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Archive for the ‘Kochbuch’ Category

Wenn die Lammschulter langsam vor sich hin gart, die Sauce aus Minze und Kapern köchelt, das Kartoffel-Sellerie-Püree gestampft ist, machst Du einfach ein Glas Wein auf und sagst „Danke, Jamie!“

Mal im Ernst: Jamie Oliver ist omnipräsent (TV, Magazine, Werbepartner…), nervt ein bisschen mit seinem Missionarseifer (Schulessen, Superfood, Grow your own…), vermarktet gleich seine ganze Family. Aber wenn der bEdW und ich am Wochenende auf der Couch kuscheln, durch diverse Kochprogramme zappen und überlegen, was wir mal so kochen könnten, hat uns Mr Oliver schon häufig inspiriert.

Ob das wärmende Pork Goulash, der feurige südindische Fischeintopf, das in zahlreichen Gewürzen marinierte Empire Roast Chicken, das herzhafte Winter-Chili mit Kürbis und Kichererbsen oder der blitzschnelle Zucchini-Salat mit Chili und Minze für heiße Grillabende – bisher hat uns noch alles mehr oder weniger überzeugt, was wir inspiriert durch Jamie Oliver gekocht haben.

Und da wir ewig mal eine Lammschulter machen wollten, die für 2 Personen aber einfach zu groß ist, haben wir uns kurzerhand liebe Freunde eingeladen! Hast Du auch so ein Gericht, das für 2 einfach zu viel und perfekt für Abende mit Freunden geeignet ist?

Lammschulter_teller

Dazu ein Glas Mouton Cadet Bordeaux und nette Freunde (so eine Lammschulter reicht locker für 4 Personen!) und der Abend hätte kaum schöner sein können.

Zu der langsam gegarten Lammschulter (unter 4 Stunden brauchst Du gar nicht erst anfangen!) haben wir ein Püree aus Kartoffeln und Sellerie und etwas gedünsteten Mangold (mit Olivenöl, Knoblauch, Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft) serviert.

Das Highlight war aber die Sauce aus Lammfond, Kapern und Minze:

Lammschulter_sauce

Für die Lammschulter und die Sauce haben wir uns eng an das Originalrezept von Jamie Oliver gehalten. Unsere Lammschulter hatte etwa 1,6 kg Gewicht (statt der im Rezept angegebenen 2 kg) und war ebenfalls rund 4 Stunden im Ofen.

Lammschulter_roh

Der Tipp, den Bräter trotz Deckel noch zusätzlich mit Alufolie abzudichten, war ziemlich hilfreich. Denn so bleiben die Aromen und die Feuchtigkeit im Bräter und dampfen nicht aus. So gart die Schulter mehr oder weniger im eigenen Saft.

Lammschulter_gar

Zum Dank bekommst Du eine saftige, hocharomatische, butterzarte Lammschulter!

Du bist vielleicht skeptisch, wenn Du hörst, dass die Sauce aus Kapern und Minze gemacht wird. Aber vertrau‘ mir (und Jamie!) bitte: Die Sauce hat dank der Kapern eine ganz großartige feine Säure und wunderbare Minzaromen, die grandios zu dem Lammfleisch und dem Püree passen.

Ich proste Jamie Oliver zu, sage herzlich „Danke!“ für die Inspiration und kann Dir nur wärmstens empfehlen, über seine Allgegenwart sanft hinwegzusehen. Es lohnt sich…

Aber falls Dir der andere englische Küchengott, Heston Blumenthal, dann doch lieber ist, dann schau‘ doch mal dieses Rezept für eine wunderbare Lammkeule, gespickt mit Rosmarin, Knoblauch und Sardellen an. Die Engländer können halt mit Lamm umgehen!

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Gibt es was Gemütlicheres als ein schmurgelnder Eintopf? Das Winterchili nach Jamie Oliver hat nicht nur die gesamte Wohnung ausgeduftet, sondern auch sämtliche Lebensgeister geweckt an einem trüb-nassen Wintertag!

Seit ich Kürbis für mich entdeckt habe – etwa als exotisch angehauchte Suppe oder als orientalischer Snack aus dem Ofen – suche ich explizit nach Rezepten mit den kleinen, orangen Kerlen. Fündig geworden bin ich bei Jamie Oliver, von dem ich mich ja öfter inspirieren lasse. In seinem Buch „Wohlfühlküche“ hab ich auch gleich ein feines Gericht gefunden, in dem Kürbis nur eine Nebenrolle spielt, aber erst den richtigen Kick gibt. Danke, Jamie!

Winterchili_VI

Das butterzarte Fleisch, der herrlich orange, weiche, leicht süßliche Kürbis, die knackigen Kichererbsen und die reichhaltige Sauce machen dieses Chili zu einem echten Winterklassiker. So eine Schale tötet auch am Neujahrstag jeden Kater, wetten? Setz‘ am besten gleich morgen so einen Topf auf und frier‘ die Reste (Reste?) ein. Dann musst Du keine Angst mehr davor haben eingeschneit zu werden oder wegen einer Erkältung nicht einkaufen gehen zu können!

Winterchili: Zutaten für 6 Personen (nach Jamie Oliver, leicht abgewandelt):

500 gr Schweinebauch (ohne Schwarte und Knochen, aber noch mit etwas Fettschicht)

500 gr Rinderkeule ohne Knochen

1 kleiner Hokkaido-Kürbis

20 gr getrocknete Steinpilze

2 EL Fenchelsamen

2 EL Koriandersamen

2 EL geräuchtertes Paprikapulver

2 mittelgroße weiße Zwiebeln

3 TL Muscovadozucker

75 ml guter Balsamico-Essig

1 Dose Kichererbsen (mit Flüssigkeit)

1 Dose (ca. 400gr) geschälte Tomaten

1/2 EL Tomatenmark

4-6 eingelegte gegrillte Paprika

2 Habanero-Chilis

1/2 Bund Koriander

6 EL Naturjoghurt

Salz

Pfeffer

Olivenöl

Zubehör: Backblech mit Backpapier, Mörser, großer ofenfester Topf mit Deckel

Zubereitungszeit: mindestens 4 Stunden, davon 3 im Ofen – je mehr, desto besser!

So geht’s:

Die Pilze in einer kleinen Schüssel mit kochendem Wasser knapp bedecken und ziehen lassen. Den Kürbis waschen (Schale kannst Du mitessen), teilen, entkernen und in mundgerechte Würfel zerkleinern. Fenchel- und Koriandersamen zermörsern und mit Salz und Paprikapulver vermischen.

Backofen auf 190 Grad vorheizen.

Die Kürbiswürfel auf das Backblech legen und mit der Hälfte der Gewürzmischung vermengen. Olivenöl darübergeben und etwas einmassieren.

Winterchili

In den Backofen schieben und je nach Größe der Würfel etwa 20 Minuten backen, bis sie gar aber noch nicht zu weich sein. Herausnehmen und zur Seite stellen.

Backofen auf 150 Grad senken.

Während der Kürbis im Ofen ist, kannst Du schon mal das Fleisch im Ganzen mit Olivenöl und dem Rest der Gewürzmischung einreiben. Den großen Topf auf den Herd stellen und heiß werden lassen. Etwas Öl hineingeben. Jetzt die Fleischstück mit der Fettseite nach unten in den Topf legen und rundherum anbraten. (Lass Dir Zeit dabei! Wenn das Fleisch soweit ist, kannst Du es leicht vom Bodenrand lösen. Hängt es noch fest, gib ihm noch etwas Zeit!)

Winterchili_II

Während das Fleisch anbrät, schälst und schneidest Du die Zwiebeln klein. Dann legst Du das fertig angebratene Fleisch zur Seite. In dem großen Topf sollte jetzt noch etwas Fett sein. Ansonsten gibst Du noch etwas Olivenöl dazu und lässt die Zwiebeln bei mittlerer Hitze anschwitzen. Gib jetzt den Zucker dazu, damit die Zwiebeln schön karamellisieren. Und jetzt das Tomatenmark. Alles schön vermischen und immer fein rühren.

Jetzt den Balsamico hinzugießen und auch das Einweichwasser der Pilze. Pilze grob hacken und ebenfalls hinzugeben. Ebenso die Kichererbsen und ihre Flüssigkeit. Und die Dosentomaten. Alles rein in den Topf!

Alles gut umrühren und ruhig schon mal abschmecken. Fleisch zurück in den Topf legen:

Winterchili_III

Jetzt den Deckel zumachen und ab in den Ofen. Das Ganze kann jetzt bei 150 Grad mindestens 3 Stunden vor sich hinköcheln. Je länger das Fleisch schmurgelt, desto mehr zerfällt es. Du kannst auch die Temperatur noch etwas reduzieren und noch eine Stunde dranhängen, falls Du gerade den Weihnachtsbaum schmückst oder noch einen Spaziergang machen möchtest…

Unser Fleisch war nach gut 3 Stunden soweit, dass wir es mit der Gabel zerpflücken konnten. Nimm den Topf heraus (vorsicht, höllisch heiß!), mach‘ den Deckel auf (vorsicht, Dampf!) und lege das Fleisch auf ein Brett. Jetzt kannst Du zupfen (lassen):

Winterchili_V

Währendessen den Topf mit der herrlichen Fleischsaft-Kichererbsen-Sauce auf den Herd stellen und etwas einköcheln lassen. Würzen und abschmecken.

Während Deine sexy Küchenhilfe das Fleisch zupft, zerkleinerst Du die Paprika und Chilis sowie das Koriandergrün und gibst alles in den Topf, der jetzt nur noch leise simmert. Das zerzupfte Fleisch und den Kürbis hinzugeben und alles gut vermischen:

Winterchili_IV

Ästheten können natürlich auch Fleisch und Kürbis in einen tiefen Teller geben und mit der Sauce übergießen. Aber so hat es uns gut gefallen. Falls das Ganze zu kompakt ist, einfach noch etwas Wasser hinzugeben. Oder, falls zu flüssig, etwas einreduzieren lassen.

Abschließend in einer tiefen Schale anrichten, mit einem großen Klecks Joghurt garnieren und ein bisschen Koriander oder Petersilie darübergeben. Mit einem dicken Kanten Sauerteigbrot oder Fladenbrot servieren!

Ich wünsche Euch einen herrlichen 4. Advent!

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Die bezaubernde Karla Paul von der Buchkolumne (ob sie den Witz mit „Karla Kolumna“ noch hören kann?) gab gestern wieder ihre Buchtipps im ARD Buffet. Da ist doch sicher was dabei für „unterm Weihnachtsbaum“?

Ich liebe dieses Internet! Hier trifft man tolle Menschen. Wie beispielsweise Karla, die ein weiblicher Hans Dampf ist in den literarischen Gassen des Internets (total verquere Metapher; ich lass das jetzt so…). Sie hat lovelybooks.de mitverantwortet, hatte bei Hoffman & Campe die Leitung für Digitales Publizieren und ist seit Mai Verlegerin für den eBook Verlag Edel eBooks bei der Edel AG Hamburg. Woah!

Kein Wunder, dass Edition F sie zu den 25 Frauen für die digitale Zukunft gewählt hat. Noch Fragen? Ach, ja! Was sollen wir lesen, liebe Karla?

Hier ihre Tipps aus dem ARD Buffet (Die Sendung beziehungsweise der Ausschnitt über Literatur ist in der Mediathek erhältlich. Achtet aber unbedingt auch AUF DIE SCHUHE!! Die will ich haben!):

1) Philipp Rusch und Friederike Achilles mit „Die beste Entscheidung unseres Lebens

2) Kai Meyer mit „Die Seiten der Welt“ (Band 1)

3) Stevan Paul mit „Heute koch ich, morgen brat ich – Märchenhafte Rezepte“

4) Cynan Jones mit „Graben

5) Andrea Kossmann mit „Reading Notes: Mein Buch der schönsten Sätze

(Die letzte Sendung kannst Du Dir hier noch mal anschauen.)

Und was liest Karla selbst über die Feiertage?, hab ich gefragt:

„Ich werde über Weihnachten Pierre Jarawan „Am Ende bleiben die Zedern“ lesen. Es wird wohl eines der Highlights der deutschsprachigen Literatur im kommenden Jahr werden und das muss ich natürlich überprüfen!🙂 “

Dann viel Spaß beim Lesen, alle miteinander!

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Endlich gibt’s hier wieder was zu essen! Und etwas unglaublich Köstliches obendrein. Ein feines Geschenk aus der Küche für alle Käseliebhaber und Pastetenfans!

Nigel Slaters Küchentagebuch, das ich hier kurz vorgestellt habe, ist immer wieder Inspiration für feine Gerichte, die erstmal unspektakulär klingen aber wirklich immer gelingen und einfach glücklich machen. Wie dieses herrliche Früchtebrot mit Feigen und Haselnüssen. Dazu Ziegenfrischkäse und Quittenkompott und Du bist direkt im Himmel.

Brot

Ebenso glücklich gemacht hat mich, als Mr Slater auf meinen Begeisterungs-Tweet über sein Brot prompt antwortete:

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OH! MY! GOD! Schnappatmung! Zeigt aber wiedereinmal, wie „down to earth“ dear Nigel ist.

Kauft bitte, bitte seine wunderbaren Kochbücher. Denn der Mann kann wirklich schreiben! Anders als Jamie, Heston & Co. ist er nämlich nicht Koch, sondern eigentlich Food-Autor. Diesen Unterschied merkt man sowohl seiner Kocherei als auch seiner Schreibe an, finde ich. Lesenswert!

Ich habe aus der Teigmenge zwei Laibe geformt. Das Brot lässt sich prima einfrieren. Denn entgegen meiner Annahme hält es sich nicht länger als normales Brot. Trotz der vielen Feigen.

Brot_Feigen

Ach, über Feigen muss ich auch irgendwann mal schreiben…

Aber jetzt erstmal zum Brot!

Zutaten für zwei Laibe Früchtebrot, die am besten frisch genossen werden (kleine Abwandlungen vom Originalrezept):

250 gr Dinkelmehl

250 gr Weizenmehl Type 450

1 Tütchen Trockenhefe (7 gr)

1 EL dunkler Rübensirup

1 TL Salz

200 gr getrocknete Feigen

70 gr Haselnüsse, geschält

1 EL Fenchelsamen

Mehl zum Verarbeiten

Zubehör: Backbleck mit Backpapier oder besser: Pizzastein, große Teigschüssel

Zubereitungszeit: 3,5 Stunden inkl. Geh- und Backzeit

So geht’s:

Sämtliches Mehl in die Schüssel sieben und mit der Trockenhefe vermischen. Sirup und Salz zugeben. Nach und nach etwa 350 ml handwarmes Wasser hinzugeben und mit einem Holzlöffel oder der Hand verrühren.

Du kannst natürlich auch die Küchenmaschine nehmen. Ich Back-Legastheniker bekomme aber ein besseres Gefühl für den Teig und die richtige Konsistenz, wenn ich mit den Händen arbeite. Vermutlich die Gene meiner Großmutter, die im Leben keine Küchenmaschine benutzt hat!

Achtung: Der Teig ist SEHR flüssig. Das wirkt erstmal komisch. Aber wenn Du weiter knetest und den Teig auf die stark (!) bemehlte Arbeitsfläche legst und dort weiter verarbeitest, weiter etwas Mehl unterhebst und so fort, wird der Teig wunderschön:

BrotIII

Die Schüssel einmehlen und den Teig hineinlegen. Mit einem Tuch abdecken und in den ausgeschalteten (!!) Backofen mit angestelltem Licht und geschlossener Tür stellen. Eine Stunde gehen lassen.

Während der Teig geht, die Feigen in feine Streifen schneiden. Wenn der Teig gegangen ist, sollte er deutlich größer sein als vorher:

Brot_Teig

Jetzt den Teig wieder auf die bemehlte Arbeitsfläche heben, Feigen, Haselnüsse und Fenchelsamen in den Teig einarbeiten. Das kostet etwas Kraft!

Den Teig halbieren und zu zwei Laiben formen. Auf den bemehlten Teigschieber oder ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, leicht bemehlen, zudecken und nochmals 45 min gehen lassen:

Brot_Laib

Backofen auf 220 Grad vorheizen. Die Laibe etwa 25 min backen, bis sie hohl klingen, wenn Du draufklopfst!

Dann sehen sie so aus:

Brot_ganz

Die Kruste ist krachig, das Innere schön saftig. Die Feigen, Nüsse und Fenchelsamen geben dem Früchtebrot eine ganz leichte Süße, ohne dass es wirklich ein Dessert-Brot wäre. Sogar zu Leberpasteten würde es toll schmecken!

Ich habe es aber mit Käse gegessen. Am liebsten mit Ziegenfrischkäse. Selbst der bEdW, der sonst kein Ziegenkäsefan ist und schon gar kein Kompottfan, war völlig begeistert. Einen halben Laib haben wir aus dem Stand am Küchenblock gefuttert!

Dazu habe ich schnell ein Quittenkompott gemacht:

1 Quitte und einen Apfel fein würfeln. Mit 3 EL Muscovadozucker und 100ml Wasser zum Kochen bringen. 1/2 Sternanis und eine Prise Garam Masala hinzugeben und einkochen lassen, bis das Kompott dicklich ist. Etwas abkühlen lassen und direkt verzehren oder heiß in ein Schraubglas füllen.

Natürlich passt auch ein Chutney dazu, ein Feigensenf oder ein würziges Pflaumenmuß.

BrotII

Wenn Du aus dem Brotteig 4 oder 6 kleine Laibe formst und das Ganze kurz vor Weihnachten backst, hast Du ein wunderhübsches, köstliches Geschenk aus der Küche. Schleife drum, Kompott dazu in einem kleinen Gläschen – fertig! Oder Du isst es einfach selbst🙂

Habt alle ein wunderschönes 4. Adventswochenende!

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Manche Rezepte sind es wert, nochmals gekocht, verfeinert, aktualisiert und erneut gepostet zu werden. Meine kleine Reloaded-Reihe setzt sich fort mit einem köstlichen, schnellen Reis-Eintopf mit Fisch und Meeresfrüchten nach südindischer Art. Danke, Jamie!

Mich begeistern schnell zuzubereitende Gerichte, die trotzdem Exotik und Würze in den Alltag bringen. Nach einem langen Arbeitstag sind sie perfekt, um abzuschalten, die Seele baumeln zu lassen und von fernen Ländern zu träumen. Dazu gehört der südindische Reis-Fisch-Eintopf, zu dem mich vor Jahren Jamie Oliver inspiriert hat. Zwischenzeitlich waren wir im südindischen Kerala und haben jetzt noch viel mehr Anlass, bei diesem herzhaften Eintopf ins Schwärmen zu geraten.

Da der Link im alten Beitrag aber nicht mehr funktioniert und ich ein bisschen was abgewandelt habe, teile ich meine Version heute noch mal, damit dieses köstliche, wärmende, exotische Gericht nicht in Vergessenheit gerät: Der südindische Reis-Fisch-Eintopf nach Jamie Oliver!

SüdintischerFischeintopf

Zutaten für zwei Personen als Hauptgericht mit kleinem Rest für den nächsten Tag:

3 EL Ghee

2 EL braune Senfsamen

10 frische Curryblätter (alternativ: getrocknete Blätter)

2 TL Cumin/Kreuzkümmel, frisch gemörsert

1 TL Garam Masala

1 TL Madras Curry

1 TL Chilipulver (scharf!)

2 TL Kurkuma

2 scharfe, rote Chilis (z.B. Vogelaugenchilis), fein gehackt

1 daumennagelgroßes Stück Ingwer, geschält und fein gehackt

1 Knoblauchzehe, geschält und fein gehackt

2 weiße Zwiebeln (mittelgroß), geschält und fein gehackt

1 Kaffeebecher (etwa 250ml) Basmati-Reis

500 ml Wasser oder Gemüsebrühe

500 gr festfleischiger Fisch, in mundgerechte Stücke geschnitten (wir hatten noch Seeteufelfilets, es kann aber auch ein günstigerer Fisch sein)

6 Shrimps, ohne Schale (ebenfalls aus dem Vorrat; Du kannst auch nur 2 verschiedene festfleischige, weiße Fischsorten nehmen)

150 ml Kokosmilch

Limettensaft

Salz

frisch gemahlener Pfeffer

Zubehör: Großer Topf oder etwas höhere Pfanne, mit Deckel

Zubereitungszeit: rund 45 Minuten

So geht’s:

Ghee im Topf erhitzen und darin die Senfkörner, Curryblätter, Kreuzkümmel, Garam Masala, Curry, Chilipulver und Kurkuma unter Rühren anbraten, bis intensives Aroma aufsteigt. Jetzt Chilis, Ingwer, Knoblauch und die Zwiebel hinzufügen und bei mittlerer Hitze sanft anschwitzen. Die Zwiebeln sollten schön glasig und weich sein. Dann den Reis einrühren und das Wasser bzw. die Brühe hinzugießen. Alles aufkochen lassen. Deckel schließen und bei kleiner Hitze etwa 15 Minuten sanft köcheln lassen. Fisch, Shrimps und Kokosmilch sowie etwas Salz hinzugeben, zum Köcheln bringen und bei wieder reduzierter Hitze und mit Deckel 10 Minuten garziehen lassen. Der Eintopf ist gut, sobald Fisch und Shrimps sowie der Reis gar sind. Abschließend mit Salz, Pfeffer und Limette abschmecken.

Wer mag, kann zum Servieren noch einige Korianderblätter hinzugeben.
Fertig ist in kurzer Zeit ein wärmender, exotischer Fischeintopf voller indischer Aromen, der sich herrlich in der kalten Jahreszeit macht. Mit etwas mehr Brühe oder Kokosmilch wird er „suppiger“, falls Du das lieber magst!
Guten Appetit!

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Wenn am Thema Wiedergeburt etwas dran sein sollte, war ich in meinem früheren Leben sicherlich Küchenjunge bei einem Maharadscha, während der bEdW in einer Garküche im chinesischen Szechuan gearbeitet hat. Für die schnelle Befriedigung von Szechuan-Gelüsten eignet sich La Zi Ji: Würziges Huhn mit Chilis und Paprika.

Kennst Du dieses ganz spezielle Aroma von Szechuan Pfeffer? Diese prickelige Schärfe, die Deine Zunge betäubt und ein Raucharoma in die Nase steigen lässt? Ich glaube ja, dass Szechuan Pfeffer auch irgendwelche süchtig machenden Stoffe besitzt. Anders kann ich mir nicht erklären, warum mich manchmal eine regelrechte Gier nach Szechuan-Gerichten überfällt.

Beim bEdW stoße ich damit glücklicherweise immer auf offene Ohren. Und noch eine Eigenschaft kommt mir aktuell sehr entgegen: Die meisten Gerichte gehen blitzschnell! Wenige, dafür sehr aromatische Zutaten werden blitzschnell und sehr heiß im Wok zubereitet, abschließend mit Szechuan Pfeffer aromatisiert. Fertig!

Nachdem ich im Juni meinen Job in der Agentur an den Nagel gehängt und mein #summersabbatical genossen habe, nehmen die nächsten Schritte mehr und mehr Gestalt an. Das ist spannend, aufregend und sehr, sehr intensiv. Zeit zum stundenlangen Kochen bleibt da nicht. Also: Szechaun Küche! Hurrah!

Eines dieser köstlichen Blitzgerichte ist La Zi Ji, das in Fuchsia Dunlops „Sichuan Cookery“ schlicht mit „Chicken with Chillies“ übersetzt wird. Das Kochbuch ist seit viereinhalb Jahren regelmäßig bei uns im Einsatz: Gut erklärt, gelingsicher, mit vielen Hintergründen zu den Gerichten und Namen. So mag ich das!

Allerdings kamen mir bei allem Vertrauen in Fuchsia Dunlop bei der Angabe „50g dried Sichuanese chillies (this is not a misprint!)“ doch leise Zweifel. 50g getrocknete (!) Chilis sind extrem viel. Dazu noch ein Esslöffel Szechuan Pfeffer? Also, wir essen sehr gerne scharf. Aber das schien uns dann doch für mitteleuropäische Zungen etwas zu mutig. Auch wenn im Rezept extra stand, dass Chinesen bei dem Gericht die Chilis nur zum Aromatisieren verwenden und das Fleisch mit ihren Stäbchen aus dem Gericht herauspicken und die Chilis nicht mitessen.

Also habe ich ein bisschen rumgesurft und bin – natürlich! – bei Tina vom Blog Foodina fündig geworden: Sie hat ein Rezept für La Zi Ji Ding aus einem Duisburger Restaurant veröffentlicht und scheint es überlebt zu haben. Wie immer haben wir demnach ein bisschen hier geklaut, dort hinzugefügt, die Inspiration sacken und unseren eigenen Geschmack einfließen lassen. Heraus kam ein schnelles, scharfes, aber verträgliches La Zi Ji nach unserer Variante:

Huhn_China

Zutaten für 2 Personen als Hauptgericht:

400g Hühnerfleisch, in mundgerechte Stücke geschnitten

6-8 Löffel neutrales Pflanzenöl (Raps- oder Erdnussöl)

1 EL Maisstärke

1 TL Szechuanpfeffer

2 EL getrocknete, chinesische Chili-Schoten, grob gehackt

1 EL Ingwer, fein gehackt

Je eine halbe rote und grüne Paprika, in mundgerechte Stücke geschnitten

2 Stengel Staudensellerie, in feine Scheiben geschnitten

2 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten mit etwas Grün

Anderthalb EL helle Sojasauce

1 EL Shaoxing Wein (Asia-Shop)

1 EL geröstetes Sesamöl

Eine gute Prise Salz

Wenn vorhanden: Etwas Selleriegrün, gehackt, zum Garnieren

Dazu: Reis

Zubehör: Wok, Topf für den Reis, Küchenrolle

Zubereitungszeit: max 30min (eher weniger)

So geht’s:

Reis aufsetzen und garen lassen.

Das Hühnerfleisch in der Maisstärke wälzen, bis alle Stücke von allen Seiten leicht „gemehlt“ aussehen und zur Seite stellen.

Gemüse waschen, wie oben beschrieben vorbereiten und griffbereit parat stellen.

Das Öl im Wok erhitzen und das Hühnchen darin kurz unter Rührenanbraten. Anschließend aus dem Wok nehmen und auf dem Küchenrollenpapier abtropfen lassen.

Überschüssiges Öl aus dem Wok gießen. Es reicht, wenn noch etwas Öl am Boden haftet.

Darin nun die Chilischoten, Ingwer, Szechuan Pfeffer und Frühlingszwiebeln unter Rühren anbraten.

Paprika und Selleriescheiben hinzugeben und etwa drei Minuten unter Rühren mitgaren. Die Hühnchen-Stücke hinzugeben und alles gut vermischen. Mit Salz, Shaoxing Wein und Sojasauce abschmecken.

Kurz das Selleriegrün mit anbraten und auf dem Reis anrichten.

Das Sesamöl über die fertige Portion träufeln und sofort servieren.

Ein Gericht ohne Sauce, was ich sonst zu Reis gar nicht so gerne mag – dachte ich bisher! Aber das La Zi Ji ist durch Paprika und Sellerie schön knackig, angenehm scharf, sehr aromatisch, durch das Huhn schön zart und vor allem blitzschnell fertig.

Wer mag, kann die Chili-Menge natürlich erhöhen. Wir wollen das Gericht auch noch mal mit mehr Schärfe ausprobieren. Dazu passt in jedem Fall ein kaltes Bier!

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Während im Lieblingsbuchladen Buchgenuss schon das lang ersehnte neue Ottolenghi-Kochbuch „NOPI“ eingetroffen ist (engl. Ausgabe), arbeite ich mich noch ein bisschen an „Vegetarische Köstlichkeiten“ ab. Mit einem herzhaften Linsen-Salat, der manche Überraschung bereithält!

Die nussigen, kräftigen Puy-Linsen haben es mir schon mal in einem provenzalischen Salat angetan. Von damals (Juli 2013!) hatte ich tatsächlich auch noch Linsen im Vorratsschrank, die endlich einmal weg sollten! In einem Schraubglas gut verschlossen und möglichst dunkel gelagert, haben die zwei Jahre aber den Linsen nicht geschadet. Trotzdem: Ich brauche Platz für selbst gemachtes Tomatensugo und eingelegtes mediterranes Gemüse.

Yotam Ottolenghi ist immer für eine Inspiration gut. Zahlreiche Rezepte habe ich durch ihn schon entdeckt, an unseren Geschmack angepasst, abgewandelt. Ich mag seine unkomplizierte, orientalisch angehauchte und immer um ein überraschendes Aroma, eine besondere Zutat ergänzte Küche sehr.

Deshalb bin ich auch gleich angesprungen auf seinen Salat aus Puy-Linsen, Radicchio und Malnüssen mit Manuka-Honig. Unsere Walnüsse sowie ein Rest Manuka-Honig sollten nämlich auch mal Platz schaffen für neue Vorräte.

Apropos Honig:

Du musst für das Rezept nicht extra den teuren, aus Neuseeland importierten Manuka-Honig kaufen. Ein anderer, würziger Honig (etwa Kastanien-Honig) tut es auch. Manuka-Honig gilt aktuell als Wundermittel. Dabei ist Honig generell antibiotisch und somit entzündungshemmend. Überleg doch mal, warum Honig nie schimmelt? Na? Siehste! In früheren Zeiten wurden sogar hartnäckige Wunden mit Honig versorgt. Und die alten Germanen oder Rittersleut‘ hatten sicher noch keinen neuseeländischen Honig vorrätig. Also: Wer den würzigen Manuka-Honig bezahlen möchte oder sich aus Neuseeland mitbringen lassen kann, sollte das tun. Alle anderen können heimische Imker unterstützen und auf Balkon, Terrasse und im Garten viele unterschiedliche Blumen, Kräuter und Pflanzen anbauen, damit die fleißigen Bienchen was zu tun haben!

Weiter im Text:

Um noch mehr Vorräte neben Linsen, Walnüssen und Honig zu verbrauchen, habe ich im Rezept Radicchio durch Eichblattsalat ersetzt, etwas Staudensellerie zusammen mit den Linsen gekocht und Feta statt Pecorino über den Salat gegeben. Dill habe ich komplett weggelassen, bei den Gewürzen etwas mehr Schärfe genommen.

Du siehst, wie das bei mir läuft: Im Kochbuch gestöbert, im Kopf die Vorräte durchgegangen, angepasst und abgewandelt – fertig ist eine köstliche Variante eines Rezepts.

Vielleicht hast Du ja auch noch ein paar Ideen, um den Salat zu DEINEM Salat zu machen?

Salat Ottolenghi Linsen

Zutaten für 2 Personen als Hauptgericht mit ausreichenden Resten für die nächsten Tage:

60 gr Puy-Linsen

2 Lorbeerblätter

2 Stangen Staudensellerie, geputut und in Scheiben geschnitten

3 EL Rotweinessig

6 EL Olivenöl

4 EL Manuka-Honig

1/2 TL Chiliflocken

1/2 TL Kurkuma

70 gr Walnuss-Kerne

1/2 mittelgroßer Eichblatt-Salat

100 gr Feta, mit den Händen zerkrümelt

Blätter von 4 Zweigen Basilikum, grob gehackt

Blätter von 1 Zweig Minze, grob gehackt

Blätter von 6 Zweigen Petersilie, grob gehackt

Zubereitungszeit: ca. 1 Stunde

Zubehör: Backblech mit Backpapier, mittelgroße Schüssel, Topf mit Deckel, Sieb, Salatplatte oder flache Schüssel

So geht’s:

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Linsen und Sellerie mit den Lorbeerblättern in einem ausreichend großen Topf mit Wasser gut bedecken und etwa 20 Minuten köcheln lassen (die Linsen sind auch gar noch bissfest!).

Währendessen in der mittelgroßen Schüssel 2 EL Honig, Chiliflocken, Kurkuma sowie eine kräftige Prise Salz verrühren. Eventuell einen Löffel Wasser hinzugeben, damit alles zu einer dickflüssigen Paste wird. Die Walnüsse unterrühren, bis sie komplett mit der Paste überzogen sind. Auf das Backpapier geben, gut verteilen und im Backofen rösten – das dauert ca. 20 Minuten. Zwischendurch einmal wenden. Die Walnüsse sind klebrig und werden goldbraun. Aus dem Ofen nehmen und auf dem Blech abkühlen lassen, bis man sie anfassen kann.

Jetzt die Linsen in ein Sieb abgießen, abtropfen lassen und zurück in den Topf geben. Lorbeerblätter entfernen.

Essig, 3 EL Öl, 2 EL Honig, etwas Salz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer verrühren, bis der Honig kein Klumpen mehr ist. Alles unter die noch warmen Linsen mischen und Deckel halb schließen.

Den Eichblattsalat waschen und trockenschleudern, auf der Salatplatte anrichten. Im Topf die Kräuter mit den Linsen und dem Sellerie vermischen. Diese Masse auf den Salat geben. Dann die Walnüsse darüberstreuen und den Feta über den Salat krümeln. Eventuell noch das restliche Olivenöl darübergeben.

Zu dem Gericht braucht es kein Baguette oder eine andere Beilage, da die Linsen sowas von mächtig sind. Du kannst aber den Salat (ohne die Eichblatt-Blätter!) prima mehrere Tage aufheben und als kleinen Lunch oder als Beilage zu einem Steak essen. Tatsächlich sättigt er aber ausreichend!

Guten Appetit!

Linsen, Honig, Walnüsse, Gewürze… All diese Zutaten befanden sich in meinem Vorratsschrank und sollten Platz schaffen für Neues. Deshalb ist das Rezept mein Beitrag zum Dauerevent „Schatzsuche im Vorratsschrank“ vom Magentratzerl. Nehmt Euch doch mal für’s Wochenende vor, Eure Regale und Schränke zu durchforsten, um Platz zu schaffen, Altes zu verbrauchen und das ein oder andere zu entdecken! Ihr kommt bestimmt auf tolle Ideen und habt gleich ein paar Gerichte für den Feierabend oder die Lunchbox!

Schatzsuche im Vorratsschrank – Dauerevent

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