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Archive for the ‘Wein’ Category

Nein, beim Wein-SOS-Telefon gibt es nicht bei Anruf Wein! Wäre ja noch schöner… Aber falls Dir die Weinbegleitung zum Weihnachtsmenü Kopfzerbrechen bereitet, kannst Du Sommelier Rakhshan Zhouleh anrufen! Crazy! Außerdem gibt er auch exklusiv für’s German Abendbrot Weintipps! Doppelcrazy!

In meiner Inbox landen täglich Dutzende Pressemeldungen. Die meisten fliegen direkt in den virtuellen Papierkorb. Ich hab ja hier kein Newsportal! Aber die Ankündigung, dass Ex-Ente-, Ex-Tantris-Sommelier und Ex-Fußballer Rakhshan Zhouleh verzweifelten Hobbyköchen vor Weihnachten per Telefon Weintipps gibt, fand ich doch teilenswert. Findest Du nicht?

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Am 21. und 22. Dezember 2015 sowie am 28. und 29. Dezember 2015 (an Silvester willst Du ja sicher auch was trinken!) kannst Du jeweils von 10 -12 Uhr anrufen unter 0160 – 70 45 497. Unter dieser Nummer gibt Dir der Sommelier Tipps zu Fragen wie: Welcher Wein korrespondiert zu meinem Menü? Woher beziehe ich diesen Wein? Welche Temperatur sollte der Wein vor dem Genuss haben? Aber auch anders herum funktioniert’s: Welches Gericht passt zu meinen gelagerten Weinen? Natürlich ist der Spaß nicht gänzlich umsonst: Zehn Minuten Weinberatung kosten 20 Euro zzgl. MwSt. Bezahlt wird nach telefonischer Aufnahme der Kontaktdaten per Rechnung.

Münchner haben außerdem die Chance, sich persönlich vor Ort beraten zu lassen: Rakhshan Zhouleh ist in der Woche vor und nach Weihnachten in dessen Münchner Pop-Up Store „Neuhauser Genussmeisterei“ in der Elvirastraße 7 anzutreffen.

Jetzt lass ich alter PR-Fuchs eine Agentur aber nicht einfach vom Haken, wenn sie schon mal eine interessante News rumschickt! Deshalb hab ich darum gebeten, dass mir der Meister zwei Fragen beanwortet. (Hat ja nicht jeder gerade 20 Euro übrig vor Weihnachten!) Voilá:

Szenario 1: Ich komme beim SOS-Telefon nicht durch und bin völlig verzweifelt. Zudem mag Opa lieber Rot, Schwesterherz aber Weiß. Hilfe! Welcher Wein ist eine Geheimwaffe und geht irgendwie immer? 

Als Rotwein beispielsweise ein Pinot Noir, etwa vom Weinhaus Boessneck. Dieser Wein ist ein Spätburgunder, welcher 18 Monate in einem Holzfass reift. Er verfügt über eine enorme Fruchtigkeit und einen starken Körper, was für einen Spätburgunder sehr besonders ist. Ein richtiger Kaminwein, welcher sich perfekt mit allen möglichen Speisen ergänzt.

Als Weißwein empfiehlt sich Umerus Natura, etwa vom Weingut Fürst Löwenstein (in Zusammenarbeit mit Rakhshan Zhouleh entstanden). Dieser Silvaner des Weinguts Fürst Löwenstein ist ein Premiumwein, der äußerst fruchtig und vielschichtig ist. Die Vielschichtigkeit macht diesen Wein also perfekt für jede Art Menü.

Szenario 2: Ich mache an Heiligabend wieder die unfassbar köstliche Rote-Bete-Meerrettich-Terrine nach Arthurs Tochter. Sie schwimmt in einer hammerfeinen Feldsalat-Speck-Soße (die Terrine, nicht Arthurs Tochter!). Was schenke ich dazu bloß aus?

Einmal einen Syrah vom Weingut Hartenberg in Stellenbosch, Südafrika. Dieser limitierte Rotwein besticht durch den Geschmack reifer Früchte gepaart mit weichen Tanninen. Die Harmonie des Weines ist der absolute Wahnsinn!
Der zweite empfehlenswerte Rotwein ist der Blaufränkisch L1 Reserve vom Weingut Rotweine Lang im Mittelburgenland Österreich. Der Blaufränkisch L1 Reserve glänzt durch die Nuancen von vollreifen Brombeeren, Kaffeeröstaroma und Nougat. Er ist herrlich weich und doch komplex im Geschmack und besticht durch eine Extrasüße, welche den Wein sehr lang und vielschichtig macht.

Wisster Bescheid, Schätzeleins! Weihnachten kann kommen und mit ihm herrliche Weine, die uns sanft ins neue Jahr schaukeln…

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Wie herrlich derzeit die Pilze auf den Marktständen duften und Lust auf Herbst machen! Während die Pfifferlinge bisher leider feucht und unschön aussahen, haben die Steinpilze unser Herz erobert. Ich liebe sie pur auf Salat – oder ganz schlicht zur Pasta. Ein schneller, aromatischer Genuss!

Steinpilz_Pasta

So ein einfaches Gericht bedarf eigentlich keines Rezepts, oder? Aber da es beim Friday Night Dinner Date um schnelle, einfache Küche, um Soulfood, um’s Runterkommen und Genießen geht, nehme ich diese Steinpilz-Pasta dennoch auf in meine (gar nicht mehr so) kleine Reihe. Einverstanden?

Zutaten für 2 Personen als Hauptgericht:

4 halbe, mittelgroße Steinpilze (schau, was Dir auf dem Markt angeboten wird. Wichtig ist, dass die Pilze frisch und möglichst ohne Löcher oder sonstige Schäden sind. Verlass Dich auf Deine Augen, Deine Nase und Dein Bauchgefühl!)

Bei Bedarf: 4 mittelgroße braune Champignons, 4 mittelgroße Pfifferlinge

Insgesamt solltest Du nach dem Putzen und Würfeln zwei Hände voll Pilze erhalten

1 kleine weiße Zwiebel, fein gewürfelt

1 Knoblauchzehe

Etwas Olivenöl

Etwas Butter

Ein kräftiger Schuß trockener Weißwein

200ml Sahne

Ein Schuß Aceto Balsamico

Salz

Weißer Pfeffer aus der Mühle

Muskat

Prise Zucker

4 EL gehackte Petersilie

Parmesan

Zubereitungszeit: 30min

Zubehör: Große, beschichtete Pfanne

So geht’s:

Pilze putzen und würfeln. Zwiebel schälen und fein hacken. Knoblauch schälen. Petersilie hacken.

Pastawasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Spaghetti oder Tagliatelle garen.

Währendessen in etwas Olivenöl und Butter die Zwiebel anschwitzen. Knoblauchzehe mit andünsten.

Mit einem Schuß Weißwein ablöschen und einreduzieren lassen.

Die Sahne hinzugeben und ebenfalls etwas einreduzieren lassen. Mit den Gewürzen abschmecken.

Den Schuß Aceto hinzugeben und alles gut vermischen.

Die Hälfte der Petersilie unterheben. Pilze in der Sauce kurz erwärmen.

Die gegarten Nudeln in die Pfanne geben und alles gut vermischen.

Mit der restlichen Petersilie und dem Parmesan anrichten und sofort servieren!

Dazu passt als Vorspeise ein Feldsalat mit Walnüssen. Wer mag, trinkt ein Glas Spätburgunder dazu.

Fertig ist ein hoch aromatisches Herbstgericht, das die Seele streichelt und auf das Wochenende einstimmt!

Guten Appetit & ein schönes Wochenende!

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Eines vorweg: Tartar oder Tatar? Beides findet sich auf deutschsprachigen Speisekarten, wobei es laut Duden Tatar heißt. Und auch die Tataren, die angeblich unter dem Sattel ihr Fleisch weich geritten haben, verzichten auf das erste „r“. Also: Tatatataaaa, ein Tatar! (Bei Lunchgate scheinen die Schweizer das gleiche Problem zu haben.)

Ob zur Begrüßung von Freunden nach langer Anreise, zum Wochenend-Einläuten am Freitagabend oder als kleiner Überbrücker vor der Hauptmahlzeit am Wochenende: Zum Begrüßungssekt oder zum Glas Wein reichen und nehmen wir gerne eine Kleinigkeit. Die soll keinen großen Aufwand machen und auch nicht so sättigen, dass danach das eigentliche Gericht nicht mehr genügend Aufmerksamkeit erhält. Eine kleine Grundlage ist – gerade in Verbindung mit Alkohol – immer ratsam, um mich bei Laune zu halten.

Kennst Du das auch? Bei mir sinkt pünktlich alle vier Stunden meine Laune, wenn ich nicht zumindest eine Kleinigkeit zu essen bekomme. Danach kann der bEdW die Uhr stellen. Nach vier Stunden werde ich nur wortkarg. Nach fünf Stunden fange ich an zu quängeln. Und spätestens nach sechs Stunden solltest Du mir lieber aus dem Weg gehen. Luxusprobleme, ich weiß! Dennoch sind kleine, leichte Häppchen äußerst hilfreich, um mich bei Laune zu halten. Und schmecken tun sie auch!

Thunfisch_Tartar

Zutaten für das asiatisch angehauchte Thunfisch Tatar für 4 Personen zum Aperitif:

250 gr Thunfisch-Steak (Sushi Qualität, da es roh verzehrt wird!), fein gewürfelt

1 TL gelbe Senfkörner

2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten (inkl. etwas Grün für die Optik)

1/2 TL Wasabipulver in 2 EL Wasser auflösen

1/2 TL schwarze Sesamkörner

etwas weißer Sesam

Menge je nach Gusto:

Leichte Soja-Sauce

Fischsauce

Sesamöl

Salz

Weißer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitungszeit: 15 min, plus etwas Zeit zum Ziehen

So geht’s:

Alle Zutaten bis auf den weißen Sesamt gut miteinander vermischen und im Kühlschrank etwa 20 min ziehen lassen.

Danach herausnehmen, noch mal gut umrühren und warten, bis das Tatar nicht mehr ganz so kalt ist. Dann den weißen Sesam hinzugeben und auf Crackern anrichten oder zu Baguette servieren.

Wer mag, kann noch etwas Schmand mit wenig (!) Wasabipulver vermengen und als Klecks auf das Tatar geben oder als Basis auf die Cracker streichen. Das gibt noch zusätzliche Frische.

Fertig ist ein kleiner Aperitif-Snack, der leicht und aromatisch die Zeit bis zum eigentlichen Essen überbrückt!

Dazu schmeckt ein trockener Riesling-Sekt, ein Unoaked Chardonnay oder auch ein milder Sauvignon Blanc.

Als Cracker nehmen wir gerne die dünnen, knusprigen italienischen Cracker, die nur etwas gesalzen sind. Es gibt sie in italienischen Feinkostläden oder Supermärkten. Tuc-Kekse und ähnliches sind meiner Meinung nach zu stark gesalzen. Natürlich kannst Du auch einfach einen schnellen, knusprigen Flammkuchen-Teig herstellen und abkühlen lassen.

(Falls Du Dich fragst, was hinten auf dem Foto zu sehen ist: Cracker, Frischkäse, Forellenkaviar und etwas Dill. Das geht noch schneller und ist köstlich zum Campari Sprizz!)

Guten Appetit!

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Dir ist mal so richtig nach Meeres-Feeling und Urlaubsstimmung an einem kühlen, herbstlichen Freitagabend? Dann mach‘ Dir eine Flasche Weißwein auf, gieß‘ ein Drittel in den Topf mit den Miesmuscheln und mach’s Dir mit dem Rest und ein paar guten Freunden gemütlich.

Was machst Du, wenn Du die einzige Person im Haushalt bist, die gerne Muscheln ist? Genau: Du kaufst jede Menge Muscheln, dem bEdW eine feine Dorade und lädst Dir Freunde ein, die Dir mit den Muscheln helfen. Dann erfährst Du, dass von den Gästen auch nur einer Muscheln isst, kaufst noch eine Dorade und hast jetzt ausreichend Muscheln für einen Eiweißschock für zwei Personen. Hurrah!

Muscheln

Dem Eiweißschock wirkst Du übrigens mit ausreichend Alkohol entgegen. Wir haben das im Selbstversuch ausprobiert: Der dicke Kopf am nächsten Morgen kam definitiv NICHT vom Eiweiß! (Disclaimer: Ich bin kein Arzt und jeder ist für seine Gesundheit selbst verantwortlich!)

Ganz wichtig ist natürlich die Frische und Qualität der Muscheln! Wer nicht direkt neben einer Muschelfarm wohnt und die Ernte selbst begutachten kann, sollte zum Fischhändler seines Vertrauens gehen. Der kennt sich aus und hat idealerweise soviel Warenumschlag, dass die Muscheln immer frisch und gut gekühlt sind.

Normale Esser planen pro Person ein gutes Kilo ein. Ein „gutes“ deshalb, weil verantwortungsvolle Muschel-Köche großzügig aussortieren, was nach fragwürdiger Muschel aussieht.

Heißt im Klartext:

Muscheln, die in rohem Zustand beschädigt sind, fliegen raus!

Muscheln, die roh bereits offen sind und sich auch beim Anstippen nicht von selbst fest schließen, fliegen raus!

Muscheln, die nach dem Garen noch geschlossen oder nur mit einem kleinen Spalt geöffnet sind, bitte nicht mit Gewalt öffnen, sondern wegwerfen!

Wenn Du diese Regeln beachtest, bist Du schon mal auf einem guten Weg. Eine durchgehende Kühlkette und rasche Verarbeitung der Muscheln sind natürlich ebenso wichtig. Dann steht dem Genuss nichts im Wege!

Zutaten für 2 sehr begeisterte Muschelesser, die richtig zugeschlagen haben:

3 kg Miesmuscheln (lebend und superfrisch)

1 Bund Suppengrün (1 Karotte, 1 Stange Lauch, 1/4 Sellerieknolle), geschält und fein gehackt oder gleiche Menge TK-Suppengrün (schnelle Alternative für Eilige, da es bereits gehackt ist)

1/2 Bund Petersilie

1 große weiße Zwiebel, fein gehackt

200 ml trockener Weißwein

1 Zweig Rosmarin

2 geschälte, kleingehackte Tomaten

Salz

Ein paar schwarze Pfefferkörner

1 EL Olivenöl

Wer lieber die rheinische Art mag: Rosmarin und Tomate weglassen, stattdessen zwei Lorbeerblätter in den Sud geben und zu den Muscheln Pumpernickel mit Butter servieren! Dazu – natürlich! – Altbier!

Zubehör: ein großer Topf

Zubereitungszeit: Vorbereitung etwa 15 min, Garzeit 10 min, 15 min einplanen für die Muschel-Inspektion!

So geht’s:

Öl im Topf erhitzen, Zwiebeln darin anschwitzen. Tomaten, Suppengemüse, Rosmarin, Salz, Pfeffer und Weißwein dazugeben und alles leicht köcheln lassen.

Währendessen die Muscheln in kaltes Wasser geben (z.B. in der Spüle) und genauestens untersuchen: Was beschädigt oder offen ist, fliegt raus! (Wenn sich die Muscheln beim Anstippen von selbst schließt, ist das ok, da sie dann noch lebt!)

Alle „guten“ Muscheln in den großen Topf geben und bei geschlossenem Deckel rund 10 Minuten garen.

Zwischendurch den Topf mal schütteln oder mit einem großen Löffel umrühren, damit die Muscheln gleichmäßig durchgaren. Kurz vor Ende der Garzeit gehackte Petersilie unterheben.

Währendessen Baguette aufschneiden und eine schneeweiße, ei-freie Aioli zubereiten.

Wenn die Muscheln gar sind, mit der Suppenkelle Muscheln samt Schale und mit Sud in tiefe Teller geben.

Mit einer separaten Schüssel für die Schalen servieren.

Ich kann es nicht oft genug betonen: Muscheln, die nach dem Garen noch zu sind, bitte aussortieren!

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Eine Muschelschale eignet sich super als Werkzeug: Einfach als Zange verwenden, um an das Muschelfleisch der anderen Muscheln zu kommen.

Mit Baguette den herrlichen Sud aufstippen!
Natürlich schmeckt auf das Baguette auch die feine Aioli!

Rund um den Esstisch riecht es jetzt nach einem Sommerabend am Atlantik! Herrlich!

Als Weißwein hat uns sowohl im Sud als auch im Glas ein südafrikanischer Chenin Blanc gut geschmeckt. Die Muscheln mögen aber auch einen nicht zu stark im Barrique ausgebauten Chardonnay oder sogar Cidre.

Wenn noch gegarte Muscheln übrig sind: Aus den Schalen lösen und kühl stellen! Am nächsten Tag kannst Du sie beispielsweise für eine Portion Pasta verwenden mit etwas Olivenöl, Chili, kleingewürfelter Tomate und einem Spritzer Weißwein oder Du machst sie mit gegarten Shrimps und etwas Octopus-Fleisch zu einem Frutti di Mare-Salat oder belegst damit Deine Pizza

  Ein schnelles, leichtes Abendessen, das garantiert Urlaubsgefühle zurückbringt.

Habt ein wunderbares Wochenende!

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Meine Liebe für den Herbst dürfte dem geneigten Leser mittlerweile bekannt sein. Zumal er sich bisher von seiner sonnigsten, goldensten und buntesten Seite zeigt. Neben Nüssen, Esskastanien und Kürbissen (örks!) darf da auch ein herzhafter Zwiebelkuchen nicht fehlen:

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He, sagst Du, klassischer Zwiebelkuchen wird mit Hefeteig gemacht! Da sage ich: Ätschibätschi, Mürbeteig geht schneller, ist unkomplizierter für Teig-Deppen wie mich und hält sich viel besser!

Da wird der Zwiebelkuchen schnell zur Zwiebeltarte. Wobei wir beim Lieblingsthema „Tarte“ wären:)

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Im Gegensatz zur Pissaladière, wie der Franzose seine Zwiebeltarte nennt, und die es hier auch schon im Blog gab, kommt mein Zwiebelkuchen ohne mediterranes Gedöns daher, sondern mit Schinken, Emmentaler und – klar! – Zwiebeln!

Für eine Tarte-Form mit ca. 26cm Durchmesser benötigst Du folgende Zutaten:

Für den Mürbeteig:

1 Ei (M)

200 gr Weizenmehl

100 gr Butter

1 TL Salz

1 Prise Zucker

Für den Belag:

3 Eier (M)

500 gr Zwiebeln, in feine Ringe geschnitten

150 gr Creme fraiche

150 gr Emmentaler, gerieben

4 Scheiben luftgetrockneten Schinken, kleingeschnitten

1 TL Kümmel

1 TL rosenscharfes Paprikapulver

Salz und Pfeffer aus der Mühle

Optional: 1 EL Butter zum Anschwitzen bzw. etwas Abzweigen zum Einfetten der Form

Zubehör: Rührschüssel, Tarte-Form (beschichtet, ansonsten fetten!), mittelgroßer Topf

Zubereitungszeit: ca. 30 min Vorbereitung, ca. 40 min backen, 10 min abkühlen

So geht’s:

Die Zutaten für den Mürbeteig gut vermischen (geht für mich immer noch am besten mit den Händen!). Eine Kugel formen und in einen Gefrierbeutel stecken. Mit dem Nudelholz (oder einer Weinflasche…) etwas flach drücken, damit der Teig besser durchkühlt. In den Kühlschrank legen.

Backofen auf 190 Grad vorheizen.

Währendessen im mittleren Topf etwas Butter sowie die Schinkenstücke anschwitzen, die Zwiebeln hinzugeben und schön glasig dünsten. Mit Kümmel, Paprika, Salz und Pfeffer würzen. Abkühlen lassen.

Eier, Käse, Creme fraiche in der Rührschüssel gut verrühren. Eventuell etwas salzen.

Den Teig herausholen und mit dem Nudelholz ausrollen. Das geht am besten, wenn Du den Gefrierbeutel an einer Seite aufschneidest, so dass unten der Gefrierbeutel liegt, darauf der Teig. Dann legst Du noch etwas Frischhaltefolie auf den Teig und rollst diesen quasi zwischen den zwei Plastikschichten aus. So klebt nichts auf Arbeitsfläche und Nudeholz.

Den Teig in die beschichtete (ansonsten bitte mit etwas (!) Öl fetten) Form geben und andrücken. Mit einer Gabel einige Löcher in den Teig piksen.

Die abgekühle Zwiebelmischung mit der Ei-Käse-Masse vermengen, bis es schön gleichmäßig durchmischt ist.

Diese Masse auf den Teig geben und gleichmäßig verteilen.

Auf der untersten Schiene ca. 40 min backen. Abkühlen lassen.

Am besten lauwarm zu einem Glas Rauscher oder Federweißer genießen! Die Tarte Der Zwiebelkuchen schmeckt auch kalt oder leicht aufgewärmt, hält sich einige Tage und ist somit ideal für Biergarten und Lunch-Box.

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Bon Appetit!

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„Fässchen, Fässchen, an der Wand, wer ist die feinste Traube im ganzen Land?“

„Ihr, Frau Weißburgunder, seid die allerallerfeinste Traube im ganzen Land. Aber Auxerroischen hinter den sieben Weinbergen bei den hutzeligen alten sieben Weinstöcken ist noch tausendmal feiner als Ihr!“

Wir verlassen diese kleine Szene jetzt, um nicht mit ansehen zu müssen, wie Frau Weißburgunder in ihrem Zorn auf das Fässchen an der Wand eindrischt.

Denn Grund zum Zorn hätte sie: Bei der 90. Weinrallye zum Thema Auxerrois sind tolle Beiträge, Liebeserklärungen, Entdeckungen zusammengekommen und haben diese schwer zu findende Traube ins Rampenlicht geholt! Herzlichen Dank an alle Teilnehmer. Und Dir, lieber Leser, viel Spaß beim Mittrinken! Cheers!

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Den Eingangs-Beitrag vom German Abendbrot zum Auxerrois von der Georg Müller Stiftung findest Du zur Erinnerung hier. Auf unser Wohl!

Bei der Farbenfreundin hat der Auxerrois einen festen Platz im Keller; beispielsweise von der Garage Winery in Oestrich-Winkel im Rheingau oder vom Weingut Benz im fränkischen Beckstein. Oestrich-Winkel? Ich bin dann mal weg… Zum Wohl!

Bei Edelste Weine plädiert man für eine genaue Prüfung der besten Anbaubedingungen und darauf folgender Anbauempfehlungen, um dem Auxerrois auf die Beine zu helfen. Damit soll aus dem Verschnittwein ein sortenreiner Auxerrois werden. Meinen Segen habt Ihr! Cheers!

Bei Deutsche Weine kaufen ist man den Auxerrois-Weinen von der Mosel verfallen. Und das seit Jahren! Dabei nimmt man es mit den deutschen Weinen nicht so genau, sondern trinkt „europäisch“ – will heißen: Auch aus Luxemburg und Lothringen darf das Fläschchen stammen. Santé!

Der Sammlerfreak stand laut Selbstaussage wie der Esel vorm Berg. Ich würde eher sagen, er schiffte wie Odysseus über’s Wein-Meer, um endlich doch noch einen Auxerrois ins Glas zu bekommen: Zwei Schaumweine, die auch der Dame des Hauses richtig Spaß machten! Merci vielmals!

Bei den Freunden von 180° musste ich zweimal hingucken, um dann doch meinen Augen zu trauen: Sie sind in Holland fündig geworden! Wie der Auxerrois ins niederländische Limburg kam und von der Erfolgsgeschichte des Weinguts Apostelhoeve erzählt dieser Beitrag. Proost!

Wenn der Auxerrois nicht weiß sondern rot ist, handelt es sich eigentlich um Malbec. Das hat die Bacchantina herausgefunden und stellt uns ein Exemplar aus Argentinien vor. Da sind wir nicht zimperlich, freuen uns über eine Rotweinempfehlung und singen ganz leise: So geh’n die Gouchos…

Bei Einfach Wein bekommen wir einen Auxerrois vom Weingut Kumpp in Baden eingeschenkt. Der hat alles, was ich am Auxerrois so liebe: Mirabelle, Muskat, zarte Säure. Oder wie’s im Beitrag heißt: Schöner Wein, der zu mehr als einem Glas einlädt. Das lass‘ ich mir nicht 2 x sagen! Prösterchen!

Einschlägige Literatur gewälzt hat man bei Positive Drinking. Wobei nicht unterschlagen wurde, dass im Badischen der Auxerrois auch schon mal „Ochseohr“ genannt wird. Nach viel erhellenden Fakten aus der Anbauhistorie erhalten wir hier gleich 5 Auxerrois-Empfehlungen. Jetzt kommt mir keiner mehr mit faulen Ausreden durch! Hopp, hopp, hopp, Schoppe in de Kopp!

Ich freue mich über die rege Teilnahme an der September-Weinrallye

und danke allen, die mitgemacht haben für ihr Wissen, ihr Engagement und ihre Einkaufstipps. Jetzt muss ich nicht mehr bis zur nächsten Rheingauer Weinwoche warten, um einen Auxerrois zu bekommen!

Prost!

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Wieder ein Monat rum. Wieder Zeit für die Weinrallye*, die immer am letzten Freitag des Monats stattfindet! Heute darf ich wieder Gastgeber sein und stelle Euch eine meiner Lieblingstrauben vor: Auxerrois!

Da saß ich vor ein paar Jahren auf unserer Rheingauer Weinwoche, nöle rum, dass es überall „nur“ Riesling zu trinken gibt, und dann das: BÄM! Hab ich plötzlich was im Glas, das mich nach einem Schluck gleich verliebt gemacht hat. Vollmundig, weich, rund. Volle Lotte Aroma und kaum Säure. Dabei so furztrocken, dass es staubt. Aber mit einem ganz herrlichen Duft nach frischen Mirabellen, einem fast mandelartigen Aroma. Als ob Du einen Aprikosenkern ablutschst. Nur viel, viel besser!

Weinfest

Also gucke ich auf’s Etikett und scheitere trotz (bis dahin noch geringem Alkoholeinfluss) schon an der Aussprache: Auxerr- was? AUXERROIS (sprich: Ochserrwah) Seitdem habe ich jedes Jahr für unser Weinfest eine Mission: Finde den Auxerrois!

Denn das ist gar nicht so einfach! Die Traube gehört nicht gerade zu den Bestsellern – weder im Rheingau noch an der Mosel, im Kraichgau oder im Elsaß, wo sie auch angebaut wird. Dabei hat Frankreich immerhin die Nase vorn beim Auxerrois mit 1600 ha Anbaufläche gegenüber 190 ha in Deutschland. Also gehe ich Trüffelschweinartig von Stand zu Stand und suche nach meinem neuentdeckten Herzblatt. Denn wer wie ich Weißburgunder mag und Chardonnay, der nicht ewig im Eichenfaß vor sich hingedümpelt ist, der wird auch den Auxerrois nicht von der Bettkante äh… aus dem Glas schubsen.

Auxerrois_Wein

Ähnlich weich und rund wie die typischen Burgundersorten, sorgt Auxerrois aber auch bei geringem Alkoholgehalt noch für volles Aroma im Glas. Häufig wird er deshalb auch für Cuvées mit anderen Burgundersorten verwendet.

Wer sich richtig auf die Suche der Herkunft dieser Traube macht, guckt in die Gene. Dann findet man heraus, dass Auxerrois vermutlich eine Kreuzung ist aus Burgunder und Weißem Heunisch, die im Mittelalter in Burgund das Licht der Welt entdeckt hat.

Seine Verbreitung in Deutschland hat die gute Traube vermutlich der Vertreibung der Hugenotten zu verdanken, die sie mit in die neue Heimat gebracht haben (ich sag nur: #refugeeswelcome! Gell, merkste was?). Auch wenn die Traube wirtschaftlich in Deutschland keine große Rolle spielt und auch der Ertrag deutlich unter dem von Chardonnay oder Weißburgunder liegt, wird das alte Mädchen von den großen Weinschulen gehegt und gepflegt. Was für ein Glück!

Auxerrois

Denn so konnte ich dieses Jahr auf dem Weinfest ein ganz besonder feines Exemplar finden: Der 2013 Auxerrois von der Georg Müller Stiftung aus Hattenheim im Rheingau.

Das gute Tröpfchen ist nicht gerade ein Wein für Sparbrötchen und Schnäppchenjäger. Mit 19,80 €/Flasche sicherlich kein Wein für den Alltag. Aber dazu ist er auch viel zu gut. Die oben genannten Mirabellen- und Mandelaromen hauen Dir hier voll eins auf die Zwölf. Barrique ist zwar deutlich zu schmecken, stört aber nicht, sondern macht diesen burgunderartigen Weißen einfach vollkommen. Du merkst: Ich bin verliebt!

Aussage auf dem Weinfest: „Danach kannste eigentlich nix anderes mehr trinken!„. Stimmt. Danach WILLST Du vor allem nichts anderes mehr trinken. Diese kleine, graue Maus Auxerrois ist sicher keine Diva, die mit viel Lippenstift und Federboa stolz daherschreitet. Viel eher ist sie die kleine, hübsche Schwester, die Dir zuzwinkert und sich heimlich mit Dir hinter der Rosenhecke verabredet, während die Diva ihren großen Auftritt hat.

Oh, Auxerrois! Du machst mich ganz poetisch!

Mach‘ Dich doch auch mal auf die Suche nach einer Flasche. Du wirst nicht enttäuscht sein!

Cheers!

Liebe Weinrallye-Teilnehmer: Bitte verlinkt Eure Beiträge in den Kommentaren dieses Posts sowie in der Facebookgruppe Weinrallye.  Im Anschluss erscheint dann hier im Blog sowie bei Facebook die Zusammenfassung aller eingegangenen Beiträge. Wer kein eigenes Blog hat, kann sich gerne zwecks Gastbeitrag bei mir melden.
*Die Weinrallye ist ein derzeit monatlich stattfindendes Blogevent. Jeweils ein anderer Blog bestimmt ein Thema und ruft die Blogosphäre dazu auf, zu diesem Thema einen Artikel zu verfassen. Sinn und Zweck einer Weinrallye sind einzig und alleine Spaß und Motivation, schöne Themen aufzuarbeiten. Bei der Weinrallye darf jeder mitmachen, egal ob Weinblogger oder nicht. Auch Nichtbloggern bieten die Gastgeber immer die Möglichkeit ihre Beiträge auf ihrem Blog zu veröffentlichen. Auch bei den Kollegen vom Weinforum kann man seine Beiträge einstellen.
 

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