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Archive for the ‘Italien’ Category

“Retten? Wieso denn Pizza retten?”, fragst Du vielleicht. Tja, dann guck’ doch mal in eine durchschnittliche deutsche Fußgängerzone, in denen schon Kleinkindern fragwürdige “Pizzazungen” vom Discount-Bäcker in die Patschehändchen gedrückt werden. Ganz zu schweigen von all den Fertig-Teigen und ihren Zutatenlisten. Dabei ist kaum etwas einfacher zuzubereiten als eine hausgemachte Pizza, ein knuspriger Flammkuchen oder eine herzhafte Quiche!

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Nach Döner gehört die Pizza zum Lieblingsessen der Deutschen. Dagegen ist auch gar nichts zu sagen. Eine frische Pizza aus dem Steinofen ist eine Köstlichkeit, die viele italienische Restaurants am Leben hält. Auch gegen ein Stück auf die Hand ist wenig einzuwenden.

Außer vielleicht: Warum muss immer alles schnell und im Gehen gegessen werden? Befriedigt nicht, schadet der Essenskultur und macht nachweislich dick. Denn was wir im Vorbeigehen essen, bleibt in unserem Hirn nicht als Nahrungsaufnahme hängen. Kannste Dir also sparen!

Viel schöner ist es doch, sich hinzusetzen, ein Glas Wein zu trinken, das Essen zu genießen!

Pizza

Was mich nervt, sind die Fertig- und TK-Pizzen voller Analogkäse und Formschinken. Als Kompromiss zwischen Fertiggericht und Selbermachen gilt vielen das eigenhändige Belegen von Fertig-Teig aus dem Kühlregal. Ist ja irgendwie selbstgemacht, aber man spart sich die Arbeit mit dem Hefeteig.

Oh, wie gut ich das verstehen kann. Hefeteig und ich sind nicht sooo die Best Buddies! Aber wenn ich schon den Backofen anwerfe, warum dann nicht auch gleich einen Hefeteig ansetzen? Das ist weniger schlimm, als Du denkst. Sogar für einen Back-Legastheniker wie mich.

Du brauchst noch ein Argument? Guck mal:

400 Gramm Blech-Pizzateig der Marke Tante Fanny, die im Supermarkt erhältlich ist, kosten rund 2€ und enthalten folgende Zutaten:

Weizenmehl, Wasser, Olivenöl (2 %), pflanzliche Fette gehärtet, Backmittel (Backtriebmittel: Diphosphate, Natriumcarbonat, Magermilchpulver), Stabilisator: Guarkernmehrl, Emulgator: Sojalecithin, Salz, Ethylalkohol, Weinessig, Hefe.

(Preise und Zutaten sind bei anderen Anbietern ähnlich. “Tante Fanny” suggeriert aber natürlich, dass ein liebes altes Tantchen in der Küche steht und den Teig knetet. So wie Landliebe-Joghurt suggeriert,… Ach, lassen wir das…)

Mein Pizzateig reicht für vier durchschnittlich große Pizzen und besteht aus Weizenmehl (Type 00), Hartweizengrieß, Trockenhefe, Salz, Zucker und Wasser. Die Zutaten kosten rund 90 Cent.

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Da sage ich glatt: German Abendbrot 1, Tante Fanny 0! Oder wie siehst Du das?

“Wissen, was drin ist!” – Das ist mir als Verbraucher wichtig. Ohne Missionseifer, ohne Hysterie. Aber ich will einfach keine Füllstoffe, Glattmacher, Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel usw. zu mir nehmen, wenn ich es vermeiden kann.

Ich muss mir aber auch nicht unnötig Arbeit machen. Das German Abendbrot steht nicht umsonst für unkomplizierte Küche, die auch für Berufstätige taugt und nach Feierabend funktioniert.

Also bekommst Du jetzt von mir ein Pizzateig-Grundrezept, das nicht nur funktioniert. Du kannst den Teig auch portionsweise einfrieren, morgens aus dem Tiefkühler nehmen, tagsüber auftauen und hast abends ein blitzschnelles hausgemachtes Abendessen ohne nervige Zusatzstoffe!  

Kleine Vorwarnung: Wir mögen den Teig dünn und knusprig. Also quasi römische Art. Wenn Du lieber den dicken Rand und fluffige Unterlagen magst, findest Du bessere Rezepte. Mir meinem wird der Teig dünn, knusprig, krachig!

Zutaten für 4 Pizzen:

400 gr Weizenmehl (Type 00 – also Pizzamehl, oder 550)

100 gr Hartweizengrieß

1 Tütchen Trockenhefe (ca. 6 gr)

1 TL Zucker

1 TL Salz

ca 300 ml lauwarmes (nicht zu warmes!) Wasser

Zum Pizza-Belag kommen wir später :)

Siebe das Mehl und das Grieß durch ein feines Sieb in eine Schüssel. Gib die Trockenhefe dazu und vermische alles gut miteinander. Salz und Zucker hinzugeben und ebenfalls gut vermischen.

Jetzt das Wasser vorsichtig hinzugießen und mit der Hand (so habe ich das beste Gefühl für den Teig) Mehl und Wasser vermischen. Immer etwas mehr Wasser hinzugeben, bis alles miteinander eine homogene Masse ergibt. Ist der Teig zu trocken, gibst Du noch etwas Wasser dran. Ist er zu nass, nimm noch eine Prise Mehl dazu.

Jetzt den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und etwa 10 min gut durchkneten. Etwas Mehl in Deine Schüssel geben, den Teig hineinsetzen und zugedeckt etwa eine Stunde gehen lassen. (Ich stelle den Teig in den Backofen und mache das Licht an aber keine Temperatur!)

Natürlich kannst Du Dich verrückt machen lassen wegen “kalter Teigführung” und “Über-Nacht-Gare”. Aber wir wollen uns das Leben ja nicht unnötig kompliziert machen. Wenn Du tiefer in die Materie einsteigen magst, tu das gerne auf den vielen versierten Back-Blogs. Hier gibt’s die Alltags-Lösung!

Das ist wirklich einfach und geht schnell. Wenn der Teig gegangen ist, hat er etwa das doppelte Volumen oder mehr. Du nimmst ihn jetzt raus, legst ihn wieder auf die bemehlte Fläche, schlägst ihn zusammen und viertelst den Teigklumpen.

Ich backe immer drei Pizzen: Eine für mich, eine für den besten Ehemann der Welt (bEdW) und eine für den nächsten Tag. Kalte Pizza ist nämlich mein Guilty Pleasure!

Ein Viertel friere ich aber immer direkt ein. Dann hab ich abends oder am Wochenende mal schnell eine Pizza! Das Einfrieren schadet dem Teig nicht. Du lässt ihn einfach langsam in seinem Gefrierbeutel oder Tupperdöschen im Kühlschrank auftauen, nimmst ihn anschließend heraus und lässt ihn in einer bemehlten Schüssel zugedeckt Zimmertemperatur annehmen:

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Die Anschaffung eines Pizzasteins lohnt sich übrigens wirklich – auch für Obstböden oder Brot. Die Hitze kommt so richtig gut an den Boden und macht ihn knusprig. Oft bekommst Du in einer Pizzeria ein Riesenteil mit einer matschien Mitte. Das mag keiner, oder?

Den Backofen kannst Du also mit Pizzastein volle Pulle vorheizen (mein Ofen schafft 250 Grad. Wenn Deiner 280 kann, tu es!). Am besten schiebst Du den Stein auf die 1. oder 2. Stufe von unten, damit der Belag nicht so dicht an der oberen Heinzschlange ist.

Du rollst ein Teig-Viertel mit dem Nudelholz auf einer bemehlten Fläche dünn aus, belegst Deine Pizza nach Wahl und Geschmack und backst sie etwa 10 Minuten – je nachdem, wie kross Du sie magst. Je heißer der Ofen ist, desto kürzer die Garzeit. Klar, oder? Bei der dritten Pizza reichen oft schon 5 Minuten weil der Ofen und der Stein knalleheiß sind!

Ein paar Worte zum Belag: Hier geht, was gefällt. Magst Du Pizza Hawaii mit Ananasscheiben und Cocktailkirsche? Just do it!

Ich liebe aber folgende Variante:

Ich koche mir einen Tomatensud aus 1/2 feingehackten Zwiebel, 2 Sardellen, 1 Knoblauchzehe, einem Lorbeerblatt und einer Dose geschälten Tomaten. Zum Würzen gebe ich Salz, Zucker und 1/2 Chilischote dran und lasse alles richtig schön einköcheln. Der Tomatensud soll pur zu heftig schmecken. Dann kommt er auf der Pizza richtig gut.

Dieser Sud reicht für 3-4 Pizzen. Ich gebe den Sud dünn auf die Pizza bis zum Rand. Wenn Du lieber einen dickeren Rand magst, spare einen Zentimeter aus, damit er schön aufgehen kann.

Für 2 Pizzen teile ich eine Kugel Mozzarella und zerpflücke sie über dem Sud. Dann gebe ich drauf, was vielleicht noch im Kühlschrank ist oder gut zum Wein schmeckt: Etwas San Daniele Schinken, ein paar schwarze Oliven, ein paar Kapern, Ringe einer roten Paprika, einen braunen Champignon in dünne Scheiben geschnitten… Weniger ist mehr!

Die heiße Pizza garniere ich noch mit gerebeltem oder frischem Oregano und ein paar Tropfen Olivenöl. Dazu gibt es ein Glas Sangiovese Wein.

Haaaaaalt! Ich hatte Dir ja noch einen Tipp für Pizza in Rom versprochen!

Wenn Du die Pizza dünn, knusprig, dünn belegt und sehr, sehr köstlich magst, dann geh zu Ai Balestrari am Campo di Fiori. Seit 1862 macht die Familie nichts anderes als Pizza und Pasta und andere Köstlichkeiten. Ohne Reseriverung geht hier nichts, denn auch die Römer essen hier gerne mit Kind und Kegel. Wir hatten im Februar das Glück direkt obendrüber zu wohnen. Da lasse sogar ich das mit der hausgemachten Pizza sein…

Dieser Beitrag ist Teil der losen Reihe #wirrettenwaszurettenist, in der sich Foodblogger zusammenschließen gegen die galoppierende Fertig-Tüten-TK-Unsitte unserer Zeit. Selbermachen ist einfach, kostet wenig und schmeckt besser!

Weitere “Retter-Rezepte” findest Du hier:

Aus meinem Kochtopf – Fränkischer Zwiebelkuchen mit Speck (Quark-Öl-Teig)

Prostmahlzeit – Flammkuchen mit Steinpilzen und Schinken

giftigeblondeFlammkuchen mit geräuchertem Meersalz und Tarte mit Ziegenkäse

magentratzerl – Schwäbischer Salzkuchen mit Tomaten und Basilikum

Cuisine Violette – Flammkuchen mit Pfifferlingen

Obers trifft SahnePizza mit Kürbis+Schafskäse und Flammkuchen mit Camembert+Trauben 

Feinschmeckerle – Flammkuchen ohne Hefe mit Ziegenkäse und Birne

Katha kocht! – Süßer Flammkuchen mit Apfel und Zimt

lieberlecker – Käseküchlein

Küchenliebelei – Klassischer Zwiebelkuchen

Rike von Genial Lecker Flammkuchen mit Spinat

Sweet Pie – Zwiebelkuchen

Jankes*Soulfood – Rotkohl-Quiche

thecookingknitter – Rettungsaktion für eine Quiche mit Ziegenfrischkäse

Paprika meets Kardamom – Schnelle, einfache Flammkuchen

auchwas: Quiche  Apfel-Handkäse-Zwiebel 

Rohstoffverarbeitender BetriebTarte a l’orange

kebo homing – Flammkuchen mit Champignons, Gorgonzola und noch viel mehr…

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Boah, heiß! Da tut man’s eher den Südländern nach und isst spät. Lange in der Küche rumwerkeln ist nicht drin. Deshalb gibt es heute einen schnellen, leichten Pasta-Teller mit gebratenen Jakobsmuscheln, würziger Chorizo und knackig-süßen Erbsen!

Vorausgesagt sind für heute 39 Grad. Ich hoffe, dass es nicht ganz dazu kommt. Die gestrigen 34 Grad reichen ja auch schon. Tagsüber genügt mir da Kaltes – wie ein belegtes Brot, Obst, Salat, Joghurt und viel, viel Wasser.

Aber irgendwann kommt dann halt doch der Appetit. Meist so gegen 22 Uhr, wenn es etwas kühler wird, die Sterne über uns blinzeln und ein laues Lüftchen über die Terrasse weht.

Jetzt muss es schnell gehen! Kühlschrank auf, kurz die Kühle genießen, Kühlschrank zu, Topf und Pfanne zurechtgeruckelt, überflüssige Klamotten vom Körper reißen, eiskalten Weißwein ins Glas und los geht’s!

In wenigen Minuten ist die Pasta mit gebratenen Jakobsmuscheln, Chorizo und Erbsen fertig. Dazu noch einen eisgekühlten Rosé, der einem auch keinen Eiswürfel nachträgt, hoch auf die Terrasse und genießen. Um 22h schlafen nämlich auch die Wespen endlich! Cheers!

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Zutaten für zwei Personen als Hauptgericht:

4 Jakobsmuscheln

2 EL Chili-Olivenöl oder normales Olivenöl

6 Frühlingszwiebeln (nur das Weiße)

2 gehäufte EL klein gehackte Chorizo

ein Schluck Weißwein zum Ablöschen

2 Zweige Estragon

4 gehäufte EL Erbsen (TK – dann hast Du einen Grund, den Tiefkühler aufzumachen u. kurz die Kühle zu genießen!)

2 EL Butter

Piment d’Espilette

Salz, schwarzer Pfeffer

Zubereitungszeit: 20-30min

Zubehör: Pastatopf, kleine und große beschichtete Pfanne

So geht’s:

Pastatopf mit Wasser und Salz aufsetzen und zum Kochen bringen. Pasta darin gar kochen.

Währendessen Öl in der großen Pfanne erhitzen. Frühlingszwiebeln in feine Streifen schneiden. Chorizowürfel und Zwiebeln im Öl anschwitzen. Estragon dazugeben. Salzen, pfeffern. Hitze reduzieren, die Erbsen dazugeben und ziehen lassen.

In der kleinen Pfanne Butter erhitzen und Jakobsmuscheln darin anbraten. Mit etwas Weißwein ablöschen.

Estragon aus der großen Pfanne fischen. Die fertig gekochte Pasta aus dem Wasser nehmen, etwas abtropfen lassen und in die große Pfanne geben. Gut mit Zwiebeln, Erbsen, Chorizo vermischen. Die Butter aus der kleinen Pfanne über die Pasta geben und alles gut vermengen. Pasta in zwei Tellern anrichten.

Die Jakobsmuscheln mit Piment d’Espilette würzen und auf den Pastatellern anrichten. Fertig!

Süße Erbsen, scharfe Chorizo, frische Muscheln und die Seele streichelnde Pasta! Alles Glück auf einem einzigen Teller. Jetzt kannst Du Dich in den Liegestuhl setzen und die Sterne beobachten… Da! Ich hab’ eine Sternschnuppe gesehen!

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Die fluffigen Gnocchi mit Ricotta und Parmesan sind blitzschnell zubereitet, so dass es sich hier um ein echtes Friday Night Dinner Date handelt. Denn Du weißt ja: Freitags soll es schnell und entspannt zugehen, damit Du mit Deinen Liebsten ins Wochenende cruisen kannst.

Aber Achtung! Don’t call it Knotschi! (Sprich mir nach: Njocki!)

Ich bin wirklich entspannt, was Pasta anbelangt. Nur wenn ich wirklich Bock, Zeit und Muße habe, mache ich Nudelteig selbst. Zwar sind die dann auch wirklich köstlich. Aber, hey, Du musst Dir das Leben nicht schwer machen.

Trotzdem kann eine fast schon zen-artige Entspannung einsetzen, wenn Du Gnocchi oder andere Teigwaren selbst herstellst. Und da letzte Woche der Dalai Lama zu Gast in meiner Heimatstadt Wiesbaden war, ist ein bisschen demütig machende Zen-Nudel-Beschäftigung genau das Richtige für das kommende Wochenende. (Geht super und vor allem schneller, wenn Du das gemeinsam mit Deiner Dinner-Begleitung und einem Glas Wein machst!)

Gnocchi Teig Ricotta

Ich und Teig, Du weißt… Also, ich hab mich an ein Rezept von Nicky Stich gehalten und von ihr inspirieren lassen. Sie ist ein Urgestein der Bloggosphäre, Autorin mehrerer Kochbücher und überhaupt eine ganz tolle Person! So jemand kann auch Gnocchi!

Aber Gnocchi pur schmecken ja irgendwie… naja… langweilig. Also musste der Salbei auf unserer Terrasse dran glauben, der wächst und wächst und wächst.

Deswegen gab’s den Klassiker: Gnocchi mit Salbeibutter und Parma-Schinken!

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Zutaten für 2 Personen als Hauptgericht:

Für die Gnocchi:

250 gr Ricotta

1 Eigelb (M)

1 gehäufter TL Salz (Nicky hat weniger genommen)

etwas frisch gemahlener schwarzer Pfeffer (lässt Nicky weg)

30 gr frisch geriebener Parmesan (Nicky nimmt alternativ auch mal Pecorino)

75 gr Hartweizengrieß (Im Originalrezept: Weizenmehl)

Zusätzlich Hartweizengrieß für die Arbeitsfläche. Und zwar nicht zu wenig!

Für die Sauce:

15-20 kleine Salbeiblätter (je jünger, desto milder! Die großen Blätter sind oft strenger im Geschmack.)

4 große EL Butter

Etwas Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

3 Scheiben Parma-Schinken

Zubehör: Teigschüssel, mittelgroße, beschichtete Pfanne, großes Küchenbrett, Pastatopf, Schaumlöffel

Zubereitungszeit: 30 min

So geht’s:

Die Flüssigkeit vom Ricotta abgießen. In die Teigschüssel geben. Mit Eigelb, Parmesan, Salz und Pfeffer gut vermischen. Das geht am besten mit einem Kochlöffel. Jetzt langsam peu a peu den Grieß dazugeben und immer gut unterrühren. Dabei brauchst Du mit zunehmendem Grieß-Anteil mehr Kraft!

Achtung! Der Teig ist ziemlich klebrig. Aber das ist ok. Das muss so!

Jetzt die Arbeitsfläche mit Hartweizengrieß bestreuen und auch das Küchenbrett gut mit Hartweizengrieß bedecken (siehe Foto oben). Jetzt nimmst Du immer einen großen Esslöffel voll Teig, machst Dir Grieß auf die Finger und rollst den Teig auf der Arbeitsfläche zu einer etwa daumendicken Wurst. Von dieser Wurst trennst Du mit einem Messer ein etwa Fingerkuppen-großes Stück Teig ab und rollst das zu einem kleinen Klößchen. Dabei ruhig ausreichend Hartweizengrieß verwenden. Sonst klebst Du fest!

Jetzt entweder das Klößchen über die Zinken einer umgedrehten Gabel abrollen oder auf das Brett setzen und mit der Gabel etwas andrücken. So bekommst Du die typischen Rillen auf die Gnocchi. Das ist super, damit die Sauce schön hängen bleibt!

Das Ganze wiederholst Du, bist der gesamte Teig als Gnocchi auf dem Brett liegt. Zen, Baby!

Jetzt setzt Du das Pastawasser auf – mit ausreichend Salz im Wasser!

In der Pfanne lässt Du den Schinken aus, bis die Scheiben schön knusprig sind. Auf einem Küchenpapier kannst Du ihn abtropfen lassen.

In der gleichen Pfanne erhitzt Du die Butter. Sie nimmt wunderbar den Schinkengeschmack an. In der heißen Butter brätst Du die Salbeiblätter knusprig. Mit wenig Salz (der Schinken ist salzig!) und schwarzem Pfeffer würzen.

Währendessen sollte das Wasser für die Gnocchi kochen. Hitze herunterschalten und darauf achten, dass keine Kochbläschen mehr aufsteigen. Jetzt vorsichtig die Gnocchi ins keinesfalls mehr kochende (!) Wasser gleiten lassen. Vorsichtig mit einem Kochlöffel umrühren, damit sie nicht am Boden kleben bleiben. Nach wenigen Sekunden steigen die Nudeln auf. Dann kannst Du sie mit dem Schaumlöffel aus dem Wasser fischen.

Entweder auf einen Teller legen und die Salbei-Butter sowie den Schinken darübergeben (guckst Du oben) oder die Gnocchi in die Pfanne geben und alles gut vermischen – das ist mit persönlich die liebere Variante:

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Meine allerersten Gnocchi! Ich hatte absolute Panik, dass sie sich im Wasser auflösen. Man hört ja so Horrorstories… War aber alles easy. Sie waren wunderbar fluffig und schön leicht zum würzigen Salbei und dem Schinken (den Vegetarier natürlich einfach weglassen können!).

Sina vom Blog Giftige Blonde hat sich in dieser Woche ziemlich über Fertiggerichte und Gnocchis aus dem Kühlregal aufgeregt. Deshalb hat sie unter #homemadegnocchis auf Facebook Rezepte zum Selbermachen gesammelt. Schau doch mal rein, falls Du noch mehr Ideen für Deine hausgemachten Gnocchi brauchst!

 Schönes Wochenende!

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Pasta geht auch bei Hitze. Oder findet Ihr nicht? Eine herrliche Resteverwertung ist Penne mit Rucola und schimmelig-würzigem Roquefort. Geht blitzschnell und streichelt die Seele.

Bei Käse kann ich mich nur schwer zurückhalten. Und Käsehändler finde es auch nicht witzig, wenn man Minimalstmengen kauft. Deshalb habe ich oft ein Käserestchen rumliegen, mit dem ich dann irgendwas anfangen muss. Pasta ist da immer eine gute Möglichkeit, um den Kühlschrank ein bisschen aufzuräumen.

Und, hey, wenn Resteverwertung SO aussieht:

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Zutaten für zwei Personen:

250 gr Penne

2 EL Frischkäse oder Creme fraiche

1 kleine Zwiebel, fein gehackt

2 EL Olivenöl

85 gr Roquefort

1 Hand voll Rucola, grob gehackt

etwas trockener Weißwein zum Ablöschen

Salz und Pfeffer

Muskat

Etwas Abrieb und Saft einer Zitrone

Zubereitungszeit: 10 min

Zubehör: Pastatopf, große beschichtete Pfanne

So geht’s:

Gesalzenes Wasser im Pastatopf zum Kochen bringen.

Währendessen Öl in der Pfanne erhitzen und Zwiebeln anschwitzen. Mit etwas Wein ablöschen. Den Käse hineinbröckeln und bei niedriger Hitze schmelzen lassen. Mit dem Frischkäse binden. Mit Salz, Pfeffer, Muskat und Zitrone würzen.

Wenn die Pasta gut ist, Rucola in die Pfanne geben. Pasta abgießen aber nicht abtropfen lassen. Penne mit daran haftendem Pastawasser in die Pfanne schütten und alles gut vermischen. Sofort servieren.

Leicht bitterer Schimmelkäse, grüner Rucola, vollmundige Penne – gibt es einen besseren Start ins Wochenende?

Ich wünsche Euch jedenfalls ein Wochenende mit erträglicher Hitze, funktionierenden Ventilatoren, ausreichend Eiswürfeln im Gefrierschrank und viel, viel Wasser!

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Pasta ist das “Schnell, schnell, ich brauch’ jetzt sofort Kohlehydrate!!”-Notfall-Gericht.  Aber wenn Du entschleunigen und genießen willst, dann mach’ Dir eine langsam geschmorte Lammschulter zu Deiner Pasta, nimm Dir ein Glas Chianti, lehn’ Dich zurück und freue Dich darüber, dass ein Portiönchen für morgen übrig bleibt.

Sämtliche Food-Blogs sind voll mit Pulled Pork-Rezepten. Da werden ganze Schweineherden gegrillt, geschmort, im Sous Vide gegart oder zerpflückt, auf Buns, Brötchen, Brote gelegt, zu Pommes gereicht, fotografiert und ins Netz gestellt – eines köstlicher als das andere.

Wer wie ich aber schnell genervt ist von Trends und sich dann trotzig in die Ecke verzieht und aus Prinzip schon nicht den 1001. Pulled Pork-Burger-Craft Beer-Wurstkurs-Post online stellt, der lehnt sich einfach tiefenentspannt zurück und lässt die Lammschulter langsam vor sich hin garen. So drei Stunden brauchst Du dafür nämlich schon. Ausreichend Zeit, um einen guten Sangiovese atmen und die Köchin tief durchschnaufen zu lassen…

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Zutaten für 6 Personen (oder mit ausreichend “Resten” zum Einfrieren):

Etwa 1,5 kg Lammschulter mit Knochen

4 große, weiße Zwiebeln

4 Stengel frischer Thymian

Salz, Pfeffer

5-6 EL Olivenöl

2 große Karotten

4 Stengel Staudensellerie

2 rote Paprikaschoten

1/2 Kohlrabi-Knolle

1 scharfe Chilischote

1 TL Harissa (scharfe Chili-Paste)

2 Dosen Tomaten (á 400 gr)

1 Zweig Rosmarin

2 kleine Lorbeerblätter

Parmesan-Käse

Zucker

Basilikumblätter zum Garnieren

1 Flasche guter, trockener Rotwein zum Ablöschen (und Trinken!), z.B. Sangiovese

Pro Person etwa 125 gr Nudeln. Am besten etwas dickere Pasta wie Penne, Tagliatelle, Spirelli, Farfalle, Rigatoni…

Zubehör: Bräter, großer Topf für den Sugo, großer Pasta-Topf, grobes Sieb

Zubereitungszeit: mindestens 3,5 Stunden

So geht’s:

2 der Zwiebeln schälen und grob hacken. Thymian waschen und trockentupfen. Backofen auf 160 Grad vorheizen. Lammschulter – falls nötig – parieren, trockentupfen und mit Salz und Pfeffer einreiben. 1-2 EL Öl in einen großen Bräter geben, erhitzen und die Lammschulter darin von allen Seiten anbraten. Zwiebeln, Thymian dazugeben und ebenfalls mit anbraten. Mit etwa 200 ml Rotwein ablöschen und den Bräter mit dem Deckel verschließen.

Bräter auf die untere Schiene des Backofens geben und mindestens 1 Stunde schmoren.

Danach den Deckel abnehmen und weiterschmoren lassen. (Den Backofen möglichst geschlossen halten und nicht zu oft öffnen, damit der Dampf drin bleibt. Ansonsten den Deckel drauflassen…)

Während die Lammschulter vor sich hin schmort, der Wein atmet, Du total entspannt bist, setzt Du jetzt den Sugo auf:

Die restlichen Zwiebeln schälen und in Würfel schneiden. Auch das andere Gemüse waschen, ggf. schälen und würfeln. Die Würfel brauchen nicht zu klein sein! Nur die Chilischote solltest Du fein hacken. Oder Du ritzt sie mit dem Messer ein, gibst sie im Ganzen dazu und fischst sie vor dem Servieren raus. Dann ist das Sugo weniger würzig…

Olivenöl in dem großen Topf erhitzen und das Gemüse bei mittlerer Hitze schön andünsten, während Du immer mal umrührst. Harissa, Rosmarin und Lorbeer dazugeben und ebenfalls mit anrösten.

Tomaten aus der Dose hinzugeben. Dosen mit etwas Wasser füllen, schwenken und den Tomatensaft ebenfalls ans Sugo geben. Salzen, pfeffern, etwas zuckern und offen bei niedriger Hitze etwa eine Dreiviertelstunde köcheln lassen.

Lammschulter aus dem Ofen nehmen (Achtung! Der Bräter ist höllisch heiß!). Das Fleisch auf ein Brett legen, den Fleischsaft und das Gemüse durch das Sieb direkt in den Sugo streichen.

Jetzt das Fleisch vom Knochen lösen und zerzupfen. Falls irgendwo Knorpel oder größere Fettstücke auftauchen, einfach entfernen.

Jetzt im zweiten großen Topf die Nudeln in Salzwasser kochen und Pastateller im noch warmen Ofen anwärmen.

Währendessen das Lammfleisch in den Sugo geben, gut umrühren.

Wenn die Nudeln gar sind, durch ein Sieb abgießen und sofort wieder in den Topf geben. Mit einer Schöpfkelle oder einem großen Löffel Sugo samt Fleisch in Topf zur Pasta geben und alles gut vermischen.

In die vorgewärmten Pastateller (Achtung! Heiß!) geben, Parmesan darüberreiben und mit Basilikumblätter garniert servieren!

So, und jetzt setz’ Dich hin, nimm Dir ein Glas Wein und genieße diese entschleunigte Lamm-Gemüse-Pasta und freu’ Dich, dass Du jetzt noch Sugo übrig hast, falls Du mal hungrig bist und schnell eine ordentliche Portion Pasta benötigst. Denn der Sugo wird immer, immer besser mit jedem Aufwärmen!

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Heut gibt’s zum Friday Night Dinner Date ein lecker Weinchen :)

Ich geb’s ja zu: Auch wir trinken in den warmen Monaten am liebsten gut gekühlte Weißweine oder Rosé. Mit einem beschlagenen Glas auf der Terrasse den Grillduft einatmen – das ist Sommer! Aber auch Rotwein-Liebhaber müssen nicht auf den Herbst warten, um ein Glas zu genießen. Auf geht’s zur Weinrallye!

Was also macht einen Rotwein zu einem geeigneten Sommerwein, einem Rotwein für heiße Tage? Sicherlich könnte man die Frage wissenschaftlich betrachten, mit Oechsle, Restsüße und Alkoholgehalt argumentieren. Für mich als Laie steht aber fest:

Ein im Sommer trinkbarer Rotwein muss a) eine leichte Kühlung vertragen, darf b) keinen schweren Kopf machen und muss c) auch zwei bis drei Tage geöffnet überstehen. Denn an einem Sommerabend reicht ja auch ein einzelnes Glas!

Warum tun wir uns aber im Sommer so schwer mit Rotwein? Ich denke, während wir in Herbst und Winter aus der Kälte nach drinnen in die Wärme kommen und uns mit einem Glas Rotwein ein bisschen einheizen wollen, sind die Tage im Sommer heiß genug. Im Sommer sehnen wir uns nach der Kühle der Abend- und Nachtstunden. Jaja, ich weiß, was Ihr jetzt sagt: “Die Beduinen trinken Tee gegen die Gluthitze und keine Kaltgetränke.” Aber erstens gibt’s keine Kühlschränke im Wüstenzelt und zweitens verzichten sie auch aus gutem Grund auf Alkohol. Beides scheint irgendwie nicht zusammenzugehen. Also: Entweder kühl und alkoholisch oder heiß und ohne Alk?

Im Klartext: Kühlung – Sommer – Rotwein! Geht das? Kein Widerspruch! In unserer Dachgeschosswohnung wird es im Sommer schnell mal 28 Grad und mehr. Auch der Keller ist nicht wirklich kühl. Da ich aber keinen Teebeutel in meinen Rotwein hängen will, kühle ich die ausgewählte Flasche gerne auf eine angenehme Trinktemperatur herunter – so etwa 12 bis maximal 16 Grad. Das verzeiht aber nicht jeder Rotwein, bilde ich mir ein.

Auch sind sehr „schwere“, alkohollastige Rote nicht geeignet, um auf der Terrasse zu erfrischen. Wer will nach einem heißen Tag schon gleich schläfrig und schwer werden? Am Abend erwachen im Sommer doch eher die Lebensgeister. Für die aktuelle Weinrallye habe ich also mal überlegt, wann und wo ich im Sommer Rotwein getrunken habe, ohne es zu bereuen. Klar! In Italien! Auch die Italiener trinken ihren Roten zum (späten) Abendessen. Und als absoluter Toskana-Fan habe ich mir gleich mal einen Sangiovese ins Kühlfach gelegt.

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Sangiovese_Weinrallye

Ok, der Gran Sasso Sangiovese 2013 stammt aus den Abruzzen und nicht aus der Toskana. Aber die Rebsorte ist eben auch in meiner Lieblingsregion allgegenwärtig. Es gibt selbstverständlich schwere, reife Sangiovese-Weine. Aber dieser junge, fruchtige und trockene Kerl verzeiht auch eine leichte Kühlung. Mit 12,5 Prozent Alkohol gehört er zu den leichteren Vertretern unter den aktuellen Rotweinen. Sein Kirscharoma passt perfekt in den Sommer, in dem die prallen roten Früchte Hochsaison haben! Zwar kann er zu Gegrilltem nicht ganz mithalten. Zu einer kalten Platte mit Aufschnitt und Weißbrot ist er aber ein perfekter Begleiter.

Mit 6,70€/Flasche ist der Gran Sasso ein vertretbares Mitbringsel zur Gartenparty. Und das Beste: Er schmeckt auch geöffnet noch am dritten und vierten Tag. Sicher kein Highlight-Wein, der dekantiert und zelebriert gehört. Aber allemal ein sommerlicher Begleiter für laue Abende!

Auch wenn Weiß- und Roséweine weiterhin im Sommer meine Favoriten bleiben. Ab und zu ein Gläschen Rotwein bringt Abwechslung und sorgt für ausreichend rote Blutkörperchen. Das freut dann auch den Sanitäter beim Blutspenden :) (wir trinken hier ja nicht zum Spaß, gell?)

Wer weitere Tipps zu Sommer-Rotweinen braucht, folgt einfach der Weinrallye auf Facebook und Twitter oder liest die Zusammenfassung des Events auf dem Blog 180 Grad, der in diesem Monat die Rallye ausrichtet.

Mehr Weinrallye-Beiträge von mir findet Ihr übrigens hier.

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Spaghetti Carbonara ist DAS Soulfood für mich! Sättigende Nudeln, schlotzige Ei-Parmesan-Sauce, würziger Speck und dazu ein Glas Chianti – was will die arme Seele mehr? Naja, vielleicht ab und zu eine kleine Variation meiner Lieblingspasta! Nicht wirklich “light” aber deutlich leichter…

In meinem (Berufs-)Leben geht’s gerade ziemlich drunter und drüber. 2015 wird jedenfalls alles andere als langweilig. Da bleibt aktuell leider wenig Zeit, um Neues auszuprobieren oder stundenlang Rezepte, Blogs und Kochbücher zu wälzen. Schnelle Glücklichmacher sind gefragt. Bewährte Rezepte, die blind gelingen, wenig Aufwand erfordern und einfach gut tun. Dazu gehört unbedingt die Carbonara des besten Ehemannes der Welt (aka bEdW):

Carbonara

Was daran “light” ist, fragt Ihr? Statt der 250 gr Bauchspeck-Würfel im Ursprungsrezept anzubraten, lasst Ihr etwa sechs dünne Bacon-Streifen in einer beschichteten Pfanne knusprig aus und anschließend auf einem Küchenkrepp abtropfen. Die Pfanne wischt Ihr grob mit einem Küchenkrepp aus. Das ist nicht nur ein Bruchteil der Speckmenge, sondern auch deutlich weniger Öl!

Während der Speck abkühlt und abtropft, kocht Ihr die Pasta. Außerdem verkleppert Ihr zwei Eier und ein Eigelb mit einer Handvoll frisch geriebenen Parmesan, würzt das Ganze mit Salz, Pfeffer und Muskat. Dann erhitzt Ihr etwas (!) Olivenöl in der Pfanne, gebt die gar gekochte Pasta hinein und hebt die Ei-Parmesan-Masse unter.

Zum Abschluss hackt Ihr die Bacon-Streifen klein und hebt einen Teil davon unter die Pasta. Den Rest streut Ihr über die Portion für einen herzhaften, speckig-köstlichen Crunch!

Eine klasse Gericht für Resteverwertung, schnellen Genuss und köstliches Italien-Feeling. Dazu einen leicht gekühlten Sangiovese-Wein und die Seele wird gestreichelt…

Apropos: Wenn Ihr Euch fragt, welchen Rotwein Ihr gut im Sommer trinken könnt, dann schaut doch Ende nächster Woche mal bei 180 Grad vorbei. Im Rahmen der Weinrallye werden diesmal Blogger ihre Tipps für sommerliche Rotweine zusammentragen. Ich bin auch wieder dabei!

Welches Gericht streichelt Euch nie Seele in Zeiten von Unsicherheit, Selbstzweifel und Grübelei?

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