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Archive for the ‘Wein’ Category

Das heutige Friday Night Dinner Date ist ein etwas ungewöhnliches. Denn heute haben Wein und Prosa ein Date miteinander. Die Weinrallye #88 widmet sich nämlich diesem Thema. Da kann ein Buchjunkie wie ich natürlich nicht dran vorbei. Cheers!

Am letzten Freitag eines Monat widmen sich Blogger in der Weinrallye einem bestimmten Thema. Ausgerichtet wird die Rallye diesen Monat von Victoria. In ihrem Blog Wein-Reich sammelt sie abschließend alle heute erschienenen Beiträge in einer Zusammenfassung. Ich bin schon neugierig, was alles zusammengetragen wird!

Wein und Prosa… Das finde ich gar nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheint. Im Sommer lese (und trinke!) ich ganz anders als im Winter.

Klassische Sommerlektüre ist für mich beispielsweise Ernest Hemingway. Kurze, präzise Sätze. Bloß nicht überanstrengen! Exotische Schauplätze und der Kampf Mann vs. Natur. Da hört man während des Lesens doch förmlich die Eiswürfel im Glas klirren! Hemingway passt also zum Sommer wie ein eisgekühlter Mojito oder den Gentleman unter den Drinks, einen Old Fashioned. Beides (Autor und Drink) kann man bestens in kurzes Hosen in einer lauen Sommernacht auf der Terrasse genießen.

Mein all-time-favourite Thomas Mann dagegen ist klassische Winterlektüre. Wenn man weiß, dass der Lübecker Kaufmannssohn Zeit seines Schaffens diszipliniert wie ein Uhrwerk mit steifem Kragen und Pomade im Haar den Vormittag am Schreibtisch verbrachte, um an seinen ellenlangen Sätzen zu schrauben, dann kann man doch nicht in kurzen Hosen im Liegestuhlt fläzend diesen Texten entgegentreten. Also, bitte, aufrecht hinsetzen, einen Tee – etwa einen Darjeeling First Flush – einschenken und hoch konzentriert lesen!

Stephen King, den ich gerade neu entdecke, ist so gruselig, dass ich mir am liebsten eine gemütliche heiße Schokolade dazu einschenke. Gerne mit einem Schuß Single Malt Whisky. Damit mich all die Untoten unter der Decke nicht finden, weil ich nämlich selig schlafe…

Die Short Stories von Alice Munro, der Nobelpreisträgerin dagegen, sind so brillant und wunderschön, dass ich sie mit einem Glas Champagner oder guten Winzersekts feiern möchte. Ein Hoch auf die Grande Dame der Kurzgeschichten!

Aber von Wein war hier jetzt bisher immer noch nicht die Rede… Dann muss ich das jetzt anders aufziehen! In meiner Facebook-Gruppe “Bookaholics” habe ich neulich eine Top-10-Liste meiner absoluten Lieblingsbücher aller Zeiten posten müssen. Und da Ihr Euch zu meinem 5. Blog-Geburtstag mehr Lektüretipps gewünscht habt, bekommt Ihr diese Liste hier jetzt auch zu sehen – zusammen mit Weinen, die ich Euch dazu empfehlen möchte!

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Los geht es chronologisch:

1) James Krüss: “Der Leuchtturm auf den Hummerklippen”. Eines meiner absoluten Favoriten als Kind – und auch später noch. Der kleine Helgoländer “Boy” wird in die Ferien zum Leuchtturmwärter Johann geschickt. Die beiden freunden sich an und erzählen sich Geschichten, drechseln Gedichte, treffen auf Klabautermänner und vorbeifahrende Schiffe… Insgesamt gibt es 6 Hummerklippen-Bände. Alle voller Phantasie, Fabulierfreude und Sprachwitz. Wer mit diesem Buch die Liebe zu Geschichten und zur Literatur nicht entdeckt, bei dem wird es dann wohl auch nix mehr… Mein Lieblingsgedicht von Krüss hat natürlich auch etwas mit Sprache zu tun: Der Zauberer Korinthe. Fängt so an:
Es lebte einst der Zauberer
Kori, Kora, Korinthe.
Der saß in einem Tintenfass
Und zauberte mit Tinte.
Wenn jemand damit Briefe schrieb
Und schmi und schma und schmollte,
Dann schrieb er etwas anderes
Als was er schreiben wollte. (…)
Hummerklippen, Hummer, Fisch, Meeresfrüchte: Ein frischer deutscher Chardonnay ist perfekt!
2) Heinrich Böll: “Billard um halb zehn”. Mit 14 entdeckte ich Heinrich Böll und liebe ihn noch heute. Eigentlich in erster Linie seine Essays und Erzählungen. Von den Romanen ist mir dieser in Erinnerung geblieben. Vordergründig geht es um eine Familiengeschichte, die anlässlich des 80. Geburtstages des Patriarchen und Architekten Heinrich Fähmel erzählt wird. Natürlich wird Böll aber auch politisch und verknüpft die Familiengeschichte mit der Politik der vergangenen Jahrzehnte. Da der Roman in den 50ern spielt, ist natürlich die jüngste Geschichte im Fokus. Dabei wird Böll nie platt – aber schonungslos. Zu recht hat der Kölner Autor 1972 den Literaturnobelpreis erhalten. Dabei war er stets ein Autor seiner Zeit, so dass seine Texte heute nicht wegen ihrer literarischen Qualität zu lesen sein sollten, sondern als Dokumente der jungen Bundesrepublik. Die klare Sprache bringt das Beobachtete dabei immer auf den Punkt. Als Teenager habe ich immer gedacht: “Ja, genau so muss man das ausdrücken!”. Weshalb mir “Billard…” von allen gelesenen Bölls im Kopf geblieben ist? Heinrich Fähmel frühstückt seit seinen Anfängen als junger Architekt immer das gleiche Frühstück in einem Kölner Hotel. Irgendwann fällt der Satz: “…auch wenn es ihm längst nicht mehr schmeckte.” Ein Gefangener seiner Routine also. Ein sehr starkes Bild. Böll sollte wieder gelesen werden.
Böll, der Anwalt der kleinen Leute und Kölner Nationalheiliger. Sorry, aber dazu passt nur ein Bier! Muss ja kein Kölsch sein…
3) Charles Dickens: “Weihnachtsgeschichte”. Ihr kennt sicher alle die Story um den Geizkragen Ebenezer Scrooge, der durch drei Geister von seinem Hass auf Weihnachten kuriert wird und fortan als Wohltäter und Weihnachtsfan weiterlebt. Kaum ein Buch wurde so oft adaptiert, verfilmt, umgeschrieben. Ob Die Simpsons oder Roseanne – kaum eine Sitcom kommt ohne Scrooge-Folge aus. Die Idee ist aber auch brillant. Und dabei verliert Dickens nie die Lust an der Sprache aus den Augen. Wie er die Figuren und ihre Stadt beschreibt! Das eisige, arme London der Familie Cratchit, den Geiz von Scrooge, der trotz all seines Reichtums in einer ärmlichen Behausung wohnt, die Großzügigkeit seines ehemaligen Lehrmeisters Fezziwig, der Weihnachten zu feiern versteht wie kein Zweiter… Für mich gehört das Buch zum Advent wie Ben Hur zu Ostern. Aber jetzt im Sommer kann ich Euch Oliver Twist oder David Copperfield empfehlen. Spannend, brüllend komisch, klug und sozialkritisch. Und immer eine Inspiration für nachfolgende Künstler. Wusstet Ihr, dass der Bandname Uriah Heep auf einen Charakter von Dickens zurückgeht?
Engländer und Wein. Naja… Aber weil Winter ist, wenn wir Dickens Weihnachtsgeschichte lesen, passt ein Glühwein dazu (also, für uns Hessen natürlich ein heißer Ebbelwoi!).
4) R. L. Stevenson: “Die Schatzinsel”. Piraten, Galgenstricke, Holzbein, Papagei, Dublonen, Schatz, Insel, Schatzkarte, Segelschiff, Meuterei, Schiffsjunge, Smutje… Die Schatzinsel hat alles, was eine Piratengeschichte braucht. Und alles, was in unzähligen Filmen und Büchern adaptiert wurde. Oder was glaubt Ihr, woher Disney all die Ideen für “Fluch der Karibik” hatte? Die Schatzinsel ist die Blaupause für alle Piratengeschichten und eines der besten Bücher überhaupt. Spannend, witzig, voller skurriler Figuren. Ob als Buch, Comic, Hörbuch oder TV-Mehrteiler – wer nicht mitfiebert mit Jim Hawkins und der Crew rund um Long John Silver, der hat nie davon geträumt auf einem großen Segelschiff auf Abenteuerfahrt zu gehen. Meine Lieblingsstelle? Wenn Ben Gunn, der vor Jahren auf Captain Flints Insel ausgesetzt wurde, erstmals wieder auf Menschen trifft und fragt: “Habt Ihr vielleicht ein Stück Käse bei Euch?”
Piraten trinken doch eigentlich nur Rum. Aber auch Portwein war damals sehr populär. Süß, schwer und auch auf langen Seefahrten haltbar. Cheers!
5) John Irving: “Die wilde Geschichte vom Wassertrinker”. Als Abiturient habe ich dann John Irving für mich entdeckt. Erst den Garp, dann alle anderen Romane. Und immer noch warte ich händeringend auf den nächsten Roman – auch wenn die letzten nicht mehr ganz so bestechend waren, finde ich. Mein Favorit war über Jahre der “Wassertrinker”. Warum? Weil ich Skandinavistik studiert habe und mich totlachen konnte über die sehr freien Übersetzungen aus dem “Altniedernordischen” des Protagonisten. Da er der einzige Experte des Dialektes ist, kann er vogelwild übersetzen, ohne dass jemandem Fehler auffielen. Diesen Mut zur Lücke habe ich im Studium oft übernommen. Ansonsten geht es wie so häufig bei Irving um glückliche und weniger glückliche Beziehungen, um Bären, Österreicher und Schriftsteller. Ach, würde er doch auch endlich den Literaturnobelpreis bekommen!
Wassertrinker? Wasser, natürlich! Oder, weil Irving einer meiner absoluten Lieblinge ist, ein Lieblingswein: Ein Sangiovese aus der Toskana!
6) Victor Hugo: “Der Glöckner von Notre Dame”. Vergesst bitte den Film mit Anthony Quinn oder gar die Disney-Version. Ganz zu schweigen vom Musical. Lest auch bitte “Die Elenden” statt Euch “Les Miserables” anzutun! Denn die Sprachgewalt von Hugo haut einen aus den Latschen. Wegen Hugo würde ich sofort anfangen Französisch zu lernen, um ihn im Original zu lesen. Klar geht es beim Glöckner um den missgestalteten Quasimodo und die Zigeunerin Esmeralda. Aber der Roman malt eben ein pralles, buntes Bild des mittelalterlichen Paris, das vor Dreck starrt und ein Mikrokosmos aus Adel, Klerus und Armen, Bettlern, Huren, Dieben ist. Dabei wird Notre Dame und der Domplatz zum Sinnbild der Gesellschaft. Quasimodo spielt natürlich auch eine Rolle – aber das Buch ist so viel mehr als die Geschichte eines Krüppels. Zum nächsten Paris-Urlaub unbedingt mitnehmen! (DAS ist ein historischer Roman. Und nicht der Schmarrn von Iny Lorenz & Co.!)
Oh, wir sind endlich in Frankreich! Das ruft nach einem Sauvignon Blanc von der Loire, meiner Lieblingstraube aus meiner Lieblingstraubenanbauregion! Vive la France!
7) Thomas Mann: “Erzählungen”. Ach, was soll man zu Thomas Mann noch sagen? Ein (Wort-)Zauberer, der Zeit seines Lebens zerrissen war zwischen seiner kaufmännischen Familie aus Lübeck und der künstlerisch veranlagten Mutter aus Brasilien, zwischen Kaufmannsberuf und Avantgarde, zwischen Lübeck und München, später dann Kalifornien, zwischen seiner Familie und seiner Homosexualität… Diese Zerrissenheit war immer auch Thema seiner Bücher. Dabei geben die Erzählungen den besten Einblick in das Werk. Ihr müsst nicht mit dem “Zauberberg” beginnen. Tonio Kröger, Tod in Venedig, Mario und der Zauberer – alles Novellen, die man auch mal an einem Wochenende lesen kann. Dabei empfiehlt sich eine Sammlung, wie S. Fischer sie vor Jahren herausgebracht hat. Denn wer die Erzählungen chronologisch liest, erfährt über Mann mehr als durch die (brillante) Biographie von Klaus Harprecht. Mein All-time-Favourite ist übrigens “Der Bajazzo” – die Erzählung über einen klassischen Dilettanten, der weder richtig arbeiten noch wirklich künstlerisch tätig sein kann. Statt z.B. selbst zu schreiben, genügt es ihm “gute und feingeschriebene Romane zu lesen, ins Theater zu gehen, ein wenig Musik zu machen”. Lasst Euch den Satz mal auf der Zunge zergehen: “Aber ich bin ein Mensch von Erziehung, ich trage saubere Wäsche und einen heilen Anzug, und ich finde schlechterdings keine Lust darin, mit ungepflegten jungen Leuten an absinthklebrigen Tischen anarchistische Gespräche zu führen.” Ja, der Thommy, auch im kalifornischen Exil setze er sich nicht zu den anderen Exilanten, sondern blieb lieber mit steifem Kragen und Fliege am Schreibtisch sitzen, wo er penibel an jedem Satz schraubte. Noch ein Literaturnobelpreisträger in meiner Liste. Und für mich der allergrößte deutschsprachige Autor!
Ach, Thommy, wie unglücklich musst Du im Exil in Kalifornien gewesen sein. All die Sonne und die nackten, eingeölten Körper. Und Du mit Deiner Lübecker Krämerseele und Deiner versteckten Homosexualität. Armer Thommy. Schieb mal Dein Glas rüber. Bekommst einen Cabernet Sauvignon aus Kalifornien!
8) John Steinbeck: “Die Früchte des Zorns”. Auch ein Platzhalter für viele Werke Steinbecks (ich verkneife mir jetzt den Hinweis auf den Literaturnobel… Ach, Ihr wisst schon!). Sozialkritisch ist Steinbeck immer. Die armen Wanderarbeiter, die Tagelöhner und Ausgebeuteten passen so gar nicht zum American Dream über “vom Tellerwäscher zum Millionär”. Stattdessen beobachtet er das Heer jener, die am Reichtum der Nation zwar mitarbeiten aber nicht von ihm profitieren. Ich mag den Naturalismus in der Literatur sehr (geht’s Euch auch so? Dann lest bitte auch Emile Zolas “Germinal”!). Wenn Steinbeck etwa mikroskopisch beschreibt, wie ein Holzhaus langsam verfällt, nachdem die Arbeiter weitergezogen sind. Da wird das Haus lebendig und zum Symbol des Verfalls. Wenig ist mir dermaßen im Gedächtnis geblieben wie dieses Kapitel (vergleichbar mit dem Kapitel in “Germinal” als Zola die Gedanken eines Grubenpferdes darstellt, das sich nur noch vage an den Geruch von Heu und das Gefühl der Sonne erinnert, während es unter Tage die Kohlewagen zieht. Herzzerreißend und wunderschön!). Ach, und falls Ihr Springsteen-Fans seid: Der Albumtitel “The Ghost of Tom Joad” bezieht sich auf Früchte des Zorns. Das TIME-Magazine hat FdZ zu den 100 besten Romanen des 20. Jahrhunderts gewählt. Zu Recht!
Im Original “Grapes of Wrath” – also Trauben des Zorns! Die müssen kräftig und mit Rumms daherkommen. Wie dieser südaustralische Shiraz. Ein Wein für Kerle!
9) Alice Munro: “Erzählungen”. Die erste Frau in meiner Liste! Hurrah! Ist keine Absicht. Und wieder eine englischsprachige Autorin. Wieder eine, die (ausschließlich) Erzählungen schreibt. Und noch eine Literaturnobelpreisträgerin (das ist KEINE Absicht!). Munro schreibt Erzählungen, die mehr beinhalten als manch ein Roman. Fast immer geht es um Frauen, die aus ihrer Rolle ausbrechen oder ausbrechen wollen, die gefangen sind in einer Situation, einer Ehe, einer Krankheit. Ganz sachte und ohne großen Paukenschlag stiehlt sich Munro ins Herz ihrer Leser. Denn wir können uns mit den Protagonisten identifizieren oder kennen jemanden, der in einer ähnlichen Situation ist. Dabei wird sie aber auch gerne mal böse oder komisch. Etwa wenn die Ehefrau eines Mannes, der sich – wie beide beschlossen hatten – wegen einer tödlichen Krankheit selbst das Leben nimmt, so zornig darüber ist, dass er ihr keinen Abschiedsbrief hinterlassen hat, dass sie zur Strafe seine Asche an der Straßenkreuzung verstreut. Ob Mädchen, junge Frauen, Ehefrauen, Mütter, demenzkranke alte Frauen – Munro entwickelt jede Figur ganz individuell und so, dass sie uns schon nach wenigen Seiten ganz nahe ist. Zauberhaft!
Sekt! Champagner! Sag ich doch. Guck mal oben. Da findest Du den Link…
10) Chimamanda Ngozi Adichie: “Americanah”. Die junge Ifemelu aus Nigeria entstammt der wohlhabenden Mittelschicht ihres Landes. Erst als sie in die USA geht zum Studieren wird ihr bewusst, dass sie schwarz ist. Das ist natürlich gar kein Thema in Nigeria. In Amerika schon. Dabei weigert sie sich, sich als unterdrückte Nachfahrin von Sklaven zu betrachten. Denn das ist sie ja gar nicht. Ihr Jugendfreund Obinze geht derweil als illegaler Einwanderer nach London. Jahre später treffen sie sich in Lagos wieder. Und tragen beide ihre Erfahrungen und Enttäuschungen mit sich herum. Ifemelu wird als die “Americanah” gesehen, die sie nie sein wollte. Ebenso wenig wie sie in den USA ausschließlich als Schwarze wahrgenommen werden wollte. Die Autorin hat mir eine ganz neue Perspektive auf Afrika geliefert. Keine Betroffenheitsliteratur. Keine Wüstenblumen-Massai-Geschichte, sondern die Story einer modernen, selbstbewussten, erfolgreichen Frau zwischen den Welten. Alleine wie sie die Prozedur des Haareglättens bei Ifemelu beschreibt und warum sie sich dann wieder für krauses Haar und afrikanische Frisuren entscheidet, verrät mehr über das junge Afrika als Weltspiegel und FAZ zusammen. Leider hat S. Fischer nicht auf die Übersetzung geachtet. Es gibt ein paar wirklich unschöne Fehler. Das macht den Roman aber nicht weniger lesenswert.
Ein Buch für den Sommer. Klug, weiblich, horizonterweiternd. Dazu ein Rosé aus Südafrika – frisch und prickelnd wie die Lektüre!
Ob auf Leuchttürmen, Piratenschiffen, im alten London oder Paris, im amerikanischen Westen oder in Nigeria – Literatur kann uns entführen und unseren Horizont erweitern. Darum liebe ich Bücher so.
Ich hoffe, ich konnte Euch mit meiner Liste – und den Weinempfehlungen – etwas inspirieren!
Jedenfalls wünsche ich Euch ein schönes Wochenende und ein berauschendes Friday Night Dinner Date!

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Heut gibt’s zum Friday Night Dinner Date ein lecker Weinchen :)

Ich geb’s ja zu: Auch wir trinken in den warmen Monaten am liebsten gut gekühlte Weißweine oder Rosé. Mit einem beschlagenen Glas auf der Terrasse den Grillduft einatmen – das ist Sommer! Aber auch Rotwein-Liebhaber müssen nicht auf den Herbst warten, um ein Glas zu genießen. Auf geht’s zur Weinrallye!

Was also macht einen Rotwein zu einem geeigneten Sommerwein, einem Rotwein für heiße Tage? Sicherlich könnte man die Frage wissenschaftlich betrachten, mit Oechsle, Restsüße und Alkoholgehalt argumentieren. Für mich als Laie steht aber fest:

Ein im Sommer trinkbarer Rotwein muss a) eine leichte Kühlung vertragen, darf b) keinen schweren Kopf machen und muss c) auch zwei bis drei Tage geöffnet überstehen. Denn an einem Sommerabend reicht ja auch ein einzelnes Glas!

Warum tun wir uns aber im Sommer so schwer mit Rotwein? Ich denke, während wir in Herbst und Winter aus der Kälte nach drinnen in die Wärme kommen und uns mit einem Glas Rotwein ein bisschen einheizen wollen, sind die Tage im Sommer heiß genug. Im Sommer sehnen wir uns nach der Kühle der Abend- und Nachtstunden. Jaja, ich weiß, was Ihr jetzt sagt: “Die Beduinen trinken Tee gegen die Gluthitze und keine Kaltgetränke.” Aber erstens gibt’s keine Kühlschränke im Wüstenzelt und zweitens verzichten sie auch aus gutem Grund auf Alkohol. Beides scheint irgendwie nicht zusammenzugehen. Also: Entweder kühl und alkoholisch oder heiß und ohne Alk?

Im Klartext: Kühlung – Sommer – Rotwein! Geht das? Kein Widerspruch! In unserer Dachgeschosswohnung wird es im Sommer schnell mal 28 Grad und mehr. Auch der Keller ist nicht wirklich kühl. Da ich aber keinen Teebeutel in meinen Rotwein hängen will, kühle ich die ausgewählte Flasche gerne auf eine angenehme Trinktemperatur herunter – so etwa 12 bis maximal 16 Grad. Das verzeiht aber nicht jeder Rotwein, bilde ich mir ein.

Auch sind sehr „schwere“, alkohollastige Rote nicht geeignet, um auf der Terrasse zu erfrischen. Wer will nach einem heißen Tag schon gleich schläfrig und schwer werden? Am Abend erwachen im Sommer doch eher die Lebensgeister. Für die aktuelle Weinrallye habe ich also mal überlegt, wann und wo ich im Sommer Rotwein getrunken habe, ohne es zu bereuen. Klar! In Italien! Auch die Italiener trinken ihren Roten zum (späten) Abendessen. Und als absoluter Toskana-Fan habe ich mir gleich mal einen Sangiovese ins Kühlfach gelegt.

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Ok, der Gran Sasso Sangiovese 2013 stammt aus den Abruzzen und nicht aus der Toskana. Aber die Rebsorte ist eben auch in meiner Lieblingsregion allgegenwärtig. Es gibt selbstverständlich schwere, reife Sangiovese-Weine. Aber dieser junge, fruchtige und trockene Kerl verzeiht auch eine leichte Kühlung. Mit 12,5 Prozent Alkohol gehört er zu den leichteren Vertretern unter den aktuellen Rotweinen. Sein Kirscharoma passt perfekt in den Sommer, in dem die prallen roten Früchte Hochsaison haben! Zwar kann er zu Gegrilltem nicht ganz mithalten. Zu einer kalten Platte mit Aufschnitt und Weißbrot ist er aber ein perfekter Begleiter.

Mit 6,70€/Flasche ist der Gran Sasso ein vertretbares Mitbringsel zur Gartenparty. Und das Beste: Er schmeckt auch geöffnet noch am dritten und vierten Tag. Sicher kein Highlight-Wein, der dekantiert und zelebriert gehört. Aber allemal ein sommerlicher Begleiter für laue Abende!

Auch wenn Weiß- und Roséweine weiterhin im Sommer meine Favoriten bleiben. Ab und zu ein Gläschen Rotwein bringt Abwechslung und sorgt für ausreichend rote Blutkörperchen. Das freut dann auch den Sanitäter beim Blutspenden :) (wir trinken hier ja nicht zum Spaß, gell?)

Wer weitere Tipps zu Sommer-Rotweinen braucht, folgt einfach der Weinrallye auf Facebook und Twitter oder liest die Zusammenfassung des Events auf dem Blog 180 Grad, der in diesem Monat die Rallye ausrichtet.

Mehr Weinrallye-Beiträge von mir findet Ihr übrigens hier.

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Ja, ich bin verrückt nach Spargel. Auch, weil bei dem tollen Gemüse sogar der Abfall köstlich ist. Wo sonst ergeben Schalen eine köstliche, leichte Suppe? Zusammen mit knusprig gebratenem Speck und geröstetem grünen Spargel ein Hochgenuss. (Bevor es dann mit den eigentlichen Spargel-Gerichten weiter geht :))

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Meine französische Kollegin C. kann den deutschen Hype um weißen Spargel nicht verstehen: (Stellt Euch den folgenden Ausspruch mit charmantem französischen Akzent vor!) “Ständig esst Ihr Spargel. Ihr feiert den Beginn der Saison, esst das Zeug andauern, habt sogar eigens Feste, Königinnen und Statuen für Spargel. Dabei schmeckt er nicht mal. Und immer, wenn ich irgendwo hinkomme, wird für mich Spargel gekocht, weil es so typisch deutsch ist. Ich hasse es!”

Unnötig zu sagen, dass C. beim gemeinsamen Mittagessen ungefährt acht Augenpaare ungläubig entgegenglotzten. Ach, sollen die Franzosen ihren grünen Spargel essen. Wir feiern unseren Weißen, feiern Feste, krönen Königinnen und bauen Statuen! Vive la weißer Spargel!

Habe ich schon erwähnt, wie genial ich es finde, dass wir sogar die Schälabfälle für köstliche… Oh, hatte ich bereits. Na gut, dann legen wir mal los!

Zutaten für Spargelsuppe für 4 Personen als Vorspeise:

Schalen und Endstücke von etwa 2kg Spargel

5 Stangen weißen Spargel

8 Stangen grünen Spargel

8 Scheiben Frühstücksspeck (Vegetarier ersetzen die Speckstreifen durch einige geröstete Croutons.)

Salz

Pfeffer

Muskatnuss

Zitronensaft

Zucker

100ml süße Sahne, aufgeschlagen

1,5l Wasser

Zubereitungszeit: Ohne Schälen 30 min

Zubehör: Großer Topf, Messbecher oder 2. Topf, Sieb, Pürierstab, Eisenpfanne

So geht’s:

Schalen und Endstücken im Wasser mindestens 15 Minuten kochen.

Brühe über ein Sieb in einen zweiten Topf oder einen Messbecher abgießen, Schalen entsorgen. Spargelsud mit einer Prise Zucker, Salz, Pfeffer, Muskatabrieb und einem Spritzer Zitronensaft würzen. Zum Kochen bringen.

Vom weißen (geschälten!) und grünen Spargel die Köpfe abschneiden und beiseite legen. Restliche Stangen in Stücke schneiden und in der Suppe mitkochen. Etwa 10 Minuten kochen. Die Stücke sollten gar sein.

Wenn die Spargelstücke gar sind, mit dem Pürierstab pürieren und nochmals abschmecken.

Währendessen die Eisenpfanne erhitzen und die Speckscheiben von beiden Seiten knusprig braten, bis sie kross sind. Auf einem Küchentuch abtropfen lassen. Jetzt die Spargelköpfe in der Pfanne anrösten.

Jetzt noch die Sahne unter die Suppe rühren.

In vorgewärmten Tellern anrichten und mit den Speckstreifen und den Spargelköpfen servieren.

Ein köstliches leichtes Gericht für sonnige Frühlingstage und der perfekte Auftakt für ein gemeinsames Spargelessen mit lieben Freunden!

Dazu hat uns übrigens ein milder Riesling vom Weingut BattenfeldSpanier geschmeckt. Sehr aromatisch, trocken und mineralisch, aber ohne die übertriebene Säure, die mir häufig den Rieslinggenuss vergällt. (9,50€/Flasche etwa bei Hawesko.)

Die Suppe lässt sich hervorragend vorbereiten oder aufheben. Dazu dann einfach ohne Einlage genießen oder diese kurz vor dem Servieren vorzubereiten. Resteverwertung at its best!

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Wenn es schnell, köstlich und besonders sein soll: Dann habt Ihr ein Friday Night Dinner Date!

Hä? Ihr versteht jetzt gerade gar nicht, wovon ich rede? Vor vielen Jahren haben eine befreundete US-Kollegin und ich festgestellt, dass wir beide mit unseren Männern jeweils eine schöne Tradition pflegen: Freitags gönnen wir uns ein gemeinsames Dinner, um mit der Woche abzuschließen, um runterzukommen, um Pläne für’s Wochenende zu machen, um entspannt in den Samstag zu grooven…

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Dabei kann so ein Dinner Date auch mit Freunden stattfinden. Oder natürlich auch für einen alleine! Wichtig dabei ist jedoch: Es soll Euch entspannen! Deshalb gibt es idealerweise keine aufwendige Kocherei, sondern lecker Unkompliziertes. Dazu natürlich einen guten Wein! Oder auch einfach nur einen Drink und ein Häppchen, bevor es ins Lieblingsrestaurant geht oder in diesen neuen Griechen/Japaner/Italiener, den Ihr schon ewig ausprobieren wolltet, oder ins Kino oder zu Freunden.

Hauptsache Ihr haltet mal kurz inne. Atmet tief ein und wieder aus und freut Euch, dass die Woche hinter Euch liegt. Das ist das Friday Night Dinner Date! Kommt, setzt Euch mit an den Tisch. Bei uns ist immer noch ein Plätzchen frei.

Und deshalb stelle ich Euch hier am Freitagmorgen künftig Ideen für ein unkompliziertes aber köstliches Friday Night Dinner Date vor. Die Zutaten habt Ihr entweder daheim oder könnt sie schnell in der Mittagspause oder auf dem Nachhauseweg besorgen. Oder Ihr schickt den Link einfach an Eure Freunde, den Liebsten, die Nachbarin, bittet um Einkauf und serviert zum Dank abends ein schönes Essen. Deal?

Auftakt machen die vegetarischen Walnuss-Tagliatelle nach Yotam Ottolenghi:

Ottolenghi_Walnuss_PastaFür 2 hungrige Esser als Hauptmahlzeit benötigt Ihr folgende Zutaten:

400 gr frische Tagliatelle

50 gr Walnusskerne, grob gehackt und in der Pfanne kurz angeröstet

1 EL Butter

10-12 Salbeiblätter, in Streifen geschnitten (Ich hatte noch welche vom Sommer eingefroren. Bei frischen würde ich etwas weniger nehmen, da sie doch sehr intensiv sind!)

Abrieb einer mittelgroßen Bio-Zitrone

Saft einer halben Zitrone

50ml Sahne

1/4 Bund Petersilie, fein gehackt

Salz, schwarzer Pfeffer

Parmesan

Zubehör: Großer Pasta-Topf, große beschichtete Pfanne

Zubereitungszeit: Etwa 15 Minuten

So geht’s:

Butter in der Pfanne erhitzen. Wasser im Pastatopf langsam zum Kochen bringen. Salbeistreifen in der Butter anbräunen, bis er einen feinen Duft verbreitet. Dann Zitronenabrieb und Sahne hinzugeben. Salzen und pfeffern.

Währendessen die frische Pasta garen (geht bei frischer sehr schnell, etwa 3-4 Minuten).

Kurz bevor die Pasta fertig ist, den Zitronensaft, die Walnüsse und die Petersilie unter die Sauce geben. Pasta aus dem Wasser holen, etwas aber nicht komplett abtropfen lassen und in die große Pfanne zur Sauce geben. Alles sehr gut vermischen und auf vorgewärmten Tellern anrichten. Abschließend den Parmesan in Spänen darüberhobeln. Sofort servieren!

Dazu passt ein Chardonnay ebenso wie ein leicht gekühlter Spätburgunder.

Das Rezept stammt aus dem Kochbuch “Vegetarische Köstlichkeiten” von Yotam Ottolenghi, das wir von lieben Freunden zu Weihnachten bekamen und das ich Euch nur wärmstens ans Herz legen kann!

Ein Ottolenghi-Fan bin ich ja seit den Anfangstagen des Blogs. Schön, dass er jetzt auch unser Friday Night Dinner Date bereichert hat!

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So, der erste Hunger ist schon mal gestillt! Zum Begrüßungssekt gab es ein herbstliches Carpaccio mit Pilzen und zum Magenwärmen eine vielseitige Kartoffelsuppe. Jetzt können Köchin und Gäste erstmal durchatmen. Anwesende Kinder dürfen eine Spielpause, Raucher eine Zigarettenpause einlegen. Der Rest steht mit einem Gläschen Wein rund um den Küchenblock und applaudiert dem Star des dritten Gangs unseres festlichen Menüs. Darf ich vorstellen: Die Hochrippe aka Côte de bœuf!

Processed with Rookie

Während die Jungs jetzt also auf die Terrasse geschickt werden (bei mildem Herbstwetter mit einem kalten Bier, bei winterlicher Kälte mit einem heißen Ebbelwoi – wir sind ja immerhin in Hessen!), um den Grill anzuschmeißen, kann sich die tiefenentspannte Köchin einigen wenigen Vorbereitungen widmen.

Für unser festliches Menü Teil 3 müsst Ihr lediglich Kartoffeln putzen und gar kochen, einen schnellen Curry-Dip anrühren und den Salat anmachen. Voilà!

Aber der Reihe nach:

Die oben abgebildete Hochrippe hat inklusive Knochen knapp ein Kilo und reicht als Teil eines Menüs für 4 Personen.

Zur Vorbereitung das Fleisch etwa eine Stunde vor Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen. Eine Mischung aus Olivenöl, Rosmarinzweigen, Salz und Pfeffer einmassieren. Auf einen Teller legen und gut abdecken oder in einen großen Gefrierbeutel geben und verschließen.

Jetzt den Grill anwerfen und das Fleisch gar grillen. Ideal ist, wenn das Fleisch am Knochen (ein Fleischthermometer ist hier wirklich ein guter Helfer!!) etwa 57 Grad hat. Vom Grill nehmen, in Alufolie packen und einige Minuten ruhen lassen.

Processed with Rookie

Während das Fleisch also in Alufolie ruht, werden schnell die gar gekochten Kartoffeln finalisiert:

Eine Eisenpfanne erhitzen und etwas Olivenöl und Rosmarinsalz hineingeben. Die Kartoffeln halbieren und mit dem Gesicht auf den Pfannenboden legen. Bei mittlerer Hitze leicht bräunen.

Der Curry-Dip geht ebenfalls ruckzuck. Das kann auch gerne einer der Gäste übernehmen:

250gr Joghurt verrühren mit etwas Olivenöl, einem Spritzer Zitrone, einer Prise Zucker, Salz und weißem Pfeffer aus der Mühle. Ein Schlückchen Gin dazu und natürlich 1 EL Madras Curry. Richtig fein und exotisch wird der Dip, wenn Ihr noch 1 EL Nektarinen-Chutney (oder ein anderes fruchtig-scharfes Chutney) unterrührt!

Der Salat sollte schon gewaschen und trockengeschleudert sein. In einer Tupperbox hält der sich im Kühlschrank auch ein paar Stunden (natürlich OHNE Dressing!). Den kann man also schon gut vorbereiten. Dazu ein schnelles Dressing (ebenfalls gut vorzubereiten!) mit 1 EL Joghurt, 3 EL Olivenöl, 1 TL Weißweinessig, Salz, Pfeffer, Zucker. Anmachen und servieren!

Dann das Fleisch mit einem scharfen Messer in breite Streifen schneiden.

Processed with Rookie

Das Beste an so einer Hochrippe: Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei! Wer es lieber durchgebraten mag, bekommt die Randstücke. Wer sein Steak gerne blutig isst, nimmt sich das Teil am Knochen. (So fällt der Stress weg, den man hat, wenn man 4 Steaks mit unterschiedlichem Garzustand gleichzeitig auf den Tisch bringen will!) Und falls doch etwas übrig bleibt: Das Fleisch schmeckt am nächsten Tag auf einem Steak-Sandwich nochmal so gut!

Jetzt kann sich jeder vom aufgeschnittenen Steak bedienen, Kartoffeln und Dip dazu, Salat steht schon auf dem Tisch! Guten und vor allem ENTSPANNTEN Appetit!

Processed with Rookie

HAAAAAAAAALT!

Das geht doch so nicht!

Hier fehlt doch noch etwas GANZ Entscheidendes!

Trenz_Stellenbosch

Uff, gerade noch dran gedacht! Eine schöne runde Rotweincuvee aus den Rebsorten Rebsorten Shiraz, Merlot, Malbec und Petit Verdot, ausgebaut im Barrique. Die Weine vom Weingut Trenz haben wir auf der Wiesbadener Weinwoche entdeckt. Neben den heimischen Weinen aus dem Rheingau baut die Familie Trenz aber auch in Stellenbosch in Südafrika Wein an. Nach unserem diesjährigen Urlaub in den Winelands der Kapregion der perfekte Wein, um das Jahr langsam bei einem festlichen Menü ausklingen zu lassen!

So, jetzt fehlt nur noch ein Dessert zu unserem festlichen Menü. Stay tuned!

KüchenAtlas-Blogparade: Festliches Menü

 

 

 

 

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Ich muss schnell machen. Keine Zeit für viele Worte. Fühle mich ein bisschen, wie das weiße Kaninchen bei “Alice im Wunderland“. Aber wenn das Motto der Weinrallye “Rosé” lautet, KANN ich einfach nicht zusehen, ohne nicht zumindest ein paar Empfehlungen abzugeben. Danke an Culinarypixel für’s Ausrichten der Weinrallye #77!

Denn:

weinwocheIII

Meine ganz frisch geweckte Liebe zu Südafrika und – natürlich! – seine Weine habe ich bei Anja schon mal hier beschreiben dürfen. Da findet Ihr auch gleich ein Foto vom Rosé “Rosebud” des Weinguts Gabrielskloof, den ich Euch ans Herz legen möchte. Hier der Beweis, dass er nicht nur auf südafrikanischen Terrassen, sondern auch auf den heimischen köstlich schmeckt.

Ein beschlagenes Glas kühlen Rosés, Abendsonne – das ist für mich Sommerglück!

Gabrielskloof

Der Rosebud von Gabrielskloof ist eine Cuvee aus Viognier und Shiraz – beides sehr typische Rebsorten im Walker Bay District. Schon die Farbe erinnert an Rosenknospen (daher der Name!). Aber auch die Nase ist blumig-fruchtig. Dabei ist er knackig, trocken und gut gekühlt auch mittags schon der perfekte Begleiter zu beispielsweise einem Hühnchensandwich, gegrilltem Fisch oder auch einem nicht überwürzten Steak. Ich hatte auf dem Weingut einen unfassbar guten Schweinenacken-Burger mit Senfmayonnaise. DAS ist der Himmel auf Erden! Den Wein hat glücklicherweise unser Haus-und-Hof-Weinladen von schräg gegenüber, der eigene südafrikanische Weine aber eben auch die von Gabrielskloof verkauft. Haben wir ein Glück!

Man muss aber nicht immer so weit reisen, um köstlichen Rosé zu trinken! Wir wohnen ja quasi im gelobten Land: Dem Rheingau. Und während die meisten den Rheingau noch mit Riesling in Verbindung bringen, gibt es mittlerweile so viel mehr hier zu entdecken. Am besten geht das auf der Rheingauer Weinwoche! Gleich mal den Termin für 2015 vormerken:

Weinwoche

Ich bin das Ganze diesmal strategisch angegangen: Winzer checken, Angebot screenen, Plan erstellen und dann jeden Tag ein  (!) kleines (!!) Gläschen Rosé verkosten. Das sah bei mir dann so aus:

weinwocheII

In diesem Jahr gab es (gefühlt) mehr Winzer, die Rosé-Weine im Angebot hatten. Häufig handelt es sich dabei um Rosé aus Spätburgunder-Trauben, der feinherb ausgebaut wird. Ganz ehrlich: Nicht so richtig mein Ding. Zumal der Begriff “feinherb” nicht geschützt oder in irgendeiner Form festgelegt ist. Was bei einem Winzer einfach nur trocken mit etwas weniger Säure bedeutet, ist beim anderen mitunter schon hart an der Grenze zum lieblichen Wein. NICHT mein Ding!

Umso angenehmer überrascht waren wir von einem Spätburgunder-Rosé, den wir noch nicht kannten:

Trenz

Natürlich ist das Weingut Trenz keine wirkliche Entdeckung. Aber WIR kannten es bisher nicht. Dabei produziert die Familie seit über 340 Jahren Weine in Johannisberg. Über Weine aus dem Rheingau und das Terroir habe ich an dieser Stelle schon öfter mal geschrieben. Auf dem Johannisberg besteht der Boden aus Lehm und Sand. Die Nähe zum Rhein sorgen für warme Temperaturen und ausreichend Feuchtigkeit.

Mich verblüfft aber gerade bei der Querverkostung auf der Weinwoche immer wieder, wie unglaublich unterschiedliche Weine schmecken können, die doch alle mehr oder weniger unter ähnlichen Bedingungen wachsen. Mir macht das Riechen, Schmecken, Suchen, Finden und Entdecken in jedem Jahr auf’s Neue großen Spaß!

Der 2013 Trenz Rosé (0,75l/6,50€) ist kräftig in der Farbe und riecht nach dunkelroten Beeren, wie etwa Johannisbeere. Aber auch etwas Kirsche. Obwohl Familie Trenz sich ebenfalls dafür entschied, den Rosé unter dem Label “feinherb” laufen zu lassen, habe ich ihn als rund aber trocken und kräftig empfunden. Perfekt beispielsweise auch zu Gegrilltem.

Egal ob vom einen oder dem anderen Ende der Welt: Rosé ist keinesfalls ein Wein für Leute, die keinen Wein mögen. Er kann ebenso vielseitig und vielschichtig sein wie seine weißen und roten Geschwister. Und direkt vor unserer Haustür liegen viele spannende Weingüter, die nur darauf warten, von uns entdeckt zu werden.

Kleiner Treppenwitz am Rande: Das Weingut Trenz bewirtschaftet auch eine Anbaufläche in Stellenbosch/Südafrika. Wir sind dort quasi vorbeigefahren während unseres Urlaubs. Eine rote Cuvee sowie einen Sauvignon Blanc von dort durften wir ebenfalls auf der Weinwoche probieren. Ein Grund noch mal hinzufahren – nach Johannisberg. Oder Stellenbosch. Oder einfach beidem.

Sonnenblume

 

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Toll, habt Ihr jetzt auch einen Ohrwurm? Wisst Ihr eigentlich, wie sehr ich es genieße, mitten in der Rheingauer Weinwoche zu wohnen? Treppe runter, raus aus der Haustür und los geht’s mit über 100 Winzern aus dem wunderschönen Rheingau und ihren Produkten! Wobei: Das sind ja keine schnöden Produkte.

Wein, das ist Gold im Glas, Balsam in der Kehle, Glück im Schluck!

Foto (10)

Über meine Entdeckungen, Favoriten und Freudenjuchzern habe ich schon hier geschrieben zum Thema “Prickelndes” oder hier mit einer für mich neuen Entdeckung Auxerrois oder hier über den wunderbaren Schiefer-Terroir-Wein!

Das Schönste für mich sind die vielen kleinen Entdeckungen. Winzer, die herrliche Weine und Sekte produzieren, direkt vor unserer Haustür an- und ausgebaut! Rebsorten, die ich nie im Rheingau vermutet hätte! Der Vergleich von Riesling und Riesling und Riesling – jeder wieder anders. Und das alles unkompliziert, an Holztischen, mit anderen Gästen zusammenrückend.

Sommerselig und weinglücklich!

Ganz besonders liebe ich ja bekanntlich das Weingut Höhn mit seinem Sauvignon Blanc und dem herrlich fruchtigen Chardonnay. Wer hätte das gedacht? Die wunderschöne Terrasse und das gute Essen der Gutsschänke sind außerdem einen Besuch wert! Oder das Weingut Ottes, auf dessen Terroir-Riesling, angebaut auf furztrockenen Schiefer-Böden, ich mich schon freue. Obwohl ich ja so ein säureempfindliches Lieschen bin, habe ich schon einige Rieslinge für mich entdeckt.

Vielleicht sehen wir uns ja auf der Weinwoche? Oder vielleicht habt Ihr auch einen Tipp für mich? Was muss ich unbedingt probieren?

Nächste Woche geht’s hier dann auch wieder kulinarisch weiter. Und vielleicht habe ich wieder eine Entdeckung für Euch. Für die nächste Weinrallye ausgetragen von Culinary Pixel brauche ich ja noch dringend eine Rosé!

Bis dahin: Stößchen!

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