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Ich habe Brot gebacken. Nein: ICH! HABE! BROT! GEBACKEN! Denn das ist eine Mitteilung, die ich in Großbuchstaben setzen muss.  Das köstlich säuerliche Brot mit einem Schluck Cider stammt aus dem Küchentagebuch von Nigel Slater. Ein Brotbäcker wird trotzdem nicht mehr aus mir in diesem Leben…

Es gibt Kochbücher, in denen lese ich wie in einem Roman. Das Küchentagebuch von Nigel Slater ist so eines. Aber auch das Kochbuch „Heston at home“ von Küchenmagier Heston Blumenthal (sein Menü in „The Fat Duck“ kannst Du hier nachlesen) gehört dazu. Während Blumenthals Kochbuch voller wissenschaftlicher Erkenntnisse und Anekdoten aus seinem Koch- und Restaurant-Chef-Leben steckt, ist Slaters Küchentagebuch pure Poesie. Er ist einfach mehr Food-Journalist denn Koch. Oder wie er sagt: „I’m a cook, not a chef“. Ein Bonmot, das nur im englischen Original funktioniert.

Nigel Slater Cider Brot Foodblog German Abendbrot

Knuspriges Dinkel-Weizen-Brot mit Cider nach Nigel Slater.

Und weil Nigel Slater so unaufgeregt kocht wie er schreibt, animiert er mich immer wieder zum Nachkochen, Ausprobieren, Weiterentwickeln. Einige seiner Rezepte findest Du auch hier im Blog. Die Inspiration sieht meist so aus: Ich wache am Wochenende ungewöhnlich früh auf. Das Wetter ist grau und usselig, woraufhin ich im Pyjama und in dicken Wollsocken mit einer Tasse Tee zum Lieblings-Lesesessel gegenüber dem Küchenblock Platz nehme. Dort blättre ich dann in Slaters Küchentagebuch und suche mir aus, was mir am Wochenende Spaß machen könnte und was zu den Vorräten passt, die dringend mal reduziert werden müssten. Diesmal war es sein Cidre- oder Cider-Brot.

(Apropos: Im deutschsprachigen Buch steht „Cidre“. Ich bin mir aber 100% sicher, dass Slater in England mit Cider kocht, also dem englischen Apfelwein, nicht dem französischen. Warum man dann im Rezept nicht gleich „Apfelwein-Brot“ schreibt, ist mir ein Rätsel. Denn deutscher Apfelwein ist ebensowenig Cider wie der normannische Cidre. Aber das sind vermutlich Korinthen, mit denen man auch schöne Dinge machen kann.)

Jedenfalls freue ich mich immer darüber, dass die Rezepte gut gelingen. Ein echter Beweis sind Brot-Rezepte. Denn im Backen bin ich eine Null. Erst recht, wenn Hefe, diese Bitch!, ins Spiel kommt. Aber da ich beim Früchtebrot aus dem gleichen Buch schon so Feuer und Flamme war, konnte ich das Cider-Brot einfach nicht ungebacken lassen!

BrotII

Knackig-fruchtiges Früchtebrot nach Nigel Slater. Wunderbar zu Ziegenfrischkäse und Quittenkompott!

Was soll ich sagen? Es hat auch diesmal wieder einwandfrei funktioniert. Ich fühle mich dann immer wie Herkules, wenn nach Blut Schweiß und Tränen dem Backvorgang auch tatsächlich eine genießbare Scheibe Brot auf den Tisch kommt! Und wie sehr bewundere ich Menschen, die mehrmals wöchentlich backen, Sauerteig ansetzen, mit Gärkörbchen jonglieren, als wäre es nichts. Chapeau!

Cider Brot Nigel Slater Rezept Foodblog German Abendbrot

Könnte großporiger sein. Schmeckt aber wunderbar!

Zutaten für einen mittelgroßen Laib Brot Cider-Brot (leicht abgewandelt nach Originalrezept von Nigel Slater):

225 gr Vollkorn-Dinkelmehr

25 gr Vollkorn-Roggenmehl (weil ich nicht mehr genügend Dinkelmehr hatte. Das Original nimmt 250 gr Dinkelvollkornmehl!)

200 gr Weizenmehl Type 405 (statt wie im Original 550 – auch hier lag es an den Vorräten)

1 TL Salz

150 ml Vollmilch

1 TL flüssiger Honig

42 gr (1 Würfel) Hefe (Slater nimmt 35 gr frische Hefe. Aber was soll ich mit 7 gr Hefe-Rest anfangen?)

250 ml trockener Cider oder Cidre (wichtig: KEIN Apfelwein. Denn der hat keine Kohlensäure. Und ich vermute, dass die Kohlensäure eine Rolle spielt beim Backen!)

Optional: 1 TL Brotgewürz (1/2 TL Fenchel-, Koriander- und Kümmelsamen sowie 1/2 Anisstern, gut gemörsert)

etwas Wasser zum Dämpfen im Ofen

Mehl für die Arbeitsfläche

Zubehör: Rührschüssel, Töpfchen für die Milch, ggf. Küchenmaschine (ich knete per Hand), bei Bedarf: Gärkörbchen (hält den Laib in Form und gibt ein hübsches Muster), Pizzastein (für knackige Hitze!), Küchentuch zum Abdecken der Schüssel/des Gärkörbchens, Teigschaber

Zubereitungszeit: 20 min für den Teig, 2 Std. ingesamt für das Gehen des Teiges, 25 min Backzeit

So geht’s:

Mehl in die Schüssel sieben und mit dem Salz vermischen (optional: Brotgewürz hinzugeben). Milch im Töpfchen gerade noch handwarm erwärmen (nicht zu heiß!). Honig und Hefe darin auflösen. Zusammen mit dem Cider über das Mehl gießen und gut vermischen. Achtung: Der Teig ist recht feucht!

Jetzt mit den Händen verkneten und ggf. noch etwas Mehl einwirken. Den Teig zu einer glatten Kugel kneten und in die leicht bemehlte Schüssel geben. Tuch darüberlegen und für etwa eine Stunde gehen lassen.

Nach einer Stunde den Teig herausholen und nochmals kneten. Zurück in die Schüssel, Tuch darüber und weitere 30 min gehen lassen.

Backofen auf 240 Grad vorheizen. Ein Pizzastein sorgt für eine knusprige Unterseite. Aber es geht auch ein Backblech mit Backpapier darauf!

Währendessen den Teig ein letztes Mal kneten und in ein gut bemehltes Gärkörbchen setzen (oder wieder in die Schüssel), zudecken, weitere 20-30min ruhen lassen.

Cider Brot Gärkörbchen Rezept Foodblog German Abendbrot

Letzte Ruhephase im Gärkörbchen…

Wenn der Backofen heiß genug ist, den Brotlaib aus dem Gärkörbchen auf den Pizzastein stürzen, eine Tasse Wasser auf den Backofenboden schütten und sofort die Backofentür schließen.

Brot etwa 25-30 min backen, bis es hohl klingt, wenn Du auf den Boden klopfst.

Das Brot gut auskühlen lassen – am besten auf einem Gitter – bevor Du es anschneidest.

Das Cider-Brot hat einen feinen säuerlichen Geschmack, der hervorragend zu deftigem Schnittkäse oder Leberwurst schmeckt. Wenn es nach 2 Tagen nicht mehr ganz frisch ist, kannst Du es wunderbar für ein Sandwich verwenden. Dazu einfach sehr dünne Scheiben abschneiden und im Sandwichmaker mit etwas Schinken und Käse zubereiten. Oder im Toaster aufbacken.

Ich freue mich immer, wenn die ganze Wohnung nach selbstgebackenem Brot riecht. Aber mir sind Zeit- und Stromeinsatz einfach zu aufwendig, um es regelmäßig zu machen. Dazu kommt, dass ich in Fußnähe gleich mehrere gute Bäcker habe, die auch wirklich noch selber backen. Da unterstütze ich lieber die Handwerker, die davon leben. Ab und an mal selber zu backen, werde ich mir aber auch weiterhin gönnen. Nur eben nicht wöchentlich.

Hereinspaziert und Platz genommen für das erste Friday Night Dinner Date im neuen Jahr. Kennste nich? Jeden Freitag stelle ich im Blog Rezepte für 2 Personen vor, deren Zutaten schnell besorgt sind und die in unter 30 Minuten auf den Tisch kommen. Damit Du mit Deinem/Deiner Liebsten, der besten Freundin oder einem anderen lieben Gast entspannt ins Wochenende grooven kannst. Heute gibt es Spaghetti mit hausgemachtem Tomatensugo und Calamaretti!

Mein Speisekammer-Detox-Projekt hat Zutaten zutage gefördert, die ich fast vergessen hatte. So schlummerten einige winzig kleine Tintenfischchen im Tiefkühlfach. Und im Regal standen mehrere Gläser unserer im Sommer eingekochten Tomatensauce. Naja, und Pasta haben wir ohnehin in rauhen Mengen in der Vorratskammer…

Pasta Spaghettini Tomatensugo Calamaretti hausgemacht Rezept Foodblog German Abendbrot

Mehr braucht es nicht, um mich glücklich zu machen. Ehrlich! Das Tomatensugo hat so sehr nach Sommer, Sonne und aromatischen Tomaten vom Markt geschmeckt – Hammer! Aber keine Sorge, falls Du keine Sauce eingekocht hast: Mit einer Dose gestückelter Tomaten, einer angeschwitzten Zwiebel, Olivenöl, Salz, einer Prise Zucker und etwas Pfeffer oder Chili bekommst Du ebenfalls eine gute Pasta-Grundlage hin. Das Rezept für ein sehr herzhaftes Sugo, das auch als Basis für die Pizza dient, findest Du beispielsweise hier.

Die kleinen Calamari bekommst Du beim Fischhändler oder tiefgefroren in vielen Supermärkten. Du kannst sie vielfältig einsetzen – auch für asiatische Wok-Gerichte oder Curries. Köstlich schmecken Sie auch als Crostini:

Dazu in der Pfanne etwas Olivenöl erhitzen, die aufgetauten Calamaretti anbraten, mit Zitronenzesten würzen und auf geröstetem Weißbrot mit etwas weißem Bohnenmus servieren.

Aber hier jetzt erstmal das Rezept für 2 Personen für Spaghetti mit Tomatensugo und Calamaretti. Zutaten:

250 gr Spaghetti oder Spaghettini

400ml Tomatensugo (oder – wie oben beschrieben – schnell gemachte Tomatensauce mit stückigen Tomaten aus der Dose!)

eine Handvoll Calamaretti

etwas Petersilie, gehackt

optional: 1 kleine Chilischote, gehackt

Olivenöl

Salz

Pfeffer

einige Spritzer Zitronensaft und/oder Zitronenabrieb

Zubehör: Pasta-Topf, Sieb zum Abschütten, große Pfanne oder breiter Topf, kleine Pfanne

Zubereitungszeit: 20 min; wenn Du erst noch Sauce kochst, etwa 30 min

So geht’s:

Pasta-Topf mit Wasser und etwas Salz aufsetzen und zum Kochen bringen. Pasta darin nach Packungsanweisung gar kochen.

Das Sugo in der großen Pfanne oder dem Topf ebenfalls erhitzen bzw. Tomatensauce zubereiten.

Etwas Olivenöl in der kleinen Pfanne erhitzen und – sobald die Nudeln fast gar sind! – die Calamaretti scharf anbraten. Das geht blitzschnell, also unbedingt dabei bleiben!

Mit etwas Salz, Pfeffer und Zitronenabrieb oder einigen Spritzern Saft sowie (optional) mit der gehackten Chilischote würzen. Fertig! Zur Seite stellen…

(Natürlich kannst Du auch die Calamaretti in der Tomatensauce mitgaren lassen. Die leichten Röstaromen und die Würze gefallen mir persönlich aber besser! Do as you like…)

Pasta abschütten und zurück in den Nudeltopf geben. Tomatensauce hinzufügen und gut vermischen. Auf Tellern anrichten und die Calamaretti sowie die gehackte Petersilie darübergeben. Fertig!

Schneller kann man sich kaum an die italienische Küste beamen an einem eisigen Januar-Abend, oder?

Guten Appetit und schönes Wochenende. Vielleicht hast Du ja auch Lust bekommen, etwas aus Deinen Vorräten zu kochen?

Wird Zeit, dass es hier mal wieder was zu essen gibt! Und bei den anhaltenden Frost-Temperaturen tut ein wärmender, gehaltvoller Eintopf richtig gut. Dazu noch etwas Vitamin-C-lieferndes Sauerkraut und fertig ist ein köstliches Wintergericht: Das Szegediner Gulasch!

Logisch, dass der Hesse immer etwas Sauerkraut im Haus hat, gell? Da wird es auch nicht verwundern, dass wir bei unserer Tabula-Rasa-Speisekammer-detox-Aktion ein Glas Sauerkraut-Konserve gefunden haben. Ein Mindesthaltbarkeitsdatum kann uns bekanntlich nicht schrecken. Also: Was tun? Ich habe mich an ein wunderbares Szegediner Gulasch an einem Heiligabend vor einigen Jahren erinnert. Das Rezept stammt von meiner Mutter und ist durch mehrere Jahrzehnte gewandert. Uns schmeckt es wunderbar.

Szegediner Gulasch ungarisch Karoly Gundel Eintopf Foodblog German Abendbrot

Ob es „original“ oder „authentisch“ ist? Keine Ahnung! Da frag‘ ich mal meine Freundin B., die ungarische Wurzeln hat und für solche Diskussionen natürlich der Telefonjoker ist! Unvergessen ein ungarischer Abend mit vielen Weinen und noch mehr Ös!

Mein ungarisches Kochbuch mit Rezepten des ungarischen Kochs Karoly Gundel jedenfalls brachte mich nicht viel weiter. Laut Karoly ist ein Szegediner Gulasch nämlich mit Kartoffeln und nicht mit Sauerkraut. Was also würde B. sagen bei der Frage nach original Szegediner Gulasch??

Diese völlig erhellende Erklärung erreichte mich per WhatsApp:

gundel-karoly

Alles klar? Dann geht’s hier weiter:

karoly-gundel-2

Ok. Laut meiner Ma gehört Sauerkraut in das Szegediner Gulasch. Und wer wäre die letzte Instanz, wenn nicht sie? Deshalb hier mein Rezept für UNSER Szegediner Gulasch. Beschwerden leite ich dann gerne weiter 🙂

Zutaten für Szegediner Gulasch für 4 Personen:

800 gr Fleisch für Gulasch, gemischt von Rind und Schwein

500 gr weiße Zwiebeln, geschält und in Ringe geschnitten

600 gr Sauerkraut

1 rote Paprikaschote, gehäutet und in feine Streifen geschnitten

1 Chilischote, fein gehackt

1 Msp Fleischextrakt

0,3l Altbier oder anderes kräftiges Bier

1 TL des Pulvers von der hausgemachten gekörnten Brühe

2 EL Pflanzenöl

2 Lorbeerblätter

5 Wacholderbeeren

2 TL Kümmel

2 Nelken, leicht angestoßen

1 TL edelsüßes Paprikapulver

1 TL rosenschafres Paprikapulver

Salz

Pfeffer

1 kleine rohe Kartoffel

Dazu: Sauerteigbrot vom Vortag und ein Klecks saure Sahne oder Joghurt

Zubehör: großer Schmortopf mit Deckel

Zubereitungszeit: 30min plus mind. 2 Std. Kochzeit

So geht’s:

Das Fleisch würfeln und im heißen Öl scharf anbraten.

Die Zwiebelringe dazugeben, bis sie Farbe annehmen.

Mit Altbier ablöschen, bis das Fleisch bedeckt ist (ggf. etwas mehr Altbier oder etwas Wasser hinzugeben)

1 Std. bei geschlossenem Deckel köcheln lassen.

Jetzt das Sauerkraut dazugeben sowie Lorbeer, Nelken, Wacholder und Gewürze. Weitere 30min köcheln lassen.

Paprikastreifen und gehackte Chilischote hinzugeben.

Die kleine, geschälte Kartoffel roh in das Gulasch reiben, damit der Eintopf etwas andickt. Ist er dick genug? Dann fällt der Schritt natürlich weg!

Mit Salz, Pfeffer und eventuell Paprika final abschmecken.

Das Gulasch ist fertig, wenn das Fleisch zart ist. Sonst einfach noch etwas köcheln lassen. Oder ausschalten und erhitzen, wenn es gegessen werden soll. Es lässt sich wunderbar aufwärmen!

Mit einem Klecks saurer Sahne oder Joghurt zu dick geschnittenem Sauerteigbrot servieren.

Szegediner Gulasch Blog German Abendbrot Rezept

Guten Appetit!

Oder Jó étvágyat, wie der Ungar sagt!

 

Ich hatte es ja schon angedroht: Im Januar komme ich nicht so viel dazu Neues zu kochen und zu verbloggen. Aktuell mache ich Inventur in Speisekammer und Kühlschrank, suche nach Rezepten, um die vielen Vorräte zu verbrauchen und greife ansonsten auf Bewährtes zurück.

Zudem ist bei mir im Januar immer die Luft raus. Auch – wenn auch nicht  nur – weil ich seit mittlerweile 6,5 Jahren blogge und bisher 875 Beiträge online gestellt habe. Da muss immer mal frischer Wind um den Kopf wehen und der Druck rausgenommen werden. Mir tut das gut und ich freue mich über Euer Verständnis, das Ihr mir regelmäßig im Januar entgegenbringt.

Eure vielen Kommentare und das nette Feedback zu meinem Speisekammer-Detox-Beitrag haben mich aber so sehr gefreut, dass ich sofort wieder Lust auf’s Bloggen hatte. Dennoch muss ich hier ein bisschen kürzer treten. Aber es kribbelt schon wieder. Danke dafür! Mir bedeutet dieses Feedback sehr, sehr viel!


Ich halte wenig von guten Vorsätzen. Aber einer, der allerorten in Bloggistan zu lesen ist heißt: „Mehr andere Blogs lesen, kommentieren, etwas zurückgeben.“ Das finde ich eine schöne Idee. Es ist so einfach geworden, auf Facebook oder Instagram schnell mal ein Like zu setzen. Da kommt das Feedback auf dem Blog oft zu kurz. Das will ich heute ein bisschen ändern!

Deshalb will ich die große Liebe, die ich für andere Foodblogger teile, heute auch mal mit Euch teilen. Ich habe Euch ja schon immer mal wieder interessante Blogs empfohlen, die ich regelmäßig lese und schätze wie Maltes Kitchen, Schöner Tag noch oder Caro in the Kitchen. Alle drei besuche ich regelmäßig, weil mir ihre Art zu kochen, vor allem aber auch ihre Schreibe so gut gefällt.

Wo ständig über die Qualität von Food-Fotos diskutiert wird, kommt mir als Literatur- und Textmensch das geschriebene Wort oft zu kurz. Ein Blog, den ich auch ganz ohne Fotos lesen würde ist Arthurs tochter kocht, der allerdings ebensowenig meiner Empfehlung bedarf wie Tinas Blog  Foodina, meiner Go-to-Adresse für alles Indische und anderweitig Asiatische. Wie schön, dass ich Tina im Dezember endlich mal IRL (in real life) getroffen habe!

Mein Interview mit der indischstämmigen Köchin und Bloggerin Hari Ghotra gehörte für mich persönlich zu einem der Highlights im Blog. Obwohl längst ein Star der Szene, hat sie sich sichtlich über mein positives Feedback gefreut und blitzschnell auf meine Fragen geantwortet. Das ist das Schönste am Bloggen: Der Austausch mit Lesern und anderen Bloggern!

Aber ich will Euch nicht empfehlen, was Ihr ohnehin vermutlich schon kennt. Deshalb gibt es heute drei Blogs aus anderen Ländern, die vielleicht (!) noch eine Entdeckung sind. Ich mag alle drei sehr gerne, auch wenn ich einen davon erst gestern entdeckt habe. Dafür habe ich mich aber auch gleich festgelesen, einen Kommentar hinterlassen und sofort eine nette Antwort erhalten. DAS ist es, worum es hier geht: Teilen, danke sagen, auch mal kritisieren, anregen, austauschen, zurückgeben. Aber jetzt geht’s los:

Cashew Kitchen ist das Blog von Agnes, einer Schwedin, die auch Fotografin und Foodstylistin ist. Das sieht man ihren sehr ästhetischen, naturverbundenen Bildern an (sie lebt in einem Häuschen in den schwedischen Wäldern). Neben vielen schönen Rezepten gibt es aber auch Reiseempfehlungen, kluge Gedanken zum Bloggen, Tipps zum Fotografieren oder zum Thema Nachhaltigkeit, Eigenmotivation uvm. Das Ganze kommt sehr unaufgeregt daher und liest sich gut. Ein Genuss! Ihre älteren Posts hat sie noch in Schwedisch und Englisch geschrieben, mittlerweile schreibt sie nur noch auf Englisch. Die älteren Posts sind also eine Gelegenheit, um mein eingerostetes Schwedisch aufzubessern. Ihr Humus mit geröstetem Kürbis finde ich besonders hübsch.

Lady and Pups ist das Blog von Mandy Lee. Sie nennt Ihr Blog „An angry food blog“, denn es dauerte sehr lange, bis die in Vancouver geborene und in New York aufgewachsene Mandy Lee sich damit arrangieren konnte, nach Beijing gezogen zu sein. Wir können im Blog live miterleben, was sie an der Metropole nervt, welche Vorurteile sie hat und wie sie sie teilweise abbaut. Vieles davon läuft – natürlich! – über das Essen. Ich mag ihre Art zu schreiben und ihre sehr schönen Fotos sehr. Mir gefällt, dass sie nicht in Asia-Romantik versinkt, sondern offen anspricht, was sie nervt. Warum nicht? Pups sind übrigens ihre Hunde. Trotzdem muss ich natürlich lachen, wenn ich den Blog-Titel lese. Ein Rezept, das mich anlacht, ist ihr Chicken Confit Grilled Cheese Sandwich.

ladyandpups

The View from Great Island von Sue ist nun wirklich kein Geheimtipp mehr! Natürlich alles sehr amerikanisch. Gestartet hat sie in New Hampshire, lebt aber jetzt in Los Angeles. Obwohl es immer auch mal wieder Rezepte gibt, die mich zum Augenrollen bringen („Dishes to bring your glow back“), finde ich hier immer mal Inspiration und Ideen für Snacks oder ein paar neue Zutaten. Als großer Fan von Hackfleischbällchen und Frikadellen finde ich ihre Idee Mini-Hackbällchen in einer Bourbon-Sauce zu kochen, sehr verlockend. Geht sicherlich auch mit Scotch, oder?

Viel Spaß beim Lesen und Entdecken. Habt Ihr vielleicht auch noch einen „exotischen“ Blog-Tipp für mich? Welche Blogs lest Ihr regelmäßig (außer German Abendbrot, natürlich!)?

Manche Menschen glauben, sie könnten sich selbst „detoxen“, in dem sie obskure „Schlacke“ „ausschwemmen“ oder ihr „Blut reinigen“. (Sorry, mir gehen die Anführungsstrichelchen aus!). Aber es gibt einen Ort in unserer Wohnung, der braucht dringend detox: Die Speisekammer!

Als wäre unser Körper ein versifftes Abwasserrohr. Ist er aber nicht. Wir haben tolle Organe, die – wenn sie gesund sind – einen feinen Job machen. Aber garantiert spült kein grüner Smoothie irgendeine „Ablagerung“ aus unserem Körper. Wir scheiden sowieso regelmäßig aus. Schon gemerkt? Magic!! Ganz ohne Detox. Nichts gegen eine ausgewogene Ernährung. Aber ein Zeug, das aussieht wie Katzenkotze reinigt weder von innen Deine Poren noch verlängert es Dein Leben um zehn Jahre. Rotwein tut das. Ganz bestimmt. DARAN lohnt sich zu glauben!

Du siehst, der Begriff „Detox“ macht mich etwas nervös. Aber keine Sorge. Ich will ja auch nur die Speisekammer entrümpeln. Nur bringt Detox viel mehr aufmerksamkeit. Bitteschön, gleich eine SEO-Lektion drangehängt, hurrah!

Der Luxus einer Speisekammer sollte darin bestehen, dass klug Vorräte angelegt sind und auch noch gefunden werden können. Letzteres ist nämlich das Problem. Wir haben so viel Kram (Hey, natürlich braucht man Amaranth-Samen! Ich weiß zwar nicht mehr wofür. Aber wir haben welche!), dass wir überhaupt nicht mehr wissen, was sich alles in den Tiefen der Regale, Schub- und TK-Fächer verbirgt. Eine Liste unserer eingefrorenen Lebensmittel ist in etwa auf dem Stand vom März. Vom März 1980.

kuhlschrank

Ich habe zwischen den Jahren mal wieder festgestellt, dass wir ohne Probleme eine Woche eingeschneit sein könnten und dennoch nicht verhungern würden. Oder verdursten. Im Gegenteil: Wir könnten tagelang (mindestens!) gut mit und von unseren Vorräten leben und hätten trotzdem Abwechslung auf dem Teller. Aber denk‘ jetzt nicht, wir hätten fein säuberlich beschriftet Einweckgläser aufgereiht im Regal stehen wie die Zinnsoldaten. Hmmm, nicht ganz! Bei uns sieht es eher aus, als habe Napoleon höchstpersönlich die Zinnsoldaten in der Speisekammer überall verteilt. Nachdem er bei Waterloo verloren hat.

Deshalb will ich jetzt verstärkt Vorräte abbauen. Detoxen sozusagen. Es gibt jetzt solange Gerichte mit Zutaten aus dem Vorrat, bis ich wieder die Rückseite meiner Regale und die Böden meiner Schubladen sehen kann. Frisch dazu kommen natürlich Gemüse oder Obst – sofern es nicht bereits im TK-Fach vor sich hin friert.

Und hier eine Nachricht an den bEdW: Wir haben genügend Nudeln im Haus. Wir müssen frühestens im Oktober wieder welche kaufen. Danke, Schatz!

MHD-Aufdrucke interessieren mich nicht. Was nicht angebrochen und noch ordentlich verpackt ist, hat nichts, bloß weil es 1998 abgelaufen ist *hüstel*. Ja, es gibt Dinge in unserer Speisekammer, die sind bereits 3 x mit uns umgezogen. Und waren damals schon „abgelaufen“. Just sayin…

Hier also meine goldenen Regeln für das Projekt „Speisekammer Detox“:

  • Inventur machen: Was haben wir überhaupt alles? Wie lange ist/war es haltbar? Und was muss definitiv weg, weil niemand mehr weiß, was es überhaupt ist?
  • Inventar-Liste erstellen und aktualisieren! Das hilft beim nächsten Punkt:
  • 3 x pro Woche gibt es Gerichte, die zum Großteil aus Vorräten bestehen und/oder gut kombiniert werden können. Nudeln (!) mit Meeresfrüchten und selbst geernteten Chilis? Da sind gleich 3 Vorrats-Posten weg. Only 9.997 more to go!!
  • Es wird kein langlebiges Produkt (Hülsenfrüchte, Nudeln (!!), Mehl) mehr gekauft, bevor die Reste nicht aufgebraucht sind.
  • In das TK-Fach wandern ausschließlich beschriftete Boxen oder Tüten. Kein Mensch kann ein gefrorenes Rogan Josh von einem gefrorenen Chili con Carne unterscheiden. No more: „Ach, ich tau das mal auf. Dann sehen wir schon, was es ist!“
  • Gefrorener Spargel ist Unsinn! Iss ihn, wenn er Saison hat. Punkt.
  • WIR BRAUCHEN KEINE WEITEREN NUDELN!

So. Und heute bin ich dann gleich mit gutem Beispiel vorangegangen. Da war dieses Glas mit Frankfurter Würstchen. Haltbar bis November 2016, aber originalverschlossen. Kein Problem. Einen Rest Ketchup? Hab‘ ich im Kühlschrank gefunden. Senf? Immer im Haus! (Wer, bitte, hat weniger als 6 Senfsorten offen?). Ein angebrochenes (!) Glas süße Dill-Gurken? Röstzwiebeln? Alles da und einwandfrei (ich bin da echt pingelig, keine Sorge!). Lediglich das Brötchen musste frisch besorgt werden:

Dänischer Pölser Pølser Hotdog German Abendbrot

Darf ich vorstellen: Der Pølser!

Natürlich schmeckt Herr Pølser noch besser mit frisch gebackenem Brötchen wie in diesem Rezept aus dem letzten Jahr. Aber dazu war heute keine Zeit. Andererseits: Ich hätte da noch etwas Mehl im Haus ^^

Aber so ein leckerer Lunch!! Heute Abend gibt’s übrigens ein schnelles Thai-Curry mit Gemüse, das noch im Gemüsefach liegt.

Hast Du auch so ein Projekt für 2017? Gibt es „Leichen“ in Deiner Vorratskammer, die Du unbedingt im laufenden Jahr wegschaffen willst? Hast Du gute Vorsätze?

Januar

Ihr Lieben, ich hoffe, Ihr seid gut in’s neue Jahr gekommen! Ich werde im Januar ein bisschen weniger bloggen, da ich aktuell an einem neuen Design arbeite und auch beruflich zu viel zu tun ist. Aber damit Euch nicht langweilig wird, melde ich mich natürlich immer mal.

Ein besonders schöner Start in’s Jahr ist Erich Kästners Gedicht „Januar“:

„Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald.
Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Man steht am Fenster und wird langsam alt.

(…)

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und ist doch hunderttausend Jahre alt.
Es träumt von Frieden. Oder träumt’s vom Kriege?
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.“

In diesem Sinne: Möge Euer und unser 2017 ein glückliches, friedliches Jahr sein.

 

 

Einmal noch kurz melde ich mich, weil ich Dir noch 3 Dinge mitgeben will, bevor das neue Jahr beginnt:

Iss mehr Cocktailsauce! Egal ob zum Shrimps-Salat, zu Gemüsesticks oder zum Fleischfondue: Die Zugriffszahlen belegen einmal mehr, dass vor Silvester ein großer Bedarf an einem gelingsicheren Rezept für Cocktailsauce zu herrschen scheint. Deshalb ein gentle Reminder, wie Du schnell und günstig eine schöne Cocktailsauce fabrizierst, nach der sich alle Gäste die Finger lecken. Wörtlich gemeint. Bitteschön, hier entlang!

Cocktailsauce Blog Foodblog German Abendbrot

Hab‘ spätestens an Neujahr einen ordentlichen Pott Suppe aufm Herd! Denn es könnte ja sein, dass Du an Neujahr nicht in der Lage bist zu kochen oder überhaupt vor die Tür zu gehen. Besonders köstlich (aber etwas zeitaufwendig) ist das Winter Chili nach Jamie Oliver mit viel Fleisch und Hülsenfrüchten. Erweckt Tote! Und genau das braucht man ja manchmal am 1. Januar…

Winter Chili Jamie Oliver German Abendbrot

Lass‘ die Korken knallen! Zum Beispiel mit hervorragenden Winzersekten aus Deiner Region oder einem benachbarten Anbaugebiet. Denn es muss nun wirklich nicht immer Champagner sein. Winzersekte schonen den Geldbeutel, machen Spaß und unterstützen den Winzer vor Ort. Ein paar Einkaufstipps für Winzer-Sekt findest Du hier. Und falls es doch Champagner sein soll, dann lass Dich beraten. Zum Beispiel bei Champagne Characters in München.

Jetzt aber: Happy New Year und rutsch‘ gut rüber!

Ich freue mich auf 2017!

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