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Solltest Du gerade unter einer Erkältung leiden, mach’ Dir Ma Po Dou Fu. Dann sind Deine Atemwege wieder frei. Versprochen! Tofu, Hackfleisch und jede Menge scharfer Bohnensauce – dazu Szechuanpfeffer. Noch Fragen?

Es gibt so Gerichte, die begleiten mich seit einigen Jahren und schaffen es doch nicht so richtig in mein Herz. Aber statt sie ad acta zu legen, setzen sie sich in meinem Kopf fest und lassen mich nicht los. Immer wieder begegnet mir der “Tofu der pockennarbigen Großmutter” – was sich als Ma Po Dou Fu viel netter anhört.

Keine Szechuan-Küchen-Doku ohne den Klassiker. Keine China-Restaurant ohne ihn. Kaum ein Foodblog ohne… Jaja, Du hast verstanden. Was micht begeistert ist die Schärfe in Verbindung mit der Samtigkeit des Tofu und dem fast schon zum Gewürz genutzten Hackfleisch. Getoppt von dem die Zunge betäubenden Szechuan-Pfeffer. Was für ein Gericht!

Warum also hat mir das Gericht bei der ersten Selbstzubereitung nicht geschmeckt? Beim zweiten Mal war’s dann ok. Aber eben nur ok. Seither (und das sind immerhin über 5 Jahre!) habe ich es nicht mehr selber gekocht. Dabei lieben wir die scharfe Szechuan-Küche sehr. Etwa dieses scharfe Huhn, diesen Hühnchen-Salat, dieses scharfe Schweinefilet, dieser Hühner-Klassiker und auch dieses gebrühte Rindfleisch wird durch Szechuan-Pfeffer erst richtig köstlich!

Also war endlich die Zeit gekommen für Ma Po Dou Fu (reloaded). Und was soll ich sagen: HAMMER! Ich glaube, ich habe Dank Tina und Ken Hom und meinem eigenen Gaumen endlich meine Version gefunden!

MaPoDouFu

Serviert haben wir das Gericht mit Jiao Wai Cai Yuan – schnell gewoktem grünen Gemüse (ebenfalls nach Altmeister Ken Hom).

MaPoDouFu_Gemüse

Zutaten Ma Po Dou Fu für 2 hungrige Esser zu Reis und leichtem Gemüse:

400 gr (Abtropfgewicht) schnittfester Tofu

130 gr Schweinehackfleisch

2 chinesische getrocknete Chilischoten, fein gehackt

2 EL neutrales Pflanzenöl (z.B. Rapsöl)

200 ml hausgemachte Hühnerbrühe

2 gehäufte Esslöffel Toban Djan (= scharfe schwarze Bohnensauce (Asia-Laden))

2 cm Ingwer, fein gehackt

4 EL Shaoxing-Reiswein (Asia-Laden)

2 EL helle Sojasauce (Light Soya Sauce – Asia-Laden)

2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten

Salz (je nach Salzigkeit von Hühnerbrühe und Toban Djan-Sauce)

Prise Zucker

1 TL Tapiokamehl – in Wasser aufgelöst zum Binden (alternativ: Maisstärke)

1 EL zerstoßener Szechuan-Pfeffer

Dazu: Reis und/oder gedämpftes Gemüse (etwa Sellerie, grüne Paprika, Pak Choi…)

Zubehör: Wok oder hohe Pfanne, Küchenpapier, Sieb

Zubereitungszeit: 30 min

So geht’s:

Alle Zutaten vorbereiten und bereitstellen. Die Zubereitung im Wok geht schnell. Es bleibt also keine Zeit, um mit der Schnippelei anzufangen, wenn das Öl schon heiß ist…

Reis aufsetzen.

Tofu in Würfel schneiden und in einem mit Küchenpapier ausgelegten Sieb einige Minuten abtropfen lassen. Währendessen Ingwer, Frühlingszwiebeln und Chilis hacken. Hackfleisch aus dem Kühlschrank nehmen. Soßen und Hühnerbrühe sowie das angerührte Tapiokamehl bereitstellen.

Öl im Wok erhitzen. Ingwer, Frühlingszwiebeln und Chilis unter ständigem darin anrösten. Das Hackfleisch jetzt portionsweise scharf anbraten.

Toban Djan hinzugeben und alles gut vermischen. Tofu vorsichtig in den Wok geben und behutsam mit dem Inhalt vermengen. Hühnerbrühe hinzugießen und auf mittlerer Flamme köcheln lassen:

MaPoDouFu_Pfanne

Die Sauce sollte etwas einreduzieren. Währendessen die Sojasauce und den Shaoxing-Wein hinzugeben. Mit Salz und etwas Zucker abschmecken. Zum Schluss mit dem Tapiokamehl binden.

(Tapiokamehl wurde mir von der Dame in unserem Asia-Laden empfohlen. Es hat sich sehr bewährt. Achtung: Du benötigst deutlich weniger Tapiokamehl zum Binden als etwa Maisstärke und das Binden geht auch sehr viel schneller…)

Reis in eine tiefe Schale geben und das Ma Po Dou Fu darauf anrichten. Mit etwas Szechuan-Pfeffer bestreuen und servieren. Das gedämpfte Gemüse passt sehr gut dazu, weil es etwas Knackiges ohne Schärfe als Kontrast bietet.

Das Gericht bläst Dir ziemlich die Atemwege frei, da Chili, scharfe Bohnensauce und Szechuan-Pfeffer alle Körperflüssigkeiten zum Fließen bringen. Perfekt, um sich an kalten Abenden einzuheizen oder lästige Erkältungsviren zu torpedieren.

Ich bin jedenfalls ein großer Fan von Ma Po Dou Fu und werde es jetzt öfter machen. Versprochen!

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Ok, eine Kürbissuppe zu verbloggen ist nun echt nicht super innovativ. Aber, hey, ich HASSE Kürbis. Bisher. Langsam nähern wir zwei uns nämlich an. Und das alleine ist schon ein guter Grund, Euch diese strahlend schöne, schnell gemachte und sehr feine Kürbissuppe heute ans Herz zu legen!

Kürbis und ich – das ist nicht gerade die große Lovestory. Ein halbherziger Versuch mit einem Kürbis-Curry ging ziemlich in die Hose. Ich dachte: “Ach, komm’. Wenn Du das Ding indisch zubereitest, wird es Dir schon schmecken!” Aber nix da. Selber austricksen funktionierte da leider nicht: Der verwendete Butternut-Kürbis war einfach zu süß! Bäh!

Kaum fünf Jahre später wage ich mich an einen neuen Versuch: Kürbissuppe! Denn alleine die Farbe und Wärme, die so ein Süppchen ausstrahlt, lässt mir das Herz aufgehen. Dazu kam ein Probierlöffelchen einer köstlichen Kürbis-Walnuss-Suppe, das mir K. neulich beim Italiener abgegeben hat. Also: Wer sich erfolgreich überwindet und zum Rote-Bete-Fan mutiert, der stellt sich auch seiner Kürbis-Phobie!

Kürbissuppe

Wer kann zu so einem Schälchen hießer, würziger Suppe schon “Nein!” sagen? Ich wollte mich möglichst pur und simpel dem Kürbis widmen. Blitzschnell fertig war eine sehr feine Suppe, die eine hervorragende Basis bildet für Abwandlungen aller Art! (Jetzt muss ich mich nur noch mit Blumenkohl und Rosenkohl (NIEMALS!) anfreunden!)

Los geht’s mit den Zutaten für einen großen Topf Kürbissuppe mit ausreichend “Rest” für die nächsten Tage:

1 Hokkaido-Kürbis (ca. 1kg)

500ml Gemüsebrühe

1 kl. Vogelaugenchili, grob gehackt, entkernt

1 daumennagelgroßes Stück Ingwer, geschält und in Streifen geschnitten

1 Lorbeerblatt

1 Zwiebel, geschält und gehackt

2 EL Olivenöl – und etwas zum Servieren

1 TL Madras Curry (oder ein anderes scharfes Currypulver)

Salz und Pfeffer zum Abschmecken

Spritzer Zitronensaft zum Abschmecken

etwas Paprikapulver zum Servieren

Optional: Spritzer Sahne oder Kokosmilch

Zubehör: großer Topf mit Deckel, Pürierstab, scharfes, stabiles Messer

Zubereitungszeit: rund 30 Minuten

So geht’s:

Den Hokkaido-Kürbis abwaschen und in grobe Würfel schneiden (Hokkaido muss nicht geschält werden!). Das innere Kern-Gekröse entfernen. Für das Zerteilen braucht man etwas Kraft! Nimm also ein großes, breites, stabiles Messer oder ein Küchenbeil, damit es Dir nicht abbricht!

Währendessen das Öl im Topf erwärmen. Zwiebeln anschwitzen. Ingwer, Chili und Lorbeerblatt sowie das Currypulver hinzugeben und alles miteinander anrösten.

Hokkaido-Würfel hinzugeben und unter Rühren andünsten. Gemüsebrühe hinzugeben und zum Kochen bringen. Dann die Hitze auf mittlere Höhe schalten und zugedeckt für etwa 15 Minuten köcheln lassen. (Die Länge des Kochens ergibt sich daraus, wie groß Eure Kürbiswürfel sind. Lieber ein paar Minuten länger, damit der Kürbis richtig gar ist!)

Wenn der Kürbis gar ist, das Lorbeerblatt herausfischen und den Topf vom Herd nehmen. Jetzt mit dem Pürierstab pürieren, bis die Suppe schön sämig ist.

Jetzt mit Salz und Pfeffer sowie etwas Zitronensaft noch final abschmecken.

Wenn Du magst, kannst Du mit einem Schluck Sahne oder etwas Kokosmilch bzw. einem veganen Sahneersatz die Suppe noch etwas “rund” machen. Ich fand das aber gar nicht nötig. Die Sahne/Sahneersatz sorgen auch dafür, die Schärfe etwas zu reduzieren, falls Dir Chili und Currypulver zu heftig vorkommen. Probier das einfach mal aus…

In vorgewärmten Suppenschalen mit etwas Olivenöl und einer Prise Paprika servieren – vielleicht auch noch mit ein paar Petersilienblättchen für die Optik.

Fertig ist eine schnelle, gesunde, leichte und köstliche Suppe, die etwas Farbe in den Novemberfreitag bringt! (Vermutlich hat ja schon jeder außer mir Kürbissuppe gekocht und lieben gelernt. Aber für mich ist das echt eine Entdeckung: Kürbis schmeckt!)

Mit der Weinauswahl zu Kürbis (und Curry!) tue ich mir schwer. Hast Du einen Wein-Tipp?           (Den kann man ja auch hinterher trinken – eingekuschelt auf dem Sofa mit Buch und Decke!)

Habt ein schönes Wochenende!!

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Für den bEdW ist die chinesische Szechuan-Küche in etwa das, was die indische Mogul-Küche für mich ist: Der Hammer! In Szechuan mag man es gerne höllisch scharf. Weshalb dieses schnelle Schweinefilet aus dem Wok auch ein richtiger Wachmacher ist.

Natürlich bekommt man hierzulande nicht immer alle Zutaten, die es für die echte chinesische Küche braucht. Aber gut sortierte Asia-Läden bieten schon ziemlich viele Möglichkeiten, um daheim halbwegs authentisch kochen zu können. Denn hausgemacht schmecken chinesische Gerichte überhaupt nicht wie in billigen China-Restaurants der 80er. Auch auf Glutamat kann man getrost verzichten. Einige Rezepte, die wir schon auf möglichst original-chinesische Weise zubereitet haben, findest Du hier

In den Rezepten findest Du auch Hinweise darauf, welche Kochbücher wir  empfehlen können. Besonders hilfreich sind Bücher von China-Kennern, die aber auch wissen, dass man in Europa immer mal eine Zutat ersetzen muss (Fuchsia Dunlop, Ken Hom…). Dazu gehört definitiv Fuchsia Dunlops “Sichuan Cookery”, das seit Jahren bei uns im Einsatz ist. Zum ersten Mal hier.

Sie beschreibt Herkunft und Zubereitungsarten der Gerichte sehr detailliert, erklärt die Namen der Rezepte und gibt Tipps für Abwandlungen. Leider gibt es kaum Fotos – dafür aber jede Menge Gerichte zum Ausprobieren, deren pure Beschreibung einem das Wasser im Munde zerlaufen lässt.

Eines davon ist Yu Xiang Rou Si – ein scharfes Gericht mit Streifen von Bambus, Schweinefleisch und Wolkenohrpilzen:

Szechuan

Wer selten chinesisch kocht, muss jetzt leider den Gang zum Asia-Laden wagen, da sich Shaoxing-Wein und Toban Djan-Sauce nicht wirklich ersetzen lassen. Beides hält sich aber einige Wochen oder sogar Monate. Und vielleicht findest Du ja Gefallen an China-Rezepten?

Zutaten für zwei Personen als Hauptgericht (leicht an unseren Geschmack angepasst):

300 gr Schweinefilet

eine kleine Handvoll getrockneter Wolkenohrpilze

2 Bambus-Rohre (nimm nicht die sauren Stücke aus dem Glas, sondern kauf sie im Ganzen im Asia-Laden!)

2 EL Toban Djan (= chinesische, sehr scharfe Sojabohnenpaste, Asia-Laden)

1 Zehe fein gehackter Knoblauch

1 EL fein gehackter Ingwer

3 mittelgroße Frühlingszwiebeln, in feine Scheiben geschnitten (mit etwas Grün für die Optik)

Salz

Erdnussöl

Für die Marinade:

Eine kräftige Prise Salz

1 TL leichte Soja Sauce

1 EL Maisstärke

etwas Wasser zum Auflösen der Stärke

1 TL Shaoxing Wein (Asia-Laden)

Für die Sauce:

2 TL Zucker

2 TL Chinkiang Essig (schwarzer Chinesischer Essig, Asia-Laden)

1 TL leichte Soja Sauce

1 TL Salz

1 TL Maisstärke

3 EL Wasser

Dazu passt Reis.

Zubehör: Wok, Reistopf, mehrere Schüsseln

Zubereitungszeit: 30-45 Minuten

So geht’s:

Die Wolkenohrpilze mit kochendem Wasser überbrühen und 20-30 Minuten ziehen lassen. Währendessen alle Zutaten der Marinade zusammenrühren. Schweinefilet in dünne Scheiben schneiden (etwa 3mm dick) und anschließend in Streifen. Fleisch mit der Marinade zusammenführen und gut umrühren.

Reis parallel zubereiten.

Bambus ebenfalls in feine Streifen schneiden. Alle Zutaten für die Sauce zusammenrühren. Wolkenohrpilze abgießen, ausdrücken und ebenfalls in sehr feine Streifen schneiden.

Das Erdnußöl im Wok auf hoher Flamme erhitzen. Wenn das Öl zu rauchen beginnt, Schweinefiletstreifen hinzugeben und schnell rühren. Sobald es angebraten ist, zur Seite schieben und die Chilibohnenpaste anrösten. Sobald die Aromen gut riechbar sind, Ingwer und Knoblauch hinzugeben und anrösten. Jetzt alles miteinander vermischen.

Anschließend Bambus und Pilze hinzugeben, unterrühren und erhitzen. Die Sauce einrühren, gut vermischen und ebenfalls heiß werden lassen.

Zum Abschluss die Frühlingszwiebeln dazugeben, kurz umrühren und auf dem Reis servieren.

Wenn Du etwas mehr Zeit hast, servier’ doch dazu noch ein schnell gewoktes grünes Gemüse wie Jiao Wai Cai Yuan.

Guten Appetit!

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Sauer-scharfes aus Indien von der Schweine-Nuss!

Ihr wisst ja, dass ich die indische Küche liebe und von Zeit zu Zeit einfach den Turban in der Küche aufsetzen muss, um den Maharadscha zum Schmatzen zu bringen. Eine Vielzahl indischer Gerichte – von vegan bis fleischig, von mild bis superscharf, von einfach bis aufwendig – findet Ihr hier.

Besonders liebe ich allerdings Vindaloo. (Hier gab es mal eines mit Lamm, hier eines mit Huhn und Kartoffeln.) Warum ist das so? Weil Vindaloos der beste Beweis dafür sind, wie Gerichte einmal um den Globus und wieder zurück reisen können und dabei immer besser werden! Sie schmecken einfach genial!

Vindaloos, die säuerlich-scharfen Gerichte, die traditionell aus Goa kommen, sind nämlich eine Überlieferung der portugiesischen Seefahrer, die im 15. und 16. Jahrhundert an der Westküste Indiens landeten und so die Gewürzroute etablierten.

Portugiesische Gewürzroute.png
Portugiesische Gewürzroute“ von Lencer – “own work”, used:
World map blank gmt.png. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Die Portugiesen brachten aus Südamerika Chili-Schoten nach Indien – wichtiger Bestandteil eines scharfen Vindaloos!

Die Portugiesen brachten aber auch die Zubereitungsmethode mit: Sie nutzten Weißweinessig, um Fleisch haltbar und auch zart zu machen. Da es in Indien keinen Weißweinessig gab, machten die Seefahrer bald Palmessig. Essig ist ein weiterer unverzichtbarer Bestandteil eines ordentlichen Vindaloos! Außerdem fanden sie natürlich all die wunderbaren Gewürze vor wie Pfeffer, Zimt und Nelken, die das Vindaloo nicht einfach nur scharf und sauer sondern fast schon dreidimensional würzig machen!

Als die Briten dann Ende des 18. Jahrhunderts nach Indien kamen, fanden sie das portugiesisch-indische Gericht vor und mochten es sofort. Sie verbreiteten es von Goa fast über das ganze Land und nahmen es natürlich auch wieder mit auf die Britischen Inseln. Dort wurde es – wie auch das Chicken Tikka Masala – deutlich “britannisiert”. Das heißt: Es wurde noch schärfer und soßiger gemacht, die Säure verschwand zunehmend aus den Gerichten, die nach dem Untergang des British Empire fortan in indisch-britischen Restaurants serviert wurden.

Von Portugal (Essig) über die USA (Chili-Schoten) nach Goa (Gewürze) zurück nach Europa! Voila, das Vindaloo!

Processed with Rookie

Alleine das macht es schon zu einem genialen Cross-Over-Gericht. Aber richtig umwerfend ist der Geschmack: bitzelnde Schärfe, erfrischende Säure, komplexe Gewürze!
Da Vindaloos kein traditionell indisches Gericht sind, sondern stets die Vorlieben der Kolonialherren berücksichtigten, kann man sie mit Schwein, Rind, Lamm oder Huhn machen. Ein rein vegetarisches Vindaloo ist denkbar, macht aber meines Erachtens wegen der sehr starken Aromen wenig Sinn.

Zutaten für zwei hungrige Esser als Hauptgericht:

550 gr Schweinefleisch aus der Nuss (alternativ: Keule oder Schulter), in mundgerechte Stücke geschnitten

1 Zwiebel, geschält und fein gehackt

1 EL Ghee oder Pflanzenöl

1 EL Tomatenmark

200 ml Tomatensaft oder passierte Tomaten

1 TL Senfkörner

1 EL Jaggery oder brauner Zucker

15 frische Curryblätter (alternativ: getrocknete, gibt es im Asialaden)

Salz, brauner Zucker, Chilipulver zum Abschmecken!

Für die Gewürzpaste:

7 Kaschmir-Chilis (sie sind weniger scharf, leicht rauchig. Alternativ: mittelscharfe, rote Chilis)

1 Vogelaugen-Chili (bei der Schärfe solltet Ihr Eure eigene Dosierung “erschmecken”. Ich bin lieber anfangs vorsichtig und justiere nach mit Chilipulver!)

1 TL Cumin-Samen

3 Nelken

5 cm Zimt-Stange

10 Körner schwarzer Pfeffer (idealerweise indischer Tellycherry)

3 EL Weißweinessig

1/4 Stern-Anis

1 TL weißer Mohn

5 cm Ingwer, geschält und grob gehackt

1 große Knoblauchzehe, geschält und geviertelt

1 TL Tamarinden-Paste (Achtung! Unbedingt probieren! Manche sind sehr sauer, andere milder. Meine ist extrem sauer!)

1 TL Kurkuma

Zubereitungszeit: etwa 1 Stunde für Vorbereitung und Garen plus mind. 1 Stunde für’s Marinieren

Zubehör: Mixer oder Blender für die Gewürzpaste, große (ggf. beschichtete) Schmorpfanne mit Deckel, Schüssel für das marinierte Fleisch und Frischhaltefolie zum Abdecken.

So geht’s:

Alle Zutaten für die Gewürzpaste in einen Blender geben und gut pürieren. Eventuell mit etwas (!) Wasser geschmeidig machen. Das Schweinefleisch in die Schüssel legen und die Gewürzpaste darüber geben. Gut einmassieren, mit Frischhaltefolie abdecken und mindestens eine Stunde kühl stellen.

Nach der Marinier-Zeit das Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen und Zimmertemperatur annehmen lassen. Ghee in der Pfanne erhitzen. Senfkörner hinzugeben und unter Rühren anrösten, bis sie zu springen anfangen. Zwiebel hinzugeben und bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Tomatenmark hinzugeben und unter Rühren anschwitzen. Pfanneninhalt nun etwas zuckern (nimmt die Säure des Tomatenmarks!). Anschließend die Fleischstücke portionsweise bei mittlerer bis hoher Hitze anbraten.

Wenn die Fleischstücke angebraten sind, die restliche Marinade aus der Schüssel in die Pfanne geben. Tomatensaft hinzugeben und alles gut umrühren. Jaggery unterrühren. (Jetzt könnt Ihr mal abschmecken: Fehlen Säure oder Schärfe? Dann noch etwas Essig oder Chilipulver hinzugeben. Ist es zu sauer, noch etwas Zucker unterrühren. Bei zu viel Schärfe mit etwas Wasser strecken. Falls es viel zu scharf ist: Eine mittelgroße Kartoffel schälen, achteln und mitkochen!).

Curryblätter dazugeben und zugedeckt alles auf kleiner Hitze sanft für 30-45 min köcheln lassen. Zum Schluss noch mal aufgedeckt etwas einreduzieren lassen und abschmecken.

Nebenher könnt Ihr nun Reis zubereiten. Wir lassen ihn gerne mit einem Stück Zimt-Stange, Lorbeerblatt, 3 Kapseln grünem Kardamom und etwas Kurkuma kochen. Das gibt ein feines Aroma und eine schöne Farbe.

Natürlich passt dazu auch Gurken-Raita, um die Schärfe des Vindaloos aufzunehmen: Joghurt, geschälte und gewürfelte Salatgurke, etwas Salz und 1 TL Cuminpulver miteinander vermischen!

Hat man erstmal die Gewürzpaste zusammengestellt, geht das Gericht schnell von der Hand. Man kann es völlig unbeaufsichtigt köcheln lassen, während Reis oder Naan-Brot zubereitet werden.

Gedankt wird Euch der Aufwand mit einem vielschichtigen, einheizenden und sehr authentischen Gericht, das wenig mit den Zungenverbrennern der indischen Restaurants zu tun hat. Probiert es mal aus. Ich bin sicher, Ihr werdet Vindaloo-Fans!

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Ich liebe es Gewürzmischungen frisch herzustellen. Wenn ich mir den Turban zurechtrücke und in meiner imaginären Maharadscha-Küche eine kulinarische Reise nach Indien antrete, ist der Mörser permanent im Einsatz, um frische oder getrocknete Gewürze – angeröstet oder nicht – zu einer geschmacksexplosionsartigen Mischung oder einer Paste zu mischen.

Manchmal muss es aber auch bei mir ein bisschen schneller gehen. Dann greife ich gerne auf meine hausgemachten Gewürzmischungen zurück, die sich in einem dunklen Glas auch so gut einige Wochen halten, ohne an Aroma zu verlieren. So habe ich beispielsweise immer zur Hand das scharfe Madras Curry, das rauchigere Ceylon Curry oder das warme Garam Masala.

Seit einigen Wochen habe ich mir aber noch eine weitere Gewürzmischung zusammengestellt:

Die hausgemachte Chili-Gewürzmischung für alle Fälle!

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Für etwa 75 gr dieser scharf-heißen Gewürzmischung benötigt Ihr:

Scharfes Chilipulver

Salz

getrockneten Oregano

Kreuzkümmel

getrocknete Knoblauchflocken

Zwiebelsamen (schwarz)

rosenscharfes Paprikapulver

Salz, Chili und Kreuzkümmel sollten den Hauptanteil liefern. Alle anderen Zutaten könnt Ihr je nach Gusto dosieren. Bloß nicht zu dogmatisch sein!

Und jetzt? Alle Zutaten in einem Mixer (oder dem Mörser) zermahlen, bis sie gut miteinander vermischt sind.

Wozu passt es? Ich nehme die Gewürzmischung natürlich für mein Chili con Carne. Ihr könnt zusammen mit etwas Olivenöl daraus aber auch ein Rub für Grillfleisch machen. Oder eine Prise über Bratkartoffeln geben. Oder einem Frischkäse einen ordentlichen Kick geben. Oder einem Pizzasugo ordentlich einheizen. Oder…

Obers trifft Sahne wollte wissen “Und wie würzt Du?” Deshalb ist das hier mein Beitrag zum gleichnamigen Blogevent.

 

 

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Der Mensch muss schon immer fasziniert gewesen sein von allem Runden, allem Kreisförmigen. Sonne und Mond waren für unsere Vorfahren gottgleiche Himmelsgebilde. Überhaupt, der Himmel, diese Kuppel, die sich auch noch bewegt, die Himmelsscheibe von Nebra – alles rund! Der Kreislauf aus Geburt-Leben-Tod bestimmte ebenso das Sein wie der Lauf der Jahreszeiten, nach denen sich die menschlichen Grundbedürfnisse ausrichteten. Heute dagegen ist alles immer verfügbar. Das Rad ist erfunden, die Zahl Pi berechnet den Kreis – die Natur verliert ihre Geheimnisse. Trotzdem hat der Herbst etwas Magisches für mich: die bunten Farben, die auf den Wochenmärkten präsentierte reiche Ernte, Kastanien, die einem beim Joggen auf den Kopf fallen, morgendlicher Nebel und nachmittägliche letzte Sonnenstrahlen, der Aufbruch der Zugvögel. Ich liebe den Herbst. Vielleicht auch, weil ich es schon immer innen genauso so schön fand wie draußen. Und wenn es usselig wird, muss man es sich drinnen eben besonders hübsch machen.

Was aber hilft besser gegen trübes Herbstwetter als Schokolade? Was wärmt besser als Whisky und ein Hauch Chili? Eben!

Außerdem: Lange nichts aus meinem “Kleiner Gugelhupf”-Backbuch gemacht. Dabei klappt wirklich JEDES Rezept aus dem Buch dermaßen gut, dass sogar ich Back-Legastheniker mich ans Experimentieren traue.

Und deshalb gab es den Schoko-Gugelhupf aus dem Buch in einer “erwachsenen” Variante.

Zutaten für eine kleine Gugelhupf-Form:

100 gr Butter

80 gr Muscovado Zucker

2 Eier

1 Prise Salz

1/2 TL Zimt

100 gr Mehl

1 EL Kakao

1 TL Kakao

1 EL Whisky

100 gr gemahlene Mandeln

50 gr Zartbitterschokolade mit Chili (oder alternativ eine Messerspitze Chilipulver extra hinzugeben)

Puderzucker

etwas Butter zum Fetten der Form.

Zubereitungszeit: 1 Stunde

Utensilien: Mixer mit Knethaken, Teigschüssel, kleine beschichtete Gugelhupf-Form

So geht’s:

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Mit einem Küchenbeil oder schweren Messer die Schokolade hacken. Butter schaumig rühren, Zucker, Eier, Salz und Zimt unterrühren. Mehl, Kakao und Backpulver gut vermischen, auf den Teig sieben. Whisky dazugeben, Mandeln unterheben. Form fetten.

Kuchen auf der mittleren Schiene für ca. 40 min backen. Anschließend 10 min abkühlen lassen und aus der Form stürzen. Wenn der Kuchen kalt ist noch mit Puderzucker bestäuben.

Der Kuchen ist durch den Muscovado-Zucker weniger süß. Gutes Kakaopulver, die Prise Chili und ein torfiger Whisky – fertig ist ein unschludig dreinblickender Gugelhupf, der es faustdick hinter den Ohren hat.

Ein süßer runder Gugelhupf, der perfekt den Kreislauf des Jahres repräsentiert und somit wunderbar in die Erntedank-Zeit passt. Deshalb ist er auch mein Beitrag zum Event “Alles, was rund ist”, das Wolfgang von Kaquus’ Hausmannskost bei Zorra veranstaltet. Bis zum 15.10. könnt Ihr noch mitmachen!

Blog-Event XCII - Alles was rund ist (Einsendeschluss 15. Oktober 2013)

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Es ist oft der kleine letzte Kick, der aus einem ohnehin schon feinen Essen ein Hammergericht macht!

Spitze Schärfe von Habanero-Chilis, die leicht herbe Säure von Limetten und flockiges Meersalz – schnell, einfach, Mega-Effekt. Dafür eine Habanero (meine war orange) entkernen und sehr klein hacken, die Schale einer Limette abreiben und mit ca. 100 gr Meersalz in einen Mörser geben. Ordentlich mit dem Stößel zerstoßen und vermischen. That’s it!

Ihr könnt das Salz mit Olivenöl als Marinade für Grillgut verwenden oder als Finish über Fleisch und Fisch geben. Auch auf Ofenkartoffeln oder gegrilltem Gemüse schmeckt das Salz herrlich.

Durch die Chili wird es recht feucht. Wenn Ihr es aufheben wollt, schiebt es in den Backofen bei 150 Grad (Umluft oder Unter-/Oberhitze) und lasst es ca. 20 min trocknen, bevor Ihr es (ausgekühlt) in ein Schraubglas füllt.

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