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Archiv für die Kategorie ‘Süßes’

Das Wetter ist doch echt zum Verzweifeln. Nichts als Schnee, Regen und Kälte. Angeblich sind sogar die Zugvögel schon wieder umgedreht, weil es ihnen zu kalt ist. Auch heimische Tiere, die sich für den Winter Vorräte angelegt hatten, die nun langsam zur Neige gehen, warten wahrscheinlich sehnlichst auf den Frühling – genau wie ich!

Aber was machen, wenn es draußen immer noch nach Advent aussieht statt nach Ostern?

Ein von der Winterruhe genervtes Eichhörnchen könnte sich die Wartezeit beispielsweise versüßen, indem es seine Reste zusammenkramt und einen ordentlichen Schuss drüber gibt. Dann schaut es in der Tiefkühltruhe noch nach ein paar gefrorenen Früchten und holt ein Glas Lemon Curd aus dem Regal – fertig ist ein feiner Nachtisch!

Falls Ihr Euch jetzt fragt, ob ich vielleicht selbst ein bisschen zuviel “Schuss” ins Essen gegeben habe: Mein selbst ausgedachter Trifle hatte es durchaus in sich :)

Für 3 Altbier-Gläser (0,2l) benötigt Ihr folgende Zutaten:

2 Scheiben nicht mehr ganz frisches Vollkornbrot

30 gr Walnusskerne

3 EL Muscovado-Zucker (alternativ: anderer brauner Zucker)

6 EL milder (!) Whisky (er sollte eher malzig statt torfig schmecken. Als süße Alternative passt Amaretto)

300 gr Naturjoghurt

100 gr Blaubeeren (TK)

100 gr Himbeeren (TK)

3 EL Lemon Curd (selbstgemacht oder z.B. von Wilkin & Sons Ltd.)

Die Zubereitung geht blitzschnell:

Vollkornbrot, Walnusskerne und Zucker im Mixer zerkleinern. Jeweils 2 gehäufte EL der Masse pro Glas einfüllen und mit je 2 EL Whisky tränken. Blaubeeren und Joghurt verrühren und auf die 3 Gläser aufteilen. Nochmal 1 gehäuften EL der Nuss-Vollkorn-Masse auf den Joghurt schichten (jetzt den Whisky weglassen), Himbeeren obenauf schichten und mit einem EL Lemon Curd pro Glas krönen. Mit einer finalen Blaubeere garnieren.

Am besten lässt man den Trifle etwas ziehen, bevor man ihn serviert. Er schmeckt aber auch direkt nach der Zubereitung schon gut.

Der Vollkorn-Trifle mit Whisky ist ein nicht zu süßer Nachtisch, der hübsch aussieht und schnell zubereitet ist. Perfekt, um die triste Zeit bis zum Frühlingsanfang zu überbrücken!

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Kennst Du das Land, wo die Zitronen blüh’n?“…

Spätestens seit Goethes Italienreise gilt das Land als “Sehnsuchtsland” der Deutschen.

War in früheren Zeiten das Reisen Kaufleuten und Dichtern vorbehalten (die Fugger brachten ihre “doppelte Buchführung” aus Venedig mit), konnten die Wirtschaftswunderdeutschen plötzlich in Heeresstärke an den Gardasee, den Lago Maggiore, nach Rimini. Spöttisch wurde schnell vom “Teutonengrill” gesprochen – unvergessen und unüberbietbar auf den spöttischen Punkt gebracht von Gerhard Polt (Ois Gude zum 70!!) in “Man spricht deutsh!”: “Noch ein Vino Rosso, per favore, aber einen Roten, gell?!”.

“Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn,…”

Davon distanzieren wollten sich dann all die frühpensionierten Oberstudienräte, die mit deutscher Gründlichkeit alte Bauernhäuser in der Toskana herrichteten, ohne zu versäumen, sich über die unzuverlässigen italienischen Handwerker aufzuregen. Die ihrerseits beobachteten kopfschüttelnd, wie der Homo Teutonicus mit Sonnenbrand und holprigem VHS-Italienisch einen auf “einheimisch” machte.

“Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,…”

Aber bei allem Spott steckt die Sehnsucht nach Italien in den Knochen – zumindest in meinen. Nie wird mir das deutlicher als in dem Augenblick, wenn der Brenner hinter uns liegt und sich Italien vor uns ausbreitet. Schon an der ersten Raststätte schmeckt der Kaffee besser, sehen die Tramezzini appetitlicher aus, erscheinen die Menschen freundlicher als in Deutschland, wo mich zunehmend das Gefühl beschleicht, mich permanent dafür entschuldigen zu müssen, irgendwo Kunde, Gast oder einfach nur Bürger zu sein.

Wir wissen viel über Italien, über die Mafia, die korrupte Politik, über das Nord-Süd-Gefälle, frauenverachtendes Fernsehen und rechtsradikale Fußballfans. Das alles ist aber vergessen, sobald wir – von Florenz kommend – die Toskana vor uns sehen und ihre sanften Hügel mir direkt das Herz fest umklammern. Ich suche seit Jahren nach einem anderen Wort als “sanft”, weil das so abgedroschen ist. Aber mir fällt kein treffenderes ein. Denn diese Landschaft ist sanft – und fruchtbar und gut.

Mit jeder umgegrabenen Scholle wird die fette, satte, dunkelbraune Erde sichtbar, die gute Ernte für alles verspricht, was auf ihr angebaut wird. Dazu die unzählbaren Zypressen, die sich wie römische Legionäre endlos entlang der Straßen aufreihen, und die Siena-roten Ziegel der Bauernhäuser. Mohnfelder, soweit das Auge reicht. Weinberge mit büschelweisen Sangiovese-Trauben, die einen von Chianti träumen lassen. Wälder, in denen Wildschweine leben, die so phantastisch in Form von luftgetrockneter Salami schmecken…

Dieser Flecken Land bietet einfach so perfekte Bedingungen für einfache aber feinste Genüsse, dass ich die folgende Theorie entwickelt habe: Trotz aller Evolution, die unser Hirn immer größer werden und unsere Instinkte langsam verkümmern lässt, scheinen wir immer noch eine Information im Rückenmark stecken zu haben, die uns beim Anblick fruchtbarer, von Naturkatastrophen weitestgehend verschonter Landschaften zuraunt: “Hier kannst Du bleiben, Mensch. Hier kannst Du Dein Getreide pflanzen, Dein Vieh weiden, jagen und sammeln, und wirst nicht hungern.” Genau dieses Raunen lässt mir die Nackenhaare hochstehen und das Herz springen, wenn ich in die Toskana fahre.

“Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?”

Meinen jüngsten Sehnsuchtsschub nach der Toskana, nach Nachtigallen, die so laut singen, dass man das Fenster nachts zumachen muss, um schlafen zu können, nach Chianti, Pecorino und dem Geruch von Lorbeer und Rosmarin, hat Kathrin vom Food- und Foto-Blog Photisserie ausgelöst. Ihr saftig-saurer Zitronenkuchen wurde neulich – neben anderen verführerischen Kuchen – in der “Myself” vorgestellt und hat sofrt alle Knöpfe gedrückt, die es braucht, um mich nach Italien zu wünschen.

Das Rezept und wunderschöne Fotos findet Ihr hier. Ich habe mich – wie immer beim Backen – eng an das Rezept gehalten. Allerdings war meine Springform kleiner, so dass der Kuchen höher wurde und etwas längere Backzeit benötigte.

Aber, Kinners, das Ergebnis… Oh man! Ich habe selten etwas so Fruchtig-Frisches gegessen! Der absolute Clou sind der Zitronensirup, mit dem der Kuchen getränkt wird, sowie die kandierten Zitronen.

Ein Kuchen für alle Sinne: Bei der Zubereitung riecht die ganze Wohnung frisch nach Zitronen, das leuchtende Gelb tut dem Auge gut, die fluffige Konsistenz sowie das herrliche Zitronenaroma schmecken himmlisch, die Gäste liegen einem schluchzend vor Glück in den Armen… Und was ist mit dem Gehör? Das hört beim ersten Bissen ganz leise das Rückenmark raunen:

“Kennst du es wohl? Dahin!
Dahin möcht’ ich mit dir,
O mein Geliebter, ziehn.”

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Ich mag meine kleine Guglhupf-Form. Die kleine Variante ist genau die richtige Menge für zwei nicht so große Kuchenesser, die einfach ab und zu mal in ein winziges Stückchen Kuchen beißen möchten, ohne Gefahr zu laufen, dass das halbe Gebäck trocken und alt wird.

Außerdem ist sie dermaßen gut beschichtet, dass ich mir das Einfetten sparen kann. Der Kuchen flutscht auch so förmlich aus seiner Form. Super!

Das Rezept stammt aus dem Buch “Kleiner Guglhupf”, das ich hier vorgestellt habe. Die Rezepte stimmen absolut und machen richtig Spaß, weil sie auch Back-Anfängern wie mir immer gelingen. Ich freue mich schon auf weitere kleine Guglhupfe.

Weggelassen habe ich allerdings den EL Puddingpulver mit Vanillegeschmack. Sowas kommt mir nicht ins Haus – auch nicht für einen Kuchen. Was soll ich mit dem Rest anfangen. Ging wunderbar auch ohne! Butter und Zucker habe ich leicht reduziert, da unser hausgemachter Vanillezucker recht süß ist.

Für einen kleinen Guglhupf benötigt Ihr also:

120 gr weiche Butter

120 gr Zucker

1 gehäufter EL Vanillezucker

2 Eier (M)

5 EL Eierlikör

180 gr Mehl

1 TL Backpulver

So geht’s:

Butter schaumig rühren. Backofen auf 200 Grad vorheizen. Zucker, Vanillezucker, Eier und den Eierlikör einrühren. Mehl und Backpulver vermischen und unter die Masse rühren.

Teig in die Form geben (notfalls vorher fetten), glatt streigen und etwa 45 Minuten backen. Mit einem Hölzchen testen, ob er gar ist und evtl. die Backzeit noch verlängern. Dann empfiehlt sich aber, den Guglhupf mit Alufolie abzudecken, damit er nicht zu braun wird. Den Kuchen noch 10 min in der Form ruhen lassen, bevor Ihr ihn auf einen Teller “kippt”. Auskühlen lassen und – wer mag – mit Puderzucker bestreuen.

Der Eierlikörgeschmack ist nur ganz dezent. Die Vanille kommt gut durch. Eine feine Süßigkeit zum Tee oder Kaffee, die sich einige Tage hält, wenn man sie in Alufolie einpackt.

Und natürlich auch gleich mein heutiger Beitrag zur Initiative Sonntagssüß, die heute bei Lingonsmak Eure Süßigkeiten sammelt.

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Da kommt man Freitag Abend nichtsahnend nach Hause, folgt immer der Nase nach den weihnachtlichen Gerüchen Richtung Küche und findet den bEdW vorm Backofen hockend vor: “Ich habe Apfelkuchen gebacken!”.

Hä??

Aber das Ergebnis ließ keine Zweifel zu: Ein zimtiger Apfelkuchen aus der Kastenform, der perfekt zum Advents-Tee passt.

Für den blitzschnellen Kuchen braucht Ihr eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform. Und folgende Zutaten:

3-4 Äpfel (je nach Größe) geschält, entkernt und kleingeschnitten

6 Eier

175 gr Zucker

375 gr Mehl

1 Tütchen Backpulver

1 Tütchen Vanillezucker (oder die gleiche Menge selbstgemachter Vanillezucker)

Zimt – je nachdem, wie zimtig es werden soll…

eine Handvoll Rosinen

Und dann?

Alle Zutaten (außer Äpfeln und Rosinen) zu einem Teig zusammenrühren und die Apfelstücke und die Rosinen zum Schluss unterheben. In die Kastenform füllen und 45 Minuten bei 200 Grad backen. Unbedingt am Ende der Backzeit mit einem Holzspieß prüfen, ob der Kuchen durch ist. Wir haben gemerkt, dass er in der Mitte – wohl wegen der Rosinen – noch etwas knatschig war. Das kann man verhindern, wenn man die Hitze etwas reduziert und den Kuchen einfach noch länger im Rohr lässt.

Das Ergebnis ist dann ein fluffiger, nicht zu süßer Apfelkuchen, der herrlich zu einer Tasse Darjeeling passt und sich ein paar Tage hält.

Da der bEdW versichert hat, dass sich der Aufwand in Grenzen hält, ist der fluffige Apfelkuchen der Dezember-Beitrag zur Cucina Rapida von Man kann’s essen:

Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

So kann das gerne öfter aussehen, wenn ich abends nach Hause komme :)

Und wer hat Euch zuletzt womit überrascht?

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