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Archive for the ‘Süßes’ Category

Es gibt diese Kindheitsrezepte, die einfach nicht verändert werden dürfen. Ja, man kann unter Apfelmus Vanille mischen. Oder Ingwer. Das Ganze wird auch raffinierter mit ein paar Birnenstückchen oder Quitte. Und überhaupt: Jetzt ist gar keine Saison für Äpfel. Man bedenke den CO2-Ausstoß der Kühlhäuser, die seit dem Herbst heimische Äpfel aufbewahren! Und die Transportwege aus Südafrika erst! Außerdem gab es schon in einer Million anderer Blogs Apfelmus-Rezepte. Ganz sicher!

Joah. Ganz sicher. Also, los geht’s:

Apfelmus

Für zwei Schraubgläser a 300 ml benötigt Ihr folgende Zutaten:

4 säuerliche Äpfel (Braeburn beispielsweise)

2 mehlige Äpfel

100 ml Apfelwein

3 EL braunen Zucker

Saft von einer Zitrone

Zubehör: ausreichend großer Topf, Schälmesser, 2 Schraubgläser a 300 ml, Kartoffelstampfer

Zubereitungszeit: 40 min

So geht’s:

Äpfel dünn schälen, achteln, Kerngehäuse entfernen, in ungleichmäßig große Stücke schneiden.

Alle Zutaten in den Topf geben und zugedeckt etwa 10 min köcheln lassen. Währendessen 1-2 mal umrühren.

Wenn viel Flüssigkeit ausgetreten ist, jetzt noch mal bei offenem Deckel 5 min. köcheln lassen. (Je älter die Äpfel, desto weniger Flüssigkeit… Notfalls noch etwas Apfelwein zugießen).

Wenn die Apfelstücke weich sind, mit dem Kartoffelstampfer zerdrücken. Ich mag das Apfelmus, wenn noch einige Stücke darin sind. Ansonsten mit dem Pürierstab arbeiten.

Am Schluss noch etwas abschmecken. Fehlt Zucker? Oder lieber doch noch ein Spritzer Zitronensaft?

Das Mus heiß in sterile Schraubgläser füllen, gut zuschrauben und auf den Kopf stellen. Abkühlen lassen und kühl stellen.

Das Apfelmus hält sich mehrere Wochen im Glas.

 

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Deja vu, anyone? Klar! Das Buch “Früchte: süß – saftig – köstlich” gab’s bei mir zum Welttag des Buches bei der Aktion “Blogger schenken Lesefreude” zu gewinnen.

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Ich fand es so schade, das Buch aus der Hand geben zu müssen, obwohl ich mich sehr für Rosa Luftballon gefreut habe. Ausgerechnet jetzt, wo die ersten süßen heimischen Früchte auf dem Markt erhältlich sind. Wie sehr hab ich mich also gefreut, als mir der Kosmos-Verlag doch noch ein eigenes Exemplar zur Verfügung gestellt hat!

Verlagsinfos zum Buch findet Ihr hier.

Die Idee: Vom Rhabarber im Mai bis zu den späten Quitten im Oktober können wir in den warmen Monaten so viele saftig-süßes, säuerliches und vielfältiges Obst ernten. Irgendwann ist aber der einhundertste Obstkuchen gebacken und der Rumtopf angesetzt. Was dann tun mit der Ernteschwemme aus dem Garten? Wie den Sommer einfangen, um auch im Herbst und Winter in den Genuss heimischer Früchte zu kommen?

Die Umsetzung: “Früchte” liefert viele neue raffinierte Rezepte zum Sofortgenießen und zahlreiche Anregungen fürs Einkochen, Einwecken, Haltbarmachen: vom Apfel-Kürbis-Chutney über süßes Risotto bis Fischpasteten mit Johannisbeerdip. Wie immer in der Kosmos-Kochbuch-Reihe, aus der ich Euch schon einiges vorstellen konnte, werden die Rezepte durch Tipps (“Was wirklich wichtig ist!”) ergänzt, die Zubereitungsmethoden erklären und noch mal genau unter die Lupe nehmen. Da wird etwa erklärt, wie man Garnelen entdarmt oder Einmachgläser sterilisiert. Zudem gibt es einen Saisonkalender, der auf einen Blick zeigt, wann welche Früchte geerntet werden. Eine schöne Idee, um noch mal ins Gedächtnis zu rufen, dass nicht immer alles gleichzeitig zur Verfügung sein muss. Konsequenterweise ist dann auch der Rezeptindex nach Früchten sortiert, sowie nach Fleisch, Fisch & Meeresfrüchten, Gebäck, Getränken, Gefrorenes. So findet man “sein” Gericht schnell wieder.

Was gibt’s für’s Geld? Wie immer in dieser Reihe kostet auch der Band “Früchte” 14,95 €. Der halbfeste Umschlag ist abwaschbar (super für klebriges Früchtekochen!), sorgt aber leider auch dafür, dass das Buch nicht aufgeklappt liegen bleibt (nervig!). Gleichzeitig ist es aber so leicht, dass es noch in die Einkaufstasche passt. Nicht alle Rezepte werden mit Foto abgebildet. Dafür gibt es aber Pannenhilfen, Variations-Vorschläge und ausführliche Anleitungen.

Die Rezepte: Ich bin ja nicht sooooo die Süße. Deshalb hätte ich mir ein paar mehr herzhafte Gerichte gewünscht. So kann man beispiele Tartes wunderbar mit Früchten und Käse kombinieren. Auch zum Leberwurstbrot schmecken Relishes. Aber die Chutneys versöhnen mich natürlich sofort. Und richtig freuen tu ich mich auf die “getrockneten Erdbeeren”. Dazu warte ich noch ein bisschen, damit die Erdbeeren richtig aromatisch sind. Das Rezept werde ich dann verbloggen. Versprochen! Und im Spätsommer gibt’s dann “Schokoladenkuchen mit Kirschen”. OMG!

Meine Empfehlung: Wir stehen in den Startlöchern zum Sommer. Bald kommen zu Erdbeeren und Rhabarber noch Kirschen, Johannisbeeren, Stachelbeeren, später dann Pflaumen oder Quitten. Wer einen eigenen Garten hat und irgendwann keine Marmelade mehr einkochen möchte oder wer auf dem Markt in den Kaufflash verfällt, aber dann nicht weiß, was er mit Früchten anfangen soll, der ist hier richtig. Viele neue Ideen (“Kirsch-Bier-Tiramisu”, “Beerengelee mit grünem Pfeffer”, “Birnen-Gurken-Chutney”!) machen Lust aufs Ausprobieren. “Früchte” ist kein Basis-Einweck-Buch, sondern gibt Anregungen für Neues.

“Früchte” ist mein 4. Beitrag zur Themenwoche “Jeden Tag ein Buch”:

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Weil das leider nötig ist, hier noch ein Hinweis in eigener Sache: Das oben beschrieben Kochbuch wurde mir als Rezensionsexemplar unentgeltlich und ohne Bedingungen zur Verfügung gestellt. Die dargestellte Meinung ist meine eigene und dient ausschließlich der Information meiner Leser. Ich verfolge mit der Rezension keinerlei finanzielle Interessen und nehme auch an keinen Affiliate-Programmen teil.

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Kennt Ihr “Alice in Wonderland” von Lewis Carroll?

alice_penguin

Ich gebe ja zu: Wenn ich an “Alice im Wunderland” denke, sehe ich zuerst mal mich vorm Fernseher. Nicht lesend sondern – wie es sich für ein Kind der 70er gehört – vor dem TV. Ich sehe mich als kleines Mädchen, in einen roten Frottee-Bademantel mit blauem Saum und Kapuze gekuschelt, wie ich vor der Muppets-Show sitze. Es gibt nämlich eine Folge, in der die göttliche Brooke Shields mit den Muppets auftritt und eine Nummer als Alice im Wunderland aufführt. Kennt Ihr die Folge?

Damals dachte ich, Brooke Shields sei das vielleicht schönste Mädchen, das ich je gesehen hatte. (Eigentlich denke ich das heute immer noch.)

Außerdem hatte meine Schwester eine Schallplatten (!)-Version des Disney-Films von “Alice im Wunderland”. Und wir konnten uns stundenlang beömmeln über die lispelnde Aussprache der “faaalschen Suuuuuupenschildkröte”.

Später habe ich dann “Alice in Wonderland” auf Englisch gelesen und erstmals viele der merkwürdigen Wortspiele verstanden, wo doch die deutsche Übersetzung etwas holpert. Etwa, wenn die Maus erzählt, “der Schwanz meiner Geschichte ist ein sehr langer“. Die Verwechslung von “tale” (Geschichte) und “tail” (Schwanz) ergibt sich nur im Original. Oder die Raupe, die immer ein Ypsilon (englisch gesprochen “Why”) aus ihrer Opiumpfeife bläst… “To grin like a Cheshire Cat” ist ein Sprichwort, von dem die Cheshire Cat, die Grinsekatze, ihren Namen hat. Und nur, wer das Sprichwort “Mad as a March Hare“, verrückt wie ein März-Hase, kennt, versteht, warum der Hase bei Carroll im Mai nicht so verrückt ist wie im März. Hier ergibt die Übersetzung eigentlich überhaupt keinen Sinn mehr.  Es gibt unzählige weitere Beispiele.

Noch später besuchte ich die King’s Library im British Museum, wo unzählige Original Manuskripte liegen – von Mozart über Thomas Mann bis James Joyce. Und eben auch das Original, das Lewis Carroll seinerzeit von “Alice in Wonderland” angefertigt hat. Ein Faksimile einer Seite begleitet mich seitdem durch sämtliche Wohnungen:

Alice

Hier trifft Alice zum ersten Mal den Hasen auf seinem Weg zur Teeparty.

Am schönsten fand ich aber immer die Episode, in der Alice aus einem Fläschchen trinkt, auf dem “Drink me!” steht:

Alice drink me

Wie wunderbar abenteuerlustig Alice war!! Wer würde jemals aus einem Fläschchen trinken, dessen Inhalt man nicht kennt? Würden einen Eltern nicht genau davor warnen? Aufgeregtes Kribbeln breitet sich beim Lesen im Bauch aus: Was passiert wohl mit Alice, wenn sie aus dem Fläschchen trinkt?

Vergesst also bitte alle Verfilmungen. LEST! DAS! BUCH! Idealerweise auf Englisch. Ich verspreche Euch, dass Ihr es nicht bereuen werdet.

Lange Rede, kurzer Sinn? Genau. Neben Büchern geht’s hier ja angeblich  immer mal wieder ums Essen. Und was könnte zu Alice und ihrem “Drink me!”-Fläschchen besser passen als herb-schokoladige Kekse mit Fleur de Sel, die “Eat me!” rufen:

schokokekse

“Alice in Wonderland” ist ein Genußbuch für jeden Menschen, der sich für Sprache begeistert, der kribbelig wird bei Flaschen, auf denen “Drink me!” steht und der gerne mal in ein Kaninchenloch fallen möchte…

“Genußbuch?” fragt Ihr? Natürlich! Denn “Alice im Wunderland” ist mein erster Beitrag zur Lese-, Buch- und Blog-Woche “Jeden Tag ein Buch” von Arthurs Tochter. Die Aktion geht diese Woche in die 3. Runde und ich freue mich schon auf all die vielen Bücher und Leseempfehlung, die in dieser Woche zusammenkommen. Achtet doch mal auf dieses Logo:

jtebMit dem Hashtag #jteb findet Ihr die vielen Beiträge auch leicht auf Twitter und Facebook. Nach der Woche gibt es zudem eine Zusammenfassung von Astrid auf ihrem Blog. Viel Spaß beim Lesen!

PS: Meine “alten” Beiträge rund um den Genuß mit und in Büchern findet Ihr hier.

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Linsen, Gewürze, Leinsamen, Wasserkastanien, Senf, Kapern… Es gibt unzählige Sachen, die in unserer Speisekammer auf mich warten. Immer wieder nehme ich mir vor, dass ich das ganze Zeug aus Tiefkühler und Vorratsschrank verwende, bevor ich Neues kaufe. Funktioniert suuuuuuper! Nicht.

Wasserkastanien in Dosen, Senf, Kapern im Glas oder getrocknete Hülsenfrüchte halten ja aber auch glücklicherweise ein paar Jahre (wir finden trotzdem immer wieder Lebensmittel, die schon vor dem letzten Umzug aussortiert gehört hätten…^^) Weniger lange haltbar ist  aber der Inhalt dieser hübschen Kakao-Dose:

kakao

Ich backe so selten und trinke so gut wie nie heiße Schokolade, dass diese Mini-Dose einfach nicht leer wird. Außerdem wird Kakao wegen des hohen Fettanteils schnell ranzig. Ganz ohne diese Dose will ich aber auch nicht sein, denn ich nehme sie gerne in die Hand, rieche an dem herben Kakaopulver (BEVOR er ranzig ist!) und freue mich über das nostalgische Dekor.

Dabei kann man mit Kakaopulver doch ganz wunderbar herb-schokoladige Mürbeteigkekse machen:

schokokekse

Den Keksstempel habe ich mir aus Südafrika mitgebracht. Allerdings ist er “Made in China” und somit auch in sämtlichen Küchen-Online-Shops zu haben. Viel schöner ist aber doch, dass ich eine Erinnerung an unseren Urlaub habe…

Wichtig für das unfallfreie Stempeln der Kekse ist, dass der Teig möglichst trocken ist – und kalt! Und dass die Stempel mit Mehl oder Stärke eingepudert sind. Aber der Reihe nach:

Zutaten für etwa 20 Kekse:

200 g Butter, in Scheiben geschnitten, zimmerwarm werden lassen
100 g Puderzucker (durchgesiebt)
1/2 TL Vanillezucker
1 Ei (M)
300 g Mehl (durchgesiebt)
30 g Kakao
1 gehäufter TL grobes Fleur de Sel

Außerdem: etwas Stärkepulver oder feines Mehl

Zubehör: Küchenmaschine bzw. Handmixer, Backpapier, Frischhaltefolie, Backblech, optional: Keksstempel

Zubereitungszeit: Etwa 45 min (15 min davon reine Backzeit), + mind. 30 min Zeit zum Kühllegen

Butter und Zucker mit der Küchenmaschine oder dem Handmixer verrühren. Das Ei dazugeben und ordentlich verquirlen. Mehl, Salz, Kakao miteinander vermischen und ebenfalls unter den Teig mischen.

Den gut verkneteten Teig zu einer Rolle kneten, die im Durchmesser so groß ist wie Euer Stempel. (Falls Ihr keine Kekse stempelt, könnt Ihr sie einfach ausstechen oder kleine Kugeln formen und plattdrücken.) Teigwurst jetzt in Frischhaltefolie schlagen und in den Kühlschrank legen.

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Backpapier (noch draußen) auf das Backblech legen.

Keksstempel in ein Häufchen Stärke oder Mehl drücken und gut abklopfen, so dass kein Pulver in den Zwischenräumen hängen bleibt!

Jetzt von der gekühlten Teigwurst ein Drittel abschneiden. Den Rest wieder kühl legen. Kekse in dünnen Scheiben (etwa ein halber Zentimeter) schneiden, auf das Backblech legen – mit etwas Abstand – und stempeln. Dabei den Stempel immer mal wieder in die Stärke drücken, abklopen… und so weiter.

Jetzt das nächste Drittel der Teigwurst aus dem Kühlschrank holen und wie oben verfahren, bis der ganze Teig aufgebraucht und gestempelt ist. Nochmal: Ganz wichtig ist, dass der Teig trocken und gut gekühlt, der Keksstempel gut eingepudert ist! Sonst verzweifelt Ihr, weil ständig Teig im Stempel hängt oder der Abdruck sch***e aussieht.

Ab damit in den Backofen und ca. 15 min backen – je nach Dicke Eurer Kekse.

Wenn der Teig schön trocken ist und gut gekühlt, zerfließen die gestempelten Kekse nicht und werden perfekt:

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Das Schönste an diesen Keksen aus dem Vorratsschrank ist aber: Sie halten sich in einer Blechdose viele Wochen. Und sind somit wieder ein schöner Vorrat – denn Schoko-Kekse kann man nie genug im Haus haben, oder?

Damit ist das Kakaopulver – ebenso wie die fertigen Kekse – mein Schatz aus der Vorratskammer und somit mein Beitrag zu Susannes (“Magentratzerl“) Blog-Event bei Zorra:

Blog-Event XCVIII - Schatzsuche im Vorratsschrank (Einsendeschluss 15. Mai 2014)

 

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Mir kommt es vor wie eine Ewigkeit: Anfang März saßen wir bei blauem Himmel und wohltuender Wärme unterm Sonnenschirm auf der Terrasse unseres wunderschönen Bed & Breakfast in Kapstadt am Fuße des Tafelsbergs und haben nach einem langen Nachtflug gefrühstückt.

Wir waren übermüdet, kribbelig und voller Vorfreude. Vor allem aber auch hungrig und neugierig auf unseren ersten Südafrika-Urlaub. Das frische Obst, Joghurt und natürlich das hausgemachte Banana Bread haben jedenfalls alle Lebensgeister geweckt, um schnell schnell auf große Entdeckungstour zu Fuß zu gehen: Kloof Street, The Gardens, Waterfront…

Als wir dann gegen Ende unseres Urlaubs in Stellenbosch in einer hübschen, kleinen Buchhandlung nach dem Weg fragten, fiel mir auch gleich ein Kochbuch ins Auge, in dem ich glücklicherweise ein einfaches Rezept für Banana Bread gefunden habe:

Life_Cape_Farm

Life on a Cape Farm. Country Cooking at its best” von Lesley ound Louise Gillet ist ein ansprechend fotografiertes Kochbuch ohne Schnickschnack mit zahlreichen traditionellen Rezepten aus der Farmküche. Die Rezepte sind stark europäisch geprägt, berücksichtigen aber auch lokale Produkte und Einflüsse aus Asien und Afrika. Das Buch ist gegliedert in die unterschiedlichen Mahlzeiten: Brunch, Tea-Time, Snacks, Familienfeste, Dinners sowie Kekse, Brote und Marmeladen und schlussendlich Basics, Einkaufstips, ein Glossar und – sehr hilfreich! – die Umrechnungstabelle ins metrische System.

Die Rezepte sind schlicht aber gut verständlich beschrieben; meist kommt man mit wenigen Zutaten aus.

Also ran ans Banana Bread!

Banana_Bread

Was in Südafrika “Bread”, also “Brot”, heißt, ist in Wirklichkeit ein süßer, saftiger BananenKUCHEN. Sehr süß, sehr gehaltvoll und seeeeehr köstlich! So eine Scheibe zum Frühstück und Ihr habt erstmal eine gute Grundlage für Stadterkundigungen oder die Gartenarbeit :)

Das Rezept für eine Kuchenkastenform (ca. 30 cm) habe ich ganz leicht angepasst. (Originalangaben in Klammern).

120 gr weiche Butter + etwas Butter zum Einfetten der Form

210 gr Muscovado-Zucker (225 gr weißer Zucker)

3 sehr reife Bananen

2 Eier (M)

240 gr Weizenmehl (gesiebt)

Prise Salz

1 TL Natron

60 ml Wasser (65 ml im Original)

7 ml  Backpulver (entspricht etwa einem gehäuften TL)

Zubehör: Kastenform (30 cm), Handmixer oder Küchenmaschine, große Teigschüssel

Zubereitungszeit: 20 min plus mind. 50 min Backzeit

So geht’s: Form mit Butter gut einfetten. Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Bananen pürieren oder mit einer Gabel sehr gut zerquetschen. Kleine Stücke sind ok, die Masse sollte aber breiig sein. Butter und Zucker mit dem Handmixer gut verquirlen, bis die Masse fluffig ist. Bananenmasse hinzugeben und gut untermischen. Eier nacheinander hinzugeben und gut vermixen. Mehl und Salz unterrühren. Natron im Wasser auflösen und zum Teig geben, verquirlen. Zuletzt das Backpulver noch mit der Masse vermischen.

Nun den Teig gleichmäßig in die Form geben und auf der mittleren Schiene in den Ofen schieben. Statt der angegebenen 45 min braucht mein Banana Bread immer mindestens 50 min oder sogar etwas mehr. Die Holzstäbchen-Probe hilft hier: Nach der Backzeit mit einem Holzspießchen in die Mitte des Kuchens stecken. Bleibt Teig daran hängen, die Backzeit noch etwas verlängern. Aber Achtung: Das Banana Bread ist sehr saftig. Etwas feucht ist das Stäbchen also immer!

Jetzt die Kastenform aus dem Ofen nehmen und gut abkühlen lassen. Eventuell mit einem schmalen Messer am Rand entlangfahren und das Brot von der Form lösen. Dann vorsichtig aus der Form stürzen. Auch hier bitte Vorsicht: Das Banana Bread ist so saftig und fluffig, dass es schnell auseinanderbricht!

Am besten schmeckt unser Kuchen Brot natürlich lauwarm und zu einem kalten Glas Milch oder einer Tasse Tee. Aber auch zwei oder drei Tage später ist es noch saftig und bananig.

Für uns ist es jedenfalls eine herrliche Erinnerung an einen wunderschönen Urlaub, von dem Ihr noch mehr zu lesen bekommen werdet :)

 

 

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Manchmal erschrecke ich vor mir selbst. Etwa wenn ich mich dabei erwische, dass ich morgens schon darüber nachdenke, am Abend Brownies zu backen. (Wer hier öfter mitliest, versteht, was ich meine: Ich würde eher morgens mit Augenbinde und auf einem Bein stehend ein 5-gängiges indisches Menü für 6 Personen zubereiten, als backen.)

Aber vielleicht ist der Bock auf was richtig, richtig Süßes, auf das Gefühl von was Fluffigem im Mund auch dem Wunsch nach einem Seelenstreichler geschuldet. Denn obwohl ich eher von der herzhaften Fraktion bin, tut was Süßes ab und an einfach der Seele gut. Wisst Ihr, was ich meine?

Und da ich momentan unter der Woche weder zum Einkaufen, noch zum Kochen und fast gar nicht zum Essen komme, bin ich in Gedanken mal die Vorräte durchgegangen:

Bitterschokolade: check!

Butter: check! (mit etwas Phantasie, s.u.)

Eier: check!

Mehl, Zucker, Backpulver: check!

Hmmm… Und womit pimpen wir das Ganze?

Cranberries: check!

Walnüsse: check!

Heraus kamen herrlich fluffige, süß-knackig-herb-saftige Seelenstreichler-Brownies:

Brownies_Walnuss

Für echte Brownie-Fans könnte sie vermutlich etwas “knatschiger” sein. Aber ich finde sie herrlich saftig und so leicht, als würde ich geradewegs auf ihnen ins Wohlfühl-Land schweben.

Ein Glas Milch dazu oder einen frisch aufgebrühten Kaffee und die Welt da draußen kann uns mal!

Zutaten für eine Backform 30×39 cm (etwas unorthodox aus der Vorratskammer zusammengesucht):

100 gr 70% Schokolade

25 gr Vollmilchschokolade

200 gr Muscovadozucker

100 gr Butter

100 gr Mehl

25 gr leicht gesalzene Butter

4 Eier

1 gehäuften TL Backpulver

60 gr kalifornische Walnüsse (süßer und milder als europäische)

100 gr getrocknete Cranberries

1 EL (etwa 40 gr) Preiselbeeren aus dem Glas

Zubehör: Metalschüssel und Topf für ein Wasserbad, Handrührgerät, Rührschüssel, Backform 30×39, 1 Bogen Backpapier

Zubereitungszeit: 20 min plus 20 min Backzeit

So geht’s:

Backofen auf 175 Grad Umluft vorheizen.

Topf mit Wasser füllen und erhitzen. Metalschüssel in den Topf stellen. Butter und Schokolade in Stückchen schneiden und in die Metalschüssel geben. Schmelzen lassen und miteinander verrühren.

Währendessen Walnüsse und Cranberries grob hacken, Preiselbeeren dazu geben und zur Seite stellen. Zucker, Mehl, Backpulver und Eier mit dem Handrührgerät vermixen. Die geschmolzene Butter-Schoko-Masse unterrühren.

Walnüsse, Cranberries und Preiselbeeren unterheben.

Backform mit einem Bogen Backpapier auslegen. Die Teigmasse gleichmäßig in der Form verteilen – auch an den Seiten und in den Ecken, sonst ist der Brownie an den Seiten ganz platt.

Auf der mittleren Schiene in den Backofen schieben und 20 min backen.

Nach der Backzeit mit einem Holzstäbchen prüfen, ob noch Teig hängen bleibt. Wenn nicht, ist der Brownie fertig.

Herausnehmen, abkühlen lassen und anschließend mitsamt Backpapier herausheben. In Quadrate schneiden, servieren, genießen.

Wer mag, streut noch Puderzucker über die Brownies. Wer die Brownies lieber knatschiger will, nimmt einfach 150 gr Preiselbeeren aus dem Glas und 50 gr Walnüsse. Aber die säuerlichen getrockneten Cranberries sind der Hit.

Und weil Brownies nicht nur ein tolles Valentinstaggeschenk sind – etwa für den Liebsten, die beste Freundin, die hilfsbereite Kollegin oder den Päckchen annehmenden Nachbarn – sondern auch so uramerikanisch wie Hot Dogs mit Sauerkraut und rauchende Colts, sind meine Seelenstreichler-Brownies mein Beitrag zum Blog-Event “Kulinarischer Roadtrip durch die USA” von bella kocht.

Blog-Event XVC - Kulinarischer Roadtrip durch die USA (Einsendeschluss 15. Februar 2014)

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Bei der Aktion Übern Tellerrand habe ich meine Bloggerkollegen um einfache, gelingsichere Plätzchen- und Keksrezepte gebeten, die am besten auch noch außerhalb der Weihnachtszeit schmecken. Denn, mal ehrlich, wer findet denn vor Weihnachten Zeit zum Backen?

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Nach Sandras Cookies nach einem Rezept von Donna Hays und Trings Aachener Printen gibt es heute Walnussplätzchen von Julia, The Cooking Knitter.

Julia hat nicht nur einen Supervornamen sondern kann auch tolle, unkomplizierte Gerichte kochen, stricken und backen. Wie schön, dass ich auch Julia im Sommer kennenlernen durfte. Ich finde, unsere rheinhessische Bloggertruppe sollte sich dringend mal wieder treffen! Danke, Astrid, für den Anstoß.

Aber jetzt hat Julia das Wort. Die Walnusskekse klingen wirklich so unkompliziert, dass ich sie mir locker zutraue. Und schmecken tun sie sicher auch noch im Januar. Oder im Februar. Vielleicht auch im März, im April…

Nussplätzchen für Dummies

Ich bin wirklich keine große Plätzchenbäckerin, dennoch wollte ich mir die Einladung bei Julia für einfache Plätzchen nicht entgehen lassen. Schließlich bin ich selbst ein riesiger Fan von schnellen, gelingsicheren Plätzchen. Daher teile ich hier auch gerne eins meiner Rezepte, die auch gerade unter Zeitdruck gut funktionieren. Schnell sind sie trotzdem nicht gemacht, da man den Teig zu Beginn direkt zwei Stunden in den Gefrierschrank packen muss. Doch diese Zeit lässt sich immer gut nutzen und sei es um die Küche wieder aufzuräumen oder Geschenke zu verpacken.

Das Rezept stammt von einer lieben Freundin und ich möchte es nicht mehr missen in meiner Weihnachtsbäckerei.

walnusskekse

Jetzt aber auf Anfang!

Für zwei volle Bleche benötigt man folgende Zutaten

250g Mehl

2EL Kakao

125g Zucker

1 Prise Salz

150g Margarine

1 Ei

50g ganze Nüsse nach Wahl

Alle Zutaten, außer die Nüsse werden von Hand oder der Küchenmaschine zu einem Teig verarbeitet. Zum Schluss kommen die Nüsse nach Wahl dazu. Meine Wahl fällt zu 99 Prozent auf Walnüsse.

Sind die Nüsse nun in den Teig eingearbeitet formt man zwei Teigwürste und friert sie für ca. zwei Stunden ein. Natürlich kann man den Teig auch Tage vorher zubereiten und im Tiefkühlschrank auf den Einsatz warten lassen. Oder sich Wochen nach Weihnachten freuen, wenn man noch eine Teigwurst im Gefrierfach findet.

Nach der Wartezeit holt man die Teigwürste wieder heraus und schneidet sie in Scheiben. Die einzelnen, runden Plätzchen kommen dann bei 170 °C (Umluft) ca. 7-9 Minuten in den Ofen.

Die Nussplätzchen müssen auf jeden Fall noch weich sein, da sie beim Auskühlen hart werden.

Tipp: Ich nehme meist gleich die doppelte Menge, da die Nussplätzchen großen Anklang finden.

 

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Zum dritten Mal darf ich ein Türchen für Zorras kulinarischen Adventskalender befüllen. Neben vielen tollen Rezepten gibt es nicht nur neue Blogs zu entdecken sondern auch jede Menge Preise zu gewinnen! Surft unbedingt mal rein. Wieder dabei zu sein ist jedenfalls eine große Ehre für meine kleine Fressseite!

Kulinarischer Adventskalender 2013 - Türchen #14

Und stellt Euch vor: Nach der herzhaften Harira-Suppe und gebackener Rote Bete wird es in diesem Jahr bei mir süß!

Ich habe Euch eine traditionelle Köstlichkeit aus meiner Frankfurter Heimat zubereitet: Frankfurter Bethmännchen!

Bethmännchen

Die kleinen Marzipanknubbel gibt es hier in der Ecke auf jedem Weihnachtsmarkt, in Konditoreien oder Feinkostgeschäften. Dabei sind sie richtig teuer und werden wie Pralinen auch einzeln verkauft. Nicht selten zahlt man anderthalb oder zwei Euro pro Stück!

Wenn im Nikolausstiefel Bethmännchen versteckt waren, haben wir uns gefreut wie die Schneekönige. Denn die kleinen Besonderheiten teilt man sich gut ein und frisst sie nicht weg wie Gummibärchen.

Auch wenn man bei einer Tante oder der Mutter des neuen Freundes mal so richtig Eindruck schinden wollte, brachte – und bringt! – man Bethmännchen mit.

Ihr merkt: Die kleinen Dinger sind was ganz, ganz Besonderes in meiner Heimat. (Leider gibt es auch miese Plagiate im Supermarkt, die zwar teuer verkauft werden, aber lieblos zubereitet sind. Breiten wir den Mantel des Schweigens über Supermarkt-Bethmännchen)

Warum heißen die Bethmännchen überhaupt Bethmännchen, fragt Ihr? Mitte des 19. Jahrhunderts war ein französischer Konditor Küchenchef bei der Frankfurter Bankiersfamilie Bethmann (die Bethmann-Bank gibt es heute noch!). Zu Ehren der vier Kinder des Hauses, erfand der Küchenchef die kleinen Marzipankugeln und drückte – stellvertretend für jeden Sohn – vier halbe Mandeln auf die Seiten der Kugeln. Als ein Sohn starb, erhielten die Bethmännchen ihre heute noch geltende Form mit nunmehr nur noch drei Mandelhälften.

Ob die Geschichte stimmt (der Sohne der Familie starb bereits, bevor die Bethmännchen auftauchten) oder nur eine gute Vermarktungsstrategie ist? Nun, geschäftstüchtig waren die Menschen in meiner geliebten Banken- und Messestadt schon immer… Als Kind habe ich mich aber oft gefragt, wie es wohl ist, wenn es überall in der Stadt Süßigkeiten mit seinem Namen gibt. Ich glaube, ich muss mal ein paar kleine “Richterchen” erfinden!

Jetzt machen wir aber endlich Bethmännchen! Bereitet sie so bald wie möglich zu. Denn sie müssen noch etwas durchziehen, um richtig köstlich zu werden. Zwar gibt es Bethmännchen das ganze Jahr über. Viele gönnen sie sich aber nur zur Weihnachtszeit. Sie gelingen leicht und sind deutlich günstiger, wenn man sie selbst zubereitet.

Für 60 Bethmännchen (die Euch in einer Frankfurter Konditorei locker 90 Euro kosten würden!!) benötigt Ihr folgende Zutaten:

400 gr Rohmarzipan (ja, man kann Marzipan auch selber machen. Aber ich habe fertige Marzipanrohmasse verwendet. Ätsch!)

130 gr Puderzucker

60 gr Weizenmehl

100 gr gemahlene Mandeln

2 Eier

ganze geschälte Mandeln (pro Bethmännchen drei Mandelhälften, eine handelsübliche Tüte reicht)

einige Spritzer Rosenwasser

Wasser

Küchenzubehör: Backblech und Backpapier, große Rührschüssel

Zubereitungszeit: 15-20min für’s Backen, etwa 1 Stunde für die Zubereitung, 1 Nacht ziehen lassen

So geht’s:

Die ganzen Mandeln halbieren. Ihr braucht 180 Mandelhälften! Marzipanrohmasse, Puderzucker, Mehl, gemahlene Mandeln, die Spritzer Rosenwasser und das Eiweiß der beiden Eier gut miteinander verkneten. Die beiden Eigelb in einer Tasse abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Aus der Teigmasse kleine Kugeln formen, unten etwas flachklopfen und ganz leicht kegelförmig zupfen. Auf das Backblech setzen und drei Mandelhälften mit der Spitze nach oben gleichmäßig auf jede Seite des Bethmännchen-Kegels setzen, gut andrücken.

Zwischendrin müsst Ihr Euch immer mal die Finger waschen. Die Marzipanmasse ist so klebrig, dass die Mandelhälften irgendwann an Euren Fingern kleben und nicht am Bethmännchen.

Wenn alle Bethmännchen fertig sind, an einem nicht zu warmen Ort ziehen und antrocknen lassen. Das ist sehr wichtig und ist ein Special-Tipp meiner Mutter, den ich bisher in keinem Rezeptbuch gefunden habe! Denn wenn Ihr die Bethmännchen gleich in den Ofen schiebt, fließen sie auseinander und sehen, naja, platt aus. Lässt man sie ziehen und etwas trocknen, behalten sie wunderbar ihre Form. Die Wartezeit lohnt sich also!

Am nächsten Morgen den Backofen auf 150 Grad vorheizen. Die Eigelb aus dem Kühlschrank holen, mit etwas Wasser verdünnen und mit einem Pinsel die Bethmännchen von oben einpinseln – nicht rundum, sondern hauptsächlich auf der Spitze und den Mandeln. Dadurch glänzen die Bethmännchen schön und die Mandeln halten besser.

Die Bethmännchen backen – je nach Größe – nun etwa 15 min. Dabei sollte die Spitze schön braun werden. In meinem Ofen habe ich sie dafür abschließend noch mal einige Minuten oben unter den Grill geschoben. Aber aufpassen! Das kann sonst schnell schief gehen.

Sehen die Bethmännchen aus wie auf dem Foto oben, nehmt Ihr sie aus dem Ofen und lasst sie gut abkühlen.

Aufbewahrung: In einer Porzellan-, Metall- oder Tupperdose halten die Bethmännchen Wochen und werden von Tag zu Tag besser. Auch das Rosenwasser schmeckt man erst, wenn die kleinen Dinger etwas Zeit hatten, um zu ruhen.

Auf jeder Advents-Kaffeetafel, fein verpackt in hübsche Päckchen oder in kleinen weihnachtlichen Schachteln mit Seidenpapier geschützt, sind die Bethmännchen ein sehr beliebtes Mitbringsel in der Adventszeit. Auch auf der Untertasse einer dampfenden Tasse Kaffee oder Tee serviert, zeigt ein Bethmännchen dem Empfänger, dass er etwas ganz Besonders ist.

Ich gönne mir jetzt eines und wünsche Euch einen

wunderbaren 3. Advent! 

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Manch einer rümpft die Nase über den Boom der Koch-, Back- und Foodblogs. Fast täglich fassen sich Blogger ein Herz und gründen ihre eigene kleine Fressseite. Das ist nichts, worüber erfahrenere, etabliertere Blogger die Nase rümpfen müssten. Denn es erfordert von jedem von uns Engagement, Mut, Zeit und ein gehörig Maß Kritikfähigkeit, unsere Koch- und Backergebnisse für alle Welt lesbar ins Internet zu stellen.

Wird das überhaupt jemand lesen? Werden mich “bessere” Köche auslachen, wenn ich auch einfach mal ein Butterbrot online stelle? Was mache ich, wenn ich mal keine Zeit und Lust zum Bloggen habe? – Das waren so Fragen, die ich mir vor dreieinhalb Jahren gestellt habe. Heute möchte ich die Foodblogger-Community und mein Hobby nicht mehr missen.

Deswegen begrüße ich grundsätzlich erstmal JEDEN neuen Foodblog – ob mir die Inhalte dann gefallen, ist wieder eine andere Sache. Aber wie schön, dass man ja nicht alles lesen muss, was so im Internet steht. Um neue Foodblogs kennenzulernen, ist die Aktion “Übern Tellerrand” perfekt. Schaut doch mal rein:

übern Tellerrand

Überhaupt keine Überwindung kostet das bei Kathrin und ihrem Blog Et Tring kocht, der seit Sommer diesen Jahres am Start ist! Tring kommt ausm Rheinland und hat alleine deshalb schon mein Herz erobert. Denn wo sind die Leute unprätensiöser, bodenständiger und herzlicher als in meiner angeheirateten Heimat? Tring kocht überwiegend vegetarisch, ist aber keine Vegetarierin. Sie liebt wie ich Milchsspeisen, Mezze und die asiatische Küche. Aber vor allem probiert sie gerne aus. Das klingt doch einfach wie ein richtig gutes Foodblog, oder?

Vorhang auf also für Tring, die mir netterweisen meine Lieblingslebkuchen mitgebracht hat: Aachener Printen!

(PS: Unbedingt den Tipp gaaaaanz unten beachten! Genial!) Bitteschön, Tring. Jetzt bist Du dran:

Nun darf ich also meine Nase über meinen Tellerrand hinaus in Julias virtuelle Küche stecken. Ihr Blog gehört dabei zu denen, die ich eigentlich fast artikelunabhängig lese, wenn es was Neues gibt. Denn neben den schön unkomplizierten (und leckeren) Gerichten, die sie hier vorstellt, ist es vor allem ihr lockerer Schreibstil, der einen gerne in jeden Post reinschauen lässt. Insofern freut mich die Einladung mich hier kurzzeitig auszubreiten sehr!

Auf meinem eigenen kleinen Foodblog “Et Tring kocht” verblogge ich meist das, was bei mir so tagtäglich auf dem Essenstisch landet und dementsprechend auch meine Essensvorlieben (viel Gemüse, viele kleine Gerichte, viel Chinesisches, viel Abwechslung) erschreckend gut widerspiegelt. Anfangs einfach nur für mich quasi als virtuelle Rezeptsammlung – mittlerweile auch für alle anderen die meinen Spaß am Kochen (und Essen) teilen. Oder am Backen. Zum Beispiel an diesen Printen.

Aachener Schoko-Nuss-Printen

Aachener Printen sind für mich in vielerlei Hinsicht die idealen Plätzchen: Zunächst sind sie in der Herstellung sehr unkompliziert und damit hervorragend geeignet für grobmotorisch veranlagte Plätzchenbäcker wie mich. Während andere Leute stundenlang mit ruhiger Hand Plätzchen ausstechen, Zuckerperlen an die richtige Stelle setzen und Verzierungen mit dem Spritzbeutel auftragen, passen bei mir selten zwei ausgestochene Plätzchen exakt aufeinander und werden auch im Laufe des Backprozesses generell immer größer. Irgendwie verhält sich die noch zu verarbeitende Teigmenge immer antiproportional zu meiner Geduld. Bei Printen habe ich damit kein Problem, die werden einfach mit dem Messer in Form geschnitten.

Des Weiteren sind Printen ideale Lagerplätzchen. Dies ist der beschönigende Ausdruck dafür, dass sie bereits kurz nach dem Backen steinhart und erst nach längerem Erholungsaufenthalt in Plätzchendosen wieder für Normalmenschen verzehrbar werden. Für verfressene Plätzchenesser wie mich hat das allerdings den unschlagbaren Vorteil, dass sie im Gegensatz zu manch anderen Exemplaren zumindest eine reelle Chance haben bis Weihnachten zu überleben (und das obwohl ein Großteil bei mir schon steinhart und in Kaffee getunkt vorher gegessen wird).

Was mich direkt zum dritten Vorteil bringt: Sie sind einfach extrem lecker und definitiv nicht 08/15. Dafür sorgt schon die Gewürzmixtur, die sich gewaschen hat. Darüber hinaus können sie je nach Gusto individuell abgewandelt werden. Man kann sie ganz pur (also ohne Nüsse und Schokolade) genauso essen, wie bspw. mit Mandelsplittern und Milchschokolade.

Die Zubereitung mag zunächst etwas ungewöhnlich erscheinen, ist aber wirklich kinderleicht. Und wer die Investition in all die Gewürze scheut, kann sich für den Anfang auch mit Anis, Nelken und Zimt begnügen. Das einzige, was der Teig definitiv braucht, ist Zeit zum Ruhen an einem kühlen Ort (Kühlschrank oder Balkon). Aachener Bäcker (bei denen Printen im Übrigen das ganze Jahr erhältlich sind) lassen den Teig angeblich bis zu 2 Wochen ruhen. Für den Hausgebrauch tut es aber auch eine Nacht. Ihr seht, ihr habt keinerlei Ausreden ;-)

Für ca. 40 Stück:

Für den Teig:

  • 250g Zuckerrübensirup
  • 100g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 100g Butter
  • 4 EL Wasser
  • 100g Krümmelkandis (klein zerstoßener Kandiszucker)
  • 1 TL Anis (gemahlen)
  • 1 TL Nelken (gemahlen)
  • 1 TL Zimt (gemahlen)
  • Je eine großzügige Prise Piment, Koriander, Kardamom und Muskat (alles gemahlen)
  • 5g (etwa 1 gestrichener TL) Pottasche
  • 1 Msp. Hirschhornsalz
  • 1 Prise Speisenatron
  • 500g Mehl

Außerdem:

  • Etwa 400g Haselnüsse
  • 500g Zartbitterschokolade mit hohem Kakaoanteil
  • 2 EL neutrales Öl (bspw. Sonnenblumen- oder Rapsöl)

  1. Für den Teig den Zuckerrübensirup, Zucker, Salz, Butter und Wasser in einen Topf geben und auf kleiner Hitze und unter gelegentlichem Rühren langsam auflösen. Der Zucker sollte dann nicht mehr spürbar sein und das Ganze eine zähflüssige Konsistenz haben.
  2. Den Topf vom Herd ziehen und Grümmelkandis und Gewürze unterrühren.
  3. Pottasche und Hirschhornsalz in wenig Wasser (etwa 1 EL) auflösen und zusammen mit dem Natron ebenfalls unterrühren.
  4. Nun nacheinander etwa 2/3 des Mehls unterrühren (ich nehme dafür einfach weiter den Kochlöffel). Dann das restliche Mehl zugeben, kurz untermischen und dann – am besten auf einer Backmatte – kurz zu einem ganz leicht klebenden und recht festen Teig verkneten. Dabei nach Möglichkeit kein zusätzliches Mehl mehr zugeben.
  5. Den Teig in Frischhaltefolie oder einen Gefrierbeutel einwickeln und mindestens 2 Stunden, besser über Nacht, in den Kühlschrank geben.
  6. Den durchgekühlten Teig nach dem Ruhen portionsweise möglichst ohne weitere Mehlzugabe etwa ½ cm dick ausrollen. Auch das funktioniert am besten auf einer Backmatte, ansonsten tut es auch etwas Alufolie oder ein aufgeschnittener Gefrierbeutel.
  7. Den Backofen auf 160 Grad Umluft vorheizen.
  8. Den Teig mit einem scharfen Messer auf die gewünschte Form und Größe zuschneiden (ich habe Rechtecke von etwa 2,5x5cm geschnitten), mit etwas Abstand (der Teig geht beim Backen auch leicht in die Breite) auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche geben.
  9. Ganze Haselnüsse mit einem Messer halbieren oder grob durchhacken und nach Gusto auf den Printen verteilen. Dabei ganz leicht andrücken.
  10. Im heißen Backofen 10-12 Minuten backen. Die noch weichen Printen danach zum Auskühlen auf ein Kuchengitter geben. Nicht wundern – sie werden wenn sie erkalten in kürzester Zeit steinhart.
  11. Die Schokolade mit dem Öl auf kleiner Hitze auf dem Herd oder in der Restwärme des Backofens schmelzen. Die Printen nach Wunsch ganz oder teilweise damit überziehen.
  12. Die Schokolade trocknen lassen. Dann die Printen in Dosen gut verpacken, dadurch werden sie im Laufe der Zeit (etwa 2 Wochen) wieder weich. Wer den Vorgang beschleunigen will, kann einen Apfelschnitz zugeben, muss diesen dann aber alle paar Tage austauschen, damit er nicht schimmelt!

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Das Schönste an dieser verrückten Foodblogger-Welt ist, wenn man die Menschen hinter den Blogs kennenlernen darf. Und so war auch klar wie Kloßbrühe, wem ich den ersten Gastblog-Post der Aktion “Übern Tellerrand” einräumen würde (einer Aktion, bei der Blogger ihren Lesern andere Blogs vorstellen).

Denn mein Aufruf hieß: Wer stellt meinen Lesern (und mir!) leichte, gut funktionierende Keks- und Plätzchenrezepte zur Verfügung für die Vorweihnachtszeit? Denn backen ist und bleibt einfach nichts meins. Trotz einiger schöner Erfolge, koch ich lieber vier Stunden lang aufwendige indische Menüs als dass ich auch nur eine Stunde mit Teig rumhampel.

Aber es gibt da draußen Menschen, die bekommen regelmäßig “Backflashs”! Und haben sogar so viele Cookie-Rezepte auf Halde, dass sie mir locker eines davon abgeben können. Unvorstellbar für mich! Dass ich die herzenswarme, liebenswerte Sandra vom Back- und Kochblog From Snuggs’ Kitchen persönlich bei Astrid kennenlernen durfte, war jedenfalls eines meiner Foodblogger-Highlights in 2013.

Sandra backt nicht nur grandiose Cookies, Kuchen, Brote und neuerdings sogar Donuts, sondern hat mir auch ihre Nudelmaschine vermacht. Sollte ich jemals einen Backflash in mir aufkommen spüren, werde ich direkt auf zu Snuggs’ Kitchen surfen und vielleicht den Nutella-Donut nachbacken oder Sandra um einen Brotback-Kurs anbetteln. Bis dahin versuche ich mich an diesen scheinbar einfachen Chocolate-Chip-Cookies nach Donna Hays… Irgendwann lern’ ich’s noch, Sandra!

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Donnas Chocolate-Chip-Cookies

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Das nächste Rezept aus dem Buch von Donna Hay “frisch und leicht”. Nach dem kleinen Süss-Schock beim Schokoladenkuchen habe ich direkt mal die Zuckermenge reduziert. Da auch Ahornsirup zum Süssen verwendet wird, habe ich etwas weniger Mehl verwendet, damit sich der Teig noch gut verbindet.

Zutaten:

300 gr Vollkornmehl (Weizen-); 45 gr Haferflocken (fein); 0,5 TL Backpulver; 75 gr Zucker; 75 ml Ahornsirup; 125 ml Pflanzenöl; 1 Ei; 1 TL Vanilleextrakt; 120 gr Schokolade (Zartbitter-Drops)

Zubereitung:

Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Die Schokolade hacken. Falls Ihr Drops verwendet, legt eine Handvoll davon auf die Seite, nicht mit in den Teig geben.

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einem glatten Teig verarbeiten, das dauert einen kleinen Moment. Aus der Masse nun Kugeln formen, per Hand oder mit dem Eisportionierer. Die Kugeln nun mit der Hand oder einem leicht bemehlten Glasboden etwas flach drücken. Sie laufen nicht viel auseinander, daher können einige Cookies aufs Blech. Wer Drops verwendet hat, verteilt nun die restlichen Drops auf den Cookies, das sieht wirklich hübsch aus.

Die Bleche nacheinander in den Ofen geben und für etwa 10-12 min. backen, je nach gewählter Größe auch etwas länger. Sie sind gut, wenn sie am Rand goldbraun werden. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen.

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Mehr über die Aktion “Übern Tellerrand” erfahrt Ihr hier. Hoffentlich entdecken Blogger und Blog-Leser auf diesem Weg viele neue interessante Seiten in den unendlichen Weiten des Internets. Ich freue mich jedenfalls auf weitere Plätzchenrezepte vor Weihnachten. Stay tuned!

übern Tellerrand

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