker (durchgesiebt)
1/2 TL Vanillezucker
1 Ei (M)
300 g Mehl (durchgesiebt)
30 g Kakao
1 gehäufter TL grobes Fleur de Sel

Außerdem: etwas Stärkepulver oder feines Mehl

Zubehör: Küchenmaschine bzw. Handmixer, Backpapier, Frischhaltefolie, Backblech, optional: Keksstempel

Zubereitungszeit: Etwa 45 min (15 min davon reine Backzeit), + mind. 30 min Zeit zum Kühllegen

Butter und Zucker mit der Küchenmaschine oder dem Handmixer verrühren. Das Ei dazugeben und ordentlich verquirlen. Mehl, Salz, Kakao miteinander vermischen und ebenfalls unter den Teig mischen.

Den gut verkneteten Teig zu einer Rolle kneten, die im Durchmesser so groß ist wie Euer Stempel. (Falls Ihr keine Kekse stempelt, könnt Ihr sie einfach ausstechen oder kleine Kugeln formen und plattdrücken.) Teigwurst jetzt in Frischhaltefolie schlagen und in den Kühlschrank legen.

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Backpapier (noch draußen) auf das Backblech legen.

Keksstempel in ein Häufchen Stärke oder Mehl drücken und gut abklopfen, so dass kein Pulver in den Zwischenräumen hängen bleibt!

Jetzt von der gekühlten Teigwurst ein Drittel abschneiden. Den Rest wieder kühl legen. Kekse in dünnen Scheiben (etwa ein halber Zentimeter) schneiden, auf das Backblech legen – mit etwas Abstand – und stempeln. Dabei den Stempel immer mal wieder in die Stärke drücken, abklopen… und so weiter.

Jetzt das nächste Drittel der Teigwurst aus dem Kühlschrank holen und wie oben verfahren, bis der ganze Teig aufgebraucht und gestempelt ist. Nochmal: Ganz wichtig ist, dass der Teig trocken und gut gekühlt, der Keksstempel gut eingepudert ist! Sonst verzweifelt Ihr, weil ständig Teig im Stempel hängt oder der Abdruck sch***e aussieht.

Ab damit in den Backofen und ca. 15 min backen – je nach Dicke Eurer Kekse.

Wenn der Teig schön trocken ist und gut gekühlt, zerfließen die gestempelten Kekse nicht und werden perfekt:

EatMe

Das Schönste an diesen Keksen aus dem Vorratsschrank ist aber: Sie halten sich in einer Blechdose viele Wochen. Und sind somit wieder ein schöner Vorrat – denn Schoko-Kekse kann man nie genug im Haus haben, oder?

Damit ist das Kakaopulver – ebenso wie die fertigen Kekse – mein Schatz aus der Vorratskammer und somit mein Beitrag zu Susannes (“Magentratzerl“) Blog-Event bei Zorra:

Blog-Event XCVIII - Schatzsuche im Vorratsschrank (Einsendeschluss 15. Mai 2014)

 

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Mir kommt es vor wie eine Ewigkeit: Anfang März saßen wir bei blauem Himmel und wohltuender Wärme unterm Sonnenschirm auf der Terrasse unseres wunderschönen Bed & Breakfast in Kapstadt am Fuße des Tafelsbergs und haben nach einem langen Nachtflug gefrühstückt.

Wir waren übermüdet, kribbelig und voller Vorfreude. Vor allem aber auch hungrig und neugierig auf unseren ersten Südafrika-Urlaub. Das frische Obst, Joghurt und natürlich das hausgemachte Banana Bread haben jedenfalls alle Lebensgeister geweckt, um schnell schnell auf große Entdeckungstour zu Fuß zu gehen: Kloof Street, The Gardens, Waterfront…

Als wir dann gegen Ende unseres Urlaubs in Stellenbosch in einer hübschen, kleinen Buchhandlung nach dem Weg fragten, fiel mir auch gleich ein Kochbuch ins Auge, in dem ich glücklicherweise ein einfaches Rezept für Banana Bread gefunden habe:

Life_Cape_Farm

Life on a Cape Farm. Country Cooking at its best” von Lesley ound Louise Gillet ist ein ansprechend fotografiertes Kochbuch ohne Schnickschnack mit zahlreichen traditionellen Rezepten aus der Farmküche. Die Rezepte sind stark europäisch geprägt, berücksichtigen aber auch lokale Produkte und Einflüsse aus Asien und Afrika. Das Buch ist gegliedert in die unterschiedlichen Mahlzeiten: Brunch, Tea-Time, Snacks, Familienfeste, Dinners sowie Kekse, Brote und Marmeladen und schlussendlich Basics, Einkaufstips, ein Glossar und – sehr hilfreich! – die Umrechnungstabelle ins metrische System.

Die Rezepte sind schlicht aber gut verständlich beschrieben; meist kommt man mit wenigen Zutaten aus.

Also ran ans Banana Bread!

Banana_Bread

Was in Südafrika “Bread”, also “Brot”, heißt, ist in Wirklichkeit ein süßer, saftiger BananenKUCHEN. Sehr süß, sehr gehaltvoll und seeeeehr köstlich! So eine Scheibe zum Frühstück und Ihr habt erstmal eine gute Grundlage für Stadterkundigungen oder die Gartenarbeit :)

Das Rezept für eine Kuchenkastenform (ca. 30 cm) habe ich ganz leicht angepasst. (Originalangaben in Klammern).

120 gr weiche Butter + etwas Butter zum Einfetten der Form

210 gr Muscovado-Zucker (225 gr weißer Zucker)

3 sehr reife Bananen

2 Eier (M)

240 gr Weizenmehl (gesiebt)

Prise Salz

1 TL Natron

60 ml Wasser (65 ml im Original)

7 ml  Backpulver (entspricht etwa einem gehäuften TL)

Zubehör: Kastenform (30 cm), Handmixer oder Küchenmaschine, große Teigschüssel

Zubereitungszeit: 20 min plus mind. 50 min Backzeit

So geht’s: Form mit Butter gut einfetten. Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Bananen pürieren oder mit einer Gabel sehr gut zerquetschen. Kleine Stücke sind ok, die Masse sollte aber breiig sein. Butter und Zucker mit dem Handmixer gut verquirlen, bis die Masse fluffig ist. Bananenmasse hinzugeben und gut untermischen. Eier nacheinander hinzugeben und gut vermixen. Mehl und Salz unterrühren. Natron im Wasser auflösen und zum Teig geben, verquirlen. Zuletzt das Backpulver noch mit der Masse vermischen.

Nun den Teig gleichmäßig in die Form geben und auf der mittleren Schiene in den Ofen schieben. Statt der angegebenen 45 min braucht mein Banana Bread immer mindestens 50 min oder sogar etwas mehr. Die Holzstäbchen-Probe hilft hier: Nach der Backzeit mit einem Holzspießchen in die Mitte des Kuchens stecken. Bleibt Teig daran hängen, die Backzeit noch etwas verlängern. Aber Achtung: Das Banana Bread ist sehr saftig. Etwas feucht ist das Stäbchen also immer!

Jetzt die Kastenform aus dem Ofen nehmen und gut abkühlen lassen. Eventuell mit einem schmalen Messer am Rand entlangfahren und das Brot von der Form lösen. Dann vorsichtig aus der Form stürzen. Auch hier bitte Vorsicht: Das Banana Bread ist so saftig und fluffig, dass es schnell auseinanderbricht!

Am besten schmeckt unser Kuchen Brot natürlich lauwarm und zu einem kalten Glas Milch oder einer Tasse Tee. Aber auch zwei oder drei Tage später ist es noch saftig und bananig.

Für uns ist es jedenfalls eine herrliche Erinnerung an einen wunderschönen Urlaub, von dem Ihr noch mehr zu lesen bekommen werdet :)

 

 

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