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Archive for the ‘Indisch’ Category

Zimt, Kardamom, Nelken – darum bittet meine liebe Foodina beim Blog-Event auf Zorras Kochtopf. Wie könnte ich da widerstehen? Ob wärmender Chai, fruchtiges Chutney oder feuriges Vindaloo: Diese 3 Gewürze (und viele mehr) sind bei mir rund um’s Jahr im Einsatz!

Wenn Du hier öfter mal reinliest, dann weißt Du, dass die indische Küche für mich ganz weit oben auf meiner Liste der liebsten Länderküchen steht. Ob vegane Linsensuppe, fruchtige Chutneys, feurige Vindaloos, gefüllte Dosa, klassisches Chicken Tikka Masala oder hausgemachte Currymischungen und Garam Masala – niemals dürfen die exotischen Gewürze fehlen, die die indische Küche zur Aromaexplosion machen.

Also mache ich mir erstmal einen würzigen Chai Tee – nicht die süße Brühe aus den Star****s dieser Welt! – und nehme Euch mit auf eine kleine Indien-Tour durch das Blog.

Chai

Wie ich den Chai mache? Ich mörsere 1 braunen Kardamom, getrockneten Ingwer, 1/4 Stange Zimt, Fenchelsamen, 2-3 Nelken, 1/2 Sternanis und eine Prise Muskat sowie ein Stückchen Macis. Pro Tasse verwende ich einen starken Assam-Tee, den ich ganz normal aufbrühe. 1/4 TL der Gewürzmischung erwärme ich in Milch und gebe je nach Laune noch eine Prise Zucker hinzu. Die Gewürzmilch kommt dann in den Assam-Tee.

Natürlich kannst Du die Gewürze aber auch direkt in den Tee geben und ziehen lassen. Inder trinken ihren Chai allerdings immer mit Milch und Zucker.

So. Jetzt haben wir ein würziges Heißgetränk. Dann geht’s mal los:

Eines meiner All-time-Favourites ist das Malabar Fisch Curry: Säuerlich, scharf, leichte Kokosnote – himmlisch!

Ebenso köstlich, aber “wärmer” und besser für die Wintermonate geeignet ist ein Rogan Josh aus den Anfangstagen des Blogs:

Ganz zu schweigen von diesem Schweine-Curry aus Goa: Chiristas Ghassi!

Garam Masala mit seinen wärmenden Gewürzen ist Euer Freund, wenn es um die indische Küche geht. Auch an einem Rührei, einer Grillmarinade, einem Chutney ist eine Prise Garam Masala (enthält – natürlich! – Zimt, Kardamom, Nelke!) ein Boost in Richtung Indien.

Mein Garam Masala besteht aus:

ca. 10 grüne Kardamomkapseln

2 braune Kardamomkapseln (alternativ: insgesamt 15 grüne Kapseln)

Lorbeerblatt

2 EL Kreuzkümmelsamen (Cumin)

2 EL Korianderkörner

2 TL schwarze Pfefferkörner (Tellycherrypepper aus Indien)

1 TL Gewürznelken

1 1/2 Stangen Zimt

1/2 TL Muskatblüte (Macis)

Alle Gewürze mörsern oder in der Maschine fein mahlen und luftdicht in einem dunklen Glas verschließen. Die Muskatblüte gibt einen leicht säuerlichen Geschmack, der braune Kardamom schafft erdige Wärme. Garam Masala ist perfekt für Schmorgerichte mit Fleisch.

Überhaupt: Brauner Kardamom! Gibt es etwas Köstlicheres? Ich mag ihn lieber als den grünen, wenn ich Schmorgerichte zubereite. Er ist deutlich würziger, erdiger, “tiefer” als sein grüner Kumpel.

Wie fast alle Gewürze der indischen Küche (Fenchelsamen!) ist Kardamom bei der Verdauung hilfreich. Du hast das vielleicht schon gemerkt nach dem Genuss eines indischen Gerichts. Das ist nicht immer die Schärfe, die Dich ins Badezimmer treibt, sondern die Zusammenstellung der Gewürze! In der Ayurvedischen Küche ist der Magen-Darm-Trakt bzw. dessen Gesundheit sowieso ein ganz wichtiger Punkt. Und wer die Hygieneverhältnisse in Indien kennt, der weiß auch, wieso das so ist.

Zimt wirkt desinfizierend und wärmend. Nelken sollen schmerzstillend sein – schon im Mittelalter kauten Menschen mit Zahnschmerzen auf Nelken herum. Ist also scheinbar was dran!

Es gibt also neben Geschmack und Geruch noch viele weitere Gründe, mehr Gewürze in unsere Küche zu integrieren. Nicht nur zu Weihnachten!

Besonders im Kuchen können Chai-Gewürze den Inder in Dir wecken wie dieser Guglhupf beweist!

Ich hoffe, ich habe Euch ein bisschen Lust gemacht auf köstliche indische Küche mit Zimt, Koriander und Nelken – und vielen anderen Gewürzen!

Und wer noch mehr über Indien lesen will, findet hier noch ein paar Posts zu unserer Indien-Reise, Mitbringseln und Rezepten:

We’ve come full circle

Glückspaket zum Wochenende

Rückkehr nach Indien

Kategorie Indisch hier im Blog

Danke an Tina und Zorra für das tolle Event. Ich bin sehr gespannt auf die vielen Gerichte, die mit Gewürzen hergestellt werden!

Blog-Event CXV - Zimt, Kardamom, Nelke (Einsendeschluss 15. Januar 2016)

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Die indische Küche ist so zeitaufwendig, die Schmorerei dauert zu lange, die Vorbereitungen sind viel zu kompliziert, sagst Du? Sage ich: Gib mir mal meinen Turban, ich zeig Dir was! Denn mit meiner Vindaloo-Paste kannst Du auch noch nach Feierabend den Maharadscha zum Schmatzen bringen!

Ich mag das ja manchmal ganz gerne: Alle Gewürze zusammensuchen, in der Pfanne anrösten, mörsern, Pasten herstellen, Fleisch marinieren, anbraten, schmoren lassen… Den halben Tag kannst Du in der Küche verbringen für ein scharfes, langsam geschmortes Kashmiri Lamm oder Chettinad Mutton Curry. Und wenn es schneller gehen muss aber indisch sein soll, mache ich mir halt das köstliche Spinat-Hühnchen oder ein feuriges Daal. Auch Fisch – etwa beim Südindischen Reis-Fisch-Eintopf – gart natürlich viel schneller!

Für mich ist die Krönung indischer Genüsse abe reinfach ein feuriges Vindaloo:

Vindalootopf

Du kannst an der Garzeit für Fleisch nunmal nichts beschleunigen. Eine Wade braucht ewig, bis sie zart und genießbar ist. Mindestens drei Stunden. Schulter oder Keule sind auch nicht ganz ohne. Unter einer Stunde, eher anderthalb brauchst Du gar nicht erst anfangen. Ein bisschen schneller geht es bei der Nuss vom Rind – aber auch hier tust Du gut daran, dem Fleisch mindestens eine Stunde Zeit zu gönnen. Wenn Du mehr Zeit zum Garen hast, sagen wir anderthalb oder gar zwei Stunden, dankt Dir jedes Schmorgericht Deine Geduld mit Zartheit und Genuss.

Indien13

Aber Du kannst Dir ja bei den Vorbereitungen das Leben ein bisschen leichter machen, indem Du die Gewürzpaste schon fertig im Kühlschrank stehen hast. Dann ist das Gericht blitzschnell im Topf, schmort vor sich hin und Du kannst in der Zeit Wäsche waschen, Buchhaltungskram erledigen, den Tisch decken, den längst fälligen Knopf annähen, Dir die Fußnägel lackieren – und anschließend in aller Ruhe essen. Wie klingt das?

Dann lass uns jetzt mal loslegen – mit einer Vindaloo-Paste, die Du am Wochenende vorbereiten und wochenlang im Kühlschrank aufbewahren kannst. Ganz easy. Füll’ die Paste am Besten in kleine Schraubgläschen. Denn auch zum Verschenken sind sie prima (wenn der Beschenkte gerne scharf isst! Oder Du Dich rächen willst!).

Mit der Paste kannst Du jedes Fleisch Vindaloo-Style variieren: Lamm, Huhn, Schwein, Rind. Mit etwas weniger Paste gibst Du auch einem Gemüse- oder Fischcurry ordentlich Rumms! Mehr zur Herkunft des Vindaloos liest Du übrigens hier. Natürlich wird mit der Pasta ein Vindaloo nicht zum Blitzgericht. Aber vielleicht hast Du mittags mal Zeit, um ein Vindaloo für abends anzusetzen (Du kannst es problemlos immer wieder aufwärmen!) oder Du bist freitags mal früher zuhause. Natürlich ist es auch genial, das Vindaloo in Ruhe am Wochenende zu machen und Reste für die nächste Woche als feurigen Lunch einzuplanen!

Vindaloopaste

Apropos Rind: Natürlich sind den Hindus Rinder heilig. Aber Indien mit seinen weit über 1 Milliarde Menschen ist ein Viel-Religionen-Staat. Es gibt muslimische Gegenden, in denen Du Rind auf der Speisekarte findest, aber natürlich niemals Schwein. Andere Landstriche sind wieder durch christliche Kolonialisten geprägt. Ich selbst habe in Indien weitestgehend auf Fleisch verzichtet. Das lag zum einen an einer Rikscha-Fahrt durch Delhi vorbei an einem Metzgerladen und b) an einem Lamm-Curry, dessen Folgen Du mir auf den Fotos vom nächsten Tag noch sehr gut anhand einer käsig-gründlichen Gesichtsfarbe ansehen kannst.

Für Indien-Feeling zuhause brauchst Du Dir aber keine Sorgen machen, wenn Du einen guten Metzger hast!

Zutaten für scharfe Vindaloo-Paste:

2 Knoblauchzehen, geschält

ein Daumenglied-großes Stück Ingwer, geschält, grob gehackt

1 gehäufter TL Kaschmir-Chili-Pulver (alternativ: ein nicht zu feuriges, eher rauchiges Chilipulver wie Ancho-Chilipulver)

2 frische rote Chilis, entkernt (hier empfiehlt sich eine scharfe Sorte. Wenn Du empfindlicher bist, nimm mildere Chilis. Vindaloo ist aber nunmal scharf!)

1 EL Kurkuma-Pulver

1/2 TL grobes Meersalz

3 EL Pflanzenöl

2 EL Tomatenmark

1 TL Pfefferkörner (indischer Tellycherrypepper beispielsweise)

4 Nelken

1 TL Koriandersamen

2 TL Fenchelsamen

1 TL Bockshornkleesamen

1 EL Kreuzkümmel/Cumin

1 Kapsel brauner Kardamom

Die trockenen Gewürze röstest Du alle in einer Pfanne an, bis ein unwiderstehliches Aroma aufsteigt. Dann lässt Du die Gewürze etwas abkühlen und gibst sie mit den restlichen Gewürzen in einen Mixer (den Du hinterher bitte SEHR gut spülen musst!). Diese Paste kannst Du direkt für Dein Vindaloo verwenden oder in einem Schraubglas mit etwas Öl bedeckt 2-3 Wochen im Kühlschrank aufbewahren.

Zutaten für Vindaloo vom Rind für zwei Personen inkl. “Reste” für 1-2 feurige Büro-Portionen:

750 gr Rindfleisch aus der Nuß

1 EL Ghee

1 TL braune Senfsamen

1 große, weiße Zwiebel, geschält und gehackt

1 EL Jaggery (alternativ: brauner Zucker)

200 ml Tomatenpürree

Salz

15 frische Curryblätter

etwas milder Essig

Wasser

Vindaloo-Paste zum Marinieren (s.o.)

Zubehör: Große Schmorpfanne mit Deckel oder Bräter mit Deckel

Zubereitungszeit: 1 Std. zum Marinieren (Zeit kann notfalls verkürzt werden!) , 1-1,5 Stunden zum Garen

So geht’s:

Fleisch in nicht zu kleine Stücke schneiden (jedes Stück sollte so groß sein, dass es einmal geteilt mundgerecht ist) und mit der Vindaloo-Paste einreiben. Kühl stellen und mindestens 15 min marinieren lassen. Vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank holen und Zimmertemperatur annehmen lassen.

Währendessen in der großen Pfanne das Ghee erhitzen. Die Senfsaat hinzugeben und warten, bis die Samen springen. Jetzt die Zwiebel anschmoren, bis sie schön glasig ist. Jaggery oder braunen Zucker dazugeben, bis die Zwiebeln soft und karamellig sind.

Fleisch portionsweise scharf anbraten. Dabei beachten, dass die Marinade nicht verbrennt. Notfalls also die Hitze etwas reduzieren.

Wenn das Fleisch komplett angebraten ist, restliche Marinade hinzugeben (Schüssel mit etwas Wasser ausschwenken und in die Pfanne geben). Tomatenpürree und bei Bedarf noch etwas Wasser in die Pfanne gießen. Mit Jaggery/Zucker und Salz abschmecken. Curryblätter hinzugeben, alles gut umrühren und bei geschlossenem Deckel und kleiner Hitze etwa anderthalb Stunden schmoren lassen.

Zum Schluss noch mal gut abschmecken: Fehlt Schärfe (Chilipulver!), Salz oder etwas Säure (Essig!)? Ein echtes Vindaloo muss scharf und leicht säuerlich sein.

(Die Garzeit hängt vom Fleisch ab. Probier einfach mal zwischendurch, ob Dir das Fleisch schon zart genug ist…)

Mit Reis oder Naan sowie einem kühlenden Gurken-Raita (Joghurt mit klein gehackter Salatgurke, etwas Salz und Kreuzkümmel vermischen) servieren.

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Dazu passt ein eiskaltes Bier. Wein hat gegen die feurige Schärfe und die Säure nichts zu anzubieten!

Guten Appetit!

Wenig ist für mich und meinen Blog so typisch wie ein indisches Essen. Über 70 Rezepte finden sich mittlerweile in der Kategorie “Indien” hier im Blog – vom Chutney über Curries und Vindaloos bis hin zu Gewürzmischungen wie Garam Masala oder mein geliebtes Madras Currypulver. Aber ich schaue auch immer, dass ich mein Leben und das meiner Leser ein bisschen leichter mache. Deshalb ist dieses Vindaloo und die gut vorzubereitende Paste mein Beitrag für die November Aktion “Typisch für… November… Lieblingsessen” von Kebo Homing, die über das gesamte Jahr hinweg immer wieder von uns wissen wollte, was typisch für uns ist.

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Manche Rezepte sind es wert, nochmals gekocht, verfeinert, aktualisiert und erneut gepostet zu werden. Meine kleine Reloaded-Reihe setzt sich fort mit einem köstlichen, schnellen Reis-Eintopf mit Fisch und Meeresfrüchten nach südindischer Art. Danke, Jamie!

Mich begeistern schnell zuzubereitende Gerichte, die trotzdem Exotik und Würze in den Alltag bringen. Nach einem langen Arbeitstag sind sie perfekt, um abzuschalten, die Seele baumeln zu lassen und von fernen Ländern zu träumen. Dazu gehört der südindische Reis-Fisch-Eintopf, zu dem mich vor Jahren Jamie Oliver inspiriert hat. Zwischenzeitlich waren wir im südindischen Kerala und haben jetzt noch viel mehr Anlass, bei diesem herzhaften Eintopf ins Schwärmen zu geraten.

Da der Link im alten Beitrag aber nicht mehr funktioniert und ich ein bisschen was abgewandelt habe, teile ich meine Version heute noch mal, damit dieses köstliche, wärmende, exotische Gericht nicht in Vergessenheit gerät: Der südindische Reis-Fisch-Eintopf nach Jamie Oliver!

SüdintischerFischeintopf

Zutaten für zwei Personen als Hauptgericht mit kleinem Rest für den nächsten Tag:

3 EL Ghee

2 EL braune Senfsamen

10 frische Curryblätter (alternativ: getrocknete Blätter)

2 TL Cumin/Kreuzkümmel, frisch gemörsert

1 TL Garam Masala

1 TL Madras Curry

1 TL Chilipulver (scharf!)

2 TL Kurkuma

2 scharfe, rote Chilis (z.B. Vogelaugenchilis), fein gehackt

1 daumennagelgroßes Stück Ingwer, geschält und fein gehackt

1 Knoblauchzehe, geschält und fein gehackt

2 weiße Zwiebeln (mittelgroß), geschält und fein gehackt

1 Kaffeebecher (etwa 250ml) Basmati-Reis

500 ml Wasser oder Gemüsebrühe

500 gr festfleischiger Fisch, in mundgerechte Stücke geschnitten (wir hatten noch Seeteufelfilets, es kann aber auch ein günstigerer Fisch sein)

6 Shrimps, ohne Schale (ebenfalls aus dem Vorrat; Du kannst auch nur 2 verschiedene festfleischige, weiße Fischsorten nehmen)

150 ml Kokosmilch

Limettensaft

Salz

frisch gemahlener Pfeffer

Zubehör: Großer Topf oder etwas höhere Pfanne, mit Deckel

Zubereitungszeit: rund 45 Minuten

So geht’s:

Ghee im Topf erhitzen und darin die Senfkörner, Curryblätter, Kreuzkümmel, Garam Masala, Curry, Chilipulver und Kurkuma unter Rühren anbraten, bis intensives Aroma aufsteigt. Jetzt Chilis, Ingwer, Knoblauch und die Zwiebel hinzufügen und bei mittlerer Hitze sanft anschwitzen. Die Zwiebeln sollten schön glasig und weich sein. Dann den Reis einrühren und das Wasser bzw. die Brühe hinzugießen. Alles aufkochen lassen. Deckel schließen und bei kleiner Hitze etwa 15 Minuten sanft köcheln lassen. Fisch, Shrimps und Kokosmilch sowie etwas Salz hinzugeben, zum Köcheln bringen und bei wieder reduzierter Hitze und mit Deckel 10 Minuten garziehen lassen. Der Eintopf ist gut, sobald Fisch und Shrimps sowie der Reis gar sind. Abschließend mit Salz, Pfeffer und Limette abschmecken.

Wer mag, kann zum Servieren noch einige Korianderblätter hinzugeben.
Fertig ist in kurzer Zeit ein wärmender, exotischer Fischeintopf voller indischer Aromen, der sich herrlich in der kalten Jahreszeit macht. Mit etwas mehr Brühe oder Kokosmilch wird er “suppiger”, falls Du das lieber magst!
Guten Appetit!

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Ich bin immer wieder verblüfft, wie wenig zeitaufwendig die indische Küche sein kann, wenn alle Gewürze im Haus sind (das lohnt sich echt, wenn Du öfters asiatisch kochen magst!). Dann steht auch einem exotischen Genuss an einem ganz normalen Werktag nichts im Wege. Das köstliche Hühnchencurry ist in rund einer halben Stunde fertig, da es im Gegenteil zu Lamm- oder Rindercurries nicht stundenlang schmoren muss!

Hilfeeeeee! Kennst Du das: Du sitzt am Schreibtisch, der Hunger nagt im Magen und Deine Gedanken kreisen schon seit Minuten um’s Essen, aber Dir fällt einfach nicht ein, was Du kochen könntest? Um Dich endlich wieder auf die Arbeit konzentrieren zu können, musst Du jetzt a) schnell eine Kleinigkeit zu Dir nehmen und b) schnell eine Idee kriegen, was Du heute Abend kochst, damit Du Dich wieder auf die Arbeit konzentrieren kannst! Mir ging es neulich auch so. Ich wusste lediglich: Indisch und scharf soll es sein! Denn das kalte Herbstwetter ruft nach exotischen Düften und anheizenden Gewürzen!

Curry

Also schnell die großartige Tina vom Blog Foodina angechattet: “Sag mal, haste ne Idee für ein schnelles (!) indisches Curry? Schön scharf und gerne mit Hühnchen oder Rind…?” Und prompt kamen 4 oder 5 Vorschläge zurück samt Verlinkung auf die Rezepte. WOW! Ich liebe dieses Internet!

Hängen geblieben bin ich am Spicy Tomate Chicken. Aber da ich momentan im Vorräte-Verwertungs-Wahn bin, wurde in meiner Version kräftig abgewandelt. So habe ich deutlich weniger Hühnchen genommen, dafür aber Kartoffeln und Erbsen hinzugefügt. So konnte ich die Menge an Fleisch um die Hälfte reduzieren und mir im Gegenzug ein gutes Brustfilet vom Loué-Huhn gönnen!

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Zutaten für 2 Personen als Hauptgericht:

200 gr Hühnerbrustfilet ohne Haut, in mundgerechte, nicht zu kleine Stücke schneiden

3 mittelgroße, festkochende Kartoffeln, geschält und in mundgerechte, gleichmäßige Würfel geschnitten

eine Handvoll TK-Erbsen

400 gr geschälte Tomaten aus der Dose

1 scharfe, rote Chilischote, in feine Ringe geschnitten

1 EL Garam Masala

1 weiße Zwiebel, mittelgroß, geschält und fein gehackt

1 Daumengelenk großes Stück Ingwer, geschält und fein gehackt

1 EL Kaschmir-Chili-Pulver (ist relativ mild, bei sehr scharfem Chilipulver ggf. weniger nehmen)

50 ml Sahne (alternativ: Joghurt, möglichst fett)

10 frische Curryblätter

1 EL Ghee (alternativ: Pflanzenöl)

Salz

1 TL Jaggery (alternaitv: brauner Zucker)

Einige Blätter Koriandergrün zum Garnieren

Dazu: Basmati-Reis (oder Naan)

Zubehör: Große, beschichtete Pfanne, Topf für Kartoffeln bzw. Reis

Zubereitungszeit: ca. 30 min

So geht’s:

Kartoffelwürfel fast gar kochen. Abschütten und beiseite stellen. Topf ausspülen und darin den Reis aufsetzen.

In der Pfanne das Ghee erhitzen und die Zwiebel, den Ingwer, die Curryblätter und die Chili andünsten, bis die Zwiebeln glasig sind. Zucker, Garam Masala und Chilipulver dazugeben und alles anrösten, bis ein aromatischer Duft aufsteigt. Hähnchen hinzugeben und gut vermischt anbraten.

Tomaten aus der Dose hinzugeben, Dose mit etwas Wasser füllen, um die Saucenreste ebenfalls hinzugeben zu können. Salzen und zugedeckt einige Minuten sanft köcheln lassen, bis das Hühnchen gar ist.

Sahne oder Joghurt hinzugeben und gut unterrühren.

Kartoffeln und Erbsen hinzugeben, gut vermischen und erwärmen.

Mit Salz, eventuell etwas Chili oder auch Zucker abschmecken und zusammen mit dem Reis und etwas Koriandergrün servieren!

Fertig ist ein blitzschnelles, wärmendes Feierabend-Curry, das auch am nächsten Tag als schneller Lunch köstlich schmeckt und die Seele wärmt!

Guten Appetit!

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Vielleicht habt Ihr am heutigen Brückentag ja frei? Dann versteht Ihr sicher, warum es heute kein Friday Night Dinner Date gibt. Stattdessen möchte ich Euch die Rhabarber-Barbara vorstellen. Sowie köstlichen Sirup, knusprigen Kuchen und feuriges Chutney – alles aus Rhabarber, natürlich!

Meine liebe Freundin S. aus Amerika freut sich immer darüber, wie verrückt die deutsche Sprache ist. Gerade die typisch deutschen aber nur schwer zu übersetzenden Worte wie “Frühjahrsmüdigkeit” oder “Feierabend” haben es ihr angetan. Und natürlich die ellenlangen Satzkonstruktionen und zusammengesetzten Hauptworte – wie eben dieses hier:

Schon Mark Twain hatte sich ja amüsiert darüber, dass eine Karotte einen weiblichen Artikel habe, ein deutsche Fräulein dagegen nur einen sächlichen.

Über Rhabarber hat er, soviel ich weiß, nie etwas geschrieben. Dabei gäbe es so viel zu Rhabarber zu sagen: Er ist so sauer, dass sein Verzehr frisch aus dem Garten immer eine Mutprobe unter uns Kindern war. Geschält und in Zucker gestippt war er besser als jede gekaufte Süßigkeit. Seine Farben, grün und rot, bedeuten den Sommer für mich. Der alte Schlager “Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber – das ist kein ägyptischer Gott…” schwirrt mir immer im Kopf herum, wenn ich ihn zubereite. Sein Aroma einzufangen – in Chutney, Sirup oder Saft – ist, als würde ich die Erinnerung an Sonnenstrahlen, Marienkäfer und Barfußlaufen auf warmem Gras einfangen.

Ich habe also gestern Abend bis 23 Uhr in der Küche gestanden und den Sommer eingefangen:

Rhabarber Sirup Vanille German Abendbrot

Hier gibt es das Rezept zum Rhabarber-Sirup mit Vanille.

Und hier das für Rhabarber-Sirup mit Ingwer.

Beides eignet sich natürlich zum Aromatisieren von Mineralwasser. Richtig heißer Scheiß ist der Sirup aber in selbst ausgedachten Cocktails.

Rhabarber Ingwer Chutney German Abendbrot

Kein Sommer ohne Extreme Chutney Cooking Sessions. Denn Chutneys sind nicht nur als Beilage zu indischen Gerichten genial. Sie passen auch klasse zu Chicken oder Roastbeef Sandwiches! Wie dieses feurig-säuerliche Rhabarber Ingwer Chutney.

Rhabarber Streusel Kuchen German Abendbrot

Bereits letzte Woche gab es den Rhabarber Streusel Kuchen nach dem Rezept meiner Großmutter. Was der wiederum mit tanzenden Bären zu tun hat, erfahrt Ihr hier.

Und falls Ihr so wie ich heute doch arbeiten müsst, dann guckt einfach mal unter Friday Night Dinner Date. Da findet Ihr sicherlich ein schnelles, leicht zuzubereitendes Gericht für heute Abend!

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

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Wer sagt denn, dass es zu Ostern immer der Lammbraten sein muss? Das indische Lamm Vindaloo mit seiner säuerlichen Schärfe macht dem Osterhasen ordentlich Feuer unterm Hintern!

Ich bin ein großer Fan indischer Vindaloos. Woher die säuerlich scharfen Gerichte stammen und warum sie ein perfektes Beispiel sind für den kulinarischen Multi-Kulti-Austausch, könnt Ihr hier nachlesen.

Ob mit Schwein, Lamm oder Rind: Vindaloo zeichnet sich immer durch Säure (Essig!) und Schärfe (Chilis!) aus. Ein tolles Gericht, um im Frühjahr so richtig in die Gänge zu kommen. Dazu passen Naan-Brot, Gurken-Raita, Spinat-Curry (Baghare Bhaji) und natürlich Reis.

Lamm Vindaloo German Abendbrot

Inspiriert zum Lamm-Vindaloo hat mich das Rezept von Tina Foodina, die immer wieder eine wunderbare Quelle für authentische indische Gerichte ist. Hier ist meine abgewandelte Variante:

Zutaten für 2 als Hauptgericht (Spinat-Curry und Reis als Beilagen):

450 gr Lamm aus der Schulter (oder andere Stücke, die zum Schmoren geeignet sind)

8 Kaschmir-Chilis (getrocknet)

1 Knoblauchzehe

1 rote Zwiebel

1 kleine weiße Zwiebel

3 Nelken

1/2 TL Kurkuma

6 Pfefferkörner (Tellycherry-Pepper)

1 TL Tamarindenpaste

3 TL Apfelessig

5 cm Zimtstange

5 cm Ingwer

1 gehäufter EL Ghee

1 gestrichener TL Jaggery (Palmzucker)

10 frische Curryblätter

200ml Tomatensaft

Salz

Zubehör: Eine große Pfanne mit Deckel, Mixer

Zubereitungszeit: etwa 1,5 Stunden (je nach Beschaffenheit des Lammfleischs. Es muss lang genug köcheln, um schön zart zu sein.)

Die getrockneten Chilis in Wasser einweichen. Ingwer und Knoblauch schälen. Zwiebel schälen und fein hacken. Lamm parieren und in mundgerechte, nicht zu kleine Würfel schneiden. Jetzt alle Gewürze, die eingeweichten Chilis, Ingwer, Knoblauch, Tamarindenpaste und Essig in einen Mixer geben und mit etwas von dem Einweich-Wasser zu einer Paste pürieren. (Wer es nicht ganz so scharf mag, entkernt vorher die Chilis!)

Die Lammwürfel in eine Schüssel geben und mit der Paste marinieren. Für mindestens 15 Minuten kühl stellen (Ihr könnt das Fleisch auch länger marinieren).

Ghee in der Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin andünsten, bis sie glasig und weich sind. Den Jaggery dazugeben und karamellisieren lassen.

Jetzt die Fleischwürfel portionsweise anbraten und anschließend die restliche Marinade dazugießen. 200ml Tomatensaft zugeben, zum Köcheln bringen und mit Salz abschmecken.

Jetzt den Deckel auf die Pfanne geben und das Fleisch bei niedriger Temperatur langsam köchelnd etwa eine Stunde garen.

Wenn das Lamm zart ist, den Deckel abnehmen und gegebenenfalls die Sauce etwas einreduzieren lassen. Curryblätter hinzugeben und noch mal köcheln lassen.

Final mit Salz und ggf. Jaggery abschmecken.

Mit Reis und/oder den Beilagen servieren.

Ein Osterlamm der besonderen Art: Sauer, scharf, exotisch – Ein Vindaloo ist eine wärmende Gewürzorgie für alle Indien-Liebhaber!

Die Kaschmir-Chilis habe ich übrigens seinerzeit von unserer Reise durch Rajasthan und Kerala in Indien mitgebracht. Für das Vindaloo habe ich die letzten Schoten verwendet. Tellycherrypepper und Chai-Tee-Gewürzmischungen erinnern uns immer noch an die Wochen, die uns so nachhaltig geprägt haben.

Kaschmir Chilis

Die Gewürze waren seither immer wieder eine schöne Erinnerung an diese Reise. Deshalb ist das Lamm-Vindaloo auch mein Beitrag zum Blog-Event von Bushcook’s Kitchen!

4. Geburtstags-Blog-Event - Souvenirs in der Küche

Lamm-Vindaloo ist keine Option für Euer Oster-Menü? Dann schaut doch mal bei Arthurs Tochter rein. Sie hat viele Lamm-Rezepte zusammengestellt – nicht nur für Ostern.

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Indische Küche muss nicht immer aufwendig sein. Richtig unkompliziert und schnell ist dieses köstlich würzige Hühnchen mit Spinat und vielen indischen Gewürzen!

Über das Spinathühnchen-Rezept bin ich vor Jahren auf der Website der US-Zeitschrift “Food & Wine” gestolpert und habe das Ganze natürlich auch gleich verbloggt und verlinkt. Mir gefiel die schnelle Zubereitungszeit, obwohl das Gericht alles hat, was ich an der indischen Küche liebe: saftiges Fleisch, eine würzige Sauce und aromatisches Gemüse!

Wie aber auch schon bei den herzhaften Walnuss-Parmesan-Tomaten-Keksen habe ich panisch Angst davor, dass das feine Rezept mal von der Website genommen wird.

Also habe ich das köstliche Hühnchen mit Spinat und indischen Gewürzen noch mal zubereitet, etwas abgewandelt, ein hoffentlich etwas besseres Foto gemacht und werde das Rezept jetzt hier festhalten. Ein weiterer Beitrag meiner kleinen Reloaded-Reihe:

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Zutaten für 2 Personen als Hauptgericht:

300 gr Hühnerbrust oder Hühnerfleisch ohne Knochen und Haut

1 mittelgroße feingehackte weiße Zwiebel

1 EL feingehackter oder geriebener Ingwer

1 EL Cumin

1 EL Koriander

2-3cm Zimtstange

6 Körner Tellycherry-Pepper

1 TL Kurkuma

1 TL rosenscharfes Paprika

Salz

400 gr geschälte Tomaten aus der Dose

2 grüne Chilischoten, in feine Ringe geschnitten

100 ml fetten Joghurt

2 große Hände voll frischen Spinats (oder vergleichbare Menge TK-Blattspinat)

etwa 200ml Wasser oder Hühnerbrühe

2 EL Ghee

Zubehör: Schwere Pfanne mit Deckel, Mörser

Zubereitungszeit: 45min

So geht’s:

Cumin, Koriander, Zimt und Pfefferkörner im Mörser fein mahlen. Hühnerfleisch in mundgerechte, nicht zu kleine Stücke schneiden. Blattspinat waschen, gut abtropfen lassen oder trocken schleudern, grob hacken.

Ghee in der Pfanne erhitzen. Zwiebeln, Chili und Ingwer einige Minuten anschwitzen. Alle Gewürze in die Pfanne geben und unter Rühren anbraten, bis Aroma aufsteigt. Tomate hinzugeben. Alles gut verrühren und aufkochen lassen. Etwas von dem Wasser oder der Brühe hinzugeben und den Spinat unterrühren. Hitze reduzieren, Deckel schließen und 3-5 min köcheln lassen.

Jetzt das Hühnchen hinzugeben und salzen. Deckel wieder schließen und das Hühnchen garen (dauert 10-12 min). Ist das Curry noch zu flüssig, noch mal aufgedeckt bei höherer Hitze einkochen lassen. (Wenn Ihr TK-Spinat verwendet, unbedingt weniger Wasser/Brühe verwenden!). Wenn Euch noch Flüssigkeit fehlt, einfach noch etwas von dem Wasser bzw. der Brühe zugießen.

Zum Schluss den Joghurt einrühren und die Hitze abschalten, da sonst der Joghurt flockt. Alles noch mal abschmecken mit Salz und ggf. einer Prise Zucker.

Dazu passt Reis oder Naan, indisches Fladenbrot.

Ich wünsche Euch ein entspanntes, kuscheliges Wochenende, das mit diesem würzigen Spinathühnchen einen feurigen Start findet!

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