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Archive for the ‘Hessen’ Category

Egal, wie Du sie nennst: Die Frikadelle ist die schönste Delle, die man haben kann! Beule im Auto oder Unebenheiten am Oberschenkel? Wurschtegal, wenn man nur ein lecker Frikadellchen hat! Besonders köstlich auf ganz klassische Art zu einem schlotzigen Kartoffelsalat!

Ach, Kinners, nee, wat härrlisch ist dieser Sommer! Ja, 36 Grad sind in einer Dachgeschosswohnung nicht immer spaßig. Aber ich hab’ ja frei-hei! Hab ich klasse hinbekommen! Denn ich kann den ganzen Tag in kurzen Hosen herumlaufenliegen,

mittags zur Abkühlung in den Rhein hüpfen,

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die durstige Hausherrin durstigen Blumen gießen,

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abends den Kochlöffel schwingen

Frikadellen

und die Kühle der Nacht auf unserer Terrasse genießen.

Ist mir doch egal, wann ich ins Bett gehe. Der Wecker klingelt seit Wochen nicht…

Seit Anfang Juni genieße ich mein #summersabbatical. Und dass Petrus mir dermaßen die neue Freiheit versüßt, rechne ich ihm hoch an. All die leer gegessenen Teller der letzten Jahre haben uns wohl zu BFFs* gemacht! (*best friends forever).

Der Babo weiß halt, wie’s läuft, gell?

Kochtechnisch darf’s dieser Tage gerne leicht und kühl sein. Stundenlang den Backofen anzumachen verbietet sich von selbst und der Ventilator verbraucht schon genug Strom.

Also schnell Kartoffeln kochen (und aus der Küche rausgehen!), abkühlen lassen, Kartoffelsalat zubereiten und durchziehen lassen.

Dann die Frikadellen zubereiten (reicht für etwa 10 Frikadellen, schmecken warm und kalt!):

500 gr Rinderhack (gerne vom Kamm, schmeckt besonders aromatisch!)

1 Zwiebel, fein gehackt

1 EL Senf

1 Ei (M)

1 EL Quark

1,5 harte weiße Brötchen

Salz

frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

je 1 gestrichener TL Paprika edelsüß und rosenschaft

3 EL Semmelbrösel

Butter zum Anbraten

Zubereitungszeit: 30 min

Zubehör: große beschichtete Pfanne, Rührschüssel, Männerhände

So geht’s:

Zwiebeln in der Pfanne andünsten, bis sie schön weich sind. Abkühlen lassen. Jetzt alle Zutaten vermischen und durchkneten lassen. (Macht idealerweise der bEdW oder ein anderer verfügbarer Mann mit großen Händen. Du sitzt währendessen mit einem kühlen Getränk dabei und guckst ihm bei der Arbeit zu!)

Die Butter in der Pfanne erhitzen und ein kleines Testbällchen braten. Schmeckt es Dir? Oder musst Du die Masse noch mal nachwürzen? Dazu wäre jetzt noch Gelegenheit!

Fleischmasse zu Frikadellen der Wunschgröße formen und leicht in den Semmelbröseln wenden.

Frikadellen nacheinander anbraten und zur Seite stellen. Lauwarm mit dem Kartoffelsalat oder am nächsten Tag kalt genießen!

Schon hast Du ein Essen für die nächsten 2-3 Tage, einen hausgemachten Lunch oder Zutaten für’s Picknick. Wir wollen uns diesen Sommer doch nicht unnötig abarbeiten, oder?

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Was ist typisch für den Frühling? fragt Kebo Homing in diesem Monat. Wie könnte ich diese Frage anders beantworten als mit Frankfurter Grie Soß? Jener grünen Soße, dem Nationalgericht aller Hessen, der von Goethes Mutter nicht wirklich erfundenen frühlingshaften Köstlichkeit?

Kein Jahr ohne Grie Soß beim German Abendbrot. Das Original-Rezept war eines der allerersten im Blog. Und mit der Grund überhaupt mit dem Bloggen anzufangen. Denn immer wieder hörte ich – damals noch in München – die Frage: “Was, zur Hölle, IST das eigentlich?” und “Wie soll das denn schmecken?”. Aufklärung tat not!

Wann immer wir unseren Münchner Freunden die Grie Soß servierten, waren sie begeistert: Ob klassisch mit Tafelspitz, zur Spargelsaison mit Roastbeef und Salzkartoffeln oder vegetarisch mit Bratkartoffeln und halben hartgekochten Eiern.

Grie Soß

Hier noch mal die Zutaten (für 2 Personen als Hauptgericht) und die Zubereitungsanleitung:

2 hartgekochte Eier Größe M (bei mehr Personen: Immer 1 Ei weniger als Leute)

Je ein Bund glatte Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Pimpinelle

Einige Blätter Sauerampfer, Borretsch

(Am Anfang des Frühjahrs sind nicht immer alle Kräuter erhältlich. Dann dürft Ihr sie weglassen oder das Mengenverhältnis ändern. Hauptsache, Ihr macht keinen Dill rein!)

1 Becher (125 gr) 3,5% Joghurt (Kauft lieber etwas mehr, damit Ihr je nach Konsistenz noch mehr dazugeben könnt!)

1 Becher (125 gr) Saure Sahne

2-3 EL Essig (Wein-Branntwein-Essig, den ganz einfachen!)

2 EL Pflanzenöl (Raps, Sonnenblume…)

1 EL mittelscharfer Senf (z.B. ABB Mostert aus Düsseldorf)

Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zubehör: Große Schüssel, Pürierstab. (Puristen hacken die Kräuter von Hand, aber das muss nicht sein.)

Zubereitungszeit: 30min plus ggf. Zeit zum Durchziehen.

Pimpinelle-Blättchen von den Stengeln zupfen, da diese sehr hart sind. Restliche Kräuter grob hacken. Zusammen mit den hart gekochten, abgekühlten Eiern, Senf, Essig, Öl, etwas Salz und Pfeffer pürieren. Die Kräutermasse Masse mit saurer Sahne und Joghurt vermengen, bis die gewünschte Konsistenz entsteht. Die Grie Soß sollte brei-artig sein, keinesfalls flüssig oder fest. Und sie sollte ein schönes Grün haben – nicht gelblich oder zu blass sein. Lasst sie, wenn Ihr genügend Zeit habt, mindestens noch mal 30 Minuten im Kühlschrank durchziehen. Schließlich abschmecken, ggf. nachwürzen. Fertig.

Wer morgens schon mal die Eier hart kocht, in der Mittagspause ein Kräuterpäckchen besorgt und abends schnell alles zusammen zubereitet, hat ein köstlich leichtes, nach Frühling schmeckendes Friday Night Dinner Date.

E bissi Ebbelwei dazu un fäddisch is dem Hesse sei Lieblingsspeis!

Was also könnte besser den Frühling einläuten als die herrlich hellgrüne Frankfurter Grie Soß? Deshalb ist sie auch mein Beitrag zum Dauerevent “Typisch für…” von Kebo Homing, das sich in diesem Monat mit Typischem im Frühling beschäftigt.

Typisch für... Dauerevent

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Sauerkraut ist ein wunderbares Winteressen.

Knackig, frisch und säuerlich ist es nicht nur köstlich, sondern strotzt nur so vor Vitamin C und Milchsäurebakterien, die jeder Erkältung den Garaus machen.

Aber wer will schon immer nur die klassische Variante mit Kartoffelpürree und Rippchen oder Frankfurtern essen? Sauerkraut lässt sich auch prima für herzhaft Gebackenes verwenden.

Sauerkraut Quiche

Besonders begeistert mich an dieser Form, dass man die Sauerkraut-Quiche bestens am Vortag zubereiten und dann als Mittagessen mit ins Büro nehmen kann. Denn sie schmeckt kalt und etwas durchgezogen mindestens ebenso gut wie lauwarm und frisch aus dem Ofen!

Für eine kleine Springform (20 cm) und 3 Baby-Tarte-Förmchen oder für eine mittlere Springform (etwa 26cm) benötigt Ihr folgende Zutaten:

Für den Teig:

125 gr backstarkes Mehl

65 gr Butter

1 TL Salz

50ml warmes Wasser

Für die Füllung:

300 gr Fasskraut, gut abgetropft

2 dünne Scheiben Tiroler Speck, in kleine Stücke geschnitten

100 gr Schmand

1 EL Frischkäse

2 Eier (Größe M)

etwas Mehl zum Binden

3 Wacholderbeeren

1/2 TL Kümmelsamen

Salz und Pfeffer

Zubereitungszeit: ca. 20 min Zubereitung + 1 Std. Kühlen + 30 min Backen

Zubehör: eine oder mehrere beschichtete Tarte-Formen (oder eine gefettete Springform!), Nudelholz, Frischhaltefolie, Teigschüssel, mittelgroßer Topf

So geht’s:

Zutaten für den Teig gut verkneten, bis sich eine hübsch homogene Masse ergibt. Ich kann das am besten mit den Händen. Ihr könnt das Ganze aber auch der Küchenmaschine überlassen. Die Teigkugel in Frischhaltefolie wickeln und rund eine Stunde kühl legen.

Währendessen den mittelgroßen Topf erhitzen und die Speckstücke anschwitzen. Wacholderbeeren, Kümmel und das abgetropfte Kraut hinzugeben. Bei geschlossenem Deckel und mittlerer Hitze etwa 15 min dünsten. Wenn das Kraut viel Wasser zieht, anschließend noch mit offenem Deckel ausdampfen lassen.

Kraut aus dem Topf nehmen, gut abtropfen lassen – notfalls in einem Sieb – und in eine Schüssel geben. Abkühlen lassen, bis das Kraut nur noch maximal lauwarm ist. Mit Schmand, Frischkäse und den Eiern vermischen. Salzen und pfeffern. Falls die Masse sehr flüssig wirkt, mit etwas untergemischtem Mehl binden.

Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitzte vorheizen.

Teig aus dem Kühlschrank holen und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Mit dem Teig die beschichtete(n) oder gefettete(n) Form(en) auskleiden. Sauerkrautfüllung gleichmäßig auf dem Teig verteilen und auf der mittleren Schiene des Backofens etwa 20min backen.

Die Masse muss gestockt und der Teigrand fest sein. Das dauert bei jedem Backofen und je nach Größe der Form unterschiedlich lang. Da die Füllung sehr saftig ist, lieber 5-10min länger im Ofen lassen als die Quiche zu früh herauszuholen!

Etwas abkühlen lassen und entweder lauwarm oder am nächsten Tag kalt servieren.

Dazu passt ein Glas sauergespritzter Apfelwein ebenso wie ein Riesling!

Unter #lunchbox2015 auf Instagram sammeln Christiane von der Schabakery und ich übrigens unsere Guten Vorsätze bezüglich unserer Mittagessensgewohnheiten. Diese Quiche ist ein Teil davon! Habt Ihr Lust mitzumachen? Dann einfach auf Instagram die Fotos Eurer Lunchbox hochladen und mit dem Hashtag #lunchbox2015 taggen. Ich bin gespannt!

Und im wunderbaren Blog Kebo Homing findet monatlich ein Event “Typisch für…” statt. Im Januar heißt es “Typisch für… …meine Region”. Was würde da besser zu Hessen und den Rheingau passen als eine Sauerkraut-Quiche mit einem Glas Riesling? Köstlich, gesund, einfach herzustellen und prima für’s Büro! Cheers!

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Hach, es gab lange keinen Kartoffelsalat auf meiner kleinen Fressseite (höhö, kleiner Scherz!). Weil aber immer wieder in diversen Facebook-Food-Gruppen ein kleiner Glaubenskrieg wütet rund um den “richtigen” Kartoffelsalat, muss ich jetzt mal wieder den hessischen hervorkramen. Den original hessischen Kartoffelsalat nach Rezept meiner Mutter und Großmutter natürlich. Das ist mir immer noch der aller, aller liebste! Ihn hatte ich ganz in den allerersten Anfangstagen des Blogs vor über vier Jahren verbloggt. Ein neues Foto, eine leichte Abwandlung – damit setze ich meine kleine Reloaded-Reihe fort:

Kartoffelsalat

Das Originalrezept gibt es hier.

Daran muss gar nichts verbessert werden.

Aber diesmal gab es ein paar frische, gehackte Balkonkräuter dazu (Pimpinelle, Borretsch, Sauerampfer, Petersilie) sowie ein Löffelchen Senf in die Brühe. Der bEdW wollte den Kartoffelsalat etwas schlotziger. Also wurde mehr Brühe zugegeben, immer wieder umgerührt und ziehen gelassen.

Ich LIEBE ihn einfach (den Kartoffelsalat UND den bEdW)! Und wer nach Varianten sucht (vom Kartoffelsalat!), weiß ja, wo er fündig wird ;-) (siehe oben)

Bembel

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Der Küchen-Atlas rief einen ganzen Monat lang dazu auf, Rezepte aus der Region, Zutaten mit regionalem Touch und alles rund um das “Heimatgefühl im Magen” zu sammeln und zu bloggen.

Blogparade: Regionale Küche

Ich hätte dafür gerne in Riesling gebadet und Eimer-weise Grüne Sauce angesetzt. Aber die Zeit fliegt mal wieder, so dass ich wenigstens ein bisschen im Archiv kramen konnte und meine hessischen Klassiker hier gesammelt poste. Viel Spaß beim Stöbern!

Forellen aus der glasklaren, kalten, mineralischen Wisper, die vom Taunus in den Rhein fließt, schmecken köstlich! Wo Ihr sie bekommt und was Ihr damit machen könnt, seht Ihr hier.

Die Frankfurter Grie Soß macht fast jede hessische Hausfrau anders. Aber natürlich machen nur meine Oma, meine Mutter und ich absolut richtig. Klaro, oder? Also: NIEMALS Dill, NIEMALS Mayonnaise! Was in eine echte Grie Soß kommt, lest Ihr hier.

Das Weingut Höhn, das quasi in meiner Nachbarschaft liegt, baut nicht nur den typischen Riesling an, sondern auch einen ganz phantastischen Sauvignon Blanc. Die Terrasse ist außerdem fast so schön wie in der Toskana. Versprochen!

Mit Sauerkraut, Rippchen (oder Frankfurter) und Kartoffelbrei werden hessische Kinder großgezogen. Das steckt uns ebenso im Blut wie Äppelwoi. Aber Vorsicht! Wer das nicht von kleinauf gewohnt ist, den kann die Kombi Sauerkraut/Äppler echt aus den Latschen kippen – bzw. auf die Toilette treiben…

Erbarme! Zu spät! Die Hesse komme! Die hessische Nationalhymne der Rodgau Monotones mit der legendären Zeile “unser David Bowie heißt Heinz Schenk” könnt Ihr in diesem Beitrag hören. Und gleichzeitig sehen (glücklicherweise nicht riechen), wie der legendäre Handkäs mit Musik (sprich: Mussig!) aussieht.

Jetzt kommt wieder die Erkältungszeit. Auch da hat der Hesse einen Trumpf im Ärmel: Heißer Äppelwoi mit Gewürzen. Weniger stark als Glühwein, schön säuerlich-frisch und ein echtes Lebenselexier im Winter.

Seid Ihr schon mal im Rheingau gewandert? Durch Weinberge voller Riesling hindurch. Von Schloss zu Schloss? Nein? Dann habe ich hier einen Tipp für Euch – mit herrlichem Blick auf den Rhein… Und einen weiteren mit viel Historie hier.

Noch ein Klassiker, der in meiner Heimat natürlich am allerallerallerbesten schmeckt: Kartoffelsalat. Ohne Mayonnaise. Ohne Gedöns. Schlicht und köstlich.

Ich mag viele Dinge an meiner hessischen Heimat. Was aber wirklich immer wieder wunderbar zu erleben ist, ist die sprichwörtliche Offenheit und Toleranz der Frankfurter gegenüber allem Fremden. Das war ich nach zehn Jahren in München so nicht mehr gewohnt. Ein Beispiel für entspanntes Multikulti-Leben (mit allen Licht- und Schattenseiten) ist das Frankfurter Bahnhofsviertel. Immer einen Besuch wert – zum Beispiel, um echt chinesisch essen zu gehen. (Achtung, Anekdoten!)

Und falls Ihr aus der Ecke kommt und ein paar Einkaufs- oder Ausgehtipps braucht, schaut doch mal hier im Blog unter den Reitern “Über’n Ladentisch” und “An fremden Tischen”.

Ich bin sehr gespannt, was für Rezepte und Einkaufstipps zusammenkommen. Denn ich liebe die Vielfältigkeit der deutschen Küche und sammle immer gerne die Leibgerichte von Kollegen und Freunden, die aus allen Ecken der Republik stammen.

Wenn Ihr Euch auch für regionale Spezialitäten begeistert oder vielleicht sogar manchmal Heimweh habt, dann solltet Ihr unbedingt beim Küchen-Atlas vorbeisurfen! Ich kann die Zusammenfassung kaum erwarten…

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Ihr habt mir zum dritten Bloggeburtstag so viele wunderbare Dinge in die Kommentare geschrieben. Ich war sehr gerührt und habe mich über jeden einzelnen Beitrag sehr gefreut! DANKE!

Es gab aber trotz allem “Bleib, wie Du bist!” auch einige Anregungen. Etwa von Stefanie vom Blog Genusssucht: Mehr Weintipps, mehr Lokalkolorit. Könnt Ihr haben :)

Ich hab’ da auch gleich was für Euch. Ihr erratet es nie:

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Nein, diese Terrasse liegt nicht auf den Hügeln vor Florenz. Und Ihr könnt Euch noch so anstrengen – die Kuppel des Doms von Siena werdet Ihr am Horizont auch nicht entdecken.

Ein klein bisschen weiter rechts, unten im Tal fließen auch weder Arno noch Tiber, sondern das gute alte Väterchen Rhein.

Und statt 8 Stunden Fahrt und  langen Wartezeiten am Brenner brauchen wir auf dem Weg zu dieser Terrasse von uns aus keine 10 Minuten.

Das nenne ich Glück! Oder besser: Weingut Höhn.

Durch einen Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sind wir auf das Weingut in der Nachbarschaft aufmerksam geworden. Denn vermutet hätten wir im Neubaugebiet auf dem Wiesbadener Freudenberg alles nur keine Gutsschänke!

Mittwoch bis Sonntag (und an Feiertagen) von 16 bis 24 Uhr kann man hier herzhaft regional essen (der Spundekäs’ ist hausgemacht und einer der besten in der Region!) und natürlich auch die hauseigenen Weine genießen. Erst vor zehn Jahren sind die Höhns auf den Freudenberg gezogen. Deswegen ist die Gutsschänke auch erfrischend modern, offen, mediterran eingerichtet und weniger piefig, holzgetäfelt als viele andere im Rheingau. (Kann da bitte mal frischer Wind durch’s Mittelrheintal fegen?)

Wer “nur” Weine verkosten und einkaufen möchte, kann das in der Vinothek Montag bis Freitag zwischen 17 und 19 Uhr, oder samstags zwischen 10 und 14 Uhr.

Seit 2010 ist das Weingut Mitglied de rUmweltallianz Hessen und nach EcoStep zertifiziert.

Was uns besonders gefallen hat (außer dem Blick! Hatte ich den schon erwähnt?), war die Bandbreite der Weine: Zwar gibt es natürlich (!) Riesling und Spätburgunder. Die Familie Höhn baut aber auch – untypisch für den Rheingau – Chardonnay und Sauvignon Blanc an, unsere absolute Lieblingstraube!

Angebaut in der Weinlage Schiersteiner Hölle, kann der Sauvignon Blanc locker mit seinen Brüdern und Schwestern aus Frankreich mithalten. Er ist vielleicht weniger stachelbeerig und ist etwas weicher in der Säure. Aber dafür, dass er quasi aus unserem Vorgarten stammt und nicht von der Loire, hat er uns ausgezeichnet geschmeckt (Flasche je 6,50€).

Eine Flasche Weißburgunder wartet noch darauf geöffnet zu werden. Aber vielleicht verkoste ich auch erstmal ein Glas davon vor Ort bei einer Portion Spundekäs’ – und genieße den Blick, während ich die Wochen bis zum nächsten Toskana-Urlaub zähle…

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Helau! Heute gibt’s ein klassische Fassenachts-Essen aus Hessen!

Hessen kulinarisch bedeutet für mich Grie Soß, Handkäs, Äppelwoi, Sauerkraut! (Natürlich nicht in dieser Zusammenstellung!).  Im Münchner Exil habe ich oft von richtig saurem, knackigen Sauerkraut geträumt. Die bayerische Variante ist lecker – für meine hessische Seele aber zu verkocht und nicht sauer genug. (Leute, das heißt doch nicht ohne Grund SAUERkraut!). Auch die Varianten mit Champagner oder Wein sind delikat. Awwer halt kaan hessisches Sauerkraut!

Sauerkraut muss Dir das Hemd in die Hose ziehen – und hat zusammen mit Äppelwoi eine verheerende Wirkung auf die Verdauung. Ungeübte und Zugereiste sollten sich unbedingt in der Nähe einer (schalldichten!) Toilette befinden, wenn sie die Klassiker der hessischen Küche erstmals und unvorbereitet gemeinsam genießen.

Klassisch kommt das hessische Sauerkraut natürlich mit Rippchen auf den Teller. Auch werden gerne kleine Leber- oder Blutwürste auf dem Kraut liegend gegart. Sehr köstlich! Ich mag’s aber auch gerne mal etwas einfacher: Mit Kartoffelpüree und Frankfurter Würstchen!

Glücklich, wer noch eine Oma hat, die das Sauerkraut selber einschneidet und im kühlen Keller reifen lässt. Meine kann dies seit einigen Jahren leider nicht mehr. Und für immer kleiner werdende Haushalte lohnt sich der Aufwand auch kaum. Zudem stinkt das vergärende Kraut wirklich haarsträubend. Aber nach Wochen des Reifens das erste Sauerkraut der Saison zu testen, war immer ein Erlebnis. Wer also einen kühlen Keller mit einer gut schließenden Tür hat, sollte das Selbereinschneiden unbedingt mal ausprobieren!

Unser Kraut kaufen wir jedenfalls lose auf dem Wochenmarkt. Aber auch viele Metzger bieten es an. Auch aus der Dose (z.B. Sonnen Bassermann oder – empfohlen aber nicht selbst getestet – Manufactum) kann es schmecken, wenn es anschließend originalgetreu zubereitet wird.

Zutaten für das Kraut als Beilage für 2 Personen:

500 gr Sauerkraut

1 kleine Zwiebel, fein gehackt

1 EL Butter

4 Wacholderbeeren

2 Lorbeerblätter

2 TL Kümmelsamen

ca. 125 ml Apfelwein

So geht die denkbar einfache Zubereitung:

Die Butter in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel darin glasig anbraten. Nun das Sauerkraut hinzugeben und mit dem Apfelwein angießen. (Achtung: Lieber erstmal weniger Flüssigkeit nehmen, da Kraut manchmal noch viel Wasser zieht. Lieber später noch etwas zugießen. Falls Apfelwein übrigbleibt: Einfach selber trinken :)) Wacholderbeeren, Lorbeerblätter und Kümmel in das Kraut mischen, Deckel drauf und bei kleiner Hitze etwa 45 min leise köchelnd garen.

Währendessen könnt Ihr 4 mittelgroße, mehlig kochende Kartoffeln schälen, würfeln und gar kochen. Wasser abgießen, Milch und Butter hinzugeben und Kartoffeln zerstampfen. Mit Salz und Muskat abschmecken.

Frankfurter etwa 15 min in heißem aber nicht kochendem Wasser gar ziehen lassen.

Übrigens: Wer kein Kartoffelpü mag, serviert Sauerkraut und Frankfurter klassisch mit einer Scheibe Brot.

Alles mit dem weltbesten Senf servieren, ein Glas Äppelwoi ausm Gerippten dazu und den Weg zur Toilette möglichst freihalten.

Warum Fassenachts-Essen? Ich denke, weil die Zubereitung nebenher läuft und man sich ganz auf die Feierei konzentrieren kann. Außerdem vertreibt das saure und vitaminreiche Sauerkraut jeden Kater.

En Guude!

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