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Archive for the ‘Wein’ Category

Heut gibt’s zum Friday Night Dinner Date ein lecker Weinchen :)

Ich geb’s ja zu: Auch wir trinken in den warmen Monaten am liebsten gut gekühlte Weißweine oder Rosé. Mit einem beschlagenen Glas auf der Terrasse den Grillduft einatmen – das ist Sommer! Aber auch Rotwein-Liebhaber müssen nicht auf den Herbst warten, um ein Glas zu genießen. Auf geht’s zur Weinrallye!

Was also macht einen Rotwein zu einem geeigneten Sommerwein, einem Rotwein für heiße Tage? Sicherlich könnte man die Frage wissenschaftlich betrachten, mit Oechsle, Restsüße und Alkoholgehalt argumentieren. Für mich als Laie steht aber fest:

Ein im Sommer trinkbarer Rotwein muss a) eine leichte Kühlung vertragen, darf b) keinen schweren Kopf machen und muss c) auch zwei bis drei Tage geöffnet überstehen. Denn an einem Sommerabend reicht ja auch ein einzelnes Glas!

Warum tun wir uns aber im Sommer so schwer mit Rotwein? Ich denke, während wir in Herbst und Winter aus der Kälte nach drinnen in die Wärme kommen und uns mit einem Glas Rotwein ein bisschen einheizen wollen, sind die Tage im Sommer heiß genug. Im Sommer sehnen wir uns nach der Kühle der Abend- und Nachtstunden. Jaja, ich weiß, was Ihr jetzt sagt: “Die Beduinen trinken Tee gegen die Gluthitze und keine Kaltgetränke.” Aber erstens gibt’s keine Kühlschränke im Wüstenzelt und zweitens verzichten sie auch aus gutem Grund auf Alkohol. Beides scheint irgendwie nicht zusammenzugehen. Also: Entweder kühl und alkoholisch oder heiß und ohne Alk?

Im Klartext: Kühlung – Sommer – Rotwein! Geht das? Kein Widerspruch! In unserer Dachgeschosswohnung wird es im Sommer schnell mal 28 Grad und mehr. Auch der Keller ist nicht wirklich kühl. Da ich aber keinen Teebeutel in meinen Rotwein hängen will, kühle ich die ausgewählte Flasche gerne auf eine angenehme Trinktemperatur herunter – so etwa 12 bis maximal 16 Grad. Das verzeiht aber nicht jeder Rotwein, bilde ich mir ein.

Auch sind sehr „schwere“, alkohollastige Rote nicht geeignet, um auf der Terrasse zu erfrischen. Wer will nach einem heißen Tag schon gleich schläfrig und schwer werden? Am Abend erwachen im Sommer doch eher die Lebensgeister. Für die aktuelle Weinrallye habe ich also mal überlegt, wann und wo ich im Sommer Rotwein getrunken habe, ohne es zu bereuen. Klar! In Italien! Auch die Italiener trinken ihren Roten zum (späten) Abendessen. Und als absoluter Toskana-Fan habe ich mir gleich mal einen Sangiovese ins Kühlfach gelegt.

Sangiovese_Weinrallye_Front

Sangiovese_Weinrallye

Ok, der Gran Sasso Sangiovese 2013 stammt aus den Abruzzen und nicht aus der Toskana. Aber die Rebsorte ist eben auch in meiner Lieblingsregion allgegenwärtig. Es gibt selbstverständlich schwere, reife Sangiovese-Weine. Aber dieser junge, fruchtige und trockene Kerl verzeiht auch eine leichte Kühlung. Mit 12,5 Prozent Alkohol gehört er zu den leichteren Vertretern unter den aktuellen Rotweinen. Sein Kirscharoma passt perfekt in den Sommer, in dem die prallen roten Früchte Hochsaison haben! Zwar kann er zu Gegrilltem nicht ganz mithalten. Zu einer kalten Platte mit Aufschnitt und Weißbrot ist er aber ein perfekter Begleiter.

Mit 6,70€/Flasche ist der Gran Sasso ein vertretbares Mitbringsel zur Gartenparty. Und das Beste: Er schmeckt auch geöffnet noch am dritten und vierten Tag. Sicher kein Highlight-Wein, der dekantiert und zelebriert gehört. Aber allemal ein sommerlicher Begleiter für laue Abende!

Auch wenn Weiß- und Roséweine weiterhin im Sommer meine Favoriten bleiben. Ab und zu ein Gläschen Rotwein bringt Abwechslung und sorgt für ausreichend rote Blutkörperchen. Das freut dann auch den Sanitäter beim Blutspenden :) (wir trinken hier ja nicht zum Spaß, gell?)

Wer weitere Tipps zu Sommer-Rotweinen braucht, folgt einfach der Weinrallye auf Facebook und Twitter oder liest die Zusammenfassung des Events auf dem Blog 180 Grad, der in diesem Monat die Rallye ausrichtet.

Mehr Weinrallye-Beiträge von mir findet Ihr übrigens hier.

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Ja, ich bin verrückt nach Spargel. Auch, weil bei dem tollen Gemüse sogar der Abfall köstlich ist. Wo sonst ergeben Schalen eine köstliche, leichte Suppe? Zusammen mit knusprig gebratenem Speck und geröstetem grünen Spargel ein Hochgenuss. (Bevor es dann mit den eigentlichen Spargel-Gerichten weiter geht :))

spargelsuppe2

Meine französische Kollegin C. kann den deutschen Hype um weißen Spargel nicht verstehen: (Stellt Euch den folgenden Ausspruch mit charmantem französischen Akzent vor!) “Ständig esst Ihr Spargel. Ihr feiert den Beginn der Saison, esst das Zeug andauern, habt sogar eigens Feste, Königinnen und Statuen für Spargel. Dabei schmeckt er nicht mal. Und immer, wenn ich irgendwo hinkomme, wird für mich Spargel gekocht, weil es so typisch deutsch ist. Ich hasse es!”

Unnötig zu sagen, dass C. beim gemeinsamen Mittagessen ungefährt acht Augenpaare ungläubig entgegenglotzten. Ach, sollen die Franzosen ihren grünen Spargel essen. Wir feiern unseren Weißen, feiern Feste, krönen Königinnen und bauen Statuen! Vive la weißer Spargel!

Habe ich schon erwähnt, wie genial ich es finde, dass wir sogar die Schälabfälle für köstliche… Oh, hatte ich bereits. Na gut, dann legen wir mal los!

Zutaten für Spargelsuppe für 4 Personen als Vorspeise:

Schalen und Endstücke von etwa 2kg Spargel

5 Stangen weißen Spargel

8 Stangen grünen Spargel

8 Scheiben Frühstücksspeck (Vegetarier ersetzen die Speckstreifen durch einige geröstete Croutons.)

Salz

Pfeffer

Muskatnuss

Zitronensaft

Zucker

100ml süße Sahne, aufgeschlagen

1,5l Wasser

Zubereitungszeit: Ohne Schälen 30 min

Zubehör: Großer Topf, Messbecher oder 2. Topf, Sieb, Pürierstab, Eisenpfanne

So geht’s:

Schalen und Endstücken im Wasser mindestens 15 Minuten kochen.

Brühe über ein Sieb in einen zweiten Topf oder einen Messbecher abgießen, Schalen entsorgen. Spargelsud mit einer Prise Zucker, Salz, Pfeffer, Muskatabrieb und einem Spritzer Zitronensaft würzen. Zum Kochen bringen.

Vom weißen (geschälten!) und grünen Spargel die Köpfe abschneiden und beiseite legen. Restliche Stangen in Stücke schneiden und in der Suppe mitkochen. Etwa 10 Minuten kochen. Die Stücke sollten gar sein.

Wenn die Spargelstücke gar sind, mit dem Pürierstab pürieren und nochmals abschmecken.

Währendessen die Eisenpfanne erhitzen und die Speckscheiben von beiden Seiten knusprig braten, bis sie kross sind. Auf einem Küchentuch abtropfen lassen. Jetzt die Spargelköpfe in der Pfanne anrösten.

Jetzt noch die Sahne unter die Suppe rühren.

In vorgewärmten Tellern anrichten und mit den Speckstreifen und den Spargelköpfen servieren.

Ein köstliches leichtes Gericht für sonnige Frühlingstage und der perfekte Auftakt für ein gemeinsames Spargelessen mit lieben Freunden!

Dazu hat uns übrigens ein milder Riesling vom Weingut BattenfeldSpanier geschmeckt. Sehr aromatisch, trocken und mineralisch, aber ohne die übertriebene Säure, die mir häufig den Rieslinggenuss vergällt. (9,50€/Flasche etwa bei Hawesko.)

Die Suppe lässt sich hervorragend vorbereiten oder aufheben. Dazu dann einfach ohne Einlage genießen oder diese kurz vor dem Servieren vorzubereiten. Resteverwertung at its best!

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Wenn es schnell, köstlich und besonders sein soll: Dann habt Ihr ein Friday Night Dinner Date!

Hä? Ihr versteht jetzt gerade gar nicht, wovon ich rede? Vor vielen Jahren haben eine befreundete US-Kollegin und ich festgestellt, dass wir beide mit unseren Männern jeweils eine schöne Tradition pflegen: Freitags gönnen wir uns ein gemeinsames Dinner, um mit der Woche abzuschließen, um runterzukommen, um Pläne für’s Wochenende zu machen, um entspannt in den Samstag zu grooven…

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Dabei kann so ein Dinner Date auch mit Freunden stattfinden. Oder natürlich auch für einen alleine! Wichtig dabei ist jedoch: Es soll Euch entspannen! Deshalb gibt es idealerweise keine aufwendige Kocherei, sondern lecker Unkompliziertes. Dazu natürlich einen guten Wein! Oder auch einfach nur einen Drink und ein Häppchen, bevor es ins Lieblingsrestaurant geht oder in diesen neuen Griechen/Japaner/Italiener, den Ihr schon ewig ausprobieren wolltet, oder ins Kino oder zu Freunden.

Hauptsache Ihr haltet mal kurz inne. Atmet tief ein und wieder aus und freut Euch, dass die Woche hinter Euch liegt. Das ist das Friday Night Dinner Date! Kommt, setzt Euch mit an den Tisch. Bei uns ist immer noch ein Plätzchen frei.

Und deshalb stelle ich Euch hier am Freitagmorgen künftig Ideen für ein unkompliziertes aber köstliches Friday Night Dinner Date vor. Die Zutaten habt Ihr entweder daheim oder könnt sie schnell in der Mittagspause oder auf dem Nachhauseweg besorgen. Oder Ihr schickt den Link einfach an Eure Freunde, den Liebsten, die Nachbarin, bittet um Einkauf und serviert zum Dank abends ein schönes Essen. Deal?

Auftakt machen die vegetarischen Walnuss-Tagliatelle nach Yotam Ottolenghi:

Ottolenghi_Walnuss_PastaFür 2 hungrige Esser als Hauptmahlzeit benötigt Ihr folgende Zutaten:

400 gr frische Tagliatelle

50 gr Walnusskerne, grob gehackt und in der Pfanne kurz angeröstet

1 EL Butter

10-12 Salbeiblätter, in Streifen geschnitten (Ich hatte noch welche vom Sommer eingefroren. Bei frischen würde ich etwas weniger nehmen, da sie doch sehr intensiv sind!)

Abrieb einer mittelgroßen Bio-Zitrone

Saft einer halben Zitrone

50ml Sahne

1/4 Bund Petersilie, fein gehackt

Salz, schwarzer Pfeffer

Parmesan

Zubehör: Großer Pasta-Topf, große beschichtete Pfanne

Zubereitungszeit: Etwa 15 Minuten

So geht’s:

Butter in der Pfanne erhitzen. Wasser im Pastatopf langsam zum Kochen bringen. Salbeistreifen in der Butter anbräunen, bis er einen feinen Duft verbreitet. Dann Zitronenabrieb und Sahne hinzugeben. Salzen und pfeffern.

Währendessen die frische Pasta garen (geht bei frischer sehr schnell, etwa 3-4 Minuten).

Kurz bevor die Pasta fertig ist, den Zitronensaft, die Walnüsse und die Petersilie unter die Sauce geben. Pasta aus dem Wasser holen, etwas aber nicht komplett abtropfen lassen und in die große Pfanne zur Sauce geben. Alles sehr gut vermischen und auf vorgewärmten Tellern anrichten. Abschließend den Parmesan in Spänen darüberhobeln. Sofort servieren!

Dazu passt ein Chardonnay ebenso wie ein leicht gekühlter Spätburgunder.

Das Rezept stammt aus dem Kochbuch “Vegetarische Köstlichkeiten” von Yotam Ottolenghi, das wir von lieben Freunden zu Weihnachten bekamen und das ich Euch nur wärmstens ans Herz legen kann!

Ein Ottolenghi-Fan bin ich ja seit den Anfangstagen des Blogs. Schön, dass er jetzt auch unser Friday Night Dinner Date bereichert hat!

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So, der erste Hunger ist schon mal gestillt! Zum Begrüßungssekt gab es ein herbstliches Carpaccio mit Pilzen und zum Magenwärmen eine vielseitige Kartoffelsuppe. Jetzt können Köchin und Gäste erstmal durchatmen. Anwesende Kinder dürfen eine Spielpause, Raucher eine Zigarettenpause einlegen. Der Rest steht mit einem Gläschen Wein rund um den Küchenblock und applaudiert dem Star des dritten Gangs unseres festlichen Menüs. Darf ich vorstellen: Die Hochrippe aka Côte de bœuf!

Processed with Rookie

Während die Jungs jetzt also auf die Terrasse geschickt werden (bei mildem Herbstwetter mit einem kalten Bier, bei winterlicher Kälte mit einem heißen Ebbelwoi – wir sind ja immerhin in Hessen!), um den Grill anzuschmeißen, kann sich die tiefenentspannte Köchin einigen wenigen Vorbereitungen widmen.

Für unser festliches Menü Teil 3 müsst Ihr lediglich Kartoffeln putzen und gar kochen, einen schnellen Curry-Dip anrühren und den Salat anmachen. Voilà!

Aber der Reihe nach:

Die oben abgebildete Hochrippe hat inklusive Knochen knapp ein Kilo und reicht als Teil eines Menüs für 4 Personen.

Zur Vorbereitung das Fleisch etwa eine Stunde vor Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen. Eine Mischung aus Olivenöl, Rosmarinzweigen, Salz und Pfeffer einmassieren. Auf einen Teller legen und gut abdecken oder in einen großen Gefrierbeutel geben und verschließen.

Jetzt den Grill anwerfen und das Fleisch gar grillen. Ideal ist, wenn das Fleisch am Knochen (ein Fleischthermometer ist hier wirklich ein guter Helfer!!) etwa 57 Grad hat. Vom Grill nehmen, in Alufolie packen und einige Minuten ruhen lassen.

Processed with Rookie

Während das Fleisch also in Alufolie ruht, werden schnell die gar gekochten Kartoffeln finalisiert:

Eine Eisenpfanne erhitzen und etwas Olivenöl und Rosmarinsalz hineingeben. Die Kartoffeln halbieren und mit dem Gesicht auf den Pfannenboden legen. Bei mittlerer Hitze leicht bräunen.

Der Curry-Dip geht ebenfalls ruckzuck. Das kann auch gerne einer der Gäste übernehmen:

250gr Joghurt verrühren mit etwas Olivenöl, einem Spritzer Zitrone, einer Prise Zucker, Salz und weißem Pfeffer aus der Mühle. Ein Schlückchen Gin dazu und natürlich 1 EL Madras Curry. Richtig fein und exotisch wird der Dip, wenn Ihr noch 1 EL Nektarinen-Chutney (oder ein anderes fruchtig-scharfes Chutney) unterrührt!

Der Salat sollte schon gewaschen und trockengeschleudert sein. In einer Tupperbox hält der sich im Kühlschrank auch ein paar Stunden (natürlich OHNE Dressing!). Den kann man also schon gut vorbereiten. Dazu ein schnelles Dressing (ebenfalls gut vorzubereiten!) mit 1 EL Joghurt, 3 EL Olivenöl, 1 TL Weißweinessig, Salz, Pfeffer, Zucker. Anmachen und servieren!

Dann das Fleisch mit einem scharfen Messer in breite Streifen schneiden.

Processed with Rookie

Das Beste an so einer Hochrippe: Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei! Wer es lieber durchgebraten mag, bekommt die Randstücke. Wer sein Steak gerne blutig isst, nimmt sich das Teil am Knochen. (So fällt der Stress weg, den man hat, wenn man 4 Steaks mit unterschiedlichem Garzustand gleichzeitig auf den Tisch bringen will!) Und falls doch etwas übrig bleibt: Das Fleisch schmeckt am nächsten Tag auf einem Steak-Sandwich nochmal so gut!

Jetzt kann sich jeder vom aufgeschnittenen Steak bedienen, Kartoffeln und Dip dazu, Salat steht schon auf dem Tisch! Guten und vor allem ENTSPANNTEN Appetit!

Processed with Rookie

HAAAAAAAAALT!

Das geht doch so nicht!

Hier fehlt doch noch etwas GANZ Entscheidendes!

Trenz_Stellenbosch

Uff, gerade noch dran gedacht! Eine schöne runde Rotweincuvee aus den Rebsorten Rebsorten Shiraz, Merlot, Malbec und Petit Verdot, ausgebaut im Barrique. Die Weine vom Weingut Trenz haben wir auf der Wiesbadener Weinwoche entdeckt. Neben den heimischen Weinen aus dem Rheingau baut die Familie Trenz aber auch in Stellenbosch in Südafrika Wein an. Nach unserem diesjährigen Urlaub in den Winelands der Kapregion der perfekte Wein, um das Jahr langsam bei einem festlichen Menü ausklingen zu lassen!

So, jetzt fehlt nur noch ein Dessert zu unserem festlichen Menü. Stay tuned!

KüchenAtlas-Blogparade: Festliches Menü

 

 

 

 

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Ich muss schnell machen. Keine Zeit für viele Worte. Fühle mich ein bisschen, wie das weiße Kaninchen bei “Alice im Wunderland“. Aber wenn das Motto der Weinrallye “Rosé” lautet, KANN ich einfach nicht zusehen, ohne nicht zumindest ein paar Empfehlungen abzugeben. Danke an Culinarypixel für’s Ausrichten der Weinrallye #77!

Denn:

weinwocheIII

Meine ganz frisch geweckte Liebe zu Südafrika und – natürlich! – seine Weine habe ich bei Anja schon mal hier beschreiben dürfen. Da findet Ihr auch gleich ein Foto vom Rosé “Rosebud” des Weinguts Gabrielskloof, den ich Euch ans Herz legen möchte. Hier der Beweis, dass er nicht nur auf südafrikanischen Terrassen, sondern auch auf den heimischen köstlich schmeckt.

Ein beschlagenes Glas kühlen Rosés, Abendsonne – das ist für mich Sommerglück!

Gabrielskloof

Der Rosebud von Gabrielskloof ist eine Cuvee aus Viognier und Shiraz – beides sehr typische Rebsorten im Walker Bay District. Schon die Farbe erinnert an Rosenknospen (daher der Name!). Aber auch die Nase ist blumig-fruchtig. Dabei ist er knackig, trocken und gut gekühlt auch mittags schon der perfekte Begleiter zu beispielsweise einem Hühnchensandwich, gegrilltem Fisch oder auch einem nicht überwürzten Steak. Ich hatte auf dem Weingut einen unfassbar guten Schweinenacken-Burger mit Senfmayonnaise. DAS ist der Himmel auf Erden! Den Wein hat glücklicherweise unser Haus-und-Hof-Weinladen von schräg gegenüber, der eigene südafrikanische Weine aber eben auch die von Gabrielskloof verkauft. Haben wir ein Glück!

Man muss aber nicht immer so weit reisen, um köstlichen Rosé zu trinken! Wir wohnen ja quasi im gelobten Land: Dem Rheingau. Und während die meisten den Rheingau noch mit Riesling in Verbindung bringen, gibt es mittlerweile so viel mehr hier zu entdecken. Am besten geht das auf der Rheingauer Weinwoche! Gleich mal den Termin für 2015 vormerken:

Weinwoche

Ich bin das Ganze diesmal strategisch angegangen: Winzer checken, Angebot screenen, Plan erstellen und dann jeden Tag ein  (!) kleines (!!) Gläschen Rosé verkosten. Das sah bei mir dann so aus:

weinwocheII

In diesem Jahr gab es (gefühlt) mehr Winzer, die Rosé-Weine im Angebot hatten. Häufig handelt es sich dabei um Rosé aus Spätburgunder-Trauben, der feinherb ausgebaut wird. Ganz ehrlich: Nicht so richtig mein Ding. Zumal der Begriff “feinherb” nicht geschützt oder in irgendeiner Form festgelegt ist. Was bei einem Winzer einfach nur trocken mit etwas weniger Säure bedeutet, ist beim anderen mitunter schon hart an der Grenze zum lieblichen Wein. NICHT mein Ding!

Umso angenehmer überrascht waren wir von einem Spätburgunder-Rosé, den wir noch nicht kannten:

Trenz

Natürlich ist das Weingut Trenz keine wirkliche Entdeckung. Aber WIR kannten es bisher nicht. Dabei produziert die Familie seit über 340 Jahren Weine in Johannisberg. Über Weine aus dem Rheingau und das Terroir habe ich an dieser Stelle schon öfter mal geschrieben. Auf dem Johannisberg besteht der Boden aus Lehm und Sand. Die Nähe zum Rhein sorgen für warme Temperaturen und ausreichend Feuchtigkeit.

Mich verblüfft aber gerade bei der Querverkostung auf der Weinwoche immer wieder, wie unglaublich unterschiedliche Weine schmecken können, die doch alle mehr oder weniger unter ähnlichen Bedingungen wachsen. Mir macht das Riechen, Schmecken, Suchen, Finden und Entdecken in jedem Jahr auf’s Neue großen Spaß!

Der 2013 Trenz Rosé (0,75l/6,50€) ist kräftig in der Farbe und riecht nach dunkelroten Beeren, wie etwa Johannisbeere. Aber auch etwas Kirsche. Obwohl Familie Trenz sich ebenfalls dafür entschied, den Rosé unter dem Label “feinherb” laufen zu lassen, habe ich ihn als rund aber trocken und kräftig empfunden. Perfekt beispielsweise auch zu Gegrilltem.

Egal ob vom einen oder dem anderen Ende der Welt: Rosé ist keinesfalls ein Wein für Leute, die keinen Wein mögen. Er kann ebenso vielseitig und vielschichtig sein wie seine weißen und roten Geschwister. Und direkt vor unserer Haustür liegen viele spannende Weingüter, die nur darauf warten, von uns entdeckt zu werden.

Kleiner Treppenwitz am Rande: Das Weingut Trenz bewirtschaftet auch eine Anbaufläche in Stellenbosch/Südafrika. Wir sind dort quasi vorbeigefahren während unseres Urlaubs. Eine rote Cuvee sowie einen Sauvignon Blanc von dort durften wir ebenfalls auf der Weinwoche probieren. Ein Grund noch mal hinzufahren – nach Johannisberg. Oder Stellenbosch. Oder einfach beidem.

Sonnenblume

 

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Toll, habt Ihr jetzt auch einen Ohrwurm? Wisst Ihr eigentlich, wie sehr ich es genieße, mitten in der Rheingauer Weinwoche zu wohnen? Treppe runter, raus aus der Haustür und los geht’s mit über 100 Winzern aus dem wunderschönen Rheingau und ihren Produkten! Wobei: Das sind ja keine schnöden Produkte.

Wein, das ist Gold im Glas, Balsam in der Kehle, Glück im Schluck!

Foto (10)

Über meine Entdeckungen, Favoriten und Freudenjuchzern habe ich schon hier geschrieben zum Thema “Prickelndes” oder hier mit einer für mich neuen Entdeckung Auxerrois oder hier über den wunderbaren Schiefer-Terroir-Wein!

Das Schönste für mich sind die vielen kleinen Entdeckungen. Winzer, die herrliche Weine und Sekte produzieren, direkt vor unserer Haustür an- und ausgebaut! Rebsorten, die ich nie im Rheingau vermutet hätte! Der Vergleich von Riesling und Riesling und Riesling – jeder wieder anders. Und das alles unkompliziert, an Holztischen, mit anderen Gästen zusammenrückend.

Sommerselig und weinglücklich!

Ganz besonders liebe ich ja bekanntlich das Weingut Höhn mit seinem Sauvignon Blanc und dem herrlich fruchtigen Chardonnay. Wer hätte das gedacht? Die wunderschöne Terrasse und das gute Essen der Gutsschänke sind außerdem einen Besuch wert! Oder das Weingut Ottes, auf dessen Terroir-Riesling, angebaut auf furztrockenen Schiefer-Böden, ich mich schon freue. Obwohl ich ja so ein säureempfindliches Lieschen bin, habe ich schon einige Rieslinge für mich entdeckt.

Vielleicht sehen wir uns ja auf der Weinwoche? Oder vielleicht habt Ihr auch einen Tipp für mich? Was muss ich unbedingt probieren?

Nächste Woche geht’s hier dann auch wieder kulinarisch weiter. Und vielleicht habe ich wieder eine Entdeckung für Euch. Für die nächste Weinrallye ausgetragen von Culinary Pixel brauche ich ja noch dringend eine Rosé!

Bis dahin: Stößchen!

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“Hallo, ich heiße Julia und ich bin süchtig nach Käse!” – “Hallo, Julia!”

So oder so ähnlich könnte das ablaufen in meiner imaginären Selbsthilfegruppe der Anonymen Käsesüchtigen. Aber das würde ja auch bedeuten, dass man ein ernsthaftes Problem mit seiner Sucht hat. Nur: Ich will mich doch gar nicht kurieren lassen. Denn Käse ist für mich ein Lebenselexier, ein Luxusgut, ein Grundnahrungsmittel, ein Hochgenuss. Und außer, dass man zunimmt und viel, viel Geld an seinen Dealer weiterreicht, entsteht kein großer Schaden. Noch (!) jedenfalls stehe ich nicht vor Grundschulen, um kleine Kinder mit Käse zu versorgen, auf dass sie später große Käseabhängige werden wie ich.

Ein Running Gag zwischen dem bEdW und mir ist aber, dass “ein Käsebrot” mittlerweile ein Synonym für so alles ist, wonach mir der Zahn tropft. Wird im Radio dazu aufgerufen, das schönste Sonntagskuchenrezept zu teilen, frage ich ihn: “Darf ich da anrufen und “Käsebrot” sagen?”. Wenn er mich fragt, was er am Wochenende mal kochen soll, sage ich: “Käsebrot!”. Geht es um sündhaftteure Zutaten, die um die halbe Welt fliegen und mit Gold aufgewogen werden, zucke ich nur die Schultern und schmier’ mir…? Genau! Ein Käsebrot.

Mein liebstes Besteck ist deshalb auch mein kleines Käsemesser, das eigentlich Teil eines Dessert-Bestecks ist und das ich vor vielen, vielen Jahren als Kinder-Besteck benutzt habe (natürlich mit Gabel!). Es ist das untere auf dem Bild – im Vergleich habe ich die beiden Messer des “Erwachsenen”-Bestecks dazu gelegt:

Messer

Das Besteck ist ein versilbertes von Christoffle und begleitet mich seit ich denken (bzw. mit Messer und Gabel essen) kann. Die “große” Variante habe ich zum 10. Geburtstag bekommen. Seitdem ist das Set fester Bestandteil meines Haushalts. Meine Schwester hat das gleiche Besteck – allerdings nicht die Dessert-Variante, so viel ich weiß.

Das kleine Dessert-Besteck ist einfach perfekt für Käse, Frischkäse-Cremes, Chutneys, Obst – also alles, was bei mir gerne als Zwischenmahlzeit oder zum Abschluss eines schönen Essens auf den Tisch kommt. Das Messer ist jedenfalls permanent im Einsatz, da ich IMMER Käse im Haus habe. Und es erinnert mich an meine Kindheit. Was gibt es Schöneres? Ein Käsebrot und ein Glas Kakao sind übrigens eine meiner ersten “Food”-Erinnerungen! Brot, Butter (!), Camembert (von der Käserei Champignon! Ich Kind der 70er!), kalte Milch vom Bauernhof (für 50 Pfennig/Liter und in der Milchkanne nach Hause geholt!) mit Kaba (Sag ich doch: 70er!!). Industriekäse, Milch direkt vom Euter, zuckerhaltiger Kakao – und wir haben trotzdem überlebt!

Deshalb, und weil ich während eines zweiwöchigen Malediven-Urlaubs mal fast durchgedreht bin, weil es dort (natürlich! Wo soll der herkommen?) keinen Käse zu essen gab, ist der bEdW jetzt immer sehr beruhigt, wenn ich auf Reisen meinen Käse-Pegel halten kann.

Und so sind wir an einen Nachmittag während unseres Südafrika-Urlaubs auf der Fairview Farm & Winery und dem dazugehörigen Restaurant The Goatshed bei Paarl gelandet, wo ich mich in Käse suhlen Käse genießen konnte, der einfach nur köstlich war.

Die Ziegen der Farm haben’s wunderbar und dürfen sogar in einem Rapunzel-Türmchen wohnen, auf den sie – Bergziegen! – außen über eine Leiter klettern.

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The Goatshed Fairview hat ein schönes, uriges Restaurant mit lauschiger Terrasse und  blanken Holztischen. Innen kann man an einem Verkaufstresen das selbst gebackene Brot auch mit nach Hause nehmen kann. Das Back-Team wird von einem schwedischen Bäcker geschult und macht wirklich einen tollen Job :) Aber am besten ist der Käse, der einem Junkie wie mir die Tränen in die Augen treibt:

Foto (10)

Man kann nämlich einfach ankreuzen, welche der 25 eigenen Käsesorten man testen mag (die Käsesorten sind auf der Rückseite beschrieben) und bekommt dann ein hübsches Brettchen, viel Brot, etwas Marmelade und herzige Fähnchen zur besseren Zuordnung der Käse serviert. Geht es besser?

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Natürlich gibt es noch anderes zu essen (wozu??): Salate, belegte Panini, Forellen Quiche, Springbok… Jedem Gericht ist eine Weinempfehlung zugeordnet. Denn Wein gibt es natürlich auch auf der Farm. (Hallo?!?! Wir sind in den Winelands!) Käse und Wein ist ja nicht immer ganz einfach. Aber der Fairview Chardonnay hat mir sehr gut geschmeckt zu meiner Auswahl. Die freundlichen Kellner beraten aber auch gerne oder bieten mal einen Probierschluck an.

Überhaupt: Wer so gestärkt eine ordentliche Grundlage im Magen hat, kann sich direkt vom Restaurant zum Winetasting begeben, das nebenan möglich ist. Hier kann einerseits Käse und andere Produkte der Farm gekauft werden – oder eben Wein. Leider ist es etwas schwieriger, Wein aus Südafrika mitzubringen als aus der Toskana. Aber wir waren mit Blick auf Konto und unseren Platz im Keller ganz froh darüber… So haben wir den Wein einfach vor Ort genossen und freuen uns darauf zurück zu kommen nach Südafrika. Nach Paarl. Zu The Goatshed auf der Fairview Farm.

Sollten wir noch mal die südafrikanischen Winelands bereisen, nehme ich definitiv mein kleines Käsemesser mit, um mich bei The Goatshed Fairview mit Käse einzudecken, zwei bis drei Flaschen Wein zu kaufen und im Feriendomizil dann standesgemäß genießen zu können. Und so ist das mein Beitrag zu Peters originellem Blog-Event:

Blogevent Auf Messers Schneide

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