Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘backen’

Wenn das Leben Dir keine Zitronen gibt, nimm halt Orangen!

Service-Hinweis: Es hilft ungemein, wenn Du Dir freitags schon überlegst, welchen Kuchen Du am Wochenende essen möchtest. Dann kannst Du nämlich Butter, Mandeln und Schokolade einkaufen und hast einen feinen Schokoladen-Gugelhupf!

Und jetzt wird es intellektuell: In der Literatur gibt es die Technik des “Stream of Consciousness” (aka Bewusstseinsstrom). Dabei wird der Leser in die Gedankenwelt und Assoziationsketten des jeweiligen Charakters hineingesogen. Als Leser hörst Du quasi, was der Mensch im Buch da gerade denkt. Besonders gelungen findest Du das in James Joyes “Ulysses”. Aber auch in Virginia Woolfes “Mrs Dalloways” oder Knut Hamsuns “Hunger” ist diese Technik meisterhaft zu Papier gebracht.

Als weiteren Schritt im Modul I unseres kleinen Literaturkurses heute: Das Praxisbeispiel! Oder: Julia will backen!

Aaaaah, Sonntag! Der bEdW schläft noch? Die Sonne scheint tatsächlich? Dann geh ich mal laufen… Erstmal in’s Badezimmer… Ach, da liegen ja sogar schon die Laufklamotten bereit. Wie klug von mir. Gucke gerade mal aufs Handy, was es so Neues gibt. Hmm. Hmmm.. Überall Winterbilder? Naja, hier im milden Wiesbaden natürlich wieder mal nix zu sehen, oder? HUCH! Ist ja alles weiß draußen. Wie kann das denn liegenbleiben? Na, was sagt die App? MINUS 6 GRAD???? Ich kann jetzt keinesfalls krank werden. Ich bin selbständig. Nix da! Ich bleib drin. Erstmal Tee machen. Ach, zu so einem Tee wäre ein schokoladiger, saftiger Gugelhupf nett. Da kann ich jetzt die Zeit nutzen. Wer will schon bei minus 6 Grad laufen gehen? Oh, keine gemahlenen Mandeln mehr da. Verdammt! Dann muss es halt ein Zitronengugelhupf werden. Der braucht keine Mandeln. Verdammt! Auch keine Zitronen mehr im Haus. Wie kann sowas passieren? Wo wir doch so gerne Sprizz trinken… Naa, nimmste halt Orangen. Yeah! Tolle Idee. Ich bin so ein Fuchs! 

Guglhupf

So, was brauche ich noch? Ah, ja. Eier, Butter… Verdammt! Keine Butter im Haus. I werd narrisch!! Was mach’ ich jetzt? Thank God für die Food-Community und dieses Internet. Aha, man kann das Ganze durch Öl ersetzen. Gramm oder Millilieter? Tja. Gibt ungefähr 100 Umrechnungstabellen. Naja, ich probier das mal aus… Dumdidum…”

Lieber Leser, so geht “Stream of Consciousness”!

Und so geht mein zimtiger Orangengugelhupf:

Zutaten für eine kleine (16cm) Guglhupf- oder Napfkuchen-Form:

125 gr weiche Butter 100 gr Rapsöl

100 gr Muscovado-Zucker

20 gr Vanillezucker

2 Eier (M)

2 EL Triple Sec oder anderen Orangenlikör

eine Prise Salz

eine gute Prise Zimt

Abrieb von einer halben Bio-Orange

125 gr Mehl Type 405

30 gr Speisestärke

1 EL Backpulver

1 EL Orangensaft

Für den Guss:

60 gr Puderzucker

1 kleine Prise Zimt

Orangensaft

Zesten von einer halben Orange

Die Zubereitung ist denkbar einfach:

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Backform mit etwas Butter Öl einfetten. Öl und beide Zucker mit dem Handquirl verrühren. Dann Eier, eine Prise Salz, Prise Zimt hinzugeben und alles gut vermischen. Dann Mehl, Stärke und Backpulver miteinander vermischen und Esslöffel-weise unterrühren. Zum Schluss noch den Triple Sec und Orangensaft unterrühren und alles noch mal gut miteinander vermischen. Den Teig in die Form füllen, glatt streichen und auf der mittleren Schiene etwa 45 min backen (mein Backofen ist etwas “langsamer” als andere. Vielleicht reichen bei Euch schon 35-40 min. In jedem Fall ist die Pieks-Probe mit einem Holzspießchen ratsam).

Nach der Backzeit den Kuchen herausnehmen und gut abkühlen lassen. Aus der Form kippen und aus Puderzucker, Zimt und dem Orangensaft einen Guss anrühren. Über den Kuchen geben und abschließend mit den Zesten garnieren.

Seid nächste Woche wieder dabei, wenn es heißt:”Der Zauberberg” – Was will uns der Autor damit sagen?

Habt ein schönes kuscheliges Wochenende!

Read Full Post »

Endlich gibt’s hier wieder was zu essen! Und etwas unglaublich Köstliches obendrein. Ein feines Geschenk aus der Küche für alle Käseliebhaber und Pastetenfans!

Nigel Slaters Küchentagebuch, das ich hier kurz vorgestellt habe, ist immer wieder Inspiration für feine Gerichte, die erstmal unspektakulär klingen aber wirklich immer gelingen und einfach glücklich machen. Wie dieses herrliche Früchtebrot mit Feigen und Haselnüssen. Dazu Ziegenfrischkäse und Quittenkompott und Du bist direkt im Himmel.

Brot

Ebenso glücklich gemacht hat mich, als Mr Slater auf meinen Begeisterungs-Tweet über sein Brot prompt antwortete:

//platform.twitter.com/widgets.js

OH! MY! GOD! Schnappatmung! Zeigt aber wiedereinmal, wie “down to earth” dear Nigel ist.

Kauft bitte, bitte seine wunderbaren Kochbücher. Denn der Mann kann wirklich schreiben! Anders als Jamie, Heston & Co. ist er nämlich nicht Koch, sondern eigentlich Food-Autor. Diesen Unterschied merkt man sowohl seiner Kocherei als auch seiner Schreibe an, finde ich. Lesenswert!

Ich habe aus der Teigmenge zwei Laibe geformt. Das Brot lässt sich prima einfrieren. Denn entgegen meiner Annahme hält es sich nicht länger als normales Brot. Trotz der vielen Feigen.

Brot_Feigen

Ach, über Feigen muss ich auch irgendwann mal schreiben…

Aber jetzt erstmal zum Brot!

Zutaten für zwei Laibe Früchtebrot, die am besten frisch genossen werden (kleine Abwandlungen vom Originalrezept):

250 gr Dinkelmehl

250 gr Weizenmehl Type 450

1 Tütchen Trockenhefe (7 gr)

1 EL dunkler Rübensirup

1 TL Salz

200 gr getrocknete Feigen

70 gr Haselnüsse, geschält

1 EL Fenchelsamen

Mehl zum Verarbeiten

Zubehör: Backbleck mit Backpapier oder besser: Pizzastein, große Teigschüssel

Zubereitungszeit: 3,5 Stunden inkl. Geh- und Backzeit

So geht’s:

Sämtliches Mehl in die Schüssel sieben und mit der Trockenhefe vermischen. Sirup und Salz zugeben. Nach und nach etwa 350 ml handwarmes Wasser hinzugeben und mit einem Holzlöffel oder der Hand verrühren.

Du kannst natürlich auch die Küchenmaschine nehmen. Ich Back-Legastheniker bekomme aber ein besseres Gefühl für den Teig und die richtige Konsistenz, wenn ich mit den Händen arbeite. Vermutlich die Gene meiner Großmutter, die im Leben keine Küchenmaschine benutzt hat!

Achtung: Der Teig ist SEHR flüssig. Das wirkt erstmal komisch. Aber wenn Du weiter knetest und den Teig auf die stark (!) bemehlte Arbeitsfläche legst und dort weiter verarbeitest, weiter etwas Mehl unterhebst und so fort, wird der Teig wunderschön:

BrotIII

Die Schüssel einmehlen und den Teig hineinlegen. Mit einem Tuch abdecken und in den ausgeschalteten (!!) Backofen mit angestelltem Licht und geschlossener Tür stellen. Eine Stunde gehen lassen.

Während der Teig geht, die Feigen in feine Streifen schneiden. Wenn der Teig gegangen ist, sollte er deutlich größer sein als vorher:

Brot_Teig

Jetzt den Teig wieder auf die bemehlte Arbeitsfläche heben, Feigen, Haselnüsse und Fenchelsamen in den Teig einarbeiten. Das kostet etwas Kraft!

Den Teig halbieren und zu zwei Laiben formen. Auf den bemehlten Teigschieber oder ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, leicht bemehlen, zudecken und nochmals 45 min gehen lassen:

Brot_Laib

Backofen auf 220 Grad vorheizen. Die Laibe etwa 25 min backen, bis sie hohl klingen, wenn Du draufklopfst!

Dann sehen sie so aus:

Brot_ganz

Die Kruste ist krachig, das Innere schön saftig. Die Feigen, Nüsse und Fenchelsamen geben dem Früchtebrot eine ganz leichte Süße, ohne dass es wirklich ein Dessert-Brot wäre. Sogar zu Leberpasteten würde es toll schmecken!

Ich habe es aber mit Käse gegessen. Am liebsten mit Ziegenfrischkäse. Selbst der bEdW, der sonst kein Ziegenkäsefan ist und schon gar kein Kompottfan, war völlig begeistert. Einen halben Laib haben wir aus dem Stand am Küchenblock gefuttert!

Dazu habe ich schnell ein Quittenkompott gemacht:

1 Quitte und einen Apfel fein würfeln. Mit 3 EL Muscovadozucker und 100ml Wasser zum Kochen bringen. 1/2 Sternanis und eine Prise Garam Masala hinzugeben und einkochen lassen, bis das Kompott dicklich ist. Etwas abkühlen lassen und direkt verzehren oder heiß in ein Schraubglas füllen.

Natürlich passt auch ein Chutney dazu, ein Feigensenf oder ein würziges Pflaumenmuß.

BrotII

Wenn Du aus dem Brotteig 4 oder 6 kleine Laibe formst und das Ganze kurz vor Weihnachten backst, hast Du ein wunderhübsches, köstliches Geschenk aus der Küche. Schleife drum, Kompott dazu in einem kleinen Gläschen – fertig! Oder Du isst es einfach selbst :)

Habt alle ein wunderschönes 4. Adventswochenende!

Read Full Post »

In zweieinhalb Wochen ist Weihnachten. ZWEI EINHALB WOCHEN! Waaaaaaaah! Höchste Zeit köstliche Bethmännchen anzusetzen. Denn die Frankfurter Spezialität schmeckt mit jedem Tag besser und sollte etwas durchziehen.

Sicherlich hast Du auch so eine ganz traditionelle regionale Weihnachtsköstlichkeit, auf die Du keinesfalls verzichten willst. Aachener Printen vielleicht? Oder ein Vogtländer Stollen? Oder irgendeine andere Spezialität aus dem Norden, dem Rheinland, Bayern oder Schwaben?

Bei mir sind es die Frankfurter Bethmännchen, die nicht nur zur Weihnachtszeit gut schmecken. Die kleinen Marzipan-Hütchen mit Mandeln sind immer etwas Besonderes und kosten in Frankfurter Konditoreien ein kleines Vermögen. Dabei sind sie leicht selbst herzustellen. Und wenn ICH das sage, dann ist es wirklich so!

bethmaennchen

Das Rezept findest Du hier im Blog. Je länger die Bethmännchen Zeit zum Ziehen haben, umso besser. Denn das Rosenwasser schmeckst Du erst richtig nach ein paar Tagen. In einer hübschen Dose oder etwas Seidenpapier verpackt, werden sie nicht hart sondern immer, immer besser.

Wenn Du dieses Jahr also etwas ganz Besonderes aus Hessen verschenken möchtest, dann mach’ doch mal ein paar Bethmännchen!

Read Full Post »

Hä? Friday Night Dinner Date und Frühstücksei? Spinnt die jetzt, fragst Du. Ganz richtig: Gibt heute kein selbstgekochtes Friday Night Dinner Date. Aber am Sonntag, zum 1. Advent, freust Du Dich vielleicht über ein ganz besonderes Ei! Aus dem Ofen!

Jetzt läuft der Countdown! Sonntag ist 1. Advent. Bis dahin soll meine Weihnachtsdeko stehen, der Adventskranz in Stellung gebracht sein. Außerdem muss ich mal wieder Koffer packen. Denn das fröhliche PR-Berater-Leben schert sich nicht um stille Weihnachtszeit und Pipapo. Also: Schnell runter zum Weihnachtsmarkt, lecker Glühwein vom Rheingauwinzer und Wiesbadener Rostbratwurst reingepfiffen und Füße hoch. Denn das Wochenende wird ziemlich stressig. Da kannst Du am Freitagabend mal ein bisschen entspannen.

Aaaaber, zu einem schönen Adventskranz gehört ein schönes Adventsfrühstück. Und so ein Adventsfrühstück ist nicht perfekt ohne Frühstücksei. Das kannst Du entweder so kochen wie Küchen-Gott Heston Blumenthal. Oder Du machst ein fluffiges Hingucker-Ei aus dem Ofen, um die Liebste, die Kids, die Omma oder die Schwiegereltern zu beeindrucken. So ein richtiges Dicke-Hose-Ei (hmm, das klingt jetzt auch komisch…):

Ei

Zutaten für 2 Personen zum Frühstück:

2 Bio-Eier Größe M

Salz

weißer Pfeffer

2 EL fein geriebener Parmesan

Zubehör: Schneebesen oder Küchenmaschine, 4 Schälchen, Backpapier und Backblech

Zubereitungszeit: unter 15 Minuten

So geht’s:

Backofen auf 225-230 Grad vorheizen.

Jedes Ei trennen und separat Eiweiß und Eigelb aufheben: Also Ei aufschlagen, Dotter in ein Schälchen, Eiweiß in ein anderes Schälchen. 2. Ei aufschlagen, Dotter und Eiweiß wieder in zwei separate Schälchen trennen…

Eiweiß jeweils aufschlagen. Salzen, pfeffern und jeweils 1 EL vom Parmesan pro Ei vorsichtig unterheben.

Backblech mit Backpapier auslegen. Die aufgeschlagenen Eiweiße getrennt voneinander aufs Papier setzen und kleine Delle hineindrücken. In den Backofen schieben und etwa 3-4 Minuten backen, bis das Eiweiß etwas gebräunt ist.

Jetzt den Dotter vorsichtig in die Delle setzen und nochmals 3-4 Minuten backen.

Fertig ist ein fluffiges, würziges, ganz besonderes Frühstücksei, das jedes Adventsfrühstück adelt. Und am 2. Advent machst Du einfach zwei Eier, am 3. drei, am 4. vier…

Habt ein wunderbares Adventswochenende, Ihr Lieben!

Read Full Post »

…sucht Sandra vom grandiosen Back- und Genussblog From Snugg’s Kitchen. Sandra und ihr Blog sind quasi meine “Telefonjoker”, wenn’s ums Backen geht. Ehrensache, dass ich Sandra bei ihrer Suche nach der perfekten Pizza unterstütze!

Denn egal, ob Cookies oder Brot – sie kennt sich mit Mehlsorten, Garzeiten, Teigkonsistenz uvm. so gut aus, dass ich sie häufig einfach frage: “Ich hab noch Roggenvollkornmehl und Dinkelmehl. Was kann ich denn damit machen?”

Banner Pizza

Ich bin sehr gespannt, welche Beiträge Sandra und ihre Leser zusammentragen. Denn in puncto Pizza gibt es nicht nur einen Weg, der nach Rom (höhö!) führt, sondern zahlreiche traditionelle sowie moderne Rezepte, die eine herrliche Pizza ergeben. Natürlich gibt es auch glutenfreie oder kohlehydratarme Varianten. Wir werden es nach dem 30. November in Sandras Blog lesen können!

Ich dagegen mag’s klassisch: Dünn, knusprig, sparsam belegt. Römisch eben!

Wie Ihr eine original römische Pizza hinbekommt, die schön krachig-dünn daher kommt, habe ich Euch hier schon mal zusammengefasst: Natürlich habe ich dort auch ein Tipp für Euch, wo Ihr solch eine herrliche Pizza in Rom essen könnt!

Pizza

Mehr Tipps und Rezepte zu Rom und der Cucina Romana findet Ihr übrigens in Arianes wunderschönem Blog Tra dolce ed amaro.

Klassisch mit Tomate und Käse ist Pizza natürlich ein Genuss! Ich mag sie allerdings aber auch “a la bianca” – also mit weißem Boden. Wie bei dieser Pizza Primavera mit Bärlauch und Schinken:

pizza-e1365016785262

Der Teig ist natürlich mega-wichtig bei der “richtigen” Pizza. Aber was wäre hausgemachte Pizza ohne einen würzigen Tomatensud, einen knallheißen Pizzastein, gutem Wein (hier allerdings aus Südafrika!) und Musica Italiana? Wie Ihr das alles unter einen Hut beziehungsweise auf einen Teller bekommt, hier entlang, bitte!

pizzaii

Ich bin sehr gespannt, was mein Back-Idol Sandra alles zusammenträgt! Habt Ihr auch einen Pizza-Tipp? Dann macht doch noch beim Blog-Event mit oder postet hier in den Kommentaren, was Ihr immer schon mal über Eure Pizza verraten wolltet!

 

Read Full Post »

Huhu, ich bin’s nochmal! Ganz außer der Reihe poste ich heute ein “Outtake” aus meiner Küche: Ein schaurig-schönes Kuchen-Monster, das zwar grandios geschmeckt hat, aber sowas von hässlich war! Liebe Eltern, haltet Euren Kids die Augen zu: Hier kommt Frankenstein Halloween-Guglhupf!

Halloweengugl

Was war passiert? Die viel gerühmte, oft gepriesene Guglhupf-Form stellte sich als wahre Bitch heraus und wollte meinen Guglhupf einfach nicht hergeben! Also hab ich Gewalt angewendet und hatte dann: 2 Guglhupf-Hälften statt eines kompletten Kuchens!

Ich hab geflucht, geschimpft, aufgestampft! Aber hilft ja alles nix! Also: Beide Teile zusammengesetzt, mit ordentlich Sirup aus Bitterorangen-Konfitüre und Ingwerlikör getränkt und genossen. Motto: Augen zu und durch!

Was ich falsch gemacht habe? Ich glaube, die Form war nicht genug gefettet für den feuchten Teig. Was sonst immer flutscht, hat sich diesmal als hartnäckiges kleines Luder herausgestellt.

Trotzdem kann ich den Kuchen nur jedem empfehlen: Ingwer, Chai Masala Gewürze und die Bitterorange haben das kleine Monster unwiderstehlich und sogar etwas indisch gemacht. Solange keiner so genau hinschaute…

Für eine kleine Guglhupf-Form, die ich hier und hier schon so oft geprisen habe, benötigst Du folgende Zutaten:

2 Eier

80 gr Butter

80 gr Muscovado-Zucker

1 Prise Salz

125 gr Mehl

1 EL Speisestärke

1 TL Backpulver

50 gr gemahlene Mandeln

2 EL fein gehackter kandierter Ingwer

1 EL Kakaopulver

1 EL Ingwerlikör

1 TL gemahlene Chai Masala Gewürzmischung (kommt in indische Tees und besteht häufig aus Zimt, Anis, Nelke, Kardamom. Wer mag, gibt noch Pfeffer und Muskat hinzu. Meine Mischung stammt aus Indien. Ich habe sie aber (s. Link) auch schon selbst gemacht! Ein Chai wärmt wunderbar und aromatisiert Schwarztee, der dann mit Milch und Zucker genossen wird.)

Für den Sirup:

100 ml Bitterorangenkonfitüre

3 EL Ingwerlikör

brauner Zucker

Zubehör: Guglhupf-Form, Teigschüssel, Handmixer, kleiner Topf für den Sirup

Zubereitungszeit: 45-50 min, je nach Backzeit

So geht’s:

Eier trennen und die Eiweiße steif schlagen. In den Kühlschrank stellen. Dotter aufheben!

Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Butter und Zucker schaumig rühren. Ingwerlikör, Salz, Kakao- und Chai-Pulver hinzugeben. Eigelb ebenfalls unterrühren. Mehl, Speisestärke und Backpulver vermischen, fein sieben und unter die Mischung geben. Mandeln und kandierten Ingwer unterheben. Zum Schluss den Eischnee unterheben.

Guglhupfform fetten (!!) und den Teig einfüllen. Glattstreichen und etwa 40 Minuten backen.

Während der Kuchen backt, die Zutaten für den Sirup ansetzen und aufkochen lassen.

Den Kuchen nach gelungener Stäbchenprobe (kein Teig hängt mehr am reingepieksten Holzstäbchen!) herausnehmen und gut abkühlen lassen. Aus der Form stürzen (haha!) und mit dem Sirup überziehen.

Ich wünsche Euch viel Erfolg beim Nachbacken! Die Gewürze und der Ingwer machen den Kuchen zu einem echten Genuss zu Tee oder Kaffee. Ein kleiner indischer Schlingel, der in meiner Variante leider verunglückt ist. Hat aber am Geschmack nix geändert :)

Habt noch ein schönes Wochenende!

Read Full Post »

“Retten? Wieso denn Pizza retten?”, fragst Du vielleicht. Tja, dann guck’ doch mal in eine durchschnittliche deutsche Fußgängerzone, in denen schon Kleinkindern fragwürdige “Pizzazungen” vom Discount-Bäcker in die Patschehändchen gedrückt werden. Ganz zu schweigen von all den Fertig-Teigen und ihren Zutatenlisten. Dabei ist kaum etwas einfacher zuzubereiten als eine hausgemachte Pizza, ein knuspriger Flammkuchen oder eine herzhafte Quiche!

14032_1587554494807988_8376197270099437244_n

Nach Döner gehört die Pizza zum Lieblingsessen der Deutschen. Dagegen ist auch gar nichts zu sagen. Eine frische Pizza aus dem Steinofen ist eine Köstlichkeit, die viele italienische Restaurants am Leben hält. Auch gegen ein Stück auf die Hand ist wenig einzuwenden.

Außer vielleicht: Warum muss immer alles schnell und im Gehen gegessen werden? Befriedigt nicht, schadet der Essenskultur und macht nachweislich dick. Denn was wir im Vorbeigehen essen, bleibt in unserem Hirn nicht als Nahrungsaufnahme hängen. Kannste Dir also sparen!

Viel schöner ist es doch, sich hinzusetzen, ein Glas Wein zu trinken, das Essen zu genießen!

Pizza

Was mich nervt, sind die Fertig- und TK-Pizzen voller Analogkäse und Formschinken. Als Kompromiss zwischen Fertiggericht und Selbermachen gilt vielen das eigenhändige Belegen von Fertig-Teig aus dem Kühlregal. Ist ja irgendwie selbstgemacht, aber man spart sich die Arbeit mit dem Hefeteig.

Oh, wie gut ich das verstehen kann. Hefeteig und ich sind nicht sooo die Best Buddies! Aber wenn ich schon den Backofen anwerfe, warum dann nicht auch gleich einen Hefeteig ansetzen? Das ist weniger schlimm, als Du denkst. Sogar für einen Back-Legastheniker wie mich.

Du brauchst noch ein Argument? Guck mal:

400 Gramm Blech-Pizzateig der Marke Tante Fanny, die im Supermarkt erhältlich ist, kosten rund 2€ und enthalten folgende Zutaten:

Weizenmehl, Wasser, Olivenöl (2 %), pflanzliche Fette gehärtet, Backmittel (Backtriebmittel: Diphosphate, Natriumcarbonat, Magermilchpulver), Stabilisator: Guarkernmehrl, Emulgator: Sojalecithin, Salz, Ethylalkohol, Weinessig, Hefe.

(Preise und Zutaten sind bei anderen Anbietern ähnlich. “Tante Fanny” suggeriert aber natürlich, dass ein liebes altes Tantchen in der Küche steht und den Teig knetet. So wie Landliebe-Joghurt suggeriert,… Ach, lassen wir das…)

Mein Pizzateig reicht für vier durchschnittlich große Pizzen und besteht aus Weizenmehl (Type 00), Hartweizengrieß, Trockenhefe, Salz, Zucker und Wasser. Die Zutaten kosten rund 90 Cent.

Pizza2

Da sage ich glatt: German Abendbrot 1, Tante Fanny 0! Oder wie siehst Du das?

“Wissen, was drin ist!” – Das ist mir als Verbraucher wichtig. Ohne Missionseifer, ohne Hysterie. Aber ich will einfach keine Füllstoffe, Glattmacher, Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel usw. zu mir nehmen, wenn ich es vermeiden kann.

Ich muss mir aber auch nicht unnötig Arbeit machen. Das German Abendbrot steht nicht umsonst für unkomplizierte Küche, die auch für Berufstätige taugt und nach Feierabend funktioniert.

Also bekommst Du jetzt von mir ein Pizzateig-Grundrezept, das nicht nur funktioniert. Du kannst den Teig auch portionsweise einfrieren, morgens aus dem Tiefkühler nehmen, tagsüber auftauen und hast abends ein blitzschnelles hausgemachtes Abendessen ohne nervige Zusatzstoffe!  

Kleine Vorwarnung: Wir mögen den Teig dünn und knusprig. Also quasi römische Art. Wenn Du lieber den dicken Rand und fluffige Unterlagen magst, findest Du bessere Rezepte. Mir meinem wird der Teig dünn, knusprig, krachig!

Zutaten für 4 Pizzen:

400 gr Weizenmehl (Type 00 – also Pizzamehl, oder 550)

100 gr Hartweizengrieß

1 Tütchen Trockenhefe (ca. 6 gr)

1 TL Zucker

1 TL Salz

ca 300 ml lauwarmes (nicht zu warmes!) Wasser

Zum Pizza-Belag kommen wir später :)

Siebe das Mehl und das Grieß durch ein feines Sieb in eine Schüssel. Gib die Trockenhefe dazu und vermische alles gut miteinander. Salz und Zucker hinzugeben und ebenfalls gut vermischen.

Jetzt das Wasser vorsichtig hinzugießen und mit der Hand (so habe ich das beste Gefühl für den Teig) Mehl und Wasser vermischen. Immer etwas mehr Wasser hinzugeben, bis alles miteinander eine homogene Masse ergibt. Ist der Teig zu trocken, gibst Du noch etwas Wasser dran. Ist er zu nass, nimm noch eine Prise Mehl dazu.

Jetzt den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und etwa 10 min gut durchkneten. Etwas Mehl in Deine Schüssel geben, den Teig hineinsetzen und zugedeckt etwa eine Stunde gehen lassen. (Ich stelle den Teig in den Backofen und mache das Licht an aber keine Temperatur!)

Natürlich kannst Du Dich verrückt machen lassen wegen “kalter Teigführung” und “Über-Nacht-Gare”. Aber wir wollen uns das Leben ja nicht unnötig kompliziert machen. Wenn Du tiefer in die Materie einsteigen magst, tu das gerne auf den vielen versierten Back-Blogs. Hier gibt’s die Alltags-Lösung!

Das ist wirklich einfach und geht schnell. Wenn der Teig gegangen ist, hat er etwa das doppelte Volumen oder mehr. Du nimmst ihn jetzt raus, legst ihn wieder auf die bemehlte Fläche, schlägst ihn zusammen und viertelst den Teigklumpen.

Ich backe immer drei Pizzen: Eine für mich, eine für den besten Ehemann der Welt (bEdW) und eine für den nächsten Tag. Kalte Pizza ist nämlich mein Guilty Pleasure!

Ein Viertel friere ich aber immer direkt ein. Dann hab ich abends oder am Wochenende mal schnell eine Pizza! Das Einfrieren schadet dem Teig nicht. Du lässt ihn einfach langsam in seinem Gefrierbeutel oder Tupperdöschen im Kühlschrank auftauen, nimmst ihn anschließend heraus und lässt ihn in einer bemehlten Schüssel zugedeckt Zimmertemperatur annehmen:

Pizza3

Die Anschaffung eines Pizzasteins lohnt sich übrigens wirklich – auch für Obstböden oder Brot. Die Hitze kommt so richtig gut an den Boden und macht ihn knusprig. Oft bekommst Du in einer Pizzeria ein Riesenteil mit einer matschien Mitte. Das mag keiner, oder?

Den Backofen kannst Du also mit Pizzastein volle Pulle vorheizen (mein Ofen schafft 250 Grad. Wenn Deiner 280 kann, tu es!). Am besten schiebst Du den Stein auf die 1. oder 2. Stufe von unten, damit der Belag nicht so dicht an der oberen Heinzschlange ist.

Du rollst ein Teig-Viertel mit dem Nudelholz auf einer bemehlten Fläche dünn aus, belegst Deine Pizza nach Wahl und Geschmack und backst sie etwa 10 Minuten – je nachdem, wie kross Du sie magst. Je heißer der Ofen ist, desto kürzer die Garzeit. Klar, oder? Bei der dritten Pizza reichen oft schon 5 Minuten weil der Ofen und der Stein knalleheiß sind!

Ein paar Worte zum Belag: Hier geht, was gefällt. Magst Du Pizza Hawaii mit Ananasscheiben und Cocktailkirsche? Just do it!

Ich liebe aber folgende Variante:

Ich koche mir einen Tomatensud aus 1/2 feingehackten Zwiebel, 2 Sardellen, 1 Knoblauchzehe, einem Lorbeerblatt und einer Dose geschälten Tomaten. Zum Würzen gebe ich Salz, Zucker und 1/2 Chilischote dran und lasse alles richtig schön einköcheln. Der Tomatensud soll pur zu heftig schmecken. Dann kommt er auf der Pizza richtig gut.

Dieser Sud reicht für 3-4 Pizzen. Ich gebe den Sud dünn auf die Pizza bis zum Rand. Wenn Du lieber einen dickeren Rand magst, spare einen Zentimeter aus, damit er schön aufgehen kann.

Für 2 Pizzen teile ich eine Kugel Mozzarella und zerpflücke sie über dem Sud. Dann gebe ich drauf, was vielleicht noch im Kühlschrank ist oder gut zum Wein schmeckt: Etwas San Daniele Schinken, ein paar schwarze Oliven, ein paar Kapern, Ringe einer roten Paprika, einen braunen Champignon in dünne Scheiben geschnitten… Weniger ist mehr!

Die heiße Pizza garniere ich noch mit gerebeltem oder frischem Oregano und ein paar Tropfen Olivenöl. Dazu gibt es ein Glas Sangiovese Wein.

Haaaaaalt! Ich hatte Dir ja noch einen Tipp für Pizza in Rom versprochen!

Wenn Du die Pizza dünn, knusprig, dünn belegt und sehr, sehr köstlich magst, dann geh zu Ai Balestrari am Campo di Fiori. Seit 1862 macht die Familie nichts anderes als Pizza und Pasta und andere Köstlichkeiten. Ohne Reseriverung geht hier nichts, denn auch die Römer essen hier gerne mit Kind und Kegel. Wir hatten im Februar das Glück direkt obendrüber zu wohnen. Da lasse sogar ich das mit der hausgemachten Pizza sein…

Dieser Beitrag ist Teil der losen Reihe #wirrettenwaszurettenist, in der sich Foodblogger zusammenschließen gegen die galoppierende Fertig-Tüten-TK-Unsitte unserer Zeit. Selbermachen ist einfach, kostet wenig und schmeckt besser!

Weitere “Retter-Rezepte” findest Du hier:

Aus meinem Kochtopf – Fränkischer Zwiebelkuchen mit Speck (Quark-Öl-Teig)

Prostmahlzeit – Flammkuchen mit Steinpilzen und Schinken

giftigeblondeFlammkuchen mit geräuchertem Meersalz und Tarte mit Ziegenkäse

magentratzerl – Schwäbischer Salzkuchen mit Tomaten und Basilikum

Cuisine Violette – Flammkuchen mit Pfifferlingen

Obers trifft SahnePizza mit Kürbis+Schafskäse und Flammkuchen mit Camembert+Trauben 

Feinschmeckerle – Flammkuchen ohne Hefe mit Ziegenkäse und Birne

Katha kocht! – Süßer Flammkuchen mit Apfel und Zimt

lieberlecker – Käseküchlein

Küchenliebelei – Klassischer Zwiebelkuchen

Rike von Genial Lecker Flammkuchen mit Spinat

Sweet Pie – Zwiebelkuchen

Jankes*Soulfood – Rotkohl-Quiche

thecookingknitter – Rettungsaktion für eine Quiche mit Ziegenfrischkäse

Paprika meets Kardamom – Schnelle, einfache Flammkuchen

auchwas: Quiche  Apfel-Handkäse-Zwiebel 

Rohstoffverarbeitender BetriebTarte a l’orange

kebo homing – Flammkuchen mit Champignons, Gorgonzola und noch viel mehr…

Read Full Post »

Older Posts »

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 445 Followern an

%d Bloggern gefällt das: