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Archiv für die Kategorie ‘Toskana’

Kennt Ihr den Geruch von in der Sommerhitze knisterndem Rosmarin? Oder den von einem Lavendelstrauch, über den Ihr mit einer trägen Hand streicht? Kennt Ihr das Knacken von Pinienzapfen und das müde Gluckern dösender Ringeltauben? Kennt Ihr das Gefühl, wenn schon das Umblättern einer Buchseite Schweiß auf die Oberlippe perlt?

All das ist für mich auf alle Zeit mit glühend heißen Sommern in Frankreich verbunden, von denen ich Euch schon erzählt habe. Vielleicht erinnert Ihr Euch an Monsieur Cherie und an Lambada an der Cote d’azur?

Rosmarin, auf den die Mittagshitze knallt, riecht tatsächlich, als würde gerade jemand mitten im Garten Ofenkartoffeln zubereiten. Natürlich nur, wenn man wie wir Ofenkartoffeln in der Mitte durchschneidet, mit Olivenöl beträufelt, grobes Meersalz darüberstreut und einige Nadeln Rosmarin mitgart. Jedesmal, wenn dann die Ofentür aufgeht, beamt es mich direkt zurück in die Sommerferien in Frankreich

Als Shermin in ihrem Magischen Kessel zum Blog-Event “Lesehunger” aufrief, hatte ich sofort die französischen Sommer mit all ihren kulinarischen Genüssen vor Augen und in der Nase. Und zu diesen Sommerferien gehört unweigerlich Marcel Pagnols Trilogie “Eine Kindheit in der Provence”.

Pagnol ist hierzulande immer noch ein Geheimtipp, wohingegen er in Frankreich zur Allgemeinbildung und zum Schulkanon gehört. Auf jeder Seite hört man die Ziegenglocken klimpern, riecht den Lavendel und sieht kleine Jungs mit kurzen Hosen und Baguette unterm Arm nach Hause rennen. Eine locker, leichte Sommerlektüre, die dahinplätschert und den faulen Leser, der im Halbschatten unter Pinienbäumen Siesta hält, nicht überfordert, aber doch bestens unterhält.

Wer noch eine richtige Sommerlektüre sucht, die charmant und liebevoll, aber keinesfalls banal geschrieben ist, der MUSS einfach zu Marcel Pagnol greifen. Dazu ein Pastis oder ein gut gekühlter Rosé, eine Runde Boule, etwas Baguette und Ziegenkäse. Kinder, was kann das Leben herrlich sein!

Aber essen müssen wir eben auch und deshalb gibt es hier das ultimative Sommer-Sonne-Kräuter-Ofenkartoffel-Mittelmeer-Gericht (inspiriert durch Lust auf Genuss, 12/12): Lammfilet mit Kräuterkruste, Ofengemüse und Beurre rouge!

(Wiedermal ein Teller, der beweist, dass wir wie die ausgehungerten Raubtiere an unser Essen stürzen und nicht lange am Teller rumschrauben…)

Zutaten für 2 hungrige Esser:

500 gr Lammrückenfilets

Olivenöl

Salz, Pfeffer

40 gr getrocknete Tomaten

2 Knoblauchzehen

75 gr Ziegenfrischkäse

1 Ei

40 gr Semmelbrösel

1 TL Kräuter der Provence

40 gr Parmesan oder französischer Hartkäse

100 gr Butter

1/2 Bund glatte Petersilie

2 Schalotten

200 ml Rotwein

50 ml Portwein

1 Zucchini

6 kleine, festkochende Kartoffeln

1 kleine Karotte

1 Paprika

eine Handvoll Zuckerschoten

1 rote Zwiebel

Rosmarinzweige

1 EL Senf

Prise Zucker

Zubehör: Brat- oder Grillpfanne, 2 Backbleche, kleiner Topf, 2 Bögen Backpapier

Zubereitungszeit: etwa 90 Minuten

So geht’s:

Lammfilets abwaschen, mit Küchenpapier trockentupfen, salzen, pfeffern. In der Bratpfanne etwas Olivenöl erhitzen und das Fleisch darin kurz auf allen Seiten scharf anbraten.

Tomaten und Knoblauch (geschält)  fein hacken und mit Ziegenfrischkäse, dem Ei, Semmelbröseln, und Kräutern der Provence vermischen, nicht zu stark salzen und pfeffern. Petersilie waschen, trocken tupfen, fein hacken und unter die Masse heben.

Butter würfeln und kalt stellen oder ins Gefrierfach schieben. Schalotten schälen und sehr fein würfeln. Zusammen mit dem Rotwein und dem Portwein aufkochen und köcheln lassen, bis die Flüssigkeit auf 3-4 EL reduziert ist.

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Kartoffeln schälen und halbieren oder vierteln, Karotte putzen und in breite Scheiben schneiden, Paprika waschen, entkernen und in Rauten schneiden, rote Zwiebel schälen und vierteln oder achteln.

Eine Seite der Lammfilets jeweils mit Senf bestreichen. Kräuter-Ziegenkäse-Mischung auf jedem Filet verteilen und andrücken. Auf ein mit Backpapier ausgekleidetes Blech legen und auf die zweite Schiene von oben schieben.

Gemüse in der Grillpfanne kurz anbraten, schwenken und dann ebenfalls auf ein Backblech mit Backpapier verteilen, salzen, pfeffern und Olivenöl darüber träufeln. Rosmarinzweige dazulegen. Auf die mittlere Schiene im Backofen schieben.

Nach etwa 10 Minuten (hängt von der Dicke der Lammfilets ab und wie rosa Ihr sie mögt) noch mal den Grill zuschalten und die Lammfilets für 1-2 Minuten überknuspern lassen. Dann herausnehmen und in Alufolie einschlagen, ruhen lassen.

Währendessen die Wein-Portwein-Zwiebel-Reduktion durch ein Sieb streichen udn aufkochen lassen. Die kalten Butterstückchen unterschlagen, salzen, pfeffern und mit Zucker abschmecken.

Backofen ausschalten, Gemüse herausnehmen und kurz Teller zum Vorwärmen auf ein Rost in den Backofen stellen.

Beurre rouge auf dem Teller verteilen, Gemüse dazugeben. Lamm in dicke Tranchen schneiden und auf dem Saucenspiegel anrichten.

Voila! Es riecht nach Provence, nach Mittelmeer – und aus dem Glas zwinkert uns die Toskana zu:

Der Chianti von 2010 stammt von Hawesko, ist aber leider mittlerweile ausverkauft. Ein Sangiovese ist jedenfalls ein herrlicher Begleiter zu diesem kräftig-kräuterigen Lammgericht, das an endlose Sommertage denken lässt – egal ob in Frankreich oder Italien.

Als Portwein hatten wir übrigens diesen hier im Topf:

Dieser samtig-kirschige Port stammt ebenfalls von Hawesko und ist noch zu haben. Er macht sich auch ganz wunderbar im Feigensößchen zum Ziegenkäsesoufflé, das Ihr vielleicht von hier noch in Erinnerung habt. Oder Ihr trinkt ihn pur und freut Euch über diesen luxuriösen Port, bis Ihr grüne Häschen seht ;-)

Herzlichen Dank an Shermin für dieses wunderschöne, außergewöhnliche Blogevent, das den Foodblogger in mir ebenso inspiriert hat wie den Literaturwissenschaftler. Ich freue mich schon auf die Zusammenfassung!!

Übrigens: 2008 gab es in der ZEIT mal einen Artikel über den “vergessenen Autoren” Marcel Pagnol mit der Überschrift Lavendelsätze, Aprikosenwörter. Klingt das nicht schon zum Reinbeißen?

 

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Pollo alla Cacciatore – also Huhn nach Jägerart – ist ein Klassiker der italienischen Küche, weshalb es auch gefühlt eine Million Rezepte gibt. Wahrscheinlich hat jede Nona ihr eigenes. Und wahrscheinlich orientiert es sich nach Jahreszeit und Familiengeschmack.

Ich habe mich ein bisschen an Jamie Oliver orientiert, die Wikipedia bemüht und ansonsten einfach das Angebot auf dem Wochenmarkt bestimmen lassen. Herausgekommen ist unser ganz eigenes Rezept für Pollo alla Cacciatore:

Für 2 Personen hatten wir folgende Zutaten im Einkaufskorb:

Drei Hühnerschenkel mit Haut

1 Dose Tomaten

1 EL Tomatenmark

2 Zweige Rosmarin

4 Zweige Thymian

4 Stengel Petersilie

2 Lorbeer-Blätter

3 Knoblauchzehen

1 mittelgroße Zwiebel

1/4 Habanero-Chili (ersatzweise eine halbe normale Chilischote oder nach Belieben)

eine kleine Handvoll schwarze Oliven ohne Stein

1 Karotte

1 rote Paprika

1 mittelgroße Kartoffel

2 Stangen Sellerie

1/2 Flasche Chianti (oder anderen Sangiovese-Wein)

4 Sardellenfilets (in Salz eingelegt)

Salz, Pfeffer, Prise Zucker

etwas Olivenöl zum Anbraten

etwas Mehl

Die Zubereitung dauert mindestens 2,5 Stunden – eher länger. Das Gericht ist also nichts, wenn einen spontan der Hunger überfällt. Dafür lässe es sich – gerade auch für Gäste – wunderbar vorbereiten, da es sich im Ofen quasi selbst gart.

Und so wird’s gemacht:

Hühnerschenkel waschen, trockentupfen und mit Salz und Pfeffer einreiben. In eine Schüssel legen, den Wein dazu gießen und den Rosmarin, Lorbeerblätter und 2 angedrückte Knoblauchezehen hinzugeben. Die Hühnerteile sollten bedeckt sein und mindestens eine Stunde oder länger in der Marinade ziehen.

Wenn das Huhn fast fertig mariniert ist, kann man schon mal mit den weiteren Schritten anfangen: Das Gemüse in nicht zu winzige Würfel schneiden, Knoblauch und Zwiebel schälen und fein hacken, Petersilie hacken. Sardellenfilets gut abspülen. Ofen auf etwa 180 Grad vorheizen.

Hühnchen aus der Marinade nehmen (nicht wegschütten!!!), gut abtropfen lassen und mit Küchenkrepp abtupfen, anschließend mit etwas Mehl bepudern und einreiben. Bräter oder ofenfeste Pfanne auf den Herd stellen, Öl erhitzen und die Hähnchenteile darin anbraten, bis sie knusprig braun sind. Herausnehmen und zur Seite stellen. Dann im Bräter das Tomatenmark anrösten. Knoblauch und Zwiebel anschwitzen. Oliven und Sardellen hinzugeben und unter Rühren noch etwas mitrösten. Die Tomaten aus der Dose, die Habanero sowie die Gemüsewürfel hinzugeben und mit der Marinade aufgießen. (Evtl. nicht gleich die komplette Marinade verwenden, sondern erstmal gucken, wie flüssig die Sauce ist. Man kann gegen Ende immer noch etwas Marinade hinzugießen).

Jetzt alles auf dem Herd einmal zu Kochen bringen und die Hühnchenteile obenauf legen, mit der Haut nach oben. Zudecken und ab in den Ofen für mindestens eine Stunde oder länger.

Nach der Garzeit den Bräter (Vorsicht beim Öffnen der Backofentür: Dampf!!) aus dem Backofen nehmen und auf den Herd stellen. Die Hühnchenteile herausnehmen und noch mal im Backofen unterm Grill knusprig grillen (unbedingt darauf achten, dass es nicht zu lange ist!). Währendessen den Sugo im Bräter aufkochen und etwas einreduzieren lassen. Evtl. Öl an der Oberfläche abschöpfen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Lorbeer, Rosmarin und Thymian herausfischen.

Zum Anrichten den Sugo in tiefe Teller geben und je eine Hühnerkeule obenauf legen. Mit Petersilie bestreuen und mit Ciabatta servieren.

Dazu MUSS eigentlich die restliche Flasche Chianti getrunken werden. Aber dieses Opfer bringt auch der Jäger sicherlich gern ;-)

Bei “Jägerart” denkt man ja eigentlich immer erstmal an eklige-braune Sauce mit Dosen-Champignons, die über Schnitzel gegossen und in Vereinsheimsgaststuben serviert werden. Urgh. Diese italienische Variante der “Jägerart” zeigt mal wieder, warum die italienische Küche so beliebt ist: frische Zutaten, knackiges Gemüse, feine Kräuter und viel Zeit machen das Sugo herzhaft und doch nicht schwer. Gleichzeitig schmeckt das Huhn wunderbar beschwipst und kräuterig. Wer dann noch das Brot in die Sauce tunkt, ist versöhnt mit “Jägerart”. Das verspreche ich Euch!

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Lorenza de’ Medici ist als Köchin in Italien etwa so bekannt wie der Alfons bei uns. Nur gehört ihr nicht in Florenz das Platzl sonder eigentlich halb Florenz – denn sie entstammt nun mal einer der bekanntesten und wichtigsten Familien des Landes. Der Familiensitz war jahrelang die ehemalige Abtei “Badia a Coltibuono” im Chianti Classico Gebiet, von der ich hier schon mal geschwärmt habe.

Jedenfalls gibt ihr Kochbuch “Pasta” einen schönen Einblick in die Küche der Toskana und anderer Regionen Italiens. Die Rezepte sind größtenteils sehr einfach und bodenständig und bestehen aus wenigen Zutaten. Aber gerade das spiegelt die Philosophie der italienischen Küche so wunderbar wieder: einfachste, schlichte Rezepte aber mit allerbesten Produkten mit Rücksicht auf Saison und Anbaugebiet.

Wir haben daraus zwei Gerichte gemacht: Tagliatelle mit Rindfleisch und Rosmarin (“Tagliatelle con stracci al rosmarino”) und grüne Tagliatelle mit Paprika (im Original mit Fussilli “verdi ai peperoni”).

Für die Paprika-Pasta benötigt Ihr

frische Teigwaren (Tagliatelle waren super, Fussilli oder Eliche passen natürlich auch)

2 rote Paprikaschoten

100 ml natives Olivenöl

frisches Basilikum

Salz, frisch gemahlenen Pfeffer

Die Paprika waschen, halbieren und Kerne und Scheidewände entfernen. In den auf 180 Grad vorgeheizten Backofen unter den Grill schieben. Wenn die Haut schwarz wird und Blasen wirft, herausholen und in einer Plastiktüte schwitzen lassen. Nach einigen Minuten lässt sich die Haut dann problemlos abziehen.

Eine der beiden Schoten nach dem Häuten, in Streifen schneiden und zur Seite stellen. Die andere häuten und mit Öl, Salz und Pfeffer pürieren. Das Püree in einem Topf sanft erwärmen. Währendessen die Pasta kochen, abtropfen lassen und mit dem Püree vermischen. Die Paprikastreifen und Basilikumblätter darüber geben. Sofort servieren.

Durch das Rösten schmeckt die Paprika ganz leicht süßlich. Das Olivenöl und der Pfeffer geben eine kräftige Note. Einige Späne Parmesan machen das Gericht noch herzhafter.

Für die Pasta mit Rindfleisch braucht es folgende Zutaten:

120 ml natives Olivenöl

4 frische Rosmarin-Zweige

4 Knoblauchzehen, in Scheiben geschnitten

Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Saft von 1/2 Zitrone

300 gr Hüftsteak

So geht’s:

Das Hüftsteak kurz anfrieren und es dann in hauchdünne Scheiben schneiden. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und mit dem Rosmarin und dem Knoblauch aromatisieren. Während parallel die Pasta kocht, das Fleisch im Öl einige Minuten braten und nur einmal wenden. Mit Zitronensaft beträufeln, salzen und pfeffern. Die abgetropfte Pasta in die Pfanne geben und alles gut vermischen – sofort servieren.

Wegen der wenigen und sehr einfachen Zutaten empfiehlt sich, frische Pasta zu kaufen oder selbst herzustellen. Wir hatten zwei unterschiedliche Sorten aus dem Supermarkt-Kühlregal und waren sehr zufrieden. 

Dazu gab es einen Chianti Classico Riserva aus der Badia a Coltibuono, den wir bei unserem ersten Toskana-Aufenthalt gekauft hatten.

Damals war es schrecklich heiß und das Verkosten von Rotwein nicht wirklich spaßig. Zumal im Verkaufshäuschen am Fuß des Hügels der Wein in Plastikbechern angeboten wird. Das steigert nicht wirklich den Genuss.  

Aber der Wein aus 90% Sangiovese und 10% Canaiolo landete zum Glück trotzdem im Einkaufskörbchen. Hier gibt es mehr Infos zum Wein.

Die Badia a Coltibuono ist stark kommerzialisiert und hoch professionell aufgezogen – inklusive Bed&Breakfast, Restaurant, Weinproben, Führungen, Verkaufsmöglichkeiten usw.  Aber die Produkte sind tatsächlich großartig – besonders auch der Kastanienhonig und das Olivenöl. Und sind wir doch mal ehrlich: Auf der Chianti-Straße findet man ohnehin kaum noch echte Geheimtipps “direkt vom Winzer”. Da verlässt man besser das Classico-Gebiet und lässt sich auf den Seitenwegen überraschen von Produzenten, die noch nicht so vom ganzjährigen Touristenstrom verwöhnt sind…

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Das aktuelle Heft von “Food & Travel” passt nicht nur super zur derzeitigen in grün und lila/rosa gehaltenen Deko

(Ich liebe diese Farbkombination!)

Neben dem optischen Reiz bietet das Heft aber auch wieder einen spannenden Inhalt, der genau zu meinen derzeitigen Food-Favoriten passt - ich werde echt zum Fan, nachdem ich die Winterausgabe schon toll fand!

Diesmal im Food-Teil des Hefts:

- Rezepte mit Erbsen (grün!)

- Raffinierte Gemüsegerichte (grün!!)

- Leckere Süppchen mit Pfiff (die normannische Fischsuppe steht ganz oben auf der Nachkochliste!)

- Aromen der Welt: Exotische Rezepte aus Indonesien (Thunfisch mit Ingwer!)

Im Travel-Teil geht es um

- Gardasee

- City-Apartments für Kurzurlaube

- London gemütlich: East Dulwich

- Landgasthäuser in der Toskana (seuftz!)

außerdem: neue Hotels, die schönsten Theater-Bars, Wein-Reise durch Sonoma, 48 Stunden in Lissabon, Malaga und Oxford und und und…

Alle Rezepte sind sehr ansprechend fotografiert und am Ende des Hefts übersichtlich und gut beschrieben. Der Travel-Teil ist mir persönlich etwas zu versnobbt. Aber man wird ja noch ein bisschen in hübschen Bildern schwelgen dürfen…

Alles in allem eines der ansprechendsten Food-Hefte, die derzeit auf dem Markt sind.

Und was lest Ihr so?

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Lasagne ist ein prima Essen, wenn Gäste kommen. Nicht nur, weil es eigentlich fast jeder mag, sondern auch, weil es gut vorzubereiten ist und einfach in den Ofen geschoben wird, wenn der Besuch da und der Aperitif in der Hand ist. Etwa ein leckeres Mitbringsel von der Ahr mit hohem Spätburgunder-Anteil:

Weil ich freitags leider nicht wie (gefühlt) alle anderen Menschen schon mittags frei habe, hat die Zubereitung der beste Ehemann der Welt in die Hand genommen. An dieser Stelle mal ein dickes, verliebtes Dankeschön!  :)

Noch schneller ging die Zubereitung, weil der bereits erwähnte bEdW kurz zuvor das weltbeste Bolognese Ragu angesetzt hatte, das sich hervorragend für Lasagne eignet. Es lohnt sich, so große Mengen davon zu kochen, dass etwas übrigbleibt, um dann beispielsweise für die Lasagne verwendet zu werden! Unbedingt ausprobieren!  

Zusätzlich zum Ragu, das man natürlich auch am gleichen Tag herstellen kann (braucht aber Zeit!), benötigt man eine gescheite Bechamel-Sauce, Lasagne-Platten und Käse bzw. was man sonst noch drin haben möchte (Gemüse, Pilze, Gewürze…).

Aber hier jetzt mal im Überblick die Zutaten für 6 Personen (in 2 Lasagne-Formen):

Packung Lasagne-Platten (“normal”, grün oder wie in unserem Fall: beides)

4 hauchdünn geschnittene Champignons

3-4 EL Öl

2 EL Butter

2 EL Mehl

1/2 l Milch (evtl. ergänzen durch etwas Gemüsebrühe)

Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Parmesankäse gerieben

So geht’s:

Ragu – falls nötig – erwärmen und zur Seite stellen. Für die Bechamel: Butter in einem Topf schmelzen, Mehl unter ständigem Rühren zufügen, bis es sich schön verbindet. Unter weiterhin ständigem Rühren die Milch zufügen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Bei mittlerer Hitze unter weiterhin ständigem Rühren kurz aufkochen und vor sich hin schmurgeln lassen. Die rechteckigen Auflaufformen mit etwas Öl einreiben und auf dem Boden mit der ersten Lage Teig-Platten auslegen. Darauf eine Schicht Ragu geben und mit einer Spur Bechamel bekleckern. Jetzt wieder eine Lage Teig-Platten legen, Ragu drauf, Champignon-Scheiben, wieder Bechamel träufeln, Teig-Platten usw. Die letzte Lage sollte sein: Teig-Platten, restliche Bechamel und dann den Käse!! Bei der Reihenfolge kommt es etwas auf die Höhe der Form an und auf den persönlichen Geschmack. Man kann also auch mit Ragu und Käse aufhören…

Jetzt die Form in den auf 200-220 Grad vorgeheizten Backofen schieben. Wenn der Käse zu schnell dunkel wird, kann man die Form mit Alu-Folie abdecken oder – falls der Käse gar nicht braun wird – kurz die Grillfunktion im Ofen anstellen. Die Lasagne braucht je nach Höhe 30-40 Minuten im Ofen. Natürlich sollte man sich hier auch etwas an der Angabe auf der Nudelpackung achten. Wer den Teig selber macht oder frische Teigplatten verwendet, spart entsprechend Garzeit. Aber die Lasagne sollte natürlich komplett heiß sein.

Zur Lasagne passt natürlich ein italienischer Wein. Obwohl das Rezept aus der Emilia Romagna stammt, haben wir Weine aus der Toskana getrunken.

Einmal einen Chianti Riserva aus der Fattoria San Donato bei San Gimignano. Umberto und Federica machen aber nicht nur schöne Weine zu fairen Preisen, sondern führen auch ein sehr nettes Agriturismo, in dem wir schon öfter übernachtet haben: 

Deutlich bekannter ist natürlich das Weingut Melini, dessen Weine man auch überall in Deutschland bekommt. Die Verkostung läuft deutlich kommerzialisierter ab und man wird höflich darauf hingewiesen, dass man alle Weine zum gleichen Preis sogar in München erhält! Da kann man sich den Eigenimport fast sparen. Aber weil’s soviel Spaß macht, haben wir uns ein paar Fläschchen mitgebracht:

Zum Nachtisch gab es etwas Käse mit diversen Chutneys, die Euch bekannt vorkommen dürften :)

Dummerweise ist das Ragu jetzt aufgebraucht. Da muss ich wohl mal gaaaanz lieb um die nächste Portion bitten. Denn gerade an kalten, kurzen Wintertagen ist so eine Lasagne ein schöner Gruß aus südlicheren Gefilden. Ich sag’ nur:

Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn, wo im dunklen Laub die Gold-Orangen glühn/Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht, die Myrte still und hoch der Lorbeer steht/Kennst Du es wohl?/Dahin! Dahin möcht’ ich mit Dir, o mein Geliebter, ziehn.

Seuftz…

 

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Ich habe gleich mal eine neue Kategorie eingeführt: schnell&lecker. Denn die letzten Wochen haben gezeigt, dass ich unter der Woche bei aller Lust am Kochen auch darauf achte, dass es nach einem langen Arbeitstag schnell geht.

Oft quetsche ich nach der Arbeit noch eine Laufrunde ein. Mit der Dusche danach und der Vorbereitung des Essens wird es dann schnell mal zu spät für’s Essen, wenn man erst noch lange in der Küche steht. Also heißt die Herausforderung: kurze Zubereitungszeit, gute Produkte, selber gekocht und lecker!

Ist aber gar nicht so schwer. Sogar, wenn man von einem Wochenende am Rhein zurückkehrt und sonntags keine Möglichkeit zum Einkaufen hat. Deshalb hier noch mein Nachtrag vom Wochenende für die schnelle und leckere Küche. Einigen von Euch wird’s ja vielleicht ähnlich gehen mit der begrenzten Zeit unter der Woche.

Wie gut also, wenn folgende Zutaten doch noch zusammengekramt werden können:

250 gr Spaghetti

1 gelbe Paprika

4 Tomaten

Parmesan

Olivenöl

schwarze Pfefferkörner

Meersalz

1 getrocknete Chilischote

2 Knoblauchzehen

Basilikumblätter

Geht superschnell:

Paprika möglichst winzig hacken. Tomaten entkernen und hacken.

Knoblauch ganz klein hacken. Basilikumblätter grob hacken. Chili zerbröseln, Pfefferkörner mörsern.

Während die Spaghetti kochen, ordentlich Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Knoblauch, Chilischote und Pfeffer mit anrösten. Paprika dazu geben und alles kurz dünsten. Tomaten zum Schluss zugeben, sobald die Pasta fertig ist.

Spaghetti abgießen und in der Pfanne mit allen anderen Zutaten mischen. Salzen und den in Späne geriebenen Käse unterheben. Zum Schluss auf dem Teller die Basilikumblätter drübergeben. Bei Bedarf am Tisch mit Pfeffer und Meersalz nachwürzen.

Voilá! Fertig ist das leckere Der-Kühlschrank-ist-leer-aber-wir-wollen-trotzdem-kochen-Gericht.

Zum Glück ist auch immer ein Gläschen Wein im Haus, womit die Pasta gleich zum vollwertigen Sonntagsessen wird :-) Hierzu passt ein Chianti aus der Toskana oder auch – wie in unserem Fall – ein Shiraz Cabernet aus der Winemaker’s Selection von Penfolds. Den Nachfolger “unseres” Jahrgangs gibt’s noch bei Hawesko.

Welche Geheimwaffe zieht Ihr, wenn es schnell geht oder keine Zeit zum Einkaufen war? Ist immer irgendwas im Haus oder greift man dann doch mal eher zur Speisekarte vom Lieferservice?

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Der bEdW und ich veranstalten regelmäßig für Freunde, Kollegen und liebe Gäste des Hauses private Weinverkostungen. In privater Atmosphäre und ohne viel Chi-Chi können wir alle neue Weine kennenlernen und uns ein bisschen durch verschiedene Trauben, Regionen usw. testen. Das ist zu zweit oder alleine ja meist ein bisschen schwierig…

Das jüngste Wine o’clock stand unter dem Motto “Bring your favourite” oder einfach: Jeder soll mal seinen Lieblingswein mitbringen und wir seh’n dann schon weiter…

Die Stars des Abends waren diesmal:

1. I Frati Lugana 2009: Der Wein aus 100% Turbiana spiegelt die Weinbautradition am südlichen Gardasee wieder. Die Rebstöcke sind 10-35 Jahre alt und stehen auf kalk- und lehmhaltigen Boden. Lugana-typisch sind die Aromen nach Aprikosen und Mandeln. Die leichte, nicht zu heftige Säure macht ihn perfekt zu Fischgerichten. Mit 13% ist er allerdings nicht wirklich “leicht”. Direkt vom Erzeuger in Sirmione kostet er 7,90 Euro. Bei Käfer in München dann leider schon 14 Euro (soviel zur Marge im Weinhandel). Also lieber mal beim nächsten Trip an den Gardasee ordentlich Platz im Kofferraum lassen :)

2. 2009 Saint-Peyre Picpoul de Pinet: Unsere absolute Geheimwaffe zu Spargel und leichten Sommergerichten! Der fruchtbetonte Weiße hat 12,5% Alkohol und ist erhältlich für 5,70 Euro bei Jacques’ Weindepot. Die kalkhaltigen Böden und die heiße Mittelmeersonne geben ihm angenehme Säure und frische Fruchtnoten nach Pampelmuse und Pfirsich.

3. Les fumées blanches 2009: Ein Südfranzose aus unserer Lieblinstraube Sauvignon Blanc. Die typischen Aromen Stachelbeere, grüner Apfel oder Limette kommen bei dem “Rauchzeichen” von Francois Lurton (12%) sehr gut zum Vorschein. Er kostet 6,75 Euro und ist ebenfalls bei Jacques’ erhältlich. Hat das Potenzial zum neuen Liebling.

Die Roten:

4. Burlwood Cabernet Sauvignon 2008: Keine echte Überraschung, sondern ein runder, unkomplizierter Cabernet aus Kalifornien. Auch wenn ich immer etwas skeptisch gegenüber der Gallo-Massenware bin, die es hier im Supermarkt gibt (wie anders müssen die Gallos in den USA sein!), ist das Preis/Leistungsverhältnis bei einem Wein für 2,59 Euro (bei Aldi) völlig ok. Ein Wein, den man in großen Mengen bei der nächsten Party ausschenken kann, ohne in den Schuldenturm zu kommen. Die kleine Fruchtbombe hat 12,5% und schmeckt leicht gekühlt zu Pastagerichten.

5. Montes Cabernet Carménère 2008: Der Chilene aus dem Colchagua Valley ist ein Klassiker – auch im Sortiment von Jacques’ Weindepot, wo es den körperreichen Roten für 7,95 Euro gibt. 70% Cabernet und 30% Carménère machen den Wein absolut rund mit Aromen von Schokolade, Rauch und Kaffee. Was auf der Jacques’-Homepage übrigens mit “Geruch aus der Zigarrenkiste” beschrieben ist, wurde bei uns kommentiert mit “Ich riech’ Pferd” (man darf nicht vergessen, dass wir hier schon den 5. Wein im Glas hatten. Das löst die Zunge ;-)).

6. Regolo Sartori 2007: Der Rosso Veronese ist ebenfalls von Jacques’ (nein, wir haben uns nicht abgesprochen und bekommen dort auch (noch!) keine Prozente!) und kostet dort 11,90 Euro. Die Kirscharomen der Corvina-Traube sind dermaßen stark durchgekommen, dass ein Kommentar lautete: “Cherry Coke!” (s.o.) Der Wein wird mit der traditionellen Ausbaumethode Ripasso hergestellt, bei der dem Most frischer Trester von rosinierten Amarone-Trauben beigement wird. Dadurch erhält er weitere Aromen nach Feigen und Pflaumen. Die kräftigen Tannine machen ihn perfekt zu Wild und sogar kräftigem Käse.

7. Villa Pillo Borgoforte 2006: Der letzte Wein des Abends stammt aus Gambassi Terme in der im Herzen der Toskana. Brombeer- und Kirscharomen findet man auch hier – aber deutlich feiner als beim Vorgänger. Mit 14,5% ist er ein ganz schönes Schwergewicht. Laut Erzeuger besteht der Wein aus (Achtung!) 60% Sangiovese, 40% Cabernet und 10% Merlot. Wer jetzt beim 7. Wein noch den Fehler findet, hat gewonnen :) Trotzdem: Die Zusammensetzung macht den Wein schön fruchtig, elegant. Durch den Ausbau in Eichenfässern hat er angenehme Tannine, die man etwas reduzieren kann, indem man den Wein etwas “atmen” lässt. Ein toller Begleiter zu Fleisch und Pasta. Verschiedene Online-Händler bieten ihn ab 7,49 Euro an.

Durch den Aufruf an unsere Gäste, ihre Lieblingsweine mitzubringen, haben wir viel Neues kennengelernt und wurde nicht selten auch überrasch. Wenn man aus dem Weintrinken keine Wissenschaft machen, sondern einfach ein bisschen seinen Horizont erweitern und einen schönen Abend haben will, ist so eine Weinprobe unter dem Motto “Bring your favourite” eine echte Bereicherung. Wir werden es jedenfalls wiederholen! (Wo doch noch so viele Lieblinge in den Kellern auf Entdeckung warten ;-))

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Toskanischer Abend: Soulfood

Als ich meine erste eigene Wohnung hatte – in Schwabing *seuftz* – war Philipp mein Mitbewohner, der ganz schnell zum Freund des Hauses wurde. Auch nach nach mehreren Jahren in Sendling haben wir uns zum Glück nicht aus den Augen verloren. Die Abende mit ihm sind immer kurzweilig, spannend, witzig und viel zu schnell vorbei. Obwohl eher Richtung Frankreich als – wie wir – nach Italien orientiert, hatte er keine Einwände gegen Steinpilz-Risotto und selbst importierte toskanische Weine.

Das Risotto hat der beste Ehemann der Welt gemacht, der in Sachen Risotto ein Naturtalent ist. Hier die Zutaten (sehr “frei Schnauze” und in den Mengenangaben durchaus variierbar).

Zutaten für Risotto con Porcini

Handvoll getrocknete Steinpilze (in heißem Wasser eingeweicht)

Schale frische Pilze (braune Champignons) kleingeschnitten

Knoblauch

2 große Schalotten

2 Handvoll Parmesan gerieben

ca. 250 gr Risotto-Reis

Gemüsebrühe

trockener Weißwein (wir hatten zuuuuuufällig den Touraine von Jacques’ offen :))

Salz, Pfeffer, Petersilie, Schnittlauch

Und so geht’s:

Zwiebeln und Knobi in Öl anschwitzen. Kompletten Reis zugeben. Unter ständigem Rühren anbraten, bis der Reis heiß wird (“glasig” steht immer in Kochbüchern und ist laut dem besten Ehemann der Welt totaler Schwachsinn: “Reis wird nicht glasig!”). Mit ordentlichem Schluck Weißwein aufgießen. Reduzieren lassen auf heißer Flamme. Mit dem aufgefangenem Wasser der eingeweichten Pilze (gibt super Aroma!) ergänzen, ständig weiter rühren, Brühe zugießen. Ständig rühren und reduzieren. Die eingeweichten Steinpilze hacken und zugeben. Rühren, rühren. Parmesan und frische Pilze hinzugeben. Rühren, rühren. Salzen und pfeffern und rühren, bis das Risotto die Konsistenz hat, die man mag. Wenn es zu fest wird, noch etwas Wein oder Brühe zugießen oder weiter reduzieren lassen, falls es zu flüssig ist. Im Zweifelsfall: rühren!

Auf dem Teller mit Kräutern garnieren und heiß servieren. Übriges Risotto im vorgeheizten Ofen warm stellen, damit es nicht zu schnell kalt und fest wird.

Risotto con Porcini

Wir haben für einen speziellen Abend mit einem lieben Freund noch Jakobsmuscheln in einer Pfanne in Öl angebraten (bei relativ starker Hitze sehr kurz). Und auf das Risotto gesetzt. Yummy!.

Zu den selbst importierten Steinpilzen aus der Toskana passen natürlich auch die entsprechenden Weine. Das Weingut Poderi del Paradiso kennt Ihr schon vom Post über den fantastischen Wein Mangiafoco. Heute haben wir vom gleichen Produzenten den Paterno II geöffnet, der – wie schon beschrieben – vom Feinschmecker ausgezeichnet wurde und mit 13,50 ein unglaublich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hat. Das meinte sogar unser frankophiler Freund Philipp. Die Sangiovese-Traube ist und bleibt mein Favourite. Zur Auswahl hatten wir dann noch einen einfachen Chianti Colli Senesi von der Fattoria San Donato nahe San Gimignano. Bei Umberto und Federica haben wir schon öfter wunderschöne Urlaube verbracht. Den Wein (übrigens auch ein Wahnsinns-Rosato!) nehmen wir gerne mal in größeren Mengen mit, wobei wir im Kofferraum “Weinkisten-Tetris” spielen müssen :)

My Tuscan Friends

Gute Freunde, einfache Gerichte mit besten Zutaten, nette Gespräche und guter Wein – was braucht man mehr? Was ist Euer Rezept für einen Abend, der den Namen “Soulfood” verdient? Kann ein Gericht einen Kurzurlaub im Kopf starten und sind gute Freunde nicht sowieso das beste Rezept für einen schönen Abend? Was meint Ihr? 

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Es gibt Tage, an denen muss man einfach eine besondere Flasche Wein aufmachen. Freitag war so ein Tag, weshalb wir uns für einen Wein entschieden haben, den wir aus unserem letzten Toskana Urlaub mitgebracht hatten:

Der Mangiafoco des Weinguts Poderi del Paradiso nahe San Gimignano ist nicht aus der ortstypischen Sangiovese-Traube gemacht, sondern besteht ausschließlich aus Cabernet Sauvignon, den die Familie seit den 80er Jahren anbaut – natürlich neben den Klassikern Sangiovese und Vernaccia. Aber auch Merlot, Syrah und Chardonnay gehören mittlerweile zu den Weinen der Produzenten. Auf 30 Hektar wachsen die Reben für rund 150 000 Flaschen im Jahr. Dazu kommen 1300 Olivenbäume, aus denen eines der besten Olivenöle gemacht wird, das ich kenne. Es ist nicht zu herb, leicht grasig und eignet sich hervorragend zum Kochen und aber auch für Salate, über Crostini geträufelt usw.

Mangiafoco 2006 vom Podere del Paradiso

Aber zurück zum lecker Weinchen: Der Mangiafoco (wir hatten einen vom Jahrgang 2006) hat 14,5% und ist damit nicht gerade einer der leichtesten.  Die 14 Monate Reifung in französischen Eichenfässern lässt natürlich Tannine schmecken. Die waren aber angenehm zurückhaltend, sei es durch die 4 Jahre seit Herstellung oder auch durch genügend Zeit zum Atmen nach Öffnen der Flasche. Die tiefrote Farbe und der sehr intensive Geruch nach roten Beeren und Holz macht Lust auf den ersten Schluck. Die Aromen, die wir herausgeschmeckt haben, waren marmeladige Kirsche, Leder und Röstaromen.

Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir die Flasche vor Ort für 22 Euro gekauft. Sicher kein Schnäppchen aber jeden Euro wert.

Etwas bekannter ist der Sangiovese Paterno II des Weinguts. Er wurde 1999 vom Feinschmecker ausgezeichnet und hat mit 13,50 EUR ein unglaubliches Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Paterno II gehört zu unseren Must-Buys, wenn wir in der Gegend rund um San Gimignano sind.

Man kann die Weine direkt beim Weingut kaufen oder in einer Cantina in der Altstadt von San Gimignano. Das Weingut findet man ca. 3.5 km nach San Gimignano auf der Straße nach Certaldo. Wenn es dann links nach Gambessi geht, zeigt schon ein Schild nach rechts zum Podere Paradiso. Der Weg dorthin lohnt sich nicht nur wegen des unglaublichen Blicks auf die Türme von San Gimignano. Man kann vor Ort auch alle Weine verkosten und bekommt eventuell sogar eine Führung durch den Weinkeller.

In der Cantina, die man nach wenigen Metern rechts vorfindet, wenn man die Altstadt durch das Tor San Giovanni betritt, stehen nur der Vernaccia und der einfache Chianti zum Verkosten bereit. Alle Weine sowie das Olivenöl können allerdings gekauft werden.

Was ist Euer Wein für Tage, an denen man einfach mal eine besondere Flasche aufmachen muss?

San Gimignano

 

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