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Archive for the ‘Indisch’ Category

Wer wie ich von Erbsen nie genug bekommt, mischt einfach Kichererbsen und grüne Erbsen zu einem schnellen, gesunden und würzigen Chana Matar Masala!

Die Ayurvedische Küche liebt Kichererbsen (Chana) und grüne Erbsen (Matar) vor allem wegen ihrer Protein-Power. Hiermit können sich nicht nur Vegetarier und Veganer ihre Extraladung Protein abholen. Aber auch wer sich nicht fleischlos ernährt, tut sich was Gutes: Die Kichererbse steckt voller Magnesium, Calcium und Eisen, die grüne Erbse bringt außerdem noch Vitamin A und C mit. Lauter gute Gründe, um sich zusammen mit köstlichen indischen Gewürzen ein kraftvolles Chana Matar Masala zuzubereiten:

kichererbsencurry

Dieses schnell zubereitete indische Gericht sieht nicht nur wunderhübsch aus, sondern ist auch schnell fertig. Zudem macht es richtig ordentlich satt. Und am nächsten Tag schmeckt es aufgewärmt mindestens noch mal so gut! Wer öfter indisch kocht, hat vermutlich sogar alle Zutaten im Haus. Perfekte Voraussetzungen, um in die Kategorie „Friday Night Dinner Date“ zu rutschen, oder?

Zutaten für 2 Personen:

1 EL Rapsöl (Nicht-Veganer: Ghee)

1 TL braune Senfsamen

1 kl Zwiebel, fein gehackt

1 TL Ingwer-Knoblauch-Paste (oder die entsprechenden Zutaten sehr fein gehackt)

1 TL scharfes Chilipulver

1 TL Kurkuma

1 TL brauner Zucker

400 gr Kichererbsen aus der Dose, abgetropft und leicht abgespült

200 ml Tomatensaft

1 EL Garam Masala

1/2 TL Tamarindenpaste

1 EL getrocknete Bockshornkleeblätter

4 EL TK-Erbsen, aufgetaut (oder je nach Saison frische Erbsen)

1 Stange Staudensellerie, in Scheiben geschnitten

Salz

Zubehör: Schwere Pfanne mit Deckel

Zubereitungszeit: 20-30 Minuten

Beilagen: Naan und Gurken-Raita (Joghurt, fein geraspelte Salatgurke, Salz und Cumin mischen. Veganer ersetzen den Joghurt entsprechend.)

So geht’s:

Das Rapsöl in der Pfanne erhitzen. Braune Senfsamen hinzugeben und warten, bis sie zu springen anfangen. Hitze etwas herunterstellen. Zwiebeln und Ingwer-Knoblauch-Paste andünsten. Braunen Zucker hinzugeben, bis die Zwiebeln leicht karamellisiert sind. Chilipulver und Kurkuma hinzugeben und ebenfalls anrösten.

Mit Tomatensaft ablöschen. Eventuell noch etwas Wasser hinzugeben. Jetzt die Kichererbsen und den Staudensellerie in die Sauce geben und mit geschlossenem Deckel auf mittlerer Hitze gar köcheln lassen.

Deckel öffnen und die Tamarindenpaste unterrühren. Grüne Erbsen ebenfalls unterrühren und gar ziehen lassen. Bockshornkleeblätter und Garam Masala sowie zum Abschmecken Salz hinzugeben und alles noch mal heiß werden lassen.

Mit Naan und Raita servieren!

Power-Food für’s lange Pfingstwochenende! Ich wünsche Euch eine schöne Zeit und viel Spaß beim Genießen!

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Ich halte mich für einen äußerst toleranten Esser. Aber bei zwei Gemüsen streike ich: Blumenkohl und Rosenkohl. Heute stelle ich mich zumindest dem ersten Feind: Mit einem scharfen Aloo Gobi!

Seit jeher hasse ich den Geruch von Blumenkohl. Und dieses komisch krümelige Gefühl auf der Zunge. Meist kommt er auch noch in Sahne ertränkt und mit Käse und Schinken überbacken als riesiger weißer Berg auf den Teller. Wer braucht sowas?

Während ich mich auch weiterhin weigere, die Existenz von Rosenkohl anzuerkennen, will ich dem Blumenkohl eine Chance geben. Schmeckt er mir doch immer dann, wenn er in Maßen einem indischen Curry beigegeben ist. Klassisch ist beispielsweise das Aloo Gobi. Klingt ja auch gleich viel schöner als „Kartoffeln und Blumenkohl“, oder?

Ich raffe also meine virtuellen Röcke und springe über meinen Schatten: Voila, meine persönliche Variante eines köstlich scharfen, knackigen Aloo Gobi:

Aloogobi

Zutaten für eine große Pfanne Aloo Gobi für mindestens 2 Personen:

1 kl. Blumenkohl, in mundgerechte Röschen zerteilt

2 mittelgroße, festkochende Kartoffeln, geschält und gewürfelt

1 Karotte, gewürfelt

4 braune Champignons, gewürfelt

4 EL TK-Erbsen

20 frische Curryblätter

1 scharfe, rote Chili, gehackt

1 EL Ingwer-Knoblauch-Paste (oder etwas Ingwer und Knoblauch frisch gehackt)

1 EL Ghee (vegan: Sonnenblumenöl)

1 Zwiebel

200 ml Tomatensaft (oder gleiche Menge stückige Tomaten aus der Dose)

200 ml Gemüsebrühe

1 TL Panch Phoran (bengalisches 5-Gewürze-Pulver aus braunen Senfsamen, Schwarzkümmel, Fenchelsamen, Kreuzkümmel (Cumin) und Bockshornkleesamen zu gleichen Teilen gemischt und gemörsert)

1 TL Chilipulver

1 TL frisch gemahlener Cumin

1 EL scharfes Curry (etwa Madras Curry nach diesem Rezept)

1 TL braune Senfsamen

Salz

brauner Zucker

2 EL Joghurt (10% Fett) (vegan: 3-4 EL Kokosmilch)

Beilagen: Naan-Brot und Gurken-Raita (Joghurt mit gewürfelter Salatgurke, etwas Salz und Cumin mischen, etwa 30 min ziehen lassen)

Zubehör: große Pfanne (gerne beschichtet) mit Rand und Deckel

Zubereitungszeit: Mit der ganzen Schnippelei rund 45 Minuten

So geht’s:

Das Gemüse vorbereiten, alle Gewürze bereitstellen. Pfanne erhitzen und Blumenkohlröschen darin anrösten. Beiseite stellen.

Ghee in der Pfanne erhitzen. Senfsamen anrösten, bis sie zu springen anfangen.

Zwiebeln, Chili und Ingwer-Knoblauch-Paste hinzugeben, alles gut vermischen und anschwitzen.

Etwas zuckern, bis alles leicht karamelisiert.

Die Gewürze in die Pfanne geben, bis sich das Aroma duften ausbreitet.

Curryblätter hinzugeben und leicht mit andünsten.

Mit Tomatensaft und Gemüsebrühe ablöschen. Aufköcheln lassen und die Hitze reduzieren.

Karotten- und Kartoffelwürfel hinzugeben und bei geschlossenem Deckel mindestens 15 min dünsten.

Wenn Kartoffel und Karotte fast gar sind, Blumenkohl hinzugeben und ebenfalls unter geschlossenem Deckel etwa 10 min bei leichtem Köcheln gar dünsten. (Eventuell noch etwas Flüssigkeit hinzugeben)

Wenn der Blumenkohl gar ist, die Champignons und Erbsen hinzugeben und erhitzen. Alles mit Salz und noch etwas Zucker, eventuell auch Panch Phoran und Chilipulver, abschmecken.

Hitze ausstellen und den Joghurt unterziehen.

Mit Naan und Gurken-Raita servieren.

Fertig ist ein köstliches vegetarisches (oder veganes) Curry, in dem mir sogar der Blumenkohl schmeckt. Weiches Naan und das kühlende Raita neutralisieren die prickelnde Schärfe. Ich bin jetzt Fan!

Skeptiker nehmen einfach ein paar weniger Röschen für den Anfang. Ganz klassisch ist Aloo Gobi ein Curry nur aus Blumenkohl und Kartoffeln. Die Karotte, Champignons und Erbsen liefern aber noch zusätzliche Konsistenzen und etwas mehr Abwechslung im Mund. Probier‘ es doch mal aus!

Wen nicht stört, dass der Joghurt beim Aufwärmen leicht ausflockt, kann sich Reste am nächsten Tag noch mal prima aufwärmen und mit etwas Reis essen. Bringt Bollywood-Flair in die Büro-Küche!

 

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Wenn ich mich bei IRGENDWAS mengenmäßig immer verschätze, ist das Reis. Ich mache IMMER zu viel. Wie gut, wenn man den dann aufhebt und einen exotischen indischen Gemüsereis daraus macht!

Mein Faible für die indische Küche dürfte hinlänglich bekannt sein. Nicht umsonst hat meine Lieblingsküche eine eigene Kategorie hier im Blog. Fasziniert bin ich von den vielen Aromen und den zahlreichen Einflüssen. Einflüsse in beide Richtungen:  Von Indien in die Welt (etwa im englischen Chicken Tikka) oder von den Kolonialherren nach Indien (etwa beim Vindaloo).

Und nicht vergessen: Ohne die englischen Kolonialherren in Indien, Malaria und Durchfall gäbe es keinen Gin Tonic (Gin und Chinin sollen gegen beide Malaisen helfen. Ich hab in Indien feste dran geglaubt und mir nix eingefangen! Cheers!).

So eine wechselseitige Einflussnahme ist auch das Vadouvan-Gewürz (oder Vadavam). Die Franzosen haben diese Gewürzmischung aus indischen Gewürzen zusammengestellt. Meist beinhaltet sie Knoblauch, Zwiebeln, Bockshornkleesamen, Senfsaat und Kreuzkümmel. Alles wird in Öl angeröstet und trocknen gelassen. So bleibt es schön haltbar.

Ich habe Vadouvan doch tatsächlich erst kennengelernt, als mir die großartige Astrid eine Mischung von Ingo Holland geschenkt hat. Dabei weiß Astrid doch ganz genau, wie man mit Vadouvan aromatisierten Reis selbst herstellen kann – zeigt sie uns nämlich hier.

Die Gewürzmischung kommt aber dennoch bei uns zum regelmäßigen Einsatz, parfümiert sie Reis doch aufs zauberhafteste. Dazu einfach 1 TL der Mischung im Reiswasser mitkochen, den aufsteigenden Duft tief einatmen und genießen.

Wer so einen Reis übrig hat, kann sich am nächsten Tag total unkompliziert, günstig und bunt eine köstliche indische Reispfanne machen:

Indischer Gemüsereis

Zutaten für 2 hungrige Personen als vegetarisches Abendessen:

2 Portionen Vadouvan-aromatisierter Reis (idealerweise vom Vortag)

1 Stengel Sellerie, in feine Scheiben geschnitten

1 Karotte, in feine Streifen geschnitten

frischer Koriander, gehackt

1 TL Currypulver (hausgemacht)

1 kleine rote, scharfe Chili, in feine Streifen geschnitten

1 grüne Paprika, gewürfelt

2 Eier

Salz

optional: etwas Ghee

Zubehör: Große Pfanne

Zubereitungszeit (wenn Du den Reis noch vom Vortrag übrig hast): 20 min

So geht’s:

Die Eier verkleppern und mit Salz abschmecken. Die Pfanne erhitzen und – falls nicht beschichtet – etwas Ghee darin schmelzen. Die Eier zu einem dünnen Omlett braten und zur Seite stellen. Abkühlen lassen und in Streifen schneiden.

Gemüse sowie das Curry anrösten, salzen und den Reis portionsweise hinzugeben. Alles unter Rühren erhitzen. Zum Schluss die Omelettestreifen hinzugeben und sofort servieren.

Dazu passt ein eiskaltes King Fisher-Bier!

Da die vielen Gewürze angeblich auch aphrodisierende Wirkung haben (das Kamasutra kommt nicht ohne Grund aus Indien!), wünsche ich Euch einen ganz besonders romantischen Freitagabend ;-))

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Zimt, Kardamom, Nelken – darum bittet meine liebe Foodina beim Blog-Event auf Zorras Kochtopf. Wie könnte ich da widerstehen? Ob wärmender Chai, fruchtiges Chutney oder feuriges Vindaloo: Diese 3 Gewürze (und viele mehr) sind bei mir rund um’s Jahr im Einsatz!

Wenn Du hier öfter mal reinliest, dann weißt Du, dass die indische Küche für mich ganz weit oben auf meiner Liste der liebsten Länderküchen steht. Ob vegane Linsensuppe, fruchtige Chutneys, feurige Vindaloos, gefüllte Dosa, klassisches Chicken Tikka Masala oder hausgemachte Currymischungen und Garam Masala – niemals dürfen die exotischen Gewürze fehlen, die die indische Küche zur Aromaexplosion machen.

Also mache ich mir erstmal einen würzigen Chai Tee – nicht die süße Brühe aus den Star****s dieser Welt! – und nehme Euch mit auf eine kleine Indien-Tour durch das Blog.

Chai

Wie ich den Chai mache? Ich mörsere 1 braunen Kardamom, getrockneten Ingwer, 1/4 Stange Zimt, Fenchelsamen, 2-3 Nelken, 1/2 Sternanis und eine Prise Muskat sowie ein Stückchen Macis. Pro Tasse verwende ich einen starken Assam-Tee, den ich ganz normal aufbrühe. 1/4 TL der Gewürzmischung erwärme ich in Milch und gebe je nach Laune noch eine Prise Zucker hinzu. Die Gewürzmilch kommt dann in den Assam-Tee.

Natürlich kannst Du die Gewürze aber auch direkt in den Tee geben und ziehen lassen. Inder trinken ihren Chai allerdings immer mit Milch und Zucker.

So. Jetzt haben wir ein würziges Heißgetränk. Dann geht’s mal los:

Eines meiner All-time-Favourites ist das Malabar Fisch Curry: Säuerlich, scharf, leichte Kokosnote – himmlisch!

Ebenso köstlich, aber „wärmer“ und besser für die Wintermonate geeignet ist ein Rogan Josh aus den Anfangstagen des Blogs:

Ganz zu schweigen von diesem Schweine-Curry aus Goa: Chiristas Ghassi!

Garam Masala mit seinen wärmenden Gewürzen ist Euer Freund, wenn es um die indische Küche geht. Auch an einem Rührei, einer Grillmarinade, einem Chutney ist eine Prise Garam Masala (enthält – natürlich! – Zimt, Kardamom, Nelke!) ein Boost in Richtung Indien.

Mein Garam Masala besteht aus:

ca. 10 grüne Kardamomkapseln

2 braune Kardamomkapseln (alternativ: insgesamt 15 grüne Kapseln)

Lorbeerblatt

2 EL Kreuzkümmelsamen (Cumin)

2 EL Korianderkörner

2 TL schwarze Pfefferkörner (Tellycherrypepper aus Indien)

1 TL Gewürznelken

1 1/2 Stangen Zimt

1/2 TL Muskatblüte (Macis)

Alle Gewürze mörsern oder in der Maschine fein mahlen und luftdicht in einem dunklen Glas verschließen. Die Muskatblüte gibt einen leicht säuerlichen Geschmack, der braune Kardamom schafft erdige Wärme. Garam Masala ist perfekt für Schmorgerichte mit Fleisch.

Überhaupt: Brauner Kardamom! Gibt es etwas Köstlicheres? Ich mag ihn lieber als den grünen, wenn ich Schmorgerichte zubereite. Er ist deutlich würziger, erdiger, „tiefer“ als sein grüner Kumpel.

Wie fast alle Gewürze der indischen Küche (Fenchelsamen!) ist Kardamom bei der Verdauung hilfreich. Du hast das vielleicht schon gemerkt nach dem Genuss eines indischen Gerichts. Das ist nicht immer die Schärfe, die Dich ins Badezimmer treibt, sondern die Zusammenstellung der Gewürze! In der Ayurvedischen Küche ist der Magen-Darm-Trakt bzw. dessen Gesundheit sowieso ein ganz wichtiger Punkt. Und wer die Hygieneverhältnisse in Indien kennt, der weiß auch, wieso das so ist.

Zimt wirkt desinfizierend und wärmend. Nelken sollen schmerzstillend sein – schon im Mittelalter kauten Menschen mit Zahnschmerzen auf Nelken herum. Ist also scheinbar was dran!

Es gibt also neben Geschmack und Geruch noch viele weitere Gründe, mehr Gewürze in unsere Küche zu integrieren. Nicht nur zu Weihnachten!

Besonders im Kuchen können Chai-Gewürze den Inder in Dir wecken wie dieser Guglhupf beweist!

Ich hoffe, ich habe Euch ein bisschen Lust gemacht auf köstliche indische Küche mit Zimt, Koriander und Nelken – und vielen anderen Gewürzen!

Und wer noch mehr über Indien lesen will, findet hier noch ein paar Posts zu unserer Indien-Reise, Mitbringseln und Rezepten:

We’ve come full circle

Glückspaket zum Wochenende

Rückkehr nach Indien

Kategorie Indisch hier im Blog

Danke an Tina und Zorra für das tolle Event. Ich bin sehr gespannt auf die vielen Gerichte, die mit Gewürzen hergestellt werden!

Blog-Event CXV - Zimt, Kardamom, Nelke (Einsendeschluss 15. Januar 2016)

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Die indische Küche ist so zeitaufwendig, die Schmorerei dauert zu lange, die Vorbereitungen sind viel zu kompliziert, sagst Du? Sage ich: Gib mir mal meinen Turban, ich zeig Dir was! Denn mit meiner Vindaloo-Paste kannst Du auch noch nach Feierabend den Maharadscha zum Schmatzen bringen!

Ich mag das ja manchmal ganz gerne: Alle Gewürze zusammensuchen, in der Pfanne anrösten, mörsern, Pasten herstellen, Fleisch marinieren, anbraten, schmoren lassen… Den halben Tag kannst Du in der Küche verbringen für ein scharfes, langsam geschmortes Kashmiri Lamm oder Chettinad Mutton Curry. Und wenn es schneller gehen muss aber indisch sein soll, mache ich mir halt das köstliche Spinat-Hühnchen oder ein feuriges Daal. Auch Fisch – etwa beim Südindischen Reis-Fisch-Eintopf – gart natürlich viel schneller!

Für mich ist die Krönung indischer Genüsse abe reinfach ein feuriges Vindaloo:

Vindalootopf

Du kannst an der Garzeit für Fleisch nunmal nichts beschleunigen. Eine Wade braucht ewig, bis sie zart und genießbar ist. Mindestens drei Stunden. Schulter oder Keule sind auch nicht ganz ohne. Unter einer Stunde, eher anderthalb brauchst Du gar nicht erst anfangen. Ein bisschen schneller geht es bei der Nuss vom Rind – aber auch hier tust Du gut daran, dem Fleisch mindestens eine Stunde Zeit zu gönnen. Wenn Du mehr Zeit zum Garen hast, sagen wir anderthalb oder gar zwei Stunden, dankt Dir jedes Schmorgericht Deine Geduld mit Zartheit und Genuss.

Indien13

Aber Du kannst Dir ja bei den Vorbereitungen das Leben ein bisschen leichter machen, indem Du die Gewürzpaste schon fertig im Kühlschrank stehen hast. Dann ist das Gericht blitzschnell im Topf, schmort vor sich hin und Du kannst in der Zeit Wäsche waschen, Buchhaltungskram erledigen, den Tisch decken, den längst fälligen Knopf annähen, Dir die Fußnägel lackieren – und anschließend in aller Ruhe essen. Wie klingt das?

Dann lass uns jetzt mal loslegen – mit einer Vindaloo-Paste, die Du am Wochenende vorbereiten und wochenlang im Kühlschrank aufbewahren kannst. Ganz easy. Füll‘ die Paste am Besten in kleine Schraubgläschen. Denn auch zum Verschenken sind sie prima (wenn der Beschenkte gerne scharf isst! Oder Du Dich rächen willst!).

Mit der Paste kannst Du jedes Fleisch Vindaloo-Style variieren: Lamm, Huhn, Schwein, Rind. Mit etwas weniger Paste gibst Du auch einem Gemüse- oder Fischcurry ordentlich Rumms! Mehr zur Herkunft des Vindaloos liest Du übrigens hier. Natürlich wird mit der Pasta ein Vindaloo nicht zum Blitzgericht. Aber vielleicht hast Du mittags mal Zeit, um ein Vindaloo für abends anzusetzen (Du kannst es problemlos immer wieder aufwärmen!) oder Du bist freitags mal früher zuhause. Natürlich ist es auch genial, das Vindaloo in Ruhe am Wochenende zu machen und Reste für die nächste Woche als feurigen Lunch einzuplanen!

Vindaloopaste

Apropos Rind: Natürlich sind den Hindus Rinder heilig. Aber Indien mit seinen weit über 1 Milliarde Menschen ist ein Viel-Religionen-Staat. Es gibt muslimische Gegenden, in denen Du Rind auf der Speisekarte findest, aber natürlich niemals Schwein. Andere Landstriche sind wieder durch christliche Kolonialisten geprägt. Ich selbst habe in Indien weitestgehend auf Fleisch verzichtet. Das lag zum einen an einer Rikscha-Fahrt durch Delhi vorbei an einem Metzgerladen und b) an einem Lamm-Curry, dessen Folgen Du mir auf den Fotos vom nächsten Tag noch sehr gut anhand einer käsig-gründlichen Gesichtsfarbe ansehen kannst.

Für Indien-Feeling zuhause brauchst Du Dir aber keine Sorgen machen, wenn Du einen guten Metzger hast!

Zutaten für scharfe Vindaloo-Paste:

2 Knoblauchzehen, geschält

ein Daumenglied-großes Stück Ingwer, geschält, grob gehackt

1 gehäufter TL Kaschmir-Chili-Pulver (alternativ: ein nicht zu feuriges, eher rauchiges Chilipulver wie Ancho-Chilipulver)

2 frische rote Chilis, entkernt (hier empfiehlt sich eine scharfe Sorte. Wenn Du empfindlicher bist, nimm mildere Chilis. Vindaloo ist aber nunmal scharf!)

1 EL Kurkuma-Pulver

1/2 TL grobes Meersalz

3 EL Pflanzenöl

2 EL Tomatenmark

1 TL Pfefferkörner (indischer Tellycherrypepper beispielsweise)

4 Nelken

1 TL Koriandersamen

2 TL Fenchelsamen

1 TL Bockshornkleesamen

1 EL Kreuzkümmel/Cumin

1 Kapsel brauner Kardamom

Die trockenen Gewürze röstest Du alle in einer Pfanne an, bis ein unwiderstehliches Aroma aufsteigt. Dann lässt Du die Gewürze etwas abkühlen und gibst sie mit den restlichen Gewürzen in einen Mixer (den Du hinterher bitte SEHR gut spülen musst!). Diese Paste kannst Du direkt für Dein Vindaloo verwenden oder in einem Schraubglas mit etwas Öl bedeckt 2-3 Wochen im Kühlschrank aufbewahren.

Zutaten für Vindaloo vom Rind für zwei Personen inkl. „Reste“ für 1-2 feurige Büro-Portionen:

750 gr Rindfleisch aus der Nuß

1 EL Ghee

1 TL braune Senfsamen

1 große, weiße Zwiebel, geschält und gehackt

1 EL Jaggery (alternativ: brauner Zucker)

200 ml Tomatenpürree

Salz

15 frische Curryblätter

etwas milder Essig

Wasser

Vindaloo-Paste zum Marinieren (s.o.)

Zubehör: Große Schmorpfanne mit Deckel oder Bräter mit Deckel

Zubereitungszeit: 1 Std. zum Marinieren (Zeit kann notfalls verkürzt werden!) , 1-1,5 Stunden zum Garen

So geht’s:

Fleisch in nicht zu kleine Stücke schneiden (jedes Stück sollte so groß sein, dass es einmal geteilt mundgerecht ist) und mit der Vindaloo-Paste einreiben. Kühl stellen und mindestens 15 min marinieren lassen. Vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank holen und Zimmertemperatur annehmen lassen.

Währendessen in der großen Pfanne das Ghee erhitzen. Die Senfsaat hinzugeben und warten, bis die Samen springen. Jetzt die Zwiebel anschmoren, bis sie schön glasig ist. Jaggery oder braunen Zucker dazugeben, bis die Zwiebeln soft und karamellig sind.

Fleisch portionsweise scharf anbraten. Dabei beachten, dass die Marinade nicht verbrennt. Notfalls also die Hitze etwas reduzieren.

Wenn das Fleisch komplett angebraten ist, restliche Marinade hinzugeben (Schüssel mit etwas Wasser ausschwenken und in die Pfanne geben). Tomatenpürree und bei Bedarf noch etwas Wasser in die Pfanne gießen. Mit Jaggery/Zucker und Salz abschmecken. Curryblätter hinzugeben, alles gut umrühren und bei geschlossenem Deckel und kleiner Hitze etwa anderthalb Stunden schmoren lassen.

Zum Schluss noch mal gut abschmecken: Fehlt Schärfe (Chilipulver!), Salz oder etwas Säure (Essig!)? Ein echtes Vindaloo muss scharf und leicht säuerlich sein.

(Die Garzeit hängt vom Fleisch ab. Probier einfach mal zwischendurch, ob Dir das Fleisch schon zart genug ist…)

Mit Reis oder Naan sowie einem kühlenden Gurken-Raita (Joghurt mit klein gehackter Salatgurke, etwas Salz und Kreuzkümmel vermischen) servieren.

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Dazu passt ein eiskaltes Bier. Wein hat gegen die feurige Schärfe und die Säure nichts zu anzubieten!

Guten Appetit!

Wenig ist für mich und meinen Blog so typisch wie ein indisches Essen. Über 70 Rezepte finden sich mittlerweile in der Kategorie „Indien“ hier im Blog – vom Chutney über Curries und Vindaloos bis hin zu Gewürzmischungen wie Garam Masala oder mein geliebtes Madras Currypulver. Aber ich schaue auch immer, dass ich mein Leben und das meiner Leser ein bisschen leichter mache. Deshalb ist dieses Vindaloo und die gut vorzubereitende Paste mein Beitrag für die November Aktion „Typisch für… November… Lieblingsessen“ von Kebo Homing, die über das gesamte Jahr hinweg immer wieder von uns wissen wollte, was typisch für uns ist.

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Manche Rezepte sind es wert, nochmals gekocht, verfeinert, aktualisiert und erneut gepostet zu werden. Meine kleine Reloaded-Reihe setzt sich fort mit einem köstlichen, schnellen Reis-Eintopf mit Fisch und Meeresfrüchten nach südindischer Art. Danke, Jamie!

Mich begeistern schnell zuzubereitende Gerichte, die trotzdem Exotik und Würze in den Alltag bringen. Nach einem langen Arbeitstag sind sie perfekt, um abzuschalten, die Seele baumeln zu lassen und von fernen Ländern zu träumen. Dazu gehört der südindische Reis-Fisch-Eintopf, zu dem mich vor Jahren Jamie Oliver inspiriert hat. Zwischenzeitlich waren wir im südindischen Kerala und haben jetzt noch viel mehr Anlass, bei diesem herzhaften Eintopf ins Schwärmen zu geraten.

Da der Link im alten Beitrag aber nicht mehr funktioniert und ich ein bisschen was abgewandelt habe, teile ich meine Version heute noch mal, damit dieses köstliche, wärmende, exotische Gericht nicht in Vergessenheit gerät: Der südindische Reis-Fisch-Eintopf nach Jamie Oliver!

SüdintischerFischeintopf

Zutaten für zwei Personen als Hauptgericht mit kleinem Rest für den nächsten Tag:

3 EL Ghee

2 EL braune Senfsamen

10 frische Curryblätter (alternativ: getrocknete Blätter)

2 TL Cumin/Kreuzkümmel, frisch gemörsert

1 TL Garam Masala

1 TL Madras Curry

1 TL Chilipulver (scharf!)

2 TL Kurkuma

2 scharfe, rote Chilis (z.B. Vogelaugenchilis), fein gehackt

1 daumennagelgroßes Stück Ingwer, geschält und fein gehackt

1 Knoblauchzehe, geschält und fein gehackt

2 weiße Zwiebeln (mittelgroß), geschält und fein gehackt

1 Kaffeebecher (etwa 250ml) Basmati-Reis

500 ml Wasser oder Gemüsebrühe

500 gr festfleischiger Fisch, in mundgerechte Stücke geschnitten (wir hatten noch Seeteufelfilets, es kann aber auch ein günstigerer Fisch sein)

6 Shrimps, ohne Schale (ebenfalls aus dem Vorrat; Du kannst auch nur 2 verschiedene festfleischige, weiße Fischsorten nehmen)

150 ml Kokosmilch

Limettensaft

Salz

frisch gemahlener Pfeffer

Zubehör: Großer Topf oder etwas höhere Pfanne, mit Deckel

Zubereitungszeit: rund 45 Minuten

So geht’s:

Ghee im Topf erhitzen und darin die Senfkörner, Curryblätter, Kreuzkümmel, Garam Masala, Curry, Chilipulver und Kurkuma unter Rühren anbraten, bis intensives Aroma aufsteigt. Jetzt Chilis, Ingwer, Knoblauch und die Zwiebel hinzufügen und bei mittlerer Hitze sanft anschwitzen. Die Zwiebeln sollten schön glasig und weich sein. Dann den Reis einrühren und das Wasser bzw. die Brühe hinzugießen. Alles aufkochen lassen. Deckel schließen und bei kleiner Hitze etwa 15 Minuten sanft köcheln lassen. Fisch, Shrimps und Kokosmilch sowie etwas Salz hinzugeben, zum Köcheln bringen und bei wieder reduzierter Hitze und mit Deckel 10 Minuten garziehen lassen. Der Eintopf ist gut, sobald Fisch und Shrimps sowie der Reis gar sind. Abschließend mit Salz, Pfeffer und Limette abschmecken.

Wer mag, kann zum Servieren noch einige Korianderblätter hinzugeben.
Fertig ist in kurzer Zeit ein wärmender, exotischer Fischeintopf voller indischer Aromen, der sich herrlich in der kalten Jahreszeit macht. Mit etwas mehr Brühe oder Kokosmilch wird er „suppiger“, falls Du das lieber magst!
Guten Appetit!

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Ich bin immer wieder verblüfft, wie wenig zeitaufwendig die indische Küche sein kann, wenn alle Gewürze im Haus sind (das lohnt sich echt, wenn Du öfters asiatisch kochen magst!). Dann steht auch einem exotischen Genuss an einem ganz normalen Werktag nichts im Wege. Das köstliche Hühnchencurry ist in rund einer halben Stunde fertig, da es im Gegenteil zu Lamm- oder Rindercurries nicht stundenlang schmoren muss!

Hilfeeeeee! Kennst Du das: Du sitzt am Schreibtisch, der Hunger nagt im Magen und Deine Gedanken kreisen schon seit Minuten um’s Essen, aber Dir fällt einfach nicht ein, was Du kochen könntest? Um Dich endlich wieder auf die Arbeit konzentrieren zu können, musst Du jetzt a) schnell eine Kleinigkeit zu Dir nehmen und b) schnell eine Idee kriegen, was Du heute Abend kochst, damit Du Dich wieder auf die Arbeit konzentrieren kannst! Mir ging es neulich auch so. Ich wusste lediglich: Indisch und scharf soll es sein! Denn das kalte Herbstwetter ruft nach exotischen Düften und anheizenden Gewürzen!

Curry

Also schnell die großartige Tina vom Blog Foodina angechattet: „Sag mal, haste ne Idee für ein schnelles (!) indisches Curry? Schön scharf und gerne mit Hühnchen oder Rind…?“ Und prompt kamen 4 oder 5 Vorschläge zurück samt Verlinkung auf die Rezepte. WOW! Ich liebe dieses Internet!

Hängen geblieben bin ich am Spicy Tomate Chicken. Aber da ich momentan im Vorräte-Verwertungs-Wahn bin, wurde in meiner Version kräftig abgewandelt. So habe ich deutlich weniger Hühnchen genommen, dafür aber Kartoffeln und Erbsen hinzugefügt. So konnte ich die Menge an Fleisch um die Hälfte reduzieren und mir im Gegenzug ein gutes Brustfilet vom Loué-Huhn gönnen!

curry2

Zutaten für 2 Personen als Hauptgericht:

200 gr Hühnerbrustfilet ohne Haut, in mundgerechte, nicht zu kleine Stücke schneiden

3 mittelgroße, festkochende Kartoffeln, geschält und in mundgerechte, gleichmäßige Würfel geschnitten

eine Handvoll TK-Erbsen

400 gr geschälte Tomaten aus der Dose

1 scharfe, rote Chilischote, in feine Ringe geschnitten

1 EL Garam Masala

1 weiße Zwiebel, mittelgroß, geschält und fein gehackt

1 Daumengelenk großes Stück Ingwer, geschält und fein gehackt

1 EL Kaschmir-Chili-Pulver (ist relativ mild, bei sehr scharfem Chilipulver ggf. weniger nehmen)

50 ml Sahne (alternativ: Joghurt, möglichst fett)

10 frische Curryblätter

1 EL Ghee (alternativ: Pflanzenöl)

Salz

1 TL Jaggery (alternaitv: brauner Zucker)

Einige Blätter Koriandergrün zum Garnieren

Dazu: Basmati-Reis (oder Naan)

Zubehör: Große, beschichtete Pfanne, Topf für Kartoffeln bzw. Reis

Zubereitungszeit: ca. 30 min

So geht’s:

Kartoffelwürfel fast gar kochen. Abschütten und beiseite stellen. Topf ausspülen und darin den Reis aufsetzen.

In der Pfanne das Ghee erhitzen und die Zwiebel, den Ingwer, die Curryblätter und die Chili andünsten, bis die Zwiebeln glasig sind. Zucker, Garam Masala und Chilipulver dazugeben und alles anrösten, bis ein aromatischer Duft aufsteigt. Hähnchen hinzugeben und gut vermischt anbraten.

Tomaten aus der Dose hinzugeben, Dose mit etwas Wasser füllen, um die Saucenreste ebenfalls hinzugeben zu können. Salzen und zugedeckt einige Minuten sanft köcheln lassen, bis das Hühnchen gar ist.

Sahne oder Joghurt hinzugeben und gut unterrühren.

Kartoffeln und Erbsen hinzugeben, gut vermischen und erwärmen.

Mit Salz, eventuell etwas Chili oder auch Zucker abschmecken und zusammen mit dem Reis und etwas Koriandergrün servieren!

Fertig ist ein blitzschnelles, wärmendes Feierabend-Curry, das auch am nächsten Tag als schneller Lunch köstlich schmeckt und die Seele wärmt!

Guten Appetit!

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