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Gibt es etwas Schöneres, als Gemüse aus heimischen Gärten geschenkt zu bekommen? Ich freue mich jedesmal sehr über Geschenke aus dem Garten. Vor allem über dicke, fette Rote Bete Knollen. Weil ich doch so ein Rote Bete-Fan geworden bin!

Die geschenkte Rote Bete war superfrisch, knackig, süß und fast obstartig frisch. Keine Spur vom “Wurzelmuff”, der der Bete manchmal anhaftet. Also sollte sie auch im Vordergrund stehen bei meinem schnellen Abendgericht, dem Rote-Bete-Feta-Auflauf:

rote bete

Ihr benötigt:

1 Rote Bete Knolle, geschält und in dünne Scheiben geschnitten

etwa 150 gr Feta

Olivenöl

Rosmarinsalz

Pfeffer frisch aus der Mühle

1 Scheibe Roggenbrot oder Fladenbrot

Zubehör: Eine kleine Auflaufform, Alufolie

Zubereitungszeit: 1 Std. (45 min Backzeit, 15 min Vorbereitung)

So geht’s:

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Etwas Olivenöl und Rosmarinsalz auf den Boden der Auflaufform geben. Rote Bete Scheiben schichten. Abschließend Olivenöl und Pfeffer darübergeben. Mit Alufolie abdecken und in den Backofen schieben. Nach 30 min herausnehmen, Feta darüberkrümeln und nun offen noch weitere 15 min im Backofen zuende backen.

Brot toasten und zusammen mit der Roten Bete servieren.

Ganz leicht, einfach und auch nach Feierabend noch unkompliziert zuzubereiten!

Das Gericht ist nicht nur vegetarisch und gesund – nein, es tut mit seiner schönen roten Farbe und dem herrlichen Duft aus dem Ofen auch der Seele gut, findet Ihr nicht? Deshalb ist das mein Beitrag zum Blog-Event “Vegetarisches Seelenfutter” bei PunktKommaText. Ich freue mich auf viele winterliche Rezepte!

Seelenfutter

 

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Ich liebe den Herbst nicht nur, wenn er “golden” ist. Ich mag auch die nebligen, nassen, dunklen Tage. Zeit, um innezuhalten, durchzuatmen, in sich hineinzuhören. Und endlich nicht mehr das Gefühl, man verpasse etwas, wenn man nicht draußen, nicht “unterwegs” ist. So sehr ich den Sommer liebe, habe ich doch immer das Gefühl, ihm nicht gerecht zu werden, wenn ich mich innen aufhalten oder einfach nur im Bett liegend ein Buch lese. Raus, raus muss man im Sommer. Leute treffen, die Nächte durchfeiern, zweimal täglich grillen, dabei braungebrannt und umwerfend aussehen und natürlich sowas von gut drauf sein. Wer arbeitet, hat ohnehin den Eindruck, den Sommer zu verpassen. Woher nehmen all die anderen die Zeit, schon um 15 Uhr für besetzte Seeufer und Eiscafés zu sorgen? Ständig dieses Gefühl etwas falsch zu machen…

Der November dagegen verzeiht Dir Deine blasse Haut, das mürrische Aussehen, den Wunsch früh schlafen zu gehen, Kinoabende. Ich liebe den Herbst nicht nur, wenn er “golden” ist.

Dabei haben wir noch nicht vom Essen geredet! Ja, klar. Es geht nichts über gartenfrische Tomaten und sonnenverwöhnte Kirschen. Könnt’ ich mich reinsetzen! Aber was da im Herbst alles Köstliches auf den Tisch kommt… Kinners, das kann sich doch sehen lassen! Ich bin ein großer Wirsing-Fan. Ich liebe Pilze. Und Sauerkraut liegt dem Hessen eh in der DNA. Ich liebe den Herbst nicht nur, wenn er “golden” ist…

Eine schöne Herbsttradition sind Zwiebelkuchen, die nach kalten Herbstspaziergängen auf einen warten. Und die auch am nächsten Tag noch köstlich schmecken:

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Meine Lieblingswochenzeitung “Die Zeit” weiß natürlich, dass so eine Zwiebeltarte im Französischen einen viel chiceren Namen hat: Pissaladière

Und aus dem ZEIT-Magazin stammt auch das Rezept, das mich zum Backen inspiriert hat.

Der Hefeteig hat in der beschriebenen Version nicht funktioniert. Heraus kam nach 2 Std Gehzeit ein gummiartiges “Mousepad”, das leider direkt in der Tonne landete. Also habe ich mich auf meinen Hefeteig zurückbesonnen:

1 Päckchen Trockenhefe mit 500 gr Weizenmehl in einer großen Schüssel miteinander vermischen. Langsam etwa 300 ml handwarmes (nicht zu warmes!) Wasser angießen und die Mehl-Hefe-Mischung langsam verkneten. Zuletzt etwas Öl und eine gute Prise Salz und eine kleine Prize Zucker hinzugeben. (Letzteres sorgt für eine hübsche Bräunung des Teigs!) Alles gut verkneten und in der Schüssel abgedeckt an einem zugfreien Ort etwa 1 Std. gehen lassen.

Währendessen 800 gr Zwiebeln schälen und in feine Streifen schneiden. Einen EL Butter in einem Topf erwärmen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise pikantem Paprikapulver würzen. Einige Blättchen Thymian und ein paar gehackte Rosmarinnadeln unterheben. Alles bei geschlossenem Deckel etwa eine halbe Stunde dünsten lassen. Wenn die Mischung zu flüssig wird (passiert bei sehr frischen Zwiebeln), einfach noch ohne Deckel etwas leise köcheln lassen.

Jetzt den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Idealerweise verwendet Ihr einen Pizzastein, der den Boden schön knusprig werden lässt. Ansonsten fettet Ihr ein Backblech ordentlich ein oder legt einen Bogen Backpapier auf das Blech.

Den Teig aus der Schüssel nehmen, zusammenschlagen und noch mal kneten. Weitere 15 min gehen lassen. Anschließend ausrollen und auf das Backblech legen oder auf den Holzschieber für den Pizzastein vorbereiten. Die Zwiebelmischung auf dem Teig verteilen. Dabei etwas Rand lassen.

Zuletzt 8 bis 10 abgetropfte Sardellen (die in Öl eingelegten oder die in Salzlake – diese dann aber bitte kurz abspülen!) und einige halbierte schwarze Oliven auf der Oberfläche verteilen.

Etwa 20 bis 30 min backen. Aus dem Backofen holen, etwas abkühlen lassen und lauwarm servieren!

Ich liebe den Herbst nicht nur, wenn er golden ist!

Blog-Event CIII - Quintessenz des Herbsts (Einsendeschluss 25. November 2014)

Die Pissaladière ist mein Beitrag für Cristinas Herbst-Event von Le von vivant, das sie bei Zorra ausrichtet. Ich bin gespannt, welche wunderbaren Herbstgerichte zusammenkommen.

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Der September war schon als Kind einer meiner Lieblingsmonate: Wir sind durch die Felder gestreift und haben  Pflaumen und Äpfel geklaut gepflückt, die Luft war noch warm, die Tage lang genug, um bis zum Abendessen draußen sein zu können und das neue Schuljahr war noch jung genug, um noch keinen Schrecken zu haben.

Ach, September. Auch heute liebe ich Dich noch! Warum? Erich Kästner hat es in seinem Gedicht “September” so herrlich zusammengefasst:

“(…) Das ist ein Abschied mit Gerüchen
aus einer fast vergessenen Welt.
Mus und Gelee kocht in den Küchen.
Kartoffelfeuer qualmt im Feld. (…)”

September heißt für mich: Zwetschgen Pflaumen Quetschekuchen! Was es mit dem besten Pflaumenkuchen der Welt auf sich hat und warum die Rechnung heißt “Oma: 3750 vs. Julia: 10″ lest Ihr hier.

Aber was wäre ein Klassiker, wenn man ihn nicht ab und an abwandeln würde?

Deshalb gab es ihn zur Feier der Pflaumen-, Kastanien- und Apfelsaison bei herrlichstem Spätsommerwetter mit gehackten Mandeln und Whisky-Sahne:

Processed with Rookie

Den Pflaumenkuchen habe ich wie immer gebacken (Rezept hier) und etwa 10 min vor Schluss einige grob gehackte Mandeln auf den Kuchen gegeben.

Für die Whisky-Sahne etwa 200ml Sahne, 1TL Puderzucker, 1 Prise Salz und 1cl Whisky mit dem Handquirl steif schlagen.

Am besten die Sahne zum noch lauwarmen Kuchen servieren!

Lauwarmer Pflaumenkuchen vom Blech, serviert in der Wohnküche meiner Oma, dazu Kaffee aus dem Blümchengeschirr – das ist eine meiner liebsten Kindheitserinnerungen.

Und nach denen fragte Sandra From Snugg’s Kitchen in ihrem Blog-Event “Kindheitserinnerungen”. Danke, Sandra, für den “Reminder”! Ich freue mich schon auf die Zusammenfassung des Events. Denn ich lese für mein Leben gern über Essen aus Kindertagen, das viele Foodblogger erst zum Kochen und Genießen (und Bloggen) gebracht hat! (So kam auch mein Kartoffelsalat-Event zustande!)

Kindheitserinnerungen

 

 

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Wer wie ich in einer Stadt zur Schule ging, deren Bevölkerung zu einem Fünftel aus Menschen mit Migrationshintergrund bestand (und besteht) und von denen wiederum die Mehrheit aus der Türkei stammt(e), der käme im Leben nicht auf die Idee, “Türkische Pizza” zu sagen, wenn er Lahmacun meint. Oder “Schiffchen” statt Pide, “Blätterteig-Zigarren” statt Börek. Meine Münchner Kollegen waren jedenfalls immer sehr beeindruckt, wenn ich in der Mittagspause beim Döner-Laden mein Mittagessen fließend bestellen konnte, ohne auf komische deutsche Bezeichnungen zurückzugreifen. Eine Jugend in Rhein-Main erweitert eben den Horizont!

Wie habe ich meine türkischstämmige Mitschülerin A. beneidet, weil sie auf Schulausflügen Lachmacun statt Salamibrot in der Brotdose dabei hatte. Hausgemacht, natürlich! Schade, dass ich damals noch keinen Gedanken daran verschwendete, mit das Rezept von ihrer Mutter geben zu lassen. Aber Foodblogs gab es in den Achtzigern halt noch nicht…

Jetzt wohne ich glücklicherweise wieder in einer Stadt mit sehr lebendiger türkischer (Gastro-)Kultur. Einer der besten Döner-Läden ist nur wenige Meter von unserer Haustür entfernt; die Straße mit türkischen Fisch- und Gemüseläden, Bäckereien, Restaurants und Supermärkten liegt direkt dahinter. Deswegen bekomme ich hier auch ohne Probleme all die feinen Zutaten, die es für köstliche Böreks braucht! Da wir von unserem Silvester-Buffet, an dem es auch Börek gab, noch Yufka-Teig-Blätter übrig hatten, habe ich mal geschaut, was das Gefrierfach sonst noch so hergibt.

Entstanden sind saftig-knusprige Börek mit einer Hackfleisch-Spinat-Füllung:

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Ich hatte noch 16 Yufka-Teigblätter für 8 Börek übrig. Dazu hatte ich folgende Zutaten im Vorratsschrank:

16 Yufka-Teig-Blätter

1 Ei

2 EL Naturjoghurt

2 EL Milch

1 EL Öl

250 gr Rinderhackfleisch (Lamm geht natürlich auch)

4 EL gehackter TK-Spinat

4 EL gehackte Petersilie

1 Knoblauchzehe, gequetscht

1 Schalotte, fein gehackt

50 gr Feta, gebröckelt

1 EL Harissa

1 EL Olivenöl

Salz

schwarzer Pfeffer

1 EL Ras el Hanout

schwarzer und weißer Sesam

Zubehör: Backblech und ein Bogen Backpapier, Backpinsel

Zubereitungszeit: 20 min Vorbereitung, 20 min backen

So geht’s:

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Aus dem Ei, Joghurt, dem Öl und der Milch eine Sauce anrühren, beiseite stellen. Schalotte und Knoblauch fein hacken. In etwas Öl anbraten. Ras el Hanout und Harissa anrösten. Hackfleisch darin anbraten. Spinat und Petersilie waschen und sehr fein hacken und ebenfalls kurz andünsten. Die Mischung dann in eine Schüssel geben und mit zerkrümeltem Feta vermengen. Mit Salz und Pfeffer würzen und gut miteinander vermischen. Jetzt die Yufka-Teigblätter aus der Packung nehmen. Je ein Blatt mit der Spitze zu Dir auf die Arbeitsfläche legen und mit der Ei-Milch-Sauce bestreichen. Ein zweites Blatt passend darauflegen. Etwa einen gehäuften EL der Hackfleischmasse auf die breite Seite des Dreiecks verteilen. Oben und an den Seiten etwas Platz lassen. Jetzt von oben in Deine Richtung einmal einschlagen und die beiden Ecken ebenfalls einschlagen. Diese Wurst dann in Deine Richtung einrollen, bis das Teigblatt komplett aufgewickelt ist. Jetzt auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und zum Schluss mit der Ei-Milch-Sauce bestreichen, den Sesam draufstreuen.

Wenn alle Börek gerollt sind, etwa 20 min im Backofen backen und gegen Ende noch mal den Grill einschlaten, damit die Röllchen schön knusprig werden. Sie lassen sich super vorbereiten und schmecken am nächsten Tag fast noch besser!

Wie das aber so ist mit Reste-Essen: Ich hatte zu wenig Yufka-Teig-Blätter und zu viel Füllung. Es waren also wieder Reste übrig. Was tun? Einfach (!) einen Pide-Teig aus der Hüfte schütteln und bewusst nur mit dem arbeiten, was im Vorratsschrank ist. Funktioniert sogar bei Teig-Legasthenikern wie mir!

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Für 2 Pide habe ich folgenden Teig zusammengerührt:

20 gr Butter

Weizenmehl

Rest der Ei-Joghut-Milch-Öl-Sauce

Salz

Ich habe von allem so viel genommen, dass ein geschmeidiger Teig entstand. Mengenangaben kann ich beim besten Willen nicht geben. Ist der Teig zu trocken, gebt noch etwas Milch oder Joghurt an den Teig. Ist er zu nass, einfach noch etwas Mehl nehmen.

Jetzt den Teig ausrollen zu zwei etwa kreisrunden Teigplatten. Den Rand so hochziehen oder aufrollen, dass ein “Schiffchen” entsteht, so wie auf dem Foto. Mit der Hackfleischmasse befüllen, den Rand noch mit etwas von der Ei-Mischung bestreichen und etwa 20 Minuten backen.

Frisch aus dem Backofen war das Pide saftig und köstlich. Als es kalt war, war mir der Teig etwas zu fest. Aber, hey, es war mein erster Freestyle-Teig EVER! Und all das ohne Einkaufen! Wer authentische türkische Kochrezepte sucht, sollte unbedingt die phantastische Seite Koch dich türkisch! bookmarken. Hier läuft einem schon beim Surfen das Wasser im Mund zusammen!

Weil sich Börek und Pide wunderbar vorbereiten und mitnehmen lassen, sind beide mein Beitrag zum Event “Lust auf Picknick” von Stephanie von Meine Küchenschlacht.

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In meiner Rubrik “Biergarten” findet Ihr übrigens noch viele weitere Rezepte, die sich gut vorbereiten und mit zum Picknick oder Biergarten-Besuch nehmen lassen! (Dazu einfach rechts in der Tag-Cloud auf den Begriff “Biergarten” klicken!)

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Ich könnte gerade mit vollen Händen auf den Wochenmärkten in Früchten, Beeren und Tomaten graben. Am liebsten würde ich mit dem Kopf in die Berge von Kirschen, Beeren, Früchten tauchen und nicht vor September wieder auftauchen.

Obst

Kirschen und Himbeeren esse ich am liebsten so aus der Schüssel. Wie früher – direkt vom Baum oder Strauch gepflückt haben die Früchte sonnenwarm am köstlichsten geschmeckt.

Nur Johannisbeeren esse ich lieber verarbeitet. Etwa in der Roten Grütze, dem kühlenden Nachtisch aus Dänemark. Oder in einem süßen Kuchen, der ordentlich was her macht, aber leicht gelingt:

Processed with Rookie

Zutaten für eine Tarteforme mit ca 26cm Durchmesser:

Für den Teig:

125 gr zimmerwarme Butter

70 gr Zucker

1 Ei

2 Eigelb

75 gr Weizenmehl

1 TL Backpulver

40 gr Speisestärke

40 gr Haferflocken

Für den Belag:

250 gr Johannisbeeren

3 Eiweiße

5 EL Zucker

Außerdem: Etwas Pflanzenöl oder Butter zum Fetten der Form

Zubehör: Eine Tarteform mit 26cm Durchmesser, Handrührgerät, Küchenmaschine mit Schneebesen, Teigschüssel

Zubereitungszeit: eine gute Stunde

So geht’s:

Johannisbeeren vom Stiel puhlen, waschen, abtropfen lassen. Tarteform fetten. Backofen auf 175 Grad vorheizen.

Butter und Zucker mit dem Handrührgerät schaumig schlagen. Ei und Eigelb hinzugeben und ebenfalls verquirlen. Mehl, Backpulver, Speisestärke und Haferflocken unterrühren. Den (recht zähen) Teig gleichmäßig in der Form verteilen und für etwa 25 min bei 175 Grad backen.

Kurz vor Ende der Backzeit das Eiweiß in der Küchenmaschine (oder per Hand – aber dann dauert es noch länger!) steif schlagen. Währendessen Zucker hinzugeben. Vorsichtig die Johannisbeeren unterheben.

Tarteform aus dem Backofen holen und die Schneemasse auf den noch warmen Boden gleichmäßig verteilen. Kuchen bei 175 Grad etwa 20 min zuende backen.

Processed with Rookie

Ein Kuchen wie aus einem Märchenbuch: Üppig, verführerisch und voller saftiger Früchtchen!

(Die Inspiration für den Kuchen stammt aus der TV-Sendung “Enie backt”, die bei SIXX läuft.)

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Belegte Brote sind mein Ding! Deshalb habe ich Euch auch das Buch “100 Butterbrote” hier ausführlich vorgestellt.

Wie versprochen wollte ich auch noch eines der Brotback-Rezepte ausprobieren, um zu testen, ob das Buch hält, was es verspricht. Denn die Rezepte klingen extrem einfach – ohne Brühstück, kalte Teigführung, Stockgare oder sonstige Fachbegriffe, die mich als Backlegastheniker immer eher verwirren als ermutigen.

Voila, das Sandwichtoastbrot:

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Ich habe am Rezept lediglich das Verhältnis von Zucker zu Salz etwas geändert, da ich mein Toast nicht so süßlich mag. Aber ansonsten habe ich mich zum korrekten Ausprobieren natürlich genau an das Rezept gehalten. (Original in Klammern in kursiv)

Für eine herkömmliche 26-cm-Kastenform benötigt Ihr folgende Zutaten:

125 ml lauwarmes Wasser

125 ml lauwarme Milch

1 Päckchen Trockenhefe

480 gr Weizenmehl

1 TL Zucker (2 EL)

1 EL Salz (1 TL)

55 gr weiche Butter

1/2 Messerspitze Backpulver (nicht im Original)

etwas Butter zum Fetten der Form

etwas Mehl zum Arbeiten

Zubehör: 26 cm Kastenform, Teigschüssel, Geschirrtuch

Zubereitungszeit: 30 min reine Zubereitung, 2 x 60 min zum Gehen, 35 min backen

So geht’s:

Wasser und Milch mischen und – falls die Milch aus dem Kühlschrank kommt – kurz auf lauwarme Temperatur erwärmen. Die Trockenhefe darin auflösen und quellen lassen.

Mehl mit dem Backpulver vermischen, in die Schüssel geben und eine kleine Mulde hineindrücken. Nun das Wasser-Mehl-Hefe-Gemisch in die Mitte geben und mit der Hand vom Rand weg immer etwas Mehl darunter kneten. Währendessen die Butter hinzugeben, salzen und zuckern. Sämtliche Zutaten so lange verkneten, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist und dann den Teig noch mal auf der leicht gemehlten Arbeitsplatte für einige Minuten kneten, um Luft an den Teig zu bringen.

Nun die Schüssel leicht mehlen, den Teig hineinsetzen und mit einem Geschirrtuch bedecken. Am besten im Backofen bei angeschaltetem Licht (ohne Temperatur!) eine Stunde gehen lassen.

Dann kurz zusammenschlagen, etwas kneten. Die Backform fetten und den Teig hineingeben. Teig so verteilen, dass er gleichmäßig in der Form sitzt.

Noch mal zudecken und eine weitere Stunde gehen lassen. Jetzt allerdings an einem anderen, nicht zugigen Ort, denn gegen ende der Gehzeit muss der Backofen auf 180 Grad vorgeheizt werden.

Das Brot nun bei 180 Grad etwa 35 Minuten backen. Gegen Ende kann noch mal die Grillfunktion zugeschaltet werden, falls das Brot nicht von selbst schon eine leichte Bräune hat wie dieses hier:

Sandwichtoast

Mein Fazit: Das Rezept ist übersichtlich und leicht nachbackbar. Einen Hinweis auf die Größe der Kastenform hätte ich mir gewünscht. Das gehört eigentlich dazu beim Backen. Oder bin nur ich da so unerfahren? Meine Messerspitze Backpulver wäre vermutlich nicht nötig gewesen, da der Teig sehr gut aufging und das Brot schön fluffig war.

Allerdings sieht es nicht aus wie industrielles Toastbrot, sondern eher wie ein Hefekuchen. Deshalb kann man – oder konnte ich bei meinem Brot! – auch keine dünnen Scheiben schneiden, weil die zerbröselt wären. (Etwas Olivenöl wie bei diesem Focaccia-Rezept hätte dem Teig vermutlich gut getan). Aber das tat dem wirklich guten Geschmack keinen Abbruch. Und haltbar war das Brot auch mehrere Tage (in ein Handtuch gewickelt und auf den Anschnitt gestellt).

Was mich allerdings nervt, ist, dass im Buch ziemlich eindeutig industrielles Toastbrot bei den Sandwich-Rezepten und auch beim Brot-Rezept selbst fotografiert wurde (Ihr erkennt das an den Rillen auf der Oberseite und der Form mit den “Öhrchen” an den Seiten!). Hatte hier die Autorin kein Vertrauen in ihre eigenen Rezepte? Oder keine Lust zum Backen? Jedenfalls war ich schon etwas sauer verwirrt, dass das Toastbrot nicht wirklich ein weiches Sandwichbrot ergeben hat, wie man es aus dem Supermarktregal kennt. Die Fotos suggerierten hier jedenfalls etwas anderes…

Trotzdem werde ich noch ein weiteres Brot aus dem Buch ausprobieren, da das Rezept insgesamt funktioniert hat und auch für Anfänger geeignet war.

 

 

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Ja, jeder hat es schon getan. Steph dachte tatsächlich, sie wäre die Letzte. Aber nein, ICH bin ein noch heftigerer Nachzügler. Und soll ich überhaupt darüber bloggen, wenn schon halb Bloggistan darüber geschrieben hat, was manche Blogger zunehmend nervt?

Ich sage: Ja. Das ist hier mein Turf. Und wer nicht lesen will, WIE blöd sich ein Backlegastheniker beim Backen anstellen kann, der surft einfach jetzt woanders hin. Aber glaubt nicht, Ihr könntet dem Topfbrot entkommen. Ha! Versucht das mal. Und womit? Mit Recht! Denn dieses Brot ist einfach zu köstlich und gelang – mit etwas Hysterie zwischendrin – sogar mir!

Ich konnte zwar lange ohne das Topfbrot klar kommen. Aber dann hat mich doch der Ehrgeiz gepackt. Und das Ergebnis war – nach Blut, Schweiß und Tränen – absolut köstlich:

Ich habe es in einer 22cm-Durchmesser-Cocotte von Le Creuset gebacken, in die etwa 3l hineinpassen. Wichtig dabei: Wenn der Topf einen Plastikgriff hat, muss der abgeschraubt und das Loch mit Alufolie verschlossen werden!!

Diesen Tipp – sowie das Rezept und die moralische Unterstützung – habe ich von Sandra, die virtuell maßgeblich am Gelingen des Brotes beteiligt war, obwohl sie im Wochenende weilte und sicherlich Besseres zu tun hatte, als meine Vollhonk-Fragen zu beantworten!

Ihr Rezept habe ich um 10% heruntergerechnet, da mein Topf kleiner ist als ihrer. 20% weniger wären auch ok gewesen, da wir ohnehin schon die Hälfte eingefroren haben, weil das Brot einfach RIESIG wurde. In Scheiben geschnitten eingefroren und dann langsam und im Gefrierbeutel wieder aufgetaut funktioniert das bestens und hat uns ein weiteres Wochenende selbstgebackenes Brot beschert!

Hier also die Zutaten für einen +3l Topf angelehnt an Sandras Rezept für ihr Landbrot:

1/3 TL TL Puderzucker
18 gr frische Hefe
675 gr Weizenmehl, Typ 1050
180 gr Roggenmehl, Typ 1150
475 ml Wasser
65 gr Sauerteig, flüssig (ich nehme den Zusatzstoff-freien aus dem Reformhaus im 75 gr Beutel)
1 EL Zuckerrübensaft
1 EL Butter, weich
2 gestrichene EL Salz

2 gehäufte TL Brotgewürz

Mehr Mehl für das Gärkörbchen

Zubehör: Ein Gußeisen-Topf mit Deckel, der absolut feuerfest sein muss (siehe oben), Küchenmaschine mit Knethaken, Teigschaber, eine kleine, eine große Rührschüssel, Gärkörbchen, Leinenhandtuch, Gefrierbeutel, gute Ofenhandschuhe

Zubereitungszeit: Wenn man sich nicht blöd anstellt, 4 Stunden. Sonst länger.

So geht’s:

Hefe und Puderzucker mit 25 ml lauwarmem Wasser in einer kleinen Schüssel vermischen, dabei die Hefe gut auflösen. Geht am besten mit den Fingern. Die kleine Schüssel in den Gefrierbeutel schieben und zudecken. Jetzt kann die Hefe ihre Arbeit beginnen und Bläschen werfen.

Jetzt jeweils die Hälfte der beiden Mehlsorten mit den restlichen 450 ml Wasser verrühren und abgedeckt stehen lassen – beides (Hefe und Mehlpampe) für mind. eine Stunde.

Jetzt 1) das restliche Mehl, 2) alle anderen Zutaten (Salz, Zuckerrübensirup, Butter, Sauerteig, Brotgewürz), 3) Wasser-Zucker-Hefe-Mischung in die Schüssel mit der 4) Wasser-Mehl-Pampe geben und in der Küchenmaschine mit dem Knethaken (!) 5 min auf niedriger, 10 min auf hoher Stufe kneten lassen.

(Warum ich das so detailliert beschreibe? Nun, weil ich a) statt dem Knethaken den “K-Haken” der Kenwood-Maschine genommen habe und b) beim Kneten plötzlich auf die Gefriertüte MIT der Wasser-Hefe-Zucker-Mischung geguckt habe und dachte: Oh! Das sollte doch jetzt eigentlich in der Schüssel sein, die hinter mir rödelt… (Natürlich habe ich nicht nur “Oh!” gedacht. Aber die Flüche kann ich leider nicht wiedergeben. Es war zu diesem Zeitpunkt übrigens ca. 23 Uhr. Ich fing also noch mal VON VORNE an und habe das fertige Brot (siehe oben) um halb zwei aus dem Ofen geholt! Nachts!)

Jedenfalls: Wenn Ihr alles richtig macht, knetet die Küchenmaschine jetzt schönen, schlotzigen Teig, der sich gut von der Schüsselwand löst. Diesen Teig abgedeckt insgesamt 45 min gehen lassen.

Nach 15 bzw. nach 30 min den Teig jeweils falten und zurück in die Schüssel geben, abdecken. Das Falten ist wichtig für das Auflockern der Krume. Nehmt Euch diese Zeit auf jeden Fall!

Danach den Teig rund wirken und mit Schluss nach unten in ein gut gemehltes (!!) Gärkörbchen geben. Zudecken und eine weitere Stunde gehen lassen.

Jetzt den Ofen auf 250 Grad vorheizen. Nach einer Viertelstunde den Topf samt Deckel hineinschieben und mit aufheizen. Das dauert ca. 45 min.

Topf aus dem Ofen nehmen (Achtung, bitte! Der Topf ist höllisch, höllisch heiß!) und den Deckel abheben. Jetzt das Brot kopfüber (Schluss liegt dann oben!) in den Topf werfen. (Mit Schmackes, bitte, sonst landet es sonstwo oder auf der Seite. Man kann das dann auch nicht mehr justieren. Und: Verbrennt Euch nicht!!!)

Deckel drauf (OFENHANDSCHUHE!) und in den Ofen schieben. Jetzt ca 50 min backen.

Topf herausnehmen, Deckel ablegen, Brot herausflutschen und abkühlen lassen.

Das Brot ist köstlich! Es hat eine krachige Kruste und eine lockere Krume – perfekt einfach nur mit Salzbutter. Aber auch mit Käse, Schinken oder Kastanienhonig eine Wucht!

Die lustige Topfform will ich Euch nicht vorenthalten:

Also, wenn sogar mir – abzüglich der schwachsinnigen Aktion mit Haken und Hefe-Mischung – so ein Hammerbrot gelingt, dann kann das JEDER! Probiert es doch mal aus – aber wahrscheinlich habt Ihr das ja längst und ich bin tatsächlich die aller, aller Letzte…

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