Feeds:
Artikel
Kommentare

Mit ‘backen’ getaggte Artikel

Willensstärke…58.000 nicht gerauchte Zigaretten...Jahr des Brotbackens und so… Weisste Bescheid, Schätzelein!

Das Buch “Brot” von Bernd Armbrust ist eine wahre Fundgrube für blutige Brotbackanfänger wie mich.

Zudem ruft Zorra zum Bread Baking Day #57 auf. Und erstmals fühle ich mich (back-)fit genug, um Ihr für Ihre Blogwarming-Party etwas Selbstgebackenes zum “Einzug” in das neue Blog-Zuhause mitzubringen. (Wer noch mitmachen möchte, kann das bis einschließlich 1. April tun!)

Besonders gut hat mir bei Bernd Armbrust das “Einfache Vollkornbrot” gefallen, das sich wirklich unkompliziert zubereiten lässt und viele Tage hält, ohne trocken oder fad zu werden. Im Gegenteil: längeres Lagern macht es noch aromatischer!

Einige kleine Abwandlungen habe ich aber natürlich – wie bei jedem Rezept – vorgenommen. Hier der Vollständigkeit halber meine Abweichungen:

Als Brotgewürz, das man auch für Sauerteigbrote und alle anderen herzhaften Brote verwenden kann, habe ich je 1/2 TL Fenchel- und Koriandersamen sowie Kümmelsamen und 1/2 Anisstern gemörsert. Ihr könnt aber auch Pfeffer oder Chili nehmen. Oder jedes andere Gewürz, das Ihr mögt – beispielsweise Kardamom.

Ich habe bei Bernd Armbrusts Brot die empfohlenen 100 gr Alfalfa- oder Linsensprossen weggelassen. Und auch die 90 gr Zuckerrübensirup fand ich am Ende too much. Hier würde ich beim nächsten Mal höchstens 60 gr nehmen. Roggen- und Weizenschrot habe ich komplett durch Weizenschrot ersetzt. Hiervon hatten wir noch so viel von unserem fluffigen Walnussbrot, dass ich mir nicht noch weiteres Schrot ins Haus holen wollte.

Hier also das Rezept in meiner minimal abgewandelten Form für eine ca. 35 cm Kastenform:

500 ml Buttermilch

60 gr Zuckerrübensirup

1,5 Würfel Hefe (entspricht etwa 60 gr)

250 gr Weizenschrot

250 gr Dinkelmehl (Type 630)

50 gr Leinsamen

50 gr Sesamsamen

75 gr Sonnenblumenkerne

2 TL Salz

1 TL Brotgewürz

1 TL Butter zum Einfetten

2 EL Haferflocken

Für die Zubereitung benötigt Ihr insgesamt etwa 3 Stunden Zeit. (Das gilt als schnell! Es gibt auch Brote, bei denen muss der Teig 15 Std. gehen)

So geht’s:

Buttermilch und Zuckerrübensirup lauwarm erwärmen und die Hefe darin auflösen. Schrot, Mehl, Leinsamen, Sesamsamen und Sonnenblumenkerne in einer großen Schüssel vermischen. Buttermilch-Zuckerrüben-Hefe-Mischung unterrühren. Salz und Brotgewürz hinzugeben. Alles gut verrühren und abgedeckt bei Zimmertemperatur für mindestens eine Stunde gehen lassen.

Backofen auf 220 Grad vorheizen. Dabei ein Backblech mit Wasser benetzen und ebenfalls mit erhitzen. Dadurch entsteht Wasserdampf, der dem Brot eine schöne Kruste gibt. Wer lieber mit der Sprühflasche Wassernebel in den Ofen sprüht, kann das natürlich auch tun.

Kastenform mit Butter fetten und mit den Haferflocken auskleiden. Das funktioniert am besten, indem man die Haferflocken in die gefettete Form gibt und dann hin und her rüttelt, bis die Seitenwände bedeckt sind.

Das Blech mit dem Wasser aus dem Ofen nehmen und die Kastenform auf das Rost auf mittlerer Schiene ca. 15 min backen. Dann auf 200 Grad herunterdrehen und etwa 1 Std und 15 min backen. Wird das Brot zu dunkel, mit Backpapier abdecken. Nach der Garzeit gut auskühlen lassen.

Das Brot schmeckt am besten, wenn man es einen Tag ziehen lässt. Es riecht aber so herrlich, dass das wirklich schwer fällt!

Laut Armbruster kann man es auch wunderbar einfrieren. Dafür nach dem Auftauen bei Zimmertemperatur einfach noch einmal für 10 min bei 180 Grad aufbacken. Wäre doch perfekt für das lange Osterwochenende, oder nicht?

Das Einfrieren lohnt sich, da die 1,25 kgr Brot sehr kompakt und sättigend sind. Wir haben locker eine Woche davon gegessen. Letzte Reste können auch für das “Besoffenes Eichhörnchen”-Dessert verwendet werden.

Bread Baking Day #57 - Blogwarming Party - please bring Bread! (Last day of submission April 1st, 2013)

Read Full Post »

Keine Angst, ich stimme nicht schon wieder mein Liebeslied mit dem Titel “Oh, Tarte, mon amour” an. Obwohl ich durchaus Lust dazu hätte!

Kein Gebäck geht mir mittlerweile schneller von der Hand. Bei keinem bin ich sicher genug, um auch mal freestylen zu können.

Sonntagabends wollte ich neulich schnell und unkompliziert eine vegetarische Tarte für meine Kollegen backen, um ihnen den Montagmorgen zu verschönern (und als Dankeschön für das obligatorische Geburtstagsständchen).

Schnell. Unkompliziert. Vegetarisch. Damit kann ich arbeiten. Also, mittlerweile.

Am Rand muss ich noch etwas arbeiten. Der ist gebröselt. Aber sonst fand ich sie ganz hübsch:

Tarte_veg

Der Mürbeteig für den Boden ist schnell gemacht aus Butter, Mehl, Ei und etwas Salz. Das Rezept findet Ihr hier.

Für den Belag habe ich verwendet:

etwa 200 gr TK-Spinat (auftauen lassen und ausdrücken)

80 gr geriebener Parmesan

100 gr Ziegenkäse von der Rolle

2 EL Creme Fraiche

3 Eier

Muskatnuss, gerieben

Salz

schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen

Wenn der Mürbeteig auskühlt, alle Zutaten in einer Schüssel sehr gut miteinander vermischen. Währendessen den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Masse auf den ausgekühlten Boden geben und glatt streichen. Auf der mittleren Schiene etwa 20 Minuten backen.

Die Tarte schmeckt lauwarm oder auch am nächsten Morgen kalt. Sie war zumindest ratzfatz aufgegessen! :)

Und jetzt alle: “I LOVE VEGGIE TARTE” *sing*

Read Full Post »

Ich gebe mich ungern geschlagen. Und ich liebe es, wenn ich meinen Dickkopf durchsetze. Deswegen habe ich in den letzten acht Jahren 58.400 Zigaretten nicht geraucht. Friss das, Zigarettenindustrie! Der gestrige 6. März ist mein Jahrestag der Willensstärke!

Wenn ich mir etwas vornehme, will ich es auch schaffen. Ob bei der Suchtbekämpfung oder beim Laufen. Auch beim Kochen habe ich in den letzten Jahren viel dazugelernt und selten eine Herausforderung gescheut. Doch trotz mehrerer Anläufe bin ich immer noch kein Back-Fan. Backen ist – im Gegensatz zum Kochen – für mich immer noch so etwas wie eine Strafarbeit.

Nur: Ich WILL einfach backen können und probiere es immer wieder aus. (Mehr oder weniger geglückte Versuche findet Ihr hier. )

Deshalb ist 2013 mein Brotback-Jahr!

Das liegt nur teilweise an meinem Dickkopf. Schuld sind vielmehr die zahlreichen aber dafür wenig überzeugenden Bäcker in meinem Umfeld: Die Brötchen schmecken nach aufgebackenem Styropor, das Brot ist innen knatschig oder komplett geschmacklos. Andere Bäcker streuen auf alles Körnermischungen drüber und verkaufen das Ergebnis dann als Wellnessbrot. Plötzlich gibt es überall Kaiser-Wilhelm- oder König-Ludwig-Brot, das in jedem Laden gleich schmeckt. Backmischungen?

Dabei ist Brotbacken eine der ältesten Kulturleistungen der Menschheit und braucht wenig mehr als Mehl, Wasser und Hefe. Deutschland ist zudem berühmt für seine zahllosen Brotsorten. Meine Schwester, die in England lebt, freut sich wie ein Schnitzel über die German Bakery in ihrer Stadt. Brot ernährt. Es hatte aber auch immer etwas Politisches, gerade weil es so existenziell war – von Panem et Circenses im alten Rom bis zum fälschlicherweise Marie-Antoinette zugeschriebenen Zitat “Sie haben kein Brot? Sollen sie doch Kuchen essen!”.

Ich habe allerdings durchaus Verständnis dafür, dass ordentliches Handwerk ordentlich bezahlt und wertgeschätzt werden muss. Und dass junge Leute eine Ausbildung zu einem Beruf scheuen, bei dem man sein Leben lang um 3 Uhr morgens aufstehen muss. Was bleibt also übrig, wenn ich die Schnauze voll habe von Bäckern, die Teiglinge auftauen und sie als Bauernbrot wie zu Omas Zeiten verkaufen?

Ich. backe. selber.

Dabei hilft mir ein wirklich gelungenes Buch, das ich kürzlich bei GU entdeckt habe: “Brot” von Bernd Armbrust.

Brot

Was mich begeistert, sind die wirklich Anfänger-geeigneten Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die Basis-Rezepte und die guten Erklärungen zum richtigen Umgang mit Sauerteig und Hefeteig. Dazu gibt’s viele Tipps vom Bäckermeister. Es ist wohl das erste Brot-Back-Buch, das mir Backlegastheniker Mut und Lust macht zu backen.

Natürlich fange ich klein an. Mit einem Rezept, das mir ziemlich idiotensicher vorkommt: Münsterländer Bauernstuten, einem hellen Sauerteigbrot, das sich prima als Frühstücks- oder Abendbrot eignet.

Das Rezept von Bernd Armbrust geht von 2 Laiben aus. Das ist mir aber zu viel für 2 Personen. Lieber will ich wieder frisch backen als etwas trocken werden zu lassen. Ich habe die Menge also halbiert und etwas mehr Salz an das Rezept gegeben.

Für einen Laib benötigt Ihr folgende Zutaten:

1/4 Würfel Hefe

250 ml Buttermilch

38 g flüssiger Natursauerteig (1/2 Beutel von Seitenbacher Natursauerteig oder abgemessen von eigenem Ansatz)

150 gr Weizenmehl (Type 550)

100 gr Roggenmehl (Type 1150, ich hatte 950)

2 TL Salz (statt 1,5)

Mehl zum Arbeiten

Zubehör:

Statt auf Backpapier habe ich den Pizzastein verwendet.

Eine Teigkarte erweist gute Dienste, um den Teig aus der Schüssel zu bekommen, da er sehr feucht ist.

Eine Küchenmaschine mit Knethaken hilft ebenfalls. Es geht aber auch mit den Händen.

So geht die Zubereitung:

Die Buttermilch war aus dem Kühlschrank. Deshalb habe ich sie vorsichtig in einem Topf lauwarm erwärmt. Ich zerbrösele Hefe und gebe sie ebenso wie den Sauerteig in die Buttermilch. Die Mischung kommt in die Schüssel der Küchenmaschine. Dazu dann beide Mehle. Zum Schluss salze ich die Mischung. Jetzt schalte ich die Küchenmaschine ein und lasse den Teig 4 min langsam, danach 4 min schnell kneten. Den Teig schabe ich aus der Schüssel lasse ihn auf der bemehlten Arbeitsplatte etwa eine halbe Stunde gehen. Dazu den Teig mehlen und mit einem Küchentuch abdecken (ungemehlt klebt das Tuch an).

Anders als im Buch habe ich nur ein Teigstück, da ich ja nur einen Laib backen will. Die Arbeitsfläche mehle ich ausreichend. Das Teigstück drücke ich mit den Handballen flach, schlage die Seitenränder ein und drücke den Teig wieder flach. Das geht mehrfach so weiter – man nennt den Vorgang “rund wirken”. Zum Schluss ist der Teig auf der Unterseite schön glatt, oben hat er “Nahtstellen” vom Falten. Jetzt drehe ich den Teigklops um, so dass der “Teigschluss” unten liegt, und lasse den Teig wieder 15 min zugedeckt gehen.

Der Teig sollte jetzt schon deutlich aufgegangen sein. Erneut drehe ich den Klops, so dass der Teigschluss, die Nahtstellen vom Falten, jetzt oben sind. Auf der bemehlten Fläche lasse ich ihn noch mal ruhen – zugedeckt für weitere 10 min.

Währendessen heize ich schon mal den Backofen inklusive Pizzastein auf 210 Grad auf. Außerdem gebe ich auf einem Backblech etwas Wasser in den Ofen, damit die Hitze schön feucht wird und das Brot Kruste erhält.

Den gegangenen, gut eingemehlten Teig gebe ich jetzt mit dem Teigschluss nach oben auf den Pizzastein. Nach 5 min schalte ich auf 200 Grad runter und lasse das Brot noch 30 min backen.

Da der Teigschluss oben liegt, bricht das Brot schön auf und sieht herrlich rustikal aus.

Nach dem Backen unbedingt gut auskühlen lassen. Danach schmeckt es himmlisch mit Butter und einer Scheibe Käse. Dazu passt ein kaltes Bier (natürlich nicht zum Frühstück!).

Die Krume ist fluffig, die Kruste knusprig und der Geschmack herrlich Sauerteig-artig. Ein sehr schönes Alltagsbrot, das ich sicherlich öfter machen werde.

Als nächstes stehen aber Altbier-Röggelchen (für den Düsseldorfer im Haushalt, den bEdW!) und ein einfaches Vollkornbrot, das sich gut aufheben lässt, auf dem Zettel.

Ich freue mich auf das Brotback-Jahr 2013!

Außerdem bin ich Läufer geworden. Von gehechelten 2 min laufen-2 min gehen-Intervallen mit dem dringenden Bedürfnis nach einem Sauerstoffzelt bis zum Halbmarathon mit leichter Liebäugelei Richtung Marathon. Friss das, Schweinehund!

Read Full Post »

Manchmal wache ich schweißgebadet nachts auf und fürchte, dass Gruner + Jahr die Website ihres Magazins Brigitte abgeschaltet haben könnte.

Nicht, dass ich dort ständig vorbeisurfen würde. Ich habe sogar nach vielen Jahren mein Abo gekündigt, da sich die Stories, Rezepte und Einrichtungstipps doch schrecklich wiederholen… Aber es gibt da dieses eine Rezept, das bitte NIEMALS offline gehen darf.

Ich habe den Link dazu selbst hier schon mal verbloggt. Das Original findet Ihr (noch!!!) auf der Brigitte-Website.

Natürlich habe ich es mir auch ausgedruckt. Aber Zettel können verbrennen, sich in Wasser auflösen, gestohlen werden, hinter die Heizung rutschen oder einfach verschwinden!

Und jetzt kommt mir nicht mit “Merk’ es Dir doch einfach!”. Ich bin froh, wenn ich überhaupt etwas Gescheites aus dem Backofen ziehe. Da merke ich mir nicht noch Backrezepte!

Deshalb – und weil meine kleine Fressseite mein persönliches Rezeptebuch ist – poste ich jetzt hier mein (minimal abgewandeltes) Rezept der phänomenalen, süchtig machenden, hervorragend zu Wein passenden würzigen Cookies mit Ras el Hanout. Danke, Brigitte!

Zutaten:

250 gr weihe Butter

2 Eier

375 gr Mehl (ich nehme Type 550)

1 TL Backpulver

2 TL Ras el Hanout

kräftige Prise frisch gemahlener Tellycherrypepper

1 gestrichenen TL Salz

90 gr geriebenen Parmesan

60 gr getrocknete Tomaten, sehr klein geschnitten (Update: Keinesfalls die in Öl eingelegten getrockneten Tomaten verwenden, sondern die ganz trockenen getrockneten!!)

120 gr milde Walnusskerne, grob gehackt

Blättchen von 6 Stengeln Thymian

So geht’s:

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Mehl, Backpulver, Ras el Hanout, Pfeffer, Salz und Parmesan vermischen. Die weiche Butter mit dem Handquirl aufschlagen und die Eier unterrühren. Mehl-Mischung unterrühren. Tomaten und Walnüsse sowie den Thymian in den Teig kneten.

Etwa eine Walnuss-große Menge Teig in den Händen kugeln und auf ein Backblech mit Backpapier setzen. Platt drücken und den nächsten Teigklumpen in einiger Entfernung daneben platzieren. Volles Blech auf mittlerer Hitze etwa 10 min backen. Die Kekse anschließend gut auskühlen lassen und in einem Glas oder in einer Keksdose aufheben.

Jetzt hoffe ich nur, dass WordPress niemals seine Website abschaltet. AAAAAAAAHHHHHHH!!!!!

Read Full Post »

Achtung, jetzt kommt ein Skandinavisten-Witz: Knusperknusperknasa, wär knäcket an min wasa? (Erinnert sich noch jemand an Otto Waalkes, als er noch witzig war?)

Ich mag Knuspriges. Herzhaftes. Leckerschmeckeriges zum Wein. Oh Gott, ICH ESSE EINFACH GERNE!

Besonders gerne esse ich Flammkuchen zu Federweißem, Rauscher (das ist Apfelmost (aka Süßer), der schon anfängt zu britzeln bevor er zu Apfelwein wird) oder auch einem Glas Bier. Ich bin da nicht so festgelegt…

Heiß muss er sein, herzhaft, knusprig, dünn aber fein belegt. Und der Teig darf nicht am Gaumen kleben!

Was mich allerdings fertig macht, sind diese Fertig-Teigling-Dinger, die für unfassbar viel Geld auf Wein- und Straßenfesten angeboten werden: Flammkuchen fast ohne Belag für 8 Euro und mehr. Das ist Raubrittertum. Naja, passt ja zu all den Mittelaltermärkten. Örgs… Ich sag nur: “Gebt mir 3 Silberlinge für die Ofenkartoffel, holde Maid”. Da ist so viel Mittelalter drin wie Gebrüder Grimm in Disney’s Cinderella Schloss. Ach, lasst mich doch in Ruh!

Aber ich war ja beim Flammkuchen – sorry!

Teig und ich. Das ist eher so eine Hassliebe. Wie man hier und hier und hier nachlesen kann.

Aber wenn die herzallerliebste Juliane so ein einfaches Teigrezept verbloggt, traue ich mir das auch zu!

Ich habe mich beim Teig an Julianes Rezept gehalten und nur die Hefe durch Trockenhefe ersetzt und das Sonnenblumenöl durch Olivenöl.

Hier also die Zutaten für den oben abgebildeten Flammkuchen:

Für den Teig:

200g Mehl
1/2 Päckchen Trockenhefe
1/2 TL Salz
Eine Prise Zucker
1 EL Olivenöl

Für den Belag:

1 rote Zwiebel, in feine Ringe geschnitten

4 gehäufte EL Joghurt

1 EL Petersilie, fein gehackt

1 TL Schnittlauch, fein gehackt

Salz, Pfeffer

Gekochter Schinken

So geht’s:

Die Trockenhefe mit dem Mehl vermischen. Etwa 125 ml handwarmes Wasser zu gießen und mit dem Zucker sowie dem Salz vermischen. Jetzt das Öl zugeben und alles mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten. Die Teigkugel an einem nicht zugigen Ort abgedeckt eine halbe Stunde gehen lassen.

Den Backofen vorheizen. Wir haben einen Pizzastein, der perfekt ist für solche flachen Knusperteige. Für den muss der Backofen volle Pulle vorgeheizt sein. Inklusive Pizzastein. So bekommt man das volle Steinofenaroma. Juliane empfiehlt für den “normalen” Ofen 220 Grad und ein Backblech mit Backpapier. Ich kann aber die Anschaffung eines Pizzasteins nur empfehlen!

Den Teig noch mal zusammenschlagen und auf dem gemehlten Küchentisch sehr dünn ausrollen.

Den Joghurt mit den Kräutern vermischen, salzen, pfeffern und auf dem Teig verstreichen. Zwiebelringe daraufgeben, Schinken zerpflücken und drüberstreuen.

Den Flammkuchen auf dem Pizzastein etwa 5 Minuten backen, bis er Blasen wirft und Farbe bekommt. (Julianes “normaler” Ofen braucht ca. 20 min)

Fertig ist ein herrlicher Snack für Gäste, der sich auch gut vorbereiten und sogar – fertig belegt – einfrieren lässt. Eine Hälfte des Teigs hab ich übrigens auch eingefroren. Ich denke, den sollte ich bald mal verarbeiten. Wir hätten da noch ein bisschen Wein im Keller… ;-)

Read Full Post »

Sowohl der bEdW als auch ich können an knackigen, sauren, saftigen Wochenmarktsäpfeln einfach nicht vorbeigehen. Unser Kartoffel-, Zwiebel- und Apfel-Dealer kennt schon unseren Geschmack, weist uns immer auf besonders saftig-saure Exemplare hin. In der warmen Wohnung sehen die Äpfel dann aber schnell aus wie der Hals von Uschi Glas. Nix mehr knackig. Wie gut, dass vom Zwetschenkuchen noch eine Portion Hefeteig eingefroren war.

So gab’s dann halt einen Apfelkuchen aus säuerlichen Äpfeln mit karamelligen Zimstreuseln:

Mit bereits fertigem Hefeteig ist der Kuchen natürlich ratzfatz fertig.

Ihr benötigt außerdem Folgendes:

4-5 säuerliche, feste Äpfel

100 gr Mehl

100 gr Moscobado Zucker

100 gr Butter

1 TL Zimt

etwas Butter für die Springform

So geht’s:

Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Den vollständig aufgetauten Hefeteig auf einer leicht gemehlten Arbeitsfläche ausrollen und in eine gebutterte Springform (ca. 26 cm) drücken, etwas Teig für den Rand hochziehen. Äpfel schälen, vierteln, entkernen und in Spalten schneiden. Butter und Zucker miteinander vermengen (geht mit der Hand am besten) und kontinuierlich immer etwas Mehl und währenddessen auch den Zimt hinzugeben, bis die Streusel eine streuselige Konsistenz haben (Gott, das können Backwunder sicherlich besser formulieren!).

Die Apfelschnitze kreisförmig auf dem Hefeteig anrichten und die Streusel gleichmäßg darübergeben.

Den Kuchen 10 min auf der 2. Schiene von unten bei 200 Grad backen. Dann auf 180 Grad reduzieren und etwa 45 min fertigbacken. (Wie Ihr Adleraugen seht, ist mein Rand etwas zu dunkel geworden. Das liegt daran, dass ich IMMER die Panik habe, der Boden könnte nicht durch sein. Totaler Schmarrn. 35-40 min reichen – je nach Backofen – vielleicht also auch aus.)

Aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen und lauwarm genießen.

Der Moscobado-Zucker hat einen feinen Karamellgeschmack, der deutlich weniger süß ist als bei herkömmlichem Zucker. Und die leichte Zimtnote passt natürlich perfekt zu den Äpfeln, eh klar. Wegen der Säure der Äpfel ist der Kuchen sowieso nicht zuuuu süß.

Wer hier immer mitliest, weiß ja mittlerweile, dass ich mit dem Backen noch etwas hadere. Deshalb sind meine Omma (muss mit hessischem Doppel-M geschrieben werden) und meine Ma (aka “Der Telefonjoker”) immer wieder hilfreiche Unterstützung. Obwohl die diesmal gar nicht nötig war :) Die “alten Schätzchen” aus der Headline sind aber keinesfalls diese beiden Damen, sondern eine Rezeptkladde, die mir beide vor Jahren mal zusammengestellt haben.

Darin finden sich all die herrlichen Kindheitserinnerungsrezepte, die keinesfalls verloren gehen dürfen: Muscheln in Weißweinsud, Gulasch, Pferdefleischrouladen, Kakaozopf, Schokokuchen, Eiergrog, Rotze Grütze, Waffeln mit Apfelweinsoße, hessischer Kartoffelsalat und vieles, vieles mehr. Einige der Rezepte sind Generationen alt, einige hat meine Ma erfunden oder weiterverbessert. Aber immer ist es ein wunderbares Nachschlagewerk für Klassiker wie Pizzateig, Kartoffelklöße, Rotkraut uvm. Also ein wahrhaft altes Schätzchen von zwei junggebliebenen Schätzchen.

Was könnte also besser geeignet sein für das Kochevent “Alte Schätzchen”, zu dem Dorothee von Bushcook’s Kitchen auf Zorras Blog aufruft? Meine alte Kladde voller Kindheitserinnerungsgerichten ist also mein Beitrag zum Event, der eine ganz tolle Idee ist! (Wer nicht genug bekommt von verschollenen Kochbüchern, altem Krams und Wiederentdecktem, der sollte sich auch das Dauerevent “DKduW” von Foodfreak nicht entgehen lassen.)

Bleibt nur die Frage, was ich als nächstes koche? Ganz oben auf meiner Liste stehen ja die Muscheln (nix für den bEdW), oder die Apfelweinsauce (ich mag aber keine Waffeln :( ), oder doch die Rouladen, die Rote Grütze??? Was meint Ihr?

Blog-Event LXXXII - Alte Schätzchen (Einsendeschluss 15. November 2012)

Read Full Post »

Tartes sind die coolen Säue unter den Backwaren. Während ich mit Brotteig und Kuchen immer noch herumhampele, gelingen wir mir herzhafte Tartes mittlerweile ziemlich gut.

Zum richtig coolen Stück wird die Tarte aber erst durch ihre Vielseitigkeit. Ihr könnt immer nach dem gleichen Prinzip vorgehen: Mürbeteig backen und dann die Eier-Käse-Masse anreichern mit was auch immer Ihr gerne mögt!

Außerdem schmeckt die Tarte auch am nächsten Tag noch sehr gut – zum Frühstück, zwischendurch, mittags mit einem Salat oder als Abendsnack. Unnötig zu sagen, dass ich Tarte LIEBE.

Auf den Märkten gibt es derzeit noch die letzten Zucchini. Das schreit doch nach einer schönen spätsommerlichen-frühherbstlichen Tarte. (Vegetarier lassen die Schinkenscheiben einfach weg. Im Belag selbst ist kein Fleisch.)

Für eine Tarte “normaler” Größe – also für eine handelsübliche Tarteform – benötigt Ihr folgende Zutaten:

Zutaten für den Mürbeteig:

200 gr Mehl

1/2 TL Salz

100 gr Butter

1 Ei

Alles gut vermischen, bis ein geschmeidiger Teig daraus wird. Zu einer Kugel formen, in einen ausreichend großen Gefrierbeutel geben und darin schon mal leicht ausrollen. Dann kühlt er schneller durch. Also: Beutel für etwa eine halbe Stunde in den Kühlschrank geben.

Zutaten für den Belag:

100 gr geriebener Parmesan

3 Eier

Thymianblättchen

1/2 Zucchini, gewürfelt

6 kleine braune Champignons, geviertelt

3 Lauchzwiebeln, in sehr feine Ringe geschnitten

50 gr Creme Fraiche

50 gr Frischkäse (z.B. Buko Toskana)

1 EL gehackten Feta

Salz, Pfeffer

optional: 4 Scheiben San Daniele Schinken

Die weißen Zwiebelringe in etwas Öl anbraten. Die grünen Ringe der Frühlingszwiebeln beiseite stellen. Angebratene Zwiebeln und alle sonstigen Zutaten (außer dem Schinken natürlich!) miteinander vermischen.

Währendessen den Backofen auf 190 Grad vorheizen und eine Tarteform einbuttern. Teig aus dem Kühlschrank holen, Tüte aufschneiden, so dass der Teig unten noch auf der Gefriertüte liegt. Eine Lage Frischhaltefolie obenauf legen und jetzt den Teig zwischen den beiden Plastikschichten auswalzen. Frischhaltefolie herunterziehen, Teig unter der Gefriertüte auf die Hand nehmen und kopfüber in die Tarteform geben. Jetzt liegt die Gefriertüte oben, so dass Ihr wunderbar den Teig in die Form drücken und die Ränder hochziehen könnt. Ohne Gefriertüe reißt der Mürbeteig schnell.

Teig mit einer Gabel einstechen, mit Backpapier belegen und einige Hülsenfrüchte draufgeben. Auf der mittleren Schiene in den Ofen schieben und für ca. 15 min blind backen. Danach Papier und Hülsenfrüchte entfernen und den Teig weiter 10 min backen.

Wenn der Boden gar ist, einige Minuten abkühlen lassen und aus der Form nehmen und mit der Ei-Käse-Zucchini-Masse bestreichen.

Jetzt die Tarte wieder auf die mittlere Schiene in den Backofen geben und für etwa 25 min backen.

Kurz bevor die Tarte fertig ist, legt Ihr den Schinken obenauf und lasst alles noch mal ein paar Minuten gemeinsam garen.

(Wie es sich für ein echt cooles Stück gehört, lässt sie sich nicht gerne fotografieren. Das liegt aber auch daran, dass der Duft in der Küche so unfassbar gut ist, dass man sofort über die Tarte herfallen will…)

Jetzt noch einen schönen gut gekühlten Lieblings-Riesling dazu und Ihr habt ein schnelles, herrliches Abendessen!

Weitere Tarte-Rezepte findet Ihr übrigens hier.

Read Full Post »

Streusel schreibt man mit s? Also einfachem s? Das hätte mir ja ruhig mal jemand sagen können :)

Was freuen wir uns immer auf den ersten Spargel, den ersten Rhabarber, die ersten heimischen Tomaten oder Erdbeeren der Saison. Und immer gegen Ende der zuerst unendlich scheinenden Zeit merken wir, dass wir wieder viel zu wenig Spargel, Rhabarber, Erdbeeren gegessen haben… Überhaupt: Rhabarber! Wenig weckt süßere Kindheitserinnerungen als ein Stück Streußelkuchen mit Rhabarber. Und zwar so, wie meine wunderbare, süße, kleine Oma ihn macht: mit viel Butter, viel Zucker, dicken krossen Streußeln und reichlich Rhabarber. Kein Mohn, kein Pudding, kein Schnixlapeng!

Da ich nicht so gerne backe und auch nicht mehr als ein Stück Kuchen esse, habe ich mich immer mal wieder bei Bäckern und Konditoreien umgeschaut. Aber falls es überhaupt mal die Rhabarber-Streußel-Variante gab, war sie oft viel zu matschig, mit schrecklich dickem Hefeteig, lächerlich winzigen Streußeln oder so viel Backpulver, dass einem die Zähne davon stumpf wurden.

Also führt am Selberbacken kein Weg vorbei. Deshalb wurde der Telefon-Joker für Kuchen angerufen, sprich: meine Oma (89). Sie backt seit sie 14 ist himmlische Kuchen. Das sind jetzt also 75 Jahre. Geht man mal von einem Kuchen pro Woche und von 50 Wochen pro Jahr aus, sind das etwa 3750 Kuchen, die meine Oma seither gebacken hat! Wenn also jemand Routine hat, dann die Oma! Und nirgends schmeckt Zwetschgenkuchen, Kakaozopf, Mohngewickelter, Streußelkuchen besser…

Folgendes Telefonat müsst Ihr Euch jetzt auf hessisch vorstellen:

Ich: “Omma, wie mach’ isch’n Rhabarber-Kuchen?”

Oma: “Ei, Kind, da schält mer de Rhabarber, zuckert ihn und legt ihn uff de Teisch…”

Ich: “Äh… Ja, klar. Aber: Könne mer bitte gaaaanz vorn anfange? Wie mach’ ich denn de Teisch??”

Oma erklärt mir Schritt für Schritt, wie man Teig, Rhabarber und Streußel zubereitet, in die Form packt, backt und so weiter. Minutiös und mit viel Geduld.

Ich: “Ohjeh, hoffentlich schaff ich das, damit der so schmeckt wie bei Dir!”

Oma: “Ei, Kind, mer lehrt doch en Bär es Danze!” (Anm. d. Übers.: Man bringt einem Bär das Tanzen bei)

Na dann!!

Ich muss mal ganz unbescheiden sagen: Der war GENAU so, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Sauer, süß, knusprig und noch lauwarm.

Für eine 26 cm große Springform benötigt Ihr folgende Zutaten:

Butter, um die Form zu fetten

Für den Mürbeteig-Boden:

1 Ei (M)

125 gr Butter

125 gr Zucker

225 gr Mehl

1 gehäufter TL Backpulver (Omas Tipp: Der ist wichtig, da sonst der Rhabarber den Teig “runterdrückt”)

1 Prise Salz

Für den Rhabarber:

3-4 Stangen Rhabarber, gewaschen, geschält, in Stücke gehackt

1 EL Zucker

Für die Streußel:

150 gr Mehl

100 gr Butter

100 gr Zucker (ich habe hierfür Muscovado-Zucker genommen, der einen schönen karamelligen Geschmack hat)

Los geht’s:

Die Rhabarber-Stücke zuckern, gut vermischen und zur Seite stellen. Die Springform buttern. Den Backofen auf 200 gr vorheizen.

Omas Tipp: Nicht zu viel Zucker verwenden, da der Rhabarber sonst Wasser zieht und den Teig knatschig macht!

Alle Zutaten für den Mürbeteig zusammenkneten. Den Boden der Springform damit auslegen und einen kleinen Rand formen, damit der Rhabarber später nicht runterläuft.

Für die Streußel erst Butter und Zucker miteinander vermischen. Dann nach und nach Mehl hinzugeben, sodass kleine (oder größere) Streußel entstehen. Wenn das nicht klappt (wie bei mir!), dann einfach die Streußel mit den Fingern formen, indem man kleine Kügelchen rollte und etwas uneben zurechtdrückt. Ist ziemlich aufwendig, geht aber zur Not auch…

Omas Tipp: Wer nach dem Belegen des Kuchens noch Streußel übrig hat, kann diese 14 Tage im Kühlschrank aufbewahren und somit für einen anderen Kuchen nutzen.

Jetzt den Rhabarber (ohne mögliche Brühe, die in der Schüssel zusammenläuft) auf dem Boden verteilen.

Zum Schluss die Streußel schön flächendeckend verteilen. Ein bisschen Rhabarber sollte aber noch durchgucken.

Jetzt den Kuchen auf der mittleren Schiene in den Backofen schieben und die Hitze auf 180 Grad senken.

Omas Tipp: Auf den Backofen-Boden etwas Backpapier legen, da hin und wieder Rhabarber-Saft aus der Form tropfen kann.

Die Backzeit beträgt etwa 30-40 Minuten. Um die Streußel schön braun zu bekommen, könnt ihr für die letzten 5 Minuten noch mal den Grill anschalten.

Der Kuchen duftet herrlich, ist wahrlich nichts für die schlanke Linie und schmeckt lauwarm am allerbesten. Ein Klecks Schlagsahne und eine Tasse handaufgebrühter Filterkaffe dazu sind dann die absolute Krönung, um mich endgültig in die Wohnküche meiner Oma zu beamen – mit Blümchentapete und einem Sträußchen aus Gartenblumen auf dem Tisch!

Wie gut, dass dieser Kuchen auch mit Apfelschnitzen, Zwetschgen und anderem Obst funktioniert… Aber bis zum nächsten Backvorgang geht der Bär jetzt erstmal ein bisschen tanzen!

Read Full Post »

Kennst Du das Land, wo die Zitronen blüh’n?“…

Spätestens seit Goethes Italienreise gilt das Land als “Sehnsuchtsland” der Deutschen.

War in früheren Zeiten das Reisen Kaufleuten und Dichtern vorbehalten (die Fugger brachten ihre “doppelte Buchführung” aus Venedig mit), konnten die Wirtschaftswunderdeutschen plötzlich in Heeresstärke an den Gardasee, den Lago Maggiore, nach Rimini. Spöttisch wurde schnell vom “Teutonengrill” gesprochen – unvergessen und unüberbietbar auf den spöttischen Punkt gebracht von Gerhard Polt (Ois Gude zum 70!!) in “Man spricht deutsh!”: “Noch ein Vino Rosso, per favore, aber einen Roten, gell?!”.

“Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn,…”

Davon distanzieren wollten sich dann all die frühpensionierten Oberstudienräte, die mit deutscher Gründlichkeit alte Bauernhäuser in der Toskana herrichteten, ohne zu versäumen, sich über die unzuverlässigen italienischen Handwerker aufzuregen. Die ihrerseits beobachteten kopfschüttelnd, wie der Homo Teutonicus mit Sonnenbrand und holprigem VHS-Italienisch einen auf “einheimisch” machte.

“Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,…”

Aber bei allem Spott steckt die Sehnsucht nach Italien in den Knochen – zumindest in meinen. Nie wird mir das deutlicher als in dem Augenblick, wenn der Brenner hinter uns liegt und sich Italien vor uns ausbreitet. Schon an der ersten Raststätte schmeckt der Kaffee besser, sehen die Tramezzini appetitlicher aus, erscheinen die Menschen freundlicher als in Deutschland, wo mich zunehmend das Gefühl beschleicht, mich permanent dafür entschuldigen zu müssen, irgendwo Kunde, Gast oder einfach nur Bürger zu sein.

Wir wissen viel über Italien, über die Mafia, die korrupte Politik, über das Nord-Süd-Gefälle, frauenverachtendes Fernsehen und rechtsradikale Fußballfans. Das alles ist aber vergessen, sobald wir – von Florenz kommend – die Toskana vor uns sehen und ihre sanften Hügel mir direkt das Herz fest umklammern. Ich suche seit Jahren nach einem anderen Wort als “sanft”, weil das so abgedroschen ist. Aber mir fällt kein treffenderes ein. Denn diese Landschaft ist sanft – und fruchtbar und gut.

Mit jeder umgegrabenen Scholle wird die fette, satte, dunkelbraune Erde sichtbar, die gute Ernte für alles verspricht, was auf ihr angebaut wird. Dazu die unzählbaren Zypressen, die sich wie römische Legionäre endlos entlang der Straßen aufreihen, und die Siena-roten Ziegel der Bauernhäuser. Mohnfelder, soweit das Auge reicht. Weinberge mit büschelweisen Sangiovese-Trauben, die einen von Chianti träumen lassen. Wälder, in denen Wildschweine leben, die so phantastisch in Form von luftgetrockneter Salami schmecken…

Dieser Flecken Land bietet einfach so perfekte Bedingungen für einfache aber feinste Genüsse, dass ich die folgende Theorie entwickelt habe: Trotz aller Evolution, die unser Hirn immer größer werden und unsere Instinkte langsam verkümmern lässt, scheinen wir immer noch eine Information im Rückenmark stecken zu haben, die uns beim Anblick fruchtbarer, von Naturkatastrophen weitestgehend verschonter Landschaften zuraunt: “Hier kannst Du bleiben, Mensch. Hier kannst Du Dein Getreide pflanzen, Dein Vieh weiden, jagen und sammeln, und wirst nicht hungern.” Genau dieses Raunen lässt mir die Nackenhaare hochstehen und das Herz springen, wenn ich in die Toskana fahre.

“Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?”

Meinen jüngsten Sehnsuchtsschub nach der Toskana, nach Nachtigallen, die so laut singen, dass man das Fenster nachts zumachen muss, um schlafen zu können, nach Chianti, Pecorino und dem Geruch von Lorbeer und Rosmarin, hat Kathrin vom Food- und Foto-Blog Photisserie ausgelöst. Ihr saftig-saurer Zitronenkuchen wurde neulich – neben anderen verführerischen Kuchen – in der “Myself” vorgestellt und hat sofrt alle Knöpfe gedrückt, die es braucht, um mich nach Italien zu wünschen.

Das Rezept und wunderschöne Fotos findet Ihr hier. Ich habe mich – wie immer beim Backen – eng an das Rezept gehalten. Allerdings war meine Springform kleiner, so dass der Kuchen höher wurde und etwas längere Backzeit benötigte.

Aber, Kinners, das Ergebnis… Oh man! Ich habe selten etwas so Fruchtig-Frisches gegessen! Der absolute Clou sind der Zitronensirup, mit dem der Kuchen getränkt wird, sowie die kandierten Zitronen.

Ein Kuchen für alle Sinne: Bei der Zubereitung riecht die ganze Wohnung frisch nach Zitronen, das leuchtende Gelb tut dem Auge gut, die fluffige Konsistenz sowie das herrliche Zitronenaroma schmecken himmlisch, die Gäste liegen einem schluchzend vor Glück in den Armen… Und was ist mit dem Gehör? Das hört beim ersten Bissen ganz leise das Rückenmark raunen:

“Kennst du es wohl? Dahin!
Dahin möcht’ ich mit dir,
O mein Geliebter, ziehn.”

Read Full Post »

Ich mag meine kleine Guglhupf-Form. Die kleine Variante ist genau die richtige Menge für zwei nicht so große Kuchenesser, die einfach ab und zu mal in ein winziges Stückchen Kuchen beißen möchten, ohne Gefahr zu laufen, dass das halbe Gebäck trocken und alt wird.

Außerdem ist sie dermaßen gut beschichtet, dass ich mir das Einfetten sparen kann. Der Kuchen flutscht auch so förmlich aus seiner Form. Super!

Das Rezept stammt aus dem Buch “Kleiner Guglhupf”, das ich hier vorgestellt habe. Die Rezepte stimmen absolut und machen richtig Spaß, weil sie auch Back-Anfängern wie mir immer gelingen. Ich freue mich schon auf weitere kleine Guglhupfe.

Weggelassen habe ich allerdings den EL Puddingpulver mit Vanillegeschmack. Sowas kommt mir nicht ins Haus – auch nicht für einen Kuchen. Was soll ich mit dem Rest anfangen. Ging wunderbar auch ohne! Butter und Zucker habe ich leicht reduziert, da unser hausgemachter Vanillezucker recht süß ist.

Für einen kleinen Guglhupf benötigt Ihr also:

120 gr weiche Butter

120 gr Zucker

1 gehäufter EL Vanillezucker

2 Eier (M)

5 EL Eierlikör

180 gr Mehl

1 TL Backpulver

So geht’s:

Butter schaumig rühren. Backofen auf 200 Grad vorheizen. Zucker, Vanillezucker, Eier und den Eierlikör einrühren. Mehl und Backpulver vermischen und unter die Masse rühren.

Teig in die Form geben (notfalls vorher fetten), glatt streigen und etwa 45 Minuten backen. Mit einem Hölzchen testen, ob er gar ist und evtl. die Backzeit noch verlängern. Dann empfiehlt sich aber, den Guglhupf mit Alufolie abzudecken, damit er nicht zu braun wird. Den Kuchen noch 10 min in der Form ruhen lassen, bevor Ihr ihn auf einen Teller “kippt”. Auskühlen lassen und – wer mag – mit Puderzucker bestreuen.

Der Eierlikörgeschmack ist nur ganz dezent. Die Vanille kommt gut durch. Eine feine Süßigkeit zum Tee oder Kaffee, die sich einige Tage hält, wenn man sie in Alufolie einpackt.

Und natürlich auch gleich mein heutiger Beitrag zur Initiative Sonntagssüß, die heute bei Lingonsmak Eure Süßigkeiten sammelt.

Read Full Post »

Older Posts »

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 108 Followern an

%d Bloggern gefällt das: