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Posts Tagged ‘Winter’

Der Mensch ist ja auch nur ein Säugetier. Und seit wir von den Bäumen gesprungen und uns den aufrechten Gang antrainiert haben, hat sich meiner Meinung nach auch gar nicht so viel geändert – vor allem, was die Essenszubereitung betrifft.

Als das Feuer entdeckt war, waberten schon die ersten Grilldüfte durch die Höhle, Männchen scharten sich um’s Feuer, warfen Knochen hinter sich, die ihre Frauen dann abnagen durften – bevor sie anschließend den Grillrost die Feuerstelle sauber machten.

Eine weitere typische Szene zwischen Herrn und Frau Steinzeitmensch stelle ich mir wie folgt vor: Er, ganz der selbstbewusste Jäger, schleppt ein komplettes, selbst erlegtes Mammut in die Höhle und artikuliert – mehr oder weniger elegant – “Weib, mach!” Daraufhin rückt sie den Fellumhang zurecht, steckt sich ein paar Knochen ins Haar und sieht zu, was sie mit so einem kompletten Vieh anfängt. Räuchern, pökeln, einlegen sind Errungenschaften, die vermutlich verzweifelte Hausfrauen erfanden, um der Jagdbeute Herr zu werden, die die holden Gatten vor die Höhle, die Holzhütte oder das Fachwerkhaus legten.

Auch Anne Boleyn hätte wahrscheinlich ihren hübschen Kopf behalten, …

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…wenn sie gewusst hätte, was sie mit den ganzen Fasanen, Kaninchen und Rehböcken anfangen soll, die der passionierte Jäger Henry Nummer Acht ihr vor das Schlafgemacht legte. (Zumindest hätte er sich sicherlich ein bisschen mehr Begeisterung für seine Jagdkünste gewünscht.)

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Heute gehen unsere Männer ja eher selten auf Jagd. Wobei der gewöhnliche Einkauf von Lebensmitteln gerne als ähnlich aufopferungsvoll und risikoreich dargestellt wird. Gesteigert wird die eigene Begeisterung über das Anlegen von Vorräten dann noch, indem ER zur Arbeit geht und IHR überlässt, aus dem Vorhandenen ein leckeres Abendessen zuzubereiten.

Bevor es zur Verwirrung kommt: Wir reden hier selbstverständlich bei Jagd- und sonstiger Beute IMMER von Fleisch. Bei unserem Beispiel übrigens von zwei Mettwürsten und zwei Kassler Rippchen. Und die schreien ja förmlich nach Grünkohl. Grünkohl?? Noch nie selber zubereitet! Nichtmal gegessen!!!

Also: Obwohl ohne jeden Bock auf herzhaftes Winteressen, bin ich selbstverständlich – und hier kommen wir dann zum Thema der Headline – bei schneidend kaltem Nordostwind 1 Grad plus in aller Hergottsfrühe um 11 Uhr vormittags auf das Grünkohlfeld den Wochenmarkt, um ein Kilo hiervon zu kaufen:

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Schöner frischer Grünkohl aus der Region – perfekt für usseliges Winterwetter und wunderbare Begleitung zu den erlegten Mettwürsten und Rippchen!

Die Herausforderung bestand natürlich darin, dass ich Grünkohl noch nie zubereitet/gegessen hatte. Woher soll ich also wissen, wie das Zeug schmecken muss? Zum Glück gibt es das Internet, diverse Basis-Kochbücher und meinen Telefonjoker. Ich war mir zumindest also bei der Zubereitung schon mal ziemlich sicher…

Denn Mettwürste und Rippchen waren ja nunmal im Haus. Also, ran an den Speck und Grünkohl gemacht! Ich hatte ja fast keine andere Wahl :)

Zutaten für 2 Personen (inkl. Resteportion zum Aufwärmen) in meiner Variante:

1 kg Grünkohl

2 Mettwürste

2 dünne Rippchen (Kassler)

6 mittlegroße, festkochende Kartoffeln

100 gr Bauchspeck

1 große Zwiebel

ca. 400 ml Gemüsebrühe

2 EL Senf

Salz

Pfeffer

Muskatnuss

2 EL Pflanzenöl

Für die Zubereitung braucht Ihr mind. 2 Stunden Zeit – besser sind 3-4 Stunden. So geht’s:

Jeweils ein Blatt Grünkohl vom Mittelstrunk schneiden und anschließend vom Blattstrunk die krausen, weicheren Teile runterschneiden oder -zupfen. (Blattstrünke können aufgehoben und z.B. für eine hausgemachte Gemüsebrühe verwendet werden). Das Ganze ist eine ziemliche Sträflingsarbeit, lohnt sich aber! Die Grühnkohlblätter kräftig waschen und – am besten in einer Salatschleuder Portion für Portion – ordentlich trocknen. Zwiebel fein hacken, Bauchspeck würfeln. Öl in einem sehr großen Topf erhitzen und den Bauchspeck darin auslassen. Dann die Hitze reduzieren und die Zwiebeln andünsten. Währendessen die Grünkohlblätter noch mal möglichst fein hacken und portionsweise zu den Zwiebeln geben. Umrühren, etwa die Hälfte der Brühe angießen, mit Salz, Pfeffer, Muskat und Senf würzen. Deckel zu und mindestens 90 min auf kleiner Flamme köcheln lassen.

Zwischendrin könnt Ihr immer mal schauen, ob Ihr noch mehr Brühe zugießen müsst. Unser Grünkohl war recht trocken. Aber besser gießt Ihr nach, als dass der Kohl schon zu Beginn schwimmt.

Kartoffeln schälen, vierteln und in gesalzenem Wasser fast gar kochen. Sie sollten aber noch nicht ganz durch sein!

Je nachdem, wie fest die Grünkohlblätter sind und wie zerkocht Ihr den Kohl mögt, könnt Ihr auch 2 oder 2,5 Stunden Garzeit einplanen. Das Gemüse wird eigentlich immer leckerer.

Sobald der Kohl gut ist, gebt Ihr die Mettwürste und die Rippchen auf den Kohl, schließt den Deckel wieder und lasst das Fleisch garen. Das dauert etwa eine halbe Stunde – je nach Dicke des Fleisches.

Kurz vor Ende der Garzeit nehmt Ihr das Fleisch heraus, hebt die Kartoffelstücke unter den Kohl und legt das Fleisch wieder obenauf. Deckel zu, ziehen lassen. Etwa weitere 5-10 Minuten.

Achtung! Speck, Rippchen und Mettwürste – vor allem, wenn Ihr Letztere anstecht – geben noch mal ordentlich Salz und Aroma ab. Ihr solltet den Kohl also nicht zu stark würzen.

Serviert wird das Ganze in tiefen Tellern oder zumindest in Tellern mit Rand. Dazu noch einen Klecks Senf. Vor allem aber ein eiskaltes herbes Bier aus dem Norden – und hinterher einen Schnaps!

Grünkohl ist alles andere als ein elegantes Gemüse. Die deftige Zubereitung mit Kartoffeln, Mettwürstchen (im Norden “Pinkel”-Würsten) und ordentlich Alkohol lässt die bäuerliche Herkunft schon erahnen. Die Schweizerin Marie-Isabell hat mir auf Facebook sogar verraten, dass der Grünkohl in der Schweiz “Deutsches Kriegsfutter” hieß – nicht gerade schmeichelhaft… (weder für “uns” noch für das Gemüse)

Aber der Geschmack ist wirklich herrlich! Er liegt irgendwo zwischen Spinat und Wirsing mit einer leicht süßlichen Note, die der Kohl durch den Frost bekommt. Unfassbar, dass dieses Essen bisher an mir vorübergezogen ist – obwohl ich doch so ein großer Norddeutschland- und Nordsee-Fan bin! Solange die Saison dauert, werden wir sicherlich noch mal Grünkohl zubereiten. Und Ihr?

Ach, übrigens: Die selbstlose und trotzdem scheinbar überzeugende Zubereitung des (morgens noch fremden) Gemüses trotz Unlust auf Winterkohl und unter Berücksichtigung der vorhandene Fleischvorräte haben den bEdW zu Begeisterungsstürmen veranlasst. Kopf bleibt drauf, die Höhle bleibt friedlich – happy wife, happy life :-)

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“Meine Suppe ess’ ich nicht! Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!” Man, was hat mich der Suppenkaspar im “Struwwelpeter” genervt als Kind. Andere Figuren fand ich ja ziemlich spannend: Der fliegende Robert mit seinem Schirm (würde das auch bei mir klappen?), die zündelnde Pauline mit ihren Kätzchen (“Miau-Mioh, Miau-Mioh”) …

Auch das Daumenabschneiden fand ich dermaßen grotesk übertrieben, dass mir – ganz Kind der späten 70er – der autoritäre Erziehungsansatz des Frankfurter Arztes und Struwwelpeter-Autors Heinrich Hoffmann keine Angst machte. Eher fand ich die Mutter ein bissl strange: “Konrad, sagt die Frau Mama, ich geh’ aus und Du bleibst da!” Wie ist’n die drauf?

Gekippel auf dem Stuhl wie beim Zappelphilipp war eine zeitlang Volkssport bei meiner Schwester und mir. Fingernägel- und Haareschneiden fand ich sowieso doof. (Unser Dorffriseur Herr Kuhn hatte jedenfalls das kratzigste Kreppband für den Hals, das man sich vorstellen kann.) Volle Sympathie also für den Struwwelpeter!!

Später im Studium der Kinder- und Jugendbuchforschung (Wer hat da gerade “Orchideen” gesagt??) waren dann der Struwwelpeter und seine Adaptionen, die so genannten Struwwelpetriaden, immer wieder Thema. Ein Besuch im Frankfurter Struwwelpeter-Museum kann ich noch heute jedem empfehlen.

Einzig den Suppenkaspar fand ich immer schon komisch. Was hat der gegen Suppe? (Null Toleranz übrigens gegenüber Leuten, die von sich selbst sagen: “Ich bin ein richtiger Suppenkaspar!”. Leute, der Suppenkaspar mochte Suppe NICHT. Himmel!)H Hoffmann Struwwel 18

(Heinrich Hoffmann [Public domain], via Wikimedia Commons)

Ich jedenfalls war immer schon Suppenfan. Ob als Gemüsecremesuppe, klarer Erbensuppe mit Eierschwämmchen oder Linsensuppe mit Frankfurter Würstchen – in Suppenform nahm ich sogar Sachen zu mir, die ich sonst nie im Leben gegessen hätte (Außer Rosenkohl! Das bleibt bis heute so!).

Deswegen freue ich mich auch immer aus Suppen-Neuentdeckungen from all over the world. Denn Suppen gibt’s in fast jeder Kultur: Auf’s Feuer stellen, aus wenig viel machen, Resteverwertung, schmackhaft, mit Wasser strecken und noch ein paar Mäuler mehr füttern… Perfekt in allen Epochen, in allen Ecken der Welt. 

Für Zorras jährlichen Adventskalender, an dem ich die Freude habe teilnehmen zu dürfen, habe ich Euch einen orientalischen Eintopf ausgesucht, der sich fast von selbst macht, während Ihr Päckchen schnürt, den Tannenbaum schmückt oder letzte Geschenke sucht. Apropos Geschenke: Bei Zorra gibt es heuer jede Menge Geschenke zu gewinnen. Unbedingt reinschauen und mitmachen! Das lohnt sich echt!

Außerdem sorgen jede Menge herrliche Gewürze dafür, dass ordentlich aufgeräumt wird im Magen. Bei all dem fetten Essen im Advent nicht zu verachten!

Darf ich vorstellen: Harira, ein nordafrikanischer Lammeintopf mit Kichererbsen und Koriander.

Harira

Harira ist im Ramadan häufig das Erste, was Gläubige seit dem Sonnenaufgang zu sich nehmen. Kein Wunder also, dass der Eintopf ein richtiger Sattmacher ist. Aufwärmen und Einfrieren ist auch kein Problem. Die perfekte Suppe also für stressige Zeiten!

Ich habe aus den verschiedensten Harira-Rezepten und eigenen Vorlieben die für uns schmackhafteste Zusammenstellung gefunden. Ihr könnt aber natürlich variieren und beispielsweise Lamm durch Rind ersetzen, weniger Schärfe reingeben oder Koriander weglassen etc.

“Unsere” Zutaten für 4 Personen:

400 gr aus der Lammschulter, in mundgerechte Stücke geschnitten

2 Zwiebeln, fein gehackt

3 Knoblauchzehen, fein gehackt

600 ml Rinderfond

800 gr Kichererbsen aus der Dose (getrocknete sonst am Abend vorher einweichen!)

2 EL Olivenöl

1 EL Harissa (scharfe Paprikawürzpaste, die es u.a. in türkischen Supermärkten gibt)

1 EL Pul Biber (getrocknete scharfe Paprikaflocken, ebenfalls in türkischen Läden erhältlich. Alternativ 1 TL  Cayennepfeffer)

1 TL Ingwer, fein gehackt oder gerieben

1 EL brauner Zucker

1/2 TL Garam Masala (Alternativ: Ras el Hanout oder notfalls weglassen)

2 TL Cumin (Kreuzkümmel, gemahlen)

2 TL Paprikapulver edelsüß

1/2 TL gemahlene Nelken

1 Lorbeerblatt

2 EL Tomatenmark

ca 700 gr stückige Tomaten aus der Dose

Salz, Pfeffer

Pro Person 1 EL schwarze Oliven ohne Stein, gehackt

Korianderbläter, fein gehackt, zum Garnieren

Joghurt, zum Garnieren

So geht’s:

Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Tomatenmark darin anrösten. Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer glasig andünsten. Dann Lammstücke portionsweise scharf anbraten und komplett in den Topf geben. Alle Gewürze, Lorbeerblatt und den Zucker zugeben, mit dem Fleisch und den Zwiebeln vermischen, bis es richtig heftig duftet in der Küche!

Rinderfond zugießen, umrühren und zum Kochen bringen. Kichererbsen und die Tomaten hineingeben, umrühren und alles zugedeckt bei mittlerer Hitze etwa 90 Minuten köcheln lassen. Zwischendrin immer mal umrühren, Duft einatmen und prüfen, ob das Fleisch schon zart ist. Gegebenenfalls mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die fertige Suppe in tiefe Schalen füllen und mit den gehackten Oliven, einem Klecks Joghurt und den gehackten Korianderblättern servieren. Dazu passt natürlich herrlich türkisches Fladenbrot und – weniger authentisch – ein eiskaltes Bier!

Ich wünsche Euch und Euren Lieben eine friedliche Vorweihnachtszeit, kuschelige Feiertage und einen guten Rutsch in ein glückliches 2013.

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Ich weiß ja nicht, wie er das macht. Obwohl er ungewaschen aussieht und so offensichtlich eine riesige Marketingmaschinerie dreht, sitze ich immer wieder sabbernd vor den Kochsendungen von Jamie Oliver und nehme ihm sofort ab, dass er ganz entspannt für einen ganzen Stall voll Leute mal eben in den Garten springt und herrliche Gerichte in einer unbeschreiblichen Lässigkeit kocht.

Natürlich ist das Show. Hey, ich bin in der PR-Branche und weiß doch, wie das Oliver-Imperium funktioniert! Aber es ist verdammt gut gemacht. Und manchmal schalte ich meine berufliche Hirnhälfte einfach aus und lasse mich von meiner Foodie-Hirnhälfte mitreißen.

Dann sitze ich vor der Sendung, in der JO ein würziges Schweinegulasch mit vielen Paprika und Chilischoten kocht, und will das SOFORT haben. Denn endlich ist es kalt. Endlich haben wir mal Zeit, ein Gulasch stundenlang in der Röhre stehen zu haben. Dieser Duft in der ganzen Wohnung lässt uns vor der Backofentür knien und alle 5 Minuten auf die Uhr gucken: Wann können wir ENDLICH essen!

Wir haben uns sehr genau an die Rezeptvorlage gehalten, da wir selten Schweinefleisch essen und uns das Rezept auch extrem einleuchtend und lecker vorkam.

Statt Reis – wie im Originalrezept – haben wir Brot dazu gegessen. Denn es gibt jede Menge Sauce zum Auftunken. Das ist auch leider etwas das Problem: Es ist wahnsinnig wässrig. Zwar schmeckt die Sauce ausgezeichnet – zumal wir etwas stärker mit Cayennepfeffer gewürzt haben als angegeben. Aber auf dem Teller sieht das irgendwie nicht so wahnsinnig lecker aus…

Aus diesem Grund würden wir beim nächsten Mal die Sauce noch stärker einreduzieren lassen, während das Fleisch im Ofen warmgehalten wird. Denn dann hat man ein perfektes Winteressen auf dem Teller: superzartes Fleisch, das von selbst zerfällt, in einer würzig-fruchtigen Sauce, die so richtig schön nach einem langen Spaziergang die Lebensgeister wieder aufwärmt.

Fazit: Die Anregungen aus den Kochsendungen nehme ich auch weiterhin gerne mit in die eigene Küche. Aber wie häufig bei JO muss man sich daheim doch dann etwas mehr Zeit nehmen, mehr nachjustieren und dem eigenen Geschmack anpassen. So hopplahopp und “easypeasy” ist es dann halt doch nicht. Denn in der eigenen Küche gibt es keine Beleuchter, keine Schnitte, keine Wiederholung der Takes. Aber das Gericht kommt in jedem Fall noch mal in den Backofen. Dafür war es einfach im Ansatz zu lecker!

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Als immer noch Neu-Bloggerin freue ich mich riesig, bei Zorras Kulinarischem Adventskalender mitmachen zu dürfen! Hier kann man nicht nur 24 Rezepte von 24 Bloggern finden, sondern auch noch tolle Preise gewinnen. Schaut doch mal rein!

Heute bin ich also dran. Und da Weihnachten mit Riesenschritten naht (nur noch 5 x schlafen!), gibt es heute ein leichtes, gesundes und auch noch vegetarisches Essen, bevor wir alle in Gänsen, Braten und Fleischfondue schwelgen:

Gebackene Rote Bete auf Wintersalat mit Meerrettich-Créme! (Ein bisschen stolz bin ich darauf, dass ich mir das Rezept komplett selber ausgedacht habe und es so lecker schmeckt!)

Ihr wisst ja vielleicht, dass ich mittlerweile zum Rote Bete Fan mutiert und völlig begeistert von dem gesunden, unkomplizierten und günstigen Wintergemüse bin. Die blutbildenden Stoffe und der hohe Vitamin C-Gehalt sind gerade im Winter angebracht und sorgen beispielsweise auch bei Blutspendern für gute Werte :) Außerdem kann man das Wahnsinnsgemüse roh, gekocht und gebacken essen. Gekocht kann man es sogar einfrieren, ohne dass er Geschmack sonderlich leidet. Und ich finde, dass dieses unscheinbare, billige Gemüse (1kg = 99 Cent) einfach wunderhübsch ist:

Für unser Adventskalender-Gericht benötigt Ihr (bei 2 Personen als Hauptgericht):

4 frische Rote Beten

gemischte Wintersalate (Feldsalat, Spinat, Mangold…)

12 Walnüsse (grob gehackt)

 125 gr leichten Naturjoghurt

1 großen EL Créme fraiche

1 großen EL Meerrettich (frisch gerieben oder aus dem Glas)

2 EL Ahornsirup

1 TL flüssigen Honig

4 EL Obstessig (Apfel- oder Feigen-Weißwein-Essig)

4 EL Olivenöl

Salz, schwarzer und weißer Pfeffer

Spritzer Zitronensaft

1 TL Preiselbeeren

1 TL Cranberry-Sirup

1 EL Butter

Und so geht’s:

Ofen auf 200 Grad vorheizen. Butter und eine Prise Salz in einem Topf schmelzen. Rote Bete ggf. von den Blättern befreien (Achtung! Wurzelstrang darf nicht abgeschnitten werden, da die Rote Bete sonst “ausblutet”!), waschen und mit der rauen Seite eines Spülschwamms sauber schrubben. Abtrocknen und mit der geschmolzenen Salzbutter einpinseln. Insgesamt eine Stunde im Ofen gar backen.

Währendessen den Salat waschen, belesen, in der Schleuder trocken schleudern und zur Seite stellen. Walnüsse knacken und grob hacken. Ahornsirup in einer Pfanne erwärmen und die Walnüsse darin schwenken. Für das Dressing Essig, Öl, Preiselbeeren, Cranberry-Sirup, Salz und schwarzen Pfeffer gut verrühren. Der Salat kann kurz vor dem Servieren angemacht und mit den Walnüssen bestreut werden.

Für die Meerrettich-Créme Joghurt, Créme fraiche, Meerrettich und einen Spritzer Zitronensaft verrühren und mit Salz und dem weißen Pfeffer abschmecken.

Wenn die Rote Bete gar ist: Den Salat auf einem großen Teller anrichten, die Walnüsse drübergeben. Rote Bete nebendran setzen und über Kreuz einschneiden. Auseinanderziehen und die Merrettich-Créme drübergeben.

Wer mag, kann dazu eine dicke Scheibe Vollkornbrot oder lauwarmes Ciabatta reichen. Aber 2 Rote Bete pro Person machen auch satt ;-)

Das fruchtige Dressing, die herben Salate, die leicht süßliche Rote Bete und der spicy Meerrettich machen das Gericht zu einer echten Aromaexplosion und auch einem richtigen Hingucker!

Übrigens: Nicht erschrecken, wenn Ihr nach dem exzessiven Genuss von Roter Bete auf die Toilette geht. Die extremen Farbstoffe färben nicht nur Hände und Küchenutensilien sondern auch andere Dinge, wenn Ihr versteht, was ich meine. Das kann dann schon mal schocken, wenn man es vorher nicht weiß… Aber Ihr seid ja jetzt vorgewarnt :-D

Ich wünsche Euch wunderschöne und erholsame Feiertage mit gutem Essen, leckeren Getränken, feinen Gästen und ganz viel Glitzer!

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Zum letzten Mal in diesem Jahr haben wir uns heute zu unserem Kochstammtisch in Götz Bellers Kochloft “Küchenteufel” zusammengefunden, das ich Euch hier ja schon mal vorgestellt habe.

Diesmal waren die Gerichte schon deutlich herbst-winterlich geprägt:

Zur Vorspeise hatten wir Steinpilz-Ravioli geschwenkt in Salbei-Butter mit Spalten von Cocktailtomätchen.

Das Hauptgericht waren Rouladen vom Wildschwein auf Kartoffel-Maronen-Püree garniert mit herrlicher Wildsauce und eingeköchelten Essig-Pfläumchen. Dazu Schwarzwurzelgemüse.

Zum Dessert haben wir eine Birnentarte gemacht sowie karamelisierte Apfelspalten unter der Blätterteighaube, gekrönt mit einer Kugel Tonkabohnen-Eis.

Mei, war das alles lecker! Obwohl wir diesmal in leicht anderer Besetzung gekocht haben, lief es meinem Gefühl nach reibungslos und flotter als sonst.

Die Füllung der Steinpilzravioli ist ganz einfach, schmeckt aber wahnsinnig lecker und macht viel her: getrocknete und in Wasser eingeweichte Steinpilze, Petersilie, Zwiebel, Eigelb, Semmelbrösel. Pilze, Petersilie und Zwiebel möglichst klein hacken und mit Eigelb und Bröseln so vermengen, dass es eine nicht zu feuchte, aber weiche Masse ergibt. In die Spritztülle füllen Häufchen in ausreichend Abstand auf  die frischen Teigplatten setzen. Jetzt eine zweite Teigplatte so darüber legen, dass die Häufchen gut eingeschlossen sind. An den Zwischenräumen gut andrücken und mit einem Eisenring oder Förmchen ausstechen. Je nach Größe brauchen die Ravioli in kochendem Wasser 3-5 Minuten. Mit einer Schaumkelle rausholen und in einer Pfanne mit geschmolzener Butter und in feine Streifen geschnittenem Salbei schwenken. Tomatenachtel dazugeben, anrichten, Parmesanspäne drüber und fertig!

Dazu passte ein hervorragend leichter Spätburgunder aus der Pfalz.

Die Rouladen waren ganz klassisch gefüllt mit Bauchspeckscheiben, Gewürzgurke, Senf, Zwiebel, Pfeffer und Salz und wurden scharf angebraten. Währenddessen einen großen Topf aufsetzen. Darin Markknochen scharf anrösten und grob gewürfeltes Suppengemüse sowie Zwiebeln dazugeben. Tomatenmark mit anrösten und mit Wasser und Rotwein ablöschen. Insgesamt sollte man genügend Brühe haben, damit die Rouladen, die dazugegeben werden, wenn sie schön braun angebraten sind, darin ausreichend Platz haben. Den Bratensaft von den angebratenen Rouladen mit etwas Wasser lösen und mit in die Sauce geben. Das gibt Geschmack! Die Sauce mit Salz, Pfeffer, Wacholderbeeren, Lorbeerblatt würzen und alles rund 2 Stunden kochen lassen. Die Rouladen müssen richtig zart und mürbe sein.     

Das Kartoffel-Maronen-Pü ist denkbar einfach: Kartoffeln hacken, gar kochen und in ein Sieb abgießen. Schön ausdampfen lassen, damit es nicht wässrig wird. Alles zerstampfen und mit Milch und Butter geschmeidig rühren. Mit viel Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Die gekochten Maroni sehr fein hacken und unter das Pü geben. Fäddich!

Zum Hauptgang hatten wir einen Cabernet Sauvignon-Pinotage aus Südafrika, der super mit den kräftigen Aromen der Rouladen mithalten konnte.

Leider war ich am Dessert überhaupt nicht beteiligt (außer beim Essen!), weshalb ich einfach mal hoffe, dass unsere Mitstreiter das Rezept für die wunderbaren Kuchen posten. :) So sah der Nachtisch jedenfalls aus:

Ich habe jedenfalls wieder jede Menge gelernt:

- Wildschweinroulade schmeckt auch nicht anders als Rind. Das Geld kann man sich also sparen.

- Eine durch’s Sieb passierte Sauce wird noch feiner, wenn man dieses mit etwas Küchenpapier auslegt und dann erst die Sauce durchlaufen lässt (mit dem Löffel an den Siebrand zu klopfen, beschleunigt das Ganze!).

- Wenn man sich die Schnur vorher zurechtschneidet, tut man sich leichter damit, 15 Rouladen ordentlich zu verschnüren. (Aber ich kann’s jetzt!)

- Die Kartoffeln für’s Püree nicht zu klein schneiden, da sie sonst beim Kochen zu sehr verwässern.

- Gekochte Maronen aus der Packung sind für’s Püree auch ok.

- Am Pass  sollte jeder wissen was er zu tun hat. Und (ganz wichtig!) immer erst die Teller fertig machen, die am nächsten am Restaurant stehen, damit der Kellner (oder wer immer den Tisch deckt) sie einfach nur wegnehmen muss und nicht um Dich herumrennt.

Il Cheffe macht’s vor:

- Last but not least: Spülhände entschrumpeln sich auch irgendwann wieder :)

Unser Vorsatz für’s nächste Jahr: Wir wollen unseren Chef Götz mal ordentlich fordern und bei den Rezepten deutlich mutiger werden. Da ich neulich im Kochbuch “Highlights der Kochkunst” von Sternekoch Heinz Winkler Einiges entdeckt habe, wo ich mich definitiv nicht alleine ranwage, werde ich wohl daraus etwas vorschlagen.

Wir freuen uns schon auf den ersten Kochstammtisch in 2011!

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