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Archive for the ‘Fisch & Meeresfrüchte’ Category

Boah, was geht mir der Februar auf den Sack! Von klein auf sind der „Feb“ und ich in einer Hassliebe verbunden. Völlig ignorieren kann ich ihn nämlich nicht. Denn ich hab im Februar Geburtstag, ich Fisch! Apropos: Heute gibt’s lecker Friday Night Dinner Date mit Fisch, cremigem Spinat und pochiertem Ei. Geht doch!

Hast Du auch so einen Monat im Jahr, den Du hasst? Ich kann mich mit allen Monaten echt arrangieren. Aber der Februar, ey… Hier der Beweis:

März: Hurrah, es wird langsam alles grün und freundlich!

April: Spargelsaison startet und Ostern bringt Frankfurter Grie Soß und lecker Schokoeier!

Mai: Ständig Feiertage und super Wetter!

Juni: Der Sommer beginnt und ist noch nicht so heiß. Schön!

Juli: Die Tage sind nach Mittsommer wunderbar lang. Endlose Grillabende auf der Terrasse!

August: Sternschnuppen-Alarm, jede Menge Tomaten und das Wiesbadener Weinfest!

September: Es ist nicht mehr zu heiß, aber noch schön warm.

Oktober: Goldener Herbst, bunte Blätter und lecker Gemüse zum Ernten. Und Wein.

November: Jetzt wird’s kuschelig, die Zugvögel verlassen das Land.

Dezember: Weihnachten! Silvester! Es wird gefeiert und geschlemmt, Baby!

Januar: Frisch auf in’s neue Jahr. Pläne machen!

Februar: ….

Überzeugt? February sucks!

Vielleicht sehen Karneval- und Faschings-Fans das anders. Aber ich fand als Kind schon blöd, dass man nie raus konnte, weil alles nass und dunkel war. Keiner hatte mehr Lust auf das Drinnenhocken, weil der Winter schon EWIG dauert. Was habe ich Mai- oder September-Kinder beneidet mit ihren Gartenfesten und Lampions und Grillwürsten. Bei mir gab es immer Kreppel (= Berliner) zum Kaffee, weil ja Fasching war. Toll!

Als wir dann an meinem 30. Geburtstag dem entfliehen wollten, war da nix mit Mandelblüte auf Mallorca. Nein, es war der kälteste Februar seit Wetteraufzeichnung. Herzlichen Dank auch. (Dafür gab’s den Heiratsantrag vom bEdW. Ok, das hat mich schon sehr versöhnt *herzchenindenaugen*)

Am Wochenende rund um meinen 40. Geburtstag waren wir dann in Rom.

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Bei 20 Grad hatten wir am Tag vorher und am Tag danach Campari Sprizz am Campo di Fiori in schönstem Sonnenschein. An meinem Geburtstag selbst haben wir den Regentag (!) genutzt, um die Sixtinische Kapelle anzuschauen. Typisch, oder? An diesem Wochenende fing der Plan an zu reifen mich selbstständig zu machen. Ok, auch das hat mich ein bisschen versöhnt mit dem Februar. Vielleicht wird das doch noch was mit dem ollen Feb und mir…

Also gibt’s zur Feier von Wassermännern und Fischen heute Fisch! (Um mal wieder auf’s Essen zurückzukommen!)

Ein köstliches Essen, das fast ein bisschen an den Kindheitsklassiker Rahmspinat mit Fischstäbchen und Spiegelei erinnert, kam neulich auf unseren Tisch:

Geräucherte Forelle mit cremigem Blattspinat und pochiertem Ei! 

Rahmspinat pochiertes Ei Kabeljau Foodblog German Abendbrot

Zutaten für zwei Personen:

2 geräucherte Forellenfilets

300 gr gewaschener, fein gehackter Blattspinat

2 frische Eier

4 festkochende Kartoffeln, geschält

Salz

schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Muskat

1 Lorbeerblatt

300 ml Milch

1/2 weiße Zwiebel (geschält aber nicht gehackt)

25 gr Butter

25 Mehl

1 EL Weißweinessig

Zubehör: 1 Topf für die Kartoffeln, 1 Topf für den Rahmspinat, 1 Topf für die Béchamelsauce,  Schneebesen, 2 kleine Schälchen oder Suppenkelle für die Eier, 1 Topf für die pochierten Eier

Zubereitungszeit: 30 min zzgl. dem Bewältigen des Küchen-Chaos hinterher…

So geht’s:

Kartoffeln aufsetzen und gar kochen.

Backofen auf etwa 60 Grad erhitzen. Die Forellenfilets auf einen Teller legen und leicht im Backofen erwärmen. Idealerweise auch die Servierteller schon vorwärmen.

Spinat waschen, hacken und noch nass in einen Topf geben. Darin einige Minuten bei mittlerer Hitze dämpfen, bis er zusammengefallen ist.

Milch in einen Topf geben, Lorbeer, die halbe Zwiebel, Pfeffer und Muskat dazugeben und einmal aufkochen lassen. Lorbeerblatt und Zwiebel herausnehmen und bei mittlerer Hitze Mehl und Butter mit dem Schneebesen zu einer glatten Béchamel verrühren. Ist sie zu dünn: Etwas einköcheln lassen. Ist sie zu dick: Noch etwas Milch unterrühren.

Jetzt die Béchamel über den Spinat im Topf gießen, gut vermischen, etwas salzen und und lediglich etwas warm halten.

Zum Schluss die Eier pochieren. Dafür bringe ich  1 l Wasser zum Kochen und gebe 1 EL Weißweinessig hinein. Dann schlage ich je ein Ei in eine kleine Schale oder Suppenkelle. Mit einem Kochlöffel rühre ich jetzt einen Strudel ins Wasser und reduziere die Hitze so, dass das Wasser nur noch siedet. Dann lasse ich das Ei hineingleiten. Nach etwa 2-3 Minuten ist das Ei wunderbar soft und heiß. Beim zweiten Ei genauso verfahren. (Eine ebenfalls gelingsichere Zubereitungsmethode findest Du bei Robert)

Jetzt die Forellenfilets aus dem Backofen nehmen und zusammen mit den Kartoffeln, dem Spinat und dem pochierten Ei servieren.

Fertig ist ein köstliches, sehr softes und verwöhnendes Gericht, mit dem Du dem Februar eine lange Nase drehst!

(Und am besten schaust Du jetzt nicht, wie sich das benutzte Geschirr in der Küche stapelt. Der Genuss ist es wert!)

Schönes Wochenende!

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Hereinspaziert und Platz genommen für das erste Friday Night Dinner Date im neuen Jahr. Kennste nich? Jeden Freitag stelle ich im Blog Rezepte für 2 Personen vor, deren Zutaten schnell besorgt sind und die in unter 30 Minuten auf den Tisch kommen. Damit Du mit Deinem/Deiner Liebsten, der besten Freundin oder einem anderen lieben Gast entspannt ins Wochenende grooven kannst. Heute gibt es Spaghetti mit hausgemachtem Tomatensugo und Calamaretti!

Mein Speisekammer-Detox-Projekt hat Zutaten zutage gefördert, die ich fast vergessen hatte. So schlummerten einige winzig kleine Tintenfischchen im Tiefkühlfach. Und im Regal standen mehrere Gläser unserer im Sommer eingekochten Tomatensauce. Naja, und Pasta haben wir ohnehin in rauhen Mengen in der Vorratskammer…

Pasta Spaghettini Tomatensugo Calamaretti hausgemacht Rezept Foodblog German Abendbrot

Mehr braucht es nicht, um mich glücklich zu machen. Ehrlich! Das Tomatensugo hat so sehr nach Sommer, Sonne und aromatischen Tomaten vom Markt geschmeckt – Hammer! Aber keine Sorge, falls Du keine Sauce eingekocht hast: Mit einer Dose gestückelter Tomaten, einer angeschwitzten Zwiebel, Olivenöl, Salz, einer Prise Zucker und etwas Pfeffer oder Chili bekommst Du ebenfalls eine gute Pasta-Grundlage hin. Das Rezept für ein sehr herzhaftes Sugo, das auch als Basis für die Pizza dient, findest Du beispielsweise hier.

Die kleinen Calamari bekommst Du beim Fischhändler oder tiefgefroren in vielen Supermärkten. Du kannst sie vielfältig einsetzen – auch für asiatische Wok-Gerichte oder Curries. Köstlich schmecken Sie auch als Crostini:

Dazu in der Pfanne etwas Olivenöl erhitzen, die aufgetauten Calamaretti anbraten, mit Zitronenzesten würzen und auf geröstetem Weißbrot mit etwas weißem Bohnenmus servieren.

Aber hier jetzt erstmal das Rezept für 2 Personen für Spaghetti mit Tomatensugo und Calamaretti. Zutaten:

250 gr Spaghetti oder Spaghettini

400ml Tomatensugo (oder – wie oben beschrieben – schnell gemachte Tomatensauce mit stückigen Tomaten aus der Dose!)

eine Handvoll Calamaretti

etwas Petersilie, gehackt

optional: 1 kleine Chilischote, gehackt

Olivenöl

Salz

Pfeffer

einige Spritzer Zitronensaft und/oder Zitronenabrieb

Zubehör: Pasta-Topf, Sieb zum Abschütten, große Pfanne oder breiter Topf, kleine Pfanne

Zubereitungszeit: 20 min; wenn Du erst noch Sauce kochst, etwa 30 min

So geht’s:

Pasta-Topf mit Wasser und etwas Salz aufsetzen und zum Kochen bringen. Pasta darin nach Packungsanweisung gar kochen.

Das Sugo in der großen Pfanne oder dem Topf ebenfalls erhitzen bzw. Tomatensauce zubereiten.

Etwas Olivenöl in der kleinen Pfanne erhitzen und – sobald die Nudeln fast gar sind! – die Calamaretti scharf anbraten. Das geht blitzschnell, also unbedingt dabei bleiben!

Mit etwas Salz, Pfeffer und Zitronenabrieb oder einigen Spritzern Saft sowie (optional) mit der gehackten Chilischote würzen. Fertig! Zur Seite stellen…

(Natürlich kannst Du auch die Calamaretti in der Tomatensauce mitgaren lassen. Die leichten Röstaromen und die Würze gefallen mir persönlich aber besser! Do as you like…)

Pasta abschütten und zurück in den Nudeltopf geben. Tomatensauce hinzufügen und gut vermischen. Auf Tellern anrichten und die Calamaretti sowie die gehackte Petersilie darübergeben. Fertig!

Schneller kann man sich kaum an die italienische Küste beamen an einem eisigen Januar-Abend, oder?

Guten Appetit und schönes Wochenende. Vielleicht hast Du ja auch Lust bekommen, etwas aus Deinen Vorräten zu kochen?

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Einmal noch kurz melde ich mich, weil ich Dir noch 3 Dinge mitgeben will, bevor das neue Jahr beginnt:

Iss mehr Cocktailsauce! Egal ob zum Shrimps-Salat, zu Gemüsesticks oder zum Fleischfondue: Die Zugriffszahlen belegen einmal mehr, dass vor Silvester ein großer Bedarf an einem gelingsicheren Rezept für Cocktailsauce zu herrschen scheint. Deshalb ein gentle Reminder, wie Du schnell und günstig eine schöne Cocktailsauce fabrizierst, nach der sich alle Gäste die Finger lecken. Wörtlich gemeint. Bitteschön, hier entlang!

Cocktailsauce Blog Foodblog German Abendbrot

Hab‘ spätestens an Neujahr einen ordentlichen Pott Suppe aufm Herd! Denn es könnte ja sein, dass Du an Neujahr nicht in der Lage bist zu kochen oder überhaupt vor die Tür zu gehen. Besonders köstlich (aber etwas zeitaufwendig) ist das Winter Chili nach Jamie Oliver mit viel Fleisch und Hülsenfrüchten. Erweckt Tote! Und genau das braucht man ja manchmal am 1. Januar…

Winter Chili Jamie Oliver German Abendbrot

Lass‘ die Korken knallen! Zum Beispiel mit hervorragenden Winzersekten aus Deiner Region oder einem benachbarten Anbaugebiet. Denn es muss nun wirklich nicht immer Champagner sein. Winzersekte schonen den Geldbeutel, machen Spaß und unterstützen den Winzer vor Ort. Ein paar Einkaufstipps für Winzer-Sekt findest Du hier. Und falls es doch Champagner sein soll, dann lass Dich beraten. Zum Beispiel bei Champagne Characters in München.

Jetzt aber: Happy New Year und rutsch‘ gut rüber!

Ich freue mich auf 2017!

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Es gibt kaum ein Gericht, das schneller auf den Tisch kommt als gedämpfte Miesmuscheln. Neben der französischen Variante und der rheinischen Art will ich Dich heute nach Schottland entführen für Miesmuscheln mit Whisky und Sahne!

Wer bei Whisky und Sahne sofort an pappigen, irischen Likör denkt, verpasst etwas! Denn die schottischen Miesmuscheln sind ein köstliches Wintergericht, das eine ganz spezielle Note an die hübschen Muscheln bringt.

Muscheln Miesmuscheln Whisky Sahne German Abendbrot Foodblog

Als wir neulich mit unserem Besuch bei rheinischen Muscheln zusammensaßen, hatten wir vorher etwa 1 kg abgezwackt, um die schottische Variante auszuprobieren. Wir waren alle etwas skeptisch und hinterher absolut positiv überrascht. Es muss also nicht immer Weißwein sein!

Wichtig ist ein milder, nicht zu torfiger Whisky aus Schottland (oder Whiskey aus Irland), der sein Aroma mitbringt, aber die Muscheln nicht erschlägt! Wir haben einen Schluck eines 12jährigen Glen Elgin verwendet, der sehr mild und nussig schmeckt. Aber auch ein irischer Jameson, der gute alte Dimple oder ein junger Laphroig könnten gut passen.

Mittlerweile gibt es in vielen Getränkeabteilungen auch kleine Whisky-Fläschchen, die prima zum Backen oder Kochen geeignet sind, falls Du keine komplette Whisky-Flasche kaufen magst.

Aber die Anschaffung eines guten Whiskys lohnt sich meiner Meinung nach. Und falls Du ihn nicht zum Trinken oder Mixen verwenden willst: Ein paar Whisky-Rezepte findest Du bei mir im Blog jedenfalls hier.

Aber zurück zu unseren schottischen Miesmuscheln:

Zutaten für schottische Miesmuscheln in Whisky und Sahne für 2 Personen:

2 kg Miesmuscheln

250 ml süße Sahne

8 cl Whisky

1-2 mittelgroße Karotten, geschrubbt und fein gewürfelt

je 2 EL von fein gewürfeltem Lauch, weißer Zwiebel, Sellerieknolle

(Alternativ: fertig geschnippeltes TK-Suppengrün und davon etwa 6 EL)

Rapsöl oder anderes neutrales Pflanzenöl

Optional: Etwas gehackte glatte Petersilie

Dazu: Weißbrot zum Stippen

Zubehör: Großer Topf mit Deckel

Zubereitungszeit: Reine Vorbereitungs- und Kochzeit etwa 20 min (nur 10 min, wenn das Schnippeln entfällt), etwa 15 min zum Durchschauen und Säubern der Muscheln

So geht’s:

Zuerst lässt Du kaltes Wasser in die Spüle laufen und gibst Deine Miesmuscheln hinein. Jetzt untersuchst Du sie penibelst! Das heißt: Muscheln mit kaputter Schale unbedingt sofort aussoriteren. Auch offene Muscheln, die sich nicht schließen, sobald Du sie anstippst oder zusammendrückst, sofort raus!

Etwas Öl in Deinem großen Muscheltopf erhitzen und das Gemüse darin anschwitzen. Whisky hinzugeben und einmal kurz aufkochen lassen.

Alle fest verschlossenen Muscheln in den Topf geben und bei geschlossenem Deckel und bei gelegentlichem Umrühren etwa 10 min garen. Die Muscheln trocknen aber in ihrem Dampf nicht aus oder übergaren nicht. Solange Du den Deckel zu lässt, kannst Du sie auch warm halten und etwas später essen. Sie bleiben heiß und zart.

Zum Schluss die Hitze reduzieren und die Sahne unterrühren. Sie sollte nicht noch mal aufkochen, aber natürlich richtig heiß werden.

Salz und Pfeffer brauchst Du übrigens nicht! Die Meeresbewohner bringen etwas Salz im Geschmack mit und statt Pfeffer hast Du das köstliche Whisky-Aroma. Die fette Sahne hebt alle Komponenten noch. Köstlich!

Zum Servieren mit einer großen Suppenkelle Muscheln und Sud portionsweise auf tiefe Teller geben. Dazu einen tiefen Teller oder eine große Schüssel für die Schalen bereitstellen.

Mit Petersilie garniert zum Weißbrot servieren!

ACHTUNG: Muscheln, die nach dem Garen noch zu sind, bitte aussortieren!
(Mach‘ hier bitte keine Experimente. Muscheln können Dir wirklich übel aufstoßen (und nicht nur das!), wenn sie nicht einwandfrei sind. 1 kg pro Person reicht auch mit aussortierten Muscheln locker!)

Falls Du und Deine Gäste Muscheln und Sud übrig lassen, löse das Muschelfleisch einfach aus und friere alles zusammen ein. Das gibt eine herrliche Muschelsuppe oder – etwas eingekocht – eine köstliche Pastasauce!

Ein richtiges Muschelfest gibt es, wenn Du viele Freunde einlädst und kleinere Portionen mit verschiedenen Varianten anbietest. Dann kann jeder beim Schnippel helfen (die Basis Zwiebeln, Karotten, Lauch, Sellerie brauchst Du ja fast immer…) und hinterher seine Lieblingsvariante selbst herausfinden!

Aber auch zu zweit hast Du mit den köstlichen schottischen Miesmuscheln ein cremig-feines Abendessen, das Lust auf die Planung für den nächsten Seeurlaub macht. Vielleicht geht’s ja nach Schottland?

Guten Appetit und schönes Wochenende!

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Heute: Vom Glück mit einem Düsseldorfer verheiratet zu sein. Denn Dank des besten Ehemannes der Welt habe ich schon viele Köstlichkeiten wie Mostert und natürlich Altbier kennengelernt. Und wunderbare Menschen! Zwei davon waren zu Gast und haben mit uns Muscheln rheinische Art zubereitet.

Als kleines Mädchen in endlos erscheinenden Sommern an der französischen Atlantikküste habe ich mein Herz verloren an alles, was aus dem Meer kommt: Fisch, Langusten, Muscheln, Austern, Wassermänner, Meerjungfrauen… Vor Hitze knisternde Pinienbäume, salzige Meeresluft und der Duft gegrillter Meeresbewohner sind für mich untrennbar mit meiner frühen Kindheit verbunden. Noch heute können mir Berge gestohlen bleiben, wenn ich an’s Meer kann!

Wunderbar blau-schwarz schimmernde Miesmuscheln aus dem Topf, die so herrlich klackern, wenn man an ihm rüttelt, haben mich immer besonders fasziniert: Erst fest verschlossen, öffnen sie sich bei Hitze und geben ihr strahlend gelbes Fleisch (und manchmal einen minikleinen Krebs!) preis. Der Sud schmeckt nach Meer, Kräutern und Gemüse und lässt sich so wunderbar mit frischem Baguette aufstippen. Kannst Du die Muscheln auch schon riechen?

Bisher kannte ich also die französische Variante mit Knoblauch, Rosmarin, ein paar Tomaten und – natürlich! – französischem Weißwein! Das Rezept meiner Mutter für Miesmuscheln sowie für eine ei-freie Aioli habe ich hier schon mal verbloggt.

Aber mein Herz ist groß und weit und hat jede Menge Platz für andere wunderbare Flecken der Erde und ihre Menschen. Deswegen wohnt da drin auch ganz viel Düsseldorf mit seinem dunklen, herben Bier, den herzlich-hemdsärmeligen Menschen, diesem weichen Zungenschlag, der aus Gemüse „Jemöös“ macht und aus einem Pfirsich „ne Plüschprumm“, tuckernden Rheinschiffen und seiner bodenständigen Küche.

Entgegen meiner Annahme, dass die Rheinbewohner von ihren holländischen Nachbarn und weitgereisten Rheinschiffern mit den Miesmuscheln angefixt wurden, haben scheinbar Napoleons Truppen die Muschel an den Rhein gebracht. Wer weiß? Vielleicht stimmt beides ein bisschen…

Und wie schön, wenn zwei Lieben miteinander vereinbar sind: Muscheln UND das Rheinland! Als liebe Düsseldorfer Freunde zu Besuch waren, gab es deshalb auch Muscheln rheinische Art:

Muscheln Miesmuscheln rheinische Art Foodblog German Abendbrot

Zutaten für Muscheln rheinische Art für 4 Personen:

4kg Miesmuscheln (also etwa 1kg pro Person)

4 Karotten

1 mittelgroße Stange Lauch, in feine Streifen geschnitten

etwa 4 EL fein gehackter Sellerie von der Knolle

4 weiße Zwiebeln, geschält und fein gehackt

4 Knoblauchzehen, geschält und fein gehackt

etwa 300ml trockener Weißwein, z.B. ein Riesling aus dem Rheingau 😉

schwarzer Pfeffer aus der Mühle

2 EL Rapsöl oder anderes neutrales Pflanzenöl

Dazu: Petersilie, frisch gehackt, dunkles Brot oder Pumpernickel, ordentlich gute Butter!

Zubehör: großer Topf mit Deckel, große Suppenkelle

Zubereitungszeit: 15min Kochzeit für das Gemüse und die Muscheln, 15min Vorbereitung und etwas Zeit, um die Muscheln ordentlich zu belesen und zu putzen!

So geht’s:

Das Öl in dem großen Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin anschwitzen. Sellerie, Karotten und Lauch hinzugeben. Ordentlich pfeffern! Weißwein hinzugeben und zum Kochen bringen.

In der Zwischenzeit kaltes Wasser in die Spüle laufen lassen, die Muscheln hineingeben und penibelst untersuchen: Beschädigte Muscheln unbedingt sofort aussoriteren. Auch offene Muscheln, die sich nicht schließen, sobald Du sie anstippst oder zusammendrückst, sofort raus!

Alle fest verschlossenen Muscheln in den Topf geben und bei geschlossenem Deckel und unter gelegentlichem Umrühren oder Schütteln mindestens 10min garen. Bei geschlossenem Deckel bleiben die Muscheln aber auch länger heiß und zart.

Zum Servieren mit einer großen Suppenkelle Muscheln und Sud portionsweise auf tiefe Teller geben. Dazu einen tiefen Teller oder eine große Schüssel für die Schalen bereitstellen.

Mit Petersilie garniert und zu gebuttertem Schwarzbrot servieren!

ACHTUNG: Muscheln, die nach dem Garen noch zu sind, bitte aussortieren!
(Mach‘ hier bitte keine Experimente. Muscheln können Dir wirklich übel aufstoßen (und nicht nur das!), wenn sie nicht einwandfrei sind. 1kg pro Person reicht auch mit aussortierten Muscheln locker!)

Zu unseren Muscheln haben wir natürlich Düsseldorfer Altbier aus einem kleinen 5l-Fässchen getrunken. Solche Mitbringsel sind uns immer die liebsten!

Und falls Du noch Muscheln und Sud übrig hast: Löse einfach das Fleisch aus und friere alles zusammen ein. Das gibt – gestreckt mit etwas Brühe oder Weißwein – eine herrliche Muschelsuppe oder – etwas eingekocht – eine köstliche Pastasauce!

Guten Appetit!

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Es kann und darf gerne exotisch zugehen in meiner Küche. Manchmal begeistere ich mich aber auch für die Klassiker der heimischen Küche:  Frische Matjes mit einer Sauce nach Hausfrauenart und dazu neue Kartoffeln!

Was haben Müllerinnen, Jäger, Bierkutscher, Braumeister und Hausfrauen gemeinsam? Richtig: Sie alle stehen Pate für Zubereitungsarten.

Während „Jägersauce“ bei uns oft eine Zubereitung mit Pilzen bedeutet, steht das italienische „Cacciatore“ eher für das vom Jäger geschossene Wildgeflügel wie Fasan oder Rebhuhn. Die Bierkutscher mögen’s gerne deftig und mit einem Schuss Bier, was auch für die Braumeister gilt. Die Forelle kommt blau (sanft in Salzwasser gegart) oder eben nach Art der Müllerin daher (gebraten und mit brauner Mandelbutter serviert). Die Küche kennt noch viele weitere Garnitur-Varianten von A wie Admiral bis Z bis (zum politisch unkorrekten) Zigeuner.  Eine hübsche, nicht vollständige Liste bietet natürlich die Wikipedia.

Aber was ist eigentlich mit der Hausfrau?

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Sind nicht alle Gerichte, sofern sie nicht von Profi-Küchen zubereitet wurden, irgendwann mal in der Küche der Hausfrau entstanden? War die Müllerin nicht auch Hausfrau? Hat der Jäger sein Schnitzel selbst mit Pilzsauce zubereitet oder das der Jägersfrau überlassen? Und was ist mit den modernen Berufen: Wie sähe etwa eine Dorade a la PR-Beraterin oder eine Rumpsteak nach Art des Journalisten aus?

Der Verdacht liegt nahe, dass die Hausfrau für eine einfache Alltagsküche steht. Vielleicht auch für geschickte Resteverwertung? Jedenfalls konnte mir auch die kluge Astrid nicht weiterhelfen, auf deren Rezept für Matjes Hausfrauenart ich bei meiner Recherche gestoßen bin…

Aber genug der Theorie: Lass uns essen!

Jetzt ist Matjes-Saison und schräg gegenüber gibt es einen Fischladen. Noch Fragen? Matjes Hausfrauenart ist ein so herrlich unkompliziertes Gericht, das wenig Vorbereitung benötigt, nicht die Welt kostet und auch am nächsten Tag noch schmeckt. Viele Rezepte sagen, man solle den Matjes in der Sauce einige Stunden oder einen Tag ziehen lassen. Kann man, muss man aber nicht machen. Ich mag es frisch und ohne lange Wartezeit!

Vielleicht ist auch deshalb diese Matjes-Variante eine, die ich ungerne im Restaurant esse: Zu mayonnaisig, zu undefinierbar, zu sehr „verstecken wir’s doch im Matjes Hausfrauenart!“ You know what I mean?

Und was dazu?

Köstlich zum Matjes sind neue Kartoffeln (z.B. Annabelle von unserem Lieblingsstand auf dem Wochenmarkt), kleine Gewürzgürkchen und etwas Dill:

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Zutaten für zwei Personen als Hauptgericht:

4 einzelne Majtes-Filets (oder 2 Doppelte)

1 Filet für die Sauce

250 gr Naturjoghurt, 3,5%

250 gr saure Sahne

2-4 EL süße Sahne (alternativ: Milch)

1 frischer, säuerlicher Apfel (z.B. Granny Smith)

3 kleine Schalotten

1/2 weiße Zwiebel

2 EL Apfelessig

Salz

Weißer Pfeffer aus der Mühle

Muskat

Zum Garnieren: Etwas Dill, kleine Gewürzgurken

Für die Kartoffeln: Etwas Butter, optional: Prise brauner Zucker

Zubehör: Große Schüssel, scharfes Messer, Kochtopf und Pfanne für die Kartoffeln

Zubereitungszeit: 20min, plus Zeit zum Ziehenlassen (wenn gewünscht)

So geht’s:

Das kleine Doppelfilet in ca 2 cm große Stücke schneiden. Den Apfel waschen und in Würfelchen schneiden. Schalotten in Ringe schneiden und kurz in kochendem Wasser blanchieren. Herausnehmen und Abtropfen lassen. Die halbe Zwiebel ebenfalls in feine Ringe schneiden. Alles in eine große Schüssel geben. Mit Joghurt und saurer Sahne vermischen. Damit die Sauce etwas homogener wird, die süße Sahne unterrühren. Nun mit Salz und Pfeffer, etwas Muskat und dem Apfelessig würzen und abschmecken. Achtung: Je salziger der kleingeschnittene Matjes, desto vorsichtiger mit dem Salz hantieren!

Die Sauce kalt stellen und ziehen lassen. Sie wird immer intensiver! (Wir haben ja ein kleines Filet in die Sauce geschnitten. Wenn Du das nicht machst, ist die Sauce natürlich viel milder!)

Jetzt die nur sauber geschrubbten Kartoffeln kochen und anschließend in der Pfanne mit etwas Butter und einer Prise Zucker anbraten. Zu den leicht gesüßten Kartoffeln hat mich Astrids Rezept inspiriert. Mir waren sie aber fast einen Ticken zu süß. Köstlich und mild sind die neuen Kartoffeln auch so. Wer mag, kann also auch Salzkartoffeln oder klassische Pellkartoffeln zum Matjes servieren.

Dazu haben wir ein eiskaltes norddeutsches Pils getrunken – und hinterher hätten wir sonstwas gegeben für einen Schnaps aus einer auf Eis liegenden Flasche Aquavit! Eben wie man sie im Norden bekommt. Denn der Fisch und die Sauce sind mächtig und kein leichtes „Komm, wir essen mal etwas Fisch für die schlanke Line“-Gericht!

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Matjes Hausfrauenart ist für mich ein köstliches Traditionsgericht!

Was ist für Dich ein typischer Klassiker der deutschen Küche?

(Als nächstes steht bei mir Labskaus auf meiner langen „Was ich unbedingt mal machen will“-Liste!)

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Los, los! In drei Wochen ist die Spargelsaison schon wieder vorbei! Aber braune Butter, Schinken und Kartoffeln locken Dich nicht mehr? Dann probier‘ doch mal Nordseekrabben, Wachteleier und ein fruchtiges Dressing!

Machst Du vielleicht gerade Urlaub an der Nordsee? Oder kennst einen lieben Menschen, der Dir eine Handvoll Krabben als Souvenir mitbringt? Möglicherweise lebst Du beneidenswerter Mensch aber auch einfach im Norden und kannst Nordseekrabben verwenden wie wir hier Handkäs? Glückwunsch! Falls nicht, ersetzt Du die Krabben einfach mit gekochtem Schinken oder etwas leicht geräuchertem Fisch!

In jedem Fall machen Krabben, Wachteleier, Kartoffeln und ein fruchtiges, sämiges Dressing meinen Spargelsalat zu einem köstlichen Friday Night Dinner Date, der Dich den Alltag vergessen lässt. Denn der Clou ist das Dressing, das weich und cremig aber auch sehr aromatisch ist. Da lässt Du jede Hollandaise stehen!

Spargelsalat

Zutaten für 2 Personen als Hauptgericht:

4 Wachteleier, hart gekocht

(1/2 Ei für das Dressing)

4 festkochende, mittelgroße Kartoffeln, geschält und gekocht

(1/4 Kartoffel für das Dressing)

80 gr Nordseekrabben, gepult

500 gr weißer Spargel, geschält und bissfest gekocht

Dressing:

1 hartgekochtes Hühnerei

1 Sardelle

1 TL gesalzene Kapern

1 Spritzer Zitronensaft

2 EL Weißweinessig

1/2 TL Orangenmarmelade

1/2 TL mittelscharfer Senf

Prise Zucker

schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen

etwa 50 ml mildes Olivenöl

4 EL Gemüsebrühe

(und die 1/2 Kartoffel sowie das 1/2 Wachtelei)

Zubehör: Stabmixer, hohes Gefäß

Zubereitungszeit: ca. 30 min

So geht’s:

Kartoffeln, Eier und Spargel vorbereiten und kochen. Eier schälen und halbieren. Die Zutaten müssen nicht mehr heiß, können aber gerne noch lauwarm sein. Ganz kalt schmeckt der Salat auch. Ich mag ihn aber gerne mit einer kleinen „Restwärme“.

Für das Dressing Sardelle, Essig, Kapern, Senf, Gemüsebrühe und Orangenmarmelade in ein hohes Gefäß geben und pürieren. Jetzt ist das Dressing vermutlich recht wässrig. Also das Stückchen Kartoffel und das 1/2 Ei ebenfalls mitpürieren. (Falls es jetzt zu dick ist, gib einfach noch etwas Brühe oder Wasser dran). Mit Zitronensaft und Pfeffer, eventuell etwas Salz abschmecken. Jetzt den Stabmixer in das Gefäß halten, anschalten und das Olivenöl langsam hinzugeben. Dadurch emulgiert das Dressing und wird schön sämig.

Kartoffeln und Spargel in Stücke schneiden und vermischen. Auf einer großen Platte einen Spiegel aus einem Teil des Dressings anrichten. Kartoffel-Spargel-Mischung daraufgeben und wieder etwas Dressing darüberträufeln. Krabben (oder Schinken) und Wachteleier-Hälften auf den Salat drapieren und mit dem Rest des Dressings garnieren.

Wer mag, kann noch etwas frischgemahlenen Pfeffer oder etwas fein gehackte Kräuter (z.B. Dill oder milde Petersilie) darüberstreuen. Dazu passt leicht getoastetes Weißbrot.

Das sämige, würzige Dressing ist auch ein köstlicher Dip zu Gegrilltem. Mach‘ also ruhig ausreichend davon!

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