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Mit ‘Weißwein’ getaggte Artikel

1 Jahr zurück in Rhein-Main***2 Jahre German Abendbrot***3 Jahre Arthurs Tochter kocht!

“Eins, zwei, drei im Sauseschritt. Es eilt die Zeit. Wir eilen mit!” dichtete Wilhelm Busch und selten kam mir der “Sauseschritt” schneller vor als im vergangenen Jahr. Vor genau einem Jahr stand ich mit 95 Umzugskisten und am Rande des Nervenzusammenbruchs in unserer Münchner Wohnung und wäre dem Umzugsunternehmen am liebsten an die Gurgel gegangen angesichts der Unprofessionalität, die an den Tag gelegt wurde. Ich knirsche heute noch mit den Zähnen deswegen…

Das alles ist aber vergeben und vergessen, wenn mir das Herz aufgeht beim Anblick der Frankfurter Skyline. Zum Beispiel vom Sachsenhäuser Ufer aus:

Oder von oben:

Oder beim Schlendern über den sonnenbeschienen Römer:

Auch der Blick vom Frankfurter Hausberg “Lohrberg” ist nicht zu verachten: Vorne wächst Wein, hinten zeichnet sich (mal wieder!) die Skyline ab.

Ein heißer Tipp für alle Touristen und Städter ist übrigens die neulich mit Freunden wieder entdeckte “Lohrberg Schänke” mit grandiosem Blick über Ostend und (natürlich!) Skyline bei lecker Frankfurter Klassikern und unterschiedlichen Ebbelwoi Variationen. Das weitläufige Areal mit Schrebergärten, Kinderspielplätzen und Grillecken lädt zu Picknick und Spaziergängen ein. Die Schänke schlief lange einen Dornröschenschlaf, bis sie vor einem Jahr von einem jungen Team erfolgreich wachgeküsst wurde. Nix wie hin!

Und falls doch mal die Sehnsucht nach München durchkommt, kneife ich einfach die Augen zusammen und denke mir, dass der kleine Tempel auf dem Wiesbadener Neroberg doch schon ein bissl an den Monopteros im Englischen Garten erinnert.

Am 18. Juli 2010 ging der erste Beitrag im “German Abendbrot” online. Heute wird meine kleine Fress-Seite 400 bis 500 mal aufgerufen. Ich freue mich über jeden einzelnen Besucher, über Kommentare, Lob, Anregungen und Nachkoch-Berichte. Einige Tiefs und Zweifel habe ich in den letzten 24 Monaten überstanden – auch dank der herzlichen Unterstützung, dem guten Zureden, Tipps und Tricks der Food-Blogger-Community und Treffen mit alt bekannten und neu entdeckten Food-Bloggern. Ich danke Euch allen dafür!!! Ihr seid das sprichwörtliche Salz in meiner Suppe :-*

Aber wir wollen nicht vergessen, dass derzeit die Zahl DREI ganz hoch im Kurs steht. Denn die Godmother of German Foodblogging feiert ihren DRITTEN Geburtstag: Arthurs Tochter kocht! Herzlichen Glückwunsch, liebe Astrid! Du weißt ja, dass Du eine ganz große Motivatorin und Auslöserin für meinen Blog warst. Besonders gefreut habe ich mich darüber, Dich sogar persönlich kennenlernen zu dürfen. Und weil Du mit Deinem großen Herz nicht nur Geschenke unter die Gemeinde schleuderst zum Geburtstag (und was für welche!!!), sondern auch um Rezepte und Ideen rund um die DREI bittest, will ich mich in die lange Reihe der Gratulanten einordnen. Nach dem Motto: “Das bisschen, was wir essen, können wir auch trinken” habe ich Dir DREI Drinks gemixt:

Nummer Eins auf “unsere” Rhein-Main-Region:

Pimm’s Cup – schmeckt auf beiden Seiten des Rheins!

6 cl Pimm’s No 1

Eiswürfel

3 Scheiben Gurke

5-6 Himbeeren

1/8 Zitrone

Auffüllen mit Ginger Ale und abrunden mit einem Spritzer Zitronensaft. Prost!

***

Nummer Zwei – wenn Du erlaubst, liebe Astrid! – auf den 2. Geburtstag vom German Abendbrot:

Belle Collins – ein eiskalter Gin-Cocktail mit viel selbstgezogener Minze. Und die wächst ja auch auf Astrids Terrasse ;-)

2 Minzezweige (ich habe spanische Minze genommen, die weniger heftig ist als Pfefferminze)

8 gecrushte Eiswürfel

4 cl Gin (Bombay Sapphire)

2 cl Zitronensaft

2 cl Zuckersirup

Sodawasser zum Auffüllen

Minzeblätter für die Deko

Minzezweige zerdrücken und in ein großes, eisgekühltes Glas füllen. Crushed Eis, Gin, Zitronensaft und Zuckersirup hinzugeben. Umrühren und mit Sodawasser auffüllen. Mit einigen Minzeblättern dekorieren. Prrrrrrost, alte Wurschthaut!! Auf die nächsten 2 Jahre!

***

Nummer Drei auf Dich, liebe Astrid. Hoch sollst Du leben! DREI mal Hoch!

*hicks* ‘tschulligung! Darf ich vorstellen: White Charger. Ein raffiniertes kleines Teil, das ganz unschuldig daherkommt und ordentlich Rheinreinknallt.

eine Kugel Vanilleeis – idealerweise direkt aus Astrids berühmter Eismaschine!

2 cl Gin (Gin passt IMMER! Mit lieben Grüßen an den Leser, der immer wieder über die Suchbegriffe “wozu passt Gin” auf meinem Blog landet. Gegenfrage: “Wozu passt Gin NICHT?” Aber ich schweife ab. *hicks*)

4 cl gekühlter Weißwein (natürlich Riesling aus Rheingau oder Rheinhessen – da sind wir tolerant!)

Alle Zutaten zusammen mit einem Eiswürfel in einem Shaker solange shaken bis das Vanilleeis flüssig ist. In ein Glas gießen und runterkippen genießen.

Uiuiui *karusell*

Nach so viel Feierei ist ja auch schnell mal der Kopf ein bissl dick. Deswegen stibitzt die vorwitzige Nummer Vier schon mal um die Ecke und winkt uns aus der Zukunft zu. Auf alles, was da noch so kommen mag. Ich lass mich überraschen. Wenn ich eines gelernt habe in den letzten Jahren, dann, dass das Leben uns auslacht, sobald wir Pläne machen.

In diesem Sinne – Darf ich vorstellen? Nummer Vier: Ferdinand the Bull – der Katerkiller!

0,25 l Tomatensaft

8 cl gekühlte Rinderbrühe (Vegetarier nehmen Gemüsebrühe – aber dann ist das halt nicht mehr Ferdinand the Bull, gelle?)

2 cl Limettensaft

2 Spritzer Worcestersauce

2 Spritzer Tabasco

Salz und Pfeffer

optional: 2 Alibi-Stengel Rauke für die Vitamin-Packung.

Alle Zutaten zusammen mit 4 Eiswürfeln in einem Shaker so heftig schütteln, wie es der dicke Kopf zulässt. In ein eisgekühltes Glas über 2-3 Eiswürfel abseien, salzen und pfeffern und mit der Rauke dekorieren.

Und jetzt gaaaaaaaaaanz leise die Tür schließen, nicht zu laut reden bitte, und langsam wieder nüchtern werden.

Pssst: Liebe Astrid, ich drücke Dich virtuell und wünsche Dir – und uns! – noch viele weitere Blog-Geburtstage mit Dir!

 

PS: Belle Collins, White Charger und Ferdinand the Bull stammen in ihrer Ursprungsversion aus dem empfehlenswerten Buch “1001 Cocktails”, das es bei der Deko-Ladenkette Butlers gibt – oder bei amazon. Wer dann immer noch nicht genug hat, schaut bei Highfoodality vorbei und bekommt neben tollen Rezepten auch noch herrliche Cocktail-Fotos!

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Die China-Restaurants der 70er und 80er Jahre haben uns ziemlich versaut. All die Lotus-Goldener Drache-Peking House-Great Wall-Rote Laternen-Butzen, die uns mit Glutamat vollgepumpt haben. Wer heute sagt, er esse gerne chinesisch, wird von dem Gros der Leute mitleidig angeschaut. Fastenspeise der Buddhisten, 8 Köstlichkeiten und Schweinefleisch süß-sauer lassen jedem halbwegs normalen Mensch kalte Schauer über den Rücken laufen. Zumindest dann, wenn man nicht das Glück hat, ein halbwegs authentisches China-Restaurant zu kennen, wie beispielsweise das Jade im Frankfurter Bahnhofsviertel. Denn dort gibt es glücklicherweise keine der o.g. Speisen – zumindest nicht auf der “echt chinesischen” Karte.

Ähnlich naserümpfend reagierte der bEdW, als ich eben jenes verpönte Schweinefleisch süß-sauer für ein Friday-Night-Home-Dinner-Date vorschlug. Dabei ist Gu Lao Rou, wie es im Süden Chinas heißt, ein ganz traditionelles Gericht. Süße und Säure im Ursprungs-Rezept sind sehr fein und leicht, nur durch Zucker und Essig hervorgerufen. Wir haben wieder einmal aus dem Buch “Die echte chinesische Küche” ein Rezept verwendet und leicht abgewandelt.

Zutaten für zwei Personen:

350 gr Schweinefilet

1 Möhre

3 Frühlingszwiebeln

halbe Salatgurke

1 Ei

1 EL Maisstärke

1 TL und 5 EL Reiswein

1 Vogelaugenchili

1/2 milde rote Peperoni

1 Stück Ingwer (1/2 Daumenlänge)

2 Knoblauchzehen

(alternativ: 1 EL Ingwer-Knoblauch-Paste)

1 EL Zucker

1 TL Essig

100 ml Pflanzenöl

2 EL Tomatenmark

Salz

Beilage: Reis

Und so geht’s: Das Schweinefleisch in dünne Scheiben und anschließend in etwa 3 cm lange Stücke schneiden. Das Ei mit Salz und 1 TL Reiswein verkleppern und mit dem Fleisch vermischen. Zur Seite stellen. Gurke und Möhre in rautenförmige Stücke schneiden. Frühlingszwiebeln in nicht zu feine Ringe schneiden. Peperoni hacken. Vogelaugenchili sehr fein hacken. Ingwer und Knoblauch schälen und sehr fein hacken – oder alternativ Ingwer-Knoblauch-Paste verwenden. Zucker mit Essig, Salz, 5 EL Reiswein, 1 EL Speisestärke und 1 EL Wasser gründlich mischen. Den Wok erhitzen und das Pflanzenöl zufügen. Abgetropftes Schweinefleisch bei hoher Hitze frittieren, bis es goldbraun ist. Aus dem Wok nehmen und zur Seite stellen. Öl bis auf einen dünnen Film aus dem Wok gießen. Tomatenmark, Chili und Peperoni sowie Frühlingszwiebeln, Ingwer und Knoblauch kurz unter Rühren anbraten. Gurke und Möhre hinzufügen und ebenfalls kurz anbraten. Die Sauce dazugeben und alles aufkochen lassen, bis sie etwas eindickt. Das Fleisch wieder zugeben und noch mal heiß werden lassen. Zusammen mit dem Reis servieren.

Ein vielfach unterschätztes Gericht, das bei Eigenherstellung leicht, lecker und deutlich besser schmeckt als die Nummer 34b beim Chinesen um die Ecke. Habt Ihr auch schon mal einen Fast-Food-Klassiker oder ein Oh-mein-Gott,das-geht-ja-gar-nicht-Gericht zu Hause selber gemacht und aus der Schmuddelecke geholt?

Dazu hat uns übrigens ganz hervorragend eine Neuentdeckung geschmeckt:

Der Helderberg Sauvignon Blanc aus dem südafrikanischen Anbaugebiet Stellenbosch ist Teil des Probierpakets, das mir Hawesko zur Verfügung gestellt hat. Nach einer ersten Enttäuschung (s. Post vom Montag) hat uns der Helderberg tatsächlich umgehauen. Mit seiner hellgelben Farbe und einer deutlichen Grapefruit-Gras-Nase ist er ein richtig waschechter Sauvignon Blanc. Das typische Stachelbeer-Aroma breitet sich dann ebenso im Mund aus wie grüne Paprika- und Unreifer-Pfirsich-Aromen. Dabei hat er angenehm wenig Säure. Unbedingt gut gekühlt trinken. Mit 8,90 Euro/Flasche kein ganz billiges Vergnügen, aber mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis.

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Zehn Jahre München haben mich ziemlich skeptisch gegenüber dem allgegenwärtigen Sprizz gemacht. Oft kommt er mir zu süßlich daher und nicht selten ist es eine Verlegenheitslösung, für Leute, nicht so genau wissen, was sie sich bestellen sollen. Den üblichen Aperol-Prosecco-Mix oder gar Fertigmischungen aus der Flasche fand ich bisher wenig überzeugend. Aber wie schön, dass der bEdW auch den bSdW macht (ok, ich bin da nicht ganz objektiv): nicht so süßlich, sondern herb und erfrischend.

In ein Weißweinglas kommen

etwa zur Hälfte trockener sehr gut gekühlter Weißwein (Sauvignon Blanc eignet sich perfekt)

1/3 kaltes Sprudelwasser

und ein großer Spritzer Campari (nicht Campari-Soda, sondern das pure Zeug!)

Dann noch ein oder zwei große Eiswürfel rein und fertig ist ein herrlich erfrischender, nicht zu stark in den Kopf steigender Sprizz. (Der bEdW lässt ausrichten, dass bei der Qualität des Weins nicht gepfuscht werden sollte, sonst gibt’s Schädelweh. Also, Ihr habt’s gehört!)

Etwas aufwendiger, aber ebenfalls herrlich erfrischend und auch super als auflockernder Zwischengang bei einem umfangreichen Sommermenü geeignet ist der Gin Tonic Cucumber Scratch, den ich in der Effilee (Ausgabe #17) entdeckt habe.

Für 4 Gläser habe ich folgende Zutatenmengen verwendet:

eine halbe große Salatgurke (oder eine ganze kleinere – wichtig ist, dass sie aromatisch ist und nach Gurke schmeckt, was schon an sich eine Herausforderung darstellt)

50 ml Gin

50 gr Zucker

600 ml Tonic Water

Die Gurke nicht schälen, sondern lediglich waschen und grob würfeln. Falls sie extrem viele Kerne hat, kann man die Kerne noch rauskratzen. Bei weniger Kernen, können sie drinbleiben. Gurke zusammen mit 400 ml Tonic , dem Gin und dem Zucker fein pürieren. Alles in eine flache, breite Tupperbox oder auf ein Tablett mit Rand gießen und in das Gefrierfach stellen (eine Tupperbox fand ich etwas praktikabler, da sonst das Zeug schon über den Rand schwappen kann – oder sind Eure Gefrierfächer so leer, dass ein Tablett ganz gerade darin Platz hat?).

Die Gläser, die Ihr später verwenden wollt, ebenfalls einfrieren.

Die Masse etwa alle 20 Minuten mit einer Gabel oder einem kleinen Schneebesen durchziehen, damit sie nicht als Ganzes gefriert. Nach etwa 20 Stunden ist der Scratch fertig.

Jetzt die geeisten Gläser nehmen, mit 2 großen EL des Granités füllen und vorsichtig am Rand mit dem restlichen Tonic Water aufgießen. Sofort mit einem Tee- oder Cocktaillöffel servieren!

Etwas stärker, aber trotzdem garantiert ohne Schädelweh, kommt der Whiskey Smash daher, zu dem uns die Myself (!) in ihrem Sommer-Sonderheft in der August-Ausgabe angeregt hat. Wir haben ihn etwas abgewandelt.

Pro Drink benötigt Ihr:

5 cl Whiskey (ich habe Johnnie Walker Green Label im Haus – es darf aber auch ein anderer Whisk(e)y sein)

2 cl Zitronensaft

2 cl Läuterzucker (flüssiger Zucker bzw. Zuckersirup – gibt’s im Supermarkt im Getränkeregal)

10 Blätter Minze (und ein Blättchen zum Garnieren)

1 Zweig Rosmarin (und ggf. einer zum Garnieren)

Eis

Alle Zutaten ohne Eis in den Cocktail-Mixer geben und leicht die Kräuter andrücken (z.B. mit dem Mörser-Stößel). Dann mit Eis auffüllen und kräftig schütteln. In ein breites Glas abseihen und mit einem Rosmarin-Zweig garnieren.

Zum Wohl, Ihr Lieben!

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Noch bis zum 21. August feiert der Rheingau seine Weine und sich selbst. Vom Wiesbadener Schlossplatz über das gesamte Dern’sche Gelände reihen sich Stände und Buden der Rheingauer Winzer, durchmischt von Flammkuchenbäckern, Fischbrötchenbelegern oder – dem diesjährigen Publikumsliebling – Kartoffelschlangenfrittierer. Und das Beste: Das Ganze findet mehr oder weniger in unserem “Vorgarten” statt :)

Wir haben 5 Jahre in unmittelbarer Nachbarschaft zur Münchner Wiesn (aka Oktoberfest aka größtes Massenbesäufnis der Welt) gewohnt, was oft witzig und schön war – und manchmal eklig. Witzig immer dann, wenn wir beim Frühstücken schon die fröhlich-ängstlichen Schreie der Achterbahnfahrer hören konnten oder uns über Touris in 5-Euro-Dirndl und albernen Hüten lustig gemacht haben. Schön immer dann, wenn ich während der Aufbauphase meine Laufrunden um die Theresienwiese gedreht habe und zuschauen konnte, wie die Bier”zelte” wuchsen Und eklig leider auch, weil die Nachbarschaft zur Wiesn bedeutete, dass Passanten ihre Körperflüssigkeiten gerne in der Hofeinfahrt zurückließen oder im Bier-Koma aufm Bürgersteig lagen.

Wir sind also allerlei gewohnt, wenn es darum geht, in direkter Nähe zu Festen zu wohnen, die dem Alkohol frönen… Aber natürlich ist das Wiesbadener Weinfest viel, viel kleiner, deutlich entspannter und null-komma-null auf Jahrmarkt ausgelegt. Die Musik wird um 22 Uhr abgedreht und torkelnde Touris habe ich bisher auch noch nicht entdeckt. Umso schöner, wenn man einfach mal runter gehen und sich für kleines Geld in kleinen Probiergläschen durch das Angebot der rund 100 ausstellenden Winzer testen kann: Das Glas 0,1l kostet zwischen 1,50 und 3 Euro. Ausgeschenkt werden in erster Linie unzählige Riesling- und Spätburgunder-Varianten, aber auch Weißburgunder, Chardonnay und andere Sorten.

Meiner Meinung nach völlig unterschätzt werden im internationalen Vergleich deutsche Riesling-Sekte. Sie sind oft hervorragend ausgewogen, leicht und spritzig und überwiegend bezahlbar. Wer deutschen Sekt auf “Söhnlein brillant” und “Henkel trocken” beschränkt, ist selber schuld!

Ich habe jedenfalls einen wahnsinnig guten Sekt beim Weingut F. B. Schönleber (sic!) entdeckt, wo man zudem noch äußerst charmant und freundlich beraten wird - meine derzeitige absolute Nummer 1 auf der Rheingauer Weinwoche. Jedenfalls ist der Schönlebers Hardliner ein extra brut, den die Produzenten selber als “kompromisslos trocken” bezeichnen – und das bei sehr geringer Säure, so dass selbst säureempfindliche Mägen wie meiner auch nach einem zweiten Gläschen nicht rebellieren. Er ist sehr frisch, knackig trocken mit einer leichten Fruchtigkeit und schöner Perlage. Die 0,75l-Flasche kostet ab Gut 12,10 Euro – ein absolut fairer Preis, wenn man bedenkt, was zum Teil für Prosecco oder gar Champagner aufgerufen wird.

Ich will gar keine Champagner-Sekt-Diskussion lostreten. Aber wer solche Sektkellereien vor der Haustür hat, muss nicht zwingend auf die Franzosen zugreifen, die neben zugegebenermaßen vielen phantastischen Tropfe, manchmal leider auch überteuerte Plörre produzieren. 

Leider lasse ich mich ja oft von Etiketten und fancy Marketing-Ideen blenden. Wer aber auch den kleineren, unscheinbaren Ständen am Rande eine Chance gibt, kann echte Perlchen entdecken. Gerade weil ich mit den sehr säurehaltigen Rieslingen (und zum Glück gibt es auch andere) auf Kriegsfuß stehe, habe ich mich über einen feinherben Auxerrois vom Weingut Ernst Rußler gefreut, den 2010 Rauenthaler Steinmächer (7 Euro/Flasche). Ich muss zugeben, dass mir die Rebsorte bisher völlig unbekannt war. Deshalb freut mich die Entdeckung diese säurearmen, feinherben leichten Weißen so sehr. Mit der Fruchtigkeit, die aber nie ins Liebliche geht, kann er ein super Begleiter zu Käse sein.

Ich freue mich schon auf weitere Entdeckungen und halte Euch auf dem Laufenden. Und falls Ihr auch vor Ort seid, sagt doch mal Bescheid.

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Einer der Auslöser, weshalb ich vor ziemlich genau einem Jahr mit dem German Abendbrot Food-Blog Experiment angefangen habe, waren die vielen Fragen von Freunden, Bekannten und Kollegen: Maaaaan, was soll ich nur kochen? Heute Abend kommt Besuch. Was würdest Du denn jetzt spontan zu Essen machen? Ich hab’ nix im Kühlschrank. Wie soll man daraus denn eine Mahlzeit hinbekommen? Woher nimmst DU nur immer die Zeit? Und so weiter… Ihr kennt das vielleicht. Mit dem Blog wollte und will ich u.a. ein paar Ideen und Anregungen liefern.

(Wer jetzt schnell zum Rezept will, sollte etwas scrollen…)

Jedenfalls habe ich immer gerne Tipps geliefert, weil ich auch unter Zeit- oder Budgetdruck immer den Wunsch hatte, irgendwas Leckeres hinzubekommen, statt mir einfach eine Pizza kommen zu lassen. Natürlich gelingt nicht immer alles. Und manchmal hole ich mir auch einfach einen Döner auf dem Heimweg. So what? Wenn ich koche, ist das Ergebnis nie Haute Cuisine, wie Ihr beim Surfen durch das Blog schnell merken könnt, sondern möglichst ehrliches, nachvollziehbares Essen, das auch Vollzeit-Berufstätige hinbekommen.

Warum fällt es aber so vielen Leuten schwer, etwas zu kochen? Liegt es an unserem Hang zur Perfektion? Was bei Jamie Oliver oder gar Johann Lafer schwupp die wupp auf dem Teller ist, schreckt den “normalen” Hobbykoch wahrscheinlich erstmal ab.  Ist es die Bequemlichkeit? In einem Land, in dem an jeder Ecke permanent und überall Essen verfügbar ist und konsumiert werden kann, ist das Selberkochen ja eher Luxus (weil etwas zeitaufwendiger) als Notwendigkeit. Eine Pizza ist nunmal schneller bestellt als selbergemacht. Oder ist es die Stressbelastung, der wir ohnehin den ganzen Tag ausgesetzt sind? Jetzt auch noch einkaufen, an der Kasse stehen, Essen zubereiten, hinterher spülen. Och nöö…

Ich habe auch oft erst nach 20 Uhr Zeit zum Kochen. Das Einkaufen ist eine elende Hetzerei. Und es ärgert mich maßlos, dass in München die Läden um 20 Uhr zumachen. Zudem bekommt man als Berufstätiger, der nach 19 Uhr schnell noch einkaufen radelt, nur noch die Reste und angewelktes Gemüse, da sich die Ladenbesitzer eh schon auf den Feierabend eingestellt haben (O-Ton: “Neee, also die Wurstschneidemaschine hab’ ich jetzt schon sauber gemacht…”).

Dabei kann der Umgang mit Lebensmitteln so viel Spaß machen. Ein großer Einkauf ist gar nicht immer nötig, wenn ein paar Basics im Haus sind. Etwas mehr Geld und Zeit verwende ich beim Kochen eher am Wochenende oder für Gäste. Alltags lässt sich aber abends relativ schnell etwas zubereiten, ohne dass man noch unnötig Zeit an der Kasse verliert. Beim Kochen kann ich außerdem wunderbar abschalten. Das ist für mich ähnlich meditativ wie das Laufen. Etwas mehr Lässigkeit und weniger Perfektionsanspruch sind vielleicht ein erster Schritt hin zur Freude am Kochen.

Mit meiner Blog-Rubrik “Schnell & lecker” habe ich immer solche Rezepte verschlagwortet, die wirklich fix zuzubereiten sind. Meistens in etwa einer halben Stunde – vom “Durch-die-Tür-Kommen” bis zum “Hinsetzen-und-Essen”. Das finde ich relativ überschaubar, weil ich persönlich sowieso erstmal eine Zeit brauche, um runterzukommen, die Schuhe von mir zu schmeißen und durchzuatmen.

Außerdem mache ich mir den Aufenthalt in der Küche einfach schön: Bequeme Klamotten an, Musik einlegen, Gläschen Wein zum Kochen braucht man eh…und los geht’s!

Außerdem mag ich den Vorher-Nachher-Effekt! Ich habe schon immer Menschen mit handwerklichem Geschick oder gar ebensolchen Berufen beneidet. Man sieht mit jedem Handgriff ein Ergebnis, kann den Beruf überall auf der Welt ausüben, braucht dazu nicht mal unbedingt teures oder schweres Werkzeug. Nicht umsonst gibt es zahlreiche Bäcker, die im Ausland mit deutschem Brot reich geworden sind!

Da ich bei aller Liebe zu meinem Job nicht gerade behaupten kann, am Abend auf einen geschreinerten Stuhl, eine getöpferte Vase oder ein repariertes Auto blicken zu können, freue ich mich an dem Vorher-Nachher aus der Küche.

Auf diese Freude am Kochen muss man sich vielleicht etwas einlassen: Auch schnelle Pasta-Gerichte sind “echtes Kochen”. Es muss nicht immer alles, alles, alles selberproduziert sein – ein fertig gekauftes Chutney oder eine Currymischung sind nichts Schlechtes. Zwar macht die Eigenproduktion Spaß. Aber es geht auch mal ohne. (Sogar die m.E. völlig überschätzte Sarah Wiener ist sich nicht zu blöd, für Fleischpflanzerl von der Tanke zu werben oder im ICE Bordrestaurant Glutamat-Geschleuder ranzubieten). Aber: Wer selber kocht, weiß eher, was er isst. In Zeiten zunehmender Lebensmittelskandale ein echtes Plus. Dafür muss man nicht jeden Rucola-Halm nachverfogen können. Aber zu wissen, dass das hausgemachte Pesto weder mit Cashewnüssen noch mit Sonnenblumenöl gestreckt ist, dürfte nicht nur für Nussallergiker interessant sein.

Auch der Einwand, als Single (oder Teilzeit-Single, so wie ich derzeit) lohne der ”Aufwand” nicht, irrt. Selberkochen ist nicht nur häufig günstiger, sondern kann auch deshalb Spaß machen, weil man sich nach keinem anderen richten muss. “Ich mag keine Rosinen” oder “Für mich bitte nicht so scharf” können dem Single-Koch egal sein!

Also mehr Mut, liebe Leute. Schaut mal in die “Schnell&lecker”-getaggten Rezepte und legt los!

Schmeißt Musik rein, deckt Euch den Tisch, vergesst den Wein nicht und vor allem: Denkt Euch einen fancy Namen für Euer Gericht aus. Wer schon mal über Schaumsüppchen an XY lächelt, vergisst, dass die Verpackung die halbe Miete ist. Eine hübsche Serviette, der nett angerichtete Teller, passende Musik im Hintergrund… All das macht aus “was zum Essen” ein Gericht.

Und somit sind wir auch endlich bei der Pacific Palisades Shrimp Pasta angelangt :)

Eine schnelle Kleinigkeit, die aber ein kleiner Blitzurlaub war. Da spielte nicht nur das Wetter mit, so dass ich endlich mal wieder auf dem Balkon essen und in den Sonnenuntergang schauen konnte. Auch die neue Brigitte lag im Postkasten, Jack Johnson im CD-Player und ein kühler Weißer im Glas. Da hört man förmlich das Meer rauschen – selbst in München.

Und weil heute der 4. Juli ist und ich mit Pacific Palisades, dem Stadtteil von Los Angeles, in dem in den 30ern viele Exil-Europäer ein luxuriöses Zuhause fanden, immer weiße Veranden, fließende Stoffe und kühle Drinks verbinde, habe ich meine Shrimps-Nudeln so genannt. Außerdem gibt der Frischkäse (Zutaten s.u.) der Sauce eine leichte Süße, die ich irgendwie mit Kalifornien verbinde. Total weit hergeholt – aber das ist das Schaumsüppchen meistens auch. Und es macht Spaß, schon beim Kochen drüber nachzudenken :)

Zutaten:

1 kleine fein gehackte Chilischote

1 EL Tomatenmark

1 grüne Spitzpaprika (3/4 klein gehackt, der Rest in dünne Ringe geschnitten)

6 Pacific Shrimps (oder andere Garnelen). Je nachdem, ob Ihr rohe oder gekochte verwendet, ändert sich die Garzeit. Ich hatte gekochte.

2 EL Frischkäse natur

1 großer Schluck trockener Weißwein

6 entkernte und klein gehackte Cocktailtomaten

Salz, Pfeffer, Zucker

Basilikumblätter, gehackt

2 EL Olivenöl

So geht’s:

Nudelwasser aufsetzen und Nudeln kochen. Währendessen etwas Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Chili und Tomatenmark darin anrösten. Etwas zuckern (nimmt dem Mark die Säure). Mit Weißwein ablöschen. Frischkäse schmelzen lassen und verrühren. Gehackte Spitzpaprika hineingeben und kurz köcheln lassen. Wenn die Nudeln schon fast gar sind, die Tomaten und die Shrimps hineingeben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Nur noch heißwerden lassen (falls die Garnelen roh sind, bitte entsprechend länger mitkochen lassen). 

Wenn die Nudeln fertig und abgegossen sind, in die Pfanne geben und mit der Sauce gut vermischen. Servieren, Basilikum darübergeben, Ringe Spitzpaprika arrangieren und fertig!

Geht blitzschnell, kann aus den Vorräten bestritten und variiert werden, schmeckt wirklich gut und ist mit dem entsprechenden Drumherum (s.o.) alles andere als eine Verlegenheitslösung. Das ist keine Sterneküche, ich weiß. Aber sind wir doch mal ehrlich: Wer nach einem langen, heftigen Tag nach Hause kommt, Kohldampf hat und schnell was Gutes will, den machen Nudeln einfach glücklich!

Eure Meinung interessiert mich. Sollten Food-Blogs nur die hohe Kunst des Kochens zeigen? Surft im Internet sowieso nur der nach Rezepten, der eh gerne kocht? Entspannt Euch das Kochen oder ist es eher Frust und elende Pflicht? Und lasst mich Eure fancy Namen wissen, die Ihr Euch für Gerichte ausgedacht habt :)

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Der bEdW und ich veranstalten regelmäßig für Freunde, Kollegen und liebe Gäste des Hauses private Weinverkostungen. In privater Atmosphäre und ohne viel Chi-Chi können wir alle neue Weine kennenlernen und uns ein bisschen durch verschiedene Trauben, Regionen usw. testen. Das ist zu zweit oder alleine ja meist ein bisschen schwierig…

Das jüngste Wine o’clock stand unter dem Motto “Bring your favourite” oder einfach: Jeder soll mal seinen Lieblingswein mitbringen und wir seh’n dann schon weiter…

Die Stars des Abends waren diesmal:

1. I Frati Lugana 2009: Der Wein aus 100% Turbiana spiegelt die Weinbautradition am südlichen Gardasee wieder. Die Rebstöcke sind 10-35 Jahre alt und stehen auf kalk- und lehmhaltigen Boden. Lugana-typisch sind die Aromen nach Aprikosen und Mandeln. Die leichte, nicht zu heftige Säure macht ihn perfekt zu Fischgerichten. Mit 13% ist er allerdings nicht wirklich “leicht”. Direkt vom Erzeuger in Sirmione kostet er 7,90 Euro. Bei Käfer in München dann leider schon 14 Euro (soviel zur Marge im Weinhandel). Also lieber mal beim nächsten Trip an den Gardasee ordentlich Platz im Kofferraum lassen :)

2. 2009 Saint-Peyre Picpoul de Pinet: Unsere absolute Geheimwaffe zu Spargel und leichten Sommergerichten! Der fruchtbetonte Weiße hat 12,5% Alkohol und ist erhältlich für 5,70 Euro bei Jacques’ Weindepot. Die kalkhaltigen Böden und die heiße Mittelmeersonne geben ihm angenehme Säure und frische Fruchtnoten nach Pampelmuse und Pfirsich.

3. Les fumées blanches 2009: Ein Südfranzose aus unserer Lieblinstraube Sauvignon Blanc. Die typischen Aromen Stachelbeere, grüner Apfel oder Limette kommen bei dem “Rauchzeichen” von Francois Lurton (12%) sehr gut zum Vorschein. Er kostet 6,75 Euro und ist ebenfalls bei Jacques’ erhältlich. Hat das Potenzial zum neuen Liebling.

Die Roten:

4. Burlwood Cabernet Sauvignon 2008: Keine echte Überraschung, sondern ein runder, unkomplizierter Cabernet aus Kalifornien. Auch wenn ich immer etwas skeptisch gegenüber der Gallo-Massenware bin, die es hier im Supermarkt gibt (wie anders müssen die Gallos in den USA sein!), ist das Preis/Leistungsverhältnis bei einem Wein für 2,59 Euro (bei Aldi) völlig ok. Ein Wein, den man in großen Mengen bei der nächsten Party ausschenken kann, ohne in den Schuldenturm zu kommen. Die kleine Fruchtbombe hat 12,5% und schmeckt leicht gekühlt zu Pastagerichten.

5. Montes Cabernet Carménère 2008: Der Chilene aus dem Colchagua Valley ist ein Klassiker – auch im Sortiment von Jacques’ Weindepot, wo es den körperreichen Roten für 7,95 Euro gibt. 70% Cabernet und 30% Carménère machen den Wein absolut rund mit Aromen von Schokolade, Rauch und Kaffee. Was auf der Jacques’-Homepage übrigens mit “Geruch aus der Zigarrenkiste” beschrieben ist, wurde bei uns kommentiert mit “Ich riech’ Pferd” (man darf nicht vergessen, dass wir hier schon den 5. Wein im Glas hatten. Das löst die Zunge ;-) ).

6. Regolo Sartori 2007: Der Rosso Veronese ist ebenfalls von Jacques’ (nein, wir haben uns nicht abgesprochen und bekommen dort auch (noch!) keine Prozente!) und kostet dort 11,90 Euro. Die Kirscharomen der Corvina-Traube sind dermaßen stark durchgekommen, dass ein Kommentar lautete: “Cherry Coke!” (s.o.) Der Wein wird mit der traditionellen Ausbaumethode Ripasso hergestellt, bei der dem Most frischer Trester von rosinierten Amarone-Trauben beigement wird. Dadurch erhält er weitere Aromen nach Feigen und Pflaumen. Die kräftigen Tannine machen ihn perfekt zu Wild und sogar kräftigem Käse.

7. Villa Pillo Borgoforte 2006: Der letzte Wein des Abends stammt aus Gambassi Terme in der im Herzen der Toskana. Brombeer- und Kirscharomen findet man auch hier – aber deutlich feiner als beim Vorgänger. Mit 14,5% ist er ein ganz schönes Schwergewicht. Laut Erzeuger besteht der Wein aus (Achtung!) 60% Sangiovese, 40% Cabernet und 10% Merlot. Wer jetzt beim 7. Wein noch den Fehler findet, hat gewonnen :)  Trotzdem: Die Zusammensetzung macht den Wein schön fruchtig, elegant. Durch den Ausbau in Eichenfässern hat er angenehme Tannine, die man etwas reduzieren kann, indem man den Wein etwas “atmen” lässt. Ein toller Begleiter zu Fleisch und Pasta. Verschiedene Online-Händler bieten ihn ab 7,49 Euro an.

Durch den Aufruf an unsere Gäste, ihre Lieblingsweine mitzubringen, haben wir viel Neues kennengelernt und wurde nicht selten auch überrasch. Wenn man aus dem Weintrinken keine Wissenschaft machen, sondern einfach ein bisschen seinen Horizont erweitern und einen schönen Abend haben will, ist so eine Weinprobe unter dem Motto “Bring your favourite” eine echte Bereicherung. Wir werden es jedenfalls wiederholen! (Wo doch noch so viele Lieblinge in den Kellern auf Entdeckung warten ;-) )

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Nächste Woche werden wir nicht häufig zum Kochen kommen. Deshalb mussten mal ein paar Reste weg. Von der Tarte waren beispielsweise noch jede Menge Zucchini übrig. Da fiel mir ein Mhhhontagszrezept von Steffi ein, das mir damals schon richtig, richtig gut geschmeckt hat: Pasta mit scharfem Hühnchen, Zucchini und Tomaten. Und da Hühnchenbrust eh öfter mal eingefroren im Haus ist und San-Marzano-Tomaten in der Dose sowieso NIEMALS ausgehen dürfen, war das ein schnelles, leckeres und unaufwändiges Samstagsessen.

Dazu noch einen gemischten Salat und natürlich ein Glas Wein – fertig ist die “Resteverwertung”!

Der Wein kam diesmal aus’m Schlauch.

Davor hatten wir uns idiotischerweise immer ein bisschen gescheut, weil es halt doch irgendwie nach Tetrapak aussieht. Aber damit hat es nun wirklich überhaupt nichts zu tun! Im Karton ist noch mal ein Beutel, der mit dem kleinen Zapfhahn so angestochen wird, dass man bequem jede gewünschte Menge Wein entnehmen kann, ohne dass Luft in den Beutel gelangt.

Deshalb hält sich Wein im Schlauch auch mehrere Wochen oder – angeblich – sogar Monate. Das wirklich Praktische ist, dass man zum Kochen mal nur einen Schluck zapfen kann oder auch mal ein Gläschen, ohne gleich eine ganze Flasche öffnen zu müssen. Den im Gegensatz zum Schlauch, kommt an den einmal geöffneten Flaschenwein sehr wohl Sauerstoff ran, so dass das Aroma nicht unbedingt besser wird.

Für eine Party ist so ein Schlauch ideal, da auch das Preis-Leistungs-Verhältnis häufig noch mal besser ist als beim gleichen Wein in Flaschen. Die 5l-Boxen passen zudem in jeden normalen Kühlschrank und nehmen auch nicht mehr Platz weg als die entsprechende Menge Flaschen. Außerdem korkt er natürlich nicht :)

Den Aroma Limón Verde, einen 2010er Sauvignong aus dem Teno Valley in Chile, haben wir bei Jacques’ Weindepot gekauft. 5l kosten hier 24,95 und sind damit pro Liter deutlich günstiger als die Flaschen, in denen der Wein auch verkauft wird.

Der Wein ist im Geschmack sehr leicht – wenn auch mit 13% keineswegs in Bezug auf den Alkoholgehalt – und hat typische Aromen von Limette, grünen Oliven, grünem Apfel und Apfelblüten.

Für einen Alltags- und Küchenwein ist dieser Weinschlauch eine wirklich gute und vor allem auch praktische Wahl.

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Auch wenn jetzt viele Wein-”Experten” mit dem Kopf auf den Tisch knallen: Für mich hat sich in den letzten Jahren herauskristallisiert, dass ich bei Rotweinen die Italiener liebe und bei Weißen die Franzosen. So einfach ist das – mit ein paar Ausschlägen in die Neue Welt und auf für mich neue Terroirs wie z.B. Ungarn. Diese einfache Regel (rot=Italien, weiß=Frankreich) bestätigt sich sogar bei Blind-Verkostungen.

Umso mehr hat mich überrascht, dass die Frühjahrs(!!)edition des SZ-Weinpakets ganz andere Ergebnisse zu Tage gebracht hat. Die Italiener im Paket haben mich eher enttäuscht. Vor allem, was das Preis-Leistungs-Verhältnis betrifft. Ein wirklicher Kracher ist aber der Franzose, der neulich im Glas war:

Der 2008 Parfums de Garrigues vom Weingut La Prade Mari  ist mit 14% natürlich kein Leichtgewicht. 40% Grenache, 20% Syrah und 40 % der alten Rebsorte Carignan geben eine angenehme Mischung aus Kirscharomen, Holz- und Brombeeraromen sowie eine leichte Vanillenote. Der Name, der übersetzt “Duft der Heide” heißt, passt meiner Meinung nach sehr gut zu diesem Wein, der beim Einatmen Erinnerungen weckt an einen heiß-flirrenden Sommertag im Süden, wenn die Rosmarinbüsche duften und die Eidechsen sich auf heißen Steinen sonnen, während die Pinienzapfen am Baum knacken und Hummeln um einen herum surren. Augen schließen, tief einatmen und schon sitzt man in Südfrankreich – und das alles noch vor dem ersten Schluck :)

Carignan – die Rebsorte war mir bisher nicht bekannt – wird klassischerweise auf den kalkhaltigen Böden im Languedoc (daher kommt unser Heide-Duft) und der Provence angebaut und gehört zu den fünf (!) am häufigsten angebauten Rebsorten weltweit! Unter anderem wird Carignan zum Tempranillo-Verschnitt verwendet. Wieder was gelernt…

Der Wein aus der SZ-Vinothek kostet 8,75 € und hat damit ein Spitzen Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer im kommenden Herbst und Winter, wenn es draußen schütten und stürmt, noch mal die Erinnerung wachrufen will nach Lavendelduft, trocken knisterndem Gras unter den Füßen, warmen Sandsteinen und heißem Wind auf der Haut, ist mit diesem Wein bestens bedient.

Er passt zu Grill- und Bratfleisch, mediterranem Gemüse aber auch zu kräftigem Käse. Besonders gut kann ich ihn mir vorstellen zu Rosmarin-Kartoffeln, Lammkoteletts, Roastbeef, grünen Bohnen mit Feta und so weiter. Also ein sehr vielseitiges Tröpfchen.

*clink*

Foto oben: www.laprademari.com

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