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Posts Tagged ‘Gewürze’

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“Meine Suppe ess’ ich nicht! Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!” Man, was hat mich der Suppenkaspar im “Struwwelpeter” genervt als Kind. Andere Figuren fand ich ja ziemlich spannend: Der fliegende Robert mit seinem Schirm (würde das auch bei mir klappen?), die zündelnde Pauline mit ihren Kätzchen (“Miau-Mioh, Miau-Mioh”) …

Auch das Daumenabschneiden fand ich dermaßen grotesk übertrieben, dass mir – ganz Kind der späten 70er – der autoritäre Erziehungsansatz des Frankfurter Arztes und Struwwelpeter-Autors Heinrich Hoffmann keine Angst machte. Eher fand ich die Mutter ein bissl strange: “Konrad, sagt die Frau Mama, ich geh’ aus und Du bleibst da!” Wie ist’n die drauf?

Gekippel auf dem Stuhl wie beim Zappelphilipp war eine zeitlang Volkssport bei meiner Schwester und mir. Fingernägel- und Haareschneiden fand ich sowieso doof. (Unser Dorffriseur Herr Kuhn hatte jedenfalls das kratzigste Kreppband für den Hals, das man sich vorstellen kann.) Volle Sympathie also für den Struwwelpeter!!

Später im Studium der Kinder- und Jugendbuchforschung (Wer hat da gerade “Orchideen” gesagt??) waren dann der Struwwelpeter und seine Adaptionen, die so genannten Struwwelpetriaden, immer wieder Thema. Ein Besuch im Frankfurter Struwwelpeter-Museum kann ich noch heute jedem empfehlen.

Einzig den Suppenkaspar fand ich immer schon komisch. Was hat der gegen Suppe? (Null Toleranz übrigens gegenüber Leuten, die von sich selbst sagen: “Ich bin ein richtiger Suppenkaspar!”. Leute, der Suppenkaspar mochte Suppe NICHT. Himmel!)H Hoffmann Struwwel 18

(Heinrich Hoffmann [Public domain], via Wikimedia Commons)

Ich jedenfalls war immer schon Suppenfan. Ob als Gemüsecremesuppe, klarer Erbensuppe mit Eierschwämmchen oder Linsensuppe mit Frankfurter Würstchen – in Suppenform nahm ich sogar Sachen zu mir, die ich sonst nie im Leben gegessen hätte (Außer Rosenkohl! Das bleibt bis heute so!).

Deswegen freue ich mich auch immer aus Suppen-Neuentdeckungen from all over the world. Denn Suppen gibt’s in fast jeder Kultur: Auf’s Feuer stellen, aus wenig viel machen, Resteverwertung, schmackhaft, mit Wasser strecken und noch ein paar Mäuler mehr füttern… Perfekt in allen Epochen, in allen Ecken der Welt. 

Für Zorras jährlichen Adventskalender, an dem ich die Freude habe teilnehmen zu dürfen, habe ich Euch einen orientalischen Eintopf ausgesucht, der sich fast von selbst macht, während Ihr Päckchen schnürt, den Tannenbaum schmückt oder letzte Geschenke sucht. Apropos Geschenke: Bei Zorra gibt es heuer jede Menge Geschenke zu gewinnen. Unbedingt reinschauen und mitmachen! Das lohnt sich echt!

Außerdem sorgen jede Menge herrliche Gewürze dafür, dass ordentlich aufgeräumt wird im Magen. Bei all dem fetten Essen im Advent nicht zu verachten!

Darf ich vorstellen: Harira, ein nordafrikanischer Lammeintopf mit Kichererbsen und Koriander.

Harira

Harira ist im Ramadan häufig das Erste, was Gläubige seit dem Sonnenaufgang zu sich nehmen. Kein Wunder also, dass der Eintopf ein richtiger Sattmacher ist. Aufwärmen und Einfrieren ist auch kein Problem. Die perfekte Suppe also für stressige Zeiten!

Ich habe aus den verschiedensten Harira-Rezepten und eigenen Vorlieben die für uns schmackhafteste Zusammenstellung gefunden. Ihr könnt aber natürlich variieren und beispielsweise Lamm durch Rind ersetzen, weniger Schärfe reingeben oder Koriander weglassen etc.

“Unsere” Zutaten für 4 Personen:

400 gr aus der Lammschulter, in mundgerechte Stücke geschnitten

2 Zwiebeln, fein gehackt

3 Knoblauchzehen, fein gehackt

600 ml Rinderfond

800 gr Kichererbsen aus der Dose (getrocknete sonst am Abend vorher einweichen!)

2 EL Olivenöl

1 EL Harissa (scharfe Paprikawürzpaste, die es u.a. in türkischen Supermärkten gibt)

1 EL Pul Biber (getrocknete scharfe Paprikaflocken, ebenfalls in türkischen Läden erhältlich. Alternativ 1 TL  Cayennepfeffer)

1 TL Ingwer, fein gehackt oder gerieben

1 EL brauner Zucker

1/2 TL Garam Masala (Alternativ: Ras el Hanout oder notfalls weglassen)

2 TL Cumin (Kreuzkümmel, gemahlen)

2 TL Paprikapulver edelsüß

1/2 TL gemahlene Nelken

1 Lorbeerblatt

2 EL Tomatenmark

ca 700 gr stückige Tomaten aus der Dose

Salz, Pfeffer

Pro Person 1 EL schwarze Oliven ohne Stein, gehackt

Korianderbläter, fein gehackt, zum Garnieren

Joghurt, zum Garnieren

So geht’s:

Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Tomatenmark darin anrösten. Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer glasig andünsten. Dann Lammstücke portionsweise scharf anbraten und komplett in den Topf geben. Alle Gewürze, Lorbeerblatt und den Zucker zugeben, mit dem Fleisch und den Zwiebeln vermischen, bis es richtig heftig duftet in der Küche!

Rinderfond zugießen, umrühren und zum Kochen bringen. Kichererbsen und die Tomaten hineingeben, umrühren und alles zugedeckt bei mittlerer Hitze etwa 90 Minuten köcheln lassen. Zwischendrin immer mal umrühren, Duft einatmen und prüfen, ob das Fleisch schon zart ist. Gegebenenfalls mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die fertige Suppe in tiefe Schalen füllen und mit den gehackten Oliven, einem Klecks Joghurt und den gehackten Korianderblättern servieren. Dazu passt natürlich herrlich türkisches Fladenbrot und – weniger authentisch – ein eiskaltes Bier!

Ich wünsche Euch und Euren Lieben eine friedliche Vorweihnachtszeit, kuschelige Feiertage und einen guten Rutsch in ein glückliches 2013.

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Wenn es wieder etwas kühler wird, kann man sich mit vielen Gewürzen ein bisschen Exotik und Wärme ins Haus holen. Die orientalische Variante von “Frikadelle mit Salat” sind Köfte mit Fattoush – also Lammhackbällchen mit einem syrischen Brot-Salat. Da schmatzt nicht nur der Sultan!

Ein Rezept für Fattoush findet Ihr hier im Blog.

Als Dip könnt Ihr Joghurt mit fein gehackter Petersilie, etwas gehackter Minze, Salz und Zitronensaft verrühren.

Für die Köfte (reicht für 4 Personen) benötigt Ihr folgende Zutaten:

1 kg Lammhackfleisch vom Metzger des Vertrauens (Rindfleisch geht auch, ebenso eine halb/halb Mischung)

1 feingehackte Zwiebel

2 sehr fein gehackte Knoblauchzehen

etwa 2 EL fein gehackte Petersilie

4-5 Blätter Minze, fein gehackt

3 TL Ras el Hanout (ein gutes Rezept zum Selbermachen findet Ihr bei Tina)

Salz, Pfeffer

1 EL neutrales Pflanzenöl

optional: etwas Feta

So geht’s:

Alle Zutaten gut vermischen (geht am Besten mit den Händen!) und zu Fleischbällchen formen – je kleiner, desto knuspriger. Das ist aber Geschmacksache. Wer größere “Frikadellen” mag, macht einfach größere…

Das Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Nun die Köfte in die Pfanne geben und gut anbraten. Die Hitze drosseln und die Köfte jetzt noch durchgaren lassen. Das dauert – je nach Größe – durchaus 20-30 Minuten. Das Fleisch sollte in jedem Fall durchgebraten aber noch saftig sein.

Zusammen mit dem Fattoush und etwas Joghurt-Dip servieren und sich wie ein schmatzender Sultan fühlen!

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Wenn ich mal wieder richtig Bock auf indische Kocherei habe – so richtig mit Gewürz- und Mörserorgie – lasse ich mich immer gerne von Tinas Blog inspirieren. Hier finden sich zahlreiche authentische, sehr gut beschriebene und nachkochbare Gerichte aus allen Regionen Indiens. Es gibt zwar auch unzählige englischsprachige Blogs zur indischen Küche, die einem tatsächlich das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Aber bei Tina gibt’s kurz und knackig mit appetitlichen Bildern auch noch Infos zum Einkauf, zur Herkunft des Rezepts sowie viele Tipps, die ich einfach nicht missen will. Bisher ist mir jedenfalls noch alles gelungen, was ich nachgekocht habe – und geschmeckt hat es auch!

Jedenfalls war mir neulich wieder danach, den Turban aufzusetzen, das Thali-Geschirr hervorzuholen, gefühlte 85 Gewürze zu mörsern und loszulegen.

Es gab Chicken Rizzala

und ein Kichererbsencurry (komplett vegetarisch).

Das Chicken Rizzala war wegen der vielen Kräuter (Minze, Koriander) sehr frisch und leicht mit zahlreichen Aromen, die auf der Zunge tanzen. Am liebsten möchte ich, dass dieser Geschmack gar nicht mehr aufhört… Auch wenn Tina es als “Sommer”-Curry bezeichnet, könnte ich mich da auch im Herbst und Winter hineinknien :). Kichererbsencurry gab es immer schon mal bei uns. Es ist – wenn man die Einweichzeit nicht berücksichtigt bzw. auf Dosen-Kichererbsen zurückgreift – auch mal ein schnelles After-work-Curry, das sich abends zubereiten lässt, wärmt, sättigt und auch Vegetarier-Gäste begeistert!

Wer eine Beilage benötigt, kann Reis oder Naan reichen. Die Kichererbsen machen aber schon ganz schön satt, so dass eigentlich eine kleine Menge reicht. Um möglichst viel Sauce auftunken zu können, haben wir Reis gemacht.

Insgesamt habe ich mich eng an die Rezepte bei Tina gehalten, weil ich ihr da mittlerweile blind vertraue. Da ich mich aber relativ spontan dazu entschlossen hatte, indisch zu kochen, habe ich die jeweils schnellere Variante gewählt. Das heißt: Dosen-Kichererbsen für das Kichererbsencurry (da entfällt die Einweichzeit über Nacht und auch die Kochzeit verringert sich!) und fertige Röstzwiebeln (waren noch von einer Hot-Dog-Sause übrig) für die Gewürzpaste für das Rizzala. Beide Gerichte haben uns sehr gut geschmeckt – es kann aber durchaus sein, dass eingeweichte Kichererbsen und “echte” Röstzwiebeln noch den entsprechenden Kick geben. Beim nächsten Mal probiere ich also die zeitintensivere Variante mal aus und werde testen.

Außerdem habe ich bei beiden Rezepten etwas mehr Schärfe zugegeben. Und gekocht wird bei mir mit Ghee und nicht mit Butter. Wer häufiger indisch kocht, kann sich eine Dose Ghee im Asialaden kaufen. Für Nur-mal-ab-und-zu-indisch-Kocher tut es aber auch Butter oder Pflanzenöl.

An dieser Stelle ziehe ich den Turban, verbeuge mich tief und sage “Dankeschön” an Tina Foodina, die unser Thali-Geschirr immer mal wieder zum Klappern bringt :)

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Wir lieben BABY!!!

Und wir lieben den August, der ja doch noch die Ehre des Sommers 2011 zu retten scheint!

Wir lieben auch unsere Kräuter (und was man mit ihnen machen kann – s.u.)!!

Wir lieben Fleisch (und unseren neu entdeckten Metzger!)!!

Wir lieben aber auch Fisch: Pro Person einen Wolfsbarsch (entschuppt und ausgenommen) mit Rosmarin, Petersilie, Schnittlauch und Thymian sowie zwei Scheiben Zitrone füllen, mit Olivenöl einreiben, salzen und pfeffern (innen und außen).

Wir lieben diese irre Tomaten-Saison mit herrlichen aromatischen Tomaten der Gärtnerei Stoll – hier angemacht mit Vietnamesischem Koriander, Basilikum, Olivenöl, Meersalz, weißem Pfeffer und weißem Balsamico-Essig!

Wir lieben Merguez - die scharfe orientalische Lammwurst – und (ich wiederhole mich!) unseren Metzger, der diese feine, trockene, würzige Wurst verkauft, die so viel Durst macht! Wir lieben auch, dass dazu selbst gemachtes Tomatenketchup und Tabouleh passen, die uns zusammen mit der Merguez in einen kleinen Orient-Urlaub schicken!

Wir lieben unsere Kräuter auch deshalb, weil man aus ihnen super schnell leckere Kräuterbutter machen kann: Ein Viertel einer Butterpackung vermischen mit fein gehackten Kräutern (jeweils einige Blättchen Thymian, Rosmarin, Oregano, Petersilie, Zitronenverbene), 1 TL Currypulver (am besten hausgemacht), je einer Prise Cayennepfeffer und scharfem Paprikapulver, Salz und etwas Pfeffer.

Wir lieben die Wiesbadener Senf- und Marmeladenmanufaktur “The Princess Revolution“, die zum Beispiel ein prima Apfel-Thymian-Gelee anbietet, das sooooo herrlich zu Lamm passt und einen direkt in die Provence beamt:

Wir lieben den August 2011!!!!!!!!!!!!

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Auch wenn ich der galoppierenden Übervermarktung von TV-Köchen kritisch gegenüberstehe und Jamie Oliver immer auf mich wirkt, als wäre er vom Bett direkt in die Küche gegangen (ohne Umweg über’s Bad), finde ich seine Rezepte doch meist sehr ansprechend und seine Kochweise irgendwie pragmatisch-sympathisch.

Deshalb habe ich auch nicht gezögert, als ich auf der Suche nach einem schnellen, spicy Essen auf das Rezept South Indian Rice and Seafood Soup  (englisch) auf der Jamie-Oliver-Website gestoßen bin.

Ich habe mich sogar ziemlich an’s Rezept gehalten und nur das Wasser sowie die Hälfte der Kokosmilch durch Gemüsebrühe ersetzt – sonst wäre es mir etwas zu ölig geworden. Als fischige Einlage gab’s Kabeljau und Shrimps, was wirklich toll geschmeckt hat. Beim nächsten Mal versuche ich, Krebsfleisch zu finden. Das gibt dann sicher noch mehr Aroma.

Die Suppe ist eigentlich eher ein breiiger Eintopf und macht richtig satt. Reste können auch am nächsten Tag noch gegessen werden – dann aber ruhig etwas Wasser oder Brühe unterrühren.

Ein Rezept, das ich unbedingt wieder machen werde! Zumal die Zubereitungszeit von rund 45 Minuten auch abends noch mal drinhängt…

Seid Ihr alle Jamie-Fans? Oder steht Ihr der 360°-Vermarktung auch etwas skeptisch gegenüber?

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Chai, also der starke indisch gewürzte Schwarztee, ist oft ein ziemliches Gehampel in der Zubereitung: erst muss man die Gewürze anrösten, dann mit dem Tee ewig kochen, alles durch’s Sieb gießen und so weiter… Aber wenn man trotzdem mal einen leckeren gewürzten Tee trinken will (und nicht auf die völlig übersüßten Fertigprodukte zurückgreifen möchte), kann man das auch etwas weniger zeitaufwendig haben.

Ihr braucht folgende Zutaten für eine große Tasse:

2 TL schwarzer Tee (Assam ist besonders kräftig, Darjeeling etwas milder. Und wer den Tee abends trinkt, sollte vielleicht eine entkoffeeinierte Variante wählen. Gute entkoffeeinierte Schwarztees gibt es beispielsweise im Teeladen auf der Sendlinger Straße oder bei großen Teeversendern wie Paul Schrader)

Samen aus 2 Kapseln braunem Kardamom (grüner ist weniger intensiv, geht aber auch)

2 Nelken

1/2 TL Koriandersamen

1 cm Zimtrinde (oder 1/4 TL Zimtpulver)

1 Scheibe Ingwer

Milch und Zucker nach Geschmack

Jetzt einfach die Gewürze leicht im Mörser zerstoßen. Sie müssen nur etwas “angeknackst” sein, um das Aroma besser abzugeben. Das geht mit 3-4 Mörserschlägen ganz schnell. Die Gewürze zusammen mit dem Tee in ein Tee-Ei oder ein Tee-Säckchen füllen (letzteres ist besser, weil durch die Löcher des Eis doch mal Gewürze rausschweben)

und mit kochendem Wasser überbrühen. Mindestens 5 Minuten ziehen lassen. Milch und etwas (!) Zucker zugeben – das hebt die Aromen noch besser hervor.

Fertig ist eine Tasse voll Glück!

PS: Ihr könnt auch noch eine Messerspitze Chilipulver dazugeben, dann wärmt der Tee noch besser :)

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