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Heut gibt’s zum Friday Night Dinner Date ein lecker Weinchen :)

Ich geb’s ja zu: Auch wir trinken in den warmen Monaten am liebsten gut gekühlte Weißweine oder Rosé. Mit einem beschlagenen Glas auf der Terrasse den Grillduft einatmen – das ist Sommer! Aber auch Rotwein-Liebhaber müssen nicht auf den Herbst warten, um ein Glas zu genießen. Auf geht’s zur Weinrallye!

Was also macht einen Rotwein zu einem geeigneten Sommerwein, einem Rotwein für heiße Tage? Sicherlich könnte man die Frage wissenschaftlich betrachten, mit Oechsle, Restsüße und Alkoholgehalt argumentieren. Für mich als Laie steht aber fest:

Ein im Sommer trinkbarer Rotwein muss a) eine leichte Kühlung vertragen, darf b) keinen schweren Kopf machen und muss c) auch zwei bis drei Tage geöffnet überstehen. Denn an einem Sommerabend reicht ja auch ein einzelnes Glas!

Warum tun wir uns aber im Sommer so schwer mit Rotwein? Ich denke, während wir in Herbst und Winter aus der Kälte nach drinnen in die Wärme kommen und uns mit einem Glas Rotwein ein bisschen einheizen wollen, sind die Tage im Sommer heiß genug. Im Sommer sehnen wir uns nach der Kühle der Abend- und Nachtstunden. Jaja, ich weiß, was Ihr jetzt sagt: “Die Beduinen trinken Tee gegen die Gluthitze und keine Kaltgetränke.” Aber erstens gibt’s keine Kühlschränke im Wüstenzelt und zweitens verzichten sie auch aus gutem Grund auf Alkohol. Beides scheint irgendwie nicht zusammenzugehen. Also: Entweder kühl und alkoholisch oder heiß und ohne Alk?

Im Klartext: Kühlung – Sommer – Rotwein! Geht das? Kein Widerspruch! In unserer Dachgeschosswohnung wird es im Sommer schnell mal 28 Grad und mehr. Auch der Keller ist nicht wirklich kühl. Da ich aber keinen Teebeutel in meinen Rotwein hängen will, kühle ich die ausgewählte Flasche gerne auf eine angenehme Trinktemperatur herunter – so etwa 12 bis maximal 16 Grad. Das verzeiht aber nicht jeder Rotwein, bilde ich mir ein.

Auch sind sehr „schwere“, alkohollastige Rote nicht geeignet, um auf der Terrasse zu erfrischen. Wer will nach einem heißen Tag schon gleich schläfrig und schwer werden? Am Abend erwachen im Sommer doch eher die Lebensgeister. Für die aktuelle Weinrallye habe ich also mal überlegt, wann und wo ich im Sommer Rotwein getrunken habe, ohne es zu bereuen. Klar! In Italien! Auch die Italiener trinken ihren Roten zum (späten) Abendessen. Und als absoluter Toskana-Fan habe ich mir gleich mal einen Sangiovese ins Kühlfach gelegt.

Sangiovese_Weinrallye_Front

Sangiovese_Weinrallye

Ok, der Gran Sasso Sangiovese 2013 stammt aus den Abruzzen und nicht aus der Toskana. Aber die Rebsorte ist eben auch in meiner Lieblingsregion allgegenwärtig. Es gibt selbstverständlich schwere, reife Sangiovese-Weine. Aber dieser junge, fruchtige und trockene Kerl verzeiht auch eine leichte Kühlung. Mit 12,5 Prozent Alkohol gehört er zu den leichteren Vertretern unter den aktuellen Rotweinen. Sein Kirscharoma passt perfekt in den Sommer, in dem die prallen roten Früchte Hochsaison haben! Zwar kann er zu Gegrilltem nicht ganz mithalten. Zu einer kalten Platte mit Aufschnitt und Weißbrot ist er aber ein perfekter Begleiter.

Mit 6,70€/Flasche ist der Gran Sasso ein vertretbares Mitbringsel zur Gartenparty. Und das Beste: Er schmeckt auch geöffnet noch am dritten und vierten Tag. Sicher kein Highlight-Wein, der dekantiert und zelebriert gehört. Aber allemal ein sommerlicher Begleiter für laue Abende!

Auch wenn Weiß- und Roséweine weiterhin im Sommer meine Favoriten bleiben. Ab und zu ein Gläschen Rotwein bringt Abwechslung und sorgt für ausreichend rote Blutkörperchen. Das freut dann auch den Sanitäter beim Blutspenden :) (wir trinken hier ja nicht zum Spaß, gell?)

Wer weitere Tipps zu Sommer-Rotweinen braucht, folgt einfach der Weinrallye auf Facebook und Twitter oder liest die Zusammenfassung des Events auf dem Blog 180 Grad, der in diesem Monat die Rallye ausrichtet.

Mehr Weinrallye-Beiträge von mir findet Ihr übrigens hier.

In einer losen Reihenfolge werde ich Euch fortan am letzten Mittwoch des Monats Genussvolles aus meiner Heimatstadt Wiesbaden und dem Rheingau vorstellen. Den Anfang macht der lokale Online-Händler Kiezkaufhaus.

Seit etwa zwei Jahren vermeide ich das Online-Shopping wo ich nur kann. Ich möchte mich nicht beteiligen an überfüllten Straßen, ausgebeuteten Paketzulieferern und Logistikarbeitern, Einzelhandelssterben und verwaisten Innenstädten. Wie seht Ihr das?

Jedenfalls versuche ich im Buchladen um die Ecke, im Klamotten-Shop zwei Straßen weiter, dem Schuhgeschäft nebenan, im Tee-Haus den Berg hoch, der Stadt-Apotheke zwei Häuser weiter, dem Drogeriemarkt gegenüber, dem türkischen Supermarkt über die Kreuzung, dem Asia-Laden in der Parallelstraße, dem Weinladen-Nachbarn einzukaufen. Denn wer nicht lokal einkauft, braucht sich nicht zu beschweren über leerstehende Läden, zugeklebte Schaufenster, tote Seitenstraßen.

Frisches Obst, Käse und Gemüse hole ich auf dem Markt, Fleisch beim Metzger meines Vertrauens, Brot bei einem echten (!) Bäcker, 2 min von hier. Dabei ist mir bewusst, wie privilegiert meine zentrale Wohnlage für’s Einkaufen ist: Sämtliche Geschäfte befinden sich in Fußnähe und ermöglichen auch mir als Berufstätiger – zumindest samstags – bequem Auswahl, Beratung und Einkauf. Als Kind vom Dorf weiß ich aber nur zu gut, dass das auf dem Land ganz ohne Auto so nicht ginge. Dennoch: Über die Online-Bestelleritis der Nachbarn und Kollegen kann ich nur den Kopf schütteln. Nicht selten gleicht der Empfang im Büro einem Warenlager – schön aufgeteilt nach Eingang und Retouren – ganz zu schweigen von den Extra-Wegen zu Post und Paket-Box, wenn doch mal wieder keiner daheim war. (Ein paar (nicht überprüfte Zahlen) zu Online-Bestellungen findet Ihr hier.)

Wie klasse fand ich das, als ich erfuhr, dass man in Wiesbaden nun mit dem Kiezkaufhaus auch beides haben kann: Online-Shoppen mit Vor-die-Tür-Lieferung plus Unterstützung des lokalen Einzelhandels.

Im Rahmen ihrer  Bachelor-Arbeit  an der Hochschule RheinMain haben Gloria Kison und Tobias  Heinemann bei Scholz & Volkmer  die Idee für das Kiezkaufhaus ausgearbeitet. Die Arbeit wurde tatsächlich umgesetzt und ein  Pilotprojekt  ins Leben gerufen: Wiesbadener Einzelhändler präsentieren ihre Waren auf einer gemeinsamen Website, von der man sich dann seinen Warenkob zusammenstellen und liefern lassen kann. Der Clou: Zusammengestellt und geliefert wird von fleißigen Radlern mit E-Bikes – also ganz ohne Abgase und Verkehrsverstopfung.

Natürlich hab ich das gleich mal ausprobieren wollen, zumal einige meiner Lieblingsgeschäfte dort vertreten sind! Ganz nach dem Motto: Support your local dealer!

Das Angebot geht von Kaffee und Brot über Gemüse und Obst bis hin zu Käse und Wein. Auch Non-Food wie Schreibwaren oder Bücher werden bis zur Wohnungstür geliefert. Online konnte ich ganz einfach die Lebensmittelkategorie meiner Wahl aufrufen und dann mit der Maus über das bildlich angezeigte Warensortiment fahren. Preise und Mengenangaben werden eingeblendet und landen mit einem Klick im virtuellen Warenkorb. Die Preise entsprechen – soweit ich das im Kopf habe – den Ladenpreisen. Ab einem Wert von 50 Euro fällt zudem die gestaffelte Liefergebühr von drei oder fünf Euro weg.

Meine Testbestellung verlief reibungslos, pünktlich und vollkommen zufriedenstellend:

Kiezkaufhaus

Service-Extras wie „Darf es etwas mehr sein“ bei frisch abgewogener Ware wie etwa Käse und der nach entsprechendem Feedback eingeführten Auswahl der Lieferzeit (zwischen 17 – 18:30h oder 18:30 – 20:30h kann gewählt werden) gehen weiter als viele herkömmliche Online-Shops. Bestellungen bis 14 Uhr werden noch am gleichen Abend geliefert. Da hat der lokale Lieferdienst deutlich die Nase vorn vor Amazon & Co.

Wer das Sortiment „seiner“ Einzelhändler gut kennt, aber nicht im Online-Angebot findet, kann eine entsprechende Nachricht hinterlassen und entsprechende Wünsche äußern. Bei ganz verzwickten Bestellungen sind die Betreiber zudem schnell erreichbar. Robert, mein radelnder Lieferant, war nicht nur superpünktlich, sondern auch freundlich! So viel Spaß an der Arbeit haben die Fahrer der üblichen Paketdienste vermutlich nicht.

Bei meiner Bestellung konnte allerdings ein Käse nicht geliefert werden. Schade, aber nicht dramatisch. Hätte ich ihn feste eingeplant für’s Abendessen, wäre es natürlich ärgerlich gewesen… Dafür habe ich einen feinen leckeren Riesling aus einem für mich neuen Weinladen entdeckt! Sämtliche Artikel finden sich in einer wiederverwendbaren Jute-Tasche, die bei jeder nächsten Bestellung wieder als Pfand eingesetzt werden kann – oder jetzt (wie bei mir) mit auf den Markt wandert. Aktuell werden nur die innerstädtischen Stadtteile beliefert, da die Radwege sonst vermutlich zu lang werden.

Das ist auch der einzige „Hinkefuß“ am Kiezkaufhaus. Denn: Wer wie ich in der Innenstadt wohnt, kann ja theoretisch selbst schnell zum Gewürzhaus, dem Hofladen, dem Wein-Shop. Noch spannender wäre eine lokale Online-Alternative eher für Menschen außerhalb der City. Aber das wäre dann wohl wieder nur mit Auto machbar… Trotzdem habe ich die Vor-die-Tür-Lieferung meiner Lebensmittel sehr genossen. Das hat mir dann samstags einen Gang zum Markt gespart!

Apropos Markt: Hier hatte sich das Kiezkaufhaus gleich noch etwas ausgedacht in der letzten Woche! Wer seinen Einkauf auf dem Wiesbadener Wochenmarkt nicht schleppen will, kann ihn sich nach Hause liefern lassen. Eine Service-Station steht bereit:

Kiezkaufhaus_2

Noch befindet sich das Kiezkaufhaus Wiesbaden in der Testphase. Ob und wie es nach den ersten drei Monaten weitergehen wird, lassen die Initiatoren noch offen. Ich finde die Idee jedenfalls klasse: Den Einzelhandel unterstützen, alle Vorteile des Internets nutzen aber keinen zusätzlichen Autoverkehr auf die Straße bringen! Das ist Shopping 2.0 wie es mir gefällt. Jetzt brauchen wir nur noch eine ähnlich pfiffige Idee für all die Online-Shopper in den Vorstädten und auf den Dörfern…

Disclaimer: Meine Testbestellung habe ich selbst bezahlt. Auch wurde ich sonst in keiner Weise vom Kiezkaufhaus finanziell unterstützt. Die hier vertretene Meinung beruht ausschließlich auf meiner persönlichen Erfahrung.

Spaghetti Carbonara ist DAS Soulfood für mich! Sättigende Nudeln, schlotzige Ei-Parmesan-Sauce, würziger Speck und dazu ein Glas Chianti – was will die arme Seele mehr? Naja, vielleicht ab und zu eine kleine Variation meiner Lieblingspasta! Nicht wirklich “light” aber deutlich leichter…

In meinem (Berufs-)Leben geht’s gerade ziemlich drunter und drüber. 2015 wird jedenfalls alles andere als langweilig. Da bleibt aktuell leider wenig Zeit, um Neues auszuprobieren oder stundenlang Rezepte, Blogs und Kochbücher zu wälzen. Schnelle Glücklichmacher sind gefragt. Bewährte Rezepte, die blind gelingen, wenig Aufwand erfordern und einfach gut tun. Dazu gehört unbedingt die Carbonara des besten Ehemannes der Welt (aka bEdW):

Carbonara

Was daran “light” ist, fragt Ihr? Statt der 250 gr Bauchspeck-Würfel im Ursprungsrezept anzubraten, lasst Ihr etwa sechs dünne Bacon-Streifen in einer beschichteten Pfanne knusprig aus und anschließend auf einem Küchenkrepp abtropfen. Die Pfanne wischt Ihr grob mit einem Küchenkrepp aus. Das ist nicht nur ein Bruchteil der Speckmenge, sondern auch deutlich weniger Öl!

Während der Speck abkühlt und abtropft, kocht Ihr die Pasta. Außerdem verkleppert Ihr zwei Eier und ein Eigelb mit einer Handvoll frisch geriebenen Parmesan, würzt das Ganze mit Salz, Pfeffer und Muskat. Dann erhitzt Ihr etwas (!) Olivenöl in der Pfanne, gebt die gar gekochte Pasta hinein und hebt die Ei-Parmesan-Masse unter.

Zum Abschluss hackt Ihr die Bacon-Streifen klein und hebt einen Teil davon unter die Pasta. Den Rest streut Ihr über die Portion für einen herzhaften, speckig-köstlichen Crunch!

Eine klasse Gericht für Resteverwertung, schnellen Genuss und köstliches Italien-Feeling. Dazu einen leicht gekühlten Sangiovese-Wein und die Seele wird gestreichelt…

Apropos: Wenn Ihr Euch fragt, welchen Rotwein Ihr gut im Sommer trinken könnt, dann schaut doch Ende nächster Woche mal bei 180 Grad vorbei. Im Rahmen der Weinrallye werden diesmal Blogger ihre Tipps für sommerliche Rotweine zusammentragen. Ich bin auch wieder dabei!

Welches Gericht streichelt Euch nie Seele in Zeiten von Unsicherheit, Selbstzweifel und Grübelei?

Ich genieße im Moment nichts so sehr wie unsere Terrasse. Ob bei einer  morgendliche Tasse Tee, der Kräuter-Aufzucht, einem Sundowner mit Blick auf Taunus und Rheingau nach der Arbeit oder BBQ am Wochenende. Der orientalische Fattoush ist dabei eines unserer Lieblings-Terrassen-Gerichte.

Ich mag’s unkompliziert: Was ist vom Markteinkauf noch übrig? Kann man das altbackene Brot noch verwenden? Und kratz’ doch mal den Rest Harrissa zusammen! Fertig ist mein absoluter Lieblingssalat der Saison: Einen Tusch für den Fattoush!

Fattoush

Ihr braucht für 2 hungrige Esser folgende Zutaten:

1/2 türkisches Fladenbrot (vom Vortag, oder im Ofen kurz aufbacken)

1/2 Salatgurke, geschält und entkernt

1 grüne Paprika

4 große Tomaten

1 Bund Petersilie

1/2 Bund Minze

1 TL Harissa (scharfe, orientalische Chilipaste. Es gibt sie im türkischen Supermarkt oder im Orient-Regal im Supermarkt. Könnt Ihr aber auch selber machen)

4 Frühlingszwiebeln

1 TL Sumach (säuerliches Gewürz (türk. Supermarkt, Gewürzfachhandel))

Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Olivenöl

eine Handvoll Spinatblätter oder Pflücksalat

Zubereitungszeit: 15min + Zeit zum Durchziehen

Zubehör: Große Salatschüssel

So geht’s:

Fladenbrot vom Vortag in mundgerechte Stücke schneiden. Oder: Sehr frisches Brot quer durchschneiden und im Backofen auf der Umluftstufe etwas aufbacken und anschließend abkühlen lassen, dann in mundgerechte Brocken brechen. Gemüse und Kräuter hacken. In einer großen Schüssel Sumach, Harissa, Salz, Pfeffer, Öl und Zitronensaft miteinander zu einem Dressing vermischen. Gemüse (nicht den Salat/Spinat!) und Brot hinzugeben und alles ordentlich vermischen. Mindestens 10 Minuten, gerne auch etwas länger, durchziehen lassen. Abschließend Salat-/Spinatblätter hinzugeben, noch einmal gut mischen und abschließend abschmecken. Mit einem Klecks Joghurt servieren.

Dazu passt ein eiskaltes Bier ebenso wie ein Glas Mineralwasser mit Rhabarber-Sirup.

Und was esst Ihr diesen Sommer?

Nach seinem ersten Auftritt vor vier Jahren ist der Fattoush feste in unser Repertoire übergegangen. Mit kleinen Verbesserungen ist er jetzt ein weiterer Teil meiner kleinen, unregelmäßigen Reloaded-Reihe über Gerichte, die eine kleine Auffrischung und einen neuen Post verdient haben.

 

Vielleicht habt Ihr am heutigen Brückentag ja frei? Dann versteht Ihr sicher, warum es heute kein Friday Night Dinner Date gibt. Stattdessen möchte ich Euch die Rhabarber-Barbara vorstellen. Sowie köstlichen Sirup, knusprigen Kuchen und feuriges Chutney – alles aus Rhabarber, natürlich!

Meine liebe Freundin S. aus Amerika freut sich immer darüber, wie verrückt die deutsche Sprache ist. Gerade die typisch deutschen aber nur schwer zu übersetzenden Worte wie “Frühjahrsmüdigkeit” oder “Feierabend” haben es ihr angetan. Und natürlich die ellenlangen Satzkonstruktionen und zusammengesetzten Hauptworte – wie eben dieses hier:

Schon Mark Twain hatte sich ja amüsiert darüber, dass eine Karotte einen weiblichen Artikel habe, ein deutsche Fräulein dagegen nur einen sächlichen.

Über Rhabarber hat er, soviel ich weiß, nie etwas geschrieben. Dabei gäbe es so viel zu Rhabarber zu sagen: Er ist so sauer, dass sein Verzehr frisch aus dem Garten immer eine Mutprobe unter uns Kindern war. Geschält und in Zucker gestippt war er besser als jede gekaufte Süßigkeit. Seine Farben, grün und rot, bedeuten den Sommer für mich. Der alte Schlager “Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber – das ist kein ägyptischer Gott…” schwirrt mir immer im Kopf herum, wenn ich ihn zubereite. Sein Aroma einzufangen – in Chutney, Sirup oder Saft – ist, als würde ich die Erinnerung an Sonnenstrahlen, Marienkäfer und Barfußlaufen auf warmem Gras einfangen.

Ich habe also gestern Abend bis 23 Uhr in der Küche gestanden und den Sommer eingefangen:

Rhabarber Sirup Vanille German Abendbrot

Hier gibt es das Rezept zum Rhabarber-Sirup mit Vanille.

Und hier das für Rhabarber-Sirup mit Ingwer.

Beides eignet sich natürlich zum Aromatisieren von Mineralwasser. Richtig heißer Scheiß ist der Sirup aber in selbst ausgedachten Cocktails.

Rhabarber Ingwer Chutney German Abendbrot

Kein Sommer ohne Extreme Chutney Cooking Sessions. Denn Chutneys sind nicht nur als Beilage zu indischen Gerichten genial. Sie passen auch klasse zu Chicken oder Roastbeef Sandwiches! Wie dieses feurig-säuerliche Rhabarber Ingwer Chutney.

Rhabarber Streusel Kuchen German Abendbrot

Bereits letzte Woche gab es den Rhabarber Streusel Kuchen nach dem Rezept meiner Großmutter. Was der wiederum mit tanzenden Bären zu tun hat, erfahrt Ihr hier.

Und falls Ihr so wie ich heute doch arbeiten müsst, dann guckt einfach mal unter Friday Night Dinner Date. Da findet Ihr sicherlich ein schnelles, leicht zuzubereitendes Gericht für heute Abend!

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Ja, ich bin verrückt nach Spargel. Auch, weil bei dem tollen Gemüse sogar der Abfall köstlich ist. Wo sonst ergeben Schalen eine köstliche, leichte Suppe? Zusammen mit knusprig gebratenem Speck und geröstetem grünen Spargel ein Hochgenuss. (Bevor es dann mit den eigentlichen Spargel-Gerichten weiter geht :))

spargelsuppe2

Meine französische Kollegin C. kann den deutschen Hype um weißen Spargel nicht verstehen: (Stellt Euch den folgenden Ausspruch mit charmantem französischen Akzent vor!) “Ständig esst Ihr Spargel. Ihr feiert den Beginn der Saison, esst das Zeug andauern, habt sogar eigens Feste, Königinnen und Statuen für Spargel. Dabei schmeckt er nicht mal. Und immer, wenn ich irgendwo hinkomme, wird für mich Spargel gekocht, weil es so typisch deutsch ist. Ich hasse es!”

Unnötig zu sagen, dass C. beim gemeinsamen Mittagessen ungefährt acht Augenpaare ungläubig entgegenglotzten. Ach, sollen die Franzosen ihren grünen Spargel essen. Wir feiern unseren Weißen, feiern Feste, krönen Königinnen und bauen Statuen! Vive la weißer Spargel!

Habe ich schon erwähnt, wie genial ich es finde, dass wir sogar die Schälabfälle für köstliche… Oh, hatte ich bereits. Na gut, dann legen wir mal los!

Zutaten für Spargelsuppe für 4 Personen als Vorspeise:

Schalen und Endstücke von etwa 2kg Spargel

5 Stangen weißen Spargel

8 Stangen grünen Spargel

8 Scheiben Frühstücksspeck (Vegetarier ersetzen die Speckstreifen durch einige geröstete Croutons.)

Salz

Pfeffer

Muskatnuss

Zitronensaft

Zucker

100ml süße Sahne, aufgeschlagen

1,5l Wasser

Zubereitungszeit: Ohne Schälen 30 min

Zubehör: Großer Topf, Messbecher oder 2. Topf, Sieb, Pürierstab, Eisenpfanne

So geht’s:

Schalen und Endstücken im Wasser mindestens 15 Minuten kochen.

Brühe über ein Sieb in einen zweiten Topf oder einen Messbecher abgießen, Schalen entsorgen. Spargelsud mit einer Prise Zucker, Salz, Pfeffer, Muskatabrieb und einem Spritzer Zitronensaft würzen. Zum Kochen bringen.

Vom weißen (geschälten!) und grünen Spargel die Köpfe abschneiden und beiseite legen. Restliche Stangen in Stücke schneiden und in der Suppe mitkochen. Etwa 10 Minuten kochen. Die Stücke sollten gar sein.

Wenn die Spargelstücke gar sind, mit dem Pürierstab pürieren und nochmals abschmecken.

Währendessen die Eisenpfanne erhitzen und die Speckscheiben von beiden Seiten knusprig braten, bis sie kross sind. Auf einem Küchentuch abtropfen lassen. Jetzt die Spargelköpfe in der Pfanne anrösten.

Jetzt noch die Sahne unter die Suppe rühren.

In vorgewärmten Tellern anrichten und mit den Speckstreifen und den Spargelköpfen servieren.

Ein köstliches leichtes Gericht für sonnige Frühlingstage und der perfekte Auftakt für ein gemeinsames Spargelessen mit lieben Freunden!

Dazu hat uns übrigens ein milder Riesling vom Weingut BattenfeldSpanier geschmeckt. Sehr aromatisch, trocken und mineralisch, aber ohne die übertriebene Säure, die mir häufig den Rieslinggenuss vergällt. (9,50€/Flasche etwa bei Hawesko.)

Die Suppe lässt sich hervorragend vorbereiten oder aufheben. Dazu dann einfach ohne Einlage genießen oder diese kurz vor dem Servieren vorzubereiten. Resteverwertung at its best!

Im Durchschnitt isst der Deutsche 1,5 Kilogramm Spargel im Jahr. Auf diese Menge kommen wir so etwa in der ersten Woche der Saison. Denn, ja, mein Name ist Julia und ich bin Spargel-Groupie. Deswegen ist das heutige Friday Night Dinner Date auch ein Dreier: Der bEdW, der Spargel und ich!

Der erste deutsche Spargel kostete hier so um die 30 Euro. Haben wir uns natürlich verkniffen. Auch als der Preis auf 20 Euro fiel sind wir standhaft geblieben. Bei der 15 Euro-Marke habe ich einige wenige Stangen gekauft und innerlich mit mir gekämpft. Aber seit der Kilopreis unter 10 Euro liegt, sind alle Dämme gebrochen: WIR! ESSEN! SPARGEL!

Die ersten Male brauchen wir’s klassisch: Mit Pellkartoffeln, zerlassener Butter und einer Auswahl an gekochtem oder rohem Schinken. Aber sobald der erste Suchtanfall befriedigt ist, kommen Varianten auf den Tisch.

Wie dieser herrliche Spargelsalat mit Blüten unseres üppig blühenden Rosmarinbuschs:

Spargelsalat

Dafür kocht Ihr etwa ein Pfund Spargel und parallel ein Ei, bis es wachsweich ist. Währendessen wascht Ihr zwei Hände voll Pflücksalat und würfelt 2 Tomaten. Außerdem schneidet Ihr eine Frühlingszwiebel in feine Ringe – das Grüne darf ein bisschen gröber gehackt sein.

Während der Spargel abkühlt, rührt Ihr aus Ei, etwas Gemüsebrühe, Zitronensaft, mildem Olivenöl, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker sowie dem Weißen der Frühlingszwiebel das Dressing an.

Ihr schneidet den Spargel in mundgerechte Stücke, vermischt ihn mit dem Dressing (haltet ein paar Löffel zurück!) und richtet erst den Blattsalat an, beträufelt diesen mit etwas Dressing und gebt dann den Spargel dazu.

Jetzt pflückt Ihr ein paar essbare Blüten (zum Beispiel Brunnenkresse, Rosmarin, Gänseblümchen…) und garniert den Salat damit sowie mit dem Grün der Frühlingszwiebel. Rosmarinblüten haben einen ganz feinen, kaum deutlichen Geschmack nach Rosmarin und eine etwas süßliche Note. Sie passen perfekt zum Spargelsalat!

Dazu passt ein heimischer Weißwein wie beispielsweise ein fruchtiger Chardonnay oder ein nicht zu säurebetonter Riesling sowie etwas getoastetes Baguette oder ein kleines Steak vom Grill!

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

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