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Archive for the ‘Backen’ Category

Trends machen mich immer etwas kribbelig. Und so genannte Food-Trends erst recht. Bei mir heißt der Foodtruck nach wie vor Imbisswagen, das Hot Dog Roll einfach Brötchen und langsam Geschmortes muss nicht unbedingt „pulled irgendwas“ sein. Aber gegen einen hausgemachten Burger ist deshalb noch lange nichts einzuwenden…

Als Dorfkind der späten 70er und 80er bin ich auch ohne McDonald’s und Burger King großgeworden. In der nächst größeren Stadt gab es ein Lokal der Kette „Wendy’s“. Da war ich aber nie drin. Burger wurden nämlich im Hause German Abendbrot schon immer selbst gemacht. Lange, bevor es dieses Internet oder gar Food-Trucks und Gedöns gab. Ok, die Brötchen waren vom Bäcker des Vertrauens (andere gab’s ja gar nicht!) gekauft. Aber die Frikadellen (ey, das nannten wir nicht Patties!) waren homemade hausgemacht, Gurken, Tomaten und Salatblätter kamen gerne mal aus Omas Garten und über den Zuckergehalt von Ketchup sprach damals sowieso kein Mensch. Überlebt hab ich’s trotzdem.

Auch heute noch liebe ich Hackfleisch-Buletten Fleischpflanzerl Frikadellen und gut belegte saftige Brötchen. Dank des Wunderteig-Rezepts von Stevan Paul lassen sich nicht nur köstliche Hot-Dog-Brötchen (Rolls, my ass!) und Sandwich-Toast machen, sondern auch gigantische Burger-Brötchen (Wer hat da gerade Buns gesagt??):

Burger Brötchen Buns hausgemacht Foodblog German Abendbrot

Die Brötchen sind wunderbar knusprig, innen fluffig und sowas von gelingsicher, dass sogar ich Teig-DAU mit ihnen zurechtkomme. Alleine dafür möchte ich Stevan Paul knutschen!

Aber so ein Burger ist ja nur so gut wie die Summe seiner Einzelteile. Und weil es sich für 2 Leute kaum lohnt, wurde im elterlichen Garten gegrillt – es gab also ordentlich was druff auf’s Brötchen.

Das Schöne: Ganz viele der Bestandteile findest Du schon hier im Blog und kannst gleich loslegen. Na, wie klingt das?

Burger hausgemacht German Abendbrot

Meine Damen und Herren, Sie sehen The Oriental Meatpacker: Hausgemachtes und knusprig angeröstetes Burger Bun Brötchen (!), asiatisch eingelegter Choi Sum, saftiges Patty Frikadelle vom Rind, eifreie Mayonnaise mit Curry verfeinert, Johannisbeerchutney statt Ketchup, eine Scheibe Raclette-Käse sowie karamellisierte Zwiebeln. Ein herrliches Teamwork von 4 begeisterten Hamburger-Hausgemacht-Essern!

Na, wie klingt das? Ich finde, das ist ein super feiner Burger!

Für die Brötchen, den Choi Sum, die Mayonnaise und das Chutney habe ich Dir die Rezepte schon verlinkt. Sie machen unseren Meatpacker so richtig schön orientalisch-exotisch!

Das Hackfleisch (reines Rind mit Fettanteil von 20%, damit es nicht trocken wird oder gar auf dem Grill zerfällt!) habe ich mit Salz, Tellycherry Pepper, getrocknetem Oregano, 1 kleinen feingehackten Zwiebel und einer Prise Chiliflocken gewürzt. Wir hatten für 4 Personen 1 kg Fleisch auf insgesamt 8 Buns. Die Patties waren medium gegrillt, so dass sie innen noch schön rosa waren. Achtung! Der Grill muss richtig heiß sein, damit die Fleischpflanzerl sich gut vom Rost lösen lassen. Lass ihnen Zeit. Sie brauchen von jeder Seite – je nach Größe und Hitze – 2-4 Minuten.

Die Zwiebeln schneidest Du einfach in feine Ringe und gibst sie mit etwas Butter in die Pfanne. Dazu dann brauner Zucker und so lange auf mittlerer Hitze garen, bis sie weich, braun und klebrig sind. Achtung! Die sind höllisch heiß und neigen dazu anzubrennen. Also dabei bleiben!

Der Käse war ein Raclette-Käse meines Lieblingskäsehändlers, der Bergkäse-Station in Wiesbaden. Er kam noch auf dem Grill auf das fast gare Patty, damit er schön verlaufen konnte. Dann sofort servieren!

Weitere Beilagen: sonnengereifte Gartentomaten, Salatgurke in Scheiben und Kopfsalat-Blätter für ein bisschen Frische.

Was micht an hausgemachten Burgern einfach umhaut, sind die verschiedenen Konsistenzen gepaart mit dem guten Gewissen, dass man keinen Convenience-Mist zu sich nimmt!

Zugegeben, etwas aufwendiger als der Gang ins Burger-Restaurant. Aber im Team macht die Vorbereitung doppelt Spaß und wo gibt es sonst eine so geniale Kombi aus cremiger Mayonnaise (hausgemacht schlägt hier einfach JEDE Tube!), dem säuerlich-fruchtigen Johannisbeerchutney und scharfem Choi Sum. Dazu ein perfekt gegrilltes, saftiges Frikadellchen und die knusprigen Brötchen getoppt von klebrig-süßen Zwiebeln – gegen so einen Trend lässt sich nichts sagen!

Guten Appetit!

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Unser Rettungstrupp ist unterwegs und bietet wieder leicht nachzukochende Alternativen zu Convenience-Food und Fertigtüten. Diesmal: Brot & Brötchen!

Wie auch in den letzten Monaten (meine Beiträge findest Du hier) geht es im Juni darum, unseren Lesern Alternativen zu Fertiggerichten, Tütchen und Abgepacktem aufzuzeigen. Das Thema heute heißt: Brot & Brötchen.

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Da ich aber mit guten Bäckern in der Umgebung gesegnet bin, gerne gutes Handwerk unterstütze und gar nicht gerne backe, habe ich mir diesen Monat eine Hilfe ins Haus geholt.

Vielmehr: Eine Gast-Bloggerin! Herzlich willkommen, Henriette von Lanis Leckerecke

Henriette bloggt seit 2013 und hat einen dieser Blogs, wie ich sie liebe: authentisch, persönlich, ohne schnickischnacki. Besonders interessant finde ich ihre Beiträge zu den Tüteninhalten, die sie sich bei der örtlichen „Tafel“ holt. Welche Produkte verschenkt sie weiter? Welche haben ihrer Familie, bestehend aus Freund und zwei kleinen Kindern (5 + 2), geschmeckt? Wie macht man aus wenig viel?

Das alles ist launig beschrieben, bodenständig fotografiert und äußerst appetitanregend. Gerade haben es mir das schnelle Omelette und das Bauernfrühstück aus der „Juni-Tafeltüte“ angetan…

Aber jetzt überlasse ich Henriette das Wort:

Hallo Ihr lieben Leser von GermanAbendbrot. Überrascht, dass heute hier nicht Julia schreibt? Ich erzähle Euch mal wie es dazu gekommen ist.

Ich liebe es Brot und Brötchen zu backen. Eines der beliebtesten Gerichte in meinem Blog sind z. B. die Krabbelgruppenbrötchen und auch das einfache Weizenmischbrot aus dem Topf erfreut sich recht großer Beliebtheit.

Regelmäßig rege ich mich über die Backtheken in Supermärkten und Discountern auf, denn das was hier verkauft wird, hat mit der deutschen Brotbacktradition überhaupt nichts zu tun. Fertige Rohlinge die in Österreich, Polen, Ungarn und wer weiß wo noch produziert werden, mit seltsamen Zusatzstoffen behandelt sind, damit sie trotz Lagerung gut aussehen nach dem Aufbacken und überhaupt. Habt Ihr mal an diesem „Billigbrot“ gerochen? Ich finde es riecht immer irgendwie muffig – egal ob frisch oder 2 Tage alt (wobei es im Laufe der Zeit immer schlimmer wird…).

Da ich nicht als Einzige diese Einstellung vertrete, ist „Brot und Brötchen“ das aktuelle Thema der Rettungstruppe. Und ich stand vor dem Problem – was soll ich denn nun verbloggen?? Einerseits war da ein wirklich super Toastbrot, das in den Blog soll und dann hab ich noch ein ganz wundervolles Brot mit Kartoffelbrei und Möhrenraspel auf Lager. Die Lösung war dann ganz einfach – ein Brot gibt es bei mir und das andere landet bei jemandem als Gastbeitrag. Und Julia hat halt als erste HIEEEEEEEEEEER gerufen *g*. Ihr bekommt nun also:

Ein feines Toastbrot zum Selberbacken!

Toastbrot

Toastbrot ist bei uns immer so eine Sache. Da muss ich mich meist der Familie beugen und das doofe Super Sandwich kaufen, weil das ist ja so schön leicht und fluffig und naja *seufz*. Meine bisherigen Versuche selbst Toast zu backen waren nicht sonderlich erfolgreich, ich musste es letztlich nahezu allein aufessen…

Mein letzter Versuch war nun der Wunderteig von Stevan Paul. Sein hochgelobtes Buch „Auf die Hand“ (in dem der Wunderteig auch drin ist) hat es zwar noch immer nicht in mein Kochbuchregal geschafft, aber irgendwann… Glücklicherweise ist der Wunderteig so gut, dass er auch diverse Male bereits verbloggt wurde. (Anmerkung von Julia: Ich habe mit dem Teig diese Hot Dog Brötchen gemacht. Himmlisch!)

Für 1 Toastbrot (für eine normale Kastenform)

450 g Mehl T 405

50 g Maisgrieß oder Maismehl

50 ml Milch

40 g Zucker

½ Würfel frische Hefe

2 Eier

80 g Butter

5 g Salz

Außerdem 1 Eigelb und 1 EL Sahne

Das Mehl in einer Schüssel mit dem Maisgrieß/Maismehl vermischen. Die (wenn möglich zimmerwarme) Milch mit 150 ml lauwarmem Wasser und dem Zucker verrühren. Die Hefe hineinbröckeln und mit einem Schneebesen solange rühren, bis die Hefe sich aufgelöst hat.

In das Mehl eine Mulde drücken, die Flüssigkeit hineingeben und mit ein wenig Mehl verrühren. Dann von beiden Seiten mit Mehl bedecken, mit einem Tuch bedecken und für 30 Minuten gehen lassen. Eier und Butter aus dem Kühlschrank nehmen.

Die Eier, die Butter (in kleinen Stückchen) und das Salz in die Schüssel geben und alles in ca. 5 Minuten zu einem glatten Teig verkneten (am besten mit einer Küchenmaschine, alternativ mit den Knethaken des Handrührers). Mit bemehlten Händen eine Kugel formen und noch einmal 30 Minuten gehen lassen.

Die Kastenform mit Butter einfetten und mit Mehl ausstreuen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche in 6 etwa gleich große Portionen teilen. Aus jeder Portion eine Kugel formen und die Kugeln hintereinander in die vorbereitete Kastenform setzen. Den Backofen auf 180°C vorheizen und die mit einem Tuch abgedeckte Form noch einmal ca. 30 Minuten in Ruhe lassen.

Eigelb und Sahne verrühren, den Teig damit bestreichen und auf der 2. Schiene von unten etwa 45 Minuten backen. Zum Ende hin vielleicht mit Alufolie abdecken, es wird oben recht dunkel.

Das Toastbrot mit einem scharfen Messer aus der Form lösen und vollständig abkühlen lassen vorm anschneiden (ansonsten ist es viel zu weich und lässt sich nicht herunterschneiden).

Ich gebe zu, das ist deutlich mehr Aufwand als „rein in den Supermarkt, Sandwich in den Wagen, bezahlen“. Aber bei diesem Toastbrot weiß man was drin ist und es schmeckt wirklich gut. Nicht zu süß, nicht zu salzig und trotzdem locker fluffig! Ich würde sagen, probiert es einfach mal aus, denn dieses Brot haben sogar Kinder und Mann hier gegessen (und einen Teil hatte ich sogar zur polnischen Oma mitgenommen, die es ebenfalls total lecker fand). (Anmerkung von Julia: Polnische Omas haben IMMER recht!)

 

Herzlichen Dank an Henriette

…für das wunderschöne Toastbrot! Weitere Rezepte zum Nachbacken findest Du heute bei den anderen Foodbloggern unserer Rettungstruppe (s.u.).

Hast Du noch eine Idee, was wir unbedingt mal „retten“ sollten?

Paprika meets Kardamom: Naan aus der Pfanne
magentratzerl: Pletzl 
Giftigeblonde – Bierbrot
Summsis Hobbyküche – Baguette 
Was du nicht kennst… – No Knead Bread
Dynamite Cakes – Focaccia mit roten Zwiebeln
brotbackliebeundmehr – Karottenbrot mit Kürbiskernen 
Kochen mit Herzchen – Niederrheinischer Butterstuten 
Anna Antonia – Pain au Chocolat 
Cuisine Violette – Vollkorntoast mit Emmer-Mehl 
Prostmahlzeit – Hanfbrot 
Food for Angels and Devils – (ein)genetztes Brot 
Feinschmeckerle.de – Kieler Semmeln
Das Mädel vom Land – Kammutbrot
Meins! Mit Liebe selbstgemacht – Pide
Obers trifft Sahne – Walnuss-Bier-Brot
Fliederbaum – Dinkel-Erdmandel-Brot

 

 

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Meine Vorstellung vom Himmel? Die Wolken sind aus Taleggio, das Gras aus Spinat. Und fleißige Engelchen haben den Mürbeteig schon vorbereitet, während überall vorgeheizte Öfen herumstehen, die rufen: „Schieb eine Tarte hinein!“

Ok, bevor Du jetzt die Männer mit der weißen Jacke anrufst, schau Dir einfach mal an, was ich für Dich habe:

Tarte

Na, willste ’n Stück?

Dann pflück‘ Dir ein Taleggio-Wölkchen und etwas Spinat und such‘ Dir ein Engelchen für den Mürbeteig. Denn das brauchst Du alles:

Zutaten für meine himmlische Spinat-Taleggio-Tarte:

Für den Mürbeteig:

200 gr Mehl

100 gr Butter

1 Ei

Prise Salz

Für den Belag:

500 gr frischer Spinat, gewaschen, belesen, gehackt

3 Eier

1 Zwiebel, geschält und fein gehackt

1 Knoblauchzehe, fein gehackt oder gepresst

2 EL süße Sahne

1 TL Butter (und etwas Butter für die Form)

150 gr Taleggio

Salz

Pfeffer

Muskat

Optional: San Daniele Schinken in kleine Stücke gezupft

Zubehör: Eine beschichtete Pfanne, eine beschichtete Tarte-Form (26cm), Nudelholz, Frischhaltefolie

Zubereitungszeit: 20 min (plus 30 min Backzeit)

So geht’s:

Die Zutaten für den Mürbeteig gut vermischen, durchkneten und einen Kloß formen. Diesen in Frischhaltefolie wickeln und in den Kühlschrank legen.

Den 1 TL Butter in der Pfanne erhitzen. Zwiebelstückchen und Knoblauch darin anschwitzen. Spinat dünsten, bis er zusammengefallen ist. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Teig aus dem Kühlschrank nehmen und mit dem Nudelholz zu einem runden Fladen ausrollen (das geht am besten zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie), der die Tarteform ausreichend bedeckt und noch etwas für den Rand übrig hat (also ca 30 cm Durchmesser).

Teig in die Form legen (bei nicht-beschichteten Formen vorher etwas buttern!) und kühl stellen.

Restliche Zutaten (Taleggio, Sahne, Eier) an die Spinat-Masse geben und gut vermischen. Final würzen und abschmecken.

Tarteform mit dem Teig aus dem Kühlschrank nehmen, mit den Gabelzinken kleine Löcher in den Teig stechen und die Masse gleichmäßig auf dem Boden verteilen (Achtung! Wirkt ziemlich flüssig. Passiert aber nix!)

Im Backofen auf mittlerer Schiene etwa 30 Minuten backen, bis die Ei-Mischung gestockt und relativ fest ist.

Wer mag, legt jetzt noch für ein paar Minuten die zerzupften San Daniele Stücke auf die Oberfläche und wartet, bis diese knusprig sind. Vegetarier lassen diesen Teil des Spaßes einfach weg.

Herausnehmen und etwas abkühlen lassen.

Am besten lauwarm servieren und hmmmm…..

Fertig ist eine schnelle Freitagabend-Tarte, die herrlich cremig und spinatig-würzig ist. Ein absoluter Gaumen- und Seelenschmeichler. Mit dem würzigen und krossen San Daniele-Schinken ist sie rundherum köstlich! Und während sie bäckt, hast Du noch genügend Zeit, um Schlips und Schuhe von Dir zu werfen, den Weißwein zu öffnen, den Liebsten/die Liebste zu küssen. Na, klingt das nicht himmlisch?

Habt alle ein wunderschönes Wochenende!

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Wie ist eigentlich der Plural von Gugelhupf? Gugelhupfe? Gugelhüpfe? Gugelhupfs? Egal! Mehr als ein Gugelhupf geht auch ohne korrekte Grammatik. Denn selbstgemacht gibt es sie in 1001 Varianten. 

Wir retten mal wieder! Nach Pizza, Kartoffelgerichten und Palatschinken (Link zu den Rezepten) geht es in diesem Monat um meinen liebsten kleinen Kuchen:

Den Gugelhupf!

Anlass ist der 2. Geburtstag unserer Rettungsaktion „Wir retten, was zu retten ist“, mit der wir Anregungen und Ideen liefern wollen gegen die galoppierende Verbreitung von Convenience-Produkten, die nun wirklich kein Mensch braucht. Denn Suppen, Basisteig, Saucen, Eintöpfe, Kuchen, Pfannkuchen, Grillmarinaden usw. kannst Du wirklich einfach und günstig selbst herstellen.

Wir retten Logo 2 Geburtstag

Nun also der Gugelhupf. Das passt so gut. Denn seit Jahren liebe ich meine kleine 18cm-Durchmesser-Gugelhupf-Form heiß und innig! Ich habe sie im Set für kleines Geld zusammen mit dem Kochbuch „Kleiner Gugelhupf“ (Oda Tietz, Verlag Bassermann) gekauft. Ein echter Glücksgriff für Backlegastheniker wie mich!

Die Rezepte haben mir eine erste Idee davon gegeben, wie ich so einen Gugelhupf zusammensetze. Und weil noch wirklich jedes Rezept aus dem Buch bestens funktioniert hat, hab ich angefangen zu experimentieren und variieren! Das kannst Du auch!

Das Basis-Rezept für die 18cm-Form ist denkbar einfach:

125 gr weiche Butter

125 gr Zucker

2 Eier

125 gr Mehl

1 TL Backpulver

1 Prise Salz

Etwas Butter zum Fetten der Form

Du brauchst: eine Gugelhupf-Form, eine Rührschüssel, ein Handrührgerät oder die Küchenmaschine, idealerweise einen Teigschaber und ein Holzstäbchen, um zu prüfen, ob der Kuchen fertig ist (wenn beim Reinpieksen noch Teig am Stäbchen klebt, muss der Kuchen noch etwas backen!)

Jetzt heizt Du den Backofen auf 200 gr vor und fettest die Form.

Anschließend schlägst Du mit einem Handrührgerät die Butter und den Zucker schaumig, gibst Eier, Salz und Mehl sowie das Backpulver hinzu. Fertig ist Dein Teig!

Rein in die Form und ab in den Ofen. Nach 35-40 Minuten (Stäbchenprobe nicht vergessen!) ist der Hupf fertig. Abkühlen lassen und anschneiden! Hmmm….

Aber so ein einfacher Teig ist auch ein bisschen langweilig.

Deshalb hast Du unzählige Möglichkeiten Deinen Gugelhupf zu variieren. Ob mit Zitronenabrieb oder Alkohol (Amaretto! Rum! Whiskey!) im Teig, ob mit Schokoguss oder Puderzucker, mit Marzipanherzchen oder Rosinen – anything goes!

Hier meine Lieblings-Gugelhupfs der letzten Jahre:

gugelhupf

SchoMaRetto: Ein schokoladiger Gugelhupf mit Amaretto und Mandeln. Sehr saftig!

Gugelhupf

Zimt-Orangen-Gugel: Ein würzig, fruchtiger Gugelhupf, der nicht nur Weihnachtszeit köstlich schmeckt!

gugelhupf

Der Herzhafte: Ein Walnuss-Gugelhupf, der nicht zu süß daherkommt!

gugelhupf

Der Forrest Gump: Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach‘ diesen Klassiker!

gugelhupf

Easter Bunny: Mit Eierlikör und Vanille ist dieser Gugelhupf DER Oster-Star!

Mit der Verziererei hab ich’s nicht so. Ein Zuckerguss und ein paar Zesten sind für mich das Höchste der Gefühle. Aber natürlich kannst Du Marzipanröschen basteln oder Kerzen auf einen Geburtstags-Gugelhupf stecken. Ich werde sicherlich noch viele weitere Varianten backen, weil dieser kleine hübsche Kaffee-Begleiter mir wirklich an’s Herz gewachsen ist!

Weitere Gugelhupf-Rezepte findest Du in meiner Kategorie „Süßes“.

Es gibt sowieso noch endlose Möglichkeiten, den Klassiker zu variieren. Viele davon – auch herzhafte! – findest Du in den Links der „Retter“, die sich an dieser Aktion beteiligen:

giftigeblonde – Apfel Walnuss Gugelhupf

Food for Angels and Devils – Eierlikör-Schoggi-Kuchen mit Loch 

Fliederbaum – Kaisergugelhupf 

Anna Antonia – Mississippi Mud Cake

LanisLeckerEcke – Schokogugl mit Käsekuchenfüllung

auchwas – „Frankfurter Kranz“ meine Art 

 Cuisine Violette – Orangen-Nuss-Gugel

multikulinarischesJubiläums-Gugl mit Sanddorn 

Summsis Hobbyküche – Aprikosen-Gugelhupf

Feinschmeckerle – Marmorgugelhupf mit Kirschen     

brotbackliebeundmehr – Baileys-Marmor-Gugelhupf

Kochen mit Herzchen – Durstiger Geburtstags-Guglhupf

Obers trifft Sahne – Frankfurter Kränzchen  

kebo homing – Orangengugl

Unser Meating – Erdnussgugl mit Karamellkruste

Prostmahlzeit – Schoko-Mandel-Gugelhupf

Sakriköstlich – Rotweinkuchen

Aus meinem Kochtopf – Nürnberger Gewürz-Gugelhupf

Meins! Mit Liebe selbstgemacht – Knödelgugel

Barbaras Spielwiese – Omas Frankfurter Kranz, etwas modernisiert 

Pane-Bistecca – Deftig gefuellter Kartoffelgugelhopf

1x umrühren bitte aka kochtopf – Kuchen mit Loch oder wir gugeln uns zum Geburtstag!

Was du nicht kennst… – Kokosnussguglhupf 

Küchenliebelei – Klassischer Marmorgugelhupf

Sandra´s TortenträumereienBananen Erdnuss Gugel

widmatt- aus meiner Schweizer KücheOster- Höpfli (Mini Gugelhöpfli)

Genial lecker – Brezenknödelgugelhupf

thecookingknitter – Sauerkrautgugl mit Speck

Dynamite Cakes – Saftiger Zitronen-Gugelhupf

Das Mädel vom Land – Schlagobers-Gugelhupf

verbotengut! – Saftige Orangen ~ Gugl

Jankes*Soulfood – Möhren-Gugelhupf mit Frischkäse-Swirl

our food creations – zweierlei Mini-Gugl

Unter dem Hashtag #wirrettenwaszurettenist findest Du auf Twitter, Instagram usw. auch Fotos und direkte Links zu den Posts!

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Wenn das Leben Dir keine Zitronen gibt, nimm halt Orangen!

Service-Hinweis: Es hilft ungemein, wenn Du Dir freitags schon überlegst, welchen Kuchen Du am Wochenende essen möchtest. Dann kannst Du nämlich Butter, Mandeln und Schokolade einkaufen und hast einen feinen Schokoladen-Gugelhupf!

Und jetzt wird es intellektuell: In der Literatur gibt es die Technik des „Stream of Consciousness“ (aka Bewusstseinsstrom). Dabei wird der Leser in die Gedankenwelt und Assoziationsketten des jeweiligen Charakters hineingesogen. Als Leser hörst Du quasi, was der Mensch im Buch da gerade denkt. Besonders gelungen findest Du das in James Joyes „Ulysses“. Aber auch in Virginia Woolfes „Mrs Dalloways“ oder Knut Hamsuns „Hunger“ ist diese Technik meisterhaft zu Papier gebracht.

Als weiteren Schritt im Modul I unseres kleinen Literaturkurses heute: Das Praxisbeispiel! Oder: Julia will backen!

Aaaaah, Sonntag! Der bEdW schläft noch? Die Sonne scheint tatsächlich? Dann geh ich mal laufen… Erstmal in’s Badezimmer… Ach, da liegen ja sogar schon die Laufklamotten bereit. Wie klug von mir. Gucke gerade mal aufs Handy, was es so Neues gibt. Hmm. Hmmm.. Überall Winterbilder? Naja, hier im milden Wiesbaden natürlich wieder mal nix zu sehen, oder? HUCH! Ist ja alles weiß draußen. Wie kann das denn liegenbleiben? Na, was sagt die App? MINUS 6 GRAD???? Ich kann jetzt keinesfalls krank werden. Ich bin selbständig. Nix da! Ich bleib drin. Erstmal Tee machen. Ach, zu so einem Tee wäre ein schokoladiger, saftiger Gugelhupf nett. Da kann ich jetzt die Zeit nutzen. Wer will schon bei minus 6 Grad laufen gehen? Oh, keine gemahlenen Mandeln mehr da. Verdammt! Dann muss es halt ein Zitronengugelhupf werden. Der braucht keine Mandeln. Verdammt! Auch keine Zitronen mehr im Haus. Wie kann sowas passieren? Wo wir doch so gerne Sprizz trinken… Naa, nimmste halt Orangen. Yeah! Tolle Idee. Ich bin so ein Fuchs! 

Guglhupf

So, was brauche ich noch? Ah, ja. Eier, Butter… Verdammt! Keine Butter im Haus. I werd narrisch!! Was mach‘ ich jetzt? Thank God für die Food-Community und dieses Internet. Aha, man kann das Ganze durch Öl ersetzen. Gramm oder Millilieter? Tja. Gibt ungefähr 100 Umrechnungstabellen. Naja, ich probier das mal aus… Dumdidum…“

Lieber Leser, so geht „Stream of Consciousness“!

Und so geht mein zimtiger Orangengugelhupf:

Zutaten für eine kleine (16cm) Guglhupf- oder Napfkuchen-Form:

125 gr weiche Butter 100 gr Rapsöl

100 gr Muscovado-Zucker

20 gr Vanillezucker

2 Eier (M)

2 EL Triple Sec oder anderen Orangenlikör

eine Prise Salz

eine gute Prise Zimt

Abrieb von einer halben Bio-Orange

125 gr Mehl Type 405

30 gr Speisestärke

1 EL Backpulver

1 EL Orangensaft

Für den Guss:

60 gr Puderzucker

1 kleine Prise Zimt

Orangensaft

Zesten von einer halben Orange

Die Zubereitung ist denkbar einfach:

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Backform mit etwas Butter Öl einfetten. Öl und beide Zucker mit dem Handquirl verrühren. Dann Eier, eine Prise Salz, Prise Zimt hinzugeben und alles gut vermischen. Dann Mehl, Stärke und Backpulver miteinander vermischen und Esslöffel-weise unterrühren. Zum Schluss noch den Triple Sec und Orangensaft unterrühren und alles noch mal gut miteinander vermischen. Den Teig in die Form füllen, glatt streichen und auf der mittleren Schiene etwa 45 min backen (mein Backofen ist etwas “langsamer” als andere. Vielleicht reichen bei Euch schon 35-40 min. In jedem Fall ist die Pieks-Probe mit einem Holzspießchen ratsam).

Nach der Backzeit den Kuchen herausnehmen und gut abkühlen lassen. Aus der Form kippen und aus Puderzucker, Zimt und dem Orangensaft einen Guss anrühren. Über den Kuchen geben und abschließend mit den Zesten garnieren.

Seid nächste Woche wieder dabei, wenn es heißt:“Der Zauberberg“ – Was will uns der Autor damit sagen?

Habt ein schönes kuscheliges Wochenende!

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Endlich gibt’s hier wieder was zu essen! Und etwas unglaublich Köstliches obendrein. Ein feines Geschenk aus der Küche für alle Käseliebhaber und Pastetenfans!

Nigel Slaters Küchentagebuch, das ich hier kurz vorgestellt habe, ist immer wieder Inspiration für feine Gerichte, die erstmal unspektakulär klingen aber wirklich immer gelingen und einfach glücklich machen. Wie dieses herrliche Früchtebrot mit Feigen und Haselnüssen. Dazu Ziegenfrischkäse und Quittenkompott und Du bist direkt im Himmel.

Brot

Ebenso glücklich gemacht hat mich, als Mr Slater auf meinen Begeisterungs-Tweet über sein Brot prompt antwortete:

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OH! MY! GOD! Schnappatmung! Zeigt aber wiedereinmal, wie „down to earth“ dear Nigel ist.

Kauft bitte, bitte seine wunderbaren Kochbücher. Denn der Mann kann wirklich schreiben! Anders als Jamie, Heston & Co. ist er nämlich nicht Koch, sondern eigentlich Food-Autor. Diesen Unterschied merkt man sowohl seiner Kocherei als auch seiner Schreibe an, finde ich. Lesenswert!

Ich habe aus der Teigmenge zwei Laibe geformt. Das Brot lässt sich prima einfrieren. Denn entgegen meiner Annahme hält es sich nicht länger als normales Brot. Trotz der vielen Feigen.

Brot_Feigen

Ach, über Feigen muss ich auch irgendwann mal schreiben…

Aber jetzt erstmal zum Brot!

Zutaten für zwei Laibe Früchtebrot, die am besten frisch genossen werden (kleine Abwandlungen vom Originalrezept):

250 gr Dinkelmehl

250 gr Weizenmehl Type 450

1 Tütchen Trockenhefe (7 gr)

1 EL dunkler Rübensirup

1 TL Salz

200 gr getrocknete Feigen

70 gr Haselnüsse, geschält

1 EL Fenchelsamen

Mehl zum Verarbeiten

Zubehör: Backbleck mit Backpapier oder besser: Pizzastein, große Teigschüssel

Zubereitungszeit: 3,5 Stunden inkl. Geh- und Backzeit

So geht’s:

Sämtliches Mehl in die Schüssel sieben und mit der Trockenhefe vermischen. Sirup und Salz zugeben. Nach und nach etwa 350 ml handwarmes Wasser hinzugeben und mit einem Holzlöffel oder der Hand verrühren.

Du kannst natürlich auch die Küchenmaschine nehmen. Ich Back-Legastheniker bekomme aber ein besseres Gefühl für den Teig und die richtige Konsistenz, wenn ich mit den Händen arbeite. Vermutlich die Gene meiner Großmutter, die im Leben keine Küchenmaschine benutzt hat!

Achtung: Der Teig ist SEHR flüssig. Das wirkt erstmal komisch. Aber wenn Du weiter knetest und den Teig auf die stark (!) bemehlte Arbeitsfläche legst und dort weiter verarbeitest, weiter etwas Mehl unterhebst und so fort, wird der Teig wunderschön:

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Die Schüssel einmehlen und den Teig hineinlegen. Mit einem Tuch abdecken und in den ausgeschalteten (!!) Backofen mit angestelltem Licht und geschlossener Tür stellen. Eine Stunde gehen lassen.

Während der Teig geht, die Feigen in feine Streifen schneiden. Wenn der Teig gegangen ist, sollte er deutlich größer sein als vorher:

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Jetzt den Teig wieder auf die bemehlte Arbeitsfläche heben, Feigen, Haselnüsse und Fenchelsamen in den Teig einarbeiten. Das kostet etwas Kraft!

Den Teig halbieren und zu zwei Laiben formen. Auf den bemehlten Teigschieber oder ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, leicht bemehlen, zudecken und nochmals 45 min gehen lassen:

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Backofen auf 220 Grad vorheizen. Die Laibe etwa 25 min backen, bis sie hohl klingen, wenn Du draufklopfst!

Dann sehen sie so aus:

Brot_ganz

Die Kruste ist krachig, das Innere schön saftig. Die Feigen, Nüsse und Fenchelsamen geben dem Früchtebrot eine ganz leichte Süße, ohne dass es wirklich ein Dessert-Brot wäre. Sogar zu Leberpasteten würde es toll schmecken!

Ich habe es aber mit Käse gegessen. Am liebsten mit Ziegenfrischkäse. Selbst der bEdW, der sonst kein Ziegenkäsefan ist und schon gar kein Kompottfan, war völlig begeistert. Einen halben Laib haben wir aus dem Stand am Küchenblock gefuttert!

Dazu habe ich schnell ein Quittenkompott gemacht:

1 Quitte und einen Apfel fein würfeln. Mit 3 EL Muscovadozucker und 100ml Wasser zum Kochen bringen. 1/2 Sternanis und eine Prise Garam Masala hinzugeben und einkochen lassen, bis das Kompott dicklich ist. Etwas abkühlen lassen und direkt verzehren oder heiß in ein Schraubglas füllen.

Natürlich passt auch ein Chutney dazu, ein Feigensenf oder ein würziges Pflaumenmuß.

BrotII

Wenn Du aus dem Brotteig 4 oder 6 kleine Laibe formst und das Ganze kurz vor Weihnachten backst, hast Du ein wunderhübsches, köstliches Geschenk aus der Küche. Schleife drum, Kompott dazu in einem kleinen Gläschen – fertig! Oder Du isst es einfach selbst🙂

Habt alle ein wunderschönes 4. Adventswochenende!

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In zweieinhalb Wochen ist Weihnachten. ZWEI EINHALB WOCHEN! Waaaaaaaah! Höchste Zeit köstliche Bethmännchen anzusetzen. Denn die Frankfurter Spezialität schmeckt mit jedem Tag besser und sollte etwas durchziehen.

Sicherlich hast Du auch so eine ganz traditionelle regionale Weihnachtsköstlichkeit, auf die Du keinesfalls verzichten willst. Aachener Printen vielleicht? Oder ein Vogtländer Stollen? Oder irgendeine andere Spezialität aus dem Norden, dem Rheinland, Bayern oder Schwaben?

Bei mir sind es die Frankfurter Bethmännchen, die nicht nur zur Weihnachtszeit gut schmecken. Die kleinen Marzipan-Hütchen mit Mandeln sind immer etwas Besonderes und kosten in Frankfurter Konditoreien ein kleines Vermögen. Dabei sind sie leicht selbst herzustellen. Und wenn ICH das sage, dann ist es wirklich so!

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Das Rezept findest Du hier im Blog. Je länger die Bethmännchen Zeit zum Ziehen haben, umso besser. Denn das Rosenwasser schmeckst Du erst richtig nach ein paar Tagen. In einer hübschen Dose oder etwas Seidenpapier verpackt, werden sie nicht hart sondern immer, immer besser.

Wenn Du dieses Jahr also etwas ganz Besonderes aus Hessen verschenken möchtest, dann mach‘ doch mal ein paar Bethmännchen!

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