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Archiv für die Kategorie ‘Süßes’

Manchmal erschrecke ich vor mir selbst. Etwa wenn ich mich dabei erwische, dass ich morgens schon darüber nachdenke, am Abend Brownies zu backen. (Wer hier öfter mitliest, versteht, was ich meine: Ich würde eher morgens mit Augenbinde und auf einem Bein stehend ein 5-gängiges indisches Menü für 6 Personen zubereiten, als backen.)

Aber vielleicht ist der Bock auf was richtig, richtig Süßes, auf das Gefühl von was Fluffigem im Mund auch dem Wunsch nach einem Seelenstreichler geschuldet. Denn obwohl ich eher von der herzhaften Fraktion bin, tut was Süßes ab und an einfach der Seele gut. Wisst Ihr, was ich meine?

Und da ich momentan unter der Woche weder zum Einkaufen, noch zum Kochen und fast gar nicht zum Essen komme, bin ich in Gedanken mal die Vorräte durchgegangen:

Bitterschokolade: check!

Butter: check! (mit etwas Phantasie, s.u.)

Eier: check!

Mehl, Zucker, Backpulver: check!

Hmmm… Und womit pimpen wir das Ganze?

Cranberries: check!

Walnüsse: check!

Heraus kamen herrlich fluffige, süß-knackig-herb-saftige Seelenstreichler-Brownies:

Brownies_Walnuss

Für echte Brownie-Fans könnte sie vermutlich etwas “knatschiger” sein. Aber ich finde sie herrlich saftig und so leicht, als würde ich geradewegs auf ihnen ins Wohlfühl-Land schweben.

Ein Glas Milch dazu oder einen frisch aufgebrühten Kaffee und die Welt da draußen kann uns mal!

Zutaten für eine Backform 30×39 cm (etwas unorthodox aus der Vorratskammer zusammengesucht):

100 gr 70% Schokolade

25 gr Vollmilchschokolade

200 gr Muscovadozucker

100 gr Butter

100 gr Mehl

25 gr leicht gesalzene Butter

4 Eier

1 gehäuften TL Backpulver

60 gr kalifornische Walnüsse (süßer und milder als europäische)

100 gr getrocknete Cranberries

1 EL (etwa 40 gr) Preiselbeeren aus dem Glas

Zubehör: Metalschüssel und Topf für ein Wasserbad, Handrührgerät, Rührschüssel, Backform 30×39, 1 Bogen Backpapier

Zubereitungszeit: 20 min plus 20 min Backzeit

So geht’s:

Backofen auf 175 Grad Umluft vorheizen.

Topf mit Wasser füllen und erhitzen. Metalschüssel in den Topf stellen. Butter und Schokolade in Stückchen schneiden und in die Metalschüssel geben. Schmelzen lassen und miteinander verrühren.

Währendessen Walnüsse und Cranberries grob hacken, Preiselbeeren dazu geben und zur Seite stellen. Zucker, Mehl, Backpulver und Eier mit dem Handrührgerät vermixen. Die geschmolzene Butter-Schoko-Masse unterrühren.

Walnüsse, Cranberries und Preiselbeeren unterheben.

Backform mit einem Bogen Backpapier auslegen. Die Teigmasse gleichmäßig in der Form verteilen – auch an den Seiten und in den Ecken, sonst ist der Brownie an den Seiten ganz platt.

Auf der mittleren Schiene in den Backofen schieben und 20 min backen.

Nach der Backzeit mit einem Holzstäbchen prüfen, ob noch Teig hängen bleibt. Wenn nicht, ist der Brownie fertig.

Herausnehmen, abkühlen lassen und anschließend mitsamt Backpapier herausheben. In Quadrate schneiden, servieren, genießen.

Wer mag, streut noch Puderzucker über die Brownies. Wer die Brownies lieber knatschiger will, nimmt einfach 150 gr Preiselbeeren aus dem Glas und 50 gr Walnüsse. Aber die säuerlichen getrockneten Cranberries sind der Hit.

Und weil Brownies nicht nur ein tolles Valentinstaggeschenk sind – etwa für den Liebsten, die beste Freundin, die hilfsbereite Kollegin oder den Päckchen annehmenden Nachbarn – sondern auch so uramerikanisch wie Hot Dogs mit Sauerkraut und rauchende Colts, sind meine Seelenstreichler-Brownies mein Beitrag zum Blog-Event “Kulinarischer Roadtrip durch die USA” von bella kocht.

Blog-Event XVC - Kulinarischer Roadtrip durch die USA (Einsendeschluss 15. Februar 2014)

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Bei der Aktion Übern Tellerrand habe ich meine Bloggerkollegen um einfache, gelingsichere Plätzchen- und Keksrezepte gebeten, die am besten auch noch außerhalb der Weihnachtszeit schmecken. Denn, mal ehrlich, wer findet denn vor Weihnachten Zeit zum Backen?

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Nach Sandras Cookies nach einem Rezept von Donna Hays und Trings Aachener Printen gibt es heute Walnussplätzchen von Julia, The Cooking Knitter.

Julia hat nicht nur einen Supervornamen sondern kann auch tolle, unkomplizierte Gerichte kochen, stricken und backen. Wie schön, dass ich auch Julia im Sommer kennenlernen durfte. Ich finde, unsere rheinhessische Bloggertruppe sollte sich dringend mal wieder treffen! Danke, Astrid, für den Anstoß.

Aber jetzt hat Julia das Wort. Die Walnusskekse klingen wirklich so unkompliziert, dass ich sie mir locker zutraue. Und schmecken tun sie sicher auch noch im Januar. Oder im Februar. Vielleicht auch im März, im April…

Nussplätzchen für Dummies

Ich bin wirklich keine große Plätzchenbäckerin, dennoch wollte ich mir die Einladung bei Julia für einfache Plätzchen nicht entgehen lassen. Schließlich bin ich selbst ein riesiger Fan von schnellen, gelingsicheren Plätzchen. Daher teile ich hier auch gerne eins meiner Rezepte, die auch gerade unter Zeitdruck gut funktionieren. Schnell sind sie trotzdem nicht gemacht, da man den Teig zu Beginn direkt zwei Stunden in den Gefrierschrank packen muss. Doch diese Zeit lässt sich immer gut nutzen und sei es um die Küche wieder aufzuräumen oder Geschenke zu verpacken.

Das Rezept stammt von einer lieben Freundin und ich möchte es nicht mehr missen in meiner Weihnachtsbäckerei.

walnusskekse

Jetzt aber auf Anfang!

Für zwei volle Bleche benötigt man folgende Zutaten

250g Mehl

2EL Kakao

125g Zucker

1 Prise Salz

150g Margarine

1 Ei

50g ganze Nüsse nach Wahl

Alle Zutaten, außer die Nüsse werden von Hand oder der Küchenmaschine zu einem Teig verarbeitet. Zum Schluss kommen die Nüsse nach Wahl dazu. Meine Wahl fällt zu 99 Prozent auf Walnüsse.

Sind die Nüsse nun in den Teig eingearbeitet formt man zwei Teigwürste und friert sie für ca. zwei Stunden ein. Natürlich kann man den Teig auch Tage vorher zubereiten und im Tiefkühlschrank auf den Einsatz warten lassen. Oder sich Wochen nach Weihnachten freuen, wenn man noch eine Teigwurst im Gefrierfach findet.

Nach der Wartezeit holt man die Teigwürste wieder heraus und schneidet sie in Scheiben. Die einzelnen, runden Plätzchen kommen dann bei 170 °C (Umluft) ca. 7-9 Minuten in den Ofen.

Die Nussplätzchen müssen auf jeden Fall noch weich sein, da sie beim Auskühlen hart werden.

Tipp: Ich nehme meist gleich die doppelte Menge, da die Nussplätzchen großen Anklang finden.

 

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Zum dritten Mal darf ich ein Türchen für Zorras kulinarischen Adventskalender befüllen. Neben vielen tollen Rezepten gibt es nicht nur neue Blogs zu entdecken sondern auch jede Menge Preise zu gewinnen! Surft unbedingt mal rein. Wieder dabei zu sein ist jedenfalls eine große Ehre für meine kleine Fressseite!

Kulinarischer Adventskalender 2013 - Türchen #14

Und stellt Euch vor: Nach der herzhaften Harira-Suppe und gebackener Rote Bete wird es in diesem Jahr bei mir süß!

Ich habe Euch eine traditionelle Köstlichkeit aus meiner Frankfurter Heimat zubereitet: Frankfurter Bethmännchen!

Bethmännchen

Die kleinen Marzipanknubbel gibt es hier in der Ecke auf jedem Weihnachtsmarkt, in Konditoreien oder Feinkostgeschäften. Dabei sind sie richtig teuer und werden wie Pralinen auch einzeln verkauft. Nicht selten zahlt man anderthalb oder zwei Euro pro Stück!

Wenn im Nikolausstiefel Bethmännchen versteckt waren, haben wir uns gefreut wie die Schneekönige. Denn die kleinen Besonderheiten teilt man sich gut ein und frisst sie nicht weg wie Gummibärchen.

Auch wenn man bei einer Tante oder der Mutter des neuen Freundes mal so richtig Eindruck schinden wollte, brachte – und bringt! – man Bethmännchen mit.

Ihr merkt: Die kleinen Dinger sind was ganz, ganz Besonderes in meiner Heimat. (Leider gibt es auch miese Plagiate im Supermarkt, die zwar teuer verkauft werden, aber lieblos zubereitet sind. Breiten wir den Mantel des Schweigens über Supermarkt-Bethmännchen)

Warum heißen die Bethmännchen überhaupt Bethmännchen, fragt Ihr? Mitte des 19. Jahrhunderts war ein französischer Konditor Küchenchef bei der Frankfurter Bankiersfamilie Bethmann (die Bethmann-Bank gibt es heute noch!). Zu Ehren der vier Kinder des Hauses, erfand der Küchenchef die kleinen Marzipankugeln und drückte – stellvertretend für jeden Sohn – vier halbe Mandeln auf die Seiten der Kugeln. Als ein Sohn starb, erhielten die Bethmännchen ihre heute noch geltende Form mit nunmehr nur noch drei Mandelhälften.

Ob die Geschichte stimmt (der Sohne der Familie starb bereits, bevor die Bethmännchen auftauchten) oder nur eine gute Vermarktungsstrategie ist? Nun, geschäftstüchtig waren die Menschen in meiner geliebten Banken- und Messestadt schon immer… Als Kind habe ich mich aber oft gefragt, wie es wohl ist, wenn es überall in der Stadt Süßigkeiten mit seinem Namen gibt. Ich glaube, ich muss mal ein paar kleine “Richterchen” erfinden!

Jetzt machen wir aber endlich Bethmännchen! Bereitet sie so bald wie möglich zu. Denn sie müssen noch etwas durchziehen, um richtig köstlich zu werden. Zwar gibt es Bethmännchen das ganze Jahr über. Viele gönnen sie sich aber nur zur Weihnachtszeit. Sie gelingen leicht und sind deutlich günstiger, wenn man sie selbst zubereitet.

Für 60 Bethmännchen (die Euch in einer Frankfurter Konditorei locker 90 Euro kosten würden!!) benötigt Ihr folgende Zutaten:

400 gr Rohmarzipan (ja, man kann Marzipan auch selber machen. Aber ich habe fertige Marzipanrohmasse verwendet. Ätsch!)

130 gr Puderzucker

60 gr Weizenmehl

100 gr gemahlene Mandeln

2 Eier

ganze geschälte Mandeln (pro Bethmännchen drei Mandelhälften, eine handelsübliche Tüte reicht)

einige Spritzer Rosenwasser

Wasser

Küchenzubehör: Backblech und Backpapier, große Rührschüssel

Zubereitungszeit: 15-20min für’s Backen, etwa 1 Stunde für die Zubereitung, 1 Nacht ziehen lassen

So geht’s:

Die ganzen Mandeln halbieren. Ihr braucht 180 Mandelhälften! Marzipanrohmasse, Puderzucker, Mehl, gemahlene Mandeln, die Spritzer Rosenwasser und das Eiweiß der beiden Eier gut miteinander verkneten. Die beiden Eigelb in einer Tasse abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Aus der Teigmasse kleine Kugeln formen, unten etwas flachklopfen und ganz leicht kegelförmig zupfen. Auf das Backblech setzen und drei Mandelhälften mit der Spitze nach oben gleichmäßig auf jede Seite des Bethmännchen-Kegels setzen, gut andrücken.

Zwischendrin müsst Ihr Euch immer mal die Finger waschen. Die Marzipanmasse ist so klebrig, dass die Mandelhälften irgendwann an Euren Fingern kleben und nicht am Bethmännchen.

Wenn alle Bethmännchen fertig sind, an einem nicht zu warmen Ort ziehen und antrocknen lassen. Das ist sehr wichtig und ist ein Special-Tipp meiner Mutter, den ich bisher in keinem Rezeptbuch gefunden habe! Denn wenn Ihr die Bethmännchen gleich in den Ofen schiebt, fließen sie auseinander und sehen, naja, platt aus. Lässt man sie ziehen und etwas trocknen, behalten sie wunderbar ihre Form. Die Wartezeit lohnt sich also!

Am nächsten Morgen den Backofen auf 150 Grad vorheizen. Die Eigelb aus dem Kühlschrank holen, mit etwas Wasser verdünnen und mit einem Pinsel die Bethmännchen von oben einpinseln – nicht rundum, sondern hauptsächlich auf der Spitze und den Mandeln. Dadurch glänzen die Bethmännchen schön und die Mandeln halten besser.

Die Bethmännchen backen – je nach Größe – nun etwa 15 min. Dabei sollte die Spitze schön braun werden. In meinem Ofen habe ich sie dafür abschließend noch mal einige Minuten oben unter den Grill geschoben. Aber aufpassen! Das kann sonst schnell schief gehen.

Sehen die Bethmännchen aus wie auf dem Foto oben, nehmt Ihr sie aus dem Ofen und lasst sie gut abkühlen.

Aufbewahrung: In einer Porzellan-, Metall- oder Tupperdose halten die Bethmännchen Wochen und werden von Tag zu Tag besser. Auch das Rosenwasser schmeckt man erst, wenn die kleinen Dinger etwas Zeit hatten, um zu ruhen.

Auf jeder Advents-Kaffeetafel, fein verpackt in hübsche Päckchen oder in kleinen weihnachtlichen Schachteln mit Seidenpapier geschützt, sind die Bethmännchen ein sehr beliebtes Mitbringsel in der Adventszeit. Auch auf der Untertasse einer dampfenden Tasse Kaffee oder Tee serviert, zeigt ein Bethmännchen dem Empfänger, dass er etwas ganz Besonders ist.

Ich gönne mir jetzt eines und wünsche Euch einen

wunderbaren 3. Advent! 

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Manch einer rümpft die Nase über den Boom der Koch-, Back- und Foodblogs. Fast täglich fassen sich Blogger ein Herz und gründen ihre eigene kleine Fressseite. Das ist nichts, worüber erfahrenere, etabliertere Blogger die Nase rümpfen müssten. Denn es erfordert von jedem von uns Engagement, Mut, Zeit und ein gehörig Maß Kritikfähigkeit, unsere Koch- und Backergebnisse für alle Welt lesbar ins Internet zu stellen.

Wird das überhaupt jemand lesen? Werden mich “bessere” Köche auslachen, wenn ich auch einfach mal ein Butterbrot online stelle? Was mache ich, wenn ich mal keine Zeit und Lust zum Bloggen habe? – Das waren so Fragen, die ich mir vor dreieinhalb Jahren gestellt habe. Heute möchte ich die Foodblogger-Community und mein Hobby nicht mehr missen.

Deswegen begrüße ich grundsätzlich erstmal JEDEN neuen Foodblog – ob mir die Inhalte dann gefallen, ist wieder eine andere Sache. Aber wie schön, dass man ja nicht alles lesen muss, was so im Internet steht. Um neue Foodblogs kennenzulernen, ist die Aktion “Übern Tellerrand” perfekt. Schaut doch mal rein:

übern Tellerrand

Überhaupt keine Überwindung kostet das bei Kathrin und ihrem Blog Et Tring kocht, der seit Sommer diesen Jahres am Start ist! Tring kommt ausm Rheinland und hat alleine deshalb schon mein Herz erobert. Denn wo sind die Leute unprätensiöser, bodenständiger und herzlicher als in meiner angeheirateten Heimat? Tring kocht überwiegend vegetarisch, ist aber keine Vegetarierin. Sie liebt wie ich Milchsspeisen, Mezze und die asiatische Küche. Aber vor allem probiert sie gerne aus. Das klingt doch einfach wie ein richtig gutes Foodblog, oder?

Vorhang auf also für Tring, die mir netterweisen meine Lieblingslebkuchen mitgebracht hat: Aachener Printen!

(PS: Unbedingt den Tipp gaaaaanz unten beachten! Genial!) Bitteschön, Tring. Jetzt bist Du dran:

Nun darf ich also meine Nase über meinen Tellerrand hinaus in Julias virtuelle Küche stecken. Ihr Blog gehört dabei zu denen, die ich eigentlich fast artikelunabhängig lese, wenn es was Neues gibt. Denn neben den schön unkomplizierten (und leckeren) Gerichten, die sie hier vorstellt, ist es vor allem ihr lockerer Schreibstil, der einen gerne in jeden Post reinschauen lässt. Insofern freut mich die Einladung mich hier kurzzeitig auszubreiten sehr!

Auf meinem eigenen kleinen Foodblog “Et Tring kocht” verblogge ich meist das, was bei mir so tagtäglich auf dem Essenstisch landet und dementsprechend auch meine Essensvorlieben (viel Gemüse, viele kleine Gerichte, viel Chinesisches, viel Abwechslung) erschreckend gut widerspiegelt. Anfangs einfach nur für mich quasi als virtuelle Rezeptsammlung - mittlerweile auch für alle anderen die meinen Spaß am Kochen (und Essen) teilen. Oder am Backen. Zum Beispiel an diesen Printen.

Aachener Schoko-Nuss-Printen

Aachener Printen sind für mich in vielerlei Hinsicht die idealen Plätzchen: Zunächst sind sie in der Herstellung sehr unkompliziert und damit hervorragend geeignet für grobmotorisch veranlagte Plätzchenbäcker wie mich. Während andere Leute stundenlang mit ruhiger Hand Plätzchen ausstechen, Zuckerperlen an die richtige Stelle setzen und Verzierungen mit dem Spritzbeutel auftragen, passen bei mir selten zwei ausgestochene Plätzchen exakt aufeinander und werden auch im Laufe des Backprozesses generell immer größer. Irgendwie verhält sich die noch zu verarbeitende Teigmenge immer antiproportional zu meiner Geduld. Bei Printen habe ich damit kein Problem, die werden einfach mit dem Messer in Form geschnitten.

Des Weiteren sind Printen ideale Lagerplätzchen. Dies ist der beschönigende Ausdruck dafür, dass sie bereits kurz nach dem Backen steinhart und erst nach längerem Erholungsaufenthalt in Plätzchendosen wieder für Normalmenschen verzehrbar werden. Für verfressene Plätzchenesser wie mich hat das allerdings den unschlagbaren Vorteil, dass sie im Gegensatz zu manch anderen Exemplaren zumindest eine reelle Chance haben bis Weihnachten zu überleben (und das obwohl ein Großteil bei mir schon steinhart und in Kaffee getunkt vorher gegessen wird).

Was mich direkt zum dritten Vorteil bringt: Sie sind einfach extrem lecker und definitiv nicht 08/15. Dafür sorgt schon die Gewürzmixtur, die sich gewaschen hat. Darüber hinaus können sie je nach Gusto individuell abgewandelt werden. Man kann sie ganz pur (also ohne Nüsse und Schokolade) genauso essen, wie bspw. mit Mandelsplittern und Milchschokolade.

Die Zubereitung mag zunächst etwas ungewöhnlich erscheinen, ist aber wirklich kinderleicht. Und wer die Investition in all die Gewürze scheut, kann sich für den Anfang auch mit Anis, Nelken und Zimt begnügen. Das einzige, was der Teig definitiv braucht, ist Zeit zum Ruhen an einem kühlen Ort (Kühlschrank oder Balkon). Aachener Bäcker (bei denen Printen im Übrigen das ganze Jahr erhältlich sind) lassen den Teig angeblich bis zu 2 Wochen ruhen. Für den Hausgebrauch tut es aber auch eine Nacht. Ihr seht, ihr habt keinerlei Ausreden ;-)

Für ca. 40 Stück:

Für den Teig:

  • 250g Zuckerrübensirup
  • 100g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 100g Butter
  • 4 EL Wasser
  • 100g Krümmelkandis (klein zerstoßener Kandiszucker)
  • 1 TL Anis (gemahlen)
  • 1 TL Nelken (gemahlen)
  • 1 TL Zimt (gemahlen)
  • Je eine großzügige Prise Piment, Koriander, Kardamom und Muskat (alles gemahlen)
  • 5g (etwa 1 gestrichener TL) Pottasche
  • 1 Msp. Hirschhornsalz
  • 1 Prise Speisenatron
  • 500g Mehl

Außerdem:

  • Etwa 400g Haselnüsse
  • 500g Zartbitterschokolade mit hohem Kakaoanteil
  • 2 EL neutrales Öl (bspw. Sonnenblumen- oder Rapsöl)

  1. Für den Teig den Zuckerrübensirup, Zucker, Salz, Butter und Wasser in einen Topf geben und auf kleiner Hitze und unter gelegentlichem Rühren langsam auflösen. Der Zucker sollte dann nicht mehr spürbar sein und das Ganze eine zähflüssige Konsistenz haben.
  2. Den Topf vom Herd ziehen und Grümmelkandis und Gewürze unterrühren.
  3. Pottasche und Hirschhornsalz in wenig Wasser (etwa 1 EL) auflösen und zusammen mit dem Natron ebenfalls unterrühren.
  4. Nun nacheinander etwa 2/3 des Mehls unterrühren (ich nehme dafür einfach weiter den Kochlöffel). Dann das restliche Mehl zugeben, kurz untermischen und dann – am besten auf einer Backmatte – kurz zu einem ganz leicht klebenden und recht festen Teig verkneten. Dabei nach Möglichkeit kein zusätzliches Mehl mehr zugeben.
  5. Den Teig in Frischhaltefolie oder einen Gefrierbeutel einwickeln und mindestens 2 Stunden, besser über Nacht, in den Kühlschrank geben.
  6. Den durchgekühlten Teig nach dem Ruhen portionsweise möglichst ohne weitere Mehlzugabe etwa ½ cm dick ausrollen. Auch das funktioniert am besten auf einer Backmatte, ansonsten tut es auch etwas Alufolie oder ein aufgeschnittener Gefrierbeutel.
  7. Den Backofen auf 160 Grad Umluft vorheizen.
  8. Den Teig mit einem scharfen Messer auf die gewünschte Form und Größe zuschneiden (ich habe Rechtecke von etwa 2,5x5cm geschnitten), mit etwas Abstand (der Teig geht beim Backen auch leicht in die Breite) auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche geben.
  9. Ganze Haselnüsse mit einem Messer halbieren oder grob durchhacken und nach Gusto auf den Printen verteilen. Dabei ganz leicht andrücken.
  10. Im heißen Backofen 10-12 Minuten backen. Die noch weichen Printen danach zum Auskühlen auf ein Kuchengitter geben. Nicht wundern – sie werden wenn sie erkalten in kürzester Zeit steinhart.
  11. Die Schokolade mit dem Öl auf kleiner Hitze auf dem Herd oder in der Restwärme des Backofens schmelzen. Die Printen nach Wunsch ganz oder teilweise damit überziehen.
  12. Die Schokolade trocknen lassen. Dann die Printen in Dosen gut verpacken, dadurch werden sie im Laufe der Zeit (etwa 2 Wochen) wieder weich. Wer den Vorgang beschleunigen will, kann einen Apfelschnitz zugeben, muss diesen dann aber alle paar Tage austauschen, damit er nicht schimmelt!

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Das Schönste an dieser verrückten Foodblogger-Welt ist, wenn man die Menschen hinter den Blogs kennenlernen darf. Und so war auch klar wie Kloßbrühe, wem ich den ersten Gastblog-Post der Aktion “Übern Tellerrand” einräumen würde (einer Aktion, bei der Blogger ihren Lesern andere Blogs vorstellen).

Denn mein Aufruf hieß: Wer stellt meinen Lesern (und mir!) leichte, gut funktionierende Keks- und Plätzchenrezepte zur Verfügung für die Vorweihnachtszeit? Denn backen ist und bleibt einfach nichts meins. Trotz einiger schöner Erfolge, koch ich lieber vier Stunden lang aufwendige indische Menüs als dass ich auch nur eine Stunde mit Teig rumhampel.

Aber es gibt da draußen Menschen, die bekommen regelmäßig “Backflashs”! Und haben sogar so viele Cookie-Rezepte auf Halde, dass sie mir locker eines davon abgeben können. Unvorstellbar für mich! Dass ich die herzenswarme, liebenswerte Sandra vom Back- und Kochblog From Snuggs’ Kitchen persönlich bei Astrid kennenlernen durfte, war jedenfalls eines meiner Foodblogger-Highlights in 2013.

Sandra backt nicht nur grandiose Cookies, Kuchen, Brote und neuerdings sogar Donuts, sondern hat mir auch ihre Nudelmaschine vermacht. Sollte ich jemals einen Backflash in mir aufkommen spüren, werde ich direkt auf zu Snuggs’ Kitchen surfen und vielleicht den Nutella-Donut nachbacken oder Sandra um einen Brotback-Kurs anbetteln. Bis dahin versuche ich mich an diesen scheinbar einfachen Chocolate-Chip-Cookies nach Donna Hays… Irgendwann lern’ ich’s noch, Sandra!

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Donnas Chocolate-Chip-Cookies

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Das nächste Rezept aus dem Buch von Donna Hay “frisch und leicht”. Nach dem kleinen Süss-Schock beim Schokoladenkuchen habe ich direkt mal die Zuckermenge reduziert. Da auch Ahornsirup zum Süssen verwendet wird, habe ich etwas weniger Mehl verwendet, damit sich der Teig noch gut verbindet.

Zutaten:

300 gr Vollkornmehl (Weizen-); 45 gr Haferflocken (fein); 0,5 TL Backpulver; 75 gr Zucker; 75 ml Ahornsirup; 125 ml Pflanzenöl; 1 Ei; 1 TL Vanilleextrakt; 120 gr Schokolade (Zartbitter-Drops)

Zubereitung:

Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Die Schokolade hacken. Falls Ihr Drops verwendet, legt eine Handvoll davon auf die Seite, nicht mit in den Teig geben.

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einem glatten Teig verarbeiten, das dauert einen kleinen Moment. Aus der Masse nun Kugeln formen, per Hand oder mit dem Eisportionierer. Die Kugeln nun mit der Hand oder einem leicht bemehlten Glasboden etwas flach drücken. Sie laufen nicht viel auseinander, daher können einige Cookies aufs Blech. Wer Drops verwendet hat, verteilt nun die restlichen Drops auf den Cookies, das sieht wirklich hübsch aus.

Die Bleche nacheinander in den Ofen geben und für etwa 10-12 min. backen, je nach gewählter Größe auch etwas länger. Sie sind gut, wenn sie am Rand goldbraun werden. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen.

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Mehr über die Aktion “Übern Tellerrand” erfahrt Ihr hier. Hoffentlich entdecken Blogger und Blog-Leser auf diesem Weg viele neue interessante Seiten in den unendlichen Weiten des Internets. Ich freue mich jedenfalls auf weitere Plätzchenrezepte vor Weihnachten. Stay tuned!

übern Tellerrand

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Ich kam auf die Idee zu diesem Blog-Event, als ich neulich mein erstes Boeuf Stroganoff gemacht habe – leichter, feiner und appetitlicher, als ich es aus frühen Kindheitstagen in Erinnerung hatte.

Dabei fiel mir auf, dass es viele beliebte und über Generationen weitergetragene Rezepte gibt, an die wir uns zwar gerne erinnern, die wir heute aber doch anders zubereiten würden. So mache ich beispielsweise deutlich weniger saure Sahne an die Frankfurter Grie Soß als meine Großmutter und ersetze einen Gutteil mit Joghurt. Für den hessischen Kartoffelsalat nehme ich als Bouillon keine gekörnte Brühe aus dem Glas, sondern selbstgemachte Gemüse- oder Rinderbrühe usw.

Das alles ist keine Kritik an früheren Generationen, sondern eine Weiterentwicklung. Denn Geschmäcker ändern sich, das Bewusstsein für „gute“ oder „schlechte“ Nahrungsmittel wächst, eigene Vorlieben kristallisieren sich heraus, Allergien und Abneigungen tauchen auf, Familien müssen einen Konsens schaffen („MEINE Mutter macht das Gulasch aber GANZ ANDERS als Deine!!!“) und last but not least sitzen wir heute fast nur noch vor dem Computer und arbeiten nicht mehr stundenlang auf dem Feld.

So fand sich im Dr. Oetker-Schulkochbuch meiner Mutter aus den späten 50er Jahren noch der Hinweis, dass die Hausfrau (!) ihrem Mann abends doch bitte ein kalorienreiches (!!) Mahl auftischen möge, damit der schwer arbeitende Kerl seine Reserven wieder auffüllen kann. Heute heißt es dann eher: „Du, lass uns heute Abend lieber was Leichtes machen. Die Hose kneift schon wieder.“

Trotzdem träumen wir von den Gerichten unserer Kindheit, wollen aber gleichzeitig weder Maggi, noch Fondor oder Mehlschwitze verwenden. Oder wir wagen uns an ein Gericht, das wir immer eklig fanden (Mehlschwitzeblumenkohlauflaufmitschinkenwürfelnundkäse), und packen es in ein modernes Gewand, das uns heute besser gefällt. Ich träume beispielsweise von einem wirklich delikaten Jägerschnitzel, schmackhaften Kasspatzen ohne Pappe-Effekt, einem schnellen Käsefondue für 2 oder einer weniger fetten Variante vom Frankfurter Kranz!

Nachdem ich also über mein Boeuf Stroganoff nachgedacht habe, möchte ich Euch nun dazu einladen, Eure Klassiker aus Kindheitstagen, Eure Familienrezepte und altbekannten Standards aus dem Schulkochbuch zu entstauben und moderne Varianten zu schaffen.

event

Vielleicht macht Ihr Euch zu einem gemütlichen TV-Abend ja ein ganz raffiniertes Popcorn? Oder Euch fällt ein exotisches Topping für die altbekannte Kartoffelsuppe ein? Wie machen junge Eltern heute den Nachkriegs-Kuchen und Kindergeburtstagsliebling „Kalter Hund“? Sind Bratkartoffeln mit Dickmilch als schneller Sattmacher ausgestorben? Und wo, bitteschön, finde ich heute überhaupt noch Dickmilch???

Habt Ihr Lust mitzumachen? Dann freue ich mich auf Eure Teilnahme!

Hier ein paar Spielregeln:

  • Mitmachen kann jeder, der einen Blog betreibt. Das muss natürlich kein Foodblog sein.
  • Euer Beitrag muss thematisch das Thema „Entstaubte Klassiker“ kulinarisch aufgreifen. Ansonsten gibt es keine inhaltlichen Vorgaben. Denkt gerne auch “um die Ecke”. Ich mag das und lasse mich gerne überraschen, wie Ihr das Thema interpretiert.
  • Postet Euren Artikel bitte bis zum 6.12., 23:59 Uhr, auf Eurem Blog.
  • Ihr könnt – müsst aber nicht – den reizenden Banner (s.o.) von Stefanie Bamberg verwenden. (Danke, Stefanie!) Dazu das Bild kopieren und als Bild in Euren Artikel oder – falls Ihr mögt – in Eure Sidebar einfügen. Ihr könnt aber auch einfach den nachstehenden Code kopieren (Danke, Sandra!): <a href=”http://germanabendbrot.wordpress.com/2013/11/04/mein-allererstes-blog-event-entstaubte-klassiker-ein-kleines-dankeschon/” title=”Blogevent Entstaubte Klassiker”><img src=” http://germanabendbrot.files.wordpress.com/2013/11/event.jpg?w=500” /></a>
  • Verlinkt in Eurem Beitrag bitte zu diesem Artikel hier, damit Eure Leser auch die anderen Beiträge des Events entdecken können.
  • Hinterlasst dann bitte den Link zu Eurem Beitrag unter diesem Post als Kommentar oder schickt mir eine E-Mail an germanabendbrot(at)gmx(punkt)de
  • Da in der großen weiten Foodblogger-Community selten jemand als einziges eine gute Idee hat, erteile ich pro Blog eine Wildcard: Ich dürft (zusätzlich oder als einzigen Beitrag) EIN Rezept aus Eurem Archiv verwenden. Schreibt aber dann bitte einen kurzen neuen Beitrag zu dem „alten“ Rezept, damit Ihr auf diesen Post hier verlinken könnt und Eure Leser erfahren, worum es geht. Eine lange Liste mit uralten Links macht niemandem Spaß…
  • Mit Eurem Beitrag räumt Ihr mir das Recht ein, Eure Rezepte (inkl. Bild) in einem zusammenfassenden Blog-Post zu veröffentlichen. Außerdem werde ich auf das Event, Eure Beiträge und die Zusammenfassung via Facebook und Twitter hinweisen.
  • Eine FB-Veranstaltung gibt es zu dem Event hier.

Seit über drei Jahren ist meine kleine Fressseite, das German Abendbrot, nun schon online. Viel Exotisches habe ich in dieser Zeit gekocht, viele Familienrezepte mit Euch geteilt, Neues ausprobiert, Bewährtes aus der Versenkung geholt, manche Schreibkrisen überwunden, vor allem aber jede Menge Spaß gehabt. Ich habe einige meiner Leser persönlich kennenlernen dürfen, habe viel Rat, Anregung und Unterstützung erfahren und mich gut vernetzen können. Das alles möchte ich nicht mehr missen. Und dafür möchte ich Euch, meinen Lesern, von Herzen danken!

Deshalb verlose ich unter allen teilnehmenden Bloggern ein paar zum Klassiker-Thema passende „Dankeschöns“, die ich für Euch zusammengesucht und aufgetrieben habe:

  • Klassiker zum Trinken 1-3: Auch Weine, Trauben oder Anbauregionen leiden manchmal unter einem verstaubten Image. Dass dies aber oft zu Unrecht der Fall ist, dürfen drei glückliche Gewinner selbst er”schmecken”. Riesling, Blaufränkisch oder Grüner Veltliner – ganz ohne Muff und von jungen Winzern teilweise neu interpretiert – zusammengestellt von ninetyninebottles in drei tollen Wein-Paketen:
  1. Paket “Deutschland, Österreich, Spanien”: Insg. 4 Flaschen plus 20€ Gutschein zum Einkauf bei ninetyninebottles.de. Paket-Inhalt: Freudenspiel Riesling Sekt, Robert Weil Riesling trocken, Esterhazy Blaufränkisch, Altos Tempranillo
  2. Paket “Österreich & Deutschland”: Insg. 3 Flaschen, Paket-Inhalt: Hand in Hand Spätburgunder, Grüner Veltliner Edelweiss, Feen und Elfen Riesling
  3. Paket “Frankreich”: Einmal eine Flasche Chateau Saint Paul Medoc

entstaubte_klassiker

  • Klassiker zum Trinken (alkoholfrei): Wir entstauben die Trinkschokolade und rühren statt Nesquick und Kaba eine feine Trinkschokolade von Rausch in unsere Milch: Plantagen-Schokolade Puerto Cabello aus Venezuela mit 43% Kakao-Anteil.
  • Klassiker für die Küche: Küchengeräte müssen nicht langweilig sein. Auch wenn es sich um einen klassischen Schäler handelt. Der Schäler von Normann Copenhagen jedenfalls ist sowas von stylish. Den würd’ ich glatt behalten!
  • Klassiker aus Fleisch & Blut: Wenn jemand weiß, wie man als Klassiker frisch & knackig bleibt, dann das “Playmate des Jahrhunderts” Gitta Saxx. Denn sie gehört zu den wenigen Frauen, die über Jahrzehnte in der Branche erfolgreich sind. (Ich hab’ doch gesagt, ich mag es, wenn wir auch mal um die Ecke denken ;-) ) Tipps verrät sie in ihrem Buch (Verlag edition a) “Jungbleiben für Anfänger”. Wer weiß, vielleicht können wir ja noch etwas lernen von Frau Saxx?

Teilnahmebedingungen:

Jeder innerhalb der Laufzeit des Events teilnehmende Blog landet automatisch im Lostopf. Über die Gewinne entscheidet die Glücksfee (in Gestalt des bEdW) per Auslosung nach Beendigung des Events. Wenn Ihr nicht an der Verlosung teilnehmen möchtet, schreibt das in Eurem Kommentar/Eurer Mail bitte dazu! Die Gewinner/innen werden per Mail benachrichtigt und in der Zusammenfassung hier im Blog genannt.

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Ich danke den Firmen ninetyninebottles, Rausch, Bleywaren und dem Verlag edition a sowie deren Agenturen für die freundliche Unterstützung.

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Wir sind ja nicht so die Süßesser. Desserts gibt es deshalb auch nur, wenn sich Besuch ankündigt. In diesen Fällen soll dann das Dessert unkompliziert vorzubereiten sein und nach einem Fressgelage nicht noch zusätzlich belasten.

Deshalb hat der bEdW neulich ein frisch-säuerliches Trifle (in Original-Altbiergläsern!) gezaubert. Sowas von lecker!

Zutaten für 4 Portionen (Gläser hier a 0,2l)

8 Ingwer-Butter-Kekse

4 EL Ingwer-Likör (alternativ: Amaretto)

TK Waldbeeren-Mix

frische Blaubeeren oder andere Beeren für die Garnierung

Lemon Curd

400 gr Joghurt (griechicher Joghurt oder mind. 3,5%igen)

Puderzucker

Zubereitungszeit: 15 min

Utensilien: Pürierstab, 4 Dessert-Gläser

So geht’s:

Waldbeeren pürieren und mit Puderzucker abschmecken. Joghurt mit etwas Likör verrühren und ebenfalls leicht zuckern. Jeweils 3/4 eines Kekses unten ins Glas bröseln, mit dem Likör beträufeln. Joghurt auf die Keksschicht schichten. Lemoncurd daraufgeben, etwas Joghurt und dann ein Viertel der Beerenmasse. Abschließend noch eine Schicht Joghurt ins Glas geben, die übrigen Keksbrösel verteilen, mit dem zweiten Keks und den Blaubeeren garnieren.

Die leichte Säure, etwas Alkohol, der Ingwer – alles bestens dazu geeignet, um den Abschluss eines deftigen Essens (in unserem Fall Lasagne!) gut zu verdauen. Und soooo lecker! Wir haben uns gleich noch ein paar Ingwer-Kekse besorgt :)

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Der Mensch muss schon immer fasziniert gewesen sein von allem Runden, allem Kreisförmigen. Sonne und Mond waren für unsere Vorfahren gottgleiche Himmelsgebilde. Überhaupt, der Himmel, diese Kuppel, die sich auch noch bewegt, die Himmelsscheibe von Nebra – alles rund! Der Kreislauf aus Geburt-Leben-Tod bestimmte ebenso das Sein wie der Lauf der Jahreszeiten, nach denen sich die menschlichen Grundbedürfnisse ausrichteten. Heute dagegen ist alles immer verfügbar. Das Rad ist erfunden, die Zahl Pi berechnet den Kreis – die Natur verliert ihre Geheimnisse. Trotzdem hat der Herbst etwas Magisches für mich: die bunten Farben, die auf den Wochenmärkten präsentierte reiche Ernte, Kastanien, die einem beim Joggen auf den Kopf fallen, morgendlicher Nebel und nachmittägliche letzte Sonnenstrahlen, der Aufbruch der Zugvögel. Ich liebe den Herbst. Vielleicht auch, weil ich es schon immer innen genauso so schön fand wie draußen. Und wenn es usselig wird, muss man es sich drinnen eben besonders hübsch machen.

Was aber hilft besser gegen trübes Herbstwetter als Schokolade? Was wärmt besser als Whisky und ein Hauch Chili? Eben!

Außerdem: Lange nichts aus meinem “Kleiner Gugelhupf”-Backbuch gemacht. Dabei klappt wirklich JEDES Rezept aus dem Buch dermaßen gut, dass sogar ich Back-Legastheniker mich ans Experimentieren traue.

Und deshalb gab es den Schoko-Gugelhupf aus dem Buch in einer “erwachsenen” Variante.

Zutaten für eine kleine Gugelhupf-Form:

100 gr Butter

80 gr Muscovado Zucker

2 Eier

1 Prise Salz

1/2 TL Zimt

100 gr Mehl

1 EL Kakao

1 TL Kakao

1 EL Whisky

100 gr gemahlene Mandeln

50 gr Zartbitterschokolade mit Chili (oder alternativ eine Messerspitze Chilipulver extra hinzugeben)

Puderzucker

etwas Butter zum Fetten der Form.

Zubereitungszeit: 1 Stunde

Utensilien: Mixer mit Knethaken, Teigschüssel, kleine beschichtete Gugelhupf-Form

So geht’s:

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Mit einem Küchenbeil oder schweren Messer die Schokolade hacken. Butter schaumig rühren, Zucker, Eier, Salz und Zimt unterrühren. Mehl, Kakao und Backpulver gut vermischen, auf den Teig sieben. Whisky dazugeben, Mandeln unterheben. Form fetten.

Kuchen auf der mittleren Schiene für ca. 40 min backen. Anschließend 10 min abkühlen lassen und aus der Form stürzen. Wenn der Kuchen kalt ist noch mit Puderzucker bestäuben.

Der Kuchen ist durch den Muscovado-Zucker weniger süß. Gutes Kakaopulver, die Prise Chili und ein torfiger Whisky – fertig ist ein unschludig dreinblickender Gugelhupf, der es faustdick hinter den Ohren hat.

Ein süßer runder Gugelhupf, der perfekt den Kreislauf des Jahres repräsentiert und somit wunderbar in die Erntedank-Zeit passt. Deshalb ist er auch mein Beitrag zum Event “Alles, was rund ist”, das Wolfgang von Kaquus’ Hausmannskost bei Zorra veranstaltet. Bis zum 15.10. könnt Ihr noch mitmachen!

Blog-Event XCII - Alles was rund ist (Einsendeschluss 15. Oktober 2013)

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Das Wetter ist doch echt zum Verzweifeln. Nichts als Schnee, Regen und Kälte. Angeblich sind sogar die Zugvögel schon wieder umgedreht, weil es ihnen zu kalt ist. Auch heimische Tiere, die sich für den Winter Vorräte angelegt hatten, die nun langsam zur Neige gehen, warten wahrscheinlich sehnlichst auf den Frühling – genau wie ich!

Aber was machen, wenn es draußen immer noch nach Advent aussieht statt nach Ostern?

Ein von der Winterruhe genervtes Eichhörnchen könnte sich die Wartezeit beispielsweise versüßen, indem es seine Reste zusammenkramt und einen ordentlichen Schuss drüber gibt. Dann schaut es in der Tiefkühltruhe noch nach ein paar gefrorenen Früchten und holt ein Glas Lemon Curd aus dem Regal – fertig ist ein feiner Nachtisch!

Falls Ihr Euch jetzt fragt, ob ich vielleicht selbst ein bisschen zuviel “Schuss” ins Essen gegeben habe: Mein selbst ausgedachter Trifle hatte es durchaus in sich :)

Für 3 Altbier-Gläser (0,2l) benötigt Ihr folgende Zutaten:

2 Scheiben nicht mehr ganz frisches Vollkornbrot

30 gr Walnusskerne

3 EL Muscovado-Zucker (alternativ: anderer brauner Zucker)

6 EL milder (!) Whisky (er sollte eher malzig statt torfig schmecken. Als süße Alternative passt Amaretto)

300 gr Naturjoghurt

100 gr Blaubeeren (TK)

100 gr Himbeeren (TK)

3 EL Lemon Curd (selbstgemacht oder z.B. von Wilkin & Sons Ltd.)

Die Zubereitung geht blitzschnell:

Vollkornbrot, Walnusskerne und Zucker im Mixer zerkleinern. Jeweils 2 gehäufte EL der Masse pro Glas einfüllen und mit je 2 EL Whisky tränken. Blaubeeren und Joghurt verrühren und auf die 3 Gläser aufteilen. Nochmal 1 gehäuften EL der Nuss-Vollkorn-Masse auf den Joghurt schichten (jetzt den Whisky weglassen), Himbeeren obenauf schichten und mit einem EL Lemon Curd pro Glas krönen. Mit einer finalen Blaubeere garnieren.

Am besten lässt man den Trifle etwas ziehen, bevor man ihn serviert. Er schmeckt aber auch direkt nach der Zubereitung schon gut.

Der Vollkorn-Trifle mit Whisky ist ein nicht zu süßer Nachtisch, der hübsch aussieht und schnell zubereitet ist. Perfekt, um die triste Zeit bis zum Frühlingsanfang zu überbrücken!

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Kennst Du das Land, wo die Zitronen blüh’n?“…

Spätestens seit Goethes Italienreise gilt das Land als “Sehnsuchtsland” der Deutschen.

War in früheren Zeiten das Reisen Kaufleuten und Dichtern vorbehalten (die Fugger brachten ihre “doppelte Buchführung” aus Venedig mit), konnten die Wirtschaftswunderdeutschen plötzlich in Heeresstärke an den Gardasee, den Lago Maggiore, nach Rimini. Spöttisch wurde schnell vom “Teutonengrill” gesprochen – unvergessen und unüberbietbar auf den spöttischen Punkt gebracht von Gerhard Polt (Ois Gude zum 70!!) in “Man spricht deutsh!”: “Noch ein Vino Rosso, per favore, aber einen Roten, gell?!”.

“Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn,…”

Davon distanzieren wollten sich dann all die frühpensionierten Oberstudienräte, die mit deutscher Gründlichkeit alte Bauernhäuser in der Toskana herrichteten, ohne zu versäumen, sich über die unzuverlässigen italienischen Handwerker aufzuregen. Die ihrerseits beobachteten kopfschüttelnd, wie der Homo Teutonicus mit Sonnenbrand und holprigem VHS-Italienisch einen auf “einheimisch” machte.

“Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,…”

Aber bei allem Spott steckt die Sehnsucht nach Italien in den Knochen – zumindest in meinen. Nie wird mir das deutlicher als in dem Augenblick, wenn der Brenner hinter uns liegt und sich Italien vor uns ausbreitet. Schon an der ersten Raststätte schmeckt der Kaffee besser, sehen die Tramezzini appetitlicher aus, erscheinen die Menschen freundlicher als in Deutschland, wo mich zunehmend das Gefühl beschleicht, mich permanent dafür entschuldigen zu müssen, irgendwo Kunde, Gast oder einfach nur Bürger zu sein.

Wir wissen viel über Italien, über die Mafia, die korrupte Politik, über das Nord-Süd-Gefälle, frauenverachtendes Fernsehen und rechtsradikale Fußballfans. Das alles ist aber vergessen, sobald wir – von Florenz kommend – die Toskana vor uns sehen und ihre sanften Hügel mir direkt das Herz fest umklammern. Ich suche seit Jahren nach einem anderen Wort als “sanft”, weil das so abgedroschen ist. Aber mir fällt kein treffenderes ein. Denn diese Landschaft ist sanft – und fruchtbar und gut.

Mit jeder umgegrabenen Scholle wird die fette, satte, dunkelbraune Erde sichtbar, die gute Ernte für alles verspricht, was auf ihr angebaut wird. Dazu die unzählbaren Zypressen, die sich wie römische Legionäre endlos entlang der Straßen aufreihen, und die Siena-roten Ziegel der Bauernhäuser. Mohnfelder, soweit das Auge reicht. Weinberge mit büschelweisen Sangiovese-Trauben, die einen von Chianti träumen lassen. Wälder, in denen Wildschweine leben, die so phantastisch in Form von luftgetrockneter Salami schmecken…

Dieser Flecken Land bietet einfach so perfekte Bedingungen für einfache aber feinste Genüsse, dass ich die folgende Theorie entwickelt habe: Trotz aller Evolution, die unser Hirn immer größer werden und unsere Instinkte langsam verkümmern lässt, scheinen wir immer noch eine Information im Rückenmark stecken zu haben, die uns beim Anblick fruchtbarer, von Naturkatastrophen weitestgehend verschonter Landschaften zuraunt: “Hier kannst Du bleiben, Mensch. Hier kannst Du Dein Getreide pflanzen, Dein Vieh weiden, jagen und sammeln, und wirst nicht hungern.” Genau dieses Raunen lässt mir die Nackenhaare hochstehen und das Herz springen, wenn ich in die Toskana fahre.

“Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?”

Meinen jüngsten Sehnsuchtsschub nach der Toskana, nach Nachtigallen, die so laut singen, dass man das Fenster nachts zumachen muss, um schlafen zu können, nach Chianti, Pecorino und dem Geruch von Lorbeer und Rosmarin, hat Kathrin vom Food- und Foto-Blog Photisserie ausgelöst. Ihr saftig-saurer Zitronenkuchen wurde neulich – neben anderen verführerischen Kuchen – in der “Myself” vorgestellt und hat sofrt alle Knöpfe gedrückt, die es braucht, um mich nach Italien zu wünschen.

Das Rezept und wunderschöne Fotos findet Ihr hier. Ich habe mich – wie immer beim Backen – eng an das Rezept gehalten. Allerdings war meine Springform kleiner, so dass der Kuchen höher wurde und etwas längere Backzeit benötigte.

Aber, Kinners, das Ergebnis… Oh man! Ich habe selten etwas so Fruchtig-Frisches gegessen! Der absolute Clou sind der Zitronensirup, mit dem der Kuchen getränkt wird, sowie die kandierten Zitronen.

Ein Kuchen für alle Sinne: Bei der Zubereitung riecht die ganze Wohnung frisch nach Zitronen, das leuchtende Gelb tut dem Auge gut, die fluffige Konsistenz sowie das herrliche Zitronenaroma schmecken himmlisch, die Gäste liegen einem schluchzend vor Glück in den Armen… Und was ist mit dem Gehör? Das hört beim ersten Bissen ganz leise das Rückenmark raunen:

“Kennst du es wohl? Dahin!
Dahin möcht’ ich mit dir,
O mein Geliebter, ziehn.”

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