Indisch zu kochen muss nicht immer aufwendig sein. Auch an einem Werktag bekommt Ihr das Maharadscha-Gefühl ganz leicht in die eigenen vier Wände. Voraussetzung ist nur, dass Ihr morgens (oder am Vorabend) noch fix die Marinade für das Chicken Tikka anrührt. Ein Minimum von 2 Stunden Marinierzeit solltet Ihr Euch nämlich schon einrichten. Dafür bekommt Ihr aber auch saftig-würziges Hähnchenfleisch, das jeden Salat, jedes Sandwich aufpeppt.
Wollen wir loslegen?
Für den indischen Salat mit Chicken Tikka als Hauptgericht für 2 benötigt Ihr folgende Zutaten:
Wir starten mit der Marinade für das Chicken Tikka. Hierfür Kreuzkümmel, Kardamom, Zimt, Pfefferkörner und Nelke im Mörser fein mörsern. Die Gewürze mit der Tomate, dem Chilipulver, Zwiebel, Ingwer-Knoblauch-Paste und Öl in einem Mixer zu einer geschmeidigen Masse pürieren. Das Hähnenfleisch in 2x2cm große Brocken schneiden und in der Marinade wälzen bis alles schön überzogen ist. Mindestens 2 Stunden, besser 4 Stunden oder länger unter Frischhaltefolie kühl stellen.
Nach der Marinierzeit den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
Für das Dressing die Koriander- und Kreuzkümmelsamen mörsern. Alle Zutaten des Dressings miteinander vermischen. Rote Bete Knollen achteln, Salat putzen und trockenschleudern.
Die Hühnchenteile aus der Marinade nehmen, etwas abtropfen lassen und auf einen Grillrost (idealerweise über einer Auffangschale oder über einer Lage Alufolie) legen und auf die oberste Schiene des Backofens schieben. Ihr müsst je nach Größe der Stücke und nach Leistung Eures Backofens ca. 8 min zum Garen einrechnen. Danach kommen die Brocken noch mal 2 min unter den Grill. Die Zeitangaben variieren aber möglicherweise. Das Hühnchenfleisch sollte durch sein und eine leicht gebräunte Würzhülle haben. Wer es noch dunkler mag, legt die Teile gleich auf den Grill!
Salat auf einem großen Teller anrichten. Rote Bete dazugeben und mit dem Joghurtdressing benetzen. Ich mische den Salat nicht, weil das Dressing sonst rosa wird. Aber dem Geschmack tut das keinen Abbruch. Zuletzt noch mit den Korianderblättern und den Sonnenblumenkernen garnieren. Chicken Tikka-Stücke dazugeben und mit etwas Naan-Brot servieren.
Indien auf der Zunge – und fertig ist das Feierabend-Maharadscha-Gefühl!
PS: Das Hühnchen schmeckt auch kalt herrlich auf Sandwich mit etwas Chutney und Salatblättern. Wer es lieber saucig mag, wirft die Hühnchenteile in kochende gestückelte Tomaten aus der Dose, rührt etwas Joghurt unter (dann darf es nicht mehr kochen!), kocht Reis dazu und fertig ist Chicken Tikka Masala.
An Heiligabend haben wir mal mit der Tradition gebrochen und umfangreich thailändisch gekocht. Ein Gang, den wir vorher natürlich schon mal zur Probe zubereitet haben war Yam Gai, ein erfrischender Hühnchensalat mit Minze und Erdnüssen.
einige Spritzer Sojasauce (nicht im Originalrezept)
Die Zubereitung geht wirklich schnell:
Hühnchenfleisch mit den Fingern zerpflücken und in eine Schüssel geben (wer Hühnchenfleisch erst noch kochen muss, lässt das Fleisch vor der Weiterverarbeitung abkühlen). Alle Zutaten – außer dem Sesam – gut vermischen und einige Minuten ziehen lassen. Eventuell noch mit etwas mehr Fischsauce und Limettensaft abrunden. Anrichten und mit den Sesamsamen bestreut servieren.
Ein toller Abendsnack, wenn noch Hühnchen vom Vortag übrig ist. Und natürlich ein herrlicher Auftakt für ein exotisches Weihnachtsmenü…
Wer hätte das jemals gedacht: Ich fiebere der Rote Bete Saison entgegen. Die grau-roten Schrumpelknollen machen mich glücklich. Und ich kann kaum erwarten, den ganzen Winter hindurch meinen Eisenhaushalt mit Rote Bete aufzupäppeln. (Ok, Rotwein und Rindfleisch spielen dabei vielleicht auch eine Rolle.)
Ein sehr einfaches, schnell zuzubereitendes und äußerst schmackhaftes Gericht für abends oder eine feine Vorspeise zu Wildgerichten ist das Rote Bete Carpaccio mit Feldsalat:
Der Clou an dem Gericht ist die Süße der rohen Rote Bete in Kombination mit den nussigen Kürbiskernen und einem fruchtigen Aprikosen-Dressing.
Für 2 Portionen benötigt Ihr folgende Zutaten:
1 große Knolle rohe Rote Bete
2 (Männer)Handvoll Feldsalat
4 mittelgroße braune Champignons
100 gr Kürbiskerne
Für das Dressing:
1 gehäufter Teelöffel Aprikosenkonfitüre
4 EL mildes Olivenöl
1 EL weißen Balsamico
1 Spritzer Zitronensaft
1/2 TL Senf
Salz
Pfeffer
So geht’s:
Alle Zutaten für das Dressing gut mit dem Schneebesen verquirlen und abschmecken.
Die Rote Bete schälen (Gummihandschuhe anziehen!) und in feine Scheiben schneiden. Feldsalat waschen und belesen. Dann den Salat trockenschleudern und mit 2/3 des Dressings anmachen. Braune Champignons in feine Scheiben schneiden. Kürbiskerne in einer Pfanne anrösten.
Auf einer großen Platte die Rote Bete Scheiben anrichten, einige Löffel des Dressings darübergeben. Jetzt die Champignonscheiben obenauflegen und ebenfalls mit dem Dressing beträufeln. Dann den angemachten Salat anrichten und zum Schluss mit den Kürbiskernen bestreuen. Fertig!
Jetzt kann der Winter kommen – und auch der nächste Blutspendetermin!
Wenn es wieder etwas kühler wird, kann man sich mit vielen Gewürzen ein bisschen Exotik und Wärme ins Haus holen. Die orientalische Variante von “Frikadelle mit Salat” sind Köfte mit Fattoush – also Lammhackbällchen mit einem syrischen Brot-Salat. Da schmatzt nicht nur der Sultan!
Alle Zutaten gut vermischen (geht am Besten mit den Händen!) und zu Fleischbällchen formen – je kleiner, desto knuspriger. Das ist aber Geschmacksache. Wer größere “Frikadellen” mag, macht einfach größere…
Das Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Nun die Köfte in die Pfanne geben und gut anbraten. Die Hitze drosseln und die Köfte jetzt noch durchgaren lassen. Das dauert – je nach Größe – durchaus 20-30 Minuten. Das Fleisch sollte in jedem Fall durchgebraten aber noch saftig sein.
Zusammen mit dem Fattoush und etwas Joghurt-Dip servieren und sich wie ein schmatzender Sultan fühlen!
Da findet nicht viel Kocherei statt. Stattdessen wird viel getrunken und alles gegessen, was viiieeel Wasser enthält: Wassermelone, Tomate, Gurke und:
Herzlichen Dank an den Lieblingsadmin mit Schrebergarten
Ganz besonders schnell und abwechslunsgreich ist ein Zucchini-Salat, den ich neulich bei Jamie Oliver (wieder)entdeckt habe. Das Rezept stammt aus seinen 30-Minuten-Menüs, kann aber auch wunderbar alleine mit etwas Baguette serviert werden.
Zutaten:
1 grüner Zucchino
1 gelber Zucchino
meine Variante: 1 halbe Salatgurke
8 Blätter Minze
1 scharfe rote Chili
4 EL Olivenöl
2 EL Zitronensaft
Salz, Pfeffer
Fertig in 2 Minuten – los geht’s:
Minze und Chili sehr fein hacken und in einen tiefen, ausreichend großen Teller geben. Mit Olivenöl und Zitronensaft verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Jetzt die Zucchini (und die Gurke) schälen und mit dem Sparschäler in Streifen schälen, solange, bis man an das Kerngehäuse kommt. Das wirft man weg – allerdings nicht, ohne sich vorher darüber zu beömmeln wie lustig wabbelig und gummiartig sich das pure Kerngehäuse anfühlt. Kochen macht SPASS!!
Streifen und Dressing miteinander vermischen und mit etwas Brot servieren. Fäddisch!!
Ui, der Sommer ist da. Und mit ihm eine ordentliche Hitze, die mich davon abhält, länger als unbedingt nötig in der Küche zu stehen. Lieber gehe ich dann schnell auf den Markt oder hole mir ein Fischbrötchen beim Fischladen gegenüber. Am Saft-Stand auf dem Wiesbadener Wochenmarkt (Mittwoch und Samstag bis 14 Uhr) gibt es neben herrlich frisch gepressten Säften (ich sag nur: Apfel, Birne, Ingwer!) auch einen feinen kleinen Salat mit Rote Bete, Feta und Rauke sowie einigen Walnüssen. Ich mag unheimlich die Mischung aus der Süße der Bete, knackig-herben Walnüssen, salzigem Feta und frischer Rauke!
Natürlich ist der auch blitzschnell selber gemacht:
2 Knollen gekochte Rote Bete
100 gr Feta
6 Walnüsse
10 Stengel Rauke
2 EL Olivenöl
1 EL Rotweinessig
Salz, Pfeffer
1 Spritzer Zitronensaft
1/2 TL Honig
Ganz einfach die Rote Bete in mundgerechte Stücke schneiden. Walnüsse knacken und grob hacken. Rauke waschen und trockentupfen – eventuell ein- bis zweimal hacken. Feta würfeln. Restliche Zutaten zu einem Dressing vermischen und unter den Salat mischen. Gut gekühlt servieren.
(Wer zum Rezept will, sollte jetzt ordentlich runterscrollen. Ich schweife heute ziemlich ab…)
1989 war ich ein (ganz frischer) Teenager und wahrscheinlich genauso unausstehlich wie alle Mädels in diesem Alter. Unsicher in der eigenen Haut, nicht Fisch nicht Fleisch, genervt von allem und jedem… Wer kennt das nicht? Gut erinnern kann ich mich an den Sommer ’89 weil ich mit meinen Eltern den Urlaub an der Côte d’Azur verbrachte. Es war heiß, der Scirocco ging mir ebenso auf den Geist wie ich vermutlich Ma und Pa. Dazu kam dann noch der unsägliche Sommerhit des Jahres, der gefühlt drei Mal pro Stunde im französischen Radio lief: Lambada von Kaoma!
Erinnert Ihr Euch, dass plötzlich Hans und Rosi aus Wanne-Eickel in die Tanzschule rannten, um hüftsteif und schmärbäuchig den heißen Tanz aus Brasilien einzuüben, der doch im Video so locker leicht sogar Kiddies von den Hüften ging?
Was mir ebenfalls in Erinnerung geblieben ist, ist die unfassbare Eleganz der (Süd-)Französinnen. Oder vielleicht der reichen Südfranzösinnen. Oder der reichen, an der Côte urlaubenden und sich den ganzen Tag um ihr Äußeres kümmernden Französinnen. Ich dagegen: 14 Jahre, aus einem südhessischen Dorf, gerade konfirmiert und nicht gerade mit der Garderobe ausgestattet, die man so trägt in St Tropez, Nizza oder Cannes…
Es gibt irgendwo in den Schubladen meiner Eltern ein einziges Foto von mir, auf dem ich mir halbwegs in diesem Sommer gefallen habe. (Alle anderen fand und finde ich furchtbar: typische deutsche praktische Klamotten inmitten von Jet-Set-Blondinen!) Dieses jedenfalls: Im Halbprofil, die Haare leicht gewellt und halblang (ich ließ sie gerade wachsen, zum Zopf reichte es noch nicht – wieder Quell dieses permanenten Genervt-Seins), irgendein Trägertop an und Zeitung lesend. In der Hand ein Stück Schokolade. Was meine ältere Schwester zu der Aussage veranlasste: “Richtig gutes Foto. Richtig französisch. Jetzt müsstest Du nur etwas anderes in der Hand haben als ausgerechnet Schokolade! Das passt so gaaaaar nicht!”
Recht hatte sie. Eine Zigarette, ein Glas Wein, ein Buch von Simone de Beauvoir… Alles besser als Schokolade. Das passt so gaaaaar nicht! (Ok, ich war 14! Zigaretten und Wein kamen später.)
Aber vielleicht ist genau das die Weichenstellung: Zigarette oder Schokolade? Boutique oder Lebensmittelladen? Elle oder Food&Travel? “Danke, ich nehme nur einen Salat!” oder “Boah, ich bin im Himmel! Ich könnt’ hier ALLES essen!”, Fashion- oder Food-Blogger…
Statt Klamöttchen zu shoppen und durch die Boutiquen zu ziehen (die ohnehin aberwitzig teuer waren…), schwärmten meine Eltern von Brigitte Bardot und dem Angebot auf den Wochenmärkten. Und ich erinnere mich dunkel, dass meine Ma ständig Salade niçoise bestellte, wann immer wir mal Essen gingen (im Urlaub wurde ansonsten immer selbst gekocht – alles, was die Region und die Märkte hergaben!). Wenn ich das noch richtig zusammenbekomme, war sie auf der Suche nach DEM Rezept für den Nizza-Salat, das es leider ebensowenig gibt wie das für Kartoffelsalat.
Alleine die Vorstellung von Sardellen und grünen Bohnen trieb mir (14!!) den Ekel ins Gesicht. Dummes Ding, das ich war… Zwei Jahre später, also 1991, waren die Haare endlich lang, Henna-rot, der Blazer ging über den Po und war doppelreihig, die Augenbrauen wurden dünnergezupft. Und plötzlich fand ich es sehr chic, in Hanau (!) in der “Brasserie” (!!) mit meiner Freundin T. zu sitzen, mir einen Salade niçoise zu teilen (!!!) und Jungs anzuflirten. Dieser Salat war das Beste an dem Etablissement (wenn auch mit einer komischen Joghurt-Sauce angemacht, die ich heute für alles andere als französisch halten würde…) Und statt Schokolade hatten wir längst die Kippen in der Hand. Dumme Dinger, die wir waren…
Seit dieser Zeit also in den gaaaanz frühen Neunzigern, als Mädels noch mit Aktenkoffer-großen Autotelefonen zu beeindrucken waren, die Ära der Supermodels mit echten Kurven (hach!) anfing, meine Lieblingszeitschrift Miss Vogue (!) eingestellt wurde, als ich gerade ein Abo beantragen wollte, und Freddie Mercurys früher Tod Aids plötzlich auch im Mainstream extrem präsent machte, habe ich keinen Nizza-Salat mehr gegessen. Ist das zu glauben?
Heute – 2012 – kommt der Sommerhit wieder aus Brasilien
Menschen stellen ihr Essen in dieses Ding namens Internet und im Hause German Abendbrot gibt’s nach zwanzig (!) Jahren wieder Salade niçoise! (Das nenne ich mal einen Bogen spannen!) Aus gefühlten 120 Rezepten habe ich mir ein eigenes zusammengebastelt, das mir sehr gut gefallen hat, auch weil ich eine übrig gebliebene Kartoffel und etwas Bohnen vom Vortag verwenden konnte. Bohnen waren nämlich immer in den Salaten, die meine Mutter 1989 an der Côte gegessen hat – egal, was Puristen so sagen…
Für einen großen Teller (“in Memory of the 90s” ist sogar das Geschirr aus den 90ern), der einen alleine satt und glücklich macht oder zwei Personen als Vorspeise reicht, benötigt Ihr folgende Zutaten:
Zwei Hände voll Pflücksalat oder die gleiche Menge Eisbergsalat
2 gekochte, geschälte nicht zu große Kartoffeln
1 hartgekochtes Ei
6-8 schwarze Oliven
1 große Tomaten
1/2 grüne Paprikaschote
eine kleine Hand voll grüne Bohnen, gekocht und abgekühlt
1 kleine Dose Thunfisch (abgetropft)
1 TL Tapanade (Paste aus schwarzen Oliven – gibt es in gut sortieren Supermärkten, beim Türken oder Italiener)
3 Sardellen in Öl
3 EL Rotweinessig
Spritzer Zitronensaft
8 EL Olivenöl
Salz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer
Für das Dressing:
1/2 Kartoffel, die Tapanade, 2 Sardellen, Essig, Öl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer sehr gut miteinander vermischen – am besten mit dem Pürierstab.
Für den Salat:
Salat und Gemüse waschen. Das Ei, die Tomaten und die restlichen Kartoffeln achteln. Die Paprika entkernen und in Ringe schneiden. Auf einer großen Platte oder einem Teller erst die Blattsalate anrichten. Darauf die Paprikaringe verteilen, in der Mitte die Bohnen. Die Tomatenachtel und die Oliven am Rand anrichten. Die Kartoffel- und Eier-Achtel etwas mehr in die Mitte setzen. Ganz in die Mitte kommt der abgetropfte Thunfisch. Darauf die letzte Sardelle. Jetzt das Dressing über dem Salat möglichst gleichmäßig verteilen und servieren!
Ihr könnt natürlich auch alles in eine Schüssel werfen. Das macht aber nicht annähernd so viel Spaß und wird den tollen Zutaten nicht ganz gerecht!
Ein sehr sättigender Salat, zu dem man kein Baguette braucht. Wegen der Sardellen und Oliven ist die Weinauswahl nicht ganz einfach. Ein eiskaltes Bier passt hier eigentlich fast besser. Oder ein sehr kräftiger, südfranzösischer Rosé.
Ich bin übrigens gar kein so großer Fan von Sommerhits. Für mich gibt es aber einen Song, der die 90er mit all seinem Lebensgefühl dermaßen auf den Punkt bringt:
(Daran ändert auch nichts, dass sich Kurt Cobain erschoss, als ich Abi gemacht habe, und deshalb ebenso unwiderruflich mit “meinen” 90ern verbunden ist… Supermodels in blauem Licht – das ist einfach nicht zu toppen)
Und Ihr so? Kind der 90er oder der 80er? Welches Gericht gehört zu Eurer Teenager-Zeit. Zu einem 80er Backflash hat Heike neulich übrigens einen ganz wunderbaren Post geschrieben, den Ihr hier nachlesen könnt.
Es gibt Rezepte, die gehören mittlerweile in mein Standardrepertoire. Dazu gehören auch Tartes in allen Variationen. Mürbeteig treibt mir keine Schweißperlen mehr auf die Stirn. Und auch der Umgang mit dem gebackenen Boden gelingt bestens. Keine Rede mehr von gebrochenen Böden, zerbröselten Rändern und so weiter. Großartig ist bei Tartes ihre Vielseitigkeit: Mit Salz im Teig eignet sich der Boden für jede Form von herzhaftem Belag. Die Basis mit Ei und Käse kann dabei immer gleich bleiben. Ein süßer Mürbeteig eignet sich bestens für Zitronentarte oder Früchten mit Sahne oder Quark.
Neulich hatte ich mal wieder Lust auf’s Backen (ich kann immer noch nicht glauben, dass ich so was schreibe!) und habe eine Freestyle-Tartemit Spinat und Speck gebacken in Anlehnung an meine Tarte Bonne Soirée.
Den Mürbeteig habe ich wie immer gemacht. Für den Belag nahm ich folgende Zutaten:
Zutaten für den Belag:
100 gr geriebener Parmesan
3 Eier
eine große Hand voll Babyspinat
50 gr Creme Fraiche
50 gr Frischkäse
1 EL gehackten Feta
100 gr Speck
Salz, Pfeffer
Den Speck habe ich angebraten und anschließend den Spinat kurz mitgedünstet. Beides kam dann in die Käse-Ei-Masse und wurde auf dem Tarte-Boden verteilt. Die Backzeit beträgt rund 25 Minuten.
Noch leicht warm schmeckt die Tarte zu einem frischen Salat aus Blattsalat-Mix, Gurke und Tomaten, den ich nur mit Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer angemacht habe.
Natürlich darf auch ein Wein nicht fehlen. Wir hatten den 3. Testwein aus unserem Hawesko-Paket, einen Riesling von der Mosel:
Ich bin ja recht säureempfindlich und deshalb kein Riesling-Fan. Dieser Mosel-Riesling war aber eher untypisch. Das zeigte sich schon an der sehr gelben Farbe. Im Geschmack war er mild und “sonnig” mit deutlichen Aprikosen-Aromen und ohne diese typisch krachige Säure, die mir sonst immer sofort im Kiefer kneift. Der bEdW – ein Riesling-Fan! – war deshalb nicht sonderlich begeistert. Mir gefiel er zu Tarte und Salat aber recht gut (der Riesling, nicht der bEdW. Der gefällt mir IMMER). Ich bilde mir ein zu schmecken, dass es an der Mosel sonniger ist als im Rheingau – kann das sein? Die Flasche kostet bei Hawesko 8,90 Euro.
Der bEdW und ich sind große James-Bond-Fans. Ehrlich! Alleine das Bond-Theme lässt uns schon vor Begeisterung quietschen. Und es gibt wenig Entspannenderes als einen gemütlichen Couch-Abend mit lecker Knabberzeug, hochprozentigen Getränken und sinnlosem Bond-Plot. Natürlich müssen wir an dieser Stelle nicht ernsthaft über meinen Lieblings-Bond diskutieren (warum, denkt Ihr wohl, war ich im Kloster Eberbach ). Aber besonders schön sinnbefreit sind die Filme mit Roger Moore als 007. Und Octopussy ist ganz große Bond-Ware!
Octopussy hat nicht nur einen der absurdesten Namen eines Bondgirls (ok, Pussy Galore ist auch großartig!), sondern auch Szenen in Indien, Tiger, fiese Bösewichte, indische Kampfamazonen und eine Prügelszene in einem Zirkus-Zug-Waggon, die später herrlich in “Indiana Jones 3″ (mit River Phoenix als jungem Indy und – na wer weiß es? – Sean Connery!) persifliert wurde.
Aber allem voran: DIE KRAKE!! (Der Krake?) Vergesst mir Paul, den WM-Tip-Tintenfisch. Ich liebe Octopussy.
Und wenn es bei uns Tintenfisch, Calamar, Octopus oder Squid gibt, heißt es: “Heute gibt’s Octopussy!” Weil diesmal der bEdW mit Kochen dran war, blieb mir Zeit, die ganze Zeit an der Kochinsel zu stehen und das James-Bond-Theme zu “singen”. Natürlich mit besonderer Dramatik, wenn der Tintenfisch im Wok landet!
Was es zu essen gab? Ach ja, da war noch was…
Also: Der bEdW hat einen feinen Octopussy-Salat mit Sesam und vielen Kräutern gemacht aus dem Kochbuch “Köstlich fernöstlich!”
Weil ich sehr hungrig und außerdem ja mit der Singerei beschäftigt war, ist das Foto nicht so appetitlich wie das Essen selber. Aber es wurde sofort in unser Repertoire aufgenommen, weil es uns beide echt umgehauen hat, so frisch und lecker war das!
Hier die Zutatenliste für 2 Personen:
1 rote Chilischote
1/2 grüne Paprikaschote
50 gr Kenia-Bohnen
50 gr Zuckerschoten
2 Rotkohlblätter
2 Chinakohlblätter
1 Nori-Blatt
einige Minze- und Korianderblätter
1/4 Stängel Zitronengras
1 EL Sesamöl
2 EL Fischsauce
1 EL Limettensaft
1/4 l Reisessig
250 gr Tintenfisch (Tuben – gerne mit Ärmchen)
2 TL Rapsöl
2 EL Erdnüsse (wir hatten alternativ Cashew-Nüsse)
1 EL Sesamsamen
Salz, Zucker
Eine ziemlich lange Liste. Zumal man dann da steht mit einem angebrochenen Chinakohl und einem Kopf Rotkohl. Also am besten schon mal darüber nachdenken, was mit den “Resten” angefangen werden kann. Der Einkauf lohnt sich aber, weil es sooo lecker war.
Und so geht’s:
Bohnen, Rotkohlblätter und Zuckerschoten blanchieren. Dieses sowie das Nori-Blatt, Chilischote , Chinakohlblätter und Paprikaschote in sehr feine Streifen schneiden. Minze und Koriander fein hacken. Dann habt Ihr schon mal die schlimmste Arbeit hinter Euch und einen Berg frischester Knack-Zutaten vor Euch:
Dieser Geruch und die Farben sind die Schnippelei schon wert. Jetzt geht’s an die Sauce: Dafür das Zitronengras sehr fein hacken. Mit Sesamöl, Fischsauce, Limettensaft, Essig, etwas Zucker verrühren. Alles über das Streifen-Gemüse geben und ziehen lassen.
Währendessen den Tintenfisch-Tuben in mundgerechte Stücke schneiden und kreuzweise leicht einritzen. Falls Ihr Ärmchen habt, zerteilt Ihr die einfach auch in mundgerechte Stücke. Öl im Wok stark erhitzen und die Tintenfischstücke kurz anbraten. Parallel die gehackten Erd- oder Cashewnüsse anrösten, zur Seite stellen und schnell noch die Sesamsamen anrösten. Den Salat anrichten, den Tintenfisch darüber verteilen und mit Nüssen und Sesam bestreut servieren!
Das Gericht ist sehr leicht und eine schöne Vorspeise oder Teil eines asiatischen Menüs. Wenn man nicht allzu viel Hunger hat, reicht es auch als leichtes Abendessen.
Und wir lieben den August, der ja doch noch die Ehre des Sommers 2011 zu retten scheint!
Wir lieben auch unsere Kräuter (und was man mit ihnen machen kann – s.u.)!!
Wir lieben Fleisch (und unseren neu entdeckten Metzger!)!!
Wir lieben aber auch Fisch: Pro Person einen Wolfsbarsch (entschuppt und ausgenommen) mit Rosmarin, Petersilie, Schnittlauch und Thymian sowie zwei Scheiben Zitrone füllen, mit Olivenöl einreiben, salzen und pfeffern (innen und außen).
Wir lieben diese irre Tomaten-Saison mit herrlichen aromatischen Tomaten der Gärtnerei Stoll – hier angemacht mit Vietnamesischem Koriander, Basilikum, Olivenöl, Meersalz, weißem Pfeffer und weißem Balsamico-Essig!
Wir lieben Merguez - die scharfe orientalische Lammwurst – und (ich wiederhole mich!) unseren Metzger, der diese feine, trockene, würzige Wurst verkauft, die so viel Durst macht! Wir lieben auch, dass dazu selbst gemachtes Tomatenketchup und Tabouleh passen, die uns zusammen mit der Merguez in einen kleinen Orient-Urlaub schicken!
Wir lieben unsere Kräuter auch deshalb, weil man aus ihnen super schnell leckere Kräuterbutter machen kann: Ein Viertel einer Butterpackung vermischen mit fein gehackten Kräutern (jeweils einige Blättchen Thymian, Rosmarin, Oregano, Petersilie, Zitronenverbene), 1 TL Currypulver (am besten hausgemacht), je einer Prise Cayennepfeffer und scharfem Paprikapulver, Salz und etwas Pfeffer.
Wir lieben die Wiesbadener Senf- und Marmeladenmanufaktur “The Princess Revolution“, die zum Beispiel ein prima Apfel-Thymian-Gelee anbietet, das sooooo herrlich zu Lamm passt und einen direkt in die Provence beamt: