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“Kraut” oder “Kartoffel” gilt ja gemeinhin als nicht sehr feine Bezeichnung für Deutsche. Aber ganz ehrlich: Was ist an einer Kartoffel verkehrt? Ich LIEBE Kartoffeln und habe heute ein Best of…Kartoffeln für Dich!

Die Kartoffel hat eine eigene Kategorie bei mir im Blog. Ebenso der Kartoffelsalat. Daraus ließe sich schon eine leise Tendenz erkennen. Noch deutlicher wird es, wenn ich mich mal mehrere Wochen im “kartoffelfreien” Ausland befinde. Bei aller Liebe für die asiatische Küche: Nach drei Wochen ohne, ruft mein wundes Herz sehnsüchtig nach Kartoffeln.

Dabei ist die Knolle nicht nur köstlich und unglaublich vielseitig. Nein, sie ist auch so gesund, dass wir uns – laut Wissenschaft – ausschließlich von ihr ernähren könnten, ohne je an einer Mangelerscheinung zu leiden. Genial, oder?

Annabelle, ach, Annabelle…

Ok, ausschließlich von Kartoffeln möchte ich nicht leben. Aber ob Linda, Hörnchen oder Annabelle – ich liebe sie alle. Ach, apropos Annabelle. Ohrwurm gefällig?

Den Ohrwurm habe ich immer, wenn ich die gute Annabelle auf dem Wochenmarkt sehe. Dort kaufe ich nämlich meine Kartoffeln bei 2-3 verschiedenen Gemüsehändlern, die uns aus der Region versorgen. Denn, mal ehrlich, wer braucht denn schon Kartoffeln vom A*** der Welt?

Die Liebe zur Kartoffel verbunden mit zunehmender Unlust in deutschen Küchen (allen Koch-Shows zum Trotz!) treibt mitunter verrückte Blüten. Deshalb gibt es in Supermärkten geschälte Kartoffeln im Glas oder im TK-Beutel, fertig portionierte und gewürzte Bratkartoffeln in der Plastikhülle, Kartoffelflocken für Püree (samt Gewürzextrakt, Emulgator und Stabilisator), Kartoffelknödel mit Hefeextraxt und Palmöl, Kartoffelpuffer mit Soja und Verdickungsmitteln…

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Es wird Zeit für die nächste Rettungsaktion! Also schnell das Superman-Cape umgeschlungen und die Kartoffel gerettet! Denn kaum ein Gemüse ist so vielseitig, so günstig, so einfach zu verwenden, so wunderbar unkompliziert. Das können wir doch auch selber, Kinners!

Also, Sack Kartoffeln gekauft und los geht’s!

Bei mir gibt es heute den Klassiker, den viele nur noch als pappige Fensterkitt-Masse aus der Tüte kenne: Kartoffelpüree!

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Der bEdW macht ein hervorragendes Püree. Dabei ist es wirklich keine Kunst und muss nicht aus der Tüte stammen:

Mein Kartoffelpüree

Für 2 Personen als Beilage 4 mittelgroße, mehlig kochende Kartoffeln schälen, würfeln und gar kochen. Wasser abgießen, Milch und Butter hinzugeben und Kartoffeln zerstampfen (niemals mit dem Pürierstab! Davon werden die Kartoffeln schleimig!). Mit Salz und ordentlich Muskat abschmecken. Fertig!

Und das Geheimnis?

Aber es gibt schon auch ein Geheimnis für ein gelungenes Kartoffelpüree: Gute, aromatische, mehlig kochende Kartoffeln aus der Region. Und Butter. Und Milch. Und viel Muskatnuss. Aber in Wirklichkeit kommt es darauf an, dass Du die Butter und die Milch erwärmst in einem extra Töpfchen. Sonst werden die Kartoffeln zu schnell kalt.

Ein Extra-Tipp meiner Mutter: Heb’ ein bisschen von dem Kartoffelkochwasser auf und gib es zusammen mit (weniger) Milch an das Püree. Das Wasser ist unheimlich aromatisch und macht das Püree noch kartoffeliger.

Das ist so schnell, so einfach, so günstig, so ohne Zusatzstoffe. Das kann wirklich jeder!

Pimp my Kartoffelpüree

Und gepimpt wird der Kartoffelbrei mit gehackten Schnittlauch-Röllchen hübsch bunt, mit Trüffel edel, mit Paprika fruchtig, mit Röstzwiebeln krachig…

Die köstliche Bratwurst mit einer herzhaften schlotzigen Zwiebelsauce (s. oben) entstammt übrigens einem Rezept von Nigel Slater, das ich bei Malte im Blog entdeckt habe. So ein köstliches, einfaches Essen!

Best of…Kartoffel!

Ich habe Euch ja aber noch ein paar feine Kartoffelrezepte versprochen. Meine All-time-favourites, quasi.

Besonders liebe ich frische aus der Pfanne kommende Kartoffelpuffer. Kein Vergleich zu den überfetteten, im Magen liegenden Fettbuletten vom Weihnachtsmarkt:

Kartoffelpuffer

Eine großartige Idee ist auch ein Risotto aus Kartoffeln. Ein Pattato also. Dazu feine Steinpilze und ein Glas Weißwein und Du bist direkt im Himmel!

Magst Du auch Kartoffelsalat? Magst Du ihn wie ich: Schlotzig und mit Brühe statt Mayonnaise? Vielleicht sogar zu einem Wiener Schnitzel? Ich sehe, wir verstehen uns! (Und bitte, bitte nicht den Ekelkram aus dem Eimer!)

Du magst Deinen Kartoffelsalat lieber anders? Dann habe ich noch rund 70 andere Kartoffelsalat-Rezepte für Dich. Aus allen Himmelsrichtungen!

Hast Du noch etwas Kartoffelbrei vom Vortrag übrig? Dann mach’ doch ein köstliches Kartoffelplätzchen aus dem Rest…

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Auch Bratkartoffeln gibt es mittlerweile fertig aus der Tüte. Aber wer braucht sowas? Wie Du köstliche, indisch gewürzte Bratkartoffeln machen kannst, siehst Du hier.

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Auch für eine herzhafte, sättigende, wärmende Kartoffelsuppe benötigst Du keine Dose. Und Du kannst sie von einfach bis festlich auf unzählige Arten variieren.

Und dann gibt es da noch Pommes, Wedges, Chips, Kartoffeltartes, Kartoffelgratin oder Kartoffelauflauf…

Wenn da nicht auch für Dich etwas dabei ist?! Wie magst Du die Knolle am liebsten?

Dieser Beitrag ist Teil der losen Reihe #wirrettenwaszurettenist, in der sich Foodblogger zusammenschließen gegen die galoppierende Fertig-Tüten-TK-Unsitte unserer Zeit. Selbermachen ist einfach, kostet wenig und schmeckt besser!

Weitere “Retter-Rezepte” findest Du hier:

Barbaras Spielwiese – Kartoffelpuffer

Obers trifft Sahne – Kartoffelchips

Feinschmeckerle.de – Das perfekte Kartoffelgratin (für mich)

giftigeblonde – Erdäpfel-Speck Rösti

kebo homing – Kartoffelblattlen

Küchenliebelei – Kartoffelpuffer

Cuisine Violette – Kartoffelstampf

Sakriköstlich – Country Potatoes

magentratzerl – Ofenkartoffeln mit Guacamole und Kichererbsencreme

Food for Angels and Devils – Kartoffelknödel aus gekochten Kartoffeln

lecker macht laune – Smashed Potatoes & more

LanisLeckerEcke – selbstgemachte Schupfnudeln

Kochen mit Herzchen – einfache Kartoffelsuppe

Aus meinem Kochtopf – Tartiflette mit Reblochon. Ein Kartoffelauflauf

Prostmahlzeit – Erdäpfelknödel mit Fleischfülle

Genial lecker – Kartoffelsalat mit Saurer Sahne

Jankes*Soulfood – Selbstgemachte Kroketten

Friederike vom Fliederbaum – Mohnstrudel aus Erdäpfelteig

http://fliederbaum.blogspot.com/2016/01/wir-retten-was-zu-retten-ist-sue.html

Kerstin von Verboten gut ! – Grumbeer ~ Stupperte

Nadine von SweetPie – Pastinaken Gnocchi

Kleine Chaosküche – Kartoffelwaffeln

widmatt- aus meiner Schweizer Küche – Ofenrösti mit Rüebli

Anna Antonia – Bratkartoffeln

Paprika meets Kardamom – Simples und vielfältiges Kartoffelgratin

Ingrid von “auchwas” und Spitzbuwe:

multikulinarisches – Schupfnudeln mit geröstetem Fenchelsamen

Das Mädel vom Land – Vollkorn-Erdäpfelbutterteig-Krapferl

1x umrühren bitte aka kochtopf – Kartoffelwedges

Sandra von from-snuggs-kitchen – Kartoffelpuffer aus dem Waffeleisen

Sabine von Bonjour Alsace – Kartoffelauflauf mit Sauerkraut

 

…wenn Du aufwachst und siehst, dass es über Nacht geschneit hat und jetzt die Sonne scheint! 

  
Ich wünsche Euch einen wunderschönen Sonntag, warme Füße und viel Zeit für einen Winterspaziergang! 

Ich liebe dieses Internet. Warum? Weil Du hier Leute entdeckst, die Du sonst nie treffen würdest! Etwa im Fernweh weckenden Blog Die See kocht. Essen aus der Kombüse quasi – auch für Landratten!

“Wenn ich die See seh’, brauch’ ich kein Meer mehr!”

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Seit ich denken kann, haben wir Urlaub am Meer gemacht: Atlantik und Nordsee mit ihren rauhen Wellen und kalten Winden haben uns dabei mehr begeistert als die flache Ostsee und das gemütliche Mittelmeer. Dabei habe ich heute auch gegen den badewannenwarmen Indischen Ozean so gar nichts einzuwenden. Ein erhabenes Gefühl war es, als wir in Südafrika an der Spitze standen, an der – so sagt man – Indischer Ozean und Atlantik ineinander fließen. Nix Badewanne! Arschkalt war’s!

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Wer also das Meer liebt, beneidet zwangsläufig Menschen auf Booten. Auch wenn wir persönlich das alles zu eng wäre, träume ich gerne mit, wenn andere auf große Fahrt gehen. Und wenn sie dann noch köstlich kochen und hübsche Fotos machen… *seuftz*

Deshalb: Lest unbedingt mal auf Die See kocht herum. Wer da keine Se(e)hnsucht bekommt?! Dabei geht es nicht nur um’s Essen, sondern auch um’s Segeln und Reisen. Was da aber in der winzigen Kombüse so gezaubert wird: Chapeau! Wenig Materialien, clevere Vorbereitung, gute Vorratshaltung – genau mein Ding. Also, stecken wir in See!

Nachgekocht haben wir deshalb auch gleich ein Gericht aus der Blog-Kombüse:

Steinbeißerfilet mit Spitzkohl!

Spitzkohl

Wir sind ja große Spitzkohlfans. Und Fisch essen wir eh beide extrem gerne. Was für eine tolle Kombi! Allerdings könnte ich mir auch gut einen weniger edlen, panierten Fisch dazu vorstellen.

Das Rezept findet Ihr im Blog.

Wir haben beim Kohl die Möhre weggelassen und beim Fisch die Sahne. Und dazu passt was? Natürlich!

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Also, Smutjes, ran an die Töpfe und zaubert Euch ein köstliches Friday Night Dinner für Euer Date unterm Sternenhimmel, der gerade auf dem Meer berauschend sein kann…

Und wer noch die richtige Lektüre für’s See-Feeling braucht, schnappt sich einfach mal DAS Buch für alle Meer-See-Schiffs-Verrückten: Die Schatzinsel!

“Dublonen! Dublonen!” und Guten Appetit!

Zimt, Kardamom, Nelken – darum bittet meine liebe Foodina beim Blog-Event auf Zorras Kochtopf. Wie könnte ich da widerstehen? Ob wärmender Chai, fruchtiges Chutney oder feuriges Vindaloo: Diese 3 Gewürze (und viele mehr) sind bei mir rund um’s Jahr im Einsatz!

Wenn Du hier öfter mal reinliest, dann weißt Du, dass die indische Küche für mich ganz weit oben auf meiner Liste der liebsten Länderküchen steht. Ob vegane Linsensuppe, fruchtige Chutneys, feurige Vindaloos, gefüllte Dosa, klassisches Chicken Tikka Masala oder hausgemachte Currymischungen und Garam Masala – niemals dürfen die exotischen Gewürze fehlen, die die indische Küche zur Aromaexplosion machen.

Also mache ich mir erstmal einen würzigen Chai Tee – nicht die süße Brühe aus den Star****s dieser Welt! – und nehme Euch mit auf eine kleine Indien-Tour durch das Blog.

Chai

Wie ich den Chai mache? Ich mörsere 1 braunen Kardamom, getrockneten Ingwer, 1/4 Stange Zimt, Fenchelsamen, 2-3 Nelken, 1/2 Sternanis und eine Prise Muskat sowie ein Stückchen Macis. Pro Tasse verwende ich einen starken Assam-Tee, den ich ganz normal aufbrühe. 1/4 TL der Gewürzmischung erwärme ich in Milch und gebe je nach Laune noch eine Prise Zucker hinzu. Die Gewürzmilch kommt dann in den Assam-Tee.

Natürlich kannst Du die Gewürze aber auch direkt in den Tee geben und ziehen lassen. Inder trinken ihren Chai allerdings immer mit Milch und Zucker.

So. Jetzt haben wir ein würziges Heißgetränk. Dann geht’s mal los:

Eines meiner All-time-Favourites ist das Malabar Fisch Curry: Säuerlich, scharf, leichte Kokosnote – himmlisch!

Ebenso köstlich, aber “wärmer” und besser für die Wintermonate geeignet ist ein Rogan Josh aus den Anfangstagen des Blogs:

Ganz zu schweigen von diesem Schweine-Curry aus Goa: Chiristas Ghassi!

Garam Masala mit seinen wärmenden Gewürzen ist Euer Freund, wenn es um die indische Küche geht. Auch an einem Rührei, einer Grillmarinade, einem Chutney ist eine Prise Garam Masala (enthält – natürlich! – Zimt, Kardamom, Nelke!) ein Boost in Richtung Indien.

Mein Garam Masala besteht aus:

ca. 10 grüne Kardamomkapseln

2 braune Kardamomkapseln (alternativ: insgesamt 15 grüne Kapseln)

Lorbeerblatt

2 EL Kreuzkümmelsamen (Cumin)

2 EL Korianderkörner

2 TL schwarze Pfefferkörner (Tellycherrypepper aus Indien)

1 TL Gewürznelken

1 1/2 Stangen Zimt

1/2 TL Muskatblüte (Macis)

Alle Gewürze mörsern oder in der Maschine fein mahlen und luftdicht in einem dunklen Glas verschließen. Die Muskatblüte gibt einen leicht säuerlichen Geschmack, der braune Kardamom schafft erdige Wärme. Garam Masala ist perfekt für Schmorgerichte mit Fleisch.

Überhaupt: Brauner Kardamom! Gibt es etwas Köstlicheres? Ich mag ihn lieber als den grünen, wenn ich Schmorgerichte zubereite. Er ist deutlich würziger, erdiger, “tiefer” als sein grüner Kumpel.

Wie fast alle Gewürze der indischen Küche (Fenchelsamen!) ist Kardamom bei der Verdauung hilfreich. Du hast das vielleicht schon gemerkt nach dem Genuss eines indischen Gerichts. Das ist nicht immer die Schärfe, die Dich ins Badezimmer treibt, sondern die Zusammenstellung der Gewürze! In der Ayurvedischen Küche ist der Magen-Darm-Trakt bzw. dessen Gesundheit sowieso ein ganz wichtiger Punkt. Und wer die Hygieneverhältnisse in Indien kennt, der weiß auch, wieso das so ist.

Zimt wirkt desinfizierend und wärmend. Nelken sollen schmerzstillend sein – schon im Mittelalter kauten Menschen mit Zahnschmerzen auf Nelken herum. Ist also scheinbar was dran!

Es gibt also neben Geschmack und Geruch noch viele weitere Gründe, mehr Gewürze in unsere Küche zu integrieren. Nicht nur zu Weihnachten!

Besonders im Kuchen können Chai-Gewürze den Inder in Dir wecken wie dieser Guglhupf beweist!

Ich hoffe, ich habe Euch ein bisschen Lust gemacht auf köstliche indische Küche mit Zimt, Koriander und Nelken – und vielen anderen Gewürzen!

Und wer noch mehr über Indien lesen will, findet hier noch ein paar Posts zu unserer Indien-Reise, Mitbringseln und Rezepten:

We’ve come full circle

Glückspaket zum Wochenende

Rückkehr nach Indien

Kategorie Indisch hier im Blog

Danke an Tina und Zorra für das tolle Event. Ich bin sehr gespannt auf die vielen Gerichte, die mit Gewürzen hergestellt werden!

Blog-Event CXV - Zimt, Kardamom, Nelke (Einsendeschluss 15. Januar 2016)

Für einen besonderen Anlass – einen Hochzeitstag, ein Weihnachtsessen, einen schönen Sonntagsschmaus – ist ein feines Kalbsfilet mit diesem herrlich fruchtigen Pürree eine wunderbare Hauptspeise. Uns hat sie den Heiligabend verschönt.

Kalb steht bei uns relativ selten auf dem Speiseplan. Es ist und bleibt ein feines Fleisch für besondere Anlässe. Das heißt nicht, dass ein Schweineleben weniger wert wäre. Vielmehr ist gutes Kalbfleisch nicht immer zu bekommen und schmeckt so fein, dass es der Star auf dem Teller sein sollte.

An Heiligabend hatten wir nach der Rote-Bete-Meerrettich-Terrine, die schon zur Tradition geworden ist, dieses herrliche Kalbsfilet mit Paprika-Kartoffelpürree und einem Tomaten-Koriander-Pesto:

Kalbsfilet

Zu dem Gericht wurden wir aus der Essen & Trinken inspiriert. Es ist nicht ganz unaufwendig, lohnt sich aber sehr im Rahmen eines schönen Essens mit dem/der Liebsten, der Familie, guten Freunden.

(Da ich an Heiligabend weder mit Tageslichtlampe noch sonstwie rumhampeln wollte, ist das Foto lichtmäßig…naja…)

Zutaten für 2 Personen als Hauptgericht:

300 gr mehlig kochende Kartoffeln

1 rote Paprikaschote

1 gelbe Paprikaschote

50 gr Butter

4 Kalbsfilets á 120-150 gr

6-8 Stengel frischer Koriander

3 Tomaten, geschält und entkernt (alternativ: geschälte Tomaten aus der Dose)

10 gr Pinienkerne

Olivenöl

1 Zweig Thymian

1 Spritzer Sherryessig

Salz

Pfeffer

Muskat

Chayennepfeffer

Zubehör: Mixer, Pfanne, Topf mit Deckel, Kartoffelstampfer oder -presse, Backblech oder Rost mit Auffangschale, Backofenthermometer

Zubereitungszeit: Je nach Routine etwa 1 – 1,5 Stunden

So geht’s:

Pinienkerne anrösten und abkühlen lassen. Koriander waschen und trockentupfen. Tomaten (geschält und entkernt), Pinienkernen und Koriander in einem Mixer zu einem Pesto vermischen. Dabei vorsichtig in einem dünnen Strahl so viel Olivenöl hinzugeben, bis eine geschmeidige, nicht zu flüssige Masse entsteht. Zur Seite stellen.

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Paprikaschoten waschen und entkernen. Vierteln und auf dem Backblech mit der Hautseite nach oben unter dem Backofengrill solange grillen, bis die Haut schwarze Blasen wirft. (Ofen auf 170 Grad zurückdrehen. Den brauchen wir noch!) Paprika in einen Gefrierbeutel geben und einige Minuten abkühlen lassen. Durch die Kondensfeuchtigkeit kannst Du die Haut jetzt einfach abziehen. Die vier gelben Viertel für die spätere Garnierung beiseite legen. Die rote Paprika im Mixer pürieren.

Währendessen die Kartoffeln in ausreichend Wasser mit Pelle gar kochen. Abschütten und pellen. Durch die Kartoffelpresse pressen oder mit dem Stampfer zerdrücken. Mit Butter, Salz, Pfeffer, Muskat und etwas Chayennepfeffer abschmecken. Pürierte Paprika unterheben.

Eine großzügige Flocke Butter zusammen mit dem Thymian in einer Pfanne erhitzen. Die Kalbsfilets darin von beiden Seiten etwa jeweils 2-3 Minuten anbraten (das kommt natürlich auf die Dicke Eures Fleischstücks an!). Auf ein Backblech setzen und auf der 2. Schiene von unten noch einige Minuten gar ziehen lassen. Die Kerntemperatur sollte 60 Grad betragen für ein zartes, rosiges Ergebnis. Am besten arbeitst Du mit einem Backofenthermometer.

Während das Fleisch gar zieht, garnierst Du die angewärmten Teller (Teller einfach in die mit heißem Wasser gefüllte Spüle stellen oder zwischendurch kurz (!) in den heißen Backofen stellen):

Kartoffelpürree durch eine runde Ausstechform oder als Klecks auf den Teller setzen. 1-2 Paprikaviertel darauflegen und zum Abschluss das Kalbsfilet auf dieses appetitliche Häufchen betten. Mit dem Pesto garnieren. Fertig!

Die größte Herausforderung ist, alles gleichzeitig fertig zu haben. Das Kartoffelpürree kann notfalls im Topf auf das Kalb warten. Keinesfalls sollte das Kalb auf die anderen Bestandteile warten!

Uns hat das zarte Kalb unseres Lieblingsmetzgers gerade in der fruchtigen Verbindung mit dem Paprika-Kartoffelpürree sehr gut geschmeckt. Das Pesto war uns etwas zu Korianderlastig. Beim nächsten Mal würde ich Basilikum und getrocknete Tomaten hacken, mit Salz und Pfeffer würzen, etwas Parmesan unterheben und mit Olivenöl binden. Schmeckt sicherlich ebenfalls köstlich!

Etwas aufwendiger, aber mit einer Küchenhilfe gut machbar – oder mit guter Organisation! Dazu passt ein Weißburgunder ganz hervorragend. Cheers!

Im August habe ich mein letztes Pasta-Rezept gepostet? I werd’ narrisch! Dabei gibt es bei uns sicher mindestens 2 bis 3 mal im Monat Nudeln. Schön winterlich ist eine Pesto-Variante aus Wirsing und Walnüssen!

Unter meinen Topf 3 5 der All-time-Pasta-Favourites sind natürlich die köstlichen Ottolenghi-Nudeln mit Walnüssen und Salbei, die allerallerallerbeste Bolognese der Welt nach bEdW, die überraschende Kombination der Spinat-Curry-Shrimp-Pasta, die herrlich einfache Variante Cacio e Pepe sowie NATÜRLICH meine Strohwitwen-Nudeln.

Was ist Deine Lieblingspasta?

All die oben genannten Varianten kannst Du auch super im Winter zubereiten, da Tomaten aus der Dose, TK-Spinat und Salbei aus dem Topf statt vom Balkon legitime Ersatzzutaten ihrer frischen Geschwister sind – wobei es Spinat gerade wunderbar frisch auf dem Markt gibt!

Aber richtig winterlich wird es natürlich mit echtem Wintergemüse. Da steht für mich der Wirsing ganz oben auf der Liste der liebsten Wintergenüsse. Dort stehen auch Grünkohl und Sauerkraut. Aber der Wirsing ist einfach ZU hübsch! Und Walnüsse hast Du sicherlich auch in Deinen Weihnachtstüten und Päckchen gefunden, oder? Parmesan solltest Du eh immer im Haus haben – fertig ist das Wirsing-Walnuss-Pesto, das herrlich zu frischen Tagliatelle passt.

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Irre: Am 30. Dezember, als wir dieses Gericht gemacht haben, schien ja sogar die Sonne!

Zutaten für eine große Portion Pesto, die locker für 4 Personen als Hauptgericht reicht:

Blätter von 1/2 Kopf Wirsing (ca. 350 gr)

40 gr Walnusskerne

40 gr geriebener Parmesan

10 EL mildes Olivenöl

Salz

Pfeffer

Muskat

Zubehör: Großer Topf, Mixer

Zubereitungszeit: 20 Minuten

So geht’s:

Wirsingblätter vom mittleren, harten Strunk befreien und waschen. In einem großen Topf mit gesalzenem Wasser die Blätter etwa 10 Minuten garen. Herausnehmen und gut abtropfen bzw. trocknen lassen. Das geht auf einem großen Geschirrtuch ganz gut.

Blätter grob zerkleinern und im Mixer zu einer Paste verarbeiten. Walnüsse, Parmesan, Öl und die Gewürze hinzugeben und alles zu einem homogenen Pesto vermischen.

Tagliatelle kochen und abgießen. Nudeln nicht zu stark abtropfen lassen! Wieder zurück in den Topf geben und mit dem Pesto vermischen. Eventuell nachwürzen und noch etwas Olivenöl darübergeben.

Fertig ist ein günstiges saisonales Wintergericht mit viel gesundem Gemüse, Nüssen und einem ordentlich starken Aroma.

Bist Du auch Wirsing-Fan? Weitere Wirsing-Gerichte findest Du hier.

Hier sind wir nun. 2016. Wie ein unbeschriebenes weißes Blatt Papier liegt das Jahr vor uns. Was werden wir wohl in zwölf Monaten von diesem 2016 halten? Wird es uns als Segen oder als Fluch in Erinnerung bleiben? Werden wir Neues freudig willkommen heißen oder uns von Liebgewonnenem verabschieden müssen? 2016, bist Du Freund oder Arschloch?

Oder wie es der großartige Erich Kästner auf den Punkt gebracht hat:

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. /Man steht am Fenster und wird langsam alt.

(alle kursiven Stellen aus: Januar von Erich Kästner)

Wir können den Lauf der Welt nicht beeinflussen. Aber wir können uns darum bemühen, dass wir in unserem unmittelbaren Umfeld keinen Schaden anrichten. Wenn ich am Ende eines Jahres zurückblicken und sagen kann: “War schon ok, was Du gemacht hast! Hast nix verbrochen, keine Wunden gerissen, kein schlechtes Karma aufgebaut”, dann ist das besser, als das, was beispielsweise Donald Trump von sich behaupten kann.

Es heißt, die Tage würden wieder länger./Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr.

Wir können natürlich auch konkret Gutes tun. Selbst im Klitzekleinen. Zum Beispiel: Wählen gehen. Die Presse- und Meinungsfreiheit verteidigen. Trotzdem und gerade deshalb den Mund aufmachen, wenn mal wieder jemand sagt: “Ich hab nix gegen XYZ, aber…”. Weniger Fleisch essen. Den kleinen Einzelhändler um die Ecke unterstützen. Dem Kellner im Restaurant sagen, dass er wirklich sehr freundlich war und man deshalb gerne ein ordentliches Trinkgeld gibt. Mehr zu Fuß gehen, weniger fliegen. Das Licht ausknipsen. Dem Straßenmusiker eine Münze geben und lächeln. Überhaupt: Mehr lächeln. Anderen die Tür aufhalten. So einkaufen, dass man nicht ständig Zeug wegwirft. Was noch?

Die Amseln frieren./Und die Krähen darben./Und auch der Mensch hat seine liebe Not. /Die leeren Felder sehnen sich nach Garben./Die Welt ist schwarz und weiß und ohne Farben./Und wär so gerne gelb und blau und rot.

Überhaupt: Einkaufen. Ich bin so ein täglicher Einkäufer und Spontan-Kocher. Pläne liegen mir nicht, wenn es um’s Essen geht. Natürlich schaue ich häufig erstmal in meine Regale, das Gemüsefach, den Kühlschrank, bevor ich mir überlege, was es zu essen gibt. Aber ebenso häufig gehe ich los und kaufe ein, worauf ich gerade Lust und Appetit habe. Ende vom Lied: Es bleiben einfach zu häufig Reste übrig. Deshalb mein Vorsatz 2016: Klüger, rücksichtsvoller einkaufen, weniger wegwerfen, besser planen.

Silvester hörte man’s auf allen Sendern,/dass sich auch unterm Himmel manches ändern/und, außer uns, viel besser werden soll.

Machen wir uns also an die “Reste” von den Feiertagen. Vielleicht hast Du auch noch etwas Lachs übrig oder einen anderen Fisch? Vielleicht weißt Du nicht wohin mit dem angebrochenen Glas Kapern oder dem schon etwas schlappen Stengel Dill, der da im Wasserglas steht? Und vermutlich hast Du so wie ich immer, aber auch wirklich IMMER eine angeschnittene Salatgurke im Gemüsefach? (Wo kommen die immer her?). Dann kann ich Dir nur die köstlichen Lachs-Fritters nach Nigel Slater empfehlen, der überhaupt der König der einfachen Küche ist und dessen Küchentagebuch ich quasi ständig in den Fingern habe.

Lachsfritters

Diese kleinen, herzhaften Häppchen kannst Du natürlich auch zum Aperitif reichen oder als Beilage zu einem Salat. Wir haben uns einfach auf die Fritters gestürzt und dazu einen leichten Gurkensalat gemacht.

Zutaten für 2 Personen als Hauptmahlzeit:

300 gr Lachsteak, fein gewürfelt (ohne Haut, Gräten notfalls mit der Pinzette entfernen)

2 Männerhände voll grober Semmelbrösel

2 EL fein gehackter Dill

Butter zum Braten

Salz

weißer Pfeffer

(Im Original kommen noch 2 TL Kapern an die Küchlein. Die haben wir aber weggelassen, weil der bEdW kein Fan von ihnen ist. Alternativ passt auch eine sehr fein gehackte Gewürzgurke dazu.)

Zubehör: Schüssel, beschichtete Pfanne

Zubereitungszeit: 20 Minuten

So geht’s:

Lachwürfelchen mit den Semmelbröseln in der Schüssel vermischen. Dill und etwas Salz sowie Pfeffern hinzugeben und alles gut mit den Händen mischen.

Butter in der Pfanne erhitzen, so dass der Boden nur leicht gebuttert ist, aber das Fett nicht in der Pfanne steht!

Aus der Lachsmasse kleine Bällchen formen und flach drücken – so groß wie eine gängige Frikadelle. Wenn Du die Fritters zum Aperitif reichst, mach’ sie etwas kleiner.

In die leicht brutzelnde Butter die Fritters hineinlegen und etwa zwei Minuten braten. Wenden und von der anderen Seite ebenfalls 2-3 Minuten braten.

Zusammen mit dem Gurkensalat servieren und möglichst frisch aus der Pfanne genießen.

Du kannst die Küchlein auch am nächsten Tag kalt in der Mittagspause genießen oder noch mal in der Pfanne vorsichtig erwärmen. Frisch haben sie uns aber am besten geschmeckt!

Dazu passt ein Glas gut gekühler Chardonnay oder Auxerrois.

Und welche Vorsätze hast Du?

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege./Und ist doch hunderttausend Jahre alt./Es träumt von Frieden. Oder träumt’s vom Kriege?/Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege./Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.

Guten Appetit!

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