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Posts Tagged ‘Eintopf’

Der Mensch ist ja auch nur ein Säugetier. Und seit wir von den Bäumen gesprungen und uns den aufrechten Gang antrainiert haben, hat sich meiner Meinung nach auch gar nicht so viel geändert – vor allem, was die Essenszubereitung betrifft.

Als das Feuer entdeckt war, waberten schon die ersten Grilldüfte durch die Höhle, Männchen scharten sich um’s Feuer, warfen Knochen hinter sich, die ihre Frauen dann abnagen durften – bevor sie anschließend den Grillrost die Feuerstelle sauber machten.

Eine weitere typische Szene zwischen Herrn und Frau Steinzeitmensch stelle ich mir wie folgt vor: Er, ganz der selbstbewusste Jäger, schleppt ein komplettes, selbst erlegtes Mammut in die Höhle und artikuliert – mehr oder weniger elegant – “Weib, mach!” Daraufhin rückt sie den Fellumhang zurecht, steckt sich ein paar Knochen ins Haar und sieht zu, was sie mit so einem kompletten Vieh anfängt. Räuchern, pökeln, einlegen sind Errungenschaften, die vermutlich verzweifelte Hausfrauen erfanden, um der Jagdbeute Herr zu werden, die die holden Gatten vor die Höhle, die Holzhütte oder das Fachwerkhaus legten.

Auch Anne Boleyn hätte wahrscheinlich ihren hübschen Kopf behalten, …

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…wenn sie gewusst hätte, was sie mit den ganzen Fasanen, Kaninchen und Rehböcken anfangen soll, die der passionierte Jäger Henry Nummer Acht ihr vor das Schlafgemacht legte. (Zumindest hätte er sich sicherlich ein bisschen mehr Begeisterung für seine Jagdkünste gewünscht.)

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Heute gehen unsere Männer ja eher selten auf Jagd. Wobei der gewöhnliche Einkauf von Lebensmitteln gerne als ähnlich aufopferungsvoll und risikoreich dargestellt wird. Gesteigert wird die eigene Begeisterung über das Anlegen von Vorräten dann noch, indem ER zur Arbeit geht und IHR überlässt, aus dem Vorhandenen ein leckeres Abendessen zuzubereiten.

Bevor es zur Verwirrung kommt: Wir reden hier selbstverständlich bei Jagd- und sonstiger Beute IMMER von Fleisch. Bei unserem Beispiel übrigens von zwei Mettwürsten und zwei Kassler Rippchen. Und die schreien ja förmlich nach Grünkohl. Grünkohl?? Noch nie selber zubereitet! Nichtmal gegessen!!!

Also: Obwohl ohne jeden Bock auf herzhaftes Winteressen, bin ich selbstverständlich – und hier kommen wir dann zum Thema der Headline – bei schneidend kaltem Nordostwind 1 Grad plus in aller Hergottsfrühe um 11 Uhr vormittags auf das Grünkohlfeld den Wochenmarkt, um ein Kilo hiervon zu kaufen:

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Schöner frischer Grünkohl aus der Region – perfekt für usseliges Winterwetter und wunderbare Begleitung zu den erlegten Mettwürsten und Rippchen!

Die Herausforderung bestand natürlich darin, dass ich Grünkohl noch nie zubereitet/gegessen hatte. Woher soll ich also wissen, wie das Zeug schmecken muss? Zum Glück gibt es das Internet, diverse Basis-Kochbücher und meinen Telefonjoker. Ich war mir zumindest also bei der Zubereitung schon mal ziemlich sicher…

Denn Mettwürste und Rippchen waren ja nunmal im Haus. Also, ran an den Speck und Grünkohl gemacht! Ich hatte ja fast keine andere Wahl :)

Zutaten für 2 Personen (inkl. Resteportion zum Aufwärmen) in meiner Variante:

1 kg Grünkohl

2 Mettwürste

2 dünne Rippchen (Kassler)

6 mittlegroße, festkochende Kartoffeln

100 gr Bauchspeck

1 große Zwiebel

ca. 400 ml Gemüsebrühe

2 EL Senf

Salz

Pfeffer

Muskatnuss

2 EL Pflanzenöl

Für die Zubereitung braucht Ihr mind. 2 Stunden Zeit – besser sind 3-4 Stunden. So geht’s:

Jeweils ein Blatt Grünkohl vom Mittelstrunk schneiden und anschließend vom Blattstrunk die krausen, weicheren Teile runterschneiden oder -zupfen. (Blattstrünke können aufgehoben und z.B. für eine hausgemachte Gemüsebrühe verwendet werden). Das Ganze ist eine ziemliche Sträflingsarbeit, lohnt sich aber! Die Grühnkohlblätter kräftig waschen und – am besten in einer Salatschleuder Portion für Portion – ordentlich trocknen. Zwiebel fein hacken, Bauchspeck würfeln. Öl in einem sehr großen Topf erhitzen und den Bauchspeck darin auslassen. Dann die Hitze reduzieren und die Zwiebeln andünsten. Währendessen die Grünkohlblätter noch mal möglichst fein hacken und portionsweise zu den Zwiebeln geben. Umrühren, etwa die Hälfte der Brühe angießen, mit Salz, Pfeffer, Muskat und Senf würzen. Deckel zu und mindestens 90 min auf kleiner Flamme köcheln lassen.

Zwischendrin könnt Ihr immer mal schauen, ob Ihr noch mehr Brühe zugießen müsst. Unser Grünkohl war recht trocken. Aber besser gießt Ihr nach, als dass der Kohl schon zu Beginn schwimmt.

Kartoffeln schälen, vierteln und in gesalzenem Wasser fast gar kochen. Sie sollten aber noch nicht ganz durch sein!

Je nachdem, wie fest die Grünkohlblätter sind und wie zerkocht Ihr den Kohl mögt, könnt Ihr auch 2 oder 2,5 Stunden Garzeit einplanen. Das Gemüse wird eigentlich immer leckerer.

Sobald der Kohl gut ist, gebt Ihr die Mettwürste und die Rippchen auf den Kohl, schließt den Deckel wieder und lasst das Fleisch garen. Das dauert etwa eine halbe Stunde – je nach Dicke des Fleisches.

Kurz vor Ende der Garzeit nehmt Ihr das Fleisch heraus, hebt die Kartoffelstücke unter den Kohl und legt das Fleisch wieder obenauf. Deckel zu, ziehen lassen. Etwa weitere 5-10 Minuten.

Achtung! Speck, Rippchen und Mettwürste – vor allem, wenn Ihr Letztere anstecht – geben noch mal ordentlich Salz und Aroma ab. Ihr solltet den Kohl also nicht zu stark würzen.

Serviert wird das Ganze in tiefen Tellern oder zumindest in Tellern mit Rand. Dazu noch einen Klecks Senf. Vor allem aber ein eiskaltes herbes Bier aus dem Norden – und hinterher einen Schnaps!

Grünkohl ist alles andere als ein elegantes Gemüse. Die deftige Zubereitung mit Kartoffeln, Mettwürstchen (im Norden “Pinkel”-Würsten) und ordentlich Alkohol lässt die bäuerliche Herkunft schon erahnen. Die Schweizerin Marie-Isabell hat mir auf Facebook sogar verraten, dass der Grünkohl in der Schweiz “Deutsches Kriegsfutter” hieß – nicht gerade schmeichelhaft… (weder für “uns” noch für das Gemüse)

Aber der Geschmack ist wirklich herrlich! Er liegt irgendwo zwischen Spinat und Wirsing mit einer leicht süßlichen Note, die der Kohl durch den Frost bekommt. Unfassbar, dass dieses Essen bisher an mir vorübergezogen ist – obwohl ich doch so ein großer Norddeutschland- und Nordsee-Fan bin! Solange die Saison dauert, werden wir sicherlich noch mal Grünkohl zubereiten. Und Ihr?

Ach, übrigens: Die selbstlose und trotzdem scheinbar überzeugende Zubereitung des (morgens noch fremden) Gemüses trotz Unlust auf Winterkohl und unter Berücksichtigung der vorhandene Fleischvorräte haben den bEdW zu Begeisterungsstürmen veranlasst. Kopf bleibt drauf, die Höhle bleibt friedlich – happy wife, happy life :-)

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Fröhliches neues Jahr, Ihr Lieben! Ich hoffe, Ihr seid gut  “reingerutscht”! Möget Ihr im neuen Jahr immer einen heißen Teller Suppe (ok, im Sommer lieber kalte!) zur Hand haben…

An einem knackig-kalten Herbstwochenende waren wir im Westerwald und haben uns im Hotel Röttger in Rennerod herzhafte Wild-Dauerwürstchen mitgenommen – die perfekte Einlage für einen winterlichen Wirsingeintopf.

Für einen großen Topf benötigt Ihr folgende Zutaten (Reste lassen sich prima einfrieren):

1 kleiner Wirsing

4 festkochende Kartoffeln, geschält und grob gehackt

150 gr gemischtes Hackfleisch

eine Scheibe Pancetta, kleingeschnitten

2 Zwiebeln, in Ringe geschnitten

1 l Gemüsebrühe

1 EL Pflanzenöl

Salz, Pfeffer, Muskatnuß

optional: Wildknacker oder andere herzhafte Wurst-Einlage (Bratwurst, Salami, Landjäger…)

Zubereitung:

Öl in einem großen Topf erhitzen. Pancetta auslassen. Zwiebeln und Hackfleisch anbraten. Wirsing waschen, abtropfen und grob hacken. Zusammen mit den Kartoffeln in den Topf geben. Mit Gemüsebrühe aufgießen und mindestens 20 Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.

Die Suppe ist fertig, sobald die Kartoffeln gar sind.

In großen Suppenschalen anrichten und die Wildknacker hineinschneiden.

Dazu passt eine dicke Scheibe Sauerteigbrot. Durch das Fleisch und die Kartoffeln benötigt der Eintopf aber keine Beilage.

Und womit wärmt Ihr Euch nach einem Winterspaziergang auf?

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“Meine Suppe ess’ ich nicht! Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!” Man, was hat mich der Suppenkaspar im “Struwwelpeter” genervt als Kind. Andere Figuren fand ich ja ziemlich spannend: Der fliegende Robert mit seinem Schirm (würde das auch bei mir klappen?), die zündelnde Pauline mit ihren Kätzchen (“Miau-Mioh, Miau-Mioh”) …

Auch das Daumenabschneiden fand ich dermaßen grotesk übertrieben, dass mir – ganz Kind der späten 70er – der autoritäre Erziehungsansatz des Frankfurter Arztes und Struwwelpeter-Autors Heinrich Hoffmann keine Angst machte. Eher fand ich die Mutter ein bissl strange: “Konrad, sagt die Frau Mama, ich geh’ aus und Du bleibst da!” Wie ist’n die drauf?

Gekippel auf dem Stuhl wie beim Zappelphilipp war eine zeitlang Volkssport bei meiner Schwester und mir. Fingernägel- und Haareschneiden fand ich sowieso doof. (Unser Dorffriseur Herr Kuhn hatte jedenfalls das kratzigste Kreppband für den Hals, das man sich vorstellen kann.) Volle Sympathie also für den Struwwelpeter!!

Später im Studium der Kinder- und Jugendbuchforschung (Wer hat da gerade “Orchideen” gesagt??) waren dann der Struwwelpeter und seine Adaptionen, die so genannten Struwwelpetriaden, immer wieder Thema. Ein Besuch im Frankfurter Struwwelpeter-Museum kann ich noch heute jedem empfehlen.

Einzig den Suppenkaspar fand ich immer schon komisch. Was hat der gegen Suppe? (Null Toleranz übrigens gegenüber Leuten, die von sich selbst sagen: “Ich bin ein richtiger Suppenkaspar!”. Leute, der Suppenkaspar mochte Suppe NICHT. Himmel!)H Hoffmann Struwwel 18

(Heinrich Hoffmann [Public domain], via Wikimedia Commons)

Ich jedenfalls war immer schon Suppenfan. Ob als Gemüsecremesuppe, klarer Erbensuppe mit Eierschwämmchen oder Linsensuppe mit Frankfurter Würstchen – in Suppenform nahm ich sogar Sachen zu mir, die ich sonst nie im Leben gegessen hätte (Außer Rosenkohl! Das bleibt bis heute so!).

Deswegen freue ich mich auch immer aus Suppen-Neuentdeckungen from all over the world. Denn Suppen gibt’s in fast jeder Kultur: Auf’s Feuer stellen, aus wenig viel machen, Resteverwertung, schmackhaft, mit Wasser strecken und noch ein paar Mäuler mehr füttern… Perfekt in allen Epochen, in allen Ecken der Welt. 

Für Zorras jährlichen Adventskalender, an dem ich die Freude habe teilnehmen zu dürfen, habe ich Euch einen orientalischen Eintopf ausgesucht, der sich fast von selbst macht, während Ihr Päckchen schnürt, den Tannenbaum schmückt oder letzte Geschenke sucht. Apropos Geschenke: Bei Zorra gibt es heuer jede Menge Geschenke zu gewinnen. Unbedingt reinschauen und mitmachen! Das lohnt sich echt!

Außerdem sorgen jede Menge herrliche Gewürze dafür, dass ordentlich aufgeräumt wird im Magen. Bei all dem fetten Essen im Advent nicht zu verachten!

Darf ich vorstellen: Harira, ein nordafrikanischer Lammeintopf mit Kichererbsen und Koriander.

Harira

Harira ist im Ramadan häufig das Erste, was Gläubige seit dem Sonnenaufgang zu sich nehmen. Kein Wunder also, dass der Eintopf ein richtiger Sattmacher ist. Aufwärmen und Einfrieren ist auch kein Problem. Die perfekte Suppe also für stressige Zeiten!

Ich habe aus den verschiedensten Harira-Rezepten und eigenen Vorlieben die für uns schmackhafteste Zusammenstellung gefunden. Ihr könnt aber natürlich variieren und beispielsweise Lamm durch Rind ersetzen, weniger Schärfe reingeben oder Koriander weglassen etc.

“Unsere” Zutaten für 4 Personen:

400 gr aus der Lammschulter, in mundgerechte Stücke geschnitten

2 Zwiebeln, fein gehackt

3 Knoblauchzehen, fein gehackt

600 ml Rinderfond

800 gr Kichererbsen aus der Dose (getrocknete sonst am Abend vorher einweichen!)

2 EL Olivenöl

1 EL Harissa (scharfe Paprikawürzpaste, die es u.a. in türkischen Supermärkten gibt)

1 EL Pul Biber (getrocknete scharfe Paprikaflocken, ebenfalls in türkischen Läden erhältlich. Alternativ 1 TL  Cayennepfeffer)

1 TL Ingwer, fein gehackt oder gerieben

1 EL brauner Zucker

1/2 TL Garam Masala (Alternativ: Ras el Hanout oder notfalls weglassen)

2 TL Cumin (Kreuzkümmel, gemahlen)

2 TL Paprikapulver edelsüß

1/2 TL gemahlene Nelken

1 Lorbeerblatt

2 EL Tomatenmark

ca 700 gr stückige Tomaten aus der Dose

Salz, Pfeffer

Pro Person 1 EL schwarze Oliven ohne Stein, gehackt

Korianderbläter, fein gehackt, zum Garnieren

Joghurt, zum Garnieren

So geht’s:

Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Tomatenmark darin anrösten. Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer glasig andünsten. Dann Lammstücke portionsweise scharf anbraten und komplett in den Topf geben. Alle Gewürze, Lorbeerblatt und den Zucker zugeben, mit dem Fleisch und den Zwiebeln vermischen, bis es richtig heftig duftet in der Küche!

Rinderfond zugießen, umrühren und zum Kochen bringen. Kichererbsen und die Tomaten hineingeben, umrühren und alles zugedeckt bei mittlerer Hitze etwa 90 Minuten köcheln lassen. Zwischendrin immer mal umrühren, Duft einatmen und prüfen, ob das Fleisch schon zart ist. Gegebenenfalls mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die fertige Suppe in tiefe Schalen füllen und mit den gehackten Oliven, einem Klecks Joghurt und den gehackten Korianderblättern servieren. Dazu passt natürlich herrlich türkisches Fladenbrot und – weniger authentisch – ein eiskaltes Bier!

Ich wünsche Euch und Euren Lieben eine friedliche Vorweihnachtszeit, kuschelige Feiertage und einen guten Rutsch in ein glückliches 2013.

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Sorry, noch mal ein heißes Suppenrezept. Aber diese Kälte macht mich auch echt fertig. Damit habe ich wirklich nicht gerechnet, als ich Anfang Januar in den Urlaub geflogen bin. Ich hätte gedacht, dass der Winter so mild ausklingt, wie er angefangen hat und wir nach unserer Rückkehr schon bald in Frühlingslaune kommen würden… HAHA!

Stattdessen ist es klirrend kalt, die Nasenlöcher frieren zu, die Tagescreme bröckelt vom Gesicht (Ohne Mist! Ist mir in München bei -18 Grad passiert!) und der Sonntagsspaziergang ist nach 30 Minuten schon zu Ende.

Aber da muss der Hobbykoch halt die Gunst der Stunde nutzen und all das kochen, wofür November und Dezember zu mild waren – etwa den Fineeintopf” von Heike, der so heißt, weil Hund Fine mal einen ganzen Topf verschmaust hat. UND ICH KANN FINE VERSTEHEN!! Damn, war das lecker! Der Schafskäse gibt dabei unbedingt den Ausschlag. Die salzig-cremige Konsistenz zu Hackfleisch und knackigem Gemüse sind eine tolle Überraschung und machen das Gericht so richtig herzhaft und deftig. Nur gut, dass Fine nicht in unserer Küche war, sonst hätten wir zwei ganz schön miteinander gekämpft :)

Ich habe mich eng an Heikes Rezept gehalten. Allerdings mit folgenden Abweichungen:

  • In die Brühe kamen noch 3 Lorbeer-Blätter (bevor das arme Bäumchen erfriert!)
  • Zusätzlich zum Hackfleisch habe ich noch eine Merguez (würzige Bratwurst aus Marokko) kleingeschnitten und mitgekocht
  • Als Gemüse gab es bei uns: Sellerieknolle, 2 Karotten, Lauch, Kartoffeln, Stangensellerie, Petersilienwurzel, rote Paprika

Das Schöne am Fineeintopf ist aber, dass jedes Gemüse schmeckt – je nachdem, was Saison und Markt hergeben!

Dazu hatten wir zum Kochen einen Sauvignon Blanc – gut, aber für rund 8,- Euro (real) zu teuer.

Zum Essen gab’s dann einen Syrah aus der Pfalz – kräftig, erdig , perfekt zum Eintopf und schön wärmend.

 

Weil wir uns beim Einkauf des Gemüses auf dem Wochenmarkt Nasen und Finger blau gefroren haben und bei der Kälte der Wein ziemlich ins Blut steigt (also richtig blau waren wir nicht… eher so angeschickert… also quasi hellblau!), ist das mein augenzwinkernder Beitrag zum wirklich verflixt schwierigen Blog-Event “Hellblau” im Februar – in der Hoffnung, dass ich noch irgendwo ein bisschen Blue Curacao auftreibe und eine Jugend-Urlaubs-Erinnerung wiederbelebe: Den Eisbecher “Fjord” aus dem “Goldenen Anker” im Nordsee-Städtchen Tönning.
HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

PS: Und am Freitag gibt’s mal keine Suppe, sondern ein hübsches Glückspaket zum Wochenende… :)

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Pollo alla Cacciatore – also Huhn nach Jägerart – ist ein Klassiker der italienischen Küche, weshalb es auch gefühlt eine Million Rezepte gibt. Wahrscheinlich hat jede Nona ihr eigenes. Und wahrscheinlich orientiert es sich nach Jahreszeit und Familiengeschmack.

Ich habe mich ein bisschen an Jamie Oliver orientiert, die Wikipedia bemüht und ansonsten einfach das Angebot auf dem Wochenmarkt bestimmen lassen. Herausgekommen ist unser ganz eigenes Rezept für Pollo alla Cacciatore:

Für 2 Personen hatten wir folgende Zutaten im Einkaufskorb:

Drei Hühnerschenkel mit Haut

1 Dose Tomaten

1 EL Tomatenmark

2 Zweige Rosmarin

4 Zweige Thymian

4 Stengel Petersilie

2 Lorbeer-Blätter

3 Knoblauchzehen

1 mittelgroße Zwiebel

1/4 Habanero-Chili (ersatzweise eine halbe normale Chilischote oder nach Belieben)

eine kleine Handvoll schwarze Oliven ohne Stein

1 Karotte

1 rote Paprika

1 mittelgroße Kartoffel

2 Stangen Sellerie

1/2 Flasche Chianti (oder anderen Sangiovese-Wein)

4 Sardellenfilets (in Salz eingelegt)

Salz, Pfeffer, Prise Zucker

etwas Olivenöl zum Anbraten

etwas Mehl

Die Zubereitung dauert mindestens 2,5 Stunden – eher länger. Das Gericht ist also nichts, wenn einen spontan der Hunger überfällt. Dafür lässe es sich – gerade auch für Gäste – wunderbar vorbereiten, da es sich im Ofen quasi selbst gart.

Und so wird’s gemacht:

Hühnerschenkel waschen, trockentupfen und mit Salz und Pfeffer einreiben. In eine Schüssel legen, den Wein dazu gießen und den Rosmarin, Lorbeerblätter und 2 angedrückte Knoblauchezehen hinzugeben. Die Hühnerteile sollten bedeckt sein und mindestens eine Stunde oder länger in der Marinade ziehen.

Wenn das Huhn fast fertig mariniert ist, kann man schon mal mit den weiteren Schritten anfangen: Das Gemüse in nicht zu winzige Würfel schneiden, Knoblauch und Zwiebel schälen und fein hacken, Petersilie hacken. Sardellenfilets gut abspülen. Ofen auf etwa 180 Grad vorheizen.

Hühnchen aus der Marinade nehmen (nicht wegschütten!!!), gut abtropfen lassen und mit Küchenkrepp abtupfen, anschließend mit etwas Mehl bepudern und einreiben. Bräter oder ofenfeste Pfanne auf den Herd stellen, Öl erhitzen und die Hähnchenteile darin anbraten, bis sie knusprig braun sind. Herausnehmen und zur Seite stellen. Dann im Bräter das Tomatenmark anrösten. Knoblauch und Zwiebel anschwitzen. Oliven und Sardellen hinzugeben und unter Rühren noch etwas mitrösten. Die Tomaten aus der Dose, die Habanero sowie die Gemüsewürfel hinzugeben und mit der Marinade aufgießen. (Evtl. nicht gleich die komplette Marinade verwenden, sondern erstmal gucken, wie flüssig die Sauce ist. Man kann gegen Ende immer noch etwas Marinade hinzugießen).

Jetzt alles auf dem Herd einmal zu Kochen bringen und die Hühnchenteile obenauf legen, mit der Haut nach oben. Zudecken und ab in den Ofen für mindestens eine Stunde oder länger.

Nach der Garzeit den Bräter (Vorsicht beim Öffnen der Backofentür: Dampf!!) aus dem Backofen nehmen und auf den Herd stellen. Die Hühnchenteile herausnehmen und noch mal im Backofen unterm Grill knusprig grillen (unbedingt darauf achten, dass es nicht zu lange ist!). Währendessen den Sugo im Bräter aufkochen und etwas einreduzieren lassen. Evtl. Öl an der Oberfläche abschöpfen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Lorbeer, Rosmarin und Thymian herausfischen.

Zum Anrichten den Sugo in tiefe Teller geben und je eine Hühnerkeule obenauf legen. Mit Petersilie bestreuen und mit Ciabatta servieren.

Dazu MUSS eigentlich die restliche Flasche Chianti getrunken werden. Aber dieses Opfer bringt auch der Jäger sicherlich gern ;-)

Bei “Jägerart” denkt man ja eigentlich immer erstmal an eklige-braune Sauce mit Dosen-Champignons, die über Schnitzel gegossen und in Vereinsheimsgaststuben serviert werden. Urgh. Diese italienische Variante der “Jägerart” zeigt mal wieder, warum die italienische Küche so beliebt ist: frische Zutaten, knackiges Gemüse, feine Kräuter und viel Zeit machen das Sugo herzhaft und doch nicht schwer. Gleichzeitig schmeckt das Huhn wunderbar beschwipst und kräuterig. Wer dann noch das Brot in die Sauce tunkt, ist versöhnt mit “Jägerart”. Das verspreche ich Euch!

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Auch wenn ich der galoppierenden Übervermarktung von TV-Köchen kritisch gegenüberstehe und Jamie Oliver immer auf mich wirkt, als wäre er vom Bett direkt in die Küche gegangen (ohne Umweg über’s Bad), finde ich seine Rezepte doch meist sehr ansprechend und seine Kochweise irgendwie pragmatisch-sympathisch.

Deshalb habe ich auch nicht gezögert, als ich auf der Suche nach einem schnellen, spicy Essen auf das Rezept South Indian Rice and Seafood Soup  (englisch) auf der Jamie-Oliver-Website gestoßen bin.

Ich habe mich sogar ziemlich an’s Rezept gehalten und nur das Wasser sowie die Hälfte der Kokosmilch durch Gemüsebrühe ersetzt – sonst wäre es mir etwas zu ölig geworden. Als fischige Einlage gab’s Kabeljau und Shrimps, was wirklich toll geschmeckt hat. Beim nächsten Mal versuche ich, Krebsfleisch zu finden. Das gibt dann sicher noch mehr Aroma.

Die Suppe ist eigentlich eher ein breiiger Eintopf und macht richtig satt. Reste können auch am nächsten Tag noch gegessen werden – dann aber ruhig etwas Wasser oder Brühe unterrühren.

Ein Rezept, das ich unbedingt wieder machen werde! Zumal die Zubereitungszeit von rund 45 Minuten auch abends noch mal drinhängt…

Seid Ihr alle Jamie-Fans? Oder steht Ihr der 360°-Vermarktung auch etwas skeptisch gegenüber?

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