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Archiv für die Kategorie ‘unterwegs’

Ich kam auf die Idee zu diesem Blog-Event, als ich neulich mein erstes Boeuf Stroganoff gemacht habe – leichter, feiner und appetitlicher, als ich es aus frühen Kindheitstagen in Erinnerung hatte.

Dabei fiel mir auf, dass es viele beliebte und über Generationen weitergetragene Rezepte gibt, an die wir uns zwar gerne erinnern, die wir heute aber doch anders zubereiten würden. So mache ich beispielsweise deutlich weniger saure Sahne an die Frankfurter Grie Soß als meine Großmutter und ersetze einen Gutteil mit Joghurt. Für den hessischen Kartoffelsalat nehme ich als Bouillon keine gekörnte Brühe aus dem Glas, sondern selbstgemachte Gemüse- oder Rinderbrühe usw.

Das alles ist keine Kritik an früheren Generationen, sondern eine Weiterentwicklung. Denn Geschmäcker ändern sich, das Bewusstsein für „gute“ oder „schlechte“ Nahrungsmittel wächst, eigene Vorlieben kristallisieren sich heraus, Allergien und Abneigungen tauchen auf, Familien müssen einen Konsens schaffen („MEINE Mutter macht das Gulasch aber GANZ ANDERS als Deine!!!“) und last but not least sitzen wir heute fast nur noch vor dem Computer und arbeiten nicht mehr stundenlang auf dem Feld.

So fand sich im Dr. Oetker-Schulkochbuch meiner Mutter aus den späten 50er Jahren noch der Hinweis, dass die Hausfrau (!) ihrem Mann abends doch bitte ein kalorienreiches (!!) Mahl auftischen möge, damit der schwer arbeitende Kerl seine Reserven wieder auffüllen kann. Heute heißt es dann eher: „Du, lass uns heute Abend lieber was Leichtes machen. Die Hose kneift schon wieder.“

Trotzdem träumen wir von den Gerichten unserer Kindheit, wollen aber gleichzeitig weder Maggi, noch Fondor oder Mehlschwitze verwenden. Oder wir wagen uns an ein Gericht, das wir immer eklig fanden (Mehlschwitzeblumenkohlauflaufmitschinkenwürfelnundkäse), und packen es in ein modernes Gewand, das uns heute besser gefällt. Ich träume beispielsweise von einem wirklich delikaten Jägerschnitzel, schmackhaften Kasspatzen ohne Pappe-Effekt, einem schnellen Käsefondue für 2 oder einer weniger fetten Variante vom Frankfurter Kranz!

Nachdem ich also über mein Boeuf Stroganoff nachgedacht habe, möchte ich Euch nun dazu einladen, Eure Klassiker aus Kindheitstagen, Eure Familienrezepte und altbekannten Standards aus dem Schulkochbuch zu entstauben und moderne Varianten zu schaffen.

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Vielleicht macht Ihr Euch zu einem gemütlichen TV-Abend ja ein ganz raffiniertes Popcorn? Oder Euch fällt ein exotisches Topping für die altbekannte Kartoffelsuppe ein? Wie machen junge Eltern heute den Nachkriegs-Kuchen und Kindergeburtstagsliebling „Kalter Hund“? Sind Bratkartoffeln mit Dickmilch als schneller Sattmacher ausgestorben? Und wo, bitteschön, finde ich heute überhaupt noch Dickmilch???

Habt Ihr Lust mitzumachen? Dann freue ich mich auf Eure Teilnahme!

Hier ein paar Spielregeln:

  • Mitmachen kann jeder, der einen Blog betreibt. Das muss natürlich kein Foodblog sein.
  • Euer Beitrag muss thematisch das Thema „Entstaubte Klassiker“ kulinarisch aufgreifen. Ansonsten gibt es keine inhaltlichen Vorgaben. Denkt gerne auch “um die Ecke”. Ich mag das und lasse mich gerne überraschen, wie Ihr das Thema interpretiert.
  • Postet Euren Artikel bitte bis zum 6.12., 23:59 Uhr, auf Eurem Blog.
  • Ihr könnt – müsst aber nicht – den reizenden Banner (s.o.) von Stefanie Bamberg verwenden. (Danke, Stefanie!) Dazu das Bild kopieren und als Bild in Euren Artikel oder – falls Ihr mögt – in Eure Sidebar einfügen. Ihr könnt aber auch einfach den nachstehenden Code kopieren (Danke, Sandra!): <a href=”http://germanabendbrot.wordpress.com/2013/11/04/mein-allererstes-blog-event-entstaubte-klassiker-ein-kleines-dankeschon/” title=”Blogevent Entstaubte Klassiker”><img src=” http://germanabendbrot.files.wordpress.com/2013/11/event.jpg?w=500” /></a>
  • Verlinkt in Eurem Beitrag bitte zu diesem Artikel hier, damit Eure Leser auch die anderen Beiträge des Events entdecken können.
  • Hinterlasst dann bitte den Link zu Eurem Beitrag unter diesem Post als Kommentar oder schickt mir eine E-Mail an germanabendbrot(at)gmx(punkt)de
  • Da in der großen weiten Foodblogger-Community selten jemand als einziges eine gute Idee hat, erteile ich pro Blog eine Wildcard: Ich dürft (zusätzlich oder als einzigen Beitrag) EIN Rezept aus Eurem Archiv verwenden. Schreibt aber dann bitte einen kurzen neuen Beitrag zu dem „alten“ Rezept, damit Ihr auf diesen Post hier verlinken könnt und Eure Leser erfahren, worum es geht. Eine lange Liste mit uralten Links macht niemandem Spaß…
  • Mit Eurem Beitrag räumt Ihr mir das Recht ein, Eure Rezepte (inkl. Bild) in einem zusammenfassenden Blog-Post zu veröffentlichen. Außerdem werde ich auf das Event, Eure Beiträge und die Zusammenfassung via Facebook und Twitter hinweisen.
  • Eine FB-Veranstaltung gibt es zu dem Event hier.

Seit über drei Jahren ist meine kleine Fressseite, das German Abendbrot, nun schon online. Viel Exotisches habe ich in dieser Zeit gekocht, viele Familienrezepte mit Euch geteilt, Neues ausprobiert, Bewährtes aus der Versenkung geholt, manche Schreibkrisen überwunden, vor allem aber jede Menge Spaß gehabt. Ich habe einige meiner Leser persönlich kennenlernen dürfen, habe viel Rat, Anregung und Unterstützung erfahren und mich gut vernetzen können. Das alles möchte ich nicht mehr missen. Und dafür möchte ich Euch, meinen Lesern, von Herzen danken!

Deshalb verlose ich unter allen teilnehmenden Bloggern ein paar zum Klassiker-Thema passende „Dankeschöns“, die ich für Euch zusammengesucht und aufgetrieben habe:

  • Klassiker zum Trinken 1-3: Auch Weine, Trauben oder Anbauregionen leiden manchmal unter einem verstaubten Image. Dass dies aber oft zu Unrecht der Fall ist, dürfen drei glückliche Gewinner selbst er”schmecken”. Riesling, Blaufränkisch oder Grüner Veltliner – ganz ohne Muff und von jungen Winzern teilweise neu interpretiert – zusammengestellt von ninetyninebottles in drei tollen Wein-Paketen:
  1. Paket “Deutschland, Österreich, Spanien”: Insg. 4 Flaschen plus 20€ Gutschein zum Einkauf bei ninetyninebottles.de. Paket-Inhalt: Freudenspiel Riesling Sekt, Robert Weil Riesling trocken, Esterhazy Blaufränkisch, Altos Tempranillo
  2. Paket “Österreich & Deutschland”: Insg. 3 Flaschen, Paket-Inhalt: Hand in Hand Spätburgunder, Grüner Veltliner Edelweiss, Feen und Elfen Riesling
  3. Paket “Frankreich”: Einmal eine Flasche Chateau Saint Paul Medoc

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  • Klassiker zum Trinken (alkoholfrei): Wir entstauben die Trinkschokolade und rühren statt Nesquick und Kaba eine feine Trinkschokolade von Rausch in unsere Milch: Plantagen-Schokolade Puerto Cabello aus Venezuela mit 43% Kakao-Anteil.
  • Klassiker für die Küche: Küchengeräte müssen nicht langweilig sein. Auch wenn es sich um einen klassischen Schäler handelt. Der Schäler von Normann Copenhagen jedenfalls ist sowas von stylish. Den würd’ ich glatt behalten!
  • Klassiker aus Fleisch & Blut: Wenn jemand weiß, wie man als Klassiker frisch & knackig bleibt, dann das “Playmate des Jahrhunderts” Gitta Saxx. Denn sie gehört zu den wenigen Frauen, die über Jahrzehnte in der Branche erfolgreich sind. (Ich hab’ doch gesagt, ich mag es, wenn wir auch mal um die Ecke denken ;-) ) Tipps verrät sie in ihrem Buch (Verlag edition a) “Jungbleiben für Anfänger”. Wer weiß, vielleicht können wir ja noch etwas lernen von Frau Saxx?

Teilnahmebedingungen:

Jeder innerhalb der Laufzeit des Events teilnehmende Blog landet automatisch im Lostopf. Über die Gewinne entscheidet die Glücksfee (in Gestalt des bEdW) per Auslosung nach Beendigung des Events. Wenn Ihr nicht an der Verlosung teilnehmen möchtet, schreibt das in Eurem Kommentar/Eurer Mail bitte dazu! Die Gewinner/innen werden per Mail benachrichtigt und in der Zusammenfassung hier im Blog genannt.

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Ich danke den Firmen ninetyninebottles, Rausch, Bleywaren und dem Verlag edition a sowie deren Agenturen für die freundliche Unterstützung.

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Der Küchen-Atlas rief einen ganzen Monat lang dazu auf, Rezepte aus der Region, Zutaten mit regionalem Touch und alles rund um das “Heimatgefühl im Magen” zu sammeln und zu bloggen.

Blogparade: Regionale Küche

Ich hätte dafür gerne in Riesling gebadet und Eimer-weise Grüne Sauce angesetzt. Aber die Zeit fliegt mal wieder, so dass ich wenigstens ein bisschen im Archiv kramen konnte und meine hessischen Klassiker hier gesammelt poste. Viel Spaß beim Stöbern!

Forellen aus der glasklaren, kalten, mineralischen Wisper, die vom Taunus in den Rhein fließt, schmecken köstlich! Wo Ihr sie bekommt und was Ihr damit machen könnt, seht Ihr hier.

Die Frankfurter Grie Soß macht fast jede hessische Hausfrau anders. Aber natürlich machen nur meine Oma, meine Mutter und ich absolut richtig. Klaro, oder? Also: NIEMALS Dill, NIEMALS Mayonnaise! Was in eine echte Grie Soß kommt, lest Ihr hier.

Das Weingut Höhn, das quasi in meiner Nachbarschaft liegt, baut nicht nur den typischen Riesling an, sondern auch einen ganz phantastischen Sauvignon Blanc. Die Terrasse ist außerdem fast so schön wie in der Toskana. Versprochen!

Mit Sauerkraut, Rippchen (oder Frankfurter) und Kartoffelbrei werden hessische Kinder großgezogen. Das steckt uns ebenso im Blut wie Äppelwoi. Aber Vorsicht! Wer das nicht von kleinauf gewohnt ist, den kann die Kombi Sauerkraut/Äppler echt aus den Latschen kippen – bzw. auf die Toilette treiben…

Erbarme! Zu spät! Die Hesse komme! Die hessische Nationalhymne der Rodgau Monotones mit der legendären Zeile “unser David Bowie heißt Heinz Schenk” könnt Ihr in diesem Beitrag hören. Und gleichzeitig sehen (glücklicherweise nicht riechen), wie der legendäre Handkäs mit Musik (sprich: Mussig!) aussieht.

Jetzt kommt wieder die Erkältungszeit. Auch da hat der Hesse einen Trumpf im Ärmel: Heißer Äppelwoi mit Gewürzen. Weniger stark als Glühwein, schön säuerlich-frisch und ein echtes Lebenselexier im Winter.

Seid Ihr schon mal im Rheingau gewandert? Durch Weinberge voller Riesling hindurch. Von Schloss zu Schloss? Nein? Dann habe ich hier einen Tipp für Euch – mit herrlichem Blick auf den Rhein… Und einen weiteren mit viel Historie hier.

Noch ein Klassiker, der in meiner Heimat natürlich am allerallerallerbesten schmeckt: Kartoffelsalat. Ohne Mayonnaise. Ohne Gedöns. Schlicht und köstlich.

Ich mag viele Dinge an meiner hessischen Heimat. Was aber wirklich immer wieder wunderbar zu erleben ist, ist die sprichwörtliche Offenheit und Toleranz der Frankfurter gegenüber allem Fremden. Das war ich nach zehn Jahren in München so nicht mehr gewohnt. Ein Beispiel für entspanntes Multikulti-Leben (mit allen Licht- und Schattenseiten) ist das Frankfurter Bahnhofsviertel. Immer einen Besuch wert – zum Beispiel, um echt chinesisch essen zu gehen. (Achtung, Anekdoten!)

Und falls Ihr aus der Ecke kommt und ein paar Einkaufs- oder Ausgehtipps braucht, schaut doch mal hier im Blog unter den Reitern “Über’n Ladentisch” und “An fremden Tischen”.

Ich bin sehr gespannt, was für Rezepte und Einkaufstipps zusammenkommen. Denn ich liebe die Vielfältigkeit der deutschen Küche und sammle immer gerne die Leibgerichte von Kollegen und Freunden, die aus allen Ecken der Republik stammen.

Wenn Ihr Euch auch für regionale Spezialitäten begeistert oder vielleicht sogar manchmal Heimweh habt, dann solltet Ihr unbedingt beim Küchen-Atlas vorbeisurfen! Ich kann die Zusammenfassung kaum erwarten…

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Das Wispertal im Rheingau ist ein romantisch-verwunschener Ort, der mir sofort dutzendweise Grimmsche Märchen in den Kopf spült. Lichtdurchbrochene Laubwälder, sanfte Hügel, Fachwerkhäuser – hier ist die Biedermaier-Romantik noch lebendig. Wer leichte Wanderwege und Riesling-taumelige Einkehrmöglichkeiten sucht, ist im Wispertal genau richtig. Besonders beliebt sind die kurvigen Landstraßen natürlich auch bei Motorradfahrern und anderen Ausflüglern.

Vom Taunus in den Rhein geht die Reise des Flüsschens Wisper. Kaltes, klares und vor allem sauberes Wasser sorgt dabei für den perfekten Lebensraum für wunderschöne Forellen, die in der gesamten Region in den Küchen der Weingüter und auch der gehobenen Gastronomie landen. Wisper: Sprechender könnte ein Flußname nicht sein – es gurgelt und wispert, als wollte uns das Flüsschen was erzählen.

Wer die Wisperforelle nicht unbedingt für teuer Geld im Restaurant essen möchte, kann sie sich auch einfach vor Ort bei Lorch am Rhein kaufen oder außerhalb Wiesbadens bei der Fischzucht (Adressen und Infos findet Ihr auf meiner Unterseite “Über’n Ladentisch”).

Wir sind samstags zum Waldrestaurant Fischzucht aufgebrochen – gerade einmal 6km von uns entfernt im Naturpark Rhein-Taunus gelegen. Am liebsten wären wir ja sofort eingekehrt auf der gemütlichen Holzterrasse mit Blick auf Fischteiche und das Jagdhaus-artige Restaurant. Aber “Selberkochen” war angesagt. Also haben wir uns 2 fangfrische Forellen gekauft, perfekt ausgenommen und so frisch, dass die Totenstarre erst einsetzte, als wir schon zuhause waren. (Infos zum Thema “Frische beim Fischkauf” habe ich hier gefunden.)

Als die Tiere wieder entspannt waren, wurden ihnen die Bäuche mit Thymian, Petersilie, Salz, Pfeffer und Zitrone gefüllt:

Forellen

Unsere Forellen brauchten etwa 20 min bei 120 Grad im Backofen.

Dazu gab es einen herrlich hessischen Kartoffelsalat mit leicht Schuhbeckschen Anklängen:

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Den Original-Kartoffelsalat nach hessischem Familienrezept findet Ihr in einem uralten Blog-Post.

Für die Schuhbeck-Variante werden unter die Vinaigrette noch 1 EL Sahnemeerrettich und 2 EL Braune Butter untergemischt. Einige dünngehobelte Gurkenscheiben verleihen dem Kartoffelsalat noch mehr Frische. Petersilie statt Schnittlauchröllchen waren der Tatsache geschuldet, dass wir einen Riesenbusch Petersilie auf dem Balkon haben! Gerade zum Fisch ist die Kartoffelsalat-Version mit pfeffrigem Meerrettich sehr lecker.

Der bEdW, ein ehemaliger Hobbyangler, war sprachlos ob der Frische und des leckeren Geschmacks unserer Wisperforellen. Das Fleisch war hell-rosa, sehr zart und aromatisch. Ein echter Genuss für jeden Fischfan! Genossen haben wir mittlerweile auch die beiden (leicht) geräucherten Forellen. Tipp vom Chefkoch der “Fischzucht”: Die geräucherten Forellen bei 30 Grad leicht anwärmen, damit das Aroma noch besser rauskommt. Ich habe sie zu einem leicht getoasteten Vollkorntoast gegessen – nach dem ersten Bissen dann doch ohne Meerettich, weil der das zarte Aroma der Forellen überdeckt hätte. Auch geräuchert waren die Forellen ein Hochgenuss!

Wenn das Gute so dicht vor der Haustür zu kriegen ist, braucht man wirklich keine Forellen aus Dänemark oder sonstwo zu importieren. Ich bin immer wieder begeistert, in was für einer wunderbar reichen Gegend wie hier leben – vom Rheingau-Wein ganz zu schweigen :)

Was wächst, schwimmt und gedeiht in Eurer Region? Habt Ihr ein Lieblingsprodukt, das quasi aus Eurem Vorgarten stammt?

Nach einer kleinen Pause geht es nächsten Monat übrigens wieder weiter mit dem Süßwasserfisch-Event von Peggy auf Multikulinarisches. Perfekt für unsere hessischen Forellchen.

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Indisch wie in Indien

Ihr habt’s schon gemerkt:  Diese Woche gibt’s nur (Blog-)Häppchen. Deswegen auch nur auf die Schnelle ein Restaurant-Tipp für alle Frankfurter und Rhein-Main-Bewohner:

Inder

Die Kette “Saravanaa Bhavan” gibt es jetzt auch in Deutschland. Genauer gesagt: In der Kaiserstraße 66 im buntesten Teil Frankfurts, dem Bahnhofsviertel.

Indien-Reisende K. und ich waren angetan: Sehr authentische, ausschließlich vegetarische Gerichte, die man nicht bei jedem “Inder um die Ecke” findet. Dort gibt es meist die Standards der nordindischen Küche und all die europäisierten Versionen von Chicken Vindaloo, Rogan Josh und Palak Paneer.

Im SB dagegen Dosas in allen Variationen (aus Reis-, Weizen-, Linsen- oder Kichererbsenmehl, mit würziger Kartoffelfüllung oder Gemüse), Idly-Bällchen (aus Reis- und Linsen, serviert mit Chutneys), Sooji (gebratener Grieß mit Gewürzen und Gemüse), Vada (Linsendonuts, serviert mit Saucen und Chutneys), Biryanis (Reisgerichte mit Gemüse und Gewürzen) und vieles mehr. Die komplette Karte ist sogar online.

Wir haben uns zur Vorspeise Sooji geteilt – sehr würzig, mit frischen Curryblättern, Pickles, Raita und Chutney – das einfach herrlich geschmeckt hat und sehr sättigend war.

Danach gab es zwei verschiedene Dosas, die aus unterschiedlichem Mehl gemacht waren und somit auch trotz ähnlicher Kartoffel-Gewürze-Zwiebel-Füllung komplett unterschiedlich schmeckten.

Wer mal essen will wie in Indien und mal fernab der Standards neugierig auf die südindische Küche ist, sollte das Saravanaa Bhavan ruhig mal ausprobieren. Authentischer habe ich seltener in Deutschland indische Küche genossen…

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Ihr habt mir zum dritten Bloggeburtstag so viele wunderbare Dinge in die Kommentare geschrieben. Ich war sehr gerührt und habe mich über jeden einzelnen Beitrag sehr gefreut! DANKE!

Es gab aber trotz allem “Bleib, wie Du bist!” auch einige Anregungen. Etwa von Stefanie vom Blog Genusssucht: Mehr Weintipps, mehr Lokalkolorit. Könnt Ihr haben :)

Ich hab’ da auch gleich was für Euch. Ihr erratet es nie:

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Nein, diese Terrasse liegt nicht auf den Hügeln vor Florenz. Und Ihr könnt Euch noch so anstrengen – die Kuppel des Doms von Siena werdet Ihr am Horizont auch nicht entdecken.

Ein klein bisschen weiter rechts, unten im Tal fließen auch weder Arno noch Tiber, sondern das gute alte Väterchen Rhein.

Und statt 8 Stunden Fahrt und  langen Wartezeiten am Brenner brauchen wir auf dem Weg zu dieser Terrasse von uns aus keine 10 Minuten.

Das nenne ich Glück! Oder besser: Weingut Höhn.

Durch einen Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sind wir auf das Weingut in der Nachbarschaft aufmerksam geworden. Denn vermutet hätten wir im Neubaugebiet auf dem Wiesbadener Freudenberg alles nur keine Gutsschänke!

Mittwoch bis Sonntag (und an Feiertagen) von 16 bis 24 Uhr kann man hier herzhaft regional essen (der Spundekäs’ ist hausgemacht und einer der besten in der Region!) und natürlich auch die hauseigenen Weine genießen. Erst vor zehn Jahren sind die Höhns auf den Freudenberg gezogen. Deswegen ist die Gutsschänke auch erfrischend modern, offen, mediterran eingerichtet und weniger piefig, holzgetäfelt als viele andere im Rheingau. (Kann da bitte mal frischer Wind durch’s Mittelrheintal fegen?)

Wer “nur” Weine verkosten und einkaufen möchte, kann das in der Vinothek Montag bis Freitag zwischen 17 und 19 Uhr, oder samstags zwischen 10 und 14 Uhr.

Seit 2010 ist das Weingut Mitglied de rUmweltallianz Hessen und nach EcoStep zertifiziert.

Was uns besonders gefallen hat (außer dem Blick! Hatte ich den schon erwähnt?), war die Bandbreite der Weine: Zwar gibt es natürlich (!) Riesling und Spätburgunder. Die Familie Höhn baut aber auch – untypisch für den Rheingau – Chardonnay und Sauvignon Blanc an, unsere absolute Lieblingstraube!

Angebaut in der Weinlage Schiersteiner Hölle, kann der Sauvignon Blanc locker mit seinen Brüdern und Schwestern aus Frankreich mithalten. Er ist vielleicht weniger stachelbeerig und ist etwas weicher in der Säure. Aber dafür, dass er quasi aus unserem Vorgarten stammt und nicht von der Loire, hat er uns ausgezeichnet geschmeckt (Flasche je 6,50€).

Eine Flasche Weißburgunder wartet noch darauf geöffnet zu werden. Aber vielleicht verkoste ich auch erstmal ein Glas davon vor Ort bei einer Portion Spundekäs’ – und genieße den Blick, während ich die Wochen bis zum nächsten Toskana-Urlaub zähle…

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Frage Foto Freitag

Ich danke Euch für all die lieben Glückwünsche zum gestrigen 3. Bloggeburtstag und das viele positive Feedback. Ich bin noch ganz gerührt und nachdenklich… Deshalb gibts erst nächste Woche wieder was zum Essen. Heute gehört der Post wieder Steffi vom wunderbaren Ohhh…Mhhh…Blog , die jede Woche zum Frage-Foto-Freitag einlädt. Und ich bin wieder dabei.

Folgende Fragen hat sie uns diesmal gestellt:

1.) Ich liebe…

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…den Blick auf die Frankfurter Skyline. Jeden Morgen und jeden Abend. Idealerweise wie hier vom Sachsenhäuser Ufer aus. Denn dann spiegeln sich die Skyscraper so schön im Main. Hach! *homecoming*
2.) Ich bin dankbar für…
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…die Erinnerungen an Indien, die mich immer noch umtreiben. Wenn ich mich arg über etwas aufrege oder ärgere, relativieren die Gedanken an Dinge, die wir dort gesehen haben, dann doch wieder Vieles.

3.) Ich wünschte…
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…ich könnte noch einmal mit den Menschen sprechen, die nicht mehr bei uns sind.

4.) Ich brauche…
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…bald mal wieder einen Toskana-Urlaub. Oder vielleicht doch lieber Nordsee? Oder eine Flußfahrt auf der Loire? Jedenfalls muss eine Woche im Herbst noch drinhängen, hoffe ich.
5.) Ich werde jetzt…

…den besten Ehemann der Welt knutschen, den ich liebe, für den ich dankbar bin und den ich sowieso immer brauche! Und damit ist die Liebe eigentlich die Antwort auf alle Fragen :) (sie lässt sich nur so schlecht fotografieren…)

Sorry für das Durcheinander mit den Schriftgrößen. Keine Ahnung, was DAS jetzt soll…

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Das neue Jahr ist schon vier Tage alt, die erste (kurze) Arbeitswoche liegt hinter uns – Zeit für einen Drink!

Oder wie ich es nenne: Old Fashioned o’clock!

Der Old Fashioned ist so ungefähr das Gegenteil von bunten Mädchendrinks wie Pina Colada, Swimmingpool oder Flying Kangaroo, die mich immer an die Dorfdiscos der frühen 90er erinnern (aka Stadtdiscos der späten 80er).

Der Old Fashioned hat nämlich Stil. Er braucht kein Cocktailschirmchen, keinen Shaker, keine bunten Liköre. Er ist quasi der Manschettenknopf unter den Drinks…

Obwohl schon über 100 Jahre alt, verbinde ich den Old Fashioned mit dem Stil der 50er und 60er Jahre. So wie Gregory Peck auf dem Umschlag dieses neuen Buches hier:

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Apropos Stil: So wie Sean Connery so ungefähr in jedem Film:

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Der Old Fashioned jedenfalls stammt aus einer Zeit, in der Männer noch Hüte trugen, Frauen Handschuhe und Kinder “Sir” und “Ma’m” sagten. Ach ja, damals…

Old Fashioned

Seit dem Siegeszug der Serie Mad Men ist der zwischenzeitlich in Vergessenheit geratene Old Fashioned jedenfalls wieder “in”, trinkt Don Draper doch zu jeder Tageszeit gerne mal einen… (Ich denke ernsthaft darüber nach, ob ich mir so eine Bar nicht auch im Büro einrichten sollte. Aber das käme vielleicht nicht ganz so gut an…)

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Photo Credit: Frank Ockenfels 3/AMC

Weitere Einblicke in das Arbeiten in einer Agentur die Serie gibt es hier. (Ein Brüller ist übrigens die Büro-Runde auf dem John Deere-Rasenmäher (Namedropping gehört zu Mad Men wie der Angostura zum Old Fashioned!). Nix für zartbesaitete Gemüter sage ich Euch!)

Wer richtig in das Mad Men-Gefühl eintauchen will, kann sich auf der Seite MadMenYourself übrigens auch gleich selbst zu einer Figur aus den 60ern machen:

MadMen

…oder einfach mal eine zeitlang in einer PR-/Werbeagentur arbeiten. Meine Kollegin O. jedenfalls fühlt sich bei einigen Meetingszenen ebenso an Real-Life-Erfahrungen erinnert wie ich ;-)

Wie? Ihr habt immer noch nix im Glas?

Also, ich mag den Old Fashioned klassich und ganz ohne Gedöns (sprich: ohne Cocktailkirsche, Orangenschnitz, Sodawasser und ähnlichen Kram):

4 cl Whisky (Original ist Rye Whisky, es geht aber auch mit einem Bourbon oder einem milden Scotch)

2 ordentliche Spritzer Angostura

1 Würfelzucker (alternativ: 1 EL Zuckersirup oder 1 TL brauner Rohrzucker)

1 TL Wasser (um den Zucker aufzulösen. Wer Sirup nimmt, benötigt kein Wasser)

1 großer Schnitz Schale von der Bio-Zitrone

optional: 1 kleiner Spritzer Zitronensaft

Eiswürfel

Geht ohne viel Aufwand und ohne Shaker:

In einem kleinen Whisky-Glas, das man auch Old Fashioned-Glas nennt, löst Ihr den Zucker im Wasser auf (bei Sirup entfällt das Ganze!) und gebt die Angostura-Spritzer dazu. Eiswürfel dazu und Whisky drübergießen. Mit einem Barlöffel ordentlich umrühren und ggf. mit dem Zitronensaft abrunden. Mit der Zitronenschale garnieren und inklusive Löffel servieren!

Cheers!

Einen richtig guten Old Fashioned gibt es übrigens in der Bar manoamano auf der Taunusstraße in Wiesbaden.

Nett gemeint und recht amüsant war folgender Dialog bei meiner Bestellung eines Old Fashioned:

Barkeeper: “Echt jetzt? Haben Sie den schon mal getrunken?”

Ich: “Ja, schon. Und ich mag ihn sehr????”

Barkeeper: “Achso, naja, ich frage nur. Weil, ist ja eher nicht so der Ladies’ Drink!”.

Wer mich persönlich kennt, weiß jetzt, wo ungefähr sich meine rechte Augenbraue befand. Ich behaupte mal: Kurz vorm Haaransatz.

Aber die Bar ist klasse: Dunkel, chillige Musik, flotter Service und ordentlich gemixte Klassiker aus hochwertigen Zutaten sowie eine schöne Auswahl von extravaganteren Cocktails. Perfekt für den Ausklang eines harten Arbeitstages in der Agentur – auch ohne Don Draper!

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Erinnert Ihr Euch noch an den Sehnsuchts-Post ausm Mai? Dieses unbestimmte Gefühl, dass das Leben jenseits der Alpen ein bisschen leichter, luftiger, sonniger ist?

Im Oktober haben wir dieser Sehnsucht wieder nachgegeben und haben eine Woche in unserem Lieblingsweingut Poderi del Paradiso in der Toskana verbracht. Dort gibt es nicht nur den herrlichen Paterno II (und andere Köstlichkeiten), sondern auch ganz reizende Appartements, die perfekt geeignet sind für Selbstversorger, Gernekocher, Bistecca-Griller…

…Leseratten, Ruhesucher, Ausblickgenießer, Langschläfer, Weintrinker, Käseshopper, Weingut-Stopper, Romantische-Toskana-Örtchen-Spotter wie uns.

Im Herbst ist die Toskana ganz besonders herzergreifend schön. Vor allem, wenn die Tagestouristen wieder in ihren Bussen sitzen und San Gimignano fast ganz uns gehört.

Zwischen den Hügeln wabert morgens Dunst…

und abends der Nebel,…

…während tagsüber die Sonne noch mit voller Kraft auf letzte Trauben…

…und Oliven brennt, die im November geerntet und zu goldig-grünem Olivenöl verarbeitet werden.

Eine Silhouette und noch ein paar Motive, von denen ich nie genug bekomme:

Die Geschlechtertürme San Gimignanos im Dunst.

Da lohnt sich das frühe Aufstehen, wenn der Blick auf neblige Hügel trifft.

Hagebutten als hübsche rote Pünktchen in all dem Grün.

Romantik pur.

Zypressenalleen – so kitschig und so wunderschön…

Aber wir sind ja nicht nur zum Spaß in der Toskana! Der “Weinkeller” will befüllt werden, nachdem uns monatelang überhaupt nicht nach Rotwein war und der Bestand vor dem Umzug im letzten Jahr sowieso stark reduziert werden musste *hüstel*.

Neben einem umfangreichen Einkauf im Poderi del Paradiso haben wir beim Cruisen durch Weindörfchen und entlang der Chianti-Classico-Straße noch zwei für uns neue Weingüter entdeckt, die ehrlichen Wein (und hervorragende Öle!) herstellen und (noch) zu fairen Preisen verkaufen.

Die Fattoria “La Torre” (San Gimignano (Siena), Località “La Villa”) ist schon alleine deshalb einen Besuch wert, weil man über Schotterpisten durch Kieferwälder an Weinbergen entlang auf einen Hügel fährt, von dem aus man einen herrlichen Ausblick hat. Den Turm aus dem 10. Jahrhundert sieht man schon aus der Ferne. Das Weingut liegt wirklich weit ab vom Schuss und ist ohne Auto schwer erreichbar – aber man will ja die Weinkisten auch nicht nach Hause TRAGEN, oder?

Im Kellergewölbe aus Feldsteinen kann man alle Weine sowie das Olivenöl verkosten. Es gibt von Vernaccia über Chianti Colli Senesi bis hin zu Grappa viel zu probieren. Der einfachste Rotwein kostet 3,50€/Flasche, der Liter Olivenöl 12€.

Zwischen Castellina in Chianti und Poggibonsi liegt das Weingut La Croce der Fratelli Zari (einfach nur Brüder, keine Mönche!), das wir wirklich aus Zufall entdeckt haben. Denn hinter jeder Kurve steht quasi ein “Vendita diretta”-Schild, das einen dann über abenteuerliche Wege zu kleinsten oder großen Weingütern bringt.

In diesem Fall sahen wir das Schild nur noch im Rückspiegel, waren längst dran vorbeigefahren, legten einen abenteuerlichen U-Turn hin und fuhren einen steilen Feldweg hinunter. Draußen dann unromantisch Stahltanks und landwirtschaftliches Gerät – aber sowas hält den “Profi” ja nicht ab. Zumal schon allerhand Italiener mit Plastikkanistern und großen Korbflaschen (!) ihren Einkauf erledigten – ein absolutes Gütezeichen. Denn die heimische Bevölkerung kauft keinen Mistwein. Wer mir nicht glaubt, muss mal bei Mellini drauf warten, bis ein “echter” Italiener vorbeikommt…

Also: Rein in den Verkaufsraum, Weine getestet, mit gebrochenem Italienisch klar gemacht: Wir sind im Himmel! Dazu noch ein richtig grasig-scharfes Olivenöl und wir waren glücklich! Der einfache IGT Rosso kostet 3€/Flasche, der Chianti DOCG 3,50€/Fl. und der Chianti Classico DOCG Riserva “Fondamento” 8€/Fl.

Einen “Supertuscan” gibt es auch – blöd sind sie ja nicht, die Chianti-Classico-Weingüter. Der “Il Doccione” IGT Rosso (9€/Fl.) aus Sangiovese, Merlot und Cabernet reift 15  Monate im Barrique und schmeckt deutlich komplexer als die einfacheren Roten. Aber ein “Supertuscan” ist das deshalb noch lange nicht… Egal. Wein soll schmecken. Tut er. Und wenn er dann auch noch “entdeckt” wird und nicht in jedem Supermarkt im Regal steht, kommt er mit nach Deutschland.

Um die Kisten dann heil nach Hause zu bekommen, spielt der bEdW sein Lieblingsspiel: Weinkisten-Tetris. Natürlich nur echt mit der vom Smartphone abgespielten Musik. :)

Apropos Panta Rhei: Wer hätte je behauptet, es handele sich immer nur um Wasser, wenn von “alles fließt” die Rede ist?

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“Nun hebt das Jahr die Sense hoch
und mäht die Sommertage wie ein Bauer.
Wer sät, muß mähen.
Und wer mäht, muß säen.
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.”

So schreibt Erich Kästner in seinem Monatsgedicht “August”, an das ich mich in diesem heißen, faulen, taumeligen Monat oft erinnert habe. Und wie das Jahr die Sommertage gemäht hat! Mit Temperaturen bis zu 40 Grad hat die Jahreszeit noch mal versucht, ihre Ehre wieder herzustellen, nachdem Juni und Juli ja eher so lala waren.

In den August fällt auch die Rheingauer Weinwoche in Wiesbaden, das wir nun schon zum zweiten Mal in unserem Vorgaten quasi vor unserer Haustür miterleben durften. Ein gut gekühlter Weißwein im beschlagenen Glas, im Schatten sitzen und Freunde treffen – es hätte uns an unfreundlichere Orte verschlagen können, als wir vor einem Jahr umgezogen sind…

Hier präsentieren rund 100 Winzer aus der Weinregion Rheingau zehn Tage lang ihre Tropfen. Das Ganze findet friedlich, ohne viel Getöse und Ablenkung statt. Es gibt Live-Musik in verträglichem Rahmen, zum Essen unpretentiöse Klassiker wie Bratwurst, Spundekäs und Flammkuchen, aber weder Zuckerwatte noch Karussell oder Autoscooter.

Im letzten Jahr habe ich meinen bis heute favorisierten “Haussekt” kennengelernt: Einen wunderbar trockenen Riesling-Sekt vom Weingut Schönleber, der leider wegen alberner Urheberrechtsgeschichten nicht mehr “Hardliner” heißen darf, sondern jetzt als “2009 Riesling Extra Brut” daher kommt. Die krachige Frische bei gleichzeitig sehr angenehmer Säure ist aber auch unter neuem Namen der Hammer. Mehr dazu findet Ihr im Beitrag vom letzten Jahr.

Aber abgesehen vom Schönleber-Sekt bin ich bisher nicht so richtig warm geworden mit Riesling. Zu viel Säure, zu wenig ausgewogen – einfach nicht meins.

Umso besser, wenn man sich bei Winzerfesten aller Vorurteile entledigen kann, indem man die unfassbare Vielfalt der Region in kleinen Probierschlucken kennenlernt und somit den Horizont erweitert.

Nur so konnte ich nämlich auf den Riesling stoßen, den ich Euch im Rahmen der Weinrallye vorstellen möchte:

Der 2011er Riesling SCHIEFER “Projekt Terroir Hessen”, Lorcher Pfaffenwies (8,50€/Flasche) stammt vom Weingut Ottes aus Lorch am Rhein – also strenggenommen Mittelrheintal, einem Ausläufer des Rheingaus.

Dieser kleine aber nicht unwichtige Unterschied macht sich dann eben auch bemerkbar, wenn es um das Terroir geht. Im Mittelrheintal, vor allem aber in Lorch, sind die Weinberge sehr steil, der Boden besteht zu großen Teilen aus Schiefer. Beides sorgt für Sonneneinstrahlung am Tag und Wärmeabgabe in der Nacht. Auch ist hier der Rhein breit und behäbig, sorgt für Feuchtigkeit und gibt die gespeicherte Wärme ab.

Außerdem sorgt der Schiefer für einen deutlichen mineralischen Geschmack, den ich persönlich bei Weißweinen unwahrscheinlich mag, und der mir bei manchem Riesling oft fehlt. Zudem ist der “Pfaffenwies” weniger säurelastig und krachig zitronig.

Das Projekt Terroir Hessen ist eine Initiative der hessischen Weinbauverbände unter Leitung der Rheingauer Weinwerbung sowie der Forschungsanstalt Geisenheim. Angeschlossen sind zudem weitere Partner aus dem Gebiet Rheingau und Hessische Bergstraße. Mit der Initiative will man sich von dem globalisierten Massenwaren-Geschmack absetzen und die Eigenheiten der Region wieder stärker hervorheben. Ein Probiertpaket mit unterschiedlichen Weinen von verschiedenen Terroirs kann ebenfalls über die Website bestellt werden.

Zurück zu meinem Tipp: Die Qualität der Weine sorgt dafür, dass Ottes längst kein Geheimtipp mehr ist. “Feinschmecker” und “Gault Millau” haben längst ihre Empfehlungen ausgesprochen…

Laut Weingut werden 85% der produzierten Weine direkt an den Endverbraucher verkauft – ohne Umwege über den Handel. Wer möchte, muss sich also schon selbst auf den Weg nach Lorch machen. Dafür wird er dann aber auch belohnt mit einem herrlichen Blick auf den großen europäischen Strom, der sich durch das Unesco Welterbe Mittelrheintal nach Norden schiebt und währendessen dafür sorgt, dass so wunderbare Weine wachsen wie der Riesling von der Pfaffenwies.

Die Gutsschänke ist im Herbst 2012 übrigens vom 8.9.-28.10. geöffnet freitags ab 17 Uhr und Sa/So/Feiertag ab 15 Uhr.

Bis dahin genießt noch die letzten Augusttage – vielleicht mit einem gut gekühlten Riesling und etwas Erich Kästner?

Ein Erntewagen schwankt durchs Feld.
Im Garten riecht’s nach Minze und Kamille.
Man sieht die Hitze. Und man hört die Stille.
Wie klein ist heut die ganze Welt!
Wie groß und grenzenlos ist die Idylle …

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Recall the face of the poorest and weakest man you have seen, and ask yourself if this step you contemplate is going to be any use to him.” – Mahatma Gandhi

Eines der beeindruckendsten Erlebnisse während unserer Indien-Reise war der Besuch des Hauses, in dem Mahatma Gandhi die letzten Tage vor seiner Ermordung verbracht hat. Seine letzten Schritte sind heute auf dem Weg verewigt, den er gegangen ist, bevor er umgebracht wurde. Inmitten dem hektischen Delhi ist dieses Haus, der gepflegte Park und die friedliche Atmosphäre der Anlage ein Ort des Innehaltens und der Einkehr.

Im Haus befindet sich ein kleines Museum, das den Lebensweg, vor allem aber auch das Wirken von Gandhi nachzeichnet. Unter anderem fand ich dort das oben stehende Zitat, das mich seitdem nicht mehr los lässt.

Wie unwichtig wird das, worüber ich mich täglich so aufrege, von dem ich genervt bin oder was mir unüberwindbar scheint, sobald ich es in diese Relation setze.

Ich wünsche Euch allen einen schönen, erholsamen Feiertag beziehungsweise ein fantastisches langes Wochenende, falls Ihr Freitag auch frei habt. Vielleicht habt Ihr ja ein bisschen Muße zum Nachdenken, Abschalten, Lesen, Ins-Kino-Gehen, für Museumsbesuche oder durchquatschte Abende mit Freunden. Denn: Auch geistige Nahrung ist Nahrung.

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