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Archiv für die Kategorie ‘Wein’

Unter dem Motto “Die Grenze des guten Geschmacks” lädt der Wein-Blog Drunkenmonday zur Weinrallye #62.

Eine tolle Idee! Denn teuer kann ja jeder. Ich freue mich jedenfalls immer über Entdeckungen, die gut schmecken und auch noch finanziell vertretbar sind.

Deshalb also heute also ein einfacher Wein, der einem nicht übel nimmt, wenn man auch mal einen Sprizz oder eine Schorle aus ihm macht, der nicht erst auf Temperatur gebracht werden muss und auch nicht atmen braucht. Sonder ein gut gekühlter Weißer, den man direkt vom Kühlschrank aus der Flasche ins Glas gießt, der mit auf die Terrasse kommt, dem Koch als Küchenwein schmeckt, der auch mal im Topf landet (der Wein! nicht der Koch!) und der trotzdem Spaß macht und auch den Gästen schmeckt.

Voilà, Le Tapie Blanc 2012: ein Wein für 4,20 Euro von Jacques’ Weindepot:

wine

Der Tapie ist eigentlich IMMER in unserem Kühlschrank. Seit Jahren. Er ist gleichbleibend gut, leicht, macht keinen dicken Kopf und trifft alle o.g. Anforderungen.

Er besteht aus den Reben Colombard und Ugni Blanc, beides typische Gascogne-Sorten. Mit 11% Alkohol und wenig Säure ist er sehr bekömmlich – wichtig, falls es bei der Grillparty mal etwas mehr als nur eine Flache Tapie gibt… ;-)

Die Colombard-Traube war lange Zeit verachtet, weil sie als nicht sonderlich edel galt. Das lag u.a. daran, dass sie sehr ertragreich ist. Um aus dem hohen Ertrag aber auch Qualität zu machen, müssen die Winzer ihr Handwerk verstehen. Immer mehr Weinproduzenten in Frankreich oder auch in Kalifornien schätzen die Rebe heute aber vor allem für ihre Unkompliziertheit. Besonders die schlichten, frischen Landweine aus Südwest-Frankreich funktionieren gut mit Colombard.

Das Aroma von Le Tapie hat etwas von Grapefruit und Limette, ohne jedoch die Säure mitzubringen. Auch frisches Gras und Pfirsich kann man riechen und schmecken. Der Ugni Blanc, der übrigens in Italien Trebbiano heißt, sorgt für ein leichtes Quitten-Aroma. Extrem passend an langen Sommerabenden auf der Terrasse.

Allerdings verliert der Le Tapie auch schnell sein Aroma. Er eignet sich weder zum Lagern noch zum Aufheben. Am besten also frisch ins Glas und austrinken!

Cheers!

Günstige Weine müssen nicht schlecht oder minderwertig sein. Genausowenig sind teure Weine von bester Qualität. Und wichtig ist ohnehin, was schmeckt. Allerdings kann man natürlich mal einen Gedanken verschwenden, wieso Supermärkte Weine für 1,99 anbieten können, warum Weine vom Winzer mal viel, mal wenig kosten und was das alles mit Pflanzenschutzmitteln, Eichen-Schnipseln und Mindestlöhnen zu tun haben könnte. Dazu findet Ihr jetzt schon einige kluge Gedanken in den bisher erschienenen Beiträgen zur Weinrallye #62, die Drunkenmonday permanent aktualisiert. Lest doch mal rein.

Ältere Beiträge zu vergangenen Weinrallyes findet Ihr hier.

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Wenn uns der Lieblingsmetzger vor Ostern anbietet eine Milchlammkeule zurückzulegen, sagen wir natürlich nicht nein. Der weiß schon, wie er uns ködert…

Ostersonntag war sah das Ganze dann so aus:

So ein feiner Sonntagsbraten braucht natürlich etwas Zeit. Insgesamt 2,5 Stunden solltet Ihr Euch nehmen.

So geht’s: Etwa 1kg schwer Milchlammkeule einreiben mit

Olivenöl

Ras el Hanout

Prise Zimt

schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen

Prise Piment

Prise Kreuzkümmel

Salz

Dann in einem großen Bräter die Keule von allen Seiten anbraten und anschließend herausnehmen. Im gleichen Bräter nun Gemüse (grob gehackt) anbraten:

1 Karotte

1 Petersilienwurzel

2 Stangen Sellerie

vier kleine Tomaten

1 Zwiebel

4 Knoblauchzehen

Dann ca 1 EL Tomatenmark hinzugeben und ebenfalls mit anrösten. Jetzt ablöschen mit

400 ml Rinder- oder Lammfond (idealerweise selbstgemacht)

300 ml Rotwein (wir hatten einen kräftigen Chianti)

Keule wieder in den Bräter zum Gemüse legen. Mit Kräutern würzen:

Rosmarin

2 Lorbeerblätter

Thymian

Deckel auf den Bräter geben und bei 180 Grad Umluft zugedeckt mindestens eine Stunde garen. Anschließend noch mal eine halbe Stunde ohne Deckel unterm Grill braten. (Zeitangaben variieren sehr stark nach Dicke der Keule, Ofen usw.)

Währendessen das Grillgemüse vorbereiten:

10 kl Drilling-Kartoffeln (halbiert)

1 gelbe Paprika in Spalten geschnitten

1 Karotte in dicke Scheiben geschnitten

1 Zucchino ebenfalls in dicken Scheiben

10 braune Champignons

Zuerst die Kartoffeln auf ein Ofenblech legen und würzen mit:

Olivenöl

Thymian

Rosmarin

Meersalz

Pfeffer, frisch gemahlen.

Kartoffeln in den Backofen schieben und mind. 20 min garen. Anschließend das andere Gemüse – je nach Garzeit – hinzugeben (Karotten, Zucchino, Paprika, zum Schluss Champignons)

Wenn die Keule gar ist, aus dem Bräter heben, in Alufolie packen und ruhen lassen.

Währendessen die Sauce und das Gemüse aus dem Bräter durch ein Sieb drücken und in einem kleinen Topf auffangen. Die Sauce leise köchelnd einreduzieren lassen, abschmecken und gegebenenfalls noch etwas mit kalter Butter binden.

Fertig ist ein feines Sonntagsessen:

Die Lammkeule war butterzart, das Gemüse schön aromatisch – aber der Star war die Sauce! Gute Zutaten (Fond, Wein!) zahlen sich hier wirklich aus. Wir mussten die Sauce kaum noch würzen, sie kam fast perfekt aus dem Bräter!

Testen zu unserem Osteressen durften wir einen fränkischen Silvaner, nämlich den 2011 “Eigenart” von Max Müller I*:

Das feine Milchlamm war zart genug, um einen Weißwein nicht zu “übertünchen”. Dazu trugen aber auch die kräftigen Aromen des Silvaners bei: Neben getrockneten Aprikosen, einer feinen Holznote und einem Geruch nach trockenem Heu habe ich – tatsächlich?! – reife Bananen geschmeckt. Die Säure war zurückhaltend (damit habe ich es ja eh nicht so), dabei aber – dank der Muschelkalkböden des Anbaugebiets – sehr mineralisch und “krachig” trocken.

Auch wenn ich sonst Weißwein am liebsten richtig, richtig kalt trinke, lohnt es sich, den Silvaner atmen zu lassen und rechtzeitig (ca. 30 min vor dem Essen) aus dem Kühlschrank zu holen. Dann belohnt er mit intensivem Aroma und einem langen Nachhall.

Ein Wein, der uns zu unserem Lamm sehr gut geschmeckt hat. Vorstellen können wir ihn uns aber auch gut zu gegrilltem Huhn oder Fisch.

*Der “Eigenart” ist u.a. hier für 14,60€/Fl. erhältlich. Er wurde uns vom Weinversand www.weine.de zur Verfügung gestellt.

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Da bringt einem die wunderbare Ka. selbstgepflückten Bärlauch mit. Und die nicht minder wunderbare Luna lädt auch noch zum Event “We love Pizza” bei der wunderbarsten aller Zorras ein. Kinners, Ihr macht mich fertig.

Ich LIEBE doch Pizza und ich brauche DRINGEND FRÜHLING!

Also kombiniere ich beides miteinander und mache uns eine herrliche Bärlauch-Ziegenkäse-Pizza mit Parmaschinken:

Dazu habe ich am Vorabend einen ganz einfachen Hefeteig gemacht:

150 gr Weizenmehl 550

50 gr Roggenmehl 1370

10 gr frische Hefe

Prise Salz

Prise Zucker

175 ml lauwarmes Wasser

1,5 EL Olivenöl

Die Hefe im Wasser auflösen, zuckern. Mehl und Salz miteinander vermischen und in der Mitte eine Mulde bilden. Hefe-Wasser zugießen und nach und nach per Hand mit dem Mehl vermischen. Währendessen Öl unterheben. Zu einem glatten Teig verarbeiten und in einer verschlossenen Schüssel im Kühlschrank über Nacht gehen lassen.

Für den Bärlauch-Part:

15 Blätter Bärlauch

100 gr Ziegenfrischkäse (z.B. Buko)

100 gr Ricotta

Abrieb einer halben Bio-Zitrone

Pfeffer, frisch gemahlen

Meersalz

Olivenöl

Zitronensaft

Bärlauch fein hacken und mit den übrigen Zutaten vermischen. Im Idealfall auch über Nacht durchziehen lassen.

Außerdem:

Parmaschinken – 7 Scheiben für 2 Pizzen

Backofen inkl. Pizzastein auf 250 Grad Pizzastufe (Heißluft + Grill + Unterhitze) vorheizen. Gegangenen Teig aus dem Kühlschrank holen, halbieren und sehr dünn ausrollen. 2 EL Bärlauchpaste gut verteilen, Schinken obenauf legen.

Wenn der Backofen volle Lotte vorgeheizt ist, die Pizza in 4 min knusprig backen, aus dem Ofen holen und heiß servieren!

Der kalt gegangene Teig ist herrlich knusprig, ohne zu bröseln. Ich liebe einfach dünne, knusprige Pizzen.

Dazu hat uns ein leichter, nicht zu buttriger Chardonnay geschmeckt:

Diesen sehr frischen und gut gegen den knoblauchigen Bärlauch mithaltenden Wein haben wir in “unserem” Südafrikanischen Weinladen in der Wiesbadener Grabenstraße entdeckt. Ein schöner kleiner Nachbarschaftsladen, der uns bisher schon viele herrliche Südafrikaner empfohlen hat – gute Beratung, ein freundliches Wort und samstags die Gelegenheit zum Verkosten inklusive!

Do you love Pizza? We love Pizza!

Blog-Event LXXXVI - We ♥ Pizza (Einsendeschluss 15. April 2013)

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Heute hat übrigens Hans Christian Andersen Geburtstag.

(By Thora Hallager (1821-1884), via Wikimedia Commons)

Der große dänische Märchenerzähler und spitzzüngige Poet hat u.a.  Des Kaisers neue Kleider, Die Nachtigall oder  Die kleine Meerjungfrau verfasst, die mich schon als Kind zum Heulen gebracht hat. Und wenn ich heute mal den ganzen Tag in High Heels unterwegs war, erinnere ich mich immer an die kleine Nixe, die ihren schönen Schwanz für zwei Beine eingebüßt hat, dafür aber bei jedem Schritt Schmerzen wie durch Messerstiche aushalten musste. Welche Frau würde sich da nicht wiedererkennen?

Aber kennt Ihr auch das Märchen vom Tölpel-Hans?

Tölpel-Hans, der dritte und meistens verheimlichte Sohn eines Gutsherren, will – wie seine beiden Brüder auch – um die Hand der Königstochter anhalten. Auf seinem Weg dorthin (auf einem Ziegenbock reitend!) sammelt er allerhand Zeug am Wegesrand ein, bis er zum Schloss kommt. Dort ernten all die gut vorbereiteten Bewerber von der Königstochter nur ein “Der taugt nichts! Fort, hinaus mit ihm!”. Die Brüder des Tölpel-Hans, die über die Hitze im Palast lamentieren, verwirrt die Königstochter mit der Aussage “Jawohl, mein Vater brät heute aber auch junge Hähne!” Das wirft die gut vorbereiteten Bewerber völlig aus der Bahn. Was sollen sie nur auf so einen Nonsense antworten?

Beim unbedarften Tölpel-Hans läuft das Ganze fast schon surreal ab:

“Nun kam Tölpel-Hans dran. Er ritt auf dem Ziegenbock geradeswegs in den Saal hinein. “Na, das ist doch eine Mordshitze hier!”, sagte er. “Jawohl, ich brate aber auch junge Hähne!”, rief die Königstochter. “Ei, das ist schön”, erwiderte Tölpel-Hans, “dann kann ich ja gleich eine Krähe mitbraten?” “Mit dem größten Vergnügen”, antwortete die Königstochter; “aber hast du auch etwas, worin du sie braten kannst? Ich habe weder Topf noch Tiegel.” “Oh, das habe ich”, sagte Tölpel-Hans. “Hier ist mein Kochgeschirr”, und er zog den alten Holzschuh hervor und legte die Krähe hinein. “Das ist ja ein ganze Mahlzeit”, sagte die Königstochter, “aber wo nehmen wir die Brühe her?” “Die habe ich in der Tasche!”, rief Tölpel-Hans. ” Ich habe so viel mitgebracht, dass ich sogar noch etwas wegwerfen kann!” Und nun goss er etwas Schlamm aus der Tasche heraus. “Das gefällt mir”, sagte die Königstochter. “Du kannst wirklich reden und antworten, ich will dich also zum Manne haben! (…)”

Ist das nicht klasse? Schlagfertigkeit, Humor und Chuzpe werden belohnt – zumindest im Märchen. Die gelackten Strategen können sich ver***en: Fort, hinaus mit ihnen! Ach, wenn es doch nur im echten Leben auch so wäre!

Was im echten Leben tatsächlich so ist: Wann immer ein Brathendl im Ofen schmort, denke ich an “Mein Vater brät heut’ junge Hähne!”. Wahrscheinlich, weil das meine Mutter schon immer gesagt hat, wenn Hähnchenduft aus der Küche durch’s ganze Haus zog. Und auch unser alter Kater Nemo sitzt fasziniert vorm Backofen und guckt den Hähnchen beim Knusprigwerden zu. Gibt es etwas Besseres als Brathähnchenduft?

Einer der ersten – und vielleicht größten – Liebesbeweise des bEdW war, als er mir im Hofbräu-Biergarten am Wiener Platz in München ein riesiges Stück knusprigster Hendl-Haut abgegeben hat. So einen Mann MUSS man doch lieben, oder?

Und so haben wir neulich junge Hähne gebraten, bzw. ein halbes Hühnchen:

Die Marinade für das Hähnchen bestand aus folgenden Zutaten:

Olivenöl

Meersalz

Pfeffer

einem Spritzer Worcester Sauce

Ras el Hanout

Nachdem das Hähnchen ordentlich eingerieben wurde mit der Marinade. Haben wir es auf aufgeschnittene Zitronenscheiben, einige Knoblauchzehen und Schalotten gesetzt, damit es auch von unten Aroma abbekommt.

Gegart wird es dann im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen. Je nach Größe kann das ca. eine Stunde dauern. Ihr solltet das Hähnchen gut im Auge behalten. Gar ist es, wenn beim Anstechen nur noch klarer Saft austritt.

Dazu hat mir (der bEdW blieb bei Bier) ein Riesling von der Mosel geschmeckt:

Ich bin ja nicht so der Riesling-Fan, was an der Säure liegt, die ich oftmals einfach nicht vertrage, obwohl mir die Weine sehr gut schmecken. Glücklicherweise gibt es aber Riesling-Varianten, die mit weniger Säure daherkommen, eine schöne Mineralität (z.B. dank Schieferböden) mitbringen und trocken, spritzig das Beste aus der Region ins Glas bringen. Der Schiefer – Projekt Terroir Hessen-Riesling vom Weingut Ottes ist so eine Ausnahme, die mir köstlich schmeckt.

Und eben der – ebenfalls auf Schiefer gewachsene – 2011 URBAN Riesling* vom Weingut St. Urbanshof. Nik Weiß führt das Weingut in der 3. Generation und bringt auch gleich mal eine 10-Punkte-Philosophie mit: Terroir (Schiefer, my love!) dämmt die Säure, Riesling ist das A und O in der Region, auf Technik und Chemie zugunsten des traditionellen Handwerks verzichten, Wein benötigt Zeit….

Mir gefällt besonders gut, dass die sonnenverwöhnte Mosel und der Schiefer die Säure eindämmen, die mir sonst beim Riesling immer sehr zu schaffen macht. Dabei bleibt der URBAN trotzdem krachig-trocken und mit sehr angenehmen Fruchtaromen, beispielsweise Aprikose, die fast schon ein bisschen Chardonnay vorgaukeln. Mit “nur” 11,5% ist er auch deutlich weniger alkoholhaltig als andere neue Weißweine, die oft mit 13 oder 14% ordentlich in die Birne fahren.

Ein für mich persönlich sehr angenehme Riesling-Entdeckung, die perfekt zu Geflügel passt und auch mit den würzigen Aromen des Brathähnchens klarkommt.

*Der 2011 URBAN Riesling wurde mir freundlicherweise von Hawesko zum Test zur Verfügung gestellt. Dort ist er für 8,90€/Flasche erhältlich.

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Für die Februar-Weinrallye durfte ich diesmal Gastgeber sein. Mein Thema hieß “wiederentdeckt”. Damit habe ich Wein- und sonstige Blogger dazu aufgerufen, sich mal wieder einen Wein einzuschenken, den sie früher häufig getrunken, aber seit einiger Zeit ein bisschen vernachlässigt haben.

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Da ich nicht gerne dogmatisch bin bei Dingen, die mit Genuss und Spaß zu tun haben (und auch sonst nicht, hoffe ich doch…), hielt ich das Thema bewusst weit gefasst. Und so kamen spannende Geschichten, Erinnerungen, Wiederentdeckungen zusammen, die ich Euch hier noch mal gesammelt vorstellen möchte. Die Beiträge sind jeweils verlinkt:

Peter vom Institute of Drinks-Blog ist mit seinen 23 Jahren noch so jung, dass er nicht wirklich weit in die Vergangenheit schweifen kann, was seine Weinerfahrung anbelangt. Er hat sich einem Klassiker zugewandt: Chianti in der Korbflasche! Genau: Die, auf der immer die Tropfkerzen steckten. Früher.  Zum Schluss fragt er uns: Was trinken wohl künftige Generationen?

Christian von Schiller-Wine hat gleiche eine ganze WeinSTUBE wiederentdeckt: Das Weinhaus Bluhm in Mainz. Hurrah, das ist gar nicht weit von mir! Christians Beschreibung macht richtig Lust, dort mal vorbeizuschauen. Seit seinem ersten Besuch haben die Besitzer gewechselt. Heute ist das Weinhaus Bluhm eine berühmte Adresse unter Mainzern mit vielen Einheimischen, guten bodenständigen Gerichten und Weinen aus der Region, die es nicht überall gibt.

Thorsten, das T hinter T’s Weinblog, lässt uns daran teilhaben, wie er sich in Riesling verliebt hat. Seine Beschreibung macht richtig Lust auf’s Entkorken. Schade, dass das Weingut ihm nicht auf seine Frage geantwortet hat. Eine Erfahrung, die ich auch schon häufiger gemacht habe. Hier können Winzer wirklich noch ein bisschen was dazulernen. So rein marketingmäßig…

Eva, die Kochpoetin unter den Foodbloggern, hat “ihren” Wein auf einer Weltreise entdeckt! In Argentinien machte sie sich (erfolgreich!) auf die Suche nach einem Wein, den sie bereits in Deutschland entdeckt hatte. Mittlerweile in Hamburg angesiedelt, musste sie lange suchen, um den Malbec von Alta Vista noch mal zu bekommen. Und hat sofort Lust, wieder nach Argentinien zu reisen!

Torsten ist angeblich nicht sehr netzaffin. An der Weinrallye hat er aber glücklicherweise doch mitgemacht. Sonst wäre uns doch glatt sein wunderschöner Gänsehaut-Post durch die Lappen gegangen. Torsten nimmt uns mit auf eine Erinnerungsreise mit einem Bordeaux von 1993, einem eher schwachen Jahrgang. Lest einfach selbst diesen herrlichen Post. Das Wort “Riechtraum” nehme ich in jedem Fall in meinen Wortschatz auf :)

Cordula, die Super-Schoppen-Shopperin, ist nicht nur Wein- sondern auch Kinofan. Ihr Beitrag zur Weinrallye ist eine persönliche Variante von Will Smiths Action-Kracher “I am Legend”: Die Traube, die heute Uva del Fentini heißt, ist ein Nachkomme eines allerletzten Rebstocks, der die schreckliche Reblaus-Epidemie überlebt hat und fast 100 Jahre darauf warten musste “wiederentdeckt” zu werden. Ja, Weingeschichten können echte Thriller sein!

Thomas hat im Wein-Reich-Blog nicht nur einen Wein sondern gleich einen ganzen WeinBERG wiederentdeckt! In St. Goar, an der wild-romantischen Rheinschleife, war der Weinbau fast zum Erliegen gekommen. Drei Weingüter und ein Hobbywinzer haben es sich zur Aufgabe gemacht, die alten Weinberge wieder zu kultivieren. Wieviel harte Arbeit bar jeder Romantik dahinter steckt, lassen Thomas’ Fotos bestenfalls erahnen.

Nochmal Bordeaux. Diesmal von Peter. Er vergleicht seine Weinliebe mit einem ersten Kuss. Ist das nicht romantisch? Und dann erzählt er uns auch noch, dass er – fast vergessen! – noch einige Flaschen “seines” 96ers im Keller hat. Der Glückspilz! Längst liegen bedeutendere Namen in den Regalen. Aber beim “wiederentdeckt”-Event hat er sich noch mal eine Flasche aufgemacht und sich an den ersten Bordeaux-Kuss erinnert. Großartig.

Auch Susa von 180° wurde es romantisch um’s Herz. Nahm sie doch die Weinrallye zum Anlass, uns von ihrer ersten großen Liebe zu berichten! In den Elsass ging es. Zu Sauerkraut und Speckguglhupf tranken die zwei Turteltäubchen Edelzwicker. Wie der Mann, so verschwand auch der Edelzwicker aus ihrem Leben und sollte jetzt zur Weinrallye wiederentdeckt werden. Aber so einfach ist das nicht! Weit und breit kein Edelzwicker. Dafür ein Gewürztraminer aus Südtirol. Ich hoffe trotzdem sehr, liebe Susa, dass Du noch einen Edelzwicker findest. Ich würde gerne darüber lesen ;-)

Update:

Fast übersehen hätte ich den Beitrag von Bottles in a Box. Hier wurde tatsächlich der Klassiker Asti Spumante verkostet. Genau, das Zeug, das wir wohl alle als klebrig-süße Plörre aus den 80ern im Gedächtnis haben. Der Beitrag zeigt allerdings, dass auch jüngere Weintrinker noch den Asti im Kopf haben – in diesem Fall zur Party-Mucke aus den 90ern. Eine kleine Ehrenrettung ist gleich auch noch dabei: gut gekühlt im Sommer genossen, kann der Asti durchaus eine Daseinsberechtigung haben. Cheers!

Mein Beitrag handelte übrigens von südaustralischem Shiraz, den ich wiederentdeckt habe, der mich auch ein bissl wehmütig zurückblicken lässt und der jetzt wieder häufiger im Glas landen wird.

Ich danke noch mal allen Teilnehmern, dass sie ihre Geschichten mit uns geteilt haben. Ich habe jedenfalls sehr gerne jeden einzelnen Beitrag gelesen!

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Nachdem feststand, dass ich Gastgeber der Weinrallye #60 sein würde, ging das Rätselraten los. “Wiederentdeckt? Wer hat sich denn den Sch… äh… ok. Also, wiederentdeckt… hmmm.”

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Seitdem bin ich in meinem Kopf hin und her gewandert, habe Schubladen aufgezogen, Türen auf- und schnell wieder zugemacht. Aber so richtig kam ich nicht weiter. Also mal gaaaaaanz von vorne: Wann habe ich eigentlich angefangen Wein zu trinken?

Ich hatte das Abi in der Tasche, habe gejobbt und mir vom ersten so verdienten Geld in einem Hanauer (!!) Weinladen einen Gavi di Gavi und einen Pinot Grigio gekauft. An den Wein habe ich wenig Erinnerung… Ich fand mich wohl einfach sehr erwachsen mit meinem Weißwein unterm Arm.

Später dann im Studium in Frankfurt hab ich manchen Abend mit A. im Bockenheimer Weinkontor verbracht – weniger wegen des Weins als wegen der schummrig-intelektuellen-Frankfurter-Alt-68er-Atmosphäre. An den Wein habe ich wenig Erinnerung… Wir fanden uns wohl sehr erwachsen.

Gegen Ende des Studiums, während meiner Magisterarbeitsschreibphase, habe ich dann den frankophilen Exfreund kennengelernt. Ahnung von Wein hatte er mehr als ich, aber Geld hatten wir beide keines. Wein kam deshalb von Walmart oder anderen Supermärkten mit großem Weinregal. Gekauft habe ich nach Etikett (“Oh, eine schwarze Katze aufm Etikett! Den nehmen wir, ja?”). An den Wein habe ich… Ihr wisst schon… Wein war Attitüde. Wir waren ja so erwachsen. Und beim ersten Date bei ihm zu Hause habe ich erstmal 2 Weingläser geschrottet. :)

Dann kam der Umzug nach München. Alleine in der großen Stadt. Zur Untermiete. Volontärsgehalt. Ich fand alles groß, alles neu, alles aufregend – und ging abends nach der Arbeit eine Flasche Wein kaufen. Damals mochte ich rote, trockene, fruchtige Weine – richtige Fruchtbomben eben. Hatte ein Shiraz noch ein tolles Etikett, durfte er mit nach Hause.

Und natürlich lieber Shiraz statt Syrah. Denn aus der neuen Welt musste der Wein schon sein: Mehr Sonne = mehr Geschmack. So einfach war Weinkaufen damals.

Dann trat der beste Ehemann der Welt (bEdW) in mein Leben. Den Wein kauften wir beispielsweise in Schwabing beim Spanier am Kurfürstenplatz, brachten Weine aus dem Urlaub in der Toskana mit, zogen zurück nach Sendling, veranstalteten private Weinproben (Wine o’clock!), bekamen Weine von Freunden geschenkt und erweiterten kontinuierlich unseren (Wein)-Horizont. An all diese Weine habe ich viele und teilweise sehr gute Erinnerungen, manche davon sind sogar hier im Blog zu finden.

Auch mein Geschmack ist seitdem weitergewandert, ist “erwachsener” geworden. Dann gings in den Rheingau, wo wir unsere Winzer persönlich kennenlernten. Riesling aus dem Rheingau, Sauvignon Blanc aus Frankreich, Sangiovese aus der Toskana… Aber seit Ewigkeiten keinen Shiraz mehr.

(Dabei haben wir mit Capewine sogar einen süßen, kleinen südafrikanischen Weinladen in Fußnähe. Den stelle ich Euch aber bei anderer Gelegenheit vor.)

Jetzt wusste ich, was ich “wiederentdecken” wollte:

Ein Shiraz aus Australien – den gab es zumindest laut Blog-Archiv seit mindestens 2 Jahren und 7 Monaten nicht mehr bei uns! Dabei war der Bleasdale Bremerview Shiraz 2009 einer meiner Favoriten beim Sendlinger Jacques’ Weindepot.

Also am Geburtstagswochenende den Schraubverschluss aufgedreht und wiederentdeckt: Brombeeren, Kirschen, Pflaumen und Holznoten springen mich an. Und 1000 Erinnerungen an mein Untermiete-Zimmer, durchqualmte Nächte, Sex-and-the-City-Fernseh-Sessions. Wow, was für ein Flashback!

Der süd-australische Shiraz ist kein Leisetreter, keine Liebe auf den zweiten Schluck, sondern ein Campino-Brombeer-Bonbon, das man deshalb auch eher lutscht als trinkt. Darauf muss man Bock haben, dann ist der Bleasdale ein toller Wein zu Gegrilltem, zu Steak oder auch einer Pasta mit kräftiger Fleischsauce. Auch wenn mir heute etwas mehr Komplexität, Vielschichtigkeit lieber sind – die Erinnerung, die der Australier zurückbringt, darf ruhig noch ein bissl bleiben.

Ich freue mich über meinen “wiederentdeckten” Wein und werde jetzt öfter mal die australische Sonne ins Glas lassen, die Augen schließen und wissend schmunzelnd zurück an meine “Münchner Jahre” denken.

Aber jetzt seid Ihr dran: Welche Weine habt Ihr wiederentdeckt? Welche Erinnerungen sind Euch bei Geruch, Geschmack und Farbe in den Kopf geschossen? Ich freue mich auf Links zu Euren Blog-Beiträgen, die ich unter diesem Post in den Kommentaren sammle.

Wenn Ihr keinen eigenen Blog habt, aber gerne mitmachen möchtet, schreibt mir einfach eine Email (s. Impressum).

Die Zusammenfassung aller Beiträge findet Ihr dann in den nächsten Tagen bei mir im Blog!

Ach, und falls Ihr den Ohrwurm noch nicht bei der Headline hattet, dann vielleicht jetzt:

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Na, habt Ihr schon in Euren Kellern und Weinregalen gestöbert, seid Ihr bei Weinhändlern rumgelungert und habt in Erinnerungen gekramt?

Ich bin schon sehr gespannt, was Ihr mir am 28. Februar alles zu Euren wiederentdeckten Weinen erzählt.

Alle Infos rund um die Weinrallye, Spielregeln und Links gibt es hier.

Ran an die Korkenzieher und Prost!

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Einladung zur Weinrallye #60: Wiederentdeckt!

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Wenn man seinen Mund einfach nicht halten und unbedingt seinen Senf zu allem geben muss, kommt man zu einer Weinrallye-Gastgeberschaft wie die Jungfrau zum Kinde!

Für den Februar, der immerhin schon 3 Tage alt und insgesamt nur 28 Tage kurz ist, fehlte noch ein Weinrallye-Thema. Und mir kam spontan die Idee: “wiederentdeckt!”.

Was ich mir dabei gedacht habe? Das frage ich mich auch gerade. Also:

Es geht sicher nicht nur mir so: Ich hatte vor zehn oder fünf oder drei Jahren andere Weine im Glas als heute. Das liegt vielleicht an einem sich ändernden Geschmack, an neuen Bezugsquellen, erweitertem Weinwissen, an neuen Lieblingsgerichten, die neue Weine erfordern und so weiter. Auch kann ich mir heute eine andere Flasche Wein leisten als noch während des Studiums. Weinseminare, Urlaube, Winzerbekanntschaften, der Umzug in die Weinregion Rheingau haben meinen Horizont erweitert und dazu beigetragen, dass ich heute anders und anderes trinke als vor zehn oder fünf oder drei Jahren.

Aber deshalb war der Wein, den ich damals im Glas hatte, ja nicht schlecht. Ich habe ihn nur lange nicht getrunken oder einfach im Keller vergessen.

Ihr kennt das doch sicher: War der Retsina beim Griechen nicht vielleicht doch besser als sein Ruf? Was ist eigentlich mit dem Merlot, den Ihr so gerne im Frankreich-Urlaub getrunken habt, als die Kinder klein waren? Tun wir süßen Moselweinen Unrecht, wenn wir sie immer mit Bleikristallgläsern und Eiche-rustikal-Schrankwänden assoziieren? Wann habe ich eigentlich aufgehört Chardonnay zu mögen und warum?

Kramt für die Weinrallye #60 in der Vergangenheit – vielleicht wird ja ein Ex-Lieblingswein “wiederentdeckt”! Wäre das nicht schön?

Ihr fragt mich “Was, bitte, ist die Weinrallye und wie nehme ich teil?

Dann antworte ich Euch:

Die Weinrallye ist ein derzeit monatlich stattfindendes Blogevent. Jeweils ein anderes Blog bestimmt ein Thema und ruft die Blogosphäre dazu auf, zu diesem Thema einen Artikel zu verfassen. Sinn und Zweck einer Weinrallye ist einzig und alleine der Spass und die Motivation schöne Themen aufzuarbeiten.

Allgemeine Informationen und Logos findet man leicht auf den entsprechenden Seiten von Thomas Lippert beim Winzerblog .

Und so nehmt Ihr an der Weinrallye #60 teil:

- Verkostet einen Wein, der zum oben beschriebenen Thema passt.

- Verfasst einen Beitrag dazu in Eurem Blog. Ihr müsst dafür keine Weinexperten sein oder klug daher reden. Mitmachen kann wirklich jeder, der gerne Wein trinkt und sich zum Thema “wiederentdeckt” äußern möchte. Das geht ganz unpretentiös. Ältere Beiträge von mir zu vergangenen Weinrallyes findet Ihr übrigens hier.

- Veröffentlicht Euren Blog-Beitrag direkt und nur am 28. Februar bis spätestens Mitternacht (Nachzügler werden schon auch noch beachtet! Aber bitte nicht früher posten!).

- Hinterlasst den Link zu Eurem Blogbeitrag als Kommentar in meinem Blog (z.B. unter diesem Artikel hier) und verlinkt in Eurem Blogpost auf diesen Beitrag. Ihr könnt mir – falls Ihr Euren Beitrag vorschreibt und den Veröffentlichungstermin automatisiert – Euren Link auch gerne schon früher mailen (s. Impressum). Ich werde ihn in jedem Fall berücksichtigen.

- Ihr könnt zusätzlich auch der Facebook-Gruppe Weinrallye beitreten und dort Euren Beitrag posten.

- Auf Twitter könnt Ihr dem Hashtag #weinrallye folgen oder ihn selbst für Euren Tweet nutzen.

- Wenn Ihr kein eigenes Blog habt, schreibt mir einen Kommentar oder eine Email (s. Impressum). Dann finden wir einen Weg, Euren Beitrag zu veröffentlichen. Vielleicht auf einer separaten Seite, die ich in meinem Blog einrichte. Don’t worry.

- Die Zusammenfassung aller pünktlich eingereichten Beiträge stelle ich dann Anfang März in meinem Blog online, damit Ihr alles noch mal nachlesen könnt.

- Auch das Logo zur Weinrallye könnt Ihr in Euren Post einbinden. Das ist aber keine Bedingung. Die Logos findet Ihr u.a. hier.

- Das Thema taugt Euch nicht und Ihr möchtet lieber an einer späteren Weinrallye teilnehmen? Dann schaut doch mal unter http://weinrallye.mixxt.de/

Ich freue mich darauf, was Ihr  Euren Erinnerungen und Euren Weinkellern zu Tage fördert!

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Als ich anfing bewusst Wein zu trinken, habe ich versucht herauszufinden, welchen Trauben ich relativ blind vertrauen kann. Das heißt: Was kann ich im Weinhandel, im Supermarkt, beim Winzer greifen, ohne komplett enttäuscht zu werden. Die Erkenntnis dauerte ein bisschen. Weinverkostungen, Weinproben, Weinseminare – natürlich geht Probieren über Studieren. Manch eine Flasche hat also dran glauben müssen, bis in mir die Erkenntnis gereift ist: Es gibt Trauben, die haben ein Stein im Brett bei mir (Sangiovese, Sauvignon Blanc, Cabernet Sauvignon) und solche, die es eher schwer haben (Merlot, Spätburgunder, Chardonnay).

Was für ein Spaß also, dass zur Weinrallye #58 von Thomas uns seinem Winzerblog eine Flasche 2011 Chardonnay “unfiltered” vom Weingut Peth-Wetz bei mir eintraf von Beate E. Wimmer vom Genussnetzwerk VINALIA.

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Beate gab mir den Tipp, den Chardonnay etwa eine Stunde atmen zu lassen und idealerweise zu hellem Fleisch, gerne mit Sauce, zu servieren. Am 2. Weihnachtsfeiertag war uns aber nicht mehr nach Kochen, weshalb in der Not der Wein auch ohne Essensbegleitung daher kommt. Wir waren extrem gespannt – wo wir doch beide eher skeptisch gegenüber Chardonnay sind.

Der Chardonnay hat eine tiefgelbe Farbe – fast schon harzig.

Chardonnay

Wahrlich kein Chardonnay-Fan habe ich selten einen so vielschichtigen, komplexen Weißwein getrunken, der mit jedem Schluck seinen Charakter verändert. Wir rochen Bananen und Vanille, schmeckten Röstaromen und Vanille, Melonen, Aprikosen. Dazu war der Chardonnay weniger “buttrig” als gewöhnlich, so dass er uns deutlich mehr begeisterte als gedacht. Das Barrique ist merklich und bleibt noch lange auf der Zunge. Sehr spannend, was sich da im Mund alles so abspielt!

Kein Wein zum schnellen Trinken oder als “Küchenwein” zum Kochen. Eher einer, der bewusst getrunken werden will und förmlich schreit nach einer Essensbegleitung. Aber weder hatten wir den empfohlenen Vitello Tonnato zur Hand noch die absolut perfekt passende Gänseleberterrine.

Also haben wir ihn mit verschiedenen Leckereien aus dem Kühlschrank ausprobiert:

Brot mit Salzbutter: eher weniger empfehlenswert.

Brot mit Kalbsleberwurst: ja, aber zu würzig. Gänseleber wäre süßlicher und somit passender!

Käse: süßlicher Blauschimmel passt, nicht zu cremiger Camembert auch. Ziegenfrischkäse geht gar nicht.

Der Gewinner heißt: Frischkäsepaste mit Mango und Chili vom Wiesbadener Wochenmarkt! Wer hätte das gedacht? Der kräftige, charakterstarke Chardonnay kann sowohl mit dem süßlichen Mangoaroma als auch mit der feinen Chilischärfe mithalten. Klasse!

Chardonnay aus Rheinhessen also. Hat unseren Horizont erweitert und wird definitiv nachgekauft. Denn er ist ein “perfect match” zu Lachs, Gegrilltem, Kalb oder Geflügel mit leichter Sahnesauce…

Das Weingut Peth-Wetz produziert erst seit zehn Jahren eigenen Wein. Und erst seit 1991 ist die Anpflanzung von Chardonnay überhaupt in der Region zugelassen. Dabei ist der kalkhaltige Boden rund um Bermersheim prädestiniert für die Traube, die vor allem im französischen Burgund aber auch in der “neuen Welt” (Kalifornien, Südafrika, Australien, Neuseeland) große Gewächse hervorbringt. Das junge Weingut verschreibt sich dem Motto “Dem Wein Zeit geben!” und setzt dabei auf das Entfernen doppelter Triebe und dem Entblättern der dichten Laubwand an den Rebstöcken, um für eine maximale Sonneneinstrahlung zu Sorgen. Dickere Schalen, abgehärtetere Trauben sind die Folge. Das ergibt mehr Sonne, mehr Alkohol, und – nach eigener Aussage – weniger Pflanzenschutzmittel.

Der 2011 Chardonnay unfiltered von Peth-Wetz hat 14,3 % Alkohol, was für einen besonders lustigen 2. Weihnachtstag gesorgt hat! Außerdem 5,4g/l Säure und 0,7g/l Restsüße. Unter anderem hier für 13,80€/Flasche erhältlich.

Herzlichen Dank an Beate von Vinalia für die Erweiterung meines Horizonts. Ich liebe es, wenn meine Vorurteile widerlegt werden! :)

Für die Weinrallye #58 hat sich Thomas vom Winzerblog was Besonderes ausgedacht, bevor er aufbricht zu neuen Ufern: eine “alkoholische Wichtel-Variante“! Was für eine tolle Idee! Denn es gab keinerlei Vorgaben, so dass heute sicherlich die unterschiedlichsten Weinverkostungsnotizen gepostet werden. Ich spreche sicherlich für die gesamte Community, wenn ich mich bei Thomas für sein Engagement bedanke und alles Gute für die Zukunft wünsche. Ich jedenfalls bin schon gespannt, wo er wieder auftaucht!

Im Wichtel-Austausch habe ich Dorothée von Bushcook’s Kitchen einen im letzten Toskana-Urlaub entdeckten und eigen-importierten Chianti “Il Doccione” vom Weingut La Croce der Fratelli Zari geschickt. Dazu habe ich hier zusammen mit einigen weiteren Toskana-Tipps und -Impressionen schon mal etwas geschrieben:

“Zwischen Castellina in Chianti und Poggibonsi liegt das Weingut La Croce der Fratelli Zari (…) Draußen dann unromantisch Stahltanks und landwirtschaftliches Gerät – aber sowas hält den “Profi” ja nicht ab. Zumal schon allerhand Italiener mit Plastikkanistern und großen Korbflaschen (!) ihren Einkauf erledigten – ein absolutes Gütezeichen. Denn die heimische Bevölkerung kauft keinen Mistwein. Wer mir nicht glaubt, muss mal bei Mellini drauf warten, bis ein “echter” Italiener vorbeikommt… Also: Rein in den Verkaufsraum, Weine getestet, mit gebrochenem Italienisch klar gemacht: Wir sind im Himmel! (…)

Einen “Supertuscan” gibt es auch – blöd sind sie ja nicht, die Chianti-Classico-Weingüter. Der “Il Doccione” IGT Rosso (9€/Fl.) aus Sangiovese, Merlot und Cabernet reift 15 Monate im Barrique und schmeckt deutlich komplexer als die einfacheren Roten.”

Der Il Doccione passt meiner Meinung nach wunderbar zu Pasta al Ragu, Ossobuco oder Wildschweinbraten – eben der typisch toskanischen Bauernküche. Da Dorothée eine hervorragende Köchin und Weinkennerin ist, bin ich gespannt, wie ihr der Wein gefallen hat. Ich warte jedenfalls nervös auf den Blog-Beitrag, der heute hier ab 12.30h veröffentlicht wird!

Euch allen wünschen der bEdW und ich einen guten Rutsch in ein glückliches Jahr 2013 und immer ein gutes Fläschchen Wein im Keller – dann kann auch im neuen Jahr eigentlich nichts schief gehen! Cheers!

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Achtung, jetzt kommt ein Skandinavisten-Witz: Knusperknusperknasa, wär knäcket an min wasa? (Erinnert sich noch jemand an Otto Waalkes, als er noch witzig war?)

Ich mag Knuspriges. Herzhaftes. Leckerschmeckeriges zum Wein. Oh Gott, ICH ESSE EINFACH GERNE!

Besonders gerne esse ich Flammkuchen zu Federweißem, Rauscher (das ist Apfelmost (aka Süßer), der schon anfängt zu britzeln bevor er zu Apfelwein wird) oder auch einem Glas Bier. Ich bin da nicht so festgelegt…

Heiß muss er sein, herzhaft, knusprig, dünn aber fein belegt. Und der Teig darf nicht am Gaumen kleben!

Was mich allerdings fertig macht, sind diese Fertig-Teigling-Dinger, die für unfassbar viel Geld auf Wein- und Straßenfesten angeboten werden: Flammkuchen fast ohne Belag für 8 Euro und mehr. Das ist Raubrittertum. Naja, passt ja zu all den Mittelaltermärkten. Örgs… Ich sag nur: “Gebt mir 3 Silberlinge für die Ofenkartoffel, holde Maid”. Da ist so viel Mittelalter drin wie Gebrüder Grimm in Disney’s Cinderella Schloss. Ach, lasst mich doch in Ruh!

Aber ich war ja beim Flammkuchen – sorry!

Teig und ich. Das ist eher so eine Hassliebe. Wie man hier und hier und hier nachlesen kann.

Aber wenn die herzallerliebste Juliane so ein einfaches Teigrezept verbloggt, traue ich mir das auch zu!

Ich habe mich beim Teig an Julianes Rezept gehalten und nur die Hefe durch Trockenhefe ersetzt und das Sonnenblumenöl durch Olivenöl.

Hier also die Zutaten für den oben abgebildeten Flammkuchen:

Für den Teig:

200g Mehl
1/2 Päckchen Trockenhefe
1/2 TL Salz
Eine Prise Zucker
1 EL Olivenöl

Für den Belag:

1 rote Zwiebel, in feine Ringe geschnitten

4 gehäufte EL Joghurt

1 EL Petersilie, fein gehackt

1 TL Schnittlauch, fein gehackt

Salz, Pfeffer

Gekochter Schinken

So geht’s:

Die Trockenhefe mit dem Mehl vermischen. Etwa 125 ml handwarmes Wasser zu gießen und mit dem Zucker sowie dem Salz vermischen. Jetzt das Öl zugeben und alles mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten. Die Teigkugel an einem nicht zugigen Ort abgedeckt eine halbe Stunde gehen lassen.

Den Backofen vorheizen. Wir haben einen Pizzastein, der perfekt ist für solche flachen Knusperteige. Für den muss der Backofen volle Pulle vorgeheizt sein. Inklusive Pizzastein. So bekommt man das volle Steinofenaroma. Juliane empfiehlt für den “normalen” Ofen 220 Grad und ein Backblech mit Backpapier. Ich kann aber die Anschaffung eines Pizzasteins nur empfehlen!

Den Teig noch mal zusammenschlagen und auf dem gemehlten Küchentisch sehr dünn ausrollen.

Den Joghurt mit den Kräutern vermischen, salzen, pfeffern und auf dem Teig verstreichen. Zwiebelringe daraufgeben, Schinken zerpflücken und drüberstreuen.

Den Flammkuchen auf dem Pizzastein etwa 5 Minuten backen, bis er Blasen wirft und Farbe bekommt. (Julianes “normaler” Ofen braucht ca. 20 min)

Fertig ist ein herrlicher Snack für Gäste, der sich auch gut vorbereiten und sogar – fertig belegt – einfrieren lässt. Eine Hälfte des Teigs hab ich übrigens auch eingefroren. Ich denke, den sollte ich bald mal verarbeiten. Wir hätten da noch ein bisschen Wein im Keller… ;-)

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