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Ich könnte gerade mit vollen Händen auf den Wochenmärkten in Früchten, Beeren und Tomaten graben. Am liebsten würde ich mit dem Kopf in die Berge von Kirschen, Beeren, Früchten tauchen und nicht vor September wieder auftauchen.

Obst

Kirschen und Himbeeren esse ich am liebsten so aus der Schüssel. Wie früher – direkt vom Baum oder Strauch gepflückt haben die Früchte sonnenwarm am köstlichsten geschmeckt.

Nur Johannisbeeren esse ich lieber verarbeitet. Etwa in der Roten Grütze, dem kühlenden Nachtisch aus Dänemark. Oder in einem süßen Kuchen, der ordentlich was her macht, aber leicht gelingt:

Processed with Rookie

Zutaten für eine Tarteforme mit ca 26cm Durchmesser:

Für den Teig:

125 gr zimmerwarme Butter

70 gr Zucker

1 Ei

2 Eigelb

75 gr Weizenmehl

1 TL Backpulver

40 gr Speisestärke

40 gr Haferflocken

Für den Belag:

250 gr Johannisbeeren

3 Eiweiße

5 EL Zucker

Außerdem: Etwas Pflanzenöl oder Butter zum Fetten der Form

Zubehör: Eine Tarteform mit 26cm Durchmesser, Handrührgerät, Küchenmaschine mit Schneebesen, Teigschüssel

Zubereitungszeit: eine gute Stunde

So geht’s:

Johannisbeeren vom Stiel puhlen, waschen, abtropfen lassen. Tarteform fetten. Backofen auf 175 Grad vorheizen.

Butter und Zucker mit dem Handrührgerät schaumig schlagen. Ei und Eigelb hinzugeben und ebenfalls verquirlen. Mehl, Backpulver, Speisestärke und Haferflocken unterrühren. Den (recht zähen) Teig gleichmäßig in der Form verteilen und für etwa 25 min bei 175 Grad backen.

Kurz vor Ende der Backzeit das Eiweiß in der Küchenmaschine (oder per Hand – aber dann dauert es noch länger!) steif schlagen. Währendessen Zucker hinzugeben. Vorsichtig die Johannisbeeren unterheben.

Tarteform aus dem Backofen holen und die Schneemasse auf den noch warmen Boden gleichmäßig verteilen. Kuchen bei 175 Grad etwa 20 min zuende backen.

Processed with Rookie

Ein Kuchen wie aus einem Märchenbuch: Üppig, verführerisch und voller saftiger Früchtchen!

(Die Inspiration für den Kuchen stammt aus der TV-Sendung “Enie backt”, die bei SIXX läuft.)

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Belegte Brote sind mein Ding! Deshalb habe ich Euch auch das Buch “100 Butterbrote” hier ausführlich vorgestellt.

Wie versprochen wollte ich auch noch eines der Brotback-Rezepte ausprobieren, um zu testen, ob das Buch hält, was es verspricht. Denn die Rezepte klingen extrem einfach – ohne Brühstück, kalte Teigführung, Stockgare oder sonstige Fachbegriffe, die mich als Backlegastheniker immer eher verwirren als ermutigen.

Voila, das Sandwichtoastbrot:

Sandwichtoast_aufgeschnitten

Ich habe am Rezept lediglich das Verhältnis von Zucker zu Salz etwas geändert, da ich mein Toast nicht so süßlich mag. Aber ansonsten habe ich mich zum korrekten Ausprobieren natürlich genau an das Rezept gehalten. (Original in Klammern in kursiv)

Für eine herkömmliche 26-cm-Kastenform benötigt Ihr folgende Zutaten:

125 ml lauwarmes Wasser

125 ml lauwarme Milch

1 Päckchen Trockenhefe

480 gr Weizenmehl

1 TL Zucker (2 EL)

1 EL Salz (1 TL)

55 gr weiche Butter

1/2 Messerspitze Backpulver (nicht im Original)

etwas Butter zum Fetten der Form

etwas Mehl zum Arbeiten

Zubehör: 26 cm Kastenform, Teigschüssel, Geschirrtuch

Zubereitungszeit: 30 min reine Zubereitung, 2 x 60 min zum Gehen, 35 min backen

So geht’s:

Wasser und Milch mischen und – falls die Milch aus dem Kühlschrank kommt – kurz auf lauwarme Temperatur erwärmen. Die Trockenhefe darin auflösen und quellen lassen.

Mehl mit dem Backpulver vermischen, in die Schüssel geben und eine kleine Mulde hineindrücken. Nun das Wasser-Mehl-Hefe-Gemisch in die Mitte geben und mit der Hand vom Rand weg immer etwas Mehl darunter kneten. Währendessen die Butter hinzugeben, salzen und zuckern. Sämtliche Zutaten so lange verkneten, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist und dann den Teig noch mal auf der leicht gemehlten Arbeitsplatte für einige Minuten kneten, um Luft an den Teig zu bringen.

Nun die Schüssel leicht mehlen, den Teig hineinsetzen und mit einem Geschirrtuch bedecken. Am besten im Backofen bei angeschaltetem Licht (ohne Temperatur!) eine Stunde gehen lassen.

Dann kurz zusammenschlagen, etwas kneten. Die Backform fetten und den Teig hineingeben. Teig so verteilen, dass er gleichmäßig in der Form sitzt.

Noch mal zudecken und eine weitere Stunde gehen lassen. Jetzt allerdings an einem anderen, nicht zugigen Ort, denn gegen ende der Gehzeit muss der Backofen auf 180 Grad vorgeheizt werden.

Das Brot nun bei 180 Grad etwa 35 Minuten backen. Gegen Ende kann noch mal die Grillfunktion zugeschaltet werden, falls das Brot nicht von selbst schon eine leichte Bräune hat wie dieses hier:

Sandwichtoast

Mein Fazit: Das Rezept ist übersichtlich und leicht nachbackbar. Einen Hinweis auf die Größe der Kastenform hätte ich mir gewünscht. Das gehört eigentlich dazu beim Backen. Oder bin nur ich da so unerfahren? Meine Messerspitze Backpulver wäre vermutlich nicht nötig gewesen, da der Teig sehr gut aufging und das Brot schön fluffig war.

Allerdings sieht es nicht aus wie industrielles Toastbrot, sondern eher wie ein Hefekuchen. Deshalb kann man – oder konnte ich bei meinem Brot! – auch keine dünnen Scheiben schneiden, weil die zerbröselt wären. (Etwas Olivenöl wie bei diesem Focaccia-Rezept hätte dem Teig vermutlich gut getan). Aber das tat dem wirklich guten Geschmack keinen Abbruch. Und haltbar war das Brot auch mehrere Tage (in ein Handtuch gewickelt und auf den Anschnitt gestellt).

Was mich allerdings nervt, ist, dass im Buch ziemlich eindeutig industrielles Toastbrot bei den Sandwich-Rezepten und auch beim Brot-Rezept selbst fotografiert wurde (Ihr erkennt das an den Rillen auf der Oberseite und der Form mit den “Öhrchen” an den Seiten!). Hatte hier die Autorin kein Vertrauen in ihre eigenen Rezepte? Oder keine Lust zum Backen? Jedenfalls war ich schon etwas sauer verwirrt, dass das Toastbrot nicht wirklich ein weiches Sandwichbrot ergeben hat, wie man es aus dem Supermarktregal kennt. Die Fotos suggerierten hier jedenfalls etwas anderes…

Trotzdem werde ich noch ein weiteres Brot aus dem Buch ausprobieren, da das Rezept insgesamt funktioniert hat und auch für Anfänger geeignet war.

 

 

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Ja, jeder hat es schon getan. Steph dachte tatsächlich, sie wäre die Letzte. Aber nein, ICH bin ein noch heftigerer Nachzügler. Und soll ich überhaupt darüber bloggen, wenn schon halb Bloggistan darüber geschrieben hat, was manche Blogger zunehmend nervt?

Ich sage: Ja. Das ist hier mein Turf. Und wer nicht lesen will, WIE blöd sich ein Backlegastheniker beim Backen anstellen kann, der surft einfach jetzt woanders hin. Aber glaubt nicht, Ihr könntet dem Topfbrot entkommen. Ha! Versucht das mal. Und womit? Mit Recht! Denn dieses Brot ist einfach zu köstlich und gelang – mit etwas Hysterie zwischendrin – sogar mir!

Ich konnte zwar lange ohne das Topfbrot klar kommen. Aber dann hat mich doch der Ehrgeiz gepackt. Und das Ergebnis war – nach Blut, Schweiß und Tränen – absolut köstlich:

Ich habe es in einer 22cm-Durchmesser-Cocotte von Le Creuset gebacken, in die etwa 3l hineinpassen. Wichtig dabei: Wenn der Topf einen Plastikgriff hat, muss der abgeschraubt und das Loch mit Alufolie verschlossen werden!!

Diesen Tipp – sowie das Rezept und die moralische Unterstützung – habe ich von Sandra, die virtuell maßgeblich am Gelingen des Brotes beteiligt war, obwohl sie im Wochenende weilte und sicherlich Besseres zu tun hatte, als meine Vollhonk-Fragen zu beantworten!

Ihr Rezept habe ich um 10% heruntergerechnet, da mein Topf kleiner ist als ihrer. 20% weniger wären auch ok gewesen, da wir ohnehin schon die Hälfte eingefroren haben, weil das Brot einfach RIESIG wurde. In Scheiben geschnitten eingefroren und dann langsam und im Gefrierbeutel wieder aufgetaut funktioniert das bestens und hat uns ein weiteres Wochenende selbstgebackenes Brot beschert!

Hier also die Zutaten für einen +3l Topf angelehnt an Sandras Rezept für ihr Landbrot:

1/3 TL TL Puderzucker
18 gr frische Hefe
675 gr Weizenmehl, Typ 1050
180 gr Roggenmehl, Typ 1150
475 ml Wasser
65 gr Sauerteig, flüssig (ich nehme den Zusatzstoff-freien aus dem Reformhaus im 75 gr Beutel)
1 EL Zuckerrübensaft
1 EL Butter, weich
2 gestrichene EL Salz

2 gehäufte TL Brotgewürz

Mehr Mehl für das Gärkörbchen

Zubehör: Ein Gußeisen-Topf mit Deckel, der absolut feuerfest sein muss (siehe oben), Küchenmaschine mit Knethaken, Teigschaber, eine kleine, eine große Rührschüssel, Gärkörbchen, Leinenhandtuch, Gefrierbeutel, gute Ofenhandschuhe

Zubereitungszeit: Wenn man sich nicht blöd anstellt, 4 Stunden. Sonst länger.

So geht’s:

Hefe und Puderzucker mit 25 ml lauwarmem Wasser in einer kleinen Schüssel vermischen, dabei die Hefe gut auflösen. Geht am besten mit den Fingern. Die kleine Schüssel in den Gefrierbeutel schieben und zudecken. Jetzt kann die Hefe ihre Arbeit beginnen und Bläschen werfen.

Jetzt jeweils die Hälfte der beiden Mehlsorten mit den restlichen 450 ml Wasser verrühren und abgedeckt stehen lassen – beides (Hefe und Mehlpampe) für mind. eine Stunde.

Jetzt 1) das restliche Mehl, 2) alle anderen Zutaten (Salz, Zuckerrübensirup, Butter, Sauerteig, Brotgewürz), 3) Wasser-Zucker-Hefe-Mischung in die Schüssel mit der 4) Wasser-Mehl-Pampe geben und in der Küchenmaschine mit dem Knethaken (!) 5 min auf niedriger, 10 min auf hoher Stufe kneten lassen.

(Warum ich das so detailliert beschreibe? Nun, weil ich a) statt dem Knethaken den “K-Haken” der Kenwood-Maschine genommen habe und b) beim Kneten plötzlich auf die Gefriertüte MIT der Wasser-Hefe-Zucker-Mischung geguckt habe und dachte: Oh! Das sollte doch jetzt eigentlich in der Schüssel sein, die hinter mir rödelt… (Natürlich habe ich nicht nur “Oh!” gedacht. Aber die Flüche kann ich leider nicht wiedergeben. Es war zu diesem Zeitpunkt übrigens ca. 23 Uhr. Ich fing also noch mal VON VORNE an und habe das fertige Brot (siehe oben) um halb zwei aus dem Ofen geholt! Nachts!)

Jedenfalls: Wenn Ihr alles richtig macht, knetet die Küchenmaschine jetzt schönen, schlotzigen Teig, der sich gut von der Schüsselwand löst. Diesen Teig abgedeckt insgesamt 45 min gehen lassen.

Nach 15 bzw. nach 30 min den Teig jeweils falten und zurück in die Schüssel geben, abdecken. Das Falten ist wichtig für das Auflockern der Krume. Nehmt Euch diese Zeit auf jeden Fall!

Danach den Teig rund wirken und mit Schluss nach unten in ein gut gemehltes (!!) Gärkörbchen geben. Zudecken und eine weitere Stunde gehen lassen.

Jetzt den Ofen auf 250 Grad vorheizen. Nach einer Viertelstunde den Topf samt Deckel hineinschieben und mit aufheizen. Das dauert ca. 45 min.

Topf aus dem Ofen nehmen (Achtung, bitte! Der Topf ist höllisch, höllisch heiß!) und den Deckel abheben. Jetzt das Brot kopfüber (Schluss liegt dann oben!) in den Topf werfen. (Mit Schmackes, bitte, sonst landet es sonstwo oder auf der Seite. Man kann das dann auch nicht mehr justieren. Und: Verbrennt Euch nicht!!!)

Deckel drauf (OFENHANDSCHUHE!) und in den Ofen schieben. Jetzt ca 50 min backen.

Topf herausnehmen, Deckel ablegen, Brot herausflutschen und abkühlen lassen.

Das Brot ist köstlich! Es hat eine krachige Kruste und eine lockere Krume – perfekt einfach nur mit Salzbutter. Aber auch mit Käse, Schinken oder Kastanienhonig eine Wucht!

Die lustige Topfform will ich Euch nicht vorenthalten:

Also, wenn sogar mir – abzüglich der schwachsinnigen Aktion mit Haken und Hefe-Mischung – so ein Hammerbrot gelingt, dann kann das JEDER! Probiert es doch mal aus – aber wahrscheinlich habt Ihr das ja längst und ich bin tatsächlich die aller, aller Letzte…

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Es gibt Zusammenstellungen, die lassen mir direkt schon bei dem Gedanken an sie das Wasser im Mund zusammenlaufen. Etwa Frischkäse und Honig. Tomaten und Schafskäse. Spinat und Lamm. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Ein absoluter Sabber-Trigger sind aber auch Speck und Zwiebeln, die gemeinsam in einer Pfanne angeschwitzt werden. Dazu brauche ich nur etwas frischen Pfeffer, frisch gekochte Spaghetti und schon bin ich im Himmel. Noch besser wird das Ganze dann natürlich mit Ei und Parmesan (aber ohne die Zwiebeln!). Schon sind wir bei der wunderbaren Carbonara des bEdW. (Aus den Anfangstagen des Blogs. Ich entschuldige mich ausdrücklich für dieses Foto! Aber welcher Irre, bitte, hampelt mit der Kamera herum, wenn er die bEdW-Carbonara aufm Teller hat??)

Schön ist es auch, wenn das Trio Speck, Zwiebeln, Pfanne die Vorbereitung für eine Tarte liefert.

Oder für würzig-herzhafte Muffins:

Käse_Speck_Lauch_Muffin

Das Rezept stammt aus der Januar/Februar 2014-Ausgabe der recht spießigen Zeitschrift “Meine gute Landküche”.

Ich habe das Rezept leicht angepasst.

Für 12 Muffinförmchen benötigt Ihr folgende Zutaten:

1 mittelgroße Stange Lauch

1 Zwiebel

1 Ei

200 gr Butter

150 gr Pancetta (oder anderen Speck)

8 EL Milch

frisch gemahlener Pfeffer

125 gr geriebener mittelalter Gouda oder Cheddar

250 gr Weizenmehl

1/2 TL Salz

1 Päckchen Backpulver

Küchenzubehör: 12 Muffinförmchen aus Papier oder Silikon. Ein Muffinblech sollte leicht eingefettet werden. Pfanne. Rührschüssel.

Zubereitungszeit: Vorbereitung ca. 20 min, backen ca. 20 min, auskühlen  10 min = etwa 50 min insgesamt.

So geht’s:

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Ein Blech auf die mittlere Schiene schieben und mit vorheizen.

Der harte grüne Teil vom Lauch und das Wurzelende abschneiden. Den Rest einmal längs halbieren und unter fließendem Wasser zwischen den Lamellen reinigen. In feine Ringe schneiden. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Petersilie waschen, trockenschütteln und ebenfalls fein hacken. Den Speck in kleine Würfelchen schneiden.

Speck in einer Pfanne auslassen. Lauch und Zwiebel hinzugeben und etwas andünsten. Mit Pfeffer würzen. Die Butter in einem Topf schmelzen und etwas abkühlen lassen.

Das Ei mit der Milch und der Butter verkleppern. Die Lauch-Zwiebel-Speck-Mischung sowie drei Viertel des Käses unterheben. Mehl, Salz und Backpulver miteinander vermischen und zusammen mit der Petersilie unter die Masse rühren.

Den Teig nun gleichmäßig auf die Muffinförmchen verteilen. Das restliche Viertel Käse obenauf bröseln.

Muffinförmchen auf das vorgeheizte Blech setzen und etwa 20 min backen lassen (Stäbchentest: bleibt nach der Backzeit noch Teig an einem Holzstäbchen hängen, das Ihr in den Teig piekst, brauchen die Muffins noch etwas Zeit).

Nach der Backzeit herausnehmen und etwa 10 Minuten auskühlen lassen.

Lauwarm schmecken die Muffing ebenso wie kalt. Sie halten sich (ausgekühlt und in einer Tupperbox verwahrt) 2-3 Tage.

Wir hatten die Muffins als Beilage zu einem Steak aus der Lammhüfte mit gewürfelten Champignons in einer Wein-Sahne-Sauce. Sie schmecken aber auch einzeln als Frühstück, als Snack zwischendurch oder abends zum Wein… Am besten macht ihr gleich 24 Muffins mit der doppelten Menge :)

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Das Schönste an dieser verrückten Foodblogger-Welt ist, wenn man die Menschen hinter den Blogs kennenlernen darf. Und so war auch klar wie Kloßbrühe, wem ich den ersten Gastblog-Post der Aktion “Übern Tellerrand” einräumen würde (einer Aktion, bei der Blogger ihren Lesern andere Blogs vorstellen).

Denn mein Aufruf hieß: Wer stellt meinen Lesern (und mir!) leichte, gut funktionierende Keks- und Plätzchenrezepte zur Verfügung für die Vorweihnachtszeit? Denn backen ist und bleibt einfach nichts meins. Trotz einiger schöner Erfolge, koch ich lieber vier Stunden lang aufwendige indische Menüs als dass ich auch nur eine Stunde mit Teig rumhampel.

Aber es gibt da draußen Menschen, die bekommen regelmäßig “Backflashs”! Und haben sogar so viele Cookie-Rezepte auf Halde, dass sie mir locker eines davon abgeben können. Unvorstellbar für mich! Dass ich die herzenswarme, liebenswerte Sandra vom Back- und Kochblog From Snuggs’ Kitchen persönlich bei Astrid kennenlernen durfte, war jedenfalls eines meiner Foodblogger-Highlights in 2013.

Sandra backt nicht nur grandiose Cookies, Kuchen, Brote und neuerdings sogar Donuts, sondern hat mir auch ihre Nudelmaschine vermacht. Sollte ich jemals einen Backflash in mir aufkommen spüren, werde ich direkt auf zu Snuggs’ Kitchen surfen und vielleicht den Nutella-Donut nachbacken oder Sandra um einen Brotback-Kurs anbetteln. Bis dahin versuche ich mich an diesen scheinbar einfachen Chocolate-Chip-Cookies nach Donna Hays… Irgendwann lern’ ich’s noch, Sandra!

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Donnas Chocolate-Chip-Cookies

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Das nächste Rezept aus dem Buch von Donna Hay “frisch und leicht”. Nach dem kleinen Süss-Schock beim Schokoladenkuchen habe ich direkt mal die Zuckermenge reduziert. Da auch Ahornsirup zum Süssen verwendet wird, habe ich etwas weniger Mehl verwendet, damit sich der Teig noch gut verbindet.

Zutaten:

300 gr Vollkornmehl (Weizen-); 45 gr Haferflocken (fein); 0,5 TL Backpulver; 75 gr Zucker; 75 ml Ahornsirup; 125 ml Pflanzenöl; 1 Ei; 1 TL Vanilleextrakt; 120 gr Schokolade (Zartbitter-Drops)

Zubereitung:

Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Die Schokolade hacken. Falls Ihr Drops verwendet, legt eine Handvoll davon auf die Seite, nicht mit in den Teig geben.

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einem glatten Teig verarbeiten, das dauert einen kleinen Moment. Aus der Masse nun Kugeln formen, per Hand oder mit dem Eisportionierer. Die Kugeln nun mit der Hand oder einem leicht bemehlten Glasboden etwas flach drücken. Sie laufen nicht viel auseinander, daher können einige Cookies aufs Blech. Wer Drops verwendet hat, verteilt nun die restlichen Drops auf den Cookies, das sieht wirklich hübsch aus.

Die Bleche nacheinander in den Ofen geben und für etwa 10-12 min. backen, je nach gewählter Größe auch etwas länger. Sie sind gut, wenn sie am Rand goldbraun werden. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen.

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Mehr über die Aktion “Übern Tellerrand” erfahrt Ihr hier. Hoffentlich entdecken Blogger und Blog-Leser auf diesem Weg viele neue interessante Seiten in den unendlichen Weiten des Internets. Ich freue mich jedenfalls auf weitere Plätzchenrezepte vor Weihnachten. Stay tuned!

übern Tellerrand

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Ach, Herbst, eigentlich ist es ganz schön mit Dir. Du bringst uns so viele tolle Sachen: Beeren, Nüsse, Pilze… Dazu ein Gläschen Wein und es ist eigentlich ganz kuschelig mit uns beiden.

Auf dem Wochenmarkt gibt es jetzt Pfifferlinge, Steinpilze, Kräuterseitlinge. Schaut doch mal, was es bei Euch so gibt. Oder sammelt Ihr vielleicht sogar selbst?

Ich habe jedenfalls etwa zwei Hände voll Pilze gemisch und gewürfelt. Dann mit feinen Frühlingszwiebelringen und gewürfeltem Schinkenspeck in etwas Butter angedünstet. Anschließend habe ich griechischen Joghurt mit etwas Kräuterfrischkäse glattgerührt, gesalzen, gepfeffert, zur Seite gestellt.

Vorher habe ich natürlich den Flammkuchenteig angesetzt nach diesem Rezept.

Dazu ein Gläschen Weißwein und das Herbstwochenende kann kaum noch schöner sein!

PS: Der Fladen schmeckt auch kalt am nächsten Tag noch zum Brunch. Vegetarier lassen den Schinkenspeck weg, müssen dann aber etwas mehr Salz an die Zwiebel-Pilz-Mischung geben.

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Ihr glaubt, Fashion und Food gehen nicht zusammen? Wer über Fashion bloggt, isst sowieso nur Popcorn ohne Fett und rümpft die Nase über kulinarische Genüsse? Dann kennt Ihr Frankfurt Fashion noch nicht. Hier gibt es nicht nur Stylishes aus der Welt der Mode, sondern auch viele Tipps für leckere Brunch-Locations oder Stadtteilmärkte – in Frankfurt und weit darüber hinaus.

Bloggerin Judith ist aber nicht nur stets chic gekleidet, sondern weiß auch genau, wie sie die Foodbloggerin bei der Ehre packt: “Waaaaas??? Ich dachte, bei Foodbloggern gibt’s ständig was Leckeres zu essen!!! Wann kriege ich denn mal ‘ne Kostprobe?”

Na super. Das lass ich ja wohl nicht auf mir sitzen! Was kann man also gut vorbereiten und am nächsten Tag mit ins Büro nehmen?

Richtig! Die Wunderwaffe des German Abendbrot: Ta-ta-ta-Tarte!

Für den Mürbeteig einfach 100 gr kalte Butter, 200 gr Mehl, 1 EI (M), 1/2 TL Salz vermengen. Ich habe diesmal noch einige getrocknete Kräuter der Provence mit eingeknetet.

Die Teigkugel in einen Gefrierbeutel geben, mit dem Nudelholz schon mal etwas auswalzen und kalt legen. Je flacher der Fladen, desto besser kühlt der Teig durch!

Für die vegetarische Zucchini-Tomaten-Tarte benötigt Ihr:

1 Zucchini

6 getrocknete Tomaten (ohne Öl!)

einige Zweige Thymian und Oregano

einige Nadeln Rosmarin

3 Frühlingszwiebeln

1 große Knoblauchzehe

3 Eier

2 große EL Creme fraiche

1 EL Kräuterfrischkäse oder Ziegenfrischkäse

100 gr reifen Manchego-Käse (alternativ: Parmesan oder Pecorino)

Salz, Pfeffer

1 EL Olivenöl

etwas Butter zum Fetten der Form

So lange dauert’s: 30 min Zubereitung, 30 min Backzeit

Das braucht’s: Tarteform, Nudelholz

So geht’s:

Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Frühlingszwiebeln in feine Scheiben schneiden, Knoblauch schälen und hacken. Olivenöl in einer kleinen Pfanne erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin anschwitzen – zur Seite stellen. Käse reiben. Kräuter fein hacken. Tomaten fein hacken. Zucchini grob schälen – also einige Streifen Schale dranlassen – und würfeln.

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit den Eiern, Creme fraiche und dem Frischkäse gut vermengen. Salzen (vorsichtig! Die Tomaten sind salzig!), pfeffern.

Die Tarteform mit Butter fetten. Teig aus dem Kühlschrank holen, Tüte aufschneiden, so dass der Teig unten noch auf der Gefriertüte liegt. Eine Lage Frischhaltefolie obenauf legen und jetzt den Teig zwischen den beiden Plastikschichten auswalzen. Frischhaltefolie herunterziehen, Teig unter der Gefriertüte auf die Hand nehmen und kopfüber in die Tarteform geben. Jetzt liegt die Gefriertüte oben, so dass Ihr wunderbar den Teig in die Form drücken und die Ränder hochziehen könnt. Ohne Gefriertüe reißt der Mürbeteig schnell. Teig mit einer Gabel einstechen.

Tartemasse auf den Teig geben, vorsichtig auf die mittlere Scheine des Backofens schieben und etwa eine halbe Stunde gar backen.

Ein Stück für den bEdW zur Seite stellen, Rest für die Kollegen einpacken und dann von 1 bis 10 zählen. Solange hat es ungefähr gedauert, bis nur noch Krümel übrig waren – und die Foodblogger-Ehre wieder herstellt ;-)

Aber wisst Ihr, was das Schönste ist an einer Tarte? Sie weckt unglaubliche Urlaubsgefühle – erst recht mit einem spritzen, gut gekühlten Glas Rosé oder Weißwein. Wenn dann noch der Sonnenuntergang so herrlich ist wie zuletzt über dem Rheingau…

sonnenuntergang

…dann ist ein Urlaub auf der Terrasse überhaupt keine II. Wahl sondern “best of breed”.

Deshalb ist die mediterrane Tarte auch mein Beitrag für Magentratzerls Event “Urlaub auf dem Teller”. Denn Urlaub beginnt im Kopf – mit einem guten Reiseführer, Bildbänden, einem Schluck Wein auf der Zunge oder eben einem herrlichen Stück Tarte im Bauch. Bis zum 11.9. können Foodblogger noch mitmachen. Ich bin gespannt, welch feine Urlaubsgerichte zusammengetragen werden!

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Willensstärke…58.000 nicht gerauchte Zigaretten...Jahr des Brotbackens und so… Weisste Bescheid, Schätzelein!

Das Buch “Brot” von Bernd Armbrust ist eine wahre Fundgrube für blutige Brotbackanfänger wie mich.

Zudem ruft Zorra zum Bread Baking Day #57 auf. Und erstmals fühle ich mich (back-)fit genug, um Ihr für Ihre Blogwarming-Party etwas Selbstgebackenes zum “Einzug” in das neue Blog-Zuhause mitzubringen. (Wer noch mitmachen möchte, kann das bis einschließlich 1. April tun!)

Besonders gut hat mir bei Bernd Armbrust das “Einfache Vollkornbrot” gefallen, das sich wirklich unkompliziert zubereiten lässt und viele Tage hält, ohne trocken oder fad zu werden. Im Gegenteil: längeres Lagern macht es noch aromatischer!

Einige kleine Abwandlungen habe ich aber natürlich – wie bei jedem Rezept – vorgenommen. Hier der Vollständigkeit halber meine Abweichungen:

Als Brotgewürz, das man auch für Sauerteigbrote und alle anderen herzhaften Brote verwenden kann, habe ich je 1/2 TL Fenchel- und Koriandersamen sowie Kümmelsamen und 1/2 Anisstern gemörsert. Ihr könnt aber auch Pfeffer oder Chili nehmen. Oder jedes andere Gewürz, das Ihr mögt – beispielsweise Kardamom.

Ich habe bei Bernd Armbrusts Brot die empfohlenen 100 gr Alfalfa- oder Linsensprossen weggelassen. Und auch die 90 gr Zuckerrübensirup fand ich am Ende too much. Hier würde ich beim nächsten Mal höchstens 60 gr nehmen. Roggen- und Weizenschrot habe ich komplett durch Weizenschrot ersetzt. Hiervon hatten wir noch so viel von unserem fluffigen Walnussbrot, dass ich mir nicht noch weiteres Schrot ins Haus holen wollte.

Hier also das Rezept in meiner minimal abgewandelten Form für eine ca. 35 cm Kastenform:

500 ml Buttermilch

60 gr Zuckerrübensirup

1,5 Würfel Hefe (entspricht etwa 60 gr)

250 gr Weizenschrot

250 gr Dinkelmehl (Type 630)

50 gr Leinsamen

50 gr Sesamsamen

75 gr Sonnenblumenkerne

2 TL Salz

1 TL Brotgewürz

1 TL Butter zum Einfetten

2 EL Haferflocken

Für die Zubereitung benötigt Ihr insgesamt etwa 3 Stunden Zeit. (Das gilt als schnell! Es gibt auch Brote, bei denen muss der Teig 15 Std. gehen)

So geht’s:

Buttermilch und Zuckerrübensirup lauwarm erwärmen und die Hefe darin auflösen. Schrot, Mehl, Leinsamen, Sesamsamen und Sonnenblumenkerne in einer großen Schüssel vermischen. Buttermilch-Zuckerrüben-Hefe-Mischung unterrühren. Salz und Brotgewürz hinzugeben. Alles gut verrühren und abgedeckt bei Zimmertemperatur für mindestens eine Stunde gehen lassen.

Backofen auf 220 Grad vorheizen. Dabei ein Backblech mit Wasser benetzen und ebenfalls mit erhitzen. Dadurch entsteht Wasserdampf, der dem Brot eine schöne Kruste gibt. Wer lieber mit der Sprühflasche Wassernebel in den Ofen sprüht, kann das natürlich auch tun.

Kastenform mit Butter fetten und mit den Haferflocken auskleiden. Das funktioniert am besten, indem man die Haferflocken in die gefettete Form gibt und dann hin und her rüttelt, bis die Seitenwände bedeckt sind.

Das Blech mit dem Wasser aus dem Ofen nehmen und die Kastenform auf das Rost auf mittlerer Schiene ca. 15 min backen. Dann auf 200 Grad herunterdrehen und etwa 1 Std und 15 min backen. Wird das Brot zu dunkel, mit Backpapier abdecken. Nach der Garzeit gut auskühlen lassen.

Das Brot schmeckt am besten, wenn man es einen Tag ziehen lässt. Es riecht aber so herrlich, dass das wirklich schwer fällt!

Laut Armbruster kann man es auch wunderbar einfrieren. Dafür nach dem Auftauen bei Zimmertemperatur einfach noch einmal für 10 min bei 180 Grad aufbacken. Wäre doch perfekt für das lange Osterwochenende, oder nicht?

Das Einfrieren lohnt sich, da die 1,25 kgr Brot sehr kompakt und sättigend sind. Wir haben locker eine Woche davon gegessen. Letzte Reste können auch für das “Besoffenes Eichhörnchen”-Dessert verwendet werden.

Bread Baking Day #57 - Blogwarming Party - please bring Bread! (Last day of submission April 1st, 2013)

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Keine Angst, ich stimme nicht schon wieder mein Liebeslied mit dem Titel “Oh, Tarte, mon amour” an. Obwohl ich durchaus Lust dazu hätte!

Kein Gebäck geht mir mittlerweile schneller von der Hand. Bei keinem bin ich sicher genug, um auch mal freestylen zu können.

Sonntagabends wollte ich neulich schnell und unkompliziert eine vegetarische Tarte für meine Kollegen backen, um ihnen den Montagmorgen zu verschönern (und als Dankeschön für das obligatorische Geburtstagsständchen).

Schnell. Unkompliziert. Vegetarisch. Damit kann ich arbeiten. Also, mittlerweile.

Am Rand muss ich noch etwas arbeiten. Der ist gebröselt. Aber sonst fand ich sie ganz hübsch:

Tarte_veg

Der Mürbeteig für den Boden ist schnell gemacht aus Butter, Mehl, Ei und etwas Salz. Das Rezept findet Ihr hier.

Für den Belag habe ich verwendet:

etwa 200 gr TK-Spinat (auftauen lassen und ausdrücken)

80 gr geriebener Parmesan

100 gr Ziegenkäse von der Rolle

2 EL Creme Fraiche

3 Eier

Muskatnuss, gerieben

Salz

schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen

Wenn der Mürbeteig auskühlt, alle Zutaten in einer Schüssel sehr gut miteinander vermischen. Währendessen den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Masse auf den ausgekühlten Boden geben und glatt streichen. Auf der mittleren Schiene etwa 20 Minuten backen.

Die Tarte schmeckt lauwarm oder auch am nächsten Morgen kalt. Sie war zumindest ratzfatz aufgegessen! :)

Und jetzt alle: “I LOVE VEGGIE TARTE” *sing*

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Ich gebe mich ungern geschlagen. Und ich liebe es, wenn ich meinen Dickkopf durchsetze. Deswegen habe ich in den letzten acht Jahren 58.400 Zigaretten nicht geraucht. Friss das, Zigarettenindustrie! Der gestrige 6. März ist mein Jahrestag der Willensstärke!

Wenn ich mir etwas vornehme, will ich es auch schaffen. Ob bei der Suchtbekämpfung oder beim Laufen. Auch beim Kochen habe ich in den letzten Jahren viel dazugelernt und selten eine Herausforderung gescheut. Doch trotz mehrerer Anläufe bin ich immer noch kein Back-Fan. Backen ist – im Gegensatz zum Kochen – für mich immer noch so etwas wie eine Strafarbeit.

Nur: Ich WILL einfach backen können und probiere es immer wieder aus. (Mehr oder weniger geglückte Versuche findet Ihr hier. )

Deshalb ist 2013 mein Brotback-Jahr!

Das liegt nur teilweise an meinem Dickkopf. Schuld sind vielmehr die zahlreichen aber dafür wenig überzeugenden Bäcker in meinem Umfeld: Die Brötchen schmecken nach aufgebackenem Styropor, das Brot ist innen knatschig oder komplett geschmacklos. Andere Bäcker streuen auf alles Körnermischungen drüber und verkaufen das Ergebnis dann als Wellnessbrot. Plötzlich gibt es überall Kaiser-Wilhelm- oder König-Ludwig-Brot, das in jedem Laden gleich schmeckt. Backmischungen?

Dabei ist Brotbacken eine der ältesten Kulturleistungen der Menschheit und braucht wenig mehr als Mehl, Wasser und Hefe. Deutschland ist zudem berühmt für seine zahllosen Brotsorten. Meine Schwester, die in England lebt, freut sich wie ein Schnitzel über die German Bakery in ihrer Stadt. Brot ernährt. Es hatte aber auch immer etwas Politisches, gerade weil es so existenziell war – von Panem et Circenses im alten Rom bis zum fälschlicherweise Marie-Antoinette zugeschriebenen Zitat “Sie haben kein Brot? Sollen sie doch Kuchen essen!”.

Ich habe allerdings durchaus Verständnis dafür, dass ordentliches Handwerk ordentlich bezahlt und wertgeschätzt werden muss. Und dass junge Leute eine Ausbildung zu einem Beruf scheuen, bei dem man sein Leben lang um 3 Uhr morgens aufstehen muss. Was bleibt also übrig, wenn ich die Schnauze voll habe von Bäckern, die Teiglinge auftauen und sie als Bauernbrot wie zu Omas Zeiten verkaufen?

Ich. backe. selber.

Dabei hilft mir ein wirklich gelungenes Buch, das ich kürzlich bei GU entdeckt habe: “Brot” von Bernd Armbrust.

Brot

Was mich begeistert, sind die wirklich Anfänger-geeigneten Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die Basis-Rezepte und die guten Erklärungen zum richtigen Umgang mit Sauerteig und Hefeteig. Dazu gibt’s viele Tipps vom Bäckermeister. Es ist wohl das erste Brot-Back-Buch, das mir Backlegastheniker Mut und Lust macht zu backen.

Natürlich fange ich klein an. Mit einem Rezept, das mir ziemlich idiotensicher vorkommt: Münsterländer Bauernstuten, einem hellen Sauerteigbrot, das sich prima als Frühstücks- oder Abendbrot eignet.

Das Rezept von Bernd Armbrust geht von 2 Laiben aus. Das ist mir aber zu viel für 2 Personen. Lieber will ich wieder frisch backen als etwas trocken werden zu lassen. Ich habe die Menge also halbiert und etwas mehr Salz an das Rezept gegeben.

Für einen Laib benötigt Ihr folgende Zutaten:

1/4 Würfel Hefe

250 ml Buttermilch

38 g flüssiger Natursauerteig (1/2 Beutel von Seitenbacher Natursauerteig oder abgemessen von eigenem Ansatz)

150 gr Weizenmehl (Type 550)

100 gr Roggenmehl (Type 1150, ich hatte 950)

2 TL Salz (statt 1,5)

Mehl zum Arbeiten

Zubehör:

Statt auf Backpapier habe ich den Pizzastein verwendet.

Eine Teigkarte erweist gute Dienste, um den Teig aus der Schüssel zu bekommen, da er sehr feucht ist.

Eine Küchenmaschine mit Knethaken hilft ebenfalls. Es geht aber auch mit den Händen.

So geht die Zubereitung:

Die Buttermilch war aus dem Kühlschrank. Deshalb habe ich sie vorsichtig in einem Topf lauwarm erwärmt. Ich zerbrösele Hefe und gebe sie ebenso wie den Sauerteig in die Buttermilch. Die Mischung kommt in die Schüssel der Küchenmaschine. Dazu dann beide Mehle. Zum Schluss salze ich die Mischung. Jetzt schalte ich die Küchenmaschine ein und lasse den Teig 4 min langsam, danach 4 min schnell kneten. Den Teig schabe ich aus der Schüssel lasse ihn auf der bemehlten Arbeitsplatte etwa eine halbe Stunde gehen. Dazu den Teig mehlen und mit einem Küchentuch abdecken (ungemehlt klebt das Tuch an).

Anders als im Buch habe ich nur ein Teigstück, da ich ja nur einen Laib backen will. Die Arbeitsfläche mehle ich ausreichend. Das Teigstück drücke ich mit den Handballen flach, schlage die Seitenränder ein und drücke den Teig wieder flach. Das geht mehrfach so weiter – man nennt den Vorgang “rund wirken”. Zum Schluss ist der Teig auf der Unterseite schön glatt, oben hat er “Nahtstellen” vom Falten. Jetzt drehe ich den Teigklops um, so dass der “Teigschluss” unten liegt, und lasse den Teig wieder 15 min zugedeckt gehen.

Der Teig sollte jetzt schon deutlich aufgegangen sein. Erneut drehe ich den Klops, so dass der Teigschluss, die Nahtstellen vom Falten, jetzt oben sind. Auf der bemehlten Fläche lasse ich ihn noch mal ruhen – zugedeckt für weitere 10 min.

Währendessen heize ich schon mal den Backofen inklusive Pizzastein auf 210 Grad auf. Außerdem gebe ich auf einem Backblech etwas Wasser in den Ofen, damit die Hitze schön feucht wird und das Brot Kruste erhält.

Den gegangenen, gut eingemehlten Teig gebe ich jetzt mit dem Teigschluss nach oben auf den Pizzastein. Nach 5 min schalte ich auf 200 Grad runter und lasse das Brot noch 30 min backen.

Da der Teigschluss oben liegt, bricht das Brot schön auf und sieht herrlich rustikal aus.

Nach dem Backen unbedingt gut auskühlen lassen. Danach schmeckt es himmlisch mit Butter und einer Scheibe Käse. Dazu passt ein kaltes Bier (natürlich nicht zum Frühstück!).

Die Krume ist fluffig, die Kruste knusprig und der Geschmack herrlich Sauerteig-artig. Ein sehr schönes Alltagsbrot, das ich sicherlich öfter machen werde.

Als nächstes stehen aber Altbier-Röggelchen (für den Düsseldorfer im Haushalt, den bEdW!) und ein einfaches Vollkornbrot, das sich gut aufheben lässt, auf dem Zettel.

Ich freue mich auf das Brotback-Jahr 2013!

Außerdem bin ich Läufer geworden. Von gehechelten 2 min laufen-2 min gehen-Intervallen mit dem dringenden Bedürfnis nach einem Sauerstoffzelt bis zum Halbmarathon mit leichter Liebäugelei Richtung Marathon. Friss das, Schweinehund!

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