Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Fisch & Meeresfrüchte’ Category

Trübe Tage erfordern Farbe: ein Strauß Tulpen, ein knalliger Lippenstift, Konfetti… Ein echter Farbklecks auf dem Teller ist mein orientalischer Salat aus Karotten, Orangen und Granatapfelkernen. Köstlich zu Skrei und Risotto!

Süß-sauer-fruchtig: Das sind die Aromen des hübschen Salats, der ganz phantastisch zu einem Skrei-Filet und etwas Risotto passt, wie ich es hier schon mal gekocht habe.

Noch weniger Aufwand gefällig? Dann genieß’ ihn einfach zu einem schnell in der Pfanne gebratenen Steak und etwas Baguette oder als Teil einer Mezze-Platte oder um den Döner zu pimpen, den Du Dir heißhungrig auf dem Heimweg gekauft hast.

Wenn Du richtig hungrig bist, fällt Dir dann leider auch nicht mehr auf, dass Du irgendwas an Deiner Kamera verstellt hast…

Skrei_Salat_GermanAbendbrot

Das Foto wird dem wunderbar orangen Salat mit seinen knallroten Granatapfelkernen jedenfalls nicht gerecht. Besser wird es auch nicht, wenn man den Fisch stattdessen anpeilt *augenroll*

Skrei_Salat_GermanAbendbrot_Risotto

Lasst Euch von den Fotos nicht abschrecken: Der Salat schmeckt wie 1001 Nacht und ist einfach wunderbar frisch und fruchtig mit Gute-Laune-Faktor durch seine hübsche Farbe. Während ich mich noch mal eingehend mit meiner Kamera beschäftige, hier die…

Zutaten für den orientalischen Karotten-Orangen-Salat mit Granatapfelkernen:

2 Karotten, gewaschen, geschabt und in feine Ringe geschnitten

1 Orange, geschält, geviertelt und ebenfalls in feine Scheiben geschnitten

1 Schalotte, geschält und fein gehackt

Kerne eines halben Granatapfels (die restlichen Kerne über’s Müsli am nächsten Tag streuen)

Für das Dressing:

1 gestrichener TL Kurkuma

1 Prise Sumach (säuerliches Gewürz, gibt es im türkischen Supermarkt)

1 Prise Chayennepfeffer

Salz

frisch gemahlener weißer Pfeffer

Zucker

Weißweinessig

mildes Olivenöl

Zubehör: Ein kleiner Topf, Salatschale

Zubereitungszeit: 20 Minuten

So geht’s:

Die Zutaten für das Dressing verrühren. Die Möhren in einem Topf voll leicht gesalzenem Wasser die Möhren 2-3 Minuten blanchieren und abgießen. In die Salatschale geben und abkühlen lassen.

Währendessen alle anderen Zutaten vorbereiten und abschließend in die Salatschale geben. Gut vermischen und mit dem Dressing anmachen. Alles einige Minuten ziehen lassen und servieren!

Ich wünsche Euch ein farbenfrohes, genussvolles Wochenende!

Read Full Post »

Da jauchzt die Mariachi Band! Heute gibt’s köstliche Tortilla-Wraps mit würzigen Füllungen! Let’s roll!

Teigfladen mit Füllung oder Auflage sind einfach nicht wegzudenken aus meiner Küche. Es gibt sie ja ohnehin in fast jeder Kultur: Ob mediterrane Focaccia aus Italien, würziges indisches Dosa, Pan Catalan aus Spanien oder das gute deutsche Butterbrot. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen – etwa mit vietnamesischen Sommerrollen, japanischen Baozi uvm.

Aber mein Herz gehört eben heute mal der TexMex-Küche, die ich noch aus Schulzeiten liebe. Es gab nämlich in den Kasernen der US Army in Hanau ein TexMex-Restaurant, in das man nur mit US-Pass, guten Kontakten oder viel Augengeklimper hineinkam. Dieses Restaurant war für uns so etwas wie das Tor zu einer anderen Welt: Riesige Pitcher mit süßer Strawberry-Margherita, körbeweise ofenwarme Tacos zu sündhaft-scharfer Salsa, GIs mit Sombrero-Hüten, unglaublich riesigen Portionen und einer Rechnung in US-Dollar.

Es war ein Glücksspiel, ob man als Nicht-US-Amerikaner überhaupt hineinkam in das Restaurant. Wenn gerade irgendwo Krise war (Golfkrieg & Co.), hatte man auch schon mal den Lauf eines Maschinengewehrs vor der Nase, während Spürhunde den klapprigen Opel Corsa abschnüffelten… Aber wenn wir dann reindurften, dann gehörte der Mariachi-Abend uns!

Seither sind Chimichangas, Burritos, Enchiladas und Tortillas meine Buddies. Klar, TexMex hat nicht unbedingt was mit Mexikanischer Küche zu tun. Aber sie macht Spaß und ist hausgemacht definitiv besser als das Zeug, das Du in dubiosen Restaurants bekommst, wo aber auch wirklich alles Convenience ist.

Taco_Sides

Die köstlichen Bestandteile, die jeden Wrap individuell machen, sind das A und O eines Tortilla-Wraps:

Ganz wichtig ist eine köstliche, cremige Guacamole. Etwas gemischter grüner Salat. Geriebener Cheddar-Käse. Und ein Joghurt-Dip, den ich aus Naturjoghurt, etwas Salz, einer Prise Cumin/Kreuzkümmel sowie einigen Spritzern Tabasco (oder etwas scharfem Chilipulver) schnell angerührt habe.

Für einen scharfen Frische-Kick hatten wir uns außerdem von einer Santa Maria-Salsa aus dem Kochbuch “California” aus dem kosmos-Verlag inspirieren lassen (im obigen Foto rechts vorne):

4 EL gewürfelte Tomaten, 2 EL kleingeschnittener Stangensellerie, 1 kl. gewürfelte Schalotte, 1 kl. fein gehackte grüne Chilischote, einige Stengel Koriander fein gehackt, Limettensaft, Chili-Limetten-Salz. Alles gut vermischen und etwas durchziehen lassen. Abschließend noch mal abschmecken und ggf. mit etwas Zucker gegen die Säure arbeiten.

Für die Wraps kannst Du Weizen-Tortillas natürlich selbst machen. Ganz einfach nach diesem Rezept hier. Oder Du kaufst welche, die möglichst ohne Zusatzstoffe auskommen. Ich finde beides legitim. Da uns unsere Tortilla-Party großen Spaß gemacht hat, backe ich nächstes Mal wohl selber. Diesmal waren es fertig gekaufte Wraps…

Taco_Huhn_fertig

In meinen ersten Wrap kam eine gut verteilte Schicht Guacamole, Cheddar, Salsa, Joghurt und köstliches Hühnchen mit Paprika, das in der Pfanne angebrutzelt wurde:

Taco_Huhn

Für die Hühnchen-Füllung benötigst Du:

200 gr Hühnerbrust, in Streifen geschnitten

1 rote Paprikaschote, in Streifen geschnitten

1 weiße Zwiebel, in Streifen geschnitten

1/2 TL Ancho Chilipulver

Salz und Pfeffer

1 rote scharfe Chilischote, fein gehackt

etwas Öl zum Anbraten

etwas Limettensaft zum Abschmecken.

Das Hühnchen in einer Eisenpfanne scharf anbraten und alle Zutaten hinzugeben, bis sich ein unglaubliches Aroma ausbreitet. Warm stellen, bis es ans Rollen der Wraps geht!

Aber auch die Variante mit Beef war köstlich:

Taco_Rind

Für das scharf gewürzte angebratene Beef habe ich folgende Zutaten verwendet:

1 kleines Rinderhüftsteak, in Streifen geschnitten

1 scharfe grüne Chilischote, in feine Streifen geschnitten

Prise rosenscharfes Paprikapulver

1/2 TL Cajun-Gewürzmischung (zu gleichen Teilen: Pfefferkörner (zerstoßen), Cumin, Senfkörner,  Paprikapulver, Chayennepfeffer, Oregano (getrocknet), Thymian (getrocknet))

Salz

Das Rind in der Pfanne scharf anbraten und würzen. Warm stellen, bis es gebraucht wird.

Natürlich sind Deiner Phantasie keine Grenzen gesetzt: Du kannst auch anderes Gemüse stifteln oder kurz anbraten. Statt Fleisch sind auch Shrimps oder festfleischiger Fisch eine schöne Füllung.

Wie Du die Wraps so faltest und rollst, dass nicht die Hälfte herausfällt oder über die Finger läuft, siehst Du in einer idiotensicheren Anleitung aus frühen Blogtagen hier.

Lasst es Euch schmecken!

Read Full Post »

Ich liebe dieses Internet. Warum? Weil Du hier Leute entdeckst, die Du sonst nie treffen würdest! Etwa im Fernweh weckenden Blog Die See kocht. Essen aus der Kombüse quasi – auch für Landratten!

“Wenn ich die See seh’, brauch’ ich kein Meer mehr!”

IMG_2305

Seit ich denken kann, haben wir Urlaub am Meer gemacht: Atlantik und Nordsee mit ihren rauhen Wellen und kalten Winden haben uns dabei mehr begeistert als die flache Ostsee und das gemütliche Mittelmeer. Dabei habe ich heute auch gegen den badewannenwarmen Indischen Ozean so gar nichts einzuwenden. Ein erhabenes Gefühl war es, als wir in Südafrika an der Spitze standen, an der – so sagt man – Indischer Ozean und Atlantik ineinander fließen. Nix Badewanne! Arschkalt war’s!

IMG_2261

Wer also das Meer liebt, beneidet zwangsläufig Menschen auf Booten. Auch wenn wir persönlich das alles zu eng wäre, träume ich gerne mit, wenn andere auf große Fahrt gehen. Und wenn sie dann noch köstlich kochen und hübsche Fotos machen… *seuftz*

Deshalb: Lest unbedingt mal auf Die See kocht herum. Wer da keine Se(e)hnsucht bekommt?! Dabei geht es nicht nur um’s Essen, sondern auch um’s Segeln und Reisen. Was da aber in der winzigen Kombüse so gezaubert wird: Chapeau! Wenig Materialien, clevere Vorbereitung, gute Vorratshaltung – genau mein Ding. Also, stecken wir in See!

Nachgekocht haben wir deshalb auch gleich ein Gericht aus der Blog-Kombüse:

Steinbeißerfilet mit Spitzkohl!

Spitzkohl

Wir sind ja große Spitzkohlfans. Und Fisch essen wir eh beide extrem gerne. Was für eine tolle Kombi! Allerdings könnte ich mir auch gut einen weniger edlen, panierten Fisch dazu vorstellen.

Das Rezept findet Ihr im Blog.

Wir haben beim Kohl die Möhre weggelassen und beim Fisch die Sahne. Und dazu passt was? Natürlich!

IMG_2329

Also, Smutjes, ran an die Töpfe und zaubert Euch ein köstliches Friday Night Dinner für Euer Date unterm Sternenhimmel, der gerade auf dem Meer berauschend sein kann…

Und wer noch die richtige Lektüre für’s See-Feeling braucht, schnappt sich einfach mal DAS Buch für alle Meer-See-Schiffs-Verrückten: Die Schatzinsel!

“Dublonen! Dublonen!” und Guten Appetit!

Read Full Post »

Hier sind wir nun. 2016. Wie ein unbeschriebenes weißes Blatt Papier liegt das Jahr vor uns. Was werden wir wohl in zwölf Monaten von diesem 2016 halten? Wird es uns als Segen oder als Fluch in Erinnerung bleiben? Werden wir Neues freudig willkommen heißen oder uns von Liebgewonnenem verabschieden müssen? 2016, bist Du Freund oder Arschloch?

Oder wie es der großartige Erich Kästner auf den Punkt gebracht hat:

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. /Man steht am Fenster und wird langsam alt.

(alle kursiven Stellen aus: Januar von Erich Kästner)

Wir können den Lauf der Welt nicht beeinflussen. Aber wir können uns darum bemühen, dass wir in unserem unmittelbaren Umfeld keinen Schaden anrichten. Wenn ich am Ende eines Jahres zurückblicken und sagen kann: “War schon ok, was Du gemacht hast! Hast nix verbrochen, keine Wunden gerissen, kein schlechtes Karma aufgebaut”, dann ist das besser, als das, was beispielsweise Donald Trump von sich behaupten kann.

Es heißt, die Tage würden wieder länger./Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr.

Wir können natürlich auch konkret Gutes tun. Selbst im Klitzekleinen. Zum Beispiel: Wählen gehen. Die Presse- und Meinungsfreiheit verteidigen. Trotzdem und gerade deshalb den Mund aufmachen, wenn mal wieder jemand sagt: “Ich hab nix gegen XYZ, aber…”. Weniger Fleisch essen. Den kleinen Einzelhändler um die Ecke unterstützen. Dem Kellner im Restaurant sagen, dass er wirklich sehr freundlich war und man deshalb gerne ein ordentliches Trinkgeld gibt. Mehr zu Fuß gehen, weniger fliegen. Das Licht ausknipsen. Dem Straßenmusiker eine Münze geben und lächeln. Überhaupt: Mehr lächeln. Anderen die Tür aufhalten. So einkaufen, dass man nicht ständig Zeug wegwirft. Was noch?

Die Amseln frieren./Und die Krähen darben./Und auch der Mensch hat seine liebe Not. /Die leeren Felder sehnen sich nach Garben./Die Welt ist schwarz und weiß und ohne Farben./Und wär so gerne gelb und blau und rot.

Überhaupt: Einkaufen. Ich bin so ein täglicher Einkäufer und Spontan-Kocher. Pläne liegen mir nicht, wenn es um’s Essen geht. Natürlich schaue ich häufig erstmal in meine Regale, das Gemüsefach, den Kühlschrank, bevor ich mir überlege, was es zu essen gibt. Aber ebenso häufig gehe ich los und kaufe ein, worauf ich gerade Lust und Appetit habe. Ende vom Lied: Es bleiben einfach zu häufig Reste übrig. Deshalb mein Vorsatz 2016: Klüger, rücksichtsvoller einkaufen, weniger wegwerfen, besser planen.

Silvester hörte man’s auf allen Sendern,/dass sich auch unterm Himmel manches ändern/und, außer uns, viel besser werden soll.

Machen wir uns also an die “Reste” von den Feiertagen. Vielleicht hast Du auch noch etwas Lachs übrig oder einen anderen Fisch? Vielleicht weißt Du nicht wohin mit dem angebrochenen Glas Kapern oder dem schon etwas schlappen Stengel Dill, der da im Wasserglas steht? Und vermutlich hast Du so wie ich immer, aber auch wirklich IMMER eine angeschnittene Salatgurke im Gemüsefach? (Wo kommen die immer her?). Dann kann ich Dir nur die köstlichen Lachs-Fritters nach Nigel Slater empfehlen, der überhaupt der König der einfachen Küche ist und dessen Küchentagebuch ich quasi ständig in den Fingern habe.

Lachsfritters

Diese kleinen, herzhaften Häppchen kannst Du natürlich auch zum Aperitif reichen oder als Beilage zu einem Salat. Wir haben uns einfach auf die Fritters gestürzt und dazu einen leichten Gurkensalat gemacht.

Zutaten für 2 Personen als Hauptmahlzeit:

300 gr Lachsteak, fein gewürfelt (ohne Haut, Gräten notfalls mit der Pinzette entfernen)

2 Männerhände voll grober Semmelbrösel

2 EL fein gehackter Dill

Butter zum Braten

Salz

weißer Pfeffer

(Im Original kommen noch 2 TL Kapern an die Küchlein. Die haben wir aber weggelassen, weil der bEdW kein Fan von ihnen ist. Alternativ passt auch eine sehr fein gehackte Gewürzgurke dazu.)

Zubehör: Schüssel, beschichtete Pfanne

Zubereitungszeit: 20 Minuten

So geht’s:

Lachwürfelchen mit den Semmelbröseln in der Schüssel vermischen. Dill und etwas Salz sowie Pfeffern hinzugeben und alles gut mit den Händen mischen.

Butter in der Pfanne erhitzen, so dass der Boden nur leicht gebuttert ist, aber das Fett nicht in der Pfanne steht!

Aus der Lachsmasse kleine Bällchen formen und flach drücken – so groß wie eine gängige Frikadelle. Wenn Du die Fritters zum Aperitif reichst, mach’ sie etwas kleiner.

In die leicht brutzelnde Butter die Fritters hineinlegen und etwa zwei Minuten braten. Wenden und von der anderen Seite ebenfalls 2-3 Minuten braten.

Zusammen mit dem Gurkensalat servieren und möglichst frisch aus der Pfanne genießen.

Du kannst die Küchlein auch am nächsten Tag kalt in der Mittagspause genießen oder noch mal in der Pfanne vorsichtig erwärmen. Frisch haben sie uns aber am besten geschmeckt!

Dazu passt ein Glas gut gekühler Chardonnay oder Auxerrois.

Und welche Vorsätze hast Du?

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege./Und ist doch hunderttausend Jahre alt./Es träumt von Frieden. Oder träumt’s vom Kriege?/Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege./Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.

Guten Appetit!

Read Full Post »

Es gibt diese Kindheits-Gerichte, die in uns Erinnerungen wecken, die trösten können oder einfach nur für ein wunderschönes Essen sorgen. Eines meiner Lieblingsgerichte aus Kindertagen sind hausgemachte Kartoffelpuffer – die der bEdW selbstverständlich nur als Rievkooche gelten lässt!

Außen knusprig, innen weich und saftig, dazu das herrliche Kartoffelaroma, heiß und frisch aus der Pfanne, abgetropft auf einem Küchenpapier – so muss mein Kartoffelpuffer sein! Dazu gibt es traditionell ein kühles Apfelmus oder etwas Kräuterschmand. Ganz luxuriös wird es mit einem Scheibchen Räucherlachs. Aber eigentlich esse ich meine Kartoffelpuffer am liebsten pur!

Richtiggehend aggressiv dagegen machen mich vorgeformte Convenience-Bratlinge, die auf Jahr- und Weihnachtsmärkten in wahlweise altes oder nicht ausreichend heißes Fett geschmissen werden, bis sie vollgesogen sind mit genau diesem Ekelfett und sich noch über Stunden unangenehm bemerkbar machen.

Ich verzichte darauf, Kartoffelpuffer auswärts zu essen, seit mich so ein Gastro-Puffer mal fast umgebracht hätte (ok, ich dramatisiere!) und meine Gesichtsfarbe nur dank ausreichend Killepitsch (Düsseldorfer Kräuterlikör) wieder von grün zu blaß-rosa wechselte.

Die Alternative heißt dann aber leider: Gestank in der Bude. Denn die in Fett ausgebackenen Puffer stinken bestialisch! In meiner Kindheit gab es sie deshalb auch nur bei gutem Wetter, wenn meine Mutter beide Küchenfenster weit öffnen (und die Küchentür feste schließen) konnte. Doch was tun in einer offenen Küche, die nahtlos in Wohn- und Esszimmer übergeht? Genau: Auslagern!

Seit einigen Jahren haben wir eine portable Kochplatte, die wir gerne auf der Terrasse einsetzen, wenn wir Fisch oder andere geruchsintensive Lebensmittel verarbeiten:

Kartoffelpuffer_draußen

Diese Kochplatte ist super praktisch und schafft so eine leichte Camping-Atmosphäre, zu der nur gaaaaanz zufällig auch die Flasche am rechten Bildrand gehört.

Zum Essen war es dann auf der Terrasse doch zu kalt. Also mussten wir immer schnell die frischen Puffer reintragen, essen und weiterbraten. Genau so war es bei mir zuhause: Meine Schwester und ich saßen voller Erwartung am Esstisch, bis meine Mutter pfeilschnell mit frischen, heißen Puffern aus der Küche kam, schnell die Tür hinter sich schließend (Geruch!) die köstlichen Dinger verteilte und ruckzuck wieder in die Küche flitzte (Tür zu!), nicht ohne “Vorsicht, heiß!” zu rufen, während wir uns schon die Schnäbel verbrannt hatten und mit Apfelmus zu kühlen versuchten. Erst, wenn wir pappsatt und mit fettglänzenden Mündern am Tisch saßen, briet sich meine Mutter ihre Portion und kam in Ruhe zum Essen.

Also: Fenster weit auf, Tür zu – oder draußen braten! Der milde November macht es uns doch ziemlich leicht, die letzten Freiluft-Koch-Aktionen zu genießen! Und keine Angst: Gute hausgemachte Kartoffelpuffer sind gar nicht so schwer herzustellen. Weiter unten findest Du die wichtigsten Tipps noch mal aufgelistet.

Kartoffelpuffer

Zutaten für zwei hungrige Esser, die sich so richtig reinknien konnten:

3-4 große mehlig kochende Kartoffeln (je älter, desto besser)

1 große Metzger-Zwiebel

2 Eier (Größe M)

Salz

schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Viel Öl (Raps, Sonnenblumen…) oder Butterschmalz zum Ausbacken – muss sehr stark erhitzbar sein!

Muskat, frisch gerieben

Optional: 1 großer EL abgetropfter Quark

Für den Schmand: Saure Sahne, etwas Meerrettich, Abrieb einer halben Zitronenschale, weißer Pfeffer, Salz und etwas Petersilie (gehackt) miteinander verrühren.

Wildräucherlachs nach Belieben

Zubehör: Eisenpfanne, 2 Rührschüssels, Küchenreibe oder Küchenmaschine, Sieb und sauberes Geschirrtuch, Küchenrolle, Pfannenwender, Schöpfkelle

Zubereitungszeit: Vorbereitung: 30 Minuten, Bratzeit pro Puffer je nach Größe einige Minuten

So geht’s:

Kartoffeln und Zwiebeln schälen. Beides in eine Rührschüssel reiben – entweder per Hand (Vorsicht!) oder in einer Küchenmaschine. Letzteres geht natürlich schneller.

Auf die zweite Rührschüssel ein Küchensieb hängen und mit dem Geschirrtuch auslegen. Die Zwiebel-Kartoffelmasse hineingeben und das Tuch zu einem Bündel verschnüren. Das Wasser aus der Teigmasse pressen und etwas abhängen lassen.

Achtung! Das Wasser nicht wegschütten! Das brauchst Du noch!

Die Teigmasse nach dem Abtropfen wieder in die erste Schüssel geben und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Die Masse verträgt ordentlich Salz und es gibt wenig Schlimmeres als fade Puffer. Also, sei nicht geizig mit dem Salz.

(Wenn Du magst, kannst Du jetzt auch den Quark hinzugeben. Das verhindert, dass die Puffer beim Braten zu schnell schwarz werden und macht ihn noch saftiger. Du musst dafür aber nicht extra ein Töpfchen Quark kaufen. Es geht auch ohne wunderbar!)

Das Kartoffel-Zwiebel-Wasser aus der zweiten Schüssel gießt Du jetzt gaaaaanz vorsichtig ab. Dann siehst Du schon, dass sich am Boden die Stärke der Kartoffeln abgesetzt hat. Zurück bleibt nämlich eine weiße Schicht, die ein bisschen an feuchtes Mehl erinnert.

Davon nimmst Du 1-2 Teelöffel und gibst es unter die Kartoffel-Zwiebel-Masse. Die Stärke bindet den Teig und hilft, dass die Puffer nicht auseinander fallen.

Falls Du Dir den kleinen Extra-Aufwand nicht machen willst, gib ein bisschen Speisestärke an die Teigmasse. Aber eigentlich enthält die Kartoffel alles, was Du brauchst!

Jetzt die Fenster weit aufmachen oder die Kochplatte auf dem Balkon auf volle Pulle stellen. Die Eisenpfanne mit einem halben bis ganzen Fingerbreit Öl bedecken und richtig heiß werden lassen! Das ist wichtig, damit sich die Puffer nicht voll Fett saugen. Mach’ zum Ausprobieren einen Probepuffer, um Gefühl für die Hitze und das Braten zu bekommen.

Je nachdem, wie groß Du Deine Puffer haben willst, gibst Du jeweils etwa eine halbe Schöpfkelle in die Eisenpfanne (in unsere passen drei Puffer gleichzeitig) und drückst die Masse ein bisschen flach, damit sie gleichmäßig gart. Mach’ lieber kleinere Puffer, wenn Du sie knusprig magst. Mach’ sie etwas größer, wenn Du lieber die saftige Masse innendrin hast.

Wichtig ist, dass Du die Hitze im Blick behältst. Und: Es muss immer ausreichend Öl in der Pfanne sein. Während zwei Brat-Aktionen solltest Du immer wieder etwas Öl/Butterschmalz ergänzen und ausreichend (!) heiß werden lassen.

Beim Braten bitte nicht ungeduldig werden: Anfangs klebt der Puffer an der Pfanne. Wenn er sich lösen lässt, kannst Du in mit einem Pfannenwender wenden und fertigbraten.

Einen oder zwei kleine Probepuffer zu braten und direkt aus der Pfanne zu essen, ist nicht nur hilfreich, um den richtigen Gar-Zustand herauszufinden, sondern macht auch großen Spaß. Der allererste Puffer ist nämlich meist der Beste!

Nach dem Braten lässt Du die Kartoffelpuffer noch etwas auf Küchenpapier abtropfen. Du kannst sie auch bei niedriger Hitze im Backofen kurzfristig (!) warm stellen. Je frischer aus der Pfanne, desto besser sind sie allerdings.

Serviert mit Apfelmus oder etwas Schmand und Räucherlachs gibt es kaum ein köstlicheres Essen für mich. Aber ich bin ja auch hoffnungslos in Kartoffeln verliebt! (Rheinländer mögen auch Rübensirup dazu. Aber die sagen ja auch Rievkooche…)

Also, keine Angst vor hausgemachten Kartoffelpuffern, wenn Du folgende Tipps beachtest:

  • Je älter die Kartoffeln sind, desto weniger Wasser enthalten sie. Mehligkochend müssen sie aber unbedingt sein!
  • Lass die Masse ausreichend abtropfen. Das geht auch, indem Du eine Suppenkelle so in den Teig legst, dass sei voll Flüssigkeit läuft. Diese dann natürlich wegschütten!
  • Eine Eisenpfanne ist ja sowieso Gold wert. Sie wird richtig schön gleichmäßig heiß und sorgt zum Beispiel auch bei Bratkartoffeln oder Steaks für ein perfektes Ergebnis. Die Anschaffung ist es wirklich wert.
  • Das Fett muss richtig, richtig heiß sein! Sei bitte vorsichtig! Spritzendes Fett tut weh und ruiniert das Seidenblüschen. Eine Kochschürze ist also empfehlenswert.
  • Ein oder zwei Probepuffer helfen Dir beim Einschätzen der Temperatur und Garzeit. Mach’ sie klein, damit es nicht so schlimm ist, wenn der erste schwarz wird und ungenießbar ist.
  • Geduld: Jeder Kartoffelpuffer braucht ein bisschen Zeit. Das kommt auf die Kartoffel, die Größe der Puffer, die Dicke und Deine Herdplatte bzw. Pfanne an.
  • Verbrenn’ Dir am ersten Kartoffelpuffer nicht gleich die Zunge. Die Dinger kommen knallheiß aus der Pfanne, schmecken frisch aber auch wirklich am besten.
  • Vergiss das Lüften nicht. Sonst riecht Deine Wohnung noch tagelang wie eine Imbißbude in einem Gewerbegebiet, das immer mal wieder Ärger mit dem Gesundheitsamt hat.Willst Du nicht, oder?

Viel Spaß beim Nachmachen und Genießen!

Read Full Post »

Manche Rezepte sind es wert, nochmals gekocht, verfeinert, aktualisiert und erneut gepostet zu werden. Meine kleine Reloaded-Reihe setzt sich fort mit einem köstlichen, schnellen Reis-Eintopf mit Fisch und Meeresfrüchten nach südindischer Art. Danke, Jamie!

Mich begeistern schnell zuzubereitende Gerichte, die trotzdem Exotik und Würze in den Alltag bringen. Nach einem langen Arbeitstag sind sie perfekt, um abzuschalten, die Seele baumeln zu lassen und von fernen Ländern zu träumen. Dazu gehört der südindische Reis-Fisch-Eintopf, zu dem mich vor Jahren Jamie Oliver inspiriert hat. Zwischenzeitlich waren wir im südindischen Kerala und haben jetzt noch viel mehr Anlass, bei diesem herzhaften Eintopf ins Schwärmen zu geraten.

Da der Link im alten Beitrag aber nicht mehr funktioniert und ich ein bisschen was abgewandelt habe, teile ich meine Version heute noch mal, damit dieses köstliche, wärmende, exotische Gericht nicht in Vergessenheit gerät: Der südindische Reis-Fisch-Eintopf nach Jamie Oliver!

SüdintischerFischeintopf

Zutaten für zwei Personen als Hauptgericht mit kleinem Rest für den nächsten Tag:

3 EL Ghee

2 EL braune Senfsamen

10 frische Curryblätter (alternativ: getrocknete Blätter)

2 TL Cumin/Kreuzkümmel, frisch gemörsert

1 TL Garam Masala

1 TL Madras Curry

1 TL Chilipulver (scharf!)

2 TL Kurkuma

2 scharfe, rote Chilis (z.B. Vogelaugenchilis), fein gehackt

1 daumennagelgroßes Stück Ingwer, geschält und fein gehackt

1 Knoblauchzehe, geschält und fein gehackt

2 weiße Zwiebeln (mittelgroß), geschält und fein gehackt

1 Kaffeebecher (etwa 250ml) Basmati-Reis

500 ml Wasser oder Gemüsebrühe

500 gr festfleischiger Fisch, in mundgerechte Stücke geschnitten (wir hatten noch Seeteufelfilets, es kann aber auch ein günstigerer Fisch sein)

6 Shrimps, ohne Schale (ebenfalls aus dem Vorrat; Du kannst auch nur 2 verschiedene festfleischige, weiße Fischsorten nehmen)

150 ml Kokosmilch

Limettensaft

Salz

frisch gemahlener Pfeffer

Zubehör: Großer Topf oder etwas höhere Pfanne, mit Deckel

Zubereitungszeit: rund 45 Minuten

So geht’s:

Ghee im Topf erhitzen und darin die Senfkörner, Curryblätter, Kreuzkümmel, Garam Masala, Curry, Chilipulver und Kurkuma unter Rühren anbraten, bis intensives Aroma aufsteigt. Jetzt Chilis, Ingwer, Knoblauch und die Zwiebel hinzufügen und bei mittlerer Hitze sanft anschwitzen. Die Zwiebeln sollten schön glasig und weich sein. Dann den Reis einrühren und das Wasser bzw. die Brühe hinzugießen. Alles aufkochen lassen. Deckel schließen und bei kleiner Hitze etwa 15 Minuten sanft köcheln lassen. Fisch, Shrimps und Kokosmilch sowie etwas Salz hinzugeben, zum Köcheln bringen und bei wieder reduzierter Hitze und mit Deckel 10 Minuten garziehen lassen. Der Eintopf ist gut, sobald Fisch und Shrimps sowie der Reis gar sind. Abschließend mit Salz, Pfeffer und Limette abschmecken.

Wer mag, kann zum Servieren noch einige Korianderblätter hinzugeben.
Fertig ist in kurzer Zeit ein wärmender, exotischer Fischeintopf voller indischer Aromen, der sich herrlich in der kalten Jahreszeit macht. Mit etwas mehr Brühe oder Kokosmilch wird er “suppiger”, falls Du das lieber magst!
Guten Appetit!

Read Full Post »

Eines vorweg: Tartar oder Tatar? Beides findet sich auf deutschsprachigen Speisekarten, wobei es laut Duden Tatar heißt. Und auch die Tataren, die angeblich unter dem Sattel ihr Fleisch weich geritten haben, verzichten auf das erste “r”. Also: Tatatataaaa, ein Tatar! (Bei Lunchgate scheinen die Schweizer das gleiche Problem zu haben.)

Ob zur Begrüßung von Freunden nach langer Anreise, zum Wochenend-Einläuten am Freitagabend oder als kleiner Überbrücker vor der Hauptmahlzeit am Wochenende: Zum Begrüßungssekt oder zum Glas Wein reichen und nehmen wir gerne eine Kleinigkeit. Die soll keinen großen Aufwand machen und auch nicht so sättigen, dass danach das eigentliche Gericht nicht mehr genügend Aufmerksamkeit erhält. Eine kleine Grundlage ist – gerade in Verbindung mit Alkohol – immer ratsam, um mich bei Laune zu halten.

Kennst Du das auch? Bei mir sinkt pünktlich alle vier Stunden meine Laune, wenn ich nicht zumindest eine Kleinigkeit zu essen bekomme. Danach kann der bEdW die Uhr stellen. Nach vier Stunden werde ich nur wortkarg. Nach fünf Stunden fange ich an zu quängeln. Und spätestens nach sechs Stunden solltest Du mir lieber aus dem Weg gehen. Luxusprobleme, ich weiß! Dennoch sind kleine, leichte Häppchen äußerst hilfreich, um mich bei Laune zu halten. Und schmecken tun sie auch!

Thunfisch_Tartar

Zutaten für das asiatisch angehauchte Thunfisch Tatar für 4 Personen zum Aperitif:

250 gr Thunfisch-Steak (Sushi Qualität, da es roh verzehrt wird!), fein gewürfelt

1 TL gelbe Senfkörner

2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten (inkl. etwas Grün für die Optik)

1/2 TL Wasabipulver in 2 EL Wasser auflösen

1/2 TL schwarze Sesamkörner

etwas weißer Sesam

Menge je nach Gusto:

Leichte Soja-Sauce

Fischsauce

Sesamöl

Salz

Weißer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitungszeit: 15 min, plus etwas Zeit zum Ziehen

So geht’s:

Alle Zutaten bis auf den weißen Sesamt gut miteinander vermischen und im Kühlschrank etwa 20 min ziehen lassen.

Danach herausnehmen, noch mal gut umrühren und warten, bis das Tatar nicht mehr ganz so kalt ist. Dann den weißen Sesam hinzugeben und auf Crackern anrichten oder zu Baguette servieren.

Wer mag, kann noch etwas Schmand mit wenig (!) Wasabipulver vermengen und als Klecks auf das Tatar geben oder als Basis auf die Cracker streichen. Das gibt noch zusätzliche Frische.

Fertig ist ein kleiner Aperitif-Snack, der leicht und aromatisch die Zeit bis zum eigentlichen Essen überbrückt!

Dazu schmeckt ein trockener Riesling-Sekt, ein Unoaked Chardonnay oder auch ein milder Sauvignon Blanc.

Als Cracker nehmen wir gerne die dünnen, knusprigen italienischen Cracker, die nur etwas gesalzen sind. Es gibt sie in italienischen Feinkostläden oder Supermärkten. Tuc-Kekse und ähnliches sind meiner Meinung nach zu stark gesalzen. Natürlich kannst Du auch einfach einen schnellen, knusprigen Flammkuchen-Teig herstellen und abkühlen lassen.

(Falls Du Dich fragst, was hinten auf dem Foto zu sehen ist: Cracker, Frischkäse, Forellenkaviar und etwas Dill. Das geht noch schneller und ist köstlich zum Campari Sprizz!)

Guten Appetit!

Read Full Post »

Older Posts »

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 445 Followern an

%d Bloggern gefällt das: