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Archive for the ‘unterwegs’ Category

Ok, Heston Blumenthal war leider nicht anwesend, als wir im November in seiner „The Fat Duck“ essen waren. Aber der Meister war allgegenwärtig. Diese Kreativität gepaart mit kindlicher Freude an verrückten Ideen, erstklassigen Produkten, wilden Überraschungen – das kann derzeit eigentlich nur er!

Einen Tisch in der „fetten Ente“ zu bekommen hatten wir gar nicht für möglich gehalten. Im letzten Jahr hatte Blumenthal sein kleines, altes Pub in Bray bei London sechs Monate geschlossen, um es komplett umzubauen. In der Zwischenzeit zog die gesamte Mannschaft der „Fat Duck“ nach Australien um! Bei der Wiedereröffnung in England gab es dann nicht nur eine doppelt so große Küche (wie klein muss erst die alte gewesen sein?!), sondern auch ein neues Menü – und nach insgesamt acht Testessen auch wieder 3 Michelin-Sterne.

Hier einen Tisch zu ergattern schien uns wie der Sechser im Lotto. Oder, um im Bild zu bleiben, wie das berühmte „Golden Ticket“. Das gewinnt der kleine Charlie in Roald Dahls „Charlie and the Chocolate Factory“ und darf damit in die Schokoladenfabrik des irren Süßigkeiten-Barons Willy Wonka. Eine Parallele, die immer wieder mal auftaucht: Blumenthal ist Willy Wonka! Glaub‘ mir!

Heston Blumenthal The Fat Duck Foodblog Germanabendbrot

Entenfuß-Gabel, Federkiel-Messer und Schnabel-Löffel: Heston Blumenthals „The Fat Duck“

Also ließen wir uns auf die Warteliste setzen und hatten das Ganze schon fast vergessen, als wir eine Email erhielten, die der bEdW fast schon als Spam weggeklickt hätte: An einem Dienstag im November um 12h dürften wir uns in The Fat Duck einfinden. Dafür gab es auch ein Ticket (nicht golden! Ich prangere das an!) inklusive QR-Code, das wir mitzubringen hätten. Und bitte pünktlich sein! Also, falls wir zusagen wollten… ABER KLAR!! Wir sind quietschend rumgehüpft wie die Kinder und haben uns wochenlang darauf gefreut wie die Schnitzel!

Ein Lunch bei Heston Blumenthal beginnt aber nicht erst mit dem Eintritt in’s Restaurant. Nein, vorher haben wir locker drei mal mit super netten Leuten aus dem Customer Service telefoniert und einen Fragebogen ausgefüllt: Gibt es Allergien? Haben wir etwas zu feiern? Was sind Eure liebsten Fruchtaromen? Woran erinnert Ihr Euch besonders, wenn Ihr an Urlaube in der Kindheit denkt? Welche Reise, die Ihr gemeinsam unternommen habt, war ganz besonders?

Bei Willy Wonka heißen sie Oompaloompas: Einer der vielen Köche, Helfer, Servicekräfte rennt über die Straße in die "Vorbereitungs-küche". Ist nämlich eng im Restaurant!

Bei Willy Wonka heißen sie Oompaloompas: Einer der vielen Köche, Helfer, Servicekräfte läuft über die Straße in die „Vorbereitungsküche“. Ist nämlich eng im Restaurant!

Steigert natürlich die Vorfreude! Denn wir wussten bereits aus einer TV-Sendung über das wiedereröffnete Restaurant, dass Blumenthal seine Menüs für jeden Gast ein gaaaaanz klein bisschen personalisiert. Crazy shit!

Aber nicht lang rumgequatscht! Ich nehme Euch jetzt mit zu unserem großartigen Menü, für das ich erstmals überhaupt Fotos in einem Restaurant gemacht habe! (Normalerweise hasse ich das wie die Pest. Ich will das Essen ja genießen!) Aber eine solche Once-in-a-lifetime-Situation kann man ruhig mal unauffällig mit dem Handy festhalten. Und, glaub mir, ich war nicht die einzige, die Fotos gemacht hat!

Schon im Zug von Paddington Station nach Maidenhead kamen wir uns vor wie im Zug nach Hogwarts! Da wir etwas zu früh waren, nahmen wir noch ein schnelles Ale im Pub „The Hinds Head“ (gehört auch Blumenthal und ist super kuschelig!) und beobachteten, wie ständig die Türen auf und zu gingen, Platten über die Straße getragen wurden und eifrige Köche ihr Leben riskierten, um über die Hauptstraße in Bray zu kommen. Wie im Märchen „Zwerg Nase“.

Punkt 12 standen wir dann also vor der Tür und traten in einen dunklen Vorraum ein, in dem eine Hologramm-Weltkugel sich drehte.

Let the story begin….

Die Speisekarte. Und die Lupe war wirklich wichtig!

Die Speisekarte. Und die Lupe war wirklich wichtig!

Natürlich wurden wir – dem QR-Code sei Dank – mit Namen begrüßt. Dazu ein Dankeschön, dass wir mit ihnen unseren Hochzeitstag „nachfeiern“. Eine schöne, persönliche Geste. Überhaupt ist der junge, unaufgeregte Service ein Genuss.

Das Restaurant ist sehr niedrig (aus dem 16. Jahrhundert stammt das alte Gebäude!) und innen ganz in weiß eingerichtet. Gerade einmal 40 Personen finden darin Platz. Mittags gibt es das exakt gleiche Menü wie abends. An runden Tischen, die jeweils eine eigene Lampe haben (das wird noch wichtig!), sitzen also viele gespannte Paare oder kleinere Gruppen, denen man die kribbelige Vorfreude anmerkt.

Deshalb erstmal einen Apertif. Aber nicht irgendwie im Glas oder so! Nein, hier wird der Drink, den Du Dir aus vier Varianten auswählst, in flüssigem Stickstoff zu einem kleinen, eiskalten Häppchen. Und wer durch die Nase ausatmet, ist der „Drache“, weil der kalte Dampf aussieht wie Rauchwölkchen:

Etwas unscharf. Aber es musste ja auch blitzschnell in den Mund!

Etwas unscharf. Aber es musste ja auch blitzschnell in den Mund!

Als kleiner Gruß aus der Küche: Eine Praline aus Roter Bete mit Meerrettich-Créme. Ein leichter, schaumig-knuspriger Genuss, der schon mal einen Vorgeschmack auf die Aromenexplosionen gibt, die uns noch erwarten…

Der Gruß aus der Küche

Der Gruß aus der Küche

Heston Blumenthal serviert natürlich nicht irgendein Menü! Nein, es ist eine Reise durch einen Ferien-Tag in seiner Kindheit. Vom Aufstehen bis zum Ins-Bett-Gehen. Dafür ist die phantasiereich gestaltete Karte, die man am besten mit der Lupe liest. Einen kleinen Eindruck findest Du hier. Aber eigentlich brauchst Du die Karte gar nicht! Das wunderbar entspannte und freundliche Personal (keine Spur von 3-Sterne-Standesdünkel!) führt Dich durch den Tag und hat erkennbar Spaß an der gemeinsamen Reise…

Auf Schatzsuche...

Auf Schatzsuche…

Quasi noch im Bett und mit einer Idee davon, wie wir den Tag beginnen wollen, starten wir mit einer „Botanical Gazpacho“ in das Menü: Einem Eierstich aus geräuchertem Kreuzkümmel mit einem Selleriesorbet, essbaren Blüten und einem kalten Tonic aus verschiedenen Kräutern, das erst am Tisch in den Teller gegossen wird.

Das Licht ist noch nicht taghell, wird aber langsam... Die anregenden frischen Aromen sind für die Zunge wie der Sprung unter die Dusche! Raus aus den Federn!

Die anregenden frischen Aromen sind für die Zunge wie der Sprung unter die Dusche! Raus aus den Federn!

(Ich habe die Fotos übrigens nicht aufgehellt, damit Du siehst, wie die Beleuchtung die einzelnen Phasen des Tages wiedergibt. Denn wirklich alles ist Teil des Menüs. Eine hübsche Idee! Bei diesem Gang ist es übrigens noch nicht ganz hell, denn wir sind ja noch nicht richtig wach, gell?)

Auf geht’s zum Frühstück. Und dazu gehört in England eine Tasse Tee. Aber nicht irgendeine! Unser Tee ist eine kräftige Brühe vom Kaninchen. Woran erinnert uns das Kaninchen? Richtig! An Alice im Wunderland. Alice folgt dem weißen Kaninchen in seinen Bau und landet – schwupps! – im verrückten Wunderland. Der Hase, der nie Zeit hat und ständig seine Taschenuhr zückt, wird uns übrigens auch noch begegnet. Und wer der verrückte Hutmacher ist, dürfte auch klar sein, oder? Heston Blumenthals Liebe zu Lewis Carrolls Geschichte begegnet Dir an jeder Stelle. Etwa im 1. Stock des Restaurants auf dem Weg zu den Toiletten…

Die "Melbourne Clock" zeigt an, wie lange das Restaurant zu Gast am anderen Ende der Welt war.

Die „Melbourne Clock“ zeigt an, wie lange das Restaurant zu Gast am anderen Ende der Welt war.

(Woran merkt man, dass man auf einer 3-Sterne-Toilette sitzt? Soll ich Dir das verraten? *kicher*)

Aber zurück zum Tee. Denn auch die Tee-Stunde beim verrückten Hutmacher ist ja eine der beliebtesten Geschichten aus Alice im Wunderland. Die Kaninchenbrühe hält aber noch eine weitere Überraschung parat: Sie ist heiß UND kalt. Jawohl. Du nimmst einen Schluck (vorher nicht umrühren!, warnt unsere Kellnerin) und hast zwei Temperaturen im Mund. Vielleicht (noch) kein kulinarisches Highlight, aber eine tolle Überraschung allemal!

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Richtig crazy wird es jetzt beim Frühstück. Engländer sind ja verrückt nach Cornflakes und anderen Cerealien. Also bekommen wir sechs Mini-Packs zur Auswahl, die wir natürlich sofort öffnen dürfen. Denn in jeder Packung ist ja auch immer ein Geschenk, wie wir aus Kindertagen wissen!

Ich hab' mir "Mock Munch" ausgesucht. Denn die falsche Suppenschildkröte ist ein weiterer Charakter aus Alice im Wunderland!

Ich hab‘ mir „Mock Munch“ ausgesucht. Denn die falsche Suppenschildkröte ist ein weiterer Charakter aus Alice im Wunderland!

Jede Box ist mit so viel Kreativität gestaltet! Von den Nährwertangaben, die totaler Nonsense sind, bis zu den Geduldsspielen auf der Rückseite der Packung: Es gibt unendlich viel zu entdecken. Aber darüber geht naütrlich nicht der Geschmack vergessen. Denn wir sind ja zum Essen hier!

Frühstück a la Heston Blumenthal: Getrüffelte Eiermousse auf Tomatenconsommé mit Chips aus Bacon und geräuchertem Brot: Himmlisch!

Frühstück a la Heston Blumenthal: Getrüffelte Eiermousse auf Tomatenconsommé mit Chips aus Bacon und geräuchertem Brot: Himmlisch!

Die „Milch“ in der Müslischale ist natürlich keine. Stattdessen ergeben die getrüffelte Eiermousse und die darunter liegende Tomaten Consommé ein leichtes, cremiges Gefühl auf der Zunge, aus dem Du jede einzelne Geschmackskomponente erkennst. Die crunchy Bacon- und Brot-Flocken sind herzhaft aber sehr fein und ein toller Kontrast zur Créme.

Wer jetzt schon denkt „Der spinnt doch!“, den kann ich beruhigen. Es kommt noch irrer. Aber was uns wirklich verblüfft hat: In keiner Sekunde überwiegt der Spaß und der Zauber das technische Können der Köche oder lenkt ab von den Aromen und der Brillanz der Produkte. Beides ergibt einfach ein unfassbar gutes Ganzes – aber ein bisschen Lust am Verrückten solltest Du schon mitbringen. Am besten lässt Du Dich auf die Reise ein und folgst Heston durch den Tag. Food-Puristen wird das alles „too much“ sein. Aber auch wer ausschließlich die einzelnen Gänge genießen will, kann das tun. Denn jeder einzelne ist großartig!

Ach, das Geschenk! Fast vergessen! In den Cornflakes-Packungen war ein kleines Holz-Puzzle drin. Eine Box mit einem Geldschlitz, die man zusammenbauen musste. Wer zuerst fertig war, bekam eine kleine Münze in seine „Spardose“. Die würden wir später noch brauchen!

Wir hatten erzählt, dass uns unsere Hochzeitsreise nach Ägypten als Archäologie-Fans total geflasht hatte. Deshalb hatten wir Tutanchamun und den Sphinx auf unseren Boxen. Klar, oder?

Wir hatten erzählt, dass uns unsere Hochzeitsreise nach Ägypten als Archäologie-Fans total geflasht hatte. Deshalb hatten wir Tutanchamun und den Sphinx auf unseren Boxen. Klar, oder?

Vom Frühstück gestärkt geht’s an den Strand! Hestons schönste Kindheitserinnerung haben mit dem Krebse-Fangen zwischen großen Steinen am englischen Strand zu tun. Also gibt’s erstmal was auf die Ohren: In der Muschel versteckt sich ein iPod mit Meeresrauschen. Denn den folgenden Gang musst Du natürlich im richtigen Umfeld genießen. Bei Blumenthal werden alle Sinne angesprochen:

Dieser Teil des Menüs heißt "First one to see the sea". Und riechen und schmecken und hören...

Dieser Teil des Menüs heißt „First one to see the sea“. Und riechen und schmecken und hören…

Dazu gibt es einen Teller zartestes Sashimi von heimischen Fischen zu einem Meeresschaum, der aus Seegrasnoten besteht, auf Tapioka-„Sand“. Alles wird serviert auf einem Holzkästchen mit einer Glasplatte, unter der südamerikanische Sand liegt.

Dazu musst Du Dir jetzt Wellenrauschen und Möwengeschrei im Ohr vorstellen...

Dazu musst Du Dir jetzt Wellenrauschen und Möwengeschrei im Ohr vorstellen…

„Krieg ich ’n Eis?“ Die Frage gehört zu einem Strandtag dazu wie Sand in den Schuhen, oder? Heston serviert gleich zwei Mini-Eis: Eine Art Dolomiti mit Waldorf-Salat Aromen und ein Twister mit einem grün-weißen Überzug aus Avocado und Merrettich über einem butterzarten rohen Stückchen Lachs.

Twister und Dolomiti a la Blumenthal. Mit dem Hinweis: "Don't eat the pebbles. They're real!"

Twister und Dolomiti a la Blumenthal. Mit dem Hinweis: „Don’t eat the pebbles. They’re real!“ (Muss man bei ihm echt immer dazu sagen!)

Muss ich noch mal betonen, dass trotz aller Spielerei jeder einzelne Bissen absolut phantastisch war? Nie haben die Experimente den eigentlichen Hauptdarsteller – die ausgezeichneten Produkte und das handwerkliche, künstlerische Können der Küche – übertrumpft. Bei so viel Begeisterung für Eis gab’s gleich noch eins dazu:

Ein "99" mit Krabbe und Passionsfrucht. So klein und so voller Aroma!

Ein „99“ mit Krabbe und Passionsfrucht. So klein und so voller Aroma!

Aber wir wollten ja Krebse fangen am Strand! Also gibt es einen „Teller“, der aussieht wie ein großer, schwarzer Stein, in dem eine rosafarbene „Cornish Crab“ sitzt – gefüllt mir geräuchertem Kaviar und Forellenrogen. Ihr Innerstes offenbart sie erst, als heiße weiße Schokolade über ihren Panzer läuft und zerschmilzt. Das Tüpfelchen auf dem i sind die Seegras-Aromen, die knackig und frisch den Fisch-Krabben-Kaviar-Schokoladen-Geschmack auflockern. Whoa! Zu dem Zeitpunkt noch mein Lieblingsgang. (Wobei, dieses köstliche Frühstück…)

Die Algen waren butterzart. Gar nicht gummiartige, wie man sie so kennt. Und siehst Du das oben auf dem "Teller"? Das war ein glitzriges Gelee, das phantastisch fischig geschmeckt hat!

Die Algen waren butterzart. Gar nicht gummiartig, wie man sie so kennt. Und siehst Du das oben auf dem „Teller“? Das war ein glitzriges Gelee, das phantastisch fischig geschmeckt hat!

Ich muss vielleich kurz etwas zum Wein sagen: Wir hatten keine Weinbegleitung gewählt. Nicht aus Geiz, sondern weil wir mittags um 12h vermutlich überfordert gewesen wären mit zu viel unterschiedlichen Weinen zu unserem Menü. Außerdem wollte ich mich durch NICHTS ablenken lassen vom Essen. Wir haben zu unserem gesamten Essen einen Sancerre getrunken, der wunderbar gepasst hat. Überhaupt ist die Weinkarte zwar atemberaubend umfangreich. Sie hat aber auch genügend Posten für „normale“ Menschen, die nicht permanent in 3-Sterne-Restaurants essen. Wir waren jedenfalls mit unserer Entscheidung sehr zufrieden!

Nach dem Vormittag am Strand, verbringen wir den Nachmittag im Wald. Das Licht ändert sich etwas, wir haben ein (imaginäres) Nickerchen gemacht, es hat geregnet. Den feuchten Waldboden können wir förmlich riechen. Kein Wunder, denn DAS hier steht auf dem Tisch:

Plötzlich riecht es überall nach Wald...

Plötzlich riecht es überall nach Wald…

Dazu gibt es einen Teller, der an einen Waldboden erinnert. Kennst Du das noch? Pilze, getrocknete Beeren, etwas Erde – unter so einem alten Stück Rinde kann man schon einiges entdecken:

Zu diesem Zeitpunkt war DAS mein Lieblingsgang!

Zu diesem Zeitpunkt war DAS mein Lieblingsgang!

Ok, mal sehen, ob ich noch annähernd zusammenbekomme, was da alles auf dem Teller war: Pilze und Trüffel, ein Gelee aus Bete und Brombeere, aromatisiert mit Feigenblättern, kleine Zweige Mädesüß und Wiesenklee und dunkle Schokolade. Etwas Rauke liegt da auch. Aber was auch immer es war: Ich war von diesem Gang absolut geflasht. Die herben und süßen Aromen und die verschiedenen Konsistenzen waren eine Mega-Explosion im Mund. Dabei war immer jedes Aroma zu erkennen. Absolut gigantisch!

Kennst Du die falsche Suppenschildkröte bei Alice im Wunderland, die immer so traurig ist?

Auf meiner "Alice im Wunderland"-Langspielplatte lispelte die Schildkröte immer "Ich bin eine falsche Ssssuuuuuupenschildkröte".

Auf meiner „Alice im Wunderland“-Langspielplatte lispelte die Schildkröte immer „Ich bin eine falsche Ssssuuuuuupenschildkröte“.

Zu dieser Geschichte wird uns der nächste Gang serviert: Eine Glastasse, in der sich ein de- und rekonstruiertes Ei findet, sowie Toast- und Gurkenwürfel und Mini-Pilze.

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Das ist aber noch nicht alles. Denn es fehlt der Tee. Als weitere Reminiszenz an Alice im Wunderland hat Heston Blumenthal seinen ganz eigenen Brühwürfel aus Kalbsbrühe hergestellt, in die Form einer Taschenuhr gepresst und vergoldet; längst eines seiner Signature Dishes. Leider war die Uhr so schnell aufgelöst. Ein Video dazu gibt es aber hier.

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Wenn jetzt noch kein Verrückter-Hutmacher-Gefühl aufkommt…

Natürlich gibt es zur Tea Time auch ein Sandwich. Und unnötig zu sagen, dass es köstlich war!

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Es wird langsam Abend im Heston-Universum. Draußen ist es zwar noch hellichter Tag, aber das Licht wird etwas dämmrig, wir gehen essen! „Welcome to the Restaurant“ heißt es plötzlich und wir bekommen die Speisekarte, die sicher nicht zufällig ein bisschen an die 70er erinnert:

Jetzt kommen die Hauptgänge. Alles andere war ja nur... ja, was eigentlich?

Jetzt kommen die Hauptgänge. Alles andere war ja nur… ja, was eigentlich?

Natürlich ist auch das Brotkörbchen in The Fat Duck vom Feinsten: Sauerteigbrot mit einer Butter aus Cornwall.

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Und weil man ja wusste, dass wir aus Deutschland waren, kam auch mal kurz zum Small Talk einer der deutschsprachigen Servicekräfte an den Tisch. Es sind solche unaufgeregten Kleinigkeiten, die einfach bezaubern.

Als „Vorspeise“ zarteste Jakobsmuscheln, Hummerschaum, Trüffel:

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Der „Hauptgang“: Taubenbrust und Taubenherz an einer Biersauce, dazu (nicht im Bild) Taubenleber auf geröstetem Brot:

Zarter kann Fleisch, glaube ich, nicht mehr sein...

Zarter kann Fleisch, glaube ich, nicht mehr sein…

Als „Dessert“: Botrytis Cenerea (also Edelfäule) heißt dieser Gang. Und tatsächlich finden sich Aromen von Roquefort, Trauben, Safran, Bockshornklee, Pfirsich und etwa zwölf weiteren Geschmacksnoten in unterschiedlichsten Konsistenzen auf dem Teller. Ich glaube, DAS war aufgrund seiner handwerklichen Kunst mein Lieblingsgang. Zumal ich – als Käsefan – eine Extraportion Roquefort-Granulat auf dem Teller hatte. Meine Käse-Obsession hatte der bEdW vorab heimlich in den Fragebogen eingetragen, der uns zugeschickt worden war. ILD!

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„There’s some extra cheese for you…“

Kannst Du noch? Vielleicht hilft ein kleiner Digestif? Wie wäre es mit schottischem Whisky? Aber natürlich nicht im Glas. Das kann ja jeder. Bei Blumenthal gibt es Whisky Gums. Jedes Fläschchen aus einem speziellen Scotch und präsentiert auf einer schottischen Landkarte (leider etwas unscharf *hicks*). Tatsächlich war jeder Whisky herauszuschmecken. Gut, dass ich mich mit dem Thema seit einiger Zeit ein bisschen beschäftige.

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Der imaginäre Restaurant-Besuch neigt sich dem Ende. Zeit in’s Bett zu gehen nach einem ereignisreichen Tag. Das Licht wird weiter gedimmt und der Dessert-Löffel wird an den Tisch gebracht: Ein fluffiger Löffelgriff parfümiert mit Vanille und Tonkabohne, der sofort ein kuscheliges, „ich will in’s Bett“-Gefühl schafft.

Den wollte ich gar nicht mehr aus der Hand legen!

Den wollte ich gar nicht mehr aus der Hand legen… Der Tastsinn kommt also auch nicht zu kurz!

Fast fallen uns schon die Augen zu und wir gleiten hinüber in’s Traumland. Ist das ein fliegendes Kissen mit zwei luftigen Baissers?

Magnete, die sich abstoßen, schaffen die Illusion, dass das Kissen tatsächlich schwebt. (Siehst Du den Fat-Duck-Schriftzug auf dem Kopfkissenbezug?)

Magnete, die sich abstoßen, schaffen die Illusion, dass das Kissen tatsächlich schwebt. (Siehst Du den Fat-Duck-Schriftzug auf dem Kopfkissenbezug?)

Das eigentliche Dessert (das Du mit dem fluffigen Löffel isst!) besteht aus Milch- und Kokos-Eis, Panna Cotta und gedämpftem Bisquit. Das Ganze ist so milchig und leicht, dass man es vermutlich auch aus einem Fläschchen trinken könnte. Fehlt nur noch, dass irgendwo jemand die Spieluhr aufzieht…

Als das Licht gedimmt wird und die Babypuder-Gerüche durch das Restaurant wabern, kann kaum einer sein Gähnen unterdrücken.

Als das Licht gedimmt wird und die Babypuder-Gerüche durch das Restaurant wabern, kann kaum einer sein Gähnen unterdrücken.

Erinnerst Du Dich an die Münze, die uns in unsere Holz-Box gesteckt wurde? Die brauchen wir jetzt. Denn wie jedes Kind träumt auch Heston Blumenthal von einem eigenen Süßwarenladen. Den hat er sich für 150.000 £ bauen lassen – inklusive einem nachgebauten Mini-Heston-Kinderzimmer und einem Mini-Fat-Duck-Kochlabor, was leider auf dem Foto nicht zu sehen ist. Die Münze wandert in einen Schlitz, der Mechanismus startet, die Schubladen bewegen sich und raus kommt: Süßkram!

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Die hausgemachten Süßigkeiten sind u.a. ein Toffee, das in essbares Zellophan eingewickelt ist, und eine Praline mit unserer Lieblingsfruchtnote sowie eine essbare Spielkarte mit der Herzkönigin (Alice! im! Wunderland!):

Natürlich ist auch das rote Siegel auf dem Umschlag essbar. Die Karte auch. Nur das Papier nicht. Glaube ich...

Natürlich ist auch das rote Siegel auf dem Umschlag essbar. Die Karte auch. Nur das Papier nicht. Glaube ich…

Die Süßigkeiten dürfen wir natürlich – wie bei einem Kindergeburtstag – mit nach Hause nehmen. Dafür gibt es hauseigene hübsche Tütchen:

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Auch die Holzbox, die Speisekarte und unsere Cornflakes-Packungen wandern in das Tütchen als Erinnerung. Ja, erinnert an Kindergeburtstag. Aber an einen der guten Sorte, wo alle mit rosigen Bäckchen, glücklich und müde nach Hause gehen uns in’s Bett fallen.

Wir dürfen der Küchen-Crew noch mal herzlich Danke und Auf Wiedersehen sagen, stehen plötzlich in den Nachmittagshimmel blinzelnd vor dem kleinen alten Häuschen auf der Hauptstraße von Bray und grinsen wie die Honigkuchenpferde!

Als man uns fragt, ob man uns ein Taxi rufen dürfe, lehnen wir danken ab und sagen, dass wir erstmal im Pub noch einen Absacker nehmen. „That’s the spirit, mate!“ rufen sie uns hinterher. Die Tür geht zu und hinter den Kulissen geht die Magie in die nächste Runde für die Abendvorstellung, während wir ein kaltes Ale nehmen und uns gegenseitig versichern, dass wir nie, nie, nie besser gegessen haben.

Ich habe schon öfter hier im Blog erwähnt, dass ich Heston Blumenthal für einen Magier halte. Aber bis dahin kannte ich seine Gerichte ja nur aus dem Fernsehen. Erst jetzt, wo ich mit allen Sinnen riechen, schmecken, fühlen, sehen und hören konnte, was dieser Autodidakt in seiner Hexenküche erspinnt, weiß ich: Willy Wonka existiert tatsächlich.

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Kirk Douglas ist 100, Zsa Zsa Gabor wurde leider nur 99, aber unser wunderschönes Wiesbadener Caligari ist 90 Jahre jung!

Kino Caligari Wiesbaden Foodblog German Abendbrot

Vorhang auf! Nur wenige Schritte von uns entfernt gibt es eines der hübschesten Kinos, in denen ich JE war! Klar, ich liebe auch das Kino am Sendlinger Tor in München. Oder das alte Gloria am Stachus. Aber auch unsere kleine Landeshauptstadt hat ein echtes Kleinod in prominenter Lage: Das Programmkino Caligari.

Rote flauschige Sessel, ein Balkon für den perfekten Blick von oben auf die Leinwand, eine Bar mit Wein, Bier und Snacks sowie eine nostalgische Ausstattung mit viel Art Deco Schwung und Decor-Details! Was für ein Filmpalast! Betreiber des aufwendig restaurierten Kinos ist das Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden. Und das hat einen gewissen Anspruch: Hier laufen Arthouse-Produktionen, europäische und deutsche Filme, Dokumentar- und Kurzfilme. Mit einem extra Kinderprogramm werden schon die Kleinen an das Lebensgefühl Kino herangeführt.

Zum 90. Geburtstag, der heute offiziell gefeiert wird, ist ein anderes Kind unserer Stadt vor Ort: Regisseur und Oscar-Gewinner Volker Schlöndorff. Das ganze Jubiläumsprogramm und viele Infos gibt’s hier.

Kino Caligari Wiesbaden Blog Germanabendbrot

Ich wünsche dem Caligari (und uns!), dass es auch die nächsten 90 Jahre überdauern, überleben und überstehen werde!

Happy Birthday!

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Der November hat’s schwer: Kein goldener Herbst mehr und noch kein weihnachtliches Glänzen in Sicht. Umso schöner, dass Rheingauer VDP-Winzer und Top-Gastronomen der Region mit der Veranstaltungsreihe „Glorreiche Rheingau Tage“ gegen die novembrige Tristesse angehen.

In Wiesbaden lebt, isst und trinkt es sich gut. Zu heimischen Genüssen wie Spundekäs und Wisperforelle trinken wir natürlich unseren Riesling! Und den feiern wir zu allen Gelegenheiten. Ob während der Wiesbadener Weinwoche im August oder eben zu den Glorreichen Rheingau Tagen im usseligen November.

Eines der vielen Highlights findet in meiner direkten Nachbarschaft statt:

Am 10. November feiern die zwei Rheingauer Schlösser Johannisberg und Vollrads zusammen mit dem diesjährigen Gast-Weingut Reichsgraf von Kesselstatt und ausgewählten Weinen „Riesling Schlösser & Friends“. Dazu serviert die Wiesbadener „ENTE“ im Nassauer Hof ein herbstliches 5-Gänge-Menü von Küchenchef Michael Kammermeier.

Aber weißt Du, was das Beste ist? Ich kann Dir hier schon mal exklusiv einen Blick auf das Menü  geben. Denn das durfte vorab schon mal getestet werden, um gemeinsam mit den Schlössern Vollrads und Johannisberg die passenden Weine auszusuchen. Besonders charmant: Da mindestens zwei korrespondierende Weine pro Gang serviert werden, kannst Du den Riesling in all seiner Vielseitigkeit kennenlernen. It’s been a hard day’s night…

Riesling Schlösser and Friends Glorreiche Rheingau Tage Ente Wiesbaden

Noch werden die Weine im Detail nicht verraten. Aber es wird eine spannende Reise durch die vielseitige Riesling-Welt. Versprochen!

In den Abend startest Du mit einer Ceviche vom Seeteufel. Mein Highlight? Die in Ingwer eingelegte Melonenschale. In Portwein und Balsamico marinierte Wassermelone und knuspriges Papadam sorgen für viel Abwechslung im Mund:

Glorreiche Rheingau Tage Riesling Schlösser and Friends Ente Wiesbaden

Nochmal grüßt das Meer den Rheingau: Kanadischer Hummer mit fruchtiger Mango, würziger angebratener Chorizo und – für den Crunch im Mund! – knusprig gespufftem Wildreis!

Glorreiche Rheingau Tage Riesling Schlösser and Friends Ente Wiesbaden

Ach, bekommt man jemals genug von Fisch und Meeresfrüchten? Ich finde nicht und habe mich über den unsagbar zarten Kabeljau mit Entengrieben gefreut. Besonders fein dazu: Der mit einer Créme von weißen Zwiebeln gefüllte Raviolo.

Glorreiche Rheingau Tage Riesling Schlösser and Friends Ente Wiesbaden

Der November ist DER Monat für Wildgerichte. Deshalb darf ein zarter Rehrücken nicht fehlen. Hier mit knuspriger Blutwurst, Sellerie und Cassis. Und glaub mir: Ja, dazu passt ebenfalls ein Riesling. #rotweingohome

Glorreiche Rheingau Tage Riesling Schlösser and Friends Ente Wiesbaden

Selbst für Anti-Süßschnäbel wie mich war das Dessert ein Fest: Fruchtig-säuerliche Mandarine als Sorbet, in Krokant und im Schokomantel. Dazu? Na klar, Riesling!

Glorreiche Rheingau Tage Riesling Schlösser and Friends Ente Wiesbaden

Wenn es draußen kalt, grau und dunkel ist,

sollte man einfach die schönen Seiten des Lebens feiern.

Warum also nicht am 10. November, ab 19:00h, mit Riesling Schlösser & Friends

in der ENTE in Wiesbaden?

(Anmeldung unter www.nassauer-hof.de)

Du willst nicht bis zum November warten? Dann mach‘ doch Deinen eigenen Riesling-Spaziergang von Schloss Vollrads zu Schloss Johannisberg. Ein paar Impressionen habe ich in meinen frühen Wiesbadener Tagen hier gesammelt.

Wusstest Du eigentlich, dass vor 300 Jahren, also 1716, auf Schloss Vollrads der Begriff Cabinet  erstmals im Zusammenhang mit einem eigens errichteten Cabinetkeller erwähnt wurde? (Erst seit 1971 schreiben wir „Kabinett“) Heute gilt der „Kabinett-Wein“ als Qualitätskennzeichnung für Prädikatwein. Ursprünglich verstand man darunter gehaltvolle Weine, die lange in den Cabinetkellern reiften. Mittlerweile steht der Begriff „Kabinett“ international für Prädikatsweine, die bei moderatem Alkoholgehalt ihre Herkunft, die Rebsortencharakteristik und die Handschrift des Winzers erkennen lassen. Dies gilt ganz besonders für den Rheingauer Riesling!

Adieu November-Tristesse! Cheers, Riesling!

PS: 2016 feiern wir auch 300 Jahre Chianti. Aber dazu bald mehr…

 

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Wie jedes Jahr im August feiert Wiesbaden die Rheingauer Winzer, den Riesling und auch ein bisschen sich selbst…

Und weil die Rheingauer Weinwoche mit ihren über 100 Ständen wie jedes Jahr im August vor unserer Haustür stattfindet (das ist wörtlich zu verstehen!), sind die zehn Tage ideal, um sich dort mit Freunden zu verabreden, (Wein-)Vorräte anzulegen, allerlei Entdeckungen zu machen (wie hier oder hier), auch mal berufliche Termine an bestimmte Weinstände zu verlegen („Treffen wir uns einfach erstmal beim Schönleber…“) und auch ein bisschen abzuschalten.

Rheingauer Weinwoche Wiesbaden

Gekocht wird in dieser Zeit wie jedes Jahr im August eher wenig, denn Bratwurst-Dunst und Flammkuchen-Duft ziehen bis in unser Dachgeschoss und machen Lust auf einen Snack zum Wein „uff de Gass“. Höchstens der selbstgemachte Kochkäs kommt zum „Winzerknorze“ zum Einsatz, weil der auf dem Fest servierte Spundekäs ja doch immer aus dem gleichen Plastikeimer kommt (wie einfach er doch eigentlich zuzubereiten wäre, weiß Astrid zu berichten).

Deshalb klinke ich mich wie jedes Jahr im August für ein paar Tage aus, sammle ein paar frische Eindrücke und neue Weine und freue mich darauf, wenn es hier ab dem 23. August wieder weitergeht…

Keine Angst, Du verhungerst schon nicht! Surf‘ doch einfach mal durch die über 750 Rezepte hier im Blog und such‘ Dir was Feines aus…

*Die Postkarte und viele weitere hübsche Motive sowie geschmackvolle (!) Souvenirs rund um Wiesbaden gibt es im „Stadtstück“.

 

 

 

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32 Grad, es wird noch heißer… Kann mich gar nicht schrecken nach der Mega-Hitzewelle letzten Sommer! Und damit Du einen kühlen Kopf bewahrst, kommen hier meine Top 10 Gerichte für heiße Tage!

Unterm Dach und mit vielen Fenstern wirst Du ganz schnell kreativ, wenn’s heiß ist. Da kriegen mich keine zehn Pferde in die Küche. Aber immer nur Salat ist ja auch irgendwie nervig… Also bereite ich kühle Gerichte für heiße Tage zu, die wenig Zeit beanspruchen, kühlende Zutaten vereinen, ohne Herplatten oder Backofen auskommen und schlimmstenfalls spätabends zubereitet werden können für den nächsten Tag. Dann nämlich – also spätabends – kann ich herrlich alles aufreißen, den Vollmond anhimmeln und ordentlich Durchzug machen. DAS sind die Vorteile vom Dachgeschoss! Der Durchzug kühlt dann die ganze Nacht, bis ich morgens so gegen 5 Uhr auf leisen Sohlen wieder alle Schotten dicht mache… Und was machst Du bei Hitze?

Heiß, heiß, Baby! Meine Top 10 der kühlen(den) Gerichte für heiße Tage:

Zur besseren Orientierung dient mein Hitzefaktor von * (ohne jeden Schweißtropfen) bis *** (ok, da musst Du jetzt ganz schnell durch!)

Nummer 10: Eine Tapas Party für 2 oder mehr Personen ist schnell gemacht, lädt zum Verquatschen ein und schmeckt noch besser mit einem eisgekühlten Wein! Hitzefaktor: **

Tapas Albondigas Foodblog German Abendbrot

Nummer 9: Börek und Pide mit Hackfleischfüllung! Easy am Abend vorzubereiten (Backofen!) und himmlisch beim Picknick am nächsten Tag zu genießen. Hitzefaktor: ***

Börek Pide hausgemacht Hackfleischfüllung German Abendbrot

Nummer 8: Pasta mit schneller Tomatensauce mit Oliven und Feta. Jetzt sind sie sowas von reif, die Gartentomaten auf dem Markt! Hitzefaktor: **

Pasta schnelle Tomatensauce Oliven Feta German Abendbrot

Nummer 7: Natürlich darf hier nichts Indisches fehlen! Dieser Salat aus Rote Bete und Karotten mit kühlendem Joghurt ist perfekt! Hitzefaktor: **

Salat indisch Rote Bete Möhren Joghurt German Abendbrot

Nummer 6: Ein Eiersalat wie aus den 50ern – nur für’s 21. Jahrhundert zurecht gemacht. Der hätte sogar Elvis geschmeckt! Hitzefaktor: *

Eiersalat Tatar vom Ei 50er Jahre frisch mit Radieschen German Abendbrot

Nummer 5: Der Melonensalat mit Feta und Schinken ist ein Klassiker – im Blog und unter Genießern. Hitzefaktor: *

Salat Melone Feta Schinken Melonensalat German Abendbrot

Nummer 4: Bulette, Frikadelle, Fleischpflanzerl – you name it! Eine große Portion in der Pfanne gebraten, hast Du von diesen kleinen Kerlen tagelang etwas. Super für’s Büro! Hitzefaktor: **

Frikadellen Buletten Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat German Abendbrot

Nummer 3: Und? Was passt am besten zur Bulette? Richtig: Kartoffelsalat! Ebenfalls gut vorzubreiten! Ich hab‘ da übrigens hinter dem Link über 70 (!!) Rezepte versteckt! Hitzefaktor: *

Kartoffelsalat German Abendbrot

Nummer 2: Für Süßschnäbel habe ich ein herrliches „Wiesbaden Mess“ mit Stachelbeeren, Baiser und Sahne! Hitzefaktor: *

Stachelbeeren Baiser Sahne Wiesbaden Mess Eton Mess German Abendbrot

Trommelwirbel für die Nummer 1: Das beste, kühlendste und seit dem Jahrtausendsommer 2003 immer wieder abgewandelte Lieblingsgericht für heiße Tage: Gazpacho!

Gazpacho Sherry kalte Suppe German Abendbrot

Immer noch nichts dabei? Dann schau doch mal, was ich Dir 2013 zusammengestellt habe… Viel Spaß beim Genießen!

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Heute wird das German Abendbrot „schulreif“. Es hat eine große Zahnlücke vorne und in seiner Schultüte steckt wunderbarer Honig von einer ganz besonderen Imkerin. Los, komm‘ mit, und gewinne ein Glas „Nymphenburger Honig Frühjahrsernte“!

Bienen sind nicht nur fleißig und hübsch anzuschauen, sie machen auch köstlichen Honig und sind für unser Ökosystem absolut unverzichtbar. Nein, sie sind UNVERZICHTBAR! Ohne Bienen keine Bestäubung von Pflanzen. Ohne Bestäubung keine Früchte, keine Ernte, nix zu Essen. Nichts, Nada, Niente!

Wer die letzten Jahre in einer Raumkapsel ohne Verbindung zur Außenwelt verbracht hat, kennt möglicherweise den Film „More than honey“ noch nicht, der sich herzzerreißend dem Thema Bienensterben widmet. Angucken, bitte!

Bienen Bienensterben Honig Blüte Bloggeburtstag German Abendbrot

Umso glücklicher macht mich jede einzelne Biene auf unserer Terrasse. Egal ob gerade Basilikum, Thymian oder Chilipflanzen blühen: Die fleißigen Bienchen mögen unsere Kräuter sehr. Vor allem aber Lavendel. Scheinbar für die Bienen das, was Craft Beer, Pulled Pork oder Burger für uns Foodblogger sind.

Ernte 2016 Wabe

Ich freue mich sehr, dass ich über dieses crazy Internet eine ehemalige Kollegin aus meiner Münchner Zeit „wiedergefunden“ habe, Annika Singer von Honigschlecken. Sie produziert nicht nur im Stadtteil Nymphenburg ihren eigenen Honig, sondern bietet auch Verkostungen an:

Antje Annika Singer Honigschlecken Nymphenburg München

Darüber wollte ich gleich mal mehr wissen von ihr! Nimm Platz, mach’s Dir bequem und iss ’ne Honig-Stulle:

Annika, ich kenne ja kaum jemanden, der Honig nicht mag. Aber wie kamst Du dann auf die Idee Dein eigenes Bienenvolk anzuschaffen?

Ich habe schon immer gerne Honig von Urlauben mitgebracht. Über einen benachbarten Imker am Ammersee und durch eine sehr enge Freundin in München hatte ich dann immer wieder Berührung mit dem Thema. Zuletzt habe ich immer häufiger bei der Ernte geholfen. Ihr Vater hatte über 50 Jahre Bienen im Münchner Westend gehalten und ihr die Imkerei vor einigen Jahren vererbt. Deshalb wollte sie die Bienenhaltung damals gründlich lernen. Spontan habe ich mich auch dazu entschlossen die Ausbildung mitzumachen. Das war vor rund fünf Jahren.

Wie viel Arbeit steckt in der Imkerei? Musst Du Dich täglich kümmern?

Die Hauptsaison fürs Imkern ist von März bis Oktober. Zwischen April und August muss man mindesten einmal pro Woche rund eine halbe Stunde bis Stunde pro Volk einplanen. Schwarmzeit und Ernte sind dann immer eine zusätzlich intensive Zeit. Häufiges Nachsehen ist allerdings auch übertrieben, weil man die Bienen nicht dauernd stören darf. Vor allem in den Wintermonaten ist es tabu den Stock zu öffnen. Das ist manchmal gar nicht so leicht, weil man zu gerne wissen würde, ob es ihnen in ihrem Kasten auch gut geht.

Honigschlecken Imkern Bienen German Abendbrot

Braucht man zum Imkern einen Garten mit viel Platz oder geht das auch auf meinem Stadtbalkon?

Theoretisch kann man Bienen auch auf dem Balkon halten. Es gibt sogar eigene Systeme dafür, nachdem sich die Stadtimkerei gerade zu einem ziemlichen Trend entwickelt. Allerdings gibt es oft Einwände von Seiten der Hausverwaltung oder Miteigentümern. Da muss man sich vorher unbedingt absprechen. Daher ist die Haltung in einem eigenen Garten natürlich unkomplizierter. Aber auch dort muss der Standort so gewählt sein, dass sie Nachbarn nicht gestört fühlen. In der Stadt bieten sich auch öffentliche Plätze an: Parkanlagen, Kleingärten, Schulen, Kirchen, Friedhöfe. Natürlich nur mit Genehmigung!

Welche Ausbildung hast Du für das Imkern gemacht und war die unbedingt notwendig?

Ich habe einen Jungimkerkurs absolviert. Er geht über zwei Jahre und ist eine Mischung aus Theorie und Praxis. Gemeinsam mit den erfahrenen Imkerpaten begleitet man auch das eigene erste Bienenvolk durch das Bienenjahr. So eine Ausbildung ist Pflicht, um beim Deutschen Imkerbund anerkannt zu sein. Aber es ist auch einfach unglaublich hilfreich, sich mit den „alten Hasen“ auszutauschen und von deren Erfahrungen zu profitieren. Im laufenden Bienenjahr ist es wichtig, vernetzt zu sein: Schwarmzeit, Ernte, Urlaub. Da sind Abstimmung und gegenseitige Hilfe alles.

Honig Honigschlecken Imkern German Abendbrot

Was macht Deinen Honig unverkennbar?

Jeder Honig ist ein aromatischer Fingerabdruck seiner Region. Wie beim Wein kann man von Jahrgangshonig sprechen, denn abhängig vom Klima, ist auch die Blütenfolge unterschiedlich ─ und somit auch der Geschmack des Honigs. Der „Nymphenburger Honig – Frühjahrsblüte“ ist süß, fein blumig und sehr facettenreich. So die Gärten, Alleen und Parkanlagen in unserer Nachbarschaft. Die zweite Ernte, die Sommerblüte, ist vor allem von den Lindenblüten der Alleen geprägt. Ein deutlich kräftigeres Aroma und der leicht mentholische Geschmack ist bei diesem Honig ganz deutlich.

Du bietest ja auch Honigverkostungen an. Was für Honige verkosten Deine Gäste da eigentlich?

Es gibt ja kaum jemanden, der Honig nicht gerne isst. Doch in vielen Gesprächen ist mir aufgefallen, dass Honig oft viel zu pauschal wahrgenommen wird. Man kann heutzutage viel verkosten: Wein, Bier, Schokolade, Olivenöl. Aber Honig? Das gab es nicht. Da lag der Schritt, meinen Job als PR-Profi mit meinem Hobby zu verbinden, nahe und ich startete 2014 mit „Honigschlecken“. Bei dieser Degustationsreihe erfahren die Gäste alles rund um das Thema Honig und Bienen und lernen in einem Zeremoniell, ähnlich dem einer Weinprobe, die Vielfalt von Honig. Wir probieren bis zu zehn Honigsorten von hell bis dunkel, von sehr süß bis bitter herb, von flüssig über cremig bis fest. Es sind zum einen typische Sorten aus unserer Region. Zum anderen biete ich auch mediterrane Sorten an, von mir bekannten Familienbetrieben in Italien und Frankreich. Die Aromen sind einfach noch feiner und vielseitiger. Am Ende hat jeder Teilnehmer einen Eindruck, welcher Honigtyp er ist und weiß, zu was Honig sonst noch alles gut passt ─ außer auf das Frühstücksbrot.

Honigschlecken Honigverkostung Honig Bienen German Abendbrot

Ist das Imkern ein Trend sowie das Brotbacken, Urban Gardening usw.?

Imkern kann man durchaus als Trend bezeichnen. Vor allem in der Stadt geht es den Bienen erstaunlicherweise oft besser, weil auf dem Land Monokultur herrscht. Ich war selbst überrascht, wie schwierig es war, tatsächlich einen Platz für einen Jungimkerkurs zu bekommen. Wir waren dann auch 60 Teilnehmer. Wenn auch nur ein Teil davon tatsächlich beim Imkern bleibt, ist das großartig. Jahrelang sind nämlich die Mitglieder-Zahlen beim Deutschen Imkerbund nach unten gegangen. Imkern, Brotbacken, Urban Gardening, Doityourself: Ja, ich glaube, die Motivation dazu ist überall ähnlich gelagert. Man möchte wissen, woher Lebensmittel kommen, man freut sich am selbst Geschaffenen und möchte „zurück zur Natur“ oder das Gefühl für natürliche Grundgesetze wieder erfahren und pflegen. Seitdem ich die Bienen habe, schaue ich ganz anders auf die Wetterkarte, in den Himmel, achte auf Temperaturen und ärgere mich, wenn es bei der schönsten Obstblüte regnet und die Bienen nicht fliegen können.

Was passiert, wenn Du irgendwann das Interesse am Imkern verlierst oder keine Zeit mehr hast? Du kannst das Volk doch nicht einfach auswildern, oder?

Nein, Auswildern ist keine gute Idee. Aber falls ich aufhören müsste, kann ich den Bestand Vereinsmitgliedern oder über Fachforen anbieten. Schlimmstenfalls kommt es aber auch ungewollt zu einem Ende der Völker. Jedes Jahr höre ich von Imkern, die über den Winter bis zu ihren gesamten Bestand verloren haben. Varroa-Milbe, Futtermangel, zu lange Winter: Es gibt immer wieder schwierige Konstellationen und jedes Jahr ist anders. Das bleibt spannend.

Womit muss ich denn finanziell rechnen, wenn ich unter die Imker gehen will?

Der finanzielle Aufwand ist nicht ganz ohne. Das Imkern artet schnell in eine Materialschlacht aus. Grob muss man mit 300-500 Euro Startkapital rechnen. Es hängt viel davon ab, mit welchem System man arbeiten möchte und wie viel man eventuell gemeinschaftlich anschafft oder gar über den Verein nutzen kann. Wenn Du handwerklich geschickt bist, kannst Du auch Einiges selbst bauen und schreinern. Da kann man sich schon Geld sparen.

Honig Waben Bienen Honigschlecken Verkostung Imkern German Abendbrot

Und womit mache ich auf Balkon und Terrasse oder im Garten die Bienen glücklich?

Wenn Du beim Pflanzen vor allem auf Frühjahrsblumen und Spätblüher achtest, ist schon viel geholfen. Das sind die Jahreszeiten, in denen die Bienen noch wenig oder nicht mehr so viel Nahrung finden. Außerdem ist es natürlich klasse, wenn man den lokalen Imker unterstützt und in der Nachbarschaft einkauft oder im Urlaub auch direkt vor Ort beim Imker am Markt. Der direkte Vertriebsweg  ist hier der beste. Dann weiß man, wo der Honig herkommt. Vor allem sollten sich die Verbraucher immer bewusst machen (wie bei allen Lebensmitteln auch), wie aufwendig es ist, ein hochwertiges Produkt zu erzeugen. Honig ist ein Naturprodukt und nicht unendlich zu beschaffen. Es steckt viel Arbeit drinnen. Vor allem von den Bienen, aber auch vom Imker.

So, jetzt seid Ihr dran! Hinterlasst mir einen Kommentar hier im Blog unter diesem Post und gewinnt mit ein bisschen Glück eines von zwei Gläsern „Nymphenburger Honig – Frühjahrsblüte“ von den fleißigen Münchner Bienchen aus Annikas Volk!

Teilnahmebedingungen:

Mitmachen kann jede(r), der mir einen Kommentar und seine/ihre Mailadresse hinterlässt. Minderjährige benötigen das Einverständnis ihrer Eltern.

Verlost werden 2 x 1 Honig-Töpfchen „Nymphenburger Honig – Frühjahrsblüte“. Sie werden per Post an den/die GewinnerIn verschickt.

Die Auslosung findet statt am 31. Juli 2016, 19:00 Uhr. 

Um im Lostopf zu landen, hinterlasse mir bis zum 31. Juli 2016, 18:59 Uhr, unter diesem Beitrag eine Antwort auf die Frage: Wie isst Du Honig am liebsten?

Als Owner und Moderator dieses Blogs behalte ich mir vor, sexistische, rassistische oder sonstwie beleidigende oder unpassende Kommentare nicht zur Veröffentlichung freizugeben.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der/die GewinnerIn wird am 31. Juli 2016 per Los ermittelt und anschließend per Email benachrichtigt. Anschließend benötige ich Deine Adresse, um den Honig versenden zu können. (Der Versand erfolgt aus organisatorischen Gründen Ende August!)

Hinterlasse also bitte Deine Email-Adresse!! Diese wird ausschließlich zum Zwecke der Auslosung verwendet und nicht an Dritte weitergegeben!

Mit der Teilnahme an der Verlosung erklärst Du Dich damit einverstanden, dass  ich – falls Du gewinnst – Deinen Vornamen in einem Blog-Post nenne.

Vielen Dank, Annika & den Bienen! Happy 6th Birthday dem German Abendbrot und viel Erfolg allen Teilnehmern!

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Ein Gläschen Wein, ein paar Oliven, etwas Baguette – heute wird nicht groß gekocht. Ich teile lieber mit Euch meine Entdeckung: Tiroler Graukäse aus Österreich!

Graukäse

Mein Traumurlaub ist eine Tour de fromage durch Europa: Beginnend mit den cremigen Frischkäsen aus Dänemark und dem sahnigen Gräddost aus Schweden würde ich mich dann zu den Britischen Inseln vorarbeiten zu Stinky Bishop, Stilton, Cheddar und Wensleydale. Dann wäre ich schon wieder auf dem Festland, um riesige Gouda-Laibe durch die putzigen Städtchen der Niederlande zu rollen. So ein bisschen Sport wäre auch nicht schlecht. Denn schon naht der Höhepunkt meiner imaginären Käsereise: Frankreich!  Mit seinen vieltausendfachen Käsegenüssen sicher eine Station, auf der ich etwas länger verweilen möchte…

Aber immer weiter geht’s! Köstlicher Manchego wartet in Spanien, herzhafter Pecorino und Parmesan in Italien, würziger Bergkäse von karamellbonbonfarbenen Kühen in der Schweiz und dann noch cremig-salzige Ziegen- und Schafskäse in Griechenland und der Türkei. Ich werd‘ narrisch!

Apropos narrisch: Und was ist mit Österreich?

Österreich kam bisher auf meiner Europa-Käse-Rundreise bisher noch nicht weiter vor. Was für eine Schande! Denn Berge, saftige Wiesen, Kühe und damit köstliche Milch gibt’s doch dort auch! Und Wein! Und herzige Menschen mit charmanter Sprache… Alles Grundvoraussetzungen für guten Käse!

Vielleicht liegt meine Ignoranz darin begründet, dass ich als Kind schon Richtung Meer geprägt wurde. Gewandert wurde mehr im Watt als in den Bergen. Meine höchsten Hügel waren Dünen und wer mir den Blick auf den Horizont verbaut, hat’s eh schon schwer.

Österreich-Urlauber, Jausenstation-Begeher und Berg-Fans allgemein mögen den Tiroler Graukäse kennen. Mir war er neu!

Graukäse_Öl_II

Erstmals gekostet habe ich ihn auf einer Käsedugastion der „Agrarmarkt Austria“*, wo ich auch die charmante Molkereifachfrau und Käsemeisterin Ginevra Sanders kennengelernt habe. Der Graukäse wurde erst ganz zum Schluss angeboten. Und er teilt „the boys from the men“, kann ich Euch sagen! Oder wie Ginevra Sanders es formulierte: „Dieser Käse macht sehr einsam…„!

Ich bin bei solchen Ankündigungen ja eher unerschrocken. Bei Käse gleich doppelt und dreifach abenteuerlustig. Aber endgültig gekriegt hat die Expertin mich, als sie sagte, er gleiche angeblich dem Frankfurter Handkäs, von dem sie schon gehört habe. Denn auch hier gibt es den typisch quarkigen Kern, reift der Käse 6 bis 12 Wochen und hat so gut wie kein Fett (2%!!).

Whaaaaaat?! Die Ösis können Handkäs? Genial!

Ist ja wohl klar, dass ich das gute, krümelige Stück probieren musste. Der Graukäse entsteht aus Sauermilch und ist also sowas von fettarm. Richtig genial wird er aber erst mit dem, was der Frankfurter „Musik“ nennt, nämlich einer Marinade aus Essig und Öl sowie feingehackten Zwiebeln. Oder man isst ihn mit viiiieeel Butter. Wie auch den Handkäs übrigens! (Und vorbei ist’s mit dem wenigen Fett. Aber wen interessiert das schon?!)

Käse verbindet: Von der Bankenmetropole bis zu den Almwiesen!

Anders als beim Handkäs kommt beim Graukäse noch ein grün-blauer Edelschimmel dazu. Für Käseliebhaberein echter Genuss. Für Käse-Gegner vermutlich die Höchststrafe!

"Dieser Käse macht sehr einsam..."

Ginevra Sanders: „Dieser Käse macht sehr einsam…“

Wunderbar auch die Aussage einer ebenfalls anwesenden Leiterin einer Käsetheke: „Der Graukäse hat’s ein bissl schwer bei uns. Den kann man ja schlecht der Kundschaft einfach so zum Probieren geben!“

Für Liebhaber eben. Und deshwegen befolgte ich gerne den Tipp, den Käse mit einem milden Olivenöl zu marinieren, etwas Baguette dazu zu essen und die würzige Schärfe so richtig zu genießen. (Ich finde auch Pumpernickel genial dazu, weil der mit seiner Süße ein wenig die Schärfe vom Graukäse nimmt…)

Und ob Ihr’s glaubt oder nicht: Ein hessischer Ebbelwoi passt ganz ausgezeichnet dazu!

Also: Boy oder Man? Bist Du eher ein „milder Käse“-Esser oder einer von den Harten, dem’s nicht schimmelig und würzig genug sein kann?

Habt ein schönes Wochenende & geht doch mal wieder auf Käse-Entdecker-Tour zu Eurem Käsehändler oder auf den Markt. Immer das Gleiche wäre ja langweilig…

*Zur Degustation verschiedener österreichischer Käse hatten die AMA (Agrarmarkt Austria) und das Magazin Falstaff eingeladen. Die AMA vertritt alle österreichischen Produzenten. Ginevra Sanders begleitete die Käsedegustation daher als Fachfrau. Dass meine Begeisterung mit dem schlichten Trigger-Word „Handkäs“ geweckt würde, konnte keiner der Beteiligten vorab wissen.

 

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