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Archive for the ‘Süßes’ Category

Wenn das Leben Dir keine Zitronen gibt, nimm halt Orangen!

Service-Hinweis: Es hilft ungemein, wenn Du Dir freitags schon überlegst, welchen Kuchen Du am Wochenende essen möchtest. Dann kannst Du nämlich Butter, Mandeln und Schokolade einkaufen und hast einen feinen Schokoladen-Gugelhupf!

Und jetzt wird es intellektuell: In der Literatur gibt es die Technik des “Stream of Consciousness” (aka Bewusstseinsstrom). Dabei wird der Leser in die Gedankenwelt und Assoziationsketten des jeweiligen Charakters hineingesogen. Als Leser hörst Du quasi, was der Mensch im Buch da gerade denkt. Besonders gelungen findest Du das in James Joyes “Ulysses”. Aber auch in Virginia Woolfes “Mrs Dalloways” oder Knut Hamsuns “Hunger” ist diese Technik meisterhaft zu Papier gebracht.

Als weiteren Schritt im Modul I unseres kleinen Literaturkurses heute: Das Praxisbeispiel! Oder: Julia will backen!

Aaaaah, Sonntag! Der bEdW schläft noch? Die Sonne scheint tatsächlich? Dann geh ich mal laufen… Erstmal in’s Badezimmer… Ach, da liegen ja sogar schon die Laufklamotten bereit. Wie klug von mir. Gucke gerade mal aufs Handy, was es so Neues gibt. Hmm. Hmmm.. Überall Winterbilder? Naja, hier im milden Wiesbaden natürlich wieder mal nix zu sehen, oder? HUCH! Ist ja alles weiß draußen. Wie kann das denn liegenbleiben? Na, was sagt die App? MINUS 6 GRAD???? Ich kann jetzt keinesfalls krank werden. Ich bin selbständig. Nix da! Ich bleib drin. Erstmal Tee machen. Ach, zu so einem Tee wäre ein schokoladiger, saftiger Gugelhupf nett. Da kann ich jetzt die Zeit nutzen. Wer will schon bei minus 6 Grad laufen gehen? Oh, keine gemahlenen Mandeln mehr da. Verdammt! Dann muss es halt ein Zitronengugelhupf werden. Der braucht keine Mandeln. Verdammt! Auch keine Zitronen mehr im Haus. Wie kann sowas passieren? Wo wir doch so gerne Sprizz trinken… Naa, nimmste halt Orangen. Yeah! Tolle Idee. Ich bin so ein Fuchs! 

Guglhupf

So, was brauche ich noch? Ah, ja. Eier, Butter… Verdammt! Keine Butter im Haus. I werd narrisch!! Was mach’ ich jetzt? Thank God für die Food-Community und dieses Internet. Aha, man kann das Ganze durch Öl ersetzen. Gramm oder Millilieter? Tja. Gibt ungefähr 100 Umrechnungstabellen. Naja, ich probier das mal aus… Dumdidum…”

Lieber Leser, so geht “Stream of Consciousness”!

Und so geht mein zimtiger Orangengugelhupf:

Zutaten für eine kleine (16cm) Guglhupf- oder Napfkuchen-Form:

125 gr weiche Butter 100 gr Rapsöl

100 gr Muscovado-Zucker

20 gr Vanillezucker

2 Eier (M)

2 EL Triple Sec oder anderen Orangenlikör

eine Prise Salz

eine gute Prise Zimt

Abrieb von einer halben Bio-Orange

125 gr Mehl Type 405

30 gr Speisestärke

1 EL Backpulver

1 EL Orangensaft

Für den Guss:

60 gr Puderzucker

1 kleine Prise Zimt

Orangensaft

Zesten von einer halben Orange

Die Zubereitung ist denkbar einfach:

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Backform mit etwas Butter Öl einfetten. Öl und beide Zucker mit dem Handquirl verrühren. Dann Eier, eine Prise Salz, Prise Zimt hinzugeben und alles gut vermischen. Dann Mehl, Stärke und Backpulver miteinander vermischen und Esslöffel-weise unterrühren. Zum Schluss noch den Triple Sec und Orangensaft unterrühren und alles noch mal gut miteinander vermischen. Den Teig in die Form füllen, glatt streichen und auf der mittleren Schiene etwa 45 min backen (mein Backofen ist etwas “langsamer” als andere. Vielleicht reichen bei Euch schon 35-40 min. In jedem Fall ist die Pieks-Probe mit einem Holzspießchen ratsam).

Nach der Backzeit den Kuchen herausnehmen und gut abkühlen lassen. Aus der Form kippen und aus Puderzucker, Zimt und dem Orangensaft einen Guss anrühren. Über den Kuchen geben und abschließend mit den Zesten garnieren.

Seid nächste Woche wieder dabei, wenn es heißt:”Der Zauberberg” – Was will uns der Autor damit sagen?

Habt ein schönes kuscheliges Wochenende!

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In zweieinhalb Wochen ist Weihnachten. ZWEI EINHALB WOCHEN! Waaaaaaaah! Höchste Zeit köstliche Bethmännchen anzusetzen. Denn die Frankfurter Spezialität schmeckt mit jedem Tag besser und sollte etwas durchziehen.

Sicherlich hast Du auch so eine ganz traditionelle regionale Weihnachtsköstlichkeit, auf die Du keinesfalls verzichten willst. Aachener Printen vielleicht? Oder ein Vogtländer Stollen? Oder irgendeine andere Spezialität aus dem Norden, dem Rheinland, Bayern oder Schwaben?

Bei mir sind es die Frankfurter Bethmännchen, die nicht nur zur Weihnachtszeit gut schmecken. Die kleinen Marzipan-Hütchen mit Mandeln sind immer etwas Besonderes und kosten in Frankfurter Konditoreien ein kleines Vermögen. Dabei sind sie leicht selbst herzustellen. Und wenn ICH das sage, dann ist es wirklich so!

bethmaennchen

Das Rezept findest Du hier im Blog. Je länger die Bethmännchen Zeit zum Ziehen haben, umso besser. Denn das Rosenwasser schmeckst Du erst richtig nach ein paar Tagen. In einer hübschen Dose oder etwas Seidenpapier verpackt, werden sie nicht hart sondern immer, immer besser.

Wenn Du dieses Jahr also etwas ganz Besonderes aus Hessen verschenken möchtest, dann mach’ doch mal ein paar Bethmännchen!

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Huhu, ich bin’s nochmal! Ganz außer der Reihe poste ich heute ein “Outtake” aus meiner Küche: Ein schaurig-schönes Kuchen-Monster, das zwar grandios geschmeckt hat, aber sowas von hässlich war! Liebe Eltern, haltet Euren Kids die Augen zu: Hier kommt Frankenstein Halloween-Guglhupf!

Halloweengugl

Was war passiert? Die viel gerühmte, oft gepriesene Guglhupf-Form stellte sich als wahre Bitch heraus und wollte meinen Guglhupf einfach nicht hergeben! Also hab ich Gewalt angewendet und hatte dann: 2 Guglhupf-Hälften statt eines kompletten Kuchens!

Ich hab geflucht, geschimpft, aufgestampft! Aber hilft ja alles nix! Also: Beide Teile zusammengesetzt, mit ordentlich Sirup aus Bitterorangen-Konfitüre und Ingwerlikör getränkt und genossen. Motto: Augen zu und durch!

Was ich falsch gemacht habe? Ich glaube, die Form war nicht genug gefettet für den feuchten Teig. Was sonst immer flutscht, hat sich diesmal als hartnäckiges kleines Luder herausgestellt.

Trotzdem kann ich den Kuchen nur jedem empfehlen: Ingwer, Chai Masala Gewürze und die Bitterorange haben das kleine Monster unwiderstehlich und sogar etwas indisch gemacht. Solange keiner so genau hinschaute…

Für eine kleine Guglhupf-Form, die ich hier und hier schon so oft geprisen habe, benötigst Du folgende Zutaten:

2 Eier

80 gr Butter

80 gr Muscovado-Zucker

1 Prise Salz

125 gr Mehl

1 EL Speisestärke

1 TL Backpulver

50 gr gemahlene Mandeln

2 EL fein gehackter kandierter Ingwer

1 EL Kakaopulver

1 EL Ingwerlikör

1 TL gemahlene Chai Masala Gewürzmischung (kommt in indische Tees und besteht häufig aus Zimt, Anis, Nelke, Kardamom. Wer mag, gibt noch Pfeffer und Muskat hinzu. Meine Mischung stammt aus Indien. Ich habe sie aber (s. Link) auch schon selbst gemacht! Ein Chai wärmt wunderbar und aromatisiert Schwarztee, der dann mit Milch und Zucker genossen wird.)

Für den Sirup:

100 ml Bitterorangenkonfitüre

3 EL Ingwerlikör

brauner Zucker

Zubehör: Guglhupf-Form, Teigschüssel, Handmixer, kleiner Topf für den Sirup

Zubereitungszeit: 45-50 min, je nach Backzeit

So geht’s:

Eier trennen und die Eiweiße steif schlagen. In den Kühlschrank stellen. Dotter aufheben!

Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Butter und Zucker schaumig rühren. Ingwerlikör, Salz, Kakao- und Chai-Pulver hinzugeben. Eigelb ebenfalls unterrühren. Mehl, Speisestärke und Backpulver vermischen, fein sieben und unter die Mischung geben. Mandeln und kandierten Ingwer unterheben. Zum Schluss den Eischnee unterheben.

Guglhupfform fetten (!!) und den Teig einfüllen. Glattstreichen und etwa 40 Minuten backen.

Während der Kuchen backt, die Zutaten für den Sirup ansetzen und aufkochen lassen.

Den Kuchen nach gelungener Stäbchenprobe (kein Teig hängt mehr am reingepieksten Holzstäbchen!) herausnehmen und gut abkühlen lassen. Aus der Form stürzen (haha!) und mit dem Sirup überziehen.

Ich wünsche Euch viel Erfolg beim Nachbacken! Die Gewürze und der Ingwer machen den Kuchen zu einem echten Genuss zu Tee oder Kaffee. Ein kleiner indischer Schlingel, der in meiner Variante leider verunglückt ist. Hat aber am Geschmack nix geändert :)

Habt noch ein schönes Wochenende!

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Hab ich was nicht mitbekommen? Ist schon November und ich hab zwei Monate in einem Zeit-Raum-Kontinuum verbracht? Nee. Leider ist der September derzeit nur besonders usselig. Dagegen helfen ein gemütlicher Abend und etwas verführerisch Süßes: Ein Schoko-Minz Gug(e)lhupf!

Wir haben ja beide keinen süßen Zahn. Aber dieser kleine, kernige Gug(e)lhupf mit dunkler Schokolade, einem Hauch Minze und knackigen Mandelstückchen war ruckzuck weg.

Also: Innerhalb von vier Tagen. So lange brauchen wir in unserem Zwei-Personen-Haushalt für so ein kleines Küchlein. Es hindert Dich aber auch niemand daran, Dir das gute Stück alleine und auf einmal reinzupfeifen. Denn frisch ist er besonders saftig und sündig.

Guglhupf

Ich schreibe übrigens mal Guglhupf und mal Gugelhupf. Das ist mir gerade aufgefallen bei der Suche nach Rezepten, die ich schon mit meiner kleinen Lieblingsbackform verbloggt habe. Der bEdW bewies seine Back-Kompetenz übrigens dadurch, dass er meinte, das schreibe sich bestimmt “Googlehupf“. Ja, nee, is klar…

Wie auch immer Du das kleine Ding schreibst. Es schmeckt super, wenn Du folgende Zutaten nimmst:

100 gr weiche Butter

80 gr Muscovado-Minz Zucker (alternativ: Muscovado- oder brauner Zucker, dazu ein paar fein gehackte Minzeblättchen. Aber der Minz-Zucker ist super, wenn Deine Minze auf dem Balkon außer Rand und Band wächst!)

2 Eier (M)

eine Prise Salz

1 gestrichener TL Backpulver

1 EL feines, dunkles Kakaopulver (Ich hatte 75%-iges Schokopulver aus Madagascar vom Lieblingsschokoladen)

100 geschälte Mandeln (im Mixer so gehackt, dass noch kleine Stückchen übrig bleiben, notfalls: gemahlene Mandeln)

50 gr Vollmilchschokolade in Stücke gehackt (oder Schokodrops oder Du nimmst irgendwelche Schokoreste, die daheim rumfliegen)

3 EL Minzlikör (nimm nicht so ein Zahnpasta-Zeug. Besser: Zoladkowa Gorzka Mint aus Polen, alternativ: Amaretto (passt zu den Mandeln) oder weglassen!)

Puderzucker

Zubehör: Rührschüssel, Sieb, beschichtete kleine Gugelhupfform (18cm), Handmixer

Zubereitungszeit: 45 min

So geht’s:

Backofen auf 200 gr vorheizen. Butter schaumig schlagen. Zucker, Eier und Salz hinzugeben und unterrühren. Mehl, Backpulver und Kakao durch das Sieb in den Teig sieben. Die grob gemahlenen Mandeln und die kleingehackte Vollmilchschokolade ebenfalls unterheben. 3 EL Likör unterrühren.

Ggf. die Backform einfetten.

Auf der mittleren Schiene für 35 Minuten backen. Nach erfolgreicher Stäbchenprobe (an einem dünnen Holzstäbchen darf beim Reinpieksen in den Kuchen kein Teig mehr hängenbleiben) Kuchen herausholen und gut abkühlen lassen.

Gugelhupf aus der Form stürzen und – wenn er kalt ist! – mit Puderzucker bestäuben.

Guglhupf_angeschnitten

Die Mandeln und die geschmolzenen Schokostückchen halten den Kuchen schön saftig. Wenn Du die Mandeln nicht komplett zu Mehl zermahlst, ist er auch noch crunchy. Dunkler Kakao und die sehr dezente Minznote machen ihn zu einem sehr erwachsenen, edlen Küchlein, das nicht zu süß ist.

Hab ein wunderbar kuscheliges Wochenende!

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Kennst Du das wunderbar verschwenderische Dessert Eton Mess? Darin werden Erdbeeren von knusprigen Baisers und schaumiger Schlagsahne geküsst. Aber, hey, in Wiesbaden haben Stachelbeeren Saison. Welcome to the Wiesbaden Mess!

Der Wochenmarkt macht mich fertig! Ich weiß gar nicht, was ich zuerst kaufen soll: sonnenreife, pralle Tomaten? Pinkige Himbeeren? Knackige Kirschen? Babyzarte Aprikosen? Ach, Quatsch! Ich habe mein Herz an Stachelbeeren verloren!

Sind sie richtig reif, dann sind sie nicht mehr sauer, haarig und dick-schalig wie die Beeren, an die ich mich aus meiner Kindheit erinnere. Nein, sie sind fruchtig-süß und ganz besonders! Stachelbeeren sind ein bißchen die Außenseiter unter den Beeren. Als “Wiesbaden Mess” werden sie zuckersüß und köstlich!

Wiesbaden_Mess

Für 2 Portionen brauchst Du folgende Zutaten:

200 ml Schlagsahne

1 Handteller großes Baiser

300 gr Stachelbeeren

2 EL Amaretto

2 EL brauner Zucker

Zubehör: kleine, beschichtete Pfanne, Schneebesen oder Handmixer, 2 Dessertgläser

Zubereitungszeit: 15min

So geht’s:

Baiser zerbröseln in unterschiedlich große Stücke. Sahne steif schlagen und kühl stellen.

Stachelbeeren waschen. Etwa die Hälfte davon halbieren. In der beschichteten Pfanne Zucker und Amaretto erhitzen, bis der Zucker aufgelöst ist. Stachelbeeren darin anschwitzen und etwas abkühlen lassen.

Jetzt die Schlagsahne aus dem Kühlschrank nehmen und vorsichtig mit dem Baiser vermischen.

Wiesbaden_Mess_Top

Anschließend in zwei Gläser abwechselnd die Stachelbeeren und die Sahne-Baiser-Mischung schichten. Dass die Stachelbeeren einsinken, ist gewollt, um den “messy” Eindruck zu geben.

Füße hochlegen und genießen!

Und wer Stachelbeeren lieber herzhaft mag, macht sich ein würziges Stachelbeer-Chutney.

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Ich bin ja nicht so der Dessert- und Kuchenesser. Aber gute Schokolade macht auch mich richtig glücklich. Ein zart schmelzendes Stück Vollmilch, sahnige Weiße oder würzige dunkle Schokolade zu einer Tasse Kaffee runden ein gutes Essen für mich ab. Besonderheiten aus aller Welt gibt es im xocoatl im Wiesbadener Altstadt-Schiffchen. Verführerische Nachbarschaft!

Meine kleine Reihe “So genießt Wiesbaden!” geht in die dritte Runde. Im ersten Teil hatte ich Euch das Kiezkaufhaus vorgestellt, ein Lieferdienst für lokale Wiesbadener Einzelhändler. Einer dieser Einzelhändler ist das Schokoladen-Geschäft “xocoatl” von Katrin Flietner, quasi meine Nachbarin. (Kann man bessere Nachbarn haben als Schokoladenhändler??)

Xocoatl_Front

Dank Klimaanlage auch im Sommer immer wohltemperiert: xocoatl in der Wiesbadener Grabenstraße.

Natürlich habe ich schon gleich nach unserem Umzug nach Wiesbaden bei Katrin reingeschaut. Aber richtig “kennengelernt” haben wir, als sie via Facebook mitteilte, die Schokoküsse müssten jetzt langsam mal weg. Und da mein guilty pleasure jene Schokoküsse sind, deren Schaummasse sich schon ein gaaaaaanz wenig zieht, stand ich natürlich sofort im Laden und habe mich als Restposten-Verwerter angeboten. Uneigennützig wie ich bin…

Katrin, Du hast bis zu 600 Schokoladen-Produkte in Deinem Laden. Außerdem Pralinen von zehn Herstellern aus fünf Ländern! Ein großer Renner sind aber auch Deine Schokoküsse.

Die kommen aus Bremen von der Firma Mayer. Angeblich hat der uralte Herr Mayer die Schokoküsse sogar erfunden. Das Rezept ist seit Urzeiten in Familienbesitz und der Betrieb ist ganz, ganz klein. Da ist nicht mal Gelatine drin, ganz zu schweigen von anderen Zusatzstoffen. Deshalb sind die jetzt auch in der Sommerpause. Ab Ende August, Anfang September müssten sie eigentlich wieder liefern.

Schon im Schaufenster fällt auf: Du hast gerade zehnten Geburtstag gefeiert. Was hast Du denn vorher gemacht?

Ich war 26 Jahre lang Banker. Zuletzt als Prokuristin bei einer deutschen Großbank. Dann habe ich unsere Tochter bekommen und war dreieinhalb Jahre zuhause. Danach ging ich wieder in die Bank und musste feststellen: Die Bank hatte sich verändert, meinen Job gab es so nicht mehr und ich hatte mich verändert. Ich wurde also immer unzufriedener und hab dann die Reißleine gezogen.

Xocoatl_Taza

xocoatl-Inhaberin Katrin Flietner erklärt mir, was an der “stone ground” Schokolade von Taza besonders ist.

Das Gefühl kennen sicher viele. Aber wie kam es dann zum eigenen Schokoladen-Geschäft?

Durch Zufall habe ich den Verein “Berufswege für Frauen” entdeckt und dann dort ein Coaching gemacht. Das hat mir geholfen, den Blick weit zu machen und mich darauf zu konzentrieren, was ich will und was ich kann. Und dann saß ich mal an meinem Esstisch, habe die “Essen & Trinken” durchgeblättert und bin auf einen Artikel über eine Frau in der Lüneburger Heide gestoßen, die ein Pralinen-Haus aufgemacht hat. Da machte es dann “Pling!” und von da an wusste ich, was ich machen will.

Und wie hast Du den Laden hier gegenüber vom Landtag gefunden?

Der Laden in der Grabenstraße stand leer. Ich fand ihn anfangs viel zu klein. Aber als wir dann das Geschäft betreten haben , hatte ich einen Kloß im Hals. Ich glaube, der Laden hat mich gefunden. Mit einer Innenarchitektin zusammen haben wir dann die Ausstattung umgesetzt.

Im Sommer gibt's auch immer mal ein ausgewähltes Produkt ohne Schokolade - wie diese Gelee-Pralinen.

Im Sommer gibt’s auch immer mal ein ausgewähltes Produkt ohne Schokolade – wie diese Gelee-Pralinen.

Das war ja aber auch ein Risiko, oder?

Glücklicherweise lief der Laden sehr schnell sehr gut. Ich weiß noch, dass ich vor zehn Jahren am 16. April von drinnen aus meinem Schaufenster auf den Landtag – damals noch Baustelle – geschaut habe und dachte: Das ist, als hätte ich nie etwas anderes gemacht! Und so fühlt sich das immer noch an. Ich will nichts anderes mehr machen.

Was mir an Dir und dem xocoatl so gefällt, ist die sehr fundierte Beratung. Wie hast Du Dir – als ehemaliger Banker – denn Dein Expertenwissen angeeignet?

Ich habe viel recherchiert, Schokolade verkostet, viel gelesen und das Gelesene auf meine Zunge übersetzt. Viele Produzenten habe ich aber auch persönlich besucht oder auf Messen getroffen. Das Lernen hört da nie auf.

Wonach entscheidest Du, wer in’s Sortiment kommt?

Ich gucke immer erst danach, wer macht was: Kauft der Hersteller die Kakaobohnen direkt und verarbeitet sie – das nennt man dann “Bean to Bar” – oder verwendet er Kuvertüre. Woher kommt dann die Kuvertüre? Wer hier als Vertreter reinkommt und antwortet: “Feinste belgische Kuvertüre”, der kann gleich wieder gehen. Ich kenne mich mittlerweile gut genug aus, um zu wissen, wer seine Kakaobauern anständig bezahlt. Das ist mir ganz wichtig.

Ich kann hier also mit gutem Gewissen einkaufen?

Ja, hier kann man mit gutem Gewissen einkaufen, weil die Wege nachvollziehbar sind. Aber das ist es ja nicht alleine: Auch die Qualität muss stimmen. Deswegen sortiere ich jetzt einen Händler aus, der statt meiner geliebten Schweizer Kuvertüre jetzt eigene herstellt, aber qualitativ noch nicht auf dem Level ist, das ich verkaufen möchte.

Hohe Qualität und fairer Handel sind im xocoatl wichtig.

Hohe Qualität und fairer Handel sind im xocoatl wichtig.

Zehn Jahre muss man als Einzelhändler erst mal durchhalten. Wer kauft denn bei Dir ein?

Das ist bunt gemischt. Es kommen auch Leute her, die nicht viel Geld haben aber dann eben nur wenig, dafür etwas Besonderes kaufen. Die sagen mir immer: Gute Schokolade hält auch viel länger und macht viel mehr Spaß. Weil man halt nicht die halbe Tafel auf einmal isst. Viele Kunden sagen mir: Du hast uns für gewöhnliche Schokolade versaut. Da entgegne ich immer: Andersherum! Die Industrieware versaut Euch für das wirklich Gute!

Kommen denn viele Touristen zu Dir in die Grabenstraße? Ich höre immer, dass die Straße nicht so stark frequentiert ist.

Ja, das ist schade, denn ich finde die Straße so, so schön. Hier herrscht eine fast schon mediterrane Stimmung mit all den Tischen draußen und den Bänken vorm Landtag, den Bäumen. Die Wiesbadener fragen mich auch nach zehn Jahren noch: “Ach, Sie sind neu hier, oder?” Guck Dir mal die Langgasse an. Die ist im Vergleich doch grauenhaft!

Gibt es Trends in der Schokoladen-Community?

Was super läuft aktuell sind gefüllte Schokoladen. Diese aufgestreuten, bunten Schokoladen dagegen sind nicht mehr so der Renner. Das bestätigt auch die Manufaktur Clement, bei der ich neulich mal zwei Tage mitarbeiten durfte. So ein Blick hinter die Kulissen ist für mich ja auch interessant. Und die sagen auch: An Schokoladen mit Aufgestreutem haben sich die Leute irgendwie sattgegessen. Jetzt kommen die Gefüllten. Von Clement habe ich hier eine mit Mango und mit Minze-Mascarpone, die sind beide extrem geil. Außen sind sie knackig und innen wird es weich. Das hat sowas Tröstendes. Also, wenn jemand Liebeskummer hat, ist das die richtige Schokolade.

Xocoatl_Pralinen

Auch Pralinen-Fans kommen im xocoatl auf ihre Kosten.

Was ist denn das Besondere am xocoatl im Vergleich zu anderen?

Wir wissen was über die Schokolade und können viel darüber erzählen. Ich versuche alle Chocolatiers persönlich zu treffen. Von denen erfahre ich Geschichten, die ich gerne mit meinen Kunden teile. Aber ganz wichtig sind auch die Inhaltsstoffe und dass ich was zu den Unterschieden der einzelnen Schokoladen sagen kann. Das bringe ich auch meinen Mitarbeiterinnen hier im Laden bei.

Was sind Deine Pläne für das xocoatl?

Ich bin gerade dabei einen neuen Online-Shop zu bauen. Das wir dann hoffentlich zum Ende des Jahres was werden. Aber den habe ich in erster Linie für die Kunden, die weiter weg wohnen und ihre Lieblingsschokolade sonst nicht bekommen. Und ich habe bald einen neuen Hersteller im Sortiment. Die englische Pump Street Bakery aus Suffolk.

Gibt es denn Bestseller bei Dir im Laden?

Naja, die Tartuffo di Alba gehen natürlich immer. Aber ansonsten sage ich immer: Bestseller kann man nur machen, wenn man den Kunden etwas aufzwingt. Wir beraten aber ganz individuell, deswegen gibt es bei uns nicht DEN Bestseller. Neu habe ich die Taza Schokoladen aus den USA. Die sind “stonegrounded” und bekommen den Zucker erst zum Schluss zugegeben. Deshalb schmeckt und fühlt man die einzelnen Kristalle. Das ist ganz spannend. Außerdem sind sie vegan und laktosefrei weil ohne Milch hergestellt.

 

Sag ich doch!

Sag ich doch!

 Der Einzelhandel ist spannend und vielseitig. Aber er überlebt nur, wenn wir ihn unterstützen. Also, schnappt Euch Euren Einkaufskorb und zieht los. Es gibt viel zu entdecken!

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Backen treibt mich zwar immer wieder in den Wahnsinn. Aber ein Glas voll köstlicher Cookies im Haus zu haben, mit schmelzigen zartbitteren Schokodrops und herzhaften Haferflocken – diese Aussicht bringt sogar mich an die Teigschüssel!

Natürlich komme ich nicht im Traum darauf mir Rezepte für Cookies auszudenken. Dafür gibt es einfach deutlich qualifiziertere Blogger als mich. Meine Geheimwaffe ist Sandra vom Blog From Snugg’s Kitchen. Wenn jemand backen kann, dann Sandra. Ob Brot oder Cookies: Ihr Blog ist für mich eine bessere Quelle als jedes Backbuch.

Deshalb hab ich auch nicht lange gezögert, als ich ihr Rezept für die Chocolate Chip Cookies mit Haferflocken gesehen habe.

Ein bisschen abgewandelt habe ich das Rezept gegenüber Sandras Original: Ich habe ausschließlich Zartbitter-Schokotropfen (75%) verwendet und Weizen- statt Dinkelmehl. Außerdem statt Dinkel- eben Haferflocken. Aber ganz so hübsch wie ihre sind nicht geworden:

Cookies Nierentisch

Die Cookies sind wunderbar kernig durch die Haferflocken. Mit hochwertigen Zartbitter-Drops schmecken sie zudem richtig edel und nicht zu süß. In einem Glas oder einer Keksdose halten sie sich mehrere Wochen – falls man sie nicht vorher alle aufisst. Denn zu einer Tasse Tee oder einem Kaffee sind die Cookies eine köstliche kleine Zwischenmahlzeit.

Und falls Euch auch mal die Backlust überkommt, schaut doch einfach mal bei Sandra rein! Mach’ ich ja auch ;-)

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