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“Hallo, ich heiße Julia und ich bin süchtig nach Käse!” – “Hallo, Julia!”

So oder so ähnlich könnte das ablaufen in meiner imaginären Selbsthilfegruppe der Anonymen Käsesüchtigen. Aber das würde ja auch bedeuten, dass man ein ernsthaftes Problem mit seiner Sucht hat. Nur: Ich will mich doch gar nicht kurieren lassen. Denn Käse ist für mich ein Lebenselexier, ein Luxusgut, ein Grundnahrungsmittel, ein Hochgenuss. Und außer, dass man zunimmt und viel, viel Geld an seinen Dealer weiterreicht, entsteht kein großer Schaden. Noch (!) jedenfalls stehe ich nicht vor Grundschulen, um kleine Kinder mit Käse zu versorgen, auf dass sie später große Käseabhängige werden wie ich.

Ein Running Gag zwischen dem bEdW und mir ist aber, dass “ein Käsebrot” mittlerweile ein Synonym für so alles ist, wonach mir der Zahn tropft. Wird im Radio dazu aufgerufen, das schönste Sonntagskuchenrezept zu teilen, frage ich ihn: “Darf ich da anrufen und “Käsebrot” sagen?”. Wenn er mich fragt, was er am Wochenende mal kochen soll, sage ich: “Käsebrot!”. Geht es um sündhaftteure Zutaten, die um die halbe Welt fliegen und mit Gold aufgewogen werden, zucke ich nur die Schultern und schmier’ mir…? Genau! Ein Käsebrot.

Mein liebstes Besteck ist deshalb auch mein kleines Käsemesser, das eigentlich Teil eines Dessert-Bestecks ist und das ich vor vielen, vielen Jahren als Kinder-Besteck benutzt habe (natürlich mit Gabel!). Es ist das untere auf dem Bild – im Vergleich habe ich die beiden Messer des “Erwachsenen”-Bestecks dazu gelegt:

Messer

Das Besteck ist ein versilbertes von Christoffle und begleitet mich seit ich denken (bzw. mit Messer und Gabel essen) kann. Die “große” Variante habe ich zum 10. Geburtstag bekommen. Seitdem ist das Set fester Bestandteil meines Haushalts. Meine Schwester hat das gleiche Besteck – allerdings nicht die Dessert-Variante, so viel ich weiß.

Das kleine Dessert-Besteck ist einfach perfekt für Käse, Frischkäse-Cremes, Chutneys, Obst – also alles, was bei mir gerne als Zwischenmahlzeit oder zum Abschluss eines schönen Essens auf den Tisch kommt. Das Messer ist jedenfalls permanent im Einsatz, da ich IMMER Käse im Haus habe. Und es erinnert mich an meine Kindheit. Was gibt es Schöneres? Ein Käsebrot und ein Glas Kakao sind übrigens eine meiner ersten “Food”-Erinnerungen! Brot, Butter (!), Camembert (von der Käserei Champignon! Ich Kind der 70er!), kalte Milch vom Bauernhof (für 50 Pfennig/Liter und in der Milchkanne nach Hause geholt!) mit Kaba (Sag ich doch: 70er!!). Industriekäse, Milch direkt vom Euter, zuckerhaltiger Kakao – und wir haben trotzdem überlebt!

Deshalb, und weil ich während eines zweiwöchigen Malediven-Urlaubs mal fast durchgedreht bin, weil es dort (natürlich! Wo soll der herkommen?) keinen Käse zu essen gab, ist der bEdW jetzt immer sehr beruhigt, wenn ich auf Reisen meinen Käse-Pegel halten kann.

Und so sind wir an einen Nachmittag während unseres Südafrika-Urlaubs auf der Fairview Farm & Winery und dem dazugehörigen Restaurant The Goatshed bei Paarl gelandet, wo ich mich in Käse suhlen Käse genießen konnte, der einfach nur köstlich war.

Die Ziegen der Farm haben’s wunderbar und dürfen sogar in einem Rapunzel-Türmchen wohnen, auf den sie – Bergziegen! – außen über eine Leiter klettern.

goatshed_goats

The Goatshed Fairview hat ein schönes, uriges Restaurant mit lauschiger Terrasse und  blanken Holztischen. Innen kann man an einem Verkaufstresen das selbst gebackene Brot auch mit nach Hause nehmen kann. Das Back-Team wird von einem schwedischen Bäcker geschult und macht wirklich einen tollen Job :) Aber am besten ist der Käse, der einem Junkie wie mir die Tränen in die Augen treibt:

Foto (10)

Man kann nämlich einfach ankreuzen, welche der 25 eigenen Käsesorten man testen mag (die Käsesorten sind auf der Rückseite beschrieben) und bekommt dann ein hübsches Brettchen, viel Brot, etwas Marmelade und herzige Fähnchen zur besseren Zuordnung der Käse serviert. Geht es besser?

goatshed

Natürlich gibt es noch anderes zu essen (wozu??): Salate, belegte Panini, Forellen Quiche, Springbok… Jedem Gericht ist eine Weinempfehlung zugeordnet. Denn Wein gibt es natürlich auch auf der Farm. (Hallo?!?! Wir sind in den Winelands!) Käse und Wein ist ja nicht immer ganz einfach. Aber der Fairview Chardonnay hat mir sehr gut geschmeckt zu meiner Auswahl. Die freundlichen Kellner beraten aber auch gerne oder bieten mal einen Probierschluck an.

Überhaupt: Wer so gestärkt eine ordentliche Grundlage im Magen hat, kann sich direkt vom Restaurant zum Winetasting begeben, das nebenan möglich ist. Hier kann einerseits Käse und andere Produkte der Farm gekauft werden – oder eben Wein. Leider ist es etwas schwieriger, Wein aus Südafrika mitzubringen als aus der Toskana. Aber wir waren mit Blick auf Konto und unseren Platz im Keller ganz froh darüber… So haben wir den Wein einfach vor Ort genossen und freuen uns darauf zurück zu kommen nach Südafrika. Nach Paarl. Zu The Goatshed auf der Fairview Farm.

Sollten wir noch mal die südafrikanischen Winelands bereisen, nehme ich definitiv mein kleines Käsemesser mit, um mich bei The Goatshed Fairview mit Käse einzudecken, zwei bis drei Flaschen Wein zu kaufen und im Feriendomizil dann standesgemäß genießen zu können. Und so ist das mein Beitrag zu Peters originellem Blog-Event:

Blogevent Auf Messers Schneide

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Da bringt einem die wunderbare Ka. selbstgepflückten Bärlauch mit. Und die nicht minder wunderbare Luna lädt auch noch zum Event “We love Pizza” bei der wunderbarsten aller Zorras ein. Kinners, Ihr macht mich fertig.

Ich LIEBE doch Pizza und ich brauche DRINGEND FRÜHLING!

Also kombiniere ich beides miteinander und mache uns eine herrliche Bärlauch-Ziegenkäse-Pizza mit Parmaschinken:

Dazu habe ich am Vorabend einen ganz einfachen Hefeteig gemacht:

150 gr Weizenmehl 550

50 gr Roggenmehl 1370

10 gr frische Hefe

Prise Salz

Prise Zucker

175 ml lauwarmes Wasser

1,5 EL Olivenöl

Die Hefe im Wasser auflösen, zuckern. Mehl und Salz miteinander vermischen und in der Mitte eine Mulde bilden. Hefe-Wasser zugießen und nach und nach per Hand mit dem Mehl vermischen. Währendessen Öl unterheben. Zu einem glatten Teig verarbeiten und in einer verschlossenen Schüssel im Kühlschrank über Nacht gehen lassen.

Für den Bärlauch-Part:

15 Blätter Bärlauch

100 gr Ziegenfrischkäse (z.B. Buko)

100 gr Ricotta

Abrieb einer halben Bio-Zitrone

Pfeffer, frisch gemahlen

Meersalz

Olivenöl

Zitronensaft

Bärlauch fein hacken und mit den übrigen Zutaten vermischen. Im Idealfall auch über Nacht durchziehen lassen.

Außerdem:

Parmaschinken – 7 Scheiben für 2 Pizzen

Backofen inkl. Pizzastein auf 250 Grad Pizzastufe (Heißluft + Grill + Unterhitze) vorheizen. Gegangenen Teig aus dem Kühlschrank holen, halbieren und sehr dünn ausrollen. 2 EL Bärlauchpaste gut verteilen, Schinken obenauf legen.

Wenn der Backofen volle Lotte vorgeheizt ist, die Pizza in 4 min knusprig backen, aus dem Ofen holen und heiß servieren!

Der kalt gegangene Teig ist herrlich knusprig, ohne zu bröseln. Ich liebe einfach dünne, knusprige Pizzen.

Dazu hat uns ein leichter, nicht zu buttriger Chardonnay geschmeckt:

Diesen sehr frischen und gut gegen den knoblauchigen Bärlauch mithaltenden Wein haben wir in “unserem” Südafrikanischen Weinladen in der Wiesbadener Grabenstraße entdeckt. Ein schöner kleiner Nachbarschaftsladen, der uns bisher schon viele herrliche Südafrikaner empfohlen hat – gute Beratung, ein freundliches Wort und samstags die Gelegenheit zum Verkosten inklusive!

Do you love Pizza? We love Pizza!

Blog-Event LXXXVI - We ♥ Pizza (Einsendeschluss 15. April 2013)

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Als ich anfing bewusst Wein zu trinken, habe ich versucht herauszufinden, welchen Trauben ich relativ blind vertrauen kann. Das heißt: Was kann ich im Weinhandel, im Supermarkt, beim Winzer greifen, ohne komplett enttäuscht zu werden. Die Erkenntnis dauerte ein bisschen. Weinverkostungen, Weinproben, Weinseminare – natürlich geht Probieren über Studieren. Manch eine Flasche hat also dran glauben müssen, bis in mir die Erkenntnis gereift ist: Es gibt Trauben, die haben ein Stein im Brett bei mir (Sangiovese, Sauvignon Blanc, Cabernet Sauvignon) und solche, die es eher schwer haben (Merlot, Spätburgunder, Chardonnay).

Was für ein Spaß also, dass zur Weinrallye #58 von Thomas uns seinem Winzerblog eine Flasche 2011 Chardonnay “unfiltered” vom Weingut Peth-Wetz bei mir eintraf von Beate E. Wimmer vom Genussnetzwerk VINALIA.

ChardonnayII

Beate gab mir den Tipp, den Chardonnay etwa eine Stunde atmen zu lassen und idealerweise zu hellem Fleisch, gerne mit Sauce, zu servieren. Am 2. Weihnachtsfeiertag war uns aber nicht mehr nach Kochen, weshalb in der Not der Wein auch ohne Essensbegleitung daher kommt. Wir waren extrem gespannt – wo wir doch beide eher skeptisch gegenüber Chardonnay sind.

Der Chardonnay hat eine tiefgelbe Farbe – fast schon harzig.

Chardonnay

Wahrlich kein Chardonnay-Fan habe ich selten einen so vielschichtigen, komplexen Weißwein getrunken, der mit jedem Schluck seinen Charakter verändert. Wir rochen Bananen und Vanille, schmeckten Röstaromen und Vanille, Melonen, Aprikosen. Dazu war der Chardonnay weniger “buttrig” als gewöhnlich, so dass er uns deutlich mehr begeisterte als gedacht. Das Barrique ist merklich und bleibt noch lange auf der Zunge. Sehr spannend, was sich da im Mund alles so abspielt!

Kein Wein zum schnellen Trinken oder als “Küchenwein” zum Kochen. Eher einer, der bewusst getrunken werden will und förmlich schreit nach einer Essensbegleitung. Aber weder hatten wir den empfohlenen Vitello Tonnato zur Hand noch die absolut perfekt passende Gänseleberterrine.

Also haben wir ihn mit verschiedenen Leckereien aus dem Kühlschrank ausprobiert:

Brot mit Salzbutter: eher weniger empfehlenswert.

Brot mit Kalbsleberwurst: ja, aber zu würzig. Gänseleber wäre süßlicher und somit passender!

Käse: süßlicher Blauschimmel passt, nicht zu cremiger Camembert auch. Ziegenfrischkäse geht gar nicht.

Der Gewinner heißt: Frischkäsepaste mit Mango und Chili vom Wiesbadener Wochenmarkt! Wer hätte das gedacht? Der kräftige, charakterstarke Chardonnay kann sowohl mit dem süßlichen Mangoaroma als auch mit der feinen Chilischärfe mithalten. Klasse!

Chardonnay aus Rheinhessen also. Hat unseren Horizont erweitert und wird definitiv nachgekauft. Denn er ist ein “perfect match” zu Lachs, Gegrilltem, Kalb oder Geflügel mit leichter Sahnesauce…

Das Weingut Peth-Wetz produziert erst seit zehn Jahren eigenen Wein. Und erst seit 1991 ist die Anpflanzung von Chardonnay überhaupt in der Region zugelassen. Dabei ist der kalkhaltige Boden rund um Bermersheim prädestiniert für die Traube, die vor allem im französischen Burgund aber auch in der “neuen Welt” (Kalifornien, Südafrika, Australien, Neuseeland) große Gewächse hervorbringt. Das junge Weingut verschreibt sich dem Motto “Dem Wein Zeit geben!” und setzt dabei auf das Entfernen doppelter Triebe und dem Entblättern der dichten Laubwand an den Rebstöcken, um für eine maximale Sonneneinstrahlung zu Sorgen. Dickere Schalen, abgehärtetere Trauben sind die Folge. Das ergibt mehr Sonne, mehr Alkohol, und – nach eigener Aussage – weniger Pflanzenschutzmittel.

Der 2011 Chardonnay unfiltered von Peth-Wetz hat 14,3 % Alkohol, was für einen besonders lustigen 2. Weihnachtstag gesorgt hat! Außerdem 5,4g/l Säure und 0,7g/l Restsüße. Unter anderem hier für 13,80€/Flasche erhältlich.

Herzlichen Dank an Beate von Vinalia für die Erweiterung meines Horizonts. Ich liebe es, wenn meine Vorurteile widerlegt werden! :)

Für die Weinrallye #58 hat sich Thomas vom Winzerblog was Besonderes ausgedacht, bevor er aufbricht zu neuen Ufern: eine “alkoholische Wichtel-Variante“! Was für eine tolle Idee! Denn es gab keinerlei Vorgaben, so dass heute sicherlich die unterschiedlichsten Weinverkostungsnotizen gepostet werden. Ich spreche sicherlich für die gesamte Community, wenn ich mich bei Thomas für sein Engagement bedanke und alles Gute für die Zukunft wünsche. Ich jedenfalls bin schon gespannt, wo er wieder auftaucht!

Im Wichtel-Austausch habe ich Dorothée von Bushcook’s Kitchen einen im letzten Toskana-Urlaub entdeckten und eigen-importierten Chianti “Il Doccione” vom Weingut La Croce der Fratelli Zari geschickt. Dazu habe ich hier zusammen mit einigen weiteren Toskana-Tipps und -Impressionen schon mal etwas geschrieben:

“Zwischen Castellina in Chianti und Poggibonsi liegt das Weingut La Croce der Fratelli Zari (…) Draußen dann unromantisch Stahltanks und landwirtschaftliches Gerät – aber sowas hält den “Profi” ja nicht ab. Zumal schon allerhand Italiener mit Plastikkanistern und großen Korbflaschen (!) ihren Einkauf erledigten – ein absolutes Gütezeichen. Denn die heimische Bevölkerung kauft keinen Mistwein. Wer mir nicht glaubt, muss mal bei Mellini drauf warten, bis ein “echter” Italiener vorbeikommt… Also: Rein in den Verkaufsraum, Weine getestet, mit gebrochenem Italienisch klar gemacht: Wir sind im Himmel! (…)

Einen “Supertuscan” gibt es auch – blöd sind sie ja nicht, die Chianti-Classico-Weingüter. Der “Il Doccione” IGT Rosso (9€/Fl.) aus Sangiovese, Merlot und Cabernet reift 15 Monate im Barrique und schmeckt deutlich komplexer als die einfacheren Roten.”

Der Il Doccione passt meiner Meinung nach wunderbar zu Pasta al Ragu, Ossobuco oder Wildschweinbraten – eben der typisch toskanischen Bauernküche. Da Dorothée eine hervorragende Köchin und Weinkennerin ist, bin ich gespannt, wie ihr der Wein gefallen hat. Ich warte jedenfalls nervös auf den Blog-Beitrag, der heute hier ab 12.30h veröffentlicht wird!

Euch allen wünschen der bEdW und ich einen guten Rutsch in ein glückliches Jahr 2013 und immer ein gutes Fläschchen Wein im Keller – dann kann auch im neuen Jahr eigentlich nichts schief gehen! Cheers!

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