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Was für 1 Jahr! So vonge Weltlage her… 

Doch während ich über die Nachrichten oftmals nur verzweifelt den Kopf schütteln konnte, gab es privat und beruflich 2016 wunderbare Augenblicke, für die ich unendlich dankbar bin. Unter anderem auch für Euer reges Interesse, Eure Likes und Euer Feedback. DANKE!


Volle Gefühlsachterbahn also! Und von der muss ich mich jetzt mal erholen! Also: Smartphone aus, Sektkorken knallen lassen, Füße hoch!

Ich wünsche Euch von Herzen friedliche, glückliche Feiertage und einen guten Rutsch in ein glückliches, gesundes Jahr 2017! Wir lesen uns! 

PS: Eine Möglichkeit, um vor Weihnachten zu entschleunigen, seht Ihr im Foto: Statt eine Tanne zu kaufen, haben wir unsere riesige 5-Finger-Pflanze mit Lichtern, Kugeln und Lametta geschmückt! Passt irgendwie in dieses verrückte Jahr! :-*

Ok, Heston Blumenthal war leider nicht anwesend, als wir im November in seiner „The Fat Duck“ essen waren. Aber der Meister war allgegenwärtig. Diese Kreativität gepaart mit kindlicher Freude an verrückten Ideen, erstklassigen Produkten, wilden Überraschungen – das kann derzeit eigentlich nur er!

Einen Tisch in der „fetten Ente“ zu bekommen hatten wir gar nicht für möglich gehalten. Im letzten Jahr hatte Blumenthal sein kleines, altes Pub in Bray bei London sechs Monate geschlossen, um es komplett umzubauen. In der Zwischenzeit zog die gesamte Mannschaft der „Fat Duck“ nach Australien um! Bei der Wiedereröffnung in England gab es dann nicht nur eine doppelt so große Küche (wie klein muss erst die alte gewesen sein?!), sondern auch ein neues Menü – und nach insgesamt acht Testessen auch wieder 3 Michelin-Sterne.

Hier einen Tisch zu ergattern schien uns wie der Sechser im Lotto. Oder, um im Bild zu bleiben, wie das berühmte „Golden Ticket“. Das gewinnt der kleine Charlie in Roald Dahls „Charlie and the Chocolate Factory“ und darf damit in die Schokoladenfabrik des irren Süßigkeiten-Barons Willy Wonka. Eine Parallele, die immer wieder mal auftaucht: Blumenthal ist Willy Wonka! Glaub‘ mir!

Heston Blumenthal The Fat Duck Foodblog Germanabendbrot

Entenfuß-Gabel, Federkiel-Messer und Schnabel-Löffel: Heston Blumenthals „The Fat Duck“

Also ließen wir uns auf die Warteliste setzen und hatten das Ganze schon fast vergessen, als wir eine Email erhielten, die der bEdW fast schon als Spam weggeklickt hätte: An einem Dienstag im November um 12h dürften wir uns in The Fat Duck einfinden. Dafür gab es auch ein Ticket (nicht golden! Ich prangere das an!) inklusive QR-Code, das wir mitzubringen hätten. Und bitte pünktlich sein! Also, falls wir zusagen wollten… ABER KLAR!! Wir sind quietschend rumgehüpft wie die Kinder und haben uns wochenlang darauf gefreut wie die Schnitzel!

Ein Lunch bei Heston Blumenthal beginnt aber nicht erst mit dem Eintritt in’s Restaurant. Nein, vorher haben wir locker drei mal mit super netten Leuten aus dem Customer Service telefoniert und einen Fragebogen ausgefüllt: Gibt es Allergien? Haben wir etwas zu feiern? Was sind Eure liebsten Fruchtaromen? Woran erinnert Ihr Euch besonders, wenn Ihr an Urlaube in der Kindheit denkt? Welche Reise, die Ihr gemeinsam unternommen habt, war ganz besonders?

Bei Willy Wonka heißen sie Oompaloompas: Einer der vielen Köche, Helfer, Servicekräfte rennt über die Straße in die "Vorbereitungs-küche". Ist nämlich eng im Restaurant!

Bei Willy Wonka heißen sie Oompaloompas: Einer der vielen Köche, Helfer, Servicekräfte läuft über die Straße in die „Vorbereitungsküche“. Ist nämlich eng im Restaurant!

Steigert natürlich die Vorfreude! Denn wir wussten bereits aus einer TV-Sendung über das wiedereröffnete Restaurant, dass Blumenthal seine Menüs für jeden Gast ein gaaaaanz klein bisschen personalisiert. Crazy shit!

Aber nicht lang rumgequatscht! Ich nehme Euch jetzt mit zu unserem großartigen Menü, für das ich erstmals überhaupt Fotos in einem Restaurant gemacht habe! (Normalerweise hasse ich das wie die Pest. Ich will das Essen ja genießen!) Aber eine solche Once-in-a-lifetime-Situation kann man ruhig mal unauffällig mit dem Handy festhalten. Und, glaub mir, ich war nicht die einzige, die Fotos gemacht hat!

Schon im Zug von Paddington Station nach Maidenhead kamen wir uns vor wie im Zug nach Hogwarts! Da wir etwas zu früh waren, nahmen wir noch ein schnelles Ale im Pub „The Hinds Head“ (gehört auch Blumenthal und ist super kuschelig!) und beobachteten, wie ständig die Türen auf und zu gingen, Platten über die Straße getragen wurden und eifrige Köche ihr Leben riskierten, um über die Hauptstraße in Bray zu kommen. Wie im Märchen „Zwerg Nase“.

Punkt 12 standen wir dann also vor der Tür und traten in einen dunklen Vorraum ein, in dem eine Hologramm-Weltkugel sich drehte.

Let the story begin….

Die Speisekarte. Und die Lupe war wirklich wichtig!

Die Speisekarte. Und die Lupe war wirklich wichtig!

Natürlich wurden wir – dem QR-Code sei Dank – mit Namen begrüßt. Dazu ein Dankeschön, dass wir mit ihnen unseren Hochzeitstag „nachfeiern“. Eine schöne, persönliche Geste. Überhaupt ist der junge, unaufgeregte Service ein Genuss.

Das Restaurant ist sehr niedrig (aus dem 16. Jahrhundert stammt das alte Gebäude!) und innen ganz in weiß eingerichtet. Gerade einmal 40 Personen finden darin Platz. Mittags gibt es das exakt gleiche Menü wie abends. An runden Tischen, die jeweils eine eigene Lampe haben (das wird noch wichtig!), sitzen also viele gespannte Paare oder kleinere Gruppen, denen man die kribbelige Vorfreude anmerkt.

Deshalb erstmal einen Apertif. Aber nicht irgendwie im Glas oder so! Nein, hier wird der Drink, den Du Dir aus vier Varianten auswählst, in flüssigem Stickstoff zu einem kleinen, eiskalten Häppchen. Und wer durch die Nase ausatmet, ist der „Drache“, weil der kalte Dampf aussieht wie Rauchwölkchen:

Etwas unscharf. Aber es musste ja auch blitzschnell in den Mund!

Etwas unscharf. Aber es musste ja auch blitzschnell in den Mund!

Als kleiner Gruß aus der Küche: Eine Praline aus Roter Bete mit Meerrettich-Créme. Ein leichter, schaumig-knuspriger Genuss, der schon mal einen Vorgeschmack auf die Aromenexplosionen gibt, die uns noch erwarten…

Der Gruß aus der Küche

Der Gruß aus der Küche

Heston Blumenthal serviert natürlich nicht irgendein Menü! Nein, es ist eine Reise durch einen Ferien-Tag in seiner Kindheit. Vom Aufstehen bis zum Ins-Bett-Gehen. Dafür ist die phantasiereich gestaltete Karte, die man am besten mit der Lupe liest. Einen kleinen Eindruck findest Du hier. Aber eigentlich brauchst Du die Karte gar nicht! Das wunderbar entspannte und freundliche Personal (keine Spur von 3-Sterne-Standesdünkel!) führt Dich durch den Tag und hat erkennbar Spaß an der gemeinsamen Reise…

Auf Schatzsuche...

Auf Schatzsuche…

Quasi noch im Bett und mit einer Idee davon, wie wir den Tag beginnen wollen, starten wir mit einer „Botanical Gazpacho“ in das Menü: Einem Eierstich aus geräuchertem Kreuzkümmel mit einem Selleriesorbet, essbaren Blüten und einem kalten Tonic aus verschiedenen Kräutern, das erst am Tisch in den Teller gegossen wird.

Das Licht ist noch nicht taghell, wird aber langsam... Die anregenden frischen Aromen sind für die Zunge wie der Sprung unter die Dusche! Raus aus den Federn!

Die anregenden frischen Aromen sind für die Zunge wie der Sprung unter die Dusche! Raus aus den Federn!

(Ich habe die Fotos übrigens nicht aufgehellt, damit Du siehst, wie die Beleuchtung die einzelnen Phasen des Tages wiedergibt. Denn wirklich alles ist Teil des Menüs. Eine hübsche Idee! Bei diesem Gang ist es übrigens noch nicht ganz hell, denn wir sind ja noch nicht richtig wach, gell?)

Auf geht’s zum Frühstück. Und dazu gehört in England eine Tasse Tee. Aber nicht irgendeine! Unser Tee ist eine kräftige Brühe vom Kaninchen. Woran erinnert uns das Kaninchen? Richtig! An Alice im Wunderland. Alice folgt dem weißen Kaninchen in seinen Bau und landet – schwupps! – im verrückten Wunderland. Der Hase, der nie Zeit hat und ständig seine Taschenuhr zückt, wird uns übrigens auch noch begegnet. Und wer der verrückte Hutmacher ist, dürfte auch klar sein, oder? Heston Blumenthals Liebe zu Lewis Carrolls Geschichte begegnet Dir an jeder Stelle. Etwa im 1. Stock des Restaurants auf dem Weg zu den Toiletten…

Die "Melbourne Clock" zeigt an, wie lange das Restaurant zu Gast am anderen Ende der Welt war.

Die „Melbourne Clock“ zeigt an, wie lange das Restaurant zu Gast am anderen Ende der Welt war.

(Woran merkt man, dass man auf einer 3-Sterne-Toilette sitzt? Soll ich Dir das verraten? *kicher*)

Aber zurück zum Tee. Denn auch die Tee-Stunde beim verrückten Hutmacher ist ja eine der beliebtesten Geschichten aus Alice im Wunderland. Die Kaninchenbrühe hält aber noch eine weitere Überraschung parat: Sie ist heiß UND kalt. Jawohl. Du nimmst einen Schluck (vorher nicht umrühren!, warnt unsere Kellnerin) und hast zwei Temperaturen im Mund. Vielleicht (noch) kein kulinarisches Highlight, aber eine tolle Überraschung allemal!

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Richtig crazy wird es jetzt beim Frühstück. Engländer sind ja verrückt nach Cornflakes und anderen Cerealien. Also bekommen wir sechs Mini-Packs zur Auswahl, die wir natürlich sofort öffnen dürfen. Denn in jeder Packung ist ja auch immer ein Geschenk, wie wir aus Kindertagen wissen!

Ich hab' mir "Mock Munch" ausgesucht. Denn die falsche Suppenschildkröte ist ein weiterer Charakter aus Alice im Wunderland!

Ich hab‘ mir „Mock Munch“ ausgesucht. Denn die falsche Suppenschildkröte ist ein weiterer Charakter aus Alice im Wunderland!

Jede Box ist mit so viel Kreativität gestaltet! Von den Nährwertangaben, die totaler Nonsense sind, bis zu den Geduldsspielen auf der Rückseite der Packung: Es gibt unendlich viel zu entdecken. Aber darüber geht naütrlich nicht der Geschmack vergessen. Denn wir sind ja zum Essen hier!

Frühstück a la Heston Blumenthal: Getrüffelte Eiermousse auf Tomatenconsommé mit Chips aus Bacon und geräuchertem Brot: Himmlisch!

Frühstück a la Heston Blumenthal: Getrüffelte Eiermousse auf Tomatenconsommé mit Chips aus Bacon und geräuchertem Brot: Himmlisch!

Die „Milch“ in der Müslischale ist natürlich keine. Stattdessen ergeben die getrüffelte Eiermousse und die darunter liegende Tomaten Consommé ein leichtes, cremiges Gefühl auf der Zunge, aus dem Du jede einzelne Geschmackskomponente erkennst. Die crunchy Bacon- und Brot-Flocken sind herzhaft aber sehr fein und ein toller Kontrast zur Créme.

Wer jetzt schon denkt „Der spinnt doch!“, den kann ich beruhigen. Es kommt noch irrer. Aber was uns wirklich verblüfft hat: In keiner Sekunde überwiegt der Spaß und der Zauber das technische Können der Köche oder lenkt ab von den Aromen und der Brillanz der Produkte. Beides ergibt einfach ein unfassbar gutes Ganzes – aber ein bisschen Lust am Verrückten solltest Du schon mitbringen. Am besten lässt Du Dich auf die Reise ein und folgst Heston durch den Tag. Food-Puristen wird das alles „too much“ sein. Aber auch wer ausschließlich die einzelnen Gänge genießen will, kann das tun. Denn jeder einzelne ist großartig!

Ach, das Geschenk! Fast vergessen! In den Cornflakes-Packungen war ein kleines Holz-Puzzle drin. Eine Box mit einem Geldschlitz, die man zusammenbauen musste. Wer zuerst fertig war, bekam eine kleine Münze in seine „Spardose“. Die würden wir später noch brauchen!

Wir hatten erzählt, dass uns unsere Hochzeitsreise nach Ägypten als Archäologie-Fans total geflasht hatte. Deshalb hatten wir Tutanchamun und den Sphinx auf unseren Boxen. Klar, oder?

Wir hatten erzählt, dass uns unsere Hochzeitsreise nach Ägypten als Archäologie-Fans total geflasht hatte. Deshalb hatten wir Tutanchamun und den Sphinx auf unseren Boxen. Klar, oder?

Vom Frühstück gestärkt geht’s an den Strand! Hestons schönste Kindheitserinnerung haben mit dem Krebse-Fangen zwischen großen Steinen am englischen Strand zu tun. Also gibt’s erstmal was auf die Ohren: In der Muschel versteckt sich ein iPod mit Meeresrauschen. Denn den folgenden Gang musst Du natürlich im richtigen Umfeld genießen. Bei Blumenthal werden alle Sinne angesprochen:

Dieser Teil des Menüs heißt "First one to see the sea". Und riechen und schmecken und hören...

Dieser Teil des Menüs heißt „First one to see the sea“. Und riechen und schmecken und hören…

Dazu gibt es einen Teller zartestes Sashimi von heimischen Fischen zu einem Meeresschaum, der aus Seegrasnoten besteht, auf Tapioka-„Sand“. Alles wird serviert auf einem Holzkästchen mit einer Glasplatte, unter der südamerikanische Sand liegt.

Dazu musst Du Dir jetzt Wellenrauschen und Möwengeschrei im Ohr vorstellen...

Dazu musst Du Dir jetzt Wellenrauschen und Möwengeschrei im Ohr vorstellen…

„Krieg ich ’n Eis?“ Die Frage gehört zu einem Strandtag dazu wie Sand in den Schuhen, oder? Heston serviert gleich zwei Mini-Eis: Eine Art Dolomiti mit Waldorf-Salat Aromen und ein Twister mit einem grün-weißen Überzug aus Avocado und Merrettich über einem butterzarten rohen Stückchen Lachs.

Twister und Dolomiti a la Blumenthal. Mit dem Hinweis: "Don't eat the pebbles. They're real!"

Twister und Dolomiti a la Blumenthal. Mit dem Hinweis: „Don’t eat the pebbles. They’re real!“ (Muss man bei ihm echt immer dazu sagen!)

Muss ich noch mal betonen, dass trotz aller Spielerei jeder einzelne Bissen absolut phantastisch war? Nie haben die Experimente den eigentlichen Hauptdarsteller – die ausgezeichneten Produkte und das handwerkliche, künstlerische Können der Küche – übertrumpft. Bei so viel Begeisterung für Eis gab’s gleich noch eins dazu:

Ein "99" mit Krabbe und Passionsfrucht. So klein und so voller Aroma!

Ein „99“ mit Krabbe und Passionsfrucht. So klein und so voller Aroma!

Aber wir wollten ja Krebse fangen am Strand! Also gibt es einen „Teller“, der aussieht wie ein großer, schwarzer Stein, in dem eine rosafarbene „Cornish Crab“ sitzt – gefüllt mir geräuchertem Kaviar und Forellenrogen. Ihr Innerstes offenbart sie erst, als heiße weiße Schokolade über ihren Panzer läuft und zerschmilzt. Das Tüpfelchen auf dem i sind die Seegras-Aromen, die knackig und frisch den Fisch-Krabben-Kaviar-Schokoladen-Geschmack auflockern. Whoa! Zu dem Zeitpunkt noch mein Lieblingsgang. (Wobei, dieses köstliche Frühstück…)

Die Algen waren butterzart. Gar nicht gummiartige, wie man sie so kennt. Und siehst Du das oben auf dem "Teller"? Das war ein glitzriges Gelee, das phantastisch fischig geschmeckt hat!

Die Algen waren butterzart. Gar nicht gummiartig, wie man sie so kennt. Und siehst Du das oben auf dem „Teller“? Das war ein glitzriges Gelee, das phantastisch fischig geschmeckt hat!

Ich muss vielleich kurz etwas zum Wein sagen: Wir hatten keine Weinbegleitung gewählt. Nicht aus Geiz, sondern weil wir mittags um 12h vermutlich überfordert gewesen wären mit zu viel unterschiedlichen Weinen zu unserem Menü. Außerdem wollte ich mich durch NICHTS ablenken lassen vom Essen. Wir haben zu unserem gesamten Essen einen Sancerre getrunken, der wunderbar gepasst hat. Überhaupt ist die Weinkarte zwar atemberaubend umfangreich. Sie hat aber auch genügend Posten für „normale“ Menschen, die nicht permanent in 3-Sterne-Restaurants essen. Wir waren jedenfalls mit unserer Entscheidung sehr zufrieden!

Nach dem Vormittag am Strand, verbringen wir den Nachmittag im Wald. Das Licht ändert sich etwas, wir haben ein (imaginäres) Nickerchen gemacht, es hat geregnet. Den feuchten Waldboden können wir förmlich riechen. Kein Wunder, denn DAS hier steht auf dem Tisch:

Plötzlich riecht es überall nach Wald...

Plötzlich riecht es überall nach Wald…

Dazu gibt es einen Teller, der an einen Waldboden erinnert. Kennst Du das noch? Pilze, getrocknete Beeren, etwas Erde – unter so einem alten Stück Rinde kann man schon einiges entdecken:

Zu diesem Zeitpunkt war DAS mein Lieblingsgang!

Zu diesem Zeitpunkt war DAS mein Lieblingsgang!

Ok, mal sehen, ob ich noch annähernd zusammenbekomme, was da alles auf dem Teller war: Pilze und Trüffel, ein Gelee aus Bete und Brombeere, aromatisiert mit Feigenblättern, kleine Zweige Mädesüß und Wiesenklee und dunkle Schokolade. Etwas Rauke liegt da auch. Aber was auch immer es war: Ich war von diesem Gang absolut geflasht. Die herben und süßen Aromen und die verschiedenen Konsistenzen waren eine Mega-Explosion im Mund. Dabei war immer jedes Aroma zu erkennen. Absolut gigantisch!

Kennst Du die falsche Suppenschildkröte bei Alice im Wunderland, die immer so traurig ist?

Auf meiner "Alice im Wunderland"-Langspielplatte lispelte die Schildkröte immer "Ich bin eine falsche Ssssuuuuuupenschildkröte".

Auf meiner „Alice im Wunderland“-Langspielplatte lispelte die Schildkröte immer „Ich bin eine falsche Ssssuuuuuupenschildkröte“.

Zu dieser Geschichte wird uns der nächste Gang serviert: Eine Glastasse, in der sich ein de- und rekonstruiertes Ei findet, sowie Toast- und Gurkenwürfel und Mini-Pilze.

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Das ist aber noch nicht alles. Denn es fehlt der Tee. Als weitere Reminiszenz an Alice im Wunderland hat Heston Blumenthal seinen ganz eigenen Brühwürfel aus Kalbsbrühe hergestellt, in die Form einer Taschenuhr gepresst und vergoldet; längst eines seiner Signature Dishes. Leider war die Uhr so schnell aufgelöst. Ein Video dazu gibt es aber hier.

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Wenn jetzt noch kein Verrückter-Hutmacher-Gefühl aufkommt…

Natürlich gibt es zur Tea Time auch ein Sandwich. Und unnötig zu sagen, dass es köstlich war!

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Es wird langsam Abend im Heston-Universum. Draußen ist es zwar noch hellichter Tag, aber das Licht wird etwas dämmrig, wir gehen essen! „Welcome to the Restaurant“ heißt es plötzlich und wir bekommen die Speisekarte, die sicher nicht zufällig ein bisschen an die 70er erinnert:

Jetzt kommen die Hauptgänge. Alles andere war ja nur... ja, was eigentlich?

Jetzt kommen die Hauptgänge. Alles andere war ja nur… ja, was eigentlich?

Natürlich ist auch das Brotkörbchen in The Fat Duck vom Feinsten: Sauerteigbrot mit einer Butter aus Cornwall.

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Und weil man ja wusste, dass wir aus Deutschland waren, kam auch mal kurz zum Small Talk einer der deutschsprachigen Servicekräfte an den Tisch. Es sind solche unaufgeregten Kleinigkeiten, die einfach bezaubern.

Als „Vorspeise“ zarteste Jakobsmuscheln, Hummerschaum, Trüffel:

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Der „Hauptgang“: Taubenbrust und Taubenherz an einer Biersauce, dazu (nicht im Bild) Taubenleber auf geröstetem Brot:

Zarter kann Fleisch, glaube ich, nicht mehr sein...

Zarter kann Fleisch, glaube ich, nicht mehr sein…

Als „Dessert“: Botrytis Cenerea (also Edelfäule) heißt dieser Gang. Und tatsächlich finden sich Aromen von Roquefort, Trauben, Safran, Bockshornklee, Pfirsich und etwa zwölf weiteren Geschmacksnoten in unterschiedlichsten Konsistenzen auf dem Teller. Ich glaube, DAS war aufgrund seiner handwerklichen Kunst mein Lieblingsgang. Zumal ich – als Käsefan – eine Extraportion Roquefort-Granulat auf dem Teller hatte. Meine Käse-Obsession hatte der bEdW vorab heimlich in den Fragebogen eingetragen, der uns zugeschickt worden war. ILD!

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„There’s some extra cheese for you…“

Kannst Du noch? Vielleicht hilft ein kleiner Digestif? Wie wäre es mit schottischem Whisky? Aber natürlich nicht im Glas. Das kann ja jeder. Bei Blumenthal gibt es Whisky Gums. Jedes Fläschchen aus einem speziellen Scotch und präsentiert auf einer schottischen Landkarte (leider etwas unscharf *hicks*). Tatsächlich war jeder Whisky herauszuschmecken. Gut, dass ich mich mit dem Thema seit einiger Zeit ein bisschen beschäftige.

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Der imaginäre Restaurant-Besuch neigt sich dem Ende. Zeit in’s Bett zu gehen nach einem ereignisreichen Tag. Das Licht wird weiter gedimmt und der Dessert-Löffel wird an den Tisch gebracht: Ein fluffiger Löffelgriff parfümiert mit Vanille und Tonkabohne, der sofort ein kuscheliges, „ich will in’s Bett“-Gefühl schafft.

Den wollte ich gar nicht mehr aus der Hand legen!

Den wollte ich gar nicht mehr aus der Hand legen… Der Tastsinn kommt also auch nicht zu kurz!

Fast fallen uns schon die Augen zu und wir gleiten hinüber in’s Traumland. Ist das ein fliegendes Kissen mit zwei luftigen Baissers?

Magnete, die sich abstoßen, schaffen die Illusion, dass das Kissen tatsächlich schwebt. (Siehst Du den Fat-Duck-Schriftzug auf dem Kopfkissenbezug?)

Magnete, die sich abstoßen, schaffen die Illusion, dass das Kissen tatsächlich schwebt. (Siehst Du den Fat-Duck-Schriftzug auf dem Kopfkissenbezug?)

Das eigentliche Dessert (das Du mit dem fluffigen Löffel isst!) besteht aus Milch- und Kokos-Eis, Panna Cotta und gedämpftem Bisquit. Das Ganze ist so milchig und leicht, dass man es vermutlich auch aus einem Fläschchen trinken könnte. Fehlt nur noch, dass irgendwo jemand die Spieluhr aufzieht…

Als das Licht gedimmt wird und die Babypuder-Gerüche durch das Restaurant wabern, kann kaum einer sein Gähnen unterdrücken.

Als das Licht gedimmt wird und die Babypuder-Gerüche durch das Restaurant wabern, kann kaum einer sein Gähnen unterdrücken.

Erinnerst Du Dich an die Münze, die uns in unsere Holz-Box gesteckt wurde? Die brauchen wir jetzt. Denn wie jedes Kind träumt auch Heston Blumenthal von einem eigenen Süßwarenladen. Den hat er sich für 150.000 £ bauen lassen – inklusive einem nachgebauten Mini-Heston-Kinderzimmer und einem Mini-Fat-Duck-Kochlabor, was leider auf dem Foto nicht zu sehen ist. Die Münze wandert in einen Schlitz, der Mechanismus startet, die Schubladen bewegen sich und raus kommt: Süßkram!

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Die hausgemachten Süßigkeiten sind u.a. ein Toffee, das in essbares Zellophan eingewickelt ist, und eine Praline mit unserer Lieblingsfruchtnote sowie eine essbare Spielkarte mit der Herzkönigin (Alice! im! Wunderland!):

Natürlich ist auch das rote Siegel auf dem Umschlag essbar. Die Karte auch. Nur das Papier nicht. Glaube ich...

Natürlich ist auch das rote Siegel auf dem Umschlag essbar. Die Karte auch. Nur das Papier nicht. Glaube ich…

Die Süßigkeiten dürfen wir natürlich – wie bei einem Kindergeburtstag – mit nach Hause nehmen. Dafür gibt es hauseigene hübsche Tütchen:

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Auch die Holzbox, die Speisekarte und unsere Cornflakes-Packungen wandern in das Tütchen als Erinnerung. Ja, erinnert an Kindergeburtstag. Aber an einen der guten Sorte, wo alle mit rosigen Bäckchen, glücklich und müde nach Hause gehen uns in’s Bett fallen.

Wir dürfen der Küchen-Crew noch mal herzlich Danke und Auf Wiedersehen sagen, stehen plötzlich in den Nachmittagshimmel blinzelnd vor dem kleinen alten Häuschen auf der Hauptstraße von Bray und grinsen wie die Honigkuchenpferde!

Als man uns fragt, ob man uns ein Taxi rufen dürfe, lehnen wir danken ab und sagen, dass wir erstmal im Pub noch einen Absacker nehmen. „That’s the spirit, mate!“ rufen sie uns hinterher. Die Tür geht zu und hinter den Kulissen geht die Magie in die nächste Runde für die Abendvorstellung, während wir ein kaltes Ale nehmen und uns gegenseitig versichern, dass wir nie, nie, nie besser gegessen haben.

Ich habe schon öfter hier im Blog erwähnt, dass ich Heston Blumenthal für einen Magier halte. Aber bis dahin kannte ich seine Gerichte ja nur aus dem Fernsehen. Erst jetzt, wo ich mit allen Sinnen riechen, schmecken, fühlen, sehen und hören konnte, was dieser Autodidakt in seiner Hexenküche erspinnt, weiß ich: Willy Wonka existiert tatsächlich.

Endlichd haben wir die längste Nacht und den kürzesten Tag hinter uns. Jetzt bleibt es jeden Tag ein klein bisschen länger hell, bis wir im Juni die kürzeste Nacht feiern. Denn die Erde hört nicht auf sich zu drehen. Auch wenn wir alles dafür tun, dass unser Planet die Schnauze von uns voll hat!

Ja, es wird dauern, bis wir feststellen, dass es jetzt doch etwas später dunkel wird. Aber zu wissen, dass sich manche Dinge einfach nie ändern, tut mir gerade ganz gut. Also, liebe Sonne, liebes Licht, herzlich willkommen!

Ob die Kirschzweige, die ich am Barbara-Tag in's Wasser gestellt habe, an Weihnachten blühen werden?

Ob die Kirschzweige, die ich am Barbara-Tag in’s Wasser gestellt habe, an Weihnachten blühen werden?

Kirk Douglas ist 100, Zsa Zsa Gabor wurde leider nur 99, aber unser wunderschönes Wiesbadener Caligari ist 90 Jahre jung!

Kino Caligari Wiesbaden Foodblog German Abendbrot

Vorhang auf! Nur wenige Schritte von uns entfernt gibt es eines der hübschesten Kinos, in denen ich JE war! Klar, ich liebe auch das Kino am Sendlinger Tor in München. Oder das alte Gloria am Stachus. Aber auch unsere kleine Landeshauptstadt hat ein echtes Kleinod in prominenter Lage: Das Programmkino Caligari.

Rote flauschige Sessel, ein Balkon für den perfekten Blick von oben auf die Leinwand, eine Bar mit Wein, Bier und Snacks sowie eine nostalgische Ausstattung mit viel Art Deco Schwung und Decor-Details! Was für ein Filmpalast! Betreiber des aufwendig restaurierten Kinos ist das Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden. Und das hat einen gewissen Anspruch: Hier laufen Arthouse-Produktionen, europäische und deutsche Filme, Dokumentar- und Kurzfilme. Mit einem extra Kinderprogramm werden schon die Kleinen an das Lebensgefühl Kino herangeführt.

Zum 90. Geburtstag, der heute offiziell gefeiert wird, ist ein anderes Kind unserer Stadt vor Ort: Regisseur und Oscar-Gewinner Volker Schlöndorff. Das ganze Jubiläumsprogramm und viele Infos gibt’s hier.

Kino Caligari Wiesbaden Blog Germanabendbrot

Ich wünsche dem Caligari (und uns!), dass es auch die nächsten 90 Jahre überdauern, überleben und überstehen werde!

Happy Birthday!

Eigentlich sollte hier heute ein anderer Post stehen. Eigentlich wollte ich gestern Abend Weihnachtsgeschenke verpacken. Eigentlich freue ich mich darüber, den Weihnachtsmarkt vor meiner Tür zu haben. Eigentlich ist die Weihnachtszeit in meiner Welt geprägt von Friede und Freundlichkeit. Eigentlich haben wir zu dieser Zeit des Jahres nur Kopf für Geschenke und die Essensplanung zu den Feiertagen.  Eigentlich…

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Und? Schon die Buchhandlung gerockt? Oder wartest Du noch auf die letzte Runde meiner Kurz-Rezensionen zu meinen Büchern 2016?

Dann legen wir doch am besten gleich mal los:

Emile Zola – Thérèse Raquin: Noch angefixt vom Naturalismus Dos Passos‘ „Manhattan Transfer“ (s. gestrigen Post) musste natürlich noch mal der Meister des Naturalismus auf den Nachttisch. 1867 erschienen brachte sein dritter Roman dem erst 27-Jährigen den Durchbruch. Thérèse wird in eine unglückliche Ehe gezwungen und schmiedet einen teuflischen Plan mit ihrem Liebhaber. Die enge des Pariser Nähgeschäfts, die dunklen Gassen, die Leidenschaft der jungen Frau, die in den Konventionen gefangen ist – ganz großes Kino. Für Freunde großer Dramen und detailreicher Beschreibungen.

9783423137041

Don Winslow – Tage der Toten: Whoa! Was für ein Krimi! Hard boiled Kost aus der südamerikanischen Drogenszene. Welche Wege die Drogen in die USA nehmen, wer davon profitiert und wer mit wem zusammengekettet ist in diesem schmutzigen Spiel, beschreibt Winslow knallhart, eiskalt und schonungslos. Wer die Serie „Narcos“ schaut, muss „Tage der Toten“ lesen.

Simon Scarrow – The Gladiator: Noch mal meine Römer-Legionäre-Soap (s. gestrigen Post). Immer wieder unterhaltsam, wie Macro und Cato durch ihre Abenteuer stiefeln, kämpfen, Feinde verdreschen, der fernen, römischen Politik ausgeliefert sind. Für Asterix-Fans.

Melanie Raabe – Die Wahrheit: So ganz verstehe ich den Hype nicht. Guter Plot, gute Idee. Aber dann doch arg konstruiert und wenig realistisch. Ein lange vermisster und für tot erklärter Mann kehrt plötzlich nach Hause zurück. Ist er’s? Ist er’s nicht? Nicht unspannend, aber es fehlt das gewisse Etwas.

Sinclair Lewis – Babbit: Ich schaue immer mal in meine alte Reihe von Literaturnobelpreisträger-Büchern rein, die mir mein Opa vererbt hat. Ich hatte mir ein zweites „Manhattan Transfer“ erhofft, bekam aber doch eher einen langweiligen Entwicklungsroman, der heute nicht mehr so ganz funzt. Es mag an der angestaubten Übersetzung des 1922 erschienenen Romans liegen, aber ich habe Babbit in der Hälfte abgebrochen. Merke: Nicht jeder Literaturnobelpreis ist auch noch 90 Jahre später nachvollziehbar…

Stephen King – Mind Control: Letzter Band der Mr Mercedes-Trilogie. Haarsträubend gut, böse, fies und einfach King! Hier wird’s etwas übersinnlicher als in den ersten beiden Bänden. Aber gruselig ist es dadurch nicht weniger. Die Trilogie ist ein guter Einstieg für King-Novizen, ein Muss für Fans und eine spannende Lektüre für alle anderen.

David Mitchell – Die 1000 Herbste des Jacob de Zoet: Bekannter ist Mitchell für seinen Roman „Cloud Atlas“ und die daraus resultierende Verfilmung. Dieses wunderschön aufgemachte Buch habe ich wieder einmal auf dem Krabbeltisch gefunden. Was für ein Glück! Das im 18. Jh. komplett von der Außenwelt abgeschottete Japan ist ein Buch mit sieben Siegeln für den jungen holländischen Kaufmann. Wie er dennoch versucht, sich der Kultur und ihren Menschen zu nähern, ist spannend und großartig be- und geschrieben. Wer wie ich als Kind „Shogun“ geschaut hat, wird dieses Buch lieben.

978-3-499-25533-5

Richard Dawkins – Gotteswahn: Noch mal ein Sachbuch, bereits 2006 erschienen. Dawkins’ Thesen: Der Glaube an Gott ist irrational und Religion hat stets negative Auswirkungen auf die Gesellschaft. Erschreckend aktuell, oder? Regt zum Nachdenken an. Vielleicht gerade zur Weihnachtszeit. Ein kluges, sicherlich polarisierendes Buch, das mit einem Tabu bricht. Für Theologie-Studenten, Zweifelnde, Fromme, Hadernde – und alle, die gerne mitsingen: „Imagine there’s no heaven / It’s easy if you try / No hell below us /Above us only sky (…) Nothing to kill or die for / And no religion, too“

Marc Twain – Is Shakespeare dead? Das wird man im Shakespeare-Jahr ja noch mal fragen dürfen, oder? Kluges, kleines Essay aus Twains Autobiographie, die berechtigte Zweifel an der Person Shakespeare schüren. Amüsant und ein Muss für Shakespeare-Fans und -Zweifler.

Jon Krakauer – In eisigen Höhen: Es gibt diese Bücher, die jeder kennt, und die doch keiner gelesen hat. Ich kannte die Story um die Katastrophe am Everest. Aber gelesen hatte ich das Buch noch nicht. Das habe ich jetzt nachgeholt, weil Freunde nach Nepal reisen und im Himalaya herumkraxeln. (Glücklicherweise nicht am Everest!) Lesenswert, weil es mal wieder zeigt, wie sich der Mensch selbst überschätzt und glaubt, für Geld könne er alles bekommen. Für Bergsteiger und solche, die lieber mit einem Buch auf der Couch bleiben.

Eoin McNamee – The blue tango: Merke: Nicht alles, was auf der monatlichen Krimi-Bestenliste der ZEIT steht, ist ein guter Krimi. Und wer gerne im Nordirland der Vergangenheit Kriminalfällen folgt, liest bitte McKinty (s. vorherige Posts). Das hier war nur zäh, langweilig, langatmig, blutleer (also im übertragenen Sinne). Aus einem wahren Fall hätte man mehr machen können. Das Opfer ließ mich dagegen völlig kalt. Das ist kein gutes Zeichen…

Mary Beard – SPQR: Die spinnen, die Römer! Wer etwas inhaltliche, historische Unterfütterung für Sandalenfilme und Römer-Soaps (s. oben, Simon Scarrow) haben will, sollte dieses kluge, chronologisch aufgebaute und umfassende Werk von Mary Beard lesen. Etwas wenig mitreißend. Aber dafür umso präziser, tiefgründiger und wirklich – ich erwähnte es – umfassend. Für Historien-Fans, Latein-Lehrer und Rom-Begeisterte.

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Denise Mina – Die tote Stunde: Schon wieder ein Krimi, der in der Vergangenheit spielt. Diesmal in Glasgow der 80er Jahre. Das kann aber leider keiner so gut wie McKinty. Hier geht es um eine dickköpfige Journalistin, die korrupter Polizei gegenüber steht und deshalb ihren Kriminalfall lieber selbst auflööööööööst. Sorry, das war ein Gähnen, das ich nicht unterdrücken konnte. Wieder ZEIT-Krimi-Liste. Wieder ein Flop.

Charles Darwin – Reise eines Naturforschers um die Welt: Wenn Shakespeare und Thomas Mann meine Literatur-Helden sind, ist Darwin mein All-time-Wissenschafts-Superstar. Ich liebäugle sogar mit einem Tattoo mit Darwin-Bezug. Seine Reise auf der Beagle führte ihn einmal um die Welt. Aber quais „live“ mitzulesen, wie er die Vögel auf den Galapagos-Inseln beobachtet und sich über die vielen Formen der Schnäbel so seine Gedanken macht, die Evolutionstheorie hier also quasi zum ersten Mal ganz leise aufkeimt, ist einfach atemberaubend mitzulesen. Für Naturfreunde, Seefahrer, Weltreisende, Evolutionstheorie-Anhänger und solche, die es werden wollen.

T. R. Richmond – Wer war Alice? Eine junge Frau wird ermordet. Rückblickend setzt sich für den Leser Stück für Stück mittels Emails, SMS-Nachrichten, Blog-Kommentaren, Zeitungsausschnitten uvm. das Puzzle zusammen. Nur: Funktioniert leider nicht! Die Logik hat hausgroße Löcher, die Tweets und Blog-Posts sind total unrealistisch (hat der Autor jemals die Welt der Social Media betreten?) und größtenteils schreibt sowieso der alte Prof ellenlange Briefe, in denen er das Geschehen schildert. Schmarrn!

Arne Dahl – Sieben minus eins: Ich bin wieder versöhnt! Die Skandinavier können’s doch noch! WAS FÜR EIN KRIMI! Ein Serienmörder, eine fiese Vergangenheit, ein verstrickter Kommissar, eine toughe Geheimpolizistin, unschuldige junge Frauen als Opfer, mindestens eine krasse Wende – alles drin. Für Skandinavien-Krimi-Fans ein Muss.

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Andreas Gryphius – Lesebuch (Fischer-Verlag): Ich hab‘ doch gesagt, ich liebe die Zeit der Reformation und des 30jährigen Krieges. Und ich bin Literaturwissenschaftler. Also komme ich an Andreas Gryphius nicht vorbei. Keiner hat das Elend so sprachgewaltig festgehalten. Ich lasse ihn für sich selbst sprechen in „Tränen des Vaterlandes“:

Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret!
Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun
Das vom Blut fette Schwert, die donnernde Karthaun
Hat aller Schweiß, und Fleiß, und Vorrat aufgezehret.

Die Türme stehn in Glut, die Kirch‘ ist umgekehret.
Das Rathaus liegt im Graus, die Starken sind zerhaun,
Die Jungfern sind geschänd’t, und wo wir hin nur schaun
Ist Feuer, Pest, und Tod, der Herz und Geist durchfähret.

Hier durch die Schanz und Stadt rinnt allzeit frisches Blut.
Dreimal sind schon sechs Jahr, als unser Ströme Flut
Von Leichen fast verstopft, sich langsam fort gedrungen.

Doch schweig ich noch von dem, was ärger als der Tod,
Was grimmer denn die Pest, und Glut und Hungersnot,
Daß auch der Seelen Schatz so vielen abgezwungen.

Ein Buch für Lyrik-Fans. 

S. K. Tremayne – Eisige Schwestern: Ein Krimi vor der unwirtlichen Kulisse der schottischen Highlands. Aber Krimi trifft es nicht ganz. Thriller? Fantasy? In jedem Fall fand ich Zwillinge in Krimis ja schon immer gruselig. Nicht erst seit „Shining“. Hier stirbt ein junges Zwilling-Mädchen. Die Eltern versuchen – zum Wohle des übrig gebliebenen zweiten Mädchens – den Neuanfang. Aber haben sie das richtige Kind beerdigt? Und geht die enge mentale Verbindung der beiden Kinder über den Tod hinaus? Was ist überhaupt passiert an jenem schrecklichen Tag…? Gruselig, frostig, unterhaltsam. Für Fans von Yrsa Sigurdardottir und Krimis mit einem Hauch Übersinnlichem.

Peer Meter, Isabel Kreitz – Haarmann: Die gruseligsten Geschichten schreibt ja immer noch das echte Leben. Ob die jahrelang festgehaltene Natascha Kampusch, die Familie Fritzl, der Kannibale von Rothenburg oder das Haus von Höxter – so etwas kann sich kein Krimiautor ausdenken. Ähnlich verhält es sich mit Fritz Haarmann, dem Mörder und Kannibalen von Hannover, der in den 20er Jahren mindestens 24 Jungen umgebracht hat. Die ausgezeichnet illustrierte Graphic Novel zeigt die Enge und Armut der Hannoveraner Gassen, ohne je das Grauen zur Schau zu stellen. Auch wenn ich in meinem Leben kein Comic-Fan mehr werde: „Haarmann“ ist ganz großes Kino. Für Comic- und Graphic-Novel-Fans sowie Freunde des Götz-George-Films „Der Totmacher“. 

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S. K. Tremayne – Stiefkind: Wer gute Bücher schreibt, kommt auch gleich wieder auf das Nachttischchen. Diesmal geht es nicht um Zwillinge, sondern um einen Jungen, der seiner Stiefmutter prophezeit, sie werde sterben. Das habe seine verstorbene Mutter ihm eingeflüstert. Wow! Klingt gut, oder? Ich bin noch nicht durch, kann es aber jetzt schon empfehlen. Für Fans des wohligen, kalten Schauers.

Christopher New – Shanghai: Ähnlich wie „Stiefkind“ auch noch nicht ausgelesen. Und wie einige andere in dieser Liste für kleines Geld vom Krabbeltisch gekauft. Ein historischer Roman aus den 20ern rund um den jungen Engländer John Denton, der vom einfachen Zollbeamten aufsteigt, reich wird und am Ende die Kommunisten obsiegen sieht. Spannende, gut gemachte Lektüre für die Stunden vorm Schlafengehen. Für Fans von „Noble House“ von James Clavell und anderer großer Asia-Romane.

Folgende Bücher stehen noch auf der Liste für 2016:

Nathan Hill – Geister

John Williams – Augustus

Neel Mukherjee – In anderen Herzen

Ian Rankin – Gesetz des Sterbens

Tana French – The Trespasser

Was hab ich 2016 verpasst? Hast Du noch einen Tipp für mich?

So, wir nähern uns der Sommerlektüre. Hier die zweite Runde meiner Kurz-Rezensionen zu meinen Büchern 2016:

(Für Neueinsteiger: Die erste Runde gab’s hinter dem gestrigen Türchen)

Evelyn McCune – Wu Jao. Die Kaiserin: Ich liebe es in Antiquariaten zu stöbern. Fatalerweise habe ich eines direkt vor der Tür. Dieses dicke Taschenbuch musste ich einfach mitnehmen und habe es nicht bereut: Der Roman über Chinas erste Kaiserin ist interessant, spannend, gut geschrieben und absolut horizonterweiternd. Kann man Besseres über ein second-hand-erstandenes Taschenbuch sagen? Für Historien-Fans, Frauen-Rechtlerinnen und China-Interessierte.

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Stephen King – Finderlohn: Die Fortsetzung von „Mr Mercedes“ (s. gestern) und Mittelteil einer Trilogie. Aber obwohl die mittleren Bände sonst bei Trilogien meistens etwas langweilig sind, stimmt hier wieder alles. Der im Koma liegende „Mr Mercedes“ aus Band 1 taucht auch wieder auf. Und wieder stehen die Nackenhaare nach oben. Spätestens beim Schlusssatz. Für King-Fans und Freunde milden Horrors. 

Adrian McKinty – Rain Dogs: Auf englisch gelesen, da ich McKinty-süchtig bin (s. gestern!). Mittlerweile gibt es den Band auf deutsch. Was ein klassischer Locked-Room-Krimi zu sein scheint, wird eine bitterböse politische Abrechnung. Und Sean Duffy ist mal wieder unglücklich verliebt. Dabei webt McKinty wunderbar die Zeitgeschichte in sein Buch: Der Besuch Muhammad Alis in Belfast, den ein gewisser Bono zum Anlass nimmt, sich aufzumanteln. Und Sean Duffy mittendrin in der Polizeieskorte. Komisch, bitter, spannend – sau gut! Die ganze Reihe ist brillant. Noch mal: Für jeden Fan gut gemachter Krimis, 80er-Jahre-Fans und Irland-Liebhaber. Übrigens: Adrian McKinty ist auch auf Twitter und freut sich über Feedback zu seinen Romanen!

Saša Stanišić – Fallensteller: Schon „Vor dem Fest“ fand ich dermaßen brillant, dass ich auch diesem Autor auf Twitter folgen und ihm sagen musste, wie toll sein Buch ist! Die eingeschobenen Kapitel aus Sicht der Füchsin waren einfach – whoooaaaa! – großartige Literatur. Der Fallensteller knüpft in miteinander verwobenen Kurzgeschichten wieder an „Vor dem Fest“ an. Aber man kann es auch separat lesen. Für den vollen Genuss empfehle ich aber beide Bücher zu lesen. Für Freunde deutschsprachiger, zeitgenössischer Literatur mit einem feinen Sinn für Humor und Spaß an grandioser Sprache, fein gezeichneten Charakteren und manchmal absurd-komischer Handlung.

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Tom Cooper – Das zerstörte Leben des Wes Trench: Hurrican Katrina hat im amerikanischen Süden Zerstörung und Chaos hinterlassen. Und der junge Wes Trench hat kaum Hoffnung ein besseres Leben zu führen als sein Vater und dessen Kollegen: Fischer, die in den ölverseuchten Everglades kaum noch etwas finden. Kein Wunder, dass die verrückten Toup-Brüder lieber mit Drogen handeln und der alte Lindqvist einem vergrabenen Schatz hinterherjagt. Für Fans großer amerikanischer Erzähler a la Steinbeck oder T. C. Boyle.

Erling Jepsen – Kopfloser Sommer: Ein überraschender Roman, der wie ein Krimi anfängt, dann Richtung Fantasy driftet und einen irgendwie etwas verblüfft zurücklässt. Der Titel ist übrigens wörtlich zu nehmen. Eine jugendliche Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt, eine etwas verzweifelte, verlebte Mutter, die einen jungen Streuner bei sich aufnimmt und ein Mutter-Tochter-Konflikt der ETWAS eskaliert… Für Freunde schwarzen Humors.

Simon Scarrow – Centurio: Die Reihe um die römischen Legionäre Cato und Macro umfasst mittlerweile 15 Bände. Ich bin jetzt bei Band 9 angekommen. Spannende Römer-Historien-Stories mit viel Schwerter-Schwingen, Helme-Schnüren, Britannier-Verkloppen. Und glücklicherweise auch mit dankenswert wenig Weiber-Kram. Dafür mit feinem Buddy-Humor. Schön für Asterix-Fans und Sandalen-Film-Freunde. Bringt vielleicht auch Jungs ab 12 zum Lesen?!

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Fiona Barton – Die Witwe: Ein weiteres Highlight 2016. Was macht es mit einer Frau, die jahrelang mit einem Mann zusammen war, der des Kindsmordes verdächtigt, aber nie verurteilt wurde. Die nagenden Zweifel, die soziale Abgeschlossenheit – all das beschreibt Barton haarsträubend. Und immer aus unterschiedlichen Perspektiven. Meine komplette Rezension findest Du hier. Für Psychologen und Freunde unterschwellig daherkommender Krimis.

Jane Gardam – Ein untadeliger Mann: Erster Band der Old-Filth-Trilogie – noch ein Highlight 2016! Jeder Band aus einer anderen Perspektive geschrieben. Dieser erste Band berichtet aus der Sicht Edward Feathers über dessen Leben. Als junger Anwalt legte er eine brillante Karriere hin. Aber seine stets britisch-korrekte Haltung täuscht nicht nur seine Kollegen und Freunde sondern auch ihn. Im Alter blickt er zurück auf Freunde, Feinde, die Liebe. Britisch bissig, sehr klug geschrieben. Ein absolutes Meisterwerk – alle drei Bände! Für Fans langsamer, gut gemachter Erzählkunst und England-Freunde. 

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Jane Gardam – Eine treue Frau: Zweiter Band der Trilogie aus Sicht von Betty, Edward Feathers Frau. In China aufgewachsen ist sie dem Land näher als dem kalten, trüben England. Trotzdem gibt es keinen anderen Weg, als ihrem Mann und dessen Karriere zu folgen. Auch wenn ihre Leidenschaft einem anderen gilt. Klingt nach Schmonzette? Ist es nicht. Weise aus der Perspektive einer Frau verwebt Gardam Rollenvorstellungen, Standesdünkel, Politik mit dem Schicksal ihrer Protagonisten. Jeder, jeder, jeder sollte diese schmale Trilogie lesen. Sie ist einfach genial!

Jane Gardam – Old Friends (Letzte Freunde): Der letzte Band war seinerzeit noch nicht auf deutsch erschienen. Also habe ich ihn auf englisch gelesen. Denn ich musste unbedingt weiterlesen! Alle drei Bände habe ich an einem Wochenende verschlungen. Diesmal kommt die Perspektive Terry Veneerings in den Vordergrund, Edward Feathers langjährigem Intimfeind, Gegner, Widersacher… Ich will nicht zu viel verraten. Aber im letzten Band dreht Gardam noch mal auf. UNBEDINGTE LESEEMPFEHLUNG!

Gard Sveen – Der letzte Pilger: Merke: Nicht alle skandinavischen Krimis sind gut. Wenn der Deutsche schon Udo Fritz heißt und der Kommissar ein brutaler, Frauen verprügelnder Typ ist. Gääähn. Willst Du Details? Dann lies meinen Verriss bei den Bookaholics.

John Dos Passos – Manhattan Transfer: Die Mutter aller Großstadtromane in neuer und grandioser Übersetzung von Dirk van Gunsteren! Was für ein Roman. New York in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts aus Sicht von Arbeitern, Bankiers, Animierdamen, Alkoholikern… Hauptdarstellerin ist aber New York, diese Giga-Stadt, die alles verschlingt und alles miteinander vermischt. Was für ein Roman. Und fast 100 Jahre alt! Wer immer mal wissen wollte, was Naturalismus ist: Bitteschön! Für Fans von James Joyce, Alfred Döblin, Emile Zola. Und für New York-Begeisterte und -Reisende!

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Jhumpa Lahiri – Das Tiefland: In den USA groß gelobt und auch von Barack Obama mit in die Ferien genommen (sagen seine PR-Berater). Aber so richtig gefesselt hat mich die Geschichte zweier Brüder aus Indien nicht. Und das sage ich, die für ihr Leben gerne Romane aus und über Indien liest. Nö, das hat mich nicht berührt.

Erik Axl Sund – Scherbenseele: Merke: Nicht jeder skandinavische Krimi ist gut. (Wiederhole ich mich?). Das Autoren-Duo unter dem Pseudonym Erik Axl Sund mag’s gerne heftig und deftig. Und deutsche Verlage mögen alles, was skandinavisch, Krimi und blutig ist. Nunja. Ich gönne es ihnen…

Hans Pleschinski – Königsallee: Thomas Mann kommt in den 50ern nach Düsseldorf und trifft dort seine Jugendliebe wieder. Liest sich exakt so wie es klingt. Dass man einen Roman rund um den größten deutschsprachigen Literaten, den Magier, den Zauberer auch besser schreiben kann, hat Britta Böhler gezeigt (s. gestrigen Post). Dieses hier habe ich abgebrochen.

Rebecca Gablé – Palast der Meere: Finaler (?) Teil der Waringham-Saga. Wir sind im elisabethanischen Zeitalter angelangt und natürlich spielen Liz und ein gewisser Francis Drake auch eine Rolle in dem historischen Roman der Düsseldorfer Autorin. Ich lese sie gerne. Aber langsam reicht’s dann mal mit den Waringhams. Nur für Fans der ganzen Reihe.

Thea Dorn – Die Unglückseligen: Uff. Schwerer Stoff. Ich war neugierig durch das Feuilleton und diverse Buchbesprechungen. Ich habe mich arg gequält. Trotzdem reizvoll. Eine Molekularbiologin gabelt einen scheinbar alterslosen älteren Herrn auf. Er gibt vor, der Physiker Johann Wilhelm Ritter zu sein, geboren 1776. Schwer am Zweifeln will die junge Wissenschaftlerin mit allen Mitteln der moderen Wissenschaft beweisen, dass er lügt. Oder die Wahrheit spricht. Und Mephisto hat auch seinen Auftritt. Ein moderner Faust für Freunde ansprusvoller Literatur und Naturwissenschaftler mit Interesse an Belletristik.

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Homer – Odyssee: Sicherlich das älteste Buch auf meinem Nachttischchen. Aber in neuer, fulminanter Übersetzung von Kurt Steinmann – unter Beibehaltung der Hexameter. Für Literaturwissenschaftler, Klassik-Fans und den Coffee-Table.

Bruno Preisendörfer – Als unser Deutsch erfunden wurde: Renaissance, Reformation, der (auch) daraus resultierende 30jährige Krieg – das sind meine Lieblingsepochen. Und ich verschlinge gerne Sachbücher zu dieser Zeit. Preisendörfer will mit Blick auf das Luther-Jahr 2017 schon mal seinen Pflock einschlagen. Aber das Buch war ärgerlich. Schulmeisterhaft im Ton, mit wenig Sympathie für Luther selbst oder der durch ihn ausgelösten Reformation. Ständige Seitenhiebe auf evangelische Kirchentage oder anderes Dinge, die Preisendörfer wohl zu „modern“ erscheinen haben mich sauer zurückgelassen.

Daniel Speck – Bella Germania: Eine deutsch-italienische Familiengeschichte über drei Generationen. Klingt gut, oder? Ist aber leider ganz schlecht gemacht. Ich hatte die ganze Zeit Veronica Ferres oder Christiane Neubauer vorm inneren Auge und dudelige Musik aus Degeto-Schmonzetten. Erst nachdem ich das Buch abgebrochen hatte, habe ich gesehen, dass der Autor Drehbuchautor für ebendiese Art Filme ist. Leider nichts für mich.

So, morgen kommt der letzte Teil meiner Bücher 2016. Wie gefallen Euch die Kurz-Rezensionen? Habt Ihr einen Tipp mitgenommen? Ich freu‘ mich über Feedback!

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