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Archive for the ‘China’ Category

Solltest Du gerade unter einer Erkältung leiden, mach’ Dir Ma Po Dou Fu. Dann sind Deine Atemwege wieder frei. Versprochen! Tofu, Hackfleisch und jede Menge scharfer Bohnensauce – dazu Szechuanpfeffer. Noch Fragen?

Es gibt so Gerichte, die begleiten mich seit einigen Jahren und schaffen es doch nicht so richtig in mein Herz. Aber statt sie ad acta zu legen, setzen sie sich in meinem Kopf fest und lassen mich nicht los. Immer wieder begegnet mir der “Tofu der pockennarbigen Großmutter” – was sich als Ma Po Dou Fu viel netter anhört.

Keine Szechuan-Küchen-Doku ohne den Klassiker. Keine China-Restaurant ohne ihn. Kaum ein Foodblog ohne… Jaja, Du hast verstanden. Was micht begeistert ist die Schärfe in Verbindung mit der Samtigkeit des Tofu und dem fast schon zum Gewürz genutzten Hackfleisch. Getoppt von dem die Zunge betäubenden Szechuan-Pfeffer. Was für ein Gericht!

Warum also hat mir das Gericht bei der ersten Selbstzubereitung nicht geschmeckt? Beim zweiten Mal war’s dann ok. Aber eben nur ok. Seither (und das sind immerhin über 5 Jahre!) habe ich es nicht mehr selber gekocht. Dabei lieben wir die scharfe Szechuan-Küche sehr. Etwa dieses scharfe Huhn, diesen Hühnchen-Salat, dieses scharfe Schweinefilet, dieser Hühner-Klassiker und auch dieses gebrühte Rindfleisch wird durch Szechuan-Pfeffer erst richtig köstlich!

Also war endlich die Zeit gekommen für Ma Po Dou Fu (reloaded). Und was soll ich sagen: HAMMER! Ich glaube, ich habe Dank Tina und Ken Hom und meinem eigenen Gaumen endlich meine Version gefunden!

MaPoDouFu

Serviert haben wir das Gericht mit Jiao Wai Cai Yuan – schnell gewoktem grünen Gemüse (ebenfalls nach Altmeister Ken Hom).

MaPoDouFu_Gemüse

Zutaten Ma Po Dou Fu für 2 hungrige Esser zu Reis und leichtem Gemüse:

400 gr (Abtropfgewicht) schnittfester Tofu

130 gr Schweinehackfleisch

2 chinesische getrocknete Chilischoten, fein gehackt

2 EL neutrales Pflanzenöl (z.B. Rapsöl)

200 ml hausgemachte Hühnerbrühe

2 gehäufte Esslöffel Toban Djan (= scharfe schwarze Bohnensauce (Asia-Laden))

2 cm Ingwer, fein gehackt

4 EL Shaoxing-Reiswein (Asia-Laden)

2 EL helle Sojasauce (Light Soya Sauce – Asia-Laden)

2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten

Salz (je nach Salzigkeit von Hühnerbrühe und Toban Djan-Sauce)

Prise Zucker

1 TL Tapiokamehl – in Wasser aufgelöst zum Binden (alternativ: Maisstärke)

1 EL zerstoßener Szechuan-Pfeffer

Dazu: Reis und/oder gedämpftes Gemüse (etwa Sellerie, grüne Paprika, Pak Choi…)

Zubehör: Wok oder hohe Pfanne, Küchenpapier, Sieb

Zubereitungszeit: 30 min

So geht’s:

Alle Zutaten vorbereiten und bereitstellen. Die Zubereitung im Wok geht schnell. Es bleibt also keine Zeit, um mit der Schnippelei anzufangen, wenn das Öl schon heiß ist…

Reis aufsetzen.

Tofu in Würfel schneiden und in einem mit Küchenpapier ausgelegten Sieb einige Minuten abtropfen lassen. Währendessen Ingwer, Frühlingszwiebeln und Chilis hacken. Hackfleisch aus dem Kühlschrank nehmen. Soßen und Hühnerbrühe sowie das angerührte Tapiokamehl bereitstellen.

Öl im Wok erhitzen. Ingwer, Frühlingszwiebeln und Chilis unter ständigem darin anrösten. Das Hackfleisch jetzt portionsweise scharf anbraten.

Toban Djan hinzugeben und alles gut vermischen. Tofu vorsichtig in den Wok geben und behutsam mit dem Inhalt vermengen. Hühnerbrühe hinzugießen und auf mittlerer Flamme köcheln lassen:

MaPoDouFu_Pfanne

Die Sauce sollte etwas einreduzieren. Währendessen die Sojasauce und den Shaoxing-Wein hinzugeben. Mit Salz und etwas Zucker abschmecken. Zum Schluss mit dem Tapiokamehl binden.

(Tapiokamehl wurde mir von der Dame in unserem Asia-Laden empfohlen. Es hat sich sehr bewährt. Achtung: Du benötigst deutlich weniger Tapiokamehl zum Binden als etwa Maisstärke und das Binden geht auch sehr viel schneller…)

Reis in eine tiefe Schale geben und das Ma Po Dou Fu darauf anrichten. Mit etwas Szechuan-Pfeffer bestreuen und servieren. Das gedämpfte Gemüse passt sehr gut dazu, weil es etwas Knackiges ohne Schärfe als Kontrast bietet.

Das Gericht bläst Dir ziemlich die Atemwege frei, da Chili, scharfe Bohnensauce und Szechuan-Pfeffer alle Körperflüssigkeiten zum Fließen bringen. Perfekt, um sich an kalten Abenden einzuheizen oder lästige Erkältungsviren zu torpedieren.

Ich bin jedenfalls ein großer Fan von Ma Po Dou Fu und werde es jetzt öfter machen. Versprochen!

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Ist das Wetter trist und grau, hau Dir rein ’ne scharfe… Schüssel Schweinefilet mit chinesischem Choisum. Der Blattkohl mit ovalen, grünen Blättern kann von Stil bis Blatt verwendet werden. Leicht süßlich mit einer sehr dezenten Bitternote adelt er jedes Wok-Gericht.

Es ist Freitag. Zeit für ein schnelles, knackiges Wok-Gericht, das ein bisschen “spice up your life” in den grauen Dezember bringt.

 

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Zutaten für 2 hungrige Esser als Hauptmahlzeit:

250 gr Schweinefilet

400 gr Choisum (kommt meist im Gebinde in den Asia-Shop)

1 Handvoll Sojasprossen

2 EL Schwarze Bohnen-Sauce

1 EL scharfe Chili-Sauce

2 EL Shaoxing-Wein

2 EL Mirin (Reis-Kochwein)

2 EL Sojasauce

1 TL Speisestärke

1 Knoblauchzehe, fein gehackt

1 Stückchen Galgant, fein gehackt

2 rote, scharfe Chilischoten, fein gehackt

3 EL Erdnussöl

Dazu: Reis

Zubehör: Wok, Topf für Reis

Zubereitungszeit: 30 Minuten

So geht’s:

Reis aufsetzen. Fleisch in feine Scheiben schneiden und in Stärke, Shaoxing-Wein, Sojasauce und Mirin marinieren.

Währendessen den Choisum grob hacken. Öl im Wok erhitzen. Fleisch abtropfen lassen und im Öl anbraten. Danach herausnehmen und zur Seite stellen.

Im restlichen Öl Chili, Knoblauch, Galgant (nicht zu heftig!) anbraten.

Chilisauce und schwarze Bohnensauce unterrühren und anrösten.

Etwa 2 Minuten köcheln lassen. Kohlstengel und etwas Wasser hinzugeben. Köcheln lassen.

Fleisch wieder in den Wok geben und erhitzen. Zum Schluss die Kohlblätter hinzugeben und die Sojasprossen unterheben. Kurz erhitzen und eventuell mit etwas Sojasauce und Chilisauce final abschmecken.

Mit Reis servieren.

Dazu hat uns ein Chenin Blanc von Simonsig aus Südafrika geschmeckt.

Ordentlich Rums so kurz vor Weihnachten.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

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Wenn am Thema Wiedergeburt etwas dran sein sollte, war ich in meinem früheren Leben sicherlich Küchenjunge bei einem Maharadscha, während der bEdW in einer Garküche im chinesischen Szechuan gearbeitet hat. Für die schnelle Befriedigung von Szechuan-Gelüsten eignet sich La Zi Ji: Würziges Huhn mit Chilis und Paprika.

Kennst Du dieses ganz spezielle Aroma von Szechuan Pfeffer? Diese prickelige Schärfe, die Deine Zunge betäubt und ein Raucharoma in die Nase steigen lässt? Ich glaube ja, dass Szechuan Pfeffer auch irgendwelche süchtig machenden Stoffe besitzt. Anders kann ich mir nicht erklären, warum mich manchmal eine regelrechte Gier nach Szechuan-Gerichten überfällt.

Beim bEdW stoße ich damit glücklicherweise immer auf offene Ohren. Und noch eine Eigenschaft kommt mir aktuell sehr entgegen: Die meisten Gerichte gehen blitzschnell! Wenige, dafür sehr aromatische Zutaten werden blitzschnell und sehr heiß im Wok zubereitet, abschließend mit Szechuan Pfeffer aromatisiert. Fertig!

Nachdem ich im Juni meinen Job in der Agentur an den Nagel gehängt und mein #summersabbatical genossen habe, nehmen die nächsten Schritte mehr und mehr Gestalt an. Das ist spannend, aufregend und sehr, sehr intensiv. Zeit zum stundenlangen Kochen bleibt da nicht. Also: Szechaun Küche! Hurrah!

Eines dieser köstlichen Blitzgerichte ist La Zi Ji, das in Fuchsia Dunlops “Sichuan Cookery” schlicht mit “Chicken with Chillies” übersetzt wird. Das Kochbuch ist seit viereinhalb Jahren regelmäßig bei uns im Einsatz: Gut erklärt, gelingsicher, mit vielen Hintergründen zu den Gerichten und Namen. So mag ich das!

Allerdings kamen mir bei allem Vertrauen in Fuchsia Dunlop bei der Angabe “50g dried Sichuanese chillies (this is not a misprint!)” doch leise Zweifel. 50g getrocknete (!) Chilis sind extrem viel. Dazu noch ein Esslöffel Szechuan Pfeffer? Also, wir essen sehr gerne scharf. Aber das schien uns dann doch für mitteleuropäische Zungen etwas zu mutig. Auch wenn im Rezept extra stand, dass Chinesen bei dem Gericht die Chilis nur zum Aromatisieren verwenden und das Fleisch mit ihren Stäbchen aus dem Gericht herauspicken und die Chilis nicht mitessen.

Also habe ich ein bisschen rumgesurft und bin – natürlich! – bei Tina vom Blog Foodina fündig geworden: Sie hat ein Rezept für La Zi Ji Ding aus einem Duisburger Restaurant veröffentlicht und scheint es überlebt zu haben. Wie immer haben wir demnach ein bisschen hier geklaut, dort hinzugefügt, die Inspiration sacken und unseren eigenen Geschmack einfließen lassen. Heraus kam ein schnelles, scharfes, aber verträgliches La Zi Ji nach unserer Variante:

Huhn_China

Zutaten für 2 Personen als Hauptgericht:

400g Hühnerfleisch, in mundgerechte Stücke geschnitten

6-8 Löffel neutrales Pflanzenöl (Raps- oder Erdnussöl)

1 EL Maisstärke

1 TL Szechuanpfeffer

2 EL getrocknete, chinesische Chili-Schoten, grob gehackt

1 EL Ingwer, fein gehackt

Je eine halbe rote und grüne Paprika, in mundgerechte Stücke geschnitten

2 Stengel Staudensellerie, in feine Scheiben geschnitten

2 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten mit etwas Grün

Anderthalb EL helle Sojasauce

1 EL Shaoxing Wein (Asia-Shop)

1 EL geröstetes Sesamöl

Eine gute Prise Salz

Wenn vorhanden: Etwas Selleriegrün, gehackt, zum Garnieren

Dazu: Reis

Zubehör: Wok, Topf für den Reis, Küchenrolle

Zubereitungszeit: max 30min (eher weniger)

So geht’s:

Reis aufsetzen und garen lassen.

Das Hühnerfleisch in der Maisstärke wälzen, bis alle Stücke von allen Seiten leicht “gemehlt” aussehen und zur Seite stellen.

Gemüse waschen, wie oben beschrieben vorbereiten und griffbereit parat stellen.

Das Öl im Wok erhitzen und das Hühnchen darin kurz unter Rührenanbraten. Anschließend aus dem Wok nehmen und auf dem Küchenrollenpapier abtropfen lassen.

Überschüssiges Öl aus dem Wok gießen. Es reicht, wenn noch etwas Öl am Boden haftet.

Darin nun die Chilischoten, Ingwer, Szechuan Pfeffer und Frühlingszwiebeln unter Rühren anbraten.

Paprika und Selleriescheiben hinzugeben und etwa drei Minuten unter Rühren mitgaren. Die Hühnchen-Stücke hinzugeben und alles gut vermischen. Mit Salz, Shaoxing Wein und Sojasauce abschmecken.

Kurz das Selleriegrün mit anbraten und auf dem Reis anrichten.

Das Sesamöl über die fertige Portion träufeln und sofort servieren.

Ein Gericht ohne Sauce, was ich sonst zu Reis gar nicht so gerne mag – dachte ich bisher! Aber das La Zi Ji ist durch Paprika und Sellerie schön knackig, angenehm scharf, sehr aromatisch, durch das Huhn schön zart und vor allem blitzschnell fertig.

Wer mag, kann die Chili-Menge natürlich erhöhen. Wir wollen das Gericht auch noch mal mit mehr Schärfe ausprobieren. Dazu passt in jedem Fall ein kaltes Bier!

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Endlich wieder Friday Night Dinner Date! Stellt schon mal einen kräftigen Weißwein kalt, zwinkert dem/der Liebsten zu und macht Euch ran an ein herrlich würziges Hühnchen-Gericht nach Fuchsia Dunlop, das man warm, lauwarm und kalt essen kann! Falls Euch was dazwischen kommt ;-)

Die wunderbare Foodina inspiriert mich immer wieder. Ob indisch, chinesisch oder thailändisch – was Tina isst, kann auch bei uns 1:1 auf den Teller. Das Yu Xiang Ji Si-Gericht nach Fuchsia Dunlop befindet sich auch in einem meiner Kochbücher. Aber viel schneller bin ich zu Tina rübergesurft, um zu gucken, was sie gerade so am Köcheln ist. Das Rezept für das “Fischduft-Hähnchen”, das so heißt, weil mit den Gewürzen und Saucen ursprünglich Fische mariniert wurden, habe ich aber etwas abgewandelt. Es hat mit Fisch rein gar nichts zu tun, schmeckt aber umso köstlicher. Eine echte Entdeckung!

Fuchsia_Dunlop

Zutaten für zwei Personen als Hauptgericht:

400 gr Hühnerfleisch (große Teile wie Schenkel benötigen länger als z.B. die Innenfilets)

Für die Brühe:

1/2 Knoblauchzehe

6 Pfefferkörner

1 Daumennagel-großes Stück Ingwer

Für die Sauce:

3 Frühlingszwiebeln (nur das Grüne)

1 EL fein geriebener oder sehr klein gehackter Ingwer

3 EL helle Soja-Sauce

1 EL Chinkiang (das ist schwarzer Chinesischer Essig)

1 EL Zucker

2 EL Chili-Öl

2 TL Sesamöl

2 gestrichene Esslöffel Toban Djan (= chinesische, sehr scharfe Sojabohnenpaste aus dem Asia-Laden)

Beilage (optional): Reis (schmeckt warm und kalt)

Zubehör: Kochtopf

Zubereitungszeit: 20 min (je nach Garzeit des Hühnerfleischs)

So geht’s:

Die Zutaten für die Brühe mit ausreichend Wasser in den Kochtopf geben. Die Hühnchenteile darin garen (erst die größeren, dann die kleineren Teile hinzugeben). Hühnchenteile herausnehmen und etwas abkühlen lassen, bis man sie mit den Fingern anfassen kann.

(Die Brühe kannst Du aufheben als Fond oder als Basis für eine Suppe!)

Während das Huhn gart, die Zutaten für die Sauce vermischen. Dabei einige grüne Frühlingszwiebelröllchen für die Garnitur zur Seite legen. Bei Bedarf Reis garen.

Zum Servieren den Reis auf einen Teller oder in ein Schälchen geben, das Huhn mit den Händen zerpflücken (dann bleibt die Sauce besser haften!) und anschließend mit der Sauce übergießen. Zuletzt die Frühlingszwiebelröllchen darüber geben und servieren.

Dieses Gericht ist blitzschnell zubereitet, leicht und trotzdem voller Aromen! Besser kann man nicht ins Wochenende starten.

Noch einfacher wird das Gericht übrigens, wenn Du vom Vortag Hühnerfleisch übrig hast. Yu Xiang Ji Si ist also auch ein prima Resteverwerter!

Dazu würde ich unbedingt einen gut gekühlten Weißburgunder oder einen Chardonnay trinken. Die dürfen ruhig etwas schmelzig sein, um gegen die Schärfe anzukommen.

Cheers!

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Für den bEdW ist die chinesische Szechuan-Küche in etwa das, was die indische Mogul-Küche für mich ist: Der Hammer! In Szechuan mag man es gerne höllisch scharf. Weshalb dieses schnelle Schweinefilet aus dem Wok auch ein richtiger Wachmacher ist.

Natürlich bekommt man hierzulande nicht immer alle Zutaten, die es für die echte chinesische Küche braucht. Aber gut sortierte Asia-Läden bieten schon ziemlich viele Möglichkeiten, um daheim halbwegs authentisch kochen zu können. Denn hausgemacht schmecken chinesische Gerichte überhaupt nicht wie in billigen China-Restaurants der 80er. Auch auf Glutamat kann man getrost verzichten. Einige Rezepte, die wir schon auf möglichst original-chinesische Weise zubereitet haben, findest Du hier

In den Rezepten findest Du auch Hinweise darauf, welche Kochbücher wir  empfehlen können. Besonders hilfreich sind Bücher von China-Kennern, die aber auch wissen, dass man in Europa immer mal eine Zutat ersetzen muss (Fuchsia Dunlop, Ken Hom…). Dazu gehört definitiv Fuchsia Dunlops “Sichuan Cookery”, das seit Jahren bei uns im Einsatz ist. Zum ersten Mal hier.

Sie beschreibt Herkunft und Zubereitungsarten der Gerichte sehr detailliert, erklärt die Namen der Rezepte und gibt Tipps für Abwandlungen. Leider gibt es kaum Fotos – dafür aber jede Menge Gerichte zum Ausprobieren, deren pure Beschreibung einem das Wasser im Munde zerlaufen lässt.

Eines davon ist Yu Xiang Rou Si – ein scharfes Gericht mit Streifen von Bambus, Schweinefleisch und Wolkenohrpilzen:

Szechuan

Wer selten chinesisch kocht, muss jetzt leider den Gang zum Asia-Laden wagen, da sich Shaoxing-Wein und Toban Djan-Sauce nicht wirklich ersetzen lassen. Beides hält sich aber einige Wochen oder sogar Monate. Und vielleicht findest Du ja Gefallen an China-Rezepten?

Zutaten für zwei Personen als Hauptgericht (leicht an unseren Geschmack angepasst):

300 gr Schweinefilet

eine kleine Handvoll getrockneter Wolkenohrpilze

2 Bambus-Rohre (nimm nicht die sauren Stücke aus dem Glas, sondern kauf sie im Ganzen im Asia-Laden!)

2 EL Toban Djan (= chinesische, sehr scharfe Sojabohnenpaste, Asia-Laden)

1 Zehe fein gehackter Knoblauch

1 EL fein gehackter Ingwer

3 mittelgroße Frühlingszwiebeln, in feine Scheiben geschnitten (mit etwas Grün für die Optik)

Salz

Erdnussöl

Für die Marinade:

Eine kräftige Prise Salz

1 TL leichte Soja Sauce

1 EL Maisstärke

etwas Wasser zum Auflösen der Stärke

1 TL Shaoxing Wein (Asia-Laden)

Für die Sauce:

2 TL Zucker

2 TL Chinkiang Essig (schwarzer Chinesischer Essig, Asia-Laden)

1 TL leichte Soja Sauce

1 TL Salz

1 TL Maisstärke

3 EL Wasser

Dazu passt Reis.

Zubehör: Wok, Reistopf, mehrere Schüsseln

Zubereitungszeit: 30-45 Minuten

So geht’s:

Die Wolkenohrpilze mit kochendem Wasser überbrühen und 20-30 Minuten ziehen lassen. Währendessen alle Zutaten der Marinade zusammenrühren. Schweinefilet in dünne Scheiben schneiden (etwa 3mm dick) und anschließend in Streifen. Fleisch mit der Marinade zusammenführen und gut umrühren.

Reis parallel zubereiten.

Bambus ebenfalls in feine Streifen schneiden. Alle Zutaten für die Sauce zusammenrühren. Wolkenohrpilze abgießen, ausdrücken und ebenfalls in sehr feine Streifen schneiden.

Das Erdnußöl im Wok auf hoher Flamme erhitzen. Wenn das Öl zu rauchen beginnt, Schweinefiletstreifen hinzugeben und schnell rühren. Sobald es angebraten ist, zur Seite schieben und die Chilibohnenpaste anrösten. Sobald die Aromen gut riechbar sind, Ingwer und Knoblauch hinzugeben und anrösten. Jetzt alles miteinander vermischen.

Anschließend Bambus und Pilze hinzugeben, unterrühren und erhitzen. Die Sauce einrühren, gut vermischen und ebenfalls heiß werden lassen.

Zum Abschluss die Frühlingszwiebeln dazugeben, kurz umrühren und auf dem Reis servieren.

Wenn Du etwas mehr Zeit hast, servier’ doch dazu noch ein schnell gewoktes grünes Gemüse wie Jiao Wai Cai Yuan.

Guten Appetit!

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Gesunde, leichte Frühlingsküche vertreibt den Winter! Cheers!

Endlich Freitag! Endlich Zeit für’s Friday Night Dinner Date! Langsam kündigt sich schon der Frühling an: Die Tage sind merklich länger, die Amseln zwitschern und die Blumenhändler verkaufen die ersten Narzissen. Ist der Februar erstmal geschafft (bald, bald!), geht es mit großen Schritten Richtung Frühjahr!

Das macht sich auch schon bald in unserem Speiseplan bemerkbar: Wärmende Suppen und Eintöpf sind deutlich weniger häufig auf dem Tisch als leichte Gemüsegerichte. Eine köstlich-knackige Abwechslung ist Jiao Wai Cai Yuan, gemischtes grünes Gemüse aus dem Wok:

Chinesisch_Gemüse

Für 2 Personen als leichtes Abendessen:

2 Knoblauchzehen

2 Köpfchen Shanghai Pak Choi (grüne Stile, alternativ: weiß-stiliger Pak Choi)

2 Stangen Sellerie

1 TL Maisstärke

200ml Hühnerbrühe

1/2 TL weißer Pfeffer, frisch gemahlen

1 TL Salz

2 EL Erdnußöl

Beilage: Reis

Zubehör: Wok mit Deckel (oder großer Topf mit Deckel), Topf für Reis, scharfes Messer

Zubereitungszeit: 20 min

So geht’s:

Reis aufsetzen. Knoblauch fein hacken. Sellerie und Shanghai Pak Choi in mundgerechte Größe hacken. Den Wok erhitzen. Öl hineingeben und erhitzen. Knoblauch, Salz und Pfeffer unter Rühren anschwitzen. Sellerie hinzugeben, anschwitzen und Brühe hinzugeben. Etwa zwei Minuten unter Rühren garen. Shanghai Pak Choi hinzugeben und weitere zwei Minuten unter Rühren garen.

Hitze herunterdrehen und zu gedeckt das Gemüse für etwa fünf Minuten garen. Maisstärke einrühren und einige Sekunden eindicken lassen.

Mit Reis anrichten und beispielsweise zu einem Glas Chardonnay vom Weingut Höhn servieren!

Das Rezept wurde inspiriert durch den Großmeister der chinesischen Küche, Ken Hom. Sein Buch “Classic Chinese Recipes. 75 Signature Dishes” ist vielleicht nicht das schönste und aufwendigste Kochbuch, liefert aber einen guten Überblick über klassische, gut nachkochbare Gerichte. Wir nehmen es immer gerne zur Hand, wenn wir Inspiration für unser Friday Night Dinner Date suchen. Außerdem ist es eine schöne Erinnerung an den letzten Besuch bei meiner Schwester in Birmingham, wo ich immer, immer englische Kochbücher shoppe:

chin_kochbuch

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Wan Tans sind kleine Teigtäschchen aus der chinesischen Küche, die mit ganz unterschiedlicher Füllung – häufig aber mit Schweinefleisch und Gemüse – gedämpt und serviert werden. Häufig findet man sie auch in Wan Tan Suppe oder auch frittiert.

Auswärts bin ich immer etwas skeptisch, was sich so alles in der Füllung versteckt, deswegen machen wir Wan Tans häufig selbst. Für Gäste ist das eine hübsche Kleinigkeit zur Begrüßung oder ein schöner Auftakt für ein asiatisches Menü.

Keine Angst vor der Zubereitung. Mit etwas Übung gelingen die Wan Tans auch Anfängern gut. Und ein Körbchen oder eine Platte mit gedämpften Wan Tans machen immer viel her!

Processed with Rookie

Bei der Füllung sind Eurer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Eine einfache Variante ist diese hier:

Zutaten für etwa 16 Wan Tans:

16 Wan Tan Blätter (TK im Asia-Laden, einzeln entnehmen, Rest wieder einfrieren)

2 Frühlingszwiebeln, in feine Scheiben geschnitten

100 gr Schweinehack

2 Mu Err Pilze, eingeweicht und fein gehackt

1 EL Sojasauce

1 EL gehackter Koriander

1-2 TL Fischsauce

1 EL Mungbohnensprossen, gehackt

1 Eiweiß

etwas neutrales Pflanzenöl

Zubereitungszeit: je nach Übung 30-45 min

Zubehör: Pfanne, Dampfkörbchen oder Dämpfeinsatz, Wok oder ausreichend großer Topf, 2 feuchte Handtücher

So geht’s:

Wan Tan Blätter in ein feuchtes Handtuch schlagen. Hackfleisch in der Pfanne anbraten und mit dem Gemüse und den Kräutern vermischen. Masse mit Fisch- und Sojasauce abschmecken. Etwas abkühlen lassen.

Jetzt ein Wan Tan Blatt nehmen, etwa 1 TL Füllung in die Mitte geben. Die Ränder mit Eiweiß einstreichen, zu einem Säckchen formen und die Enden gut aneinander fest drücken. (Wer mag, kann noch einen Stengel Schnittlauch um das Säckchen binden!)

Die Wan Tans auf einen gefetteten Teller mit ausreichend Abstand zueinander setzen (sonst kleben sie an!) und mit einem feuchten Tuch abdecken.

Wiederholen, bis alle Wan Tans gefüllt und verschlossen sind.

Jetzt in einem großen Topf oder dem Wok Wasser erhitzen. Das Dampfkörbchen bzw. den Dämpfeinsatz ebenfalls leicht fetten und in den Topf/Wok setzen. Wan Tans mit Abstand zu Rand und zueinander setzen und etwa 10 min garen.

Meist sind die Einsätze nicht große genug für alle Wan Tans. Deshalb am besten die Säckchen in Etappen garen.

Vorsichtig aus dem Dämpfeinsatz nehmen oder im Dämpfkörbchen servieren.

Dazu passen unterschiedliche Dips:

Processed with Rookie

Ganz unten die klassische süße Chili-Sauce aus dem Asialaden (gibt es mittlerweile auch ohne Glutamat).

Links oben eine Variante mit Ingwer, Frühlingszwiebeln, Soja- und Fischsauce sowie etwas Zucker.

Rechts oben Soja- und Fischsauce, Frühlingszwiebeln, Vogelaugenchili, Zucker.

Also, keine Scheu mehr vor aufwendigen Wan Tans. Mit etwas Übung findet jeder den Dreh heraus und entdeckt seine Lieblingsfüllung – für Vegetarier beispielsweise mit Kokosflocken und Karottenhobeln. Guten Appetit!

 

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