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Posts Tagged ‘Reis’

Der geneigte Leser könnte meinen, der bEdW und ich seien aktuell etwas unter Zeitdruck. So oft, wie es hier Gerichte aus Stylish Thai in Minutes gibt oder Eintöpfe, die sich fast von selbst machen.

Der geneigte Leser hat damit nicht ganz unrecht. Das Jahrsende ist in unseren Branchen (wie wahrscheinlich auch in allen anderen) immer noch mal ein richtiger Endspurt. Alles muss UNBEDINGT noch vor den Feiertagen fertig sein, Rechnungen gestellt und Absprachen getroffen werden, die Planung für 2013 braucht’s auch noch… Jedes Jahr im Dezember das Gleiche: Wir hecheln mit hängender Zunge dem Weihnachtsfest entgegen, um dann erschöpft unterm Tannenbaum zu sitzen, den Kopf alles andere als frei für die besinnlichen Feiertage.

Geht das nur mir so oder fühlt Ihr Euch auch im Dezember “getrieben” von äußeren Umständen? Zumindest wenn ich den verwandten Post aus dem letzten Winter lese, scheint sich die Geschichte immer zu wiederholen…

Deshalb dürfen wir uns nicht auch noch mit der Kocherei unter Druck setzen. Bevor mir aber eine Tiefkühlpizza ins Haus kommt, machen wir lieber etwas knackig-gesundes aus dem Wok mit vielen Aromen und köstlichem Rindfleisch unseres Vertrauensmetzgers Jaddy.

Nua Pad Nam Man Hoy wird eigentlich mit grünem Thai-Spargel zubereitet. Wir hatten allerdings noch grüne Paprika, Chinakohl und Kaiserschoten im Gemüsefach. Und da es im Rezept explizit heißt, man dürfe den Spargel auch durch anderes knackiges Gemüse ersetzen, gab’s eben unsere Variante!

Thai

Ihr benötigt für 2 Personen folgende Zutaten:

180 gr Rindfleisch aus der Hüfte, in Streifen geschnitten

1 EL neutrales Pflanzenöl (z.B. Rapsöl)

2 Knoblauchzehen, fein gehackt

Je nach Gusto: knackiges, grünes Gemüse, grob gehackt, zu gleichen Teilen (z.B. Paprika, Brokkoli, Stengel vom Wasserspinat usw.)

2 EL Austernsauce (Asialaden)

1 EL Fischsauce (Asialaden)

1/2 TL braunen Zucker

1/2 TL zerstoßene weiße Pfefferkörner

Beilage: Reis

So geht’s:

Das Öl in einem Wok erhitzen und den Knoblauch nicht zu heiß anbraten, bis er “golden” ist. (Ist das Öl zu heiß, verbrennt er und wird bitter). Jetzt das Rindfleisch zugeben und unter Rühren garen. Gemüse dazugeben und ebenfalls unter Rühren garen. Würzen. Fertig! Mit Reis servieren.

Ist tatsächlich in 15 Minuten fertig und schmeckt dank der Austernsauce und ohne Chilis sehr fein und mild. Perfekt also für Leute, die sonst immer ängstlich sind, was die Schärfe von Thai-Gerichten betrifft.

Der Dezember-Stress hat also definitiv nichts zu tun mit der Kocherei ;-)

 

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Wer frisches Gemüse im Kühlschrank hat, einige asiatische Gewürze und einen Wok, wird nie verhungern. Versprochen!

Wir schmeißen oft unsere “Reste” zusammen und machen eine schnelle, knackig-gesunde Wok-Pfanne, gerne auch mit scharfer Bohnensauce aus dem Asia-Laden. Die müsst Ihr unbedingt mal probieren!

Da braucht es gar nicht viel Rezept. Lasst Euch von Eurem Kühlschrank und Eurem Geschmack leiten. Die Basis bilden eigentlich immer in neutralem Pflanzenöl angebratener Knoblauch und Chili. Fein raus ist auch, wer Ingwer-Knoblauch-Paste im Kühlschrank hat.

Wer Fleisch mag, kann Rinderfilet, Hüftsteak oder Hühnerbrust in mundgerechte Stücke schneiden und im Wok anbraten. Danach herausnehmen und zur Seite stellen.

Dann fein in Streifen geschnittenes Gemüse (Pak Choy, Karotten, Babymais, Paprika, Erbsen, grüne Bohnen, Sprossen, Bambus, Lotuswurzel…) anbraten und – je nach Gusto – mit Sojasauce, scharfer Bohnensauce oder roter Thaicurrypaste (in etwas Brühe aufgelöst) würzen.

Währendessen kann der Reis garen.

Wir hatten aus unserem Überraschungspaket von Reisunger.de einen sehr duftig-aromatischen Jasminreis, den wir testen durften. Er war – besonders für Stäbchen-Esser – absolut perfekt in der Konsistenz, also nicht zu locker. Allerdings empfand ich das sehr starke Jasminaroma schon fast als etwas zu penetrant. Aber das ist natürlich Geschmackssache. In der Zubereitung und von der Qualität her war der Reis sehr gut. Ich mag es nur gerne etwas weniger “jasminig”.

Abends wenig Zeit zum Kochen? Im Gemüsefach noch Reste vom Markteinkauf am Wochenende? Ran an den Wok!!

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Da sitzt man an einem Samstag Vormittag nichtsahnend beim Friseur und erhält eine SMS:

Verklausuliert heißt das: Unser lieber Freund Sch. kommt überraschend zu Besuch, bringt seine Paella-Pfanne mit und kocht für uns! HAMMER!

Der gute Sch. hat 20 Jahre in Spanien gelebt und somit genügend Kompetenz, um uns mit einer herrlichen Paella vom Grill zu verwöhnen. Wer würde da nein sagen???

Die Arbeit habe ich den Jungs überlassen. Zum Beispiel, die Hühnerteile zu hacken und zu würzen (Pfeffer, Salz, Piment de Espilette). Außerdem hatten wir noch Fischfilet zu vierteln und Calamaretti auszunehmen. Mit 6 Händen geht das aber alles schnell.

Dann noch eine Aioli zusammenrühren: 3 Knoblauchzehen und Salz mit einigen Safranfäden im Mörser schön breiig mörsern und langsam Öl dazugießen, während man weiterrührt. Wer mag, kann die sehr konzentrierte Knobi-Masse auch mit Eigelb aufschlagen (dann aber sofort verzehren bzw. gut kühlen!) oder mit etwas Joghurt strecken. Köstlich!

Chorizo und Zwiebeln würfeln:

Alles – inklusive einem gut gekühlten Rosé – auf die Terrasse schleppen:

Endlich kann’s losgehen. Ordentlich den Grill einheizen, Pfanne druff und Olivenöl rein.

Das Huhn rundherum schön anbraten und anschließend wieder zur Seite stellen:

Weiter geht’s: Tintenfisch anbraten und wieder zur Seite stellen!

Auch den Fisch anbraten (wir hatten Steinbeißerfilet) und wieder herausnehmen. Aus irgendeinem Grund passierte das, ohne das ein Foto gemacht wurde…)

Zwiebeln und Chorizo anbraten:

Tintenfische und Hühnchenteile wieder hinzugeben:

Kleine Dosentomaten hinzugeben (oder gehäutete Tomaten aus dem Garten, wenn Ihr welche habt)

Gaaaaanz wichtig: Reis über Kreuz hinzugeben! (Rundkorn-, Risotto-, Paella-Reis…)

Grüne Bohnen (kurz vorgegart) hinzugeben.

Geheime Paella-Gewürzmischung, weiße Bohnen und Gemüsefond hinzugeben (Safran, Paprika, Pfeffer, Salz, Thymian, Muskat, Rosmarin, Nelken)

Garnelen (mit Kopf und Schale) und Fisch dazu. Deckel zu und garen lassen.

ENDLICH servieren – mit etwas Aioli und Zitronenvierteln, mit allen Sinnen eintauchen und glücklich sein!

Danke Sch. für diesen herrlichen Sommerabend!

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Klatschmohn ist wunderschön, leuchtend rot und erinnert mich an Sommertage in der Toskana.

Blauer Mohn im Mohn-Zopf meiner Großmutter ergibt den saftigste, leckerste Kuchen, den Ihr Euch vorstellen könnt.

Und vielleicht hätte mich stärker irritieren sollen, als meine Mutter – angesprochen auf den seltsam aussehenden Mohn in ihrem Garten – haarklein erklärte, dass der ja gar nicht gefährlich sei, solange man nicht… (es folgte eine äußerst detaillierte Beschreibung über die einzelnen Schritte der Opium-Gewinnung)

Ich mag Mohn. Aber weil ich ja nun wirklich kein Zuckerbäcker bin, wurde für Gastgeberin Mels Event Papaver (Co-Gastgeberin ist die wunderbare Zorra) wieder einmal den Turban zurecht gerückt und was Indisches in die Schmorpfanne geschmissen – besser gesagt: der bEdW hat sich an seinem ersten indischen Gericht versucht!

Beide Rezepte stammen aus Pushpesh Pants “India Cookbook”, das Tina schon vielfach in ihrem Blog vorgestellt hat.

Hinten im Foto: Poha Pulao – Reis mit Gemüse (Rezept aus Maharashtra)

Vorne im Foto: Poshto Maachh – Fisch mit Mohnsamen (Rezept aus West-Bengalen)

Für den Fisch braucht Ihr folgende Zutaten für zwei Personen:

300 gr weißer, festfleischiger, möglichst flacher Fisch

1 TL Kurkuma-Pulver

4 EL Senföl (alternativ: Rapsöl mit Senfmehl vermischen)

3 getrocknete Chilis

10 Curryblätter

1 TL Koriandersamen

1,5 TL weiße Mohnsamen (gibt es ebenfalls im Asialaden)

1 TL Kreuzkümmelsamen

2 grüne Chilis

1 TL Zucker

Salz

Die Zubereitung dauert rund 45 Minuten.

Und so wird’s gemacht:

Den Fisch in mundgerechte Stücke schneiden und mit Kurkuma und Salz einreiben. Zur Seite stellen

Senföl in einer schweren Pfanne erhitzen. Rote Chilis und Curryblätter darin anbraten und anschließend abkühlen lassen. Das Öl nicht abschütten!

Sobald Chilis und Curryblätter abgekühlt sind, in einem Mixer zusammen mit den Koriandersamen, dem Mohn, Kreuzkümmel und den grünen Chilis sowie etwas Wasser zu einer Paste mixen.

Das Öl wieder erhitzen, die Paste darin anbraten (rühren!!) und ab und zu mit etwas Wasser ablöschen, damit sie nicht anbrennt. Abschließend mit etwa 75 ml Wasser verrühren, den Zucker zugeben, salzen und leicht einkochen lassen. Den Fisch dazu geben und simmern, bis die Stücke gar sind. Fertig!

Dazu passt wunderbar der Gemüsereis, der wegen längerer Zubereitungszeit vorher schon zubereitet werden sollte. Zutaten ebenfalls für 2 Personen (in einer etwas abgespeckten Beilagen-Variante. Im Original kommen noch Blumenkohl, grüne Bohnen und Paneer dazu):

Etwa ein Kaffeebecher voll Reis

75 gr Erbsen (TK oder frisch)

1 EL Ghee oder Pflanzenöl

1/2 TL braune Senfsamen

1/4 TL Kurkuma

1/2 TL Chilipulver (wer es nicht so scharf mag, nimmt weniger)

1/2 TL Garam Masala

1 normal große vorgegarte Kartoffel in 6-8 Stücke geschnitten

2 kleine Karotten, gewürfelt

2 Tomaten, gehackt und entkernt

1 TL Zucker

1 EL Zitronensaft

2 grüne Chilischoten

1 TL Knoblauch-Ingwer-Paste

frische Koriander-Blätter

So wird’s gemacht:

Den Reis waschen und etwa zehn Minuten in Wasser einweichen. Durch ein Sieb abgiessen. Zubereiten, so dass er noch etwas Biss hat. Öl in einer tiefen Pfanne erhitzen und die Gewürze unter rühren darin anbraten. Den Reis hinzugeben und gleichmäßig flach klopfen. Deckel drauf und bei geringer Hitze für 1-2 Minuten anbraten lassen. Danach von der Platte nehmen.

Etwas Öl in einer zweiten Pfanne erhitzen und Knoblauch-Ingwer-Paste anbraten. Kartoffeln, Erbsen und Karotten hinzugeben und unter rühren anbraten. Zum Schluss die Tomaten hinzugeben und alles miteinander vermischen. Zucker, Zitronensaft, Chilies unterheben. Salzen.

Den Reis in einer Schale abwechselnd mit dem Gemüse schichten. Zum Schluss Korianderblätter darüber geben und servieren.

Der Gemüsereis ist mit weiterem Gemüse und – wer mag mit Paneer – auch für sich alleine eine feine vegetarische Mahlzeit. Die Gewüzre und vor allem die Chilis machen ihn ordentlich aromatisch und dank der Tomate sehr saftig.

Und der Fisch geht so schnell, dass man ihn auch abends noch zubereiten kann. Der weiße Mohn macht die Sauce sämig und gibt ein ganz eigenes nussiges Aroma ab, das durch das Senföl noch hervorgehoben wird.

Beide Gerichte waren unsere ersten aus dem Pushpesh Pant-Buch und wieder einmal eine Offenbarung neuer Aspekt der indischen Küche. Genau das Richtige für ein auf den letzten Drücker eingereichtes Event-Rezept für die reizende Mel.

Blog-Event LXXX - Papaver (Einsendeschluss 15. August 2012)

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So, und jetzt 3 x schnell hintereinander: Khao Phat Kung Naam Phrik Phao!

Klappt nicht? Don’t worry. Schmeckt auch, wenn man es einfach scharfen Garnelenreis nennt :) Ein Klassiker der Vietnam-Küche, den es in vielen Varianten gibt.

Das Gericht eignet sich besonders gut, wenn man noch Reis vom Vortag übrig hat. Ansonsten muss man ihn erstmal ansetzen und über Nacht ziehen lassen bzw. morgens machen und abends verwerten. Ein bisschen Planung braucht’s also schon – oder eben Reste von gestern.

Aber von vorne. Hier die Zutaten für zwei Personen:

200 gr rohe Garnelen

3 EL Pflanzenöl

4 Knoblauchzehen

1 Schalotte

400 gr gekochter Reis

1 EL helle Sojasauce

etwas Palmzucker

1 große rote Chili

2 Frühlingszwiebeln

2 TL Chilisauce (s.u.)

Für die Chilisauce (Naam Jim Phrik):

100 ml Öl

2 Schalotten, klein gehackt

2 Knoblauchzehen, zerdrückt

20 gr getrocknete Chiliflocken

1 TL Palmzucker

Prise Salz

Das Öl in einem Topf erhitzen und Schalotten und Knoblauch anbraten. Chilis und Zucker unterrühren und mit dem Salz abrunden (abschmecken wollt Ihr nicht wirklich! Glaubt’s mir bitte!) In ein Glas füllen und im Kühlschrank aufbewahren. Hält sich einige Wochen und kann für viele asiatische Gerichte verwendet werden.

Weiter geht’s mit dem Garnelenreis:

Knoblauch hacken. Schalotte und Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Chili entkernen und ebenfalls in feine Ringe schneiden. Garnelen schälen, am Rücken aufschlitzen und den Darm rausholen – nicht komplett durchschneiden! Öl im Wok erhitzen und Knoblauch sowie die Schalottenringe nicht zu heiß anbraten. Die Chilisauce (etwa 2 TL – mehr kann man dann immer noch dazunehmen. Vorsicht, das Zeug ist SCHARF!) zufügen und unter Rühren anbraten, bis sich die Aromen freisetzen. Die Hitze hochschalten und die Garnelen anbraten, bis sie rosa sind. Jetzt den gekochten Reis, die Sojasauce und den Zucker hinzufügen. Rote Chiliringe und Frühlingszwiebeln unterheben und alles gut mischen.

Gegebenenfalls noch mit Chilisauce abstimmen und sofort heiß servieren.

Wer Reis übrig und die Sauce im Kühlschrank hat, kann das Gericht blitzschnell zubereiten – dauert etwa 20 Minuten mit all der Schnibbelei. Deshalb lohnt es sich, mal etwas mehr Reis am Wochenende zu kochen, um unter der Woche ein schnelles, gesundes Abendessen zu haben.

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Jamie Oliver sieht ja immer ‘n bisschen aus, als sei er ausm Bett gefallen und direkt in die Küche gegangen, ohne sich vorher zu waschen. Ich schaue ihm aber einfach gerne zu und mag seine unprätentiöse Art. Trotzdem besaß ich bis zum letzten Wochenende kein einziges JO-Kochbuch.  Das liegt vielleicht auch daran, dass sehr viele Rezepte auf der wirklich guten Website zu finden sind. Außerdem kommen aktuell die 30-Minutes-Menues-Folgen auf RTL Living (!). Weil uns da einige Rezept-Ideen nachkochenswert vorkamen, haben wir uns das 30-Minutes-Kochbuch aber jetzt endlich mal gekauft.

Über die 30-Minuten-Menüs haben sich ja schon einige Blogger geäußert, etwa Juliane in ihrem Alltagstest. Allgemeiner Tenor allerorten: In 30 Minuten geht’s einfach nicht. Und da muss ich zustimmen. Wer alles von einer Kochmannschaft vorbereitet und hingestellt bekommt, kann es sicher schaffen – zumal, wenn’s ein Profi ist. Aber für den normalen Hobbykoch sind die Menüs in einer halben Stunde (zumindest beim ersten Versuch) doch arg ambitioniert. Und warum der Stress?

Befreit man sich aber mal vom Druck der Uhr, bleiben ein paar leckere Rezeptideen, die sich ohne allzu großen Aufwand umsetzen lassen. Mut zur Abwandlung sollte man auch haben, denn Kochbücher sind ja nicht die Bibel – das seh’ ich recht entspannt. Also hab’ ich mich mal in meinen eigenen Test gestürzt:

Besonders angemacht hat uns das Jamaika-Hähnchen mit Reis & Bohnen. Gespart haben wir die zum Menü gehörenden Maiskolben, weil die immer so wahnsinnig satt machen und uns für abends einfach zu mächtig schienen. Statt dem Salat mit Chicoree und Romana hatten wir noch einen einfachen Pflücksalat – allerdings mit dem JO Dressing aus Olivenöl, Limettensaft, roter geriebener Zwiebel, Salz und Pfeffer. Dazu ein Joghurt-Dip mit gehacktem Koriander und Limettensaft.

Beim nächsten Mal würde ich einige Kleinigkeiten abändern, da mir die Sauce nicht scharf genug war und das Salz fehlte. Der große Löffel Honig war außerdem too much. Rohrzucker hätte hier m.E. besser – und vielleicht auch jamaikanischer? – geschmeckt. Zudem fand ich 6 EL Essig viel zu viel. Das habe ich bei der nachstehenden Zusammenstellung der Zutaten und Zubereitung gleich schon mal beachtet (in der Klammer findet Ihr die Originalangaben).

Für 2 Personen benötigt Ihr:

etwa 350 gr Hähnchenbrust mit Haut und ohne Knochen

Salz, Pfeffer, Olivenöl

Für die Jamaica-Sauce:

6 grob gehackte Frühlingszwiebeln inkl. Grün (im Original: 4)

1 kl. Bund Thymian

3 frische Lorbeerblätter

3 gemahlene Gewürznelken

Prise gemahlene Muskatnuss

Prise gemahlener Piment

6 EL brauner Rum

3 EL Weißweinessig (im Original: 6)

großer Spritzer Limettensaft (nicht im Original)

1 gestrichener EL brauner Zucker (im Original: flüssiger Honig)

1 scharfe Chilischote (ich hatte Habanero, JO nimmt Scotch Bonnet)

Einige Spritzer Tabasco (nicht im Original)

4 Knoblauchzehen

Reis & Bohnen:

2 Frühlingszwiebeln

1 Zimtstange

125 gr Langkornreis

150 ml Geflügelbrühe

150 ml Wasser (im Original: 300 ml Geflügelbrühe – war mir aber zu salzig)

1 Dose schwarze Bohnen in Salzwasser (gibt es im Asia-Laden)

Joghurt

125 gr Naturjoghurt

Abrieb einer Bio-Limette

Saft einer halben Bio Limette

Koriandergrün

So geht’s:

Joghurt mit Abrieb einer Limette und dem Saft vermischen. Koriandergrün hacken und darüberstreuen (nicht unterheben, sonst matscht es!). Salat waschen und trockenschleudern. Dressing anrühren. Backofen auf 220 Grad vorheizen. Hühnchenbrust am dicken Ende einschneiden, damit das dünne Ende nicht trocken wird, bevor der Rest gar ist. Mit Olivenöl, Salz und Pfeffer einreiben auf beiden Seiten.

Grillpfanne vorheizen und Hühnchenbrust auf der Haut knusprig anbraten, bis die Haut schön braun aber noch nicht zu stark gegrillt ist. Währendessen die Sauce zubereiten, indem alle Zutaten im Standmixer miteinander zu einer cremigen Masse vermixt werden. Mit etwas Olivenöl wird es sämiger. Salzen nicht vergessen! Im Original-Rezept hat mir das Salz an der Stelle gefehlt. Wenn die Hähnchenhaut knusprig ist, das Fleisch wenden und auf der Seite ohne Haut noch etwas anbraten – das Hähnchenfleisch muss nicht komplett durch sein.

Jamaica-Sauce in eine ofenfeste, nicht zu große Form füllen und die Hähnchenteile mit der Hautseite nach oben in die Sauce legen. Die Haut sollte nicht bedeckt werden, damit sie knusprig bleibt. In die mittlere (Original: obere) Schiene schieben.

Währendessen schwarze Bohnen in ein Sieb abgießen und vorsichtig waschen. Abtropfen lassen. Öl in einem breiten Topf erwärmen, Zimtstange und gehackte Frühlingszwiebeln darin anschwitzen. Reis, Wasser und Geflügelbrühe dazugeben und aufkochen lassen. Bohnen hinzu geben. Alles bei geringer Hitze aufkochen lassen, zudecken und je nach Reissorte gar köcheln lassen.

Unser Reis war nach etwa 20 min gar (Feuchtigkeit verdampft). Das Hühnchen war schon früher fertig, was aber nicht schlimm war. Ich habe den Backofen ausgeschaltet und es noch etwas heiß stehen lassen. Das Fleisch bleibt dank der Sauce sehr zart und saftig.

Den Salat anmachen.

Reis & Bohnen auf einen Teller geben. Die Hühnchenteile ebenfalls zusammen mit der Jamaica-Sauce anrichten. Mit dem Salat und dem Joghurt servieren. (Im Original wird noch mal Honig über das Hühnchen gegeben – das war mir definitiv zu viel. Ich habe es gleich weggelassen)

Das Gericht ist leicht und lecker mit vielen unterschiedlichen Aromen, wobei der Rum angenehm im Hintergrund bleibt. Reis und Hähnchen nehmen einem nicht übel, wenn man noch 2 min für das Tischdecken benötigt, da beides heiß und saftig bleibt. Der bEdW fand die schwarzen Bohnen im Reis unnötig. Mir haben sie aber genau das karibische Feeling geliefert, das mich an dem Rezept so gereizt hat.

Fazit: In 30 Minuten schaffe ich das vielleicht beim 3., 4. oder 5. Nachkochen, allerdings nicht beim ersten Mal. Wer die 30-Minuten-Angabe aber nicht ganz so ernst nimmt, findet im Kochbuch viele Anregungen für schnelle Gerichte, die auch einzeln und keinesfalls immer im Menü zubereitet werden können. Was mir weniger gefällt, sind die vielen Fertigzutaten wie Fertigteig oder die ganzen indischen Saucen aus dem Glas. Ich nutze die zwar auch mal, wenn es schnell gehen muss. In einem Kochbuch haben die aber m.E. nichts zu suchen. Trotzdem werde ich auf jeden Fall noch einige Rezepte ausprobieren…

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Die China-Restaurants der 70er und 80er Jahre haben uns ziemlich versaut. All die Lotus-Goldener Drache-Peking House-Great Wall-Rote Laternen-Butzen, die uns mit Glutamat vollgepumpt haben. Wer heute sagt, er esse gerne chinesisch, wird von dem Gros der Leute mitleidig angeschaut. Fastenspeise der Buddhisten, 8 Köstlichkeiten und Schweinefleisch süß-sauer lassen jedem halbwegs normalen Mensch kalte Schauer über den Rücken laufen. Zumindest dann, wenn man nicht das Glück hat, ein halbwegs authentisches China-Restaurant zu kennen, wie beispielsweise das Jade im Frankfurter Bahnhofsviertel. Denn dort gibt es glücklicherweise keine der o.g. Speisen – zumindest nicht auf der “echt chinesischen” Karte.

Ähnlich naserümpfend reagierte der bEdW, als ich eben jenes verpönte Schweinefleisch süß-sauer für ein Friday-Night-Home-Dinner-Date vorschlug. Dabei ist Gu Lao Rou, wie es im Süden Chinas heißt, ein ganz traditionelles Gericht. Süße und Säure im Ursprungs-Rezept sind sehr fein und leicht, nur durch Zucker und Essig hervorgerufen. Wir haben wieder einmal aus dem Buch “Die echte chinesische Küche” ein Rezept verwendet und leicht abgewandelt.

Zutaten für zwei Personen:

350 gr Schweinefilet

1 Möhre

3 Frühlingszwiebeln

halbe Salatgurke

1 Ei

1 EL Maisstärke

1 TL und 5 EL Reiswein

1 Vogelaugenchili

1/2 milde rote Peperoni

1 Stück Ingwer (1/2 Daumenlänge)

2 Knoblauchzehen

(alternativ: 1 EL Ingwer-Knoblauch-Paste)

1 EL Zucker

1 TL Essig

100 ml Pflanzenöl

2 EL Tomatenmark

Salz

Beilage: Reis

Und so geht’s: Das Schweinefleisch in dünne Scheiben und anschließend in etwa 3 cm lange Stücke schneiden. Das Ei mit Salz und 1 TL Reiswein verkleppern und mit dem Fleisch vermischen. Zur Seite stellen. Gurke und Möhre in rautenförmige Stücke schneiden. Frühlingszwiebeln in nicht zu feine Ringe schneiden. Peperoni hacken. Vogelaugenchili sehr fein hacken. Ingwer und Knoblauch schälen und sehr fein hacken – oder alternativ Ingwer-Knoblauch-Paste verwenden. Zucker mit Essig, Salz, 5 EL Reiswein, 1 EL Speisestärke und 1 EL Wasser gründlich mischen. Den Wok erhitzen und das Pflanzenöl zufügen. Abgetropftes Schweinefleisch bei hoher Hitze frittieren, bis es goldbraun ist. Aus dem Wok nehmen und zur Seite stellen. Öl bis auf einen dünnen Film aus dem Wok gießen. Tomatenmark, Chili und Peperoni sowie Frühlingszwiebeln, Ingwer und Knoblauch kurz unter Rühren anbraten. Gurke und Möhre hinzufügen und ebenfalls kurz anbraten. Die Sauce dazugeben und alles aufkochen lassen, bis sie etwas eindickt. Das Fleisch wieder zugeben und noch mal heiß werden lassen. Zusammen mit dem Reis servieren.

Ein vielfach unterschätztes Gericht, das bei Eigenherstellung leicht, lecker und deutlich besser schmeckt als die Nummer 34b beim Chinesen um die Ecke. Habt Ihr auch schon mal einen Fast-Food-Klassiker oder ein Oh-mein-Gott,das-geht-ja-gar-nicht-Gericht zu Hause selber gemacht und aus der Schmuddelecke geholt?

Dazu hat uns übrigens ganz hervorragend eine Neuentdeckung geschmeckt:

Der Helderberg Sauvignon Blanc aus dem südafrikanischen Anbaugebiet Stellenbosch ist Teil des Probierpakets, das mir Hawesko zur Verfügung gestellt hat. Nach einer ersten Enttäuschung (s. Post vom Montag) hat uns der Helderberg tatsächlich umgehauen. Mit seiner hellgelben Farbe und einer deutlichen Grapefruit-Gras-Nase ist er ein richtig waschechter Sauvignon Blanc. Das typische Stachelbeer-Aroma breitet sich dann ebenso im Mund aus wie grüne Paprika- und Unreifer-Pfirsich-Aromen. Dabei hat er angenehm wenig Säure. Unbedingt gut gekühlt trinken. Mit 8,90 Euro/Flasche kein ganz billiges Vergnügen, aber mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis.

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