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Posts Tagged ‘Kartoffeln’

So, der erste Hunger ist schon mal gestillt! Zum Begrüßungssekt gab es ein herbstliches Carpaccio mit Pilzen und zum Magenwärmen eine vielseitige Kartoffelsuppe. Jetzt können Köchin und Gäste erstmal durchatmen. Anwesende Kinder dürfen eine Spielpause, Raucher eine Zigarettenpause einlegen. Der Rest steht mit einem Gläschen Wein rund um den Küchenblock und applaudiert dem Star des dritten Gangs unseres festlichen Menüs. Darf ich vorstellen: Die Hochrippe aka Côte de bœuf!

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Während die Jungs jetzt also auf die Terrasse geschickt werden (bei mildem Herbstwetter mit einem kalten Bier, bei winterlicher Kälte mit einem heißen Ebbelwoi – wir sind ja immerhin in Hessen!), um den Grill anzuschmeißen, kann sich die tiefenentspannte Köchin einigen wenigen Vorbereitungen widmen.

Für unser festliches Menü Teil 3 müsst Ihr lediglich Kartoffeln putzen und gar kochen, einen schnellen Curry-Dip anrühren und den Salat anmachen. Voilà!

Aber der Reihe nach:

Die oben abgebildete Hochrippe hat inklusive Knochen knapp ein Kilo und reicht als Teil eines Menüs für 4 Personen.

Zur Vorbereitung das Fleisch etwa eine Stunde vor Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen. Eine Mischung aus Olivenöl, Rosmarinzweigen, Salz und Pfeffer einmassieren. Auf einen Teller legen und gut abdecken oder in einen großen Gefrierbeutel geben und verschließen.

Jetzt den Grill anwerfen und das Fleisch gar grillen. Ideal ist, wenn das Fleisch am Knochen (ein Fleischthermometer ist hier wirklich ein guter Helfer!!) etwa 57 Grad hat. Vom Grill nehmen, in Alufolie packen und einige Minuten ruhen lassen.

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Während das Fleisch also in Alufolie ruht, werden schnell die gar gekochten Kartoffeln finalisiert:

Eine Eisenpfanne erhitzen und etwas Olivenöl und Rosmarinsalz hineingeben. Die Kartoffeln halbieren und mit dem Gesicht auf den Pfannenboden legen. Bei mittlerer Hitze leicht bräunen.

Der Curry-Dip geht ebenfalls ruckzuck. Das kann auch gerne einer der Gäste übernehmen:

250gr Joghurt verrühren mit etwas Olivenöl, einem Spritzer Zitrone, einer Prise Zucker, Salz und weißem Pfeffer aus der Mühle. Ein Schlückchen Gin dazu und natürlich 1 EL Madras Curry. Richtig fein und exotisch wird der Dip, wenn Ihr noch 1 EL Nektarinen-Chutney (oder ein anderes fruchtig-scharfes Chutney) unterrührt!

Der Salat sollte schon gewaschen und trockengeschleudert sein. In einer Tupperbox hält der sich im Kühlschrank auch ein paar Stunden (natürlich OHNE Dressing!). Den kann man also schon gut vorbereiten. Dazu ein schnelles Dressing (ebenfalls gut vorzubereiten!) mit 1 EL Joghurt, 3 EL Olivenöl, 1 TL Weißweinessig, Salz, Pfeffer, Zucker. Anmachen und servieren!

Dann das Fleisch mit einem scharfen Messer in breite Streifen schneiden.

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Das Beste an so einer Hochrippe: Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei! Wer es lieber durchgebraten mag, bekommt die Randstücke. Wer sein Steak gerne blutig isst, nimmt sich das Teil am Knochen. (So fällt der Stress weg, den man hat, wenn man 4 Steaks mit unterschiedlichem Garzustand gleichzeitig auf den Tisch bringen will!) Und falls doch etwas übrig bleibt: Das Fleisch schmeckt am nächsten Tag auf einem Steak-Sandwich nochmal so gut!

Jetzt kann sich jeder vom aufgeschnittenen Steak bedienen, Kartoffeln und Dip dazu, Salat steht schon auf dem Tisch! Guten und vor allem ENTSPANNTEN Appetit!

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HAAAAAAAAALT!

Das geht doch so nicht!

Hier fehlt doch noch etwas GANZ Entscheidendes!

Trenz_Stellenbosch

Uff, gerade noch dran gedacht! Eine schöne runde Rotweincuvee aus den Rebsorten Rebsorten Shiraz, Merlot, Malbec und Petit Verdot, ausgebaut im Barrique. Die Weine vom Weingut Trenz haben wir auf der Wiesbadener Weinwoche entdeckt. Neben den heimischen Weinen aus dem Rheingau baut die Familie Trenz aber auch in Stellenbosch in Südafrika Wein an. Nach unserem diesjährigen Urlaub in den Winelands der Kapregion der perfekte Wein, um das Jahr langsam bei einem festlichen Menü ausklingen zu lassen!

So, jetzt fehlt nur noch ein Dessert zu unserem festlichen Menü. Stay tuned!

KüchenAtlas-Blogparade: Festliches Menü

 

 

 

 

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Stellt Euch vor, Ihr habt ein Gläschen blubbernden Sekt im Magen und ein feines Carpaccio mit Pilzen. Hmm… Das ist schon mal eine gute Grundlage. Aber wenn es draußen stürmt und regnet oder schneit, wenn der Nebel tief über der Erde hängt oder gar Reif die Pflanzen verzaubert, muss was Warmes her.

Dabei gibt es nichts, was mehr den Magen und die Seele wärmt als eine herzhafte, goldgelbe, sämige Kartoffelsuppe.

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Der Kartoffelsuppe, diesem günstigen, nahrhaften und leicht vorzubereitenden Gericht, habe ich in den Anfangstagen des Blogs schon mal ein Hohelied gesungen. Wie überhaupt die Kartoffel für mich eine Wunderknolle ist, ohne die ich nicht lange sein kann, aus der ich schon mal Risotto mache, die ich rund um die Welt zum Salat verarbeite und der ich eine eigene Blogkategorie widme. Aus Gründen.

Noch schöner ist aber, dass die Kartoffelsuppe zwar ganz schlicht und bäuerlich daherkommt, für kleines Geld zu haben ist und trotzdem nicht nur so vor Gesundheit strotzt (von Vitamin A bis Zink), sondern sehr einfach aufzurüschen ist für mein festliches Menü!

Für das Grundrezept (reicht für 4 Personen) hat sich diese Variante hier bewährt. Dort findet Ihr auch viele weitere Ideen für’s Anrichten. Der Clou: Die Kartoffelsuppe kann sogar Wochen vorher vorbereitet und am Tag des Menüs aufgetaut und noch mal aufgekocht werden. Sie wird immer besser! Und so eine Portion Kartoffelsuppe in der TK hat etwas SEHR Beruhigendes…

Besonders hübsch und vegetarisch wie auf dem oberen Bild wird sie mit angerösteten rosa Pfefferbeeren, Pinienkernen, etwas Gartenkresse und einem Klacks Crème fraîche. Natürlich könnt Ihr hier problemlos die Pinienkerne und den Dip verwenden, der vielleicht noch vom Carpaccio übrig geblieben ist ;-)

Selbstverständlich gibt es aber auch eine herzhaftere Variante für Wintersportler, Gassigeher, Gartenarbeiter und g’standne Mannsbiler:

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Dazu einfach vom Carpaccio einige Herbstpilze zurückhalten und kurz vorm Servieren zusammen mit einigen Würfeln durchwachsenem Speck anbraten. Zusammen mit Kresse und Crème fraîche servieren.

Zur Kartoffelsuppe schmeckt ein kühles frisches Bier ebenso wie ein einfacher, leicht gekühlter Rotwein (etwa ein Chianti).

Die schlichte, günstige, gelingsichere und gut vorzubereitende Kartoffelsuppe ist der zweite Gang für mein “Festliches Menü”, der Blogparade vom Küchenatlas.

So, zwei Gänge des Festlichen Menüs mit wenig Aufwand haben wir schon! Mal sehen, was mir so zu Hauptgang und Nachtisch einfällt…

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Vielleicht ist es meine deutsche Herkunft. Aber ich brauche in gewissen Abständen einfach Kartoffeln! Ohne Kartoffeln kann ich dauerhaft nicht sein. So sehr ich Pastagerichte liebe, Butterbrot zum Leben brauche und asiatische Reisgerichte vergöttere: Von Zeit zu Zeit brauche ich Kartoffeln. Kennt Ihr das auch? Deshalb gibt es hier auch eine eigene Kategorie für die tolle Knolle! Deshalb habe ich ein Kartoffelsalat-Event ins Leben gerufen. Noch Fragen?

Da in August und September die Kartoffelernte eingefahren wurde, gibt es aktuell so herrliche Kartoffeln auf dem Wochenmarkt. Zeitgleich mit ebenso verführerischen Steinpilzen übrigens. Warum also nicht beides miteinander verbinden? Der bEdW hat uns also ein “Patatto” gemacht – ein Risotto aus Kartoffeln – mit Porcini beziehungsweise Steinpilzen:

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Was soll ich sagen? Kartoffeln haben ein viel intensiveren Eigengeschmack als Reis. Zusammen mit den Pilzen und in der typischen Risotto-Schlotzigkeit ein herrlich sättigendes und wärmendes Gericht für kühle Herbsttage!

Folgende Zutaten benötigt Ihr als Hauptgericht für 2 Personen:

300 gr frische Steinpilze

2-3 Scheiben getrocknete Steinpilze

2 Schalotten

2 Knoblauchzehen

einige Zweige Thymian

750 gr festkochende Kartoffeln

0,5l Gemüsebrühe

0,1l trockener Weißwein

1 EL Butter

etwas Olivenöl

eine Handvoll Parmesan

Pfeffer

Salz

Muskat

Zubehör: Eine hohe Pfanne (oder ein Schmortopf/ein normaler Topf), eine kleine Pfanne zum Anbraten der Pilze, Messbecher für die Gemüsebrühe

Zubereitungszeit: 45-60min

So geht’s:

Kartoffeln schälen und sehr klein würfeln. Dabei darauf achten, dass die Würfel möglichst gleichmäßig groß sind.

Getrocknete Steinpilzscheiben in etwas Wasser einweichen.

Von den frischen Steinpilzen 4 dicke Scheiben abschneiden (sie werden später auf das Risotto gegeben). Den Rest der Pilze würfeln – etwa so groß wie die Kartoffelwürfel.

Schalotten und eine der beiden Knoblauchzehen schälen und fein hacken.

Beides in etwas Olivenöl in der hohen Pfanne bzw. dem Topf anschwitzen. Kartoffelwürfel dazugeben. Mit Wein ablöschen und leise köchelnd reduzieren lassen. Schluck für Schluck die Brühe hinzugeben, verrühren, einreduzieren lassen.

Währendessen die eingeweichten Pilze aus dem Wasser nehmen, hacken und in den Topf geben. Gut unterheben.

Dieser Prozess dauert – je nach Festigkeit der Kartoffel – mindestens 15 oder bis zu 30 min. Frische Pilze relativ zum Schluss hinzugeben, gut unterheben.

In der kleinen Pfanne jetzt die Butter erhitzen und mit den Thymianzwiegen und der 2 Knoblauchzehe aromatisieren. Darin die Pilzscheiben anbraten.

Parmesan unter das Kartoffelrisotto heben, salzen, pfeffern, Muskat reiben.

Alles abschmecken und in tiefen Tellern anrichten.

Die Steinpilzscheiben obenauf legen und servieren!

Viva la patata!

 

 

 

 

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Auch per Mail erreichen mich immer wieder Kartoffelsalat-Rezepte für meinen Blog-Event, der übrigens noch bis 13.7. läuft. Also ran an die Knolle(n)!

Banner_Kartoffelsalate_quer

Ich danke Billi für ihr Rezept eines kanarischen Kartoffelsalats:

 

Kanarischer Kartoffelsalat

Etwas anders gewürzt, sehr lecker und erfrischend an heißen Tagen zu Gegrilltem und Kurzgebratenem.

 

Zutaten

1 kg Kartoffel, kleine neue mit Schale
1 Bund Koriandergrün oder glatte Petersilie
1 Zehe Knoblauch
1/2 TL Kreuzkümmel, ganz
5 EL Zitronensaft
10 EL kaltgepresstes Olivenöl
2 EL Mandeln, gehackt
 etwas Salz und Pfeffer aus der Mühle
  grobes Meersalz

Zubereitung:

Kartoffeln gut schrubben und  bedeckt mit Salzwasser ca. 20 Min. garen.

Inzwischen den Kreuzkümmel im Mörser zerstoßen und in einer kleinen Pfanne trocken anrösten bis er duftet.

Zitronensaft, grob gehacktes Koriandergrün (od. Petersilie), Olivenöl, Salz (Achtung, es kommt zum Schluss noch Meersalz dazu, also vorsichtig würzen!!) und den gehackten Knoblauch in einem hohen Gefäß gut pürieren.

Kartoffeln abgießen und in mundgerechte Stücke schneiden. Vorsichtig mit der Marinade sowie dem Kreuzkümmel mischen und mit den gehackten Mandeln und dem Meersalz bestreuen.

Zum Schluß mit grob gehackter Petersilie oder/und Koriander bestreuen.

Kanaren_Kartoffelsalat

Habt Ihr auch ein Kartoffelsalat-Rezept aber keinen Blog? Dann schreibt mir einfach unter germanabendbrot(at)gmx(punkt)de

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Helau! Heute gibt’s ein klassische Fassenachts-Essen aus Hessen!

Hessen kulinarisch bedeutet für mich Grie Soß, Handkäs, Äppelwoi, Sauerkraut! (Natürlich nicht in dieser Zusammenstellung!).  Im Münchner Exil habe ich oft von richtig saurem, knackigen Sauerkraut geträumt. Die bayerische Variante ist lecker – für meine hessische Seele aber zu verkocht und nicht sauer genug. (Leute, das heißt doch nicht ohne Grund SAUERkraut!). Auch die Varianten mit Champagner oder Wein sind delikat. Awwer halt kaan hessisches Sauerkraut!

Sauerkraut muss Dir das Hemd in die Hose ziehen - und hat zusammen mit Äppelwoi eine verheerende Wirkung auf die Verdauung. Ungeübte und Zugereiste sollten sich unbedingt in der Nähe einer (schalldichten!) Toilette befinden, wenn sie die Klassiker der hessischen Küche erstmals und unvorbereitet gemeinsam genießen.

Klassisch kommt das hessische Sauerkraut natürlich mit Rippchen auf den Teller. Auch werden gerne kleine Leber- oder Blutwürste auf dem Kraut liegend gegart. Sehr köstlich! Ich mag’s aber auch gerne mal etwas einfacher: Mit Kartoffelpüree und Frankfurter Würstchen!

Glücklich, wer noch eine Oma hat, die das Sauerkraut selber einschneidet und im kühlen Keller reifen lässt. Meine kann dies seit einigen Jahren leider nicht mehr. Und für immer kleiner werdende Haushalte lohnt sich der Aufwand auch kaum. Zudem stinkt das vergärende Kraut wirklich haarsträubend. Aber nach Wochen des Reifens das erste Sauerkraut der Saison zu testen, war immer ein Erlebnis. Wer also einen kühlen Keller mit einer gut schließenden Tür hat, sollte das Selbereinschneiden unbedingt mal ausprobieren!

Unser Kraut kaufen wir jedenfalls lose auf dem Wochenmarkt. Aber auch viele Metzger bieten es an. Auch aus der Dose (z.B. Sonnen Bassermann oder – empfohlen aber nicht selbst getestet – Manufactum) kann es schmecken, wenn es anschließend originalgetreu zubereitet wird.

Zutaten für das Kraut als Beilage für 2 Personen:

500 gr Sauerkraut

1 kleine Zwiebel, fein gehackt

1 EL Butter

4 Wacholderbeeren

2 Lorbeerblätter

2 TL Kümmelsamen

ca. 125 ml Apfelwein

So geht die denkbar einfache Zubereitung:

Die Butter in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel darin glasig anbraten. Nun das Sauerkraut hinzugeben und mit dem Apfelwein angießen. (Achtung: Lieber erstmal weniger Flüssigkeit nehmen, da Kraut manchmal noch viel Wasser zieht. Lieber später noch etwas zugießen. Falls Apfelwein übrigbleibt: Einfach selber trinken :)) Wacholderbeeren, Lorbeerblätter und Kümmel in das Kraut mischen, Deckel drauf und bei kleiner Hitze etwa 45 min leise köchelnd garen.

Währendessen könnt Ihr 4 mittelgroße, mehlig kochende Kartoffeln schälen, würfeln und gar kochen. Wasser abgießen, Milch und Butter hinzugeben und Kartoffeln zerstampfen. Mit Salz und Muskat abschmecken.

Frankfurter etwa 15 min in heißem aber nicht kochendem Wasser gar ziehen lassen.

Übrigens: Wer kein Kartoffelpü mag, serviert Sauerkraut und Frankfurter klassisch mit einer Scheibe Brot.

Alles mit dem weltbesten Senf servieren, ein Glas Äppelwoi ausm Gerippten dazu und den Weg zur Toilette möglichst freihalten.

Warum Fassenachts-Essen? Ich denke, weil die Zubereitung nebenher läuft und man sich ganz auf die Feierei konzentrieren kann. Außerdem vertreibt das saure und vitaminreiche Sauerkraut jeden Kater.

En Guude!

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Der Mensch ist ja auch nur ein Säugetier. Und seit wir von den Bäumen gesprungen und uns den aufrechten Gang antrainiert haben, hat sich meiner Meinung nach auch gar nicht so viel geändert – vor allem, was die Essenszubereitung betrifft.

Als das Feuer entdeckt war, waberten schon die ersten Grilldüfte durch die Höhle, Männchen scharten sich um’s Feuer, warfen Knochen hinter sich, die ihre Frauen dann abnagen durften – bevor sie anschließend den Grillrost die Feuerstelle sauber machten.

Eine weitere typische Szene zwischen Herrn und Frau Steinzeitmensch stelle ich mir wie folgt vor: Er, ganz der selbstbewusste Jäger, schleppt ein komplettes, selbst erlegtes Mammut in die Höhle und artikuliert – mehr oder weniger elegant – “Weib, mach!” Daraufhin rückt sie den Fellumhang zurecht, steckt sich ein paar Knochen ins Haar und sieht zu, was sie mit so einem kompletten Vieh anfängt. Räuchern, pökeln, einlegen sind Errungenschaften, die vermutlich verzweifelte Hausfrauen erfanden, um der Jagdbeute Herr zu werden, die die holden Gatten vor die Höhle, die Holzhütte oder das Fachwerkhaus legten.

Auch Anne Boleyn hätte wahrscheinlich ihren hübschen Kopf behalten, …

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…wenn sie gewusst hätte, was sie mit den ganzen Fasanen, Kaninchen und Rehböcken anfangen soll, die der passionierte Jäger Henry Nummer Acht ihr vor das Schlafgemacht legte. (Zumindest hätte er sich sicherlich ein bisschen mehr Begeisterung für seine Jagdkünste gewünscht.)

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Heute gehen unsere Männer ja eher selten auf Jagd. Wobei der gewöhnliche Einkauf von Lebensmitteln gerne als ähnlich aufopferungsvoll und risikoreich dargestellt wird. Gesteigert wird die eigene Begeisterung über das Anlegen von Vorräten dann noch, indem ER zur Arbeit geht und IHR überlässt, aus dem Vorhandenen ein leckeres Abendessen zuzubereiten.

Bevor es zur Verwirrung kommt: Wir reden hier selbstverständlich bei Jagd- und sonstiger Beute IMMER von Fleisch. Bei unserem Beispiel übrigens von zwei Mettwürsten und zwei Kassler Rippchen. Und die schreien ja förmlich nach Grünkohl. Grünkohl?? Noch nie selber zubereitet! Nichtmal gegessen!!!

Also: Obwohl ohne jeden Bock auf herzhaftes Winteressen, bin ich selbstverständlich – und hier kommen wir dann zum Thema der Headline – bei schneidend kaltem Nordostwind 1 Grad plus in aller Hergottsfrühe um 11 Uhr vormittags auf das Grünkohlfeld den Wochenmarkt, um ein Kilo hiervon zu kaufen:

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Schöner frischer Grünkohl aus der Region – perfekt für usseliges Winterwetter und wunderbare Begleitung zu den erlegten Mettwürsten und Rippchen!

Die Herausforderung bestand natürlich darin, dass ich Grünkohl noch nie zubereitet/gegessen hatte. Woher soll ich also wissen, wie das Zeug schmecken muss? Zum Glück gibt es das Internet, diverse Basis-Kochbücher und meinen Telefonjoker. Ich war mir zumindest also bei der Zubereitung schon mal ziemlich sicher…

Denn Mettwürste und Rippchen waren ja nunmal im Haus. Also, ran an den Speck und Grünkohl gemacht! Ich hatte ja fast keine andere Wahl :)

Zutaten für 2 Personen (inkl. Resteportion zum Aufwärmen) in meiner Variante:

1 kg Grünkohl

2 Mettwürste

2 dünne Rippchen (Kassler)

6 mittlegroße, festkochende Kartoffeln

100 gr Bauchspeck

1 große Zwiebel

ca. 400 ml Gemüsebrühe

2 EL Senf

Salz

Pfeffer

Muskatnuss

2 EL Pflanzenöl

Für die Zubereitung braucht Ihr mind. 2 Stunden Zeit – besser sind 3-4 Stunden. So geht’s:

Jeweils ein Blatt Grünkohl vom Mittelstrunk schneiden und anschließend vom Blattstrunk die krausen, weicheren Teile runterschneiden oder -zupfen. (Blattstrünke können aufgehoben und z.B. für eine hausgemachte Gemüsebrühe verwendet werden). Das Ganze ist eine ziemliche Sträflingsarbeit, lohnt sich aber! Die Grühnkohlblätter kräftig waschen und – am besten in einer Salatschleuder Portion für Portion – ordentlich trocknen. Zwiebel fein hacken, Bauchspeck würfeln. Öl in einem sehr großen Topf erhitzen und den Bauchspeck darin auslassen. Dann die Hitze reduzieren und die Zwiebeln andünsten. Währendessen die Grünkohlblätter noch mal möglichst fein hacken und portionsweise zu den Zwiebeln geben. Umrühren, etwa die Hälfte der Brühe angießen, mit Salz, Pfeffer, Muskat und Senf würzen. Deckel zu und mindestens 90 min auf kleiner Flamme köcheln lassen.

Zwischendrin könnt Ihr immer mal schauen, ob Ihr noch mehr Brühe zugießen müsst. Unser Grünkohl war recht trocken. Aber besser gießt Ihr nach, als dass der Kohl schon zu Beginn schwimmt.

Kartoffeln schälen, vierteln und in gesalzenem Wasser fast gar kochen. Sie sollten aber noch nicht ganz durch sein!

Je nachdem, wie fest die Grünkohlblätter sind und wie zerkocht Ihr den Kohl mögt, könnt Ihr auch 2 oder 2,5 Stunden Garzeit einplanen. Das Gemüse wird eigentlich immer leckerer.

Sobald der Kohl gut ist, gebt Ihr die Mettwürste und die Rippchen auf den Kohl, schließt den Deckel wieder und lasst das Fleisch garen. Das dauert etwa eine halbe Stunde – je nach Dicke des Fleisches.

Kurz vor Ende der Garzeit nehmt Ihr das Fleisch heraus, hebt die Kartoffelstücke unter den Kohl und legt das Fleisch wieder obenauf. Deckel zu, ziehen lassen. Etwa weitere 5-10 Minuten.

Achtung! Speck, Rippchen und Mettwürste – vor allem, wenn Ihr Letztere anstecht – geben noch mal ordentlich Salz und Aroma ab. Ihr solltet den Kohl also nicht zu stark würzen.

Serviert wird das Ganze in tiefen Tellern oder zumindest in Tellern mit Rand. Dazu noch einen Klecks Senf. Vor allem aber ein eiskaltes herbes Bier aus dem Norden – und hinterher einen Schnaps!

Grünkohl ist alles andere als ein elegantes Gemüse. Die deftige Zubereitung mit Kartoffeln, Mettwürstchen (im Norden “Pinkel”-Würsten) und ordentlich Alkohol lässt die bäuerliche Herkunft schon erahnen. Die Schweizerin Marie-Isabell hat mir auf Facebook sogar verraten, dass der Grünkohl in der Schweiz “Deutsches Kriegsfutter” hieß – nicht gerade schmeichelhaft… (weder für “uns” noch für das Gemüse)

Aber der Geschmack ist wirklich herrlich! Er liegt irgendwo zwischen Spinat und Wirsing mit einer leicht süßlichen Note, die der Kohl durch den Frost bekommt. Unfassbar, dass dieses Essen bisher an mir vorübergezogen ist – obwohl ich doch so ein großer Norddeutschland- und Nordsee-Fan bin! Solange die Saison dauert, werden wir sicherlich noch mal Grünkohl zubereiten. Und Ihr?

Ach, übrigens: Die selbstlose und trotzdem scheinbar überzeugende Zubereitung des (morgens noch fremden) Gemüses trotz Unlust auf Winterkohl und unter Berücksichtigung der vorhandene Fleischvorräte haben den bEdW zu Begeisterungsstürmen veranlasst. Kopf bleibt drauf, die Höhle bleibt friedlich – happy wife, happy life :-)

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Vor einem Jahr waren wir in Indien. Manchmal erscheint mir unsere Reise Lichtjahre entfernt, manchmal “wie gestern”. Jedenfalls beschäftigt uns das Land noch immer.

Wenn es auch manchmal nur ein besonders gut platzierter Sonnenstrahl ist, der auf unsere indische Konsole mit einigen Erinnerungsstücken trifft:

Shiva

Für Europäer bleibt das Land vielleicht immer unverständlich in seiner Komplexität und Andersartigkeit. Wenn auch vor langer Zeit, hat E.M. Forster die Ambivalenz und das “aneinander vorbei reden” beider Kulturen unvergleichlich beschrieben in seinem Roman “Auf der Suche nach Indien“.

indien

Ein Buch, das ich nach unserer Reise ganz anders gelesen habe als davor. (Wer nicht lesen mag, kann sich auch die Verfilmung ansehen…)

Das passende Essen bei Indien-Fernweh fand ich jedenfalls wieder einmal bei Pushpesh Pant:

Chicken Xacuti, ein würziges Hühnchen in cremiger Sauce, und Dahiwale Aloo, Kartoffeln in würzigem Joghurt.

indisch

In den kleinen Schälchen im Vordergrund habe die Gewürzmischungen angerührt und Zettel darunter geklemmt, um nicht durcheinander zu kommen.

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Für das Chicken Xacuti, übrigens ein Rezept aus Goa, benötigt Ihr folgende Zutaten:

Gewürzpaste:

5 getrocknete rote Chilischoten (im Original: 10)

1 EL Koriandersamen

1,5 EL Kreuzkümmel

1,5 EL Bockshornkleesamen

10 Körner Tellicherry Pfeffer (besonders aromatisch. Geht aber auch mit “normalem” Pfeffer)

3 TL Mohnsamen

2 EL Kokosraspel (im Original 1/2 cup geriebene frische Kokosnuss)

1 TL Kurkumapulver

1/2 TL grüner Kardamom

1/2 TL Nelken

2 cm Zimtstange

Für die Gewürzpaste weicht Ihr erstmal die Chilischoten in heißem Wasser ein für einige Minuten. Dann gießt Ihr das Wasser ab und drückt die Chilis etwas aus. Jetzt in einer großen, beschichteten Pfanne alle Gewürze – außer dem Kokosfleisch – etwa eine Minute anrösten. Danach die Gewürze im Mörser zerstoßen. In einem Mixer alle Zutaten (inkl. Kokos) und ggf. etwas Wasser zu einer Paste verarbeiten und beiseite stellen.

Weitere Zutaten:

2 EL Ghee

eine gehackte Zwiebel

4 TL Ingwer-Knoblauch-Paste

2 Hühnerbrüste, in mundgerechte Stücke geschnitten

2 EL Zitronensaft

Salz

Jetzt kann’s losgehen:

Ghee in einer großen, beschichteten Pfanne erhitzen. Die Zwiebel, die Gewürzpaste sowie die Ingwer-Knoblauch-Paste unter Rühren anbraten. Darin die Hühnerteile anbraten, salzen. Etwas Wasser zugießen (anfangs lieber etwas weniger, vielleicht 100 ml. Ist die Sauce zu dick, könnt Ihr noch mehr Wasser angießen) und bei niedriger Hitze zugedeckt garen, bis das Hühnchen gut ist. Mit Salz und Zitronensaft abrunden.

Wer mag, mit etwas grüner Chilischote oder einigen Korianderblättern garnieren und servieren!

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Als Beilage bieten sich Reis oder Naan an. Zu einem richtig indischen Essen gehört aber auch noch ein Schälchen Gemüse – in meinem Fall Kartoffeln mit Joghurt:

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Zutaten für das Dahiwale Aloo (Mengenangaben leicht angepasst):

2 EL Ghee

1/4 TL Asafötida

1 TL Senfsaat

3 getrocknete rote Chilischoten

10 Curryblätter (getrocknet oder frisch)

4 mittelgroße, festkochende Kartoffeln, gewürfelt

1 TL gemörserter Koriander

1 TL gemörserter Kreuzkümmel

1 TL Chilipulver

1/2 TL Kurkumapulver

1 TL Garam Masala

400 ml Naturjoghurt

Salz

Die Zubereitung geht schnell:

Ghee in einer großen, beschichteten Pfanne erhitzen. Asafötida, Senfsaat und die getrockneten Chilis sowie die Curryblätter unter Rühren eine Minute darin anbraten. Kartoffelwürfel mit allen restlichen Gewürzen in die Pfanne geben. Alles gut vermischen, salzen und zugedeckt bei niedriger Hitze etwa 15 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind. Eventuell etwas Wasser hinzugeben, damit die Kartoffeln nicht anhängen.

Wenn die Kartoffeln gut sind, Pfanne von der Platte nehmen und leicht abkühlen lassen. Jetzt den Joghurt unterheben und leicht erhitzen. Der Joghurt darf aber nicht mehr kochen, sonst flockt er.

Zusammen mit dem Hühnchen, etwas Reis oder Naan servieren.

Eine (kulinarische) Rückkehr nach Indien…

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