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Posts Tagged ‘herzhaft’

Meine Liebe für den Herbst dürfte dem geneigten Leser mittlerweile bekannt sein. Zumal er sich bisher von seiner sonnigsten, goldensten und buntesten Seite zeigt. Neben Nüssen, Esskastanien und Kürbissen (örks!) darf da auch ein herzhafter Zwiebelkuchen nicht fehlen:

Zwiebelkuchen1

He, sagst Du, klassischer Zwiebelkuchen wird mit Hefeteig gemacht! Da sage ich: Ätschibätschi, Mürbeteig geht schneller, ist unkomplizierter für Teig-Deppen wie mich und hält sich viel besser!

Da wird der Zwiebelkuchen schnell zur Zwiebeltarte. Wobei wir beim Lieblingsthema „Tarte“ wären 🙂

Zwiebelkuchen2

Im Gegensatz zur Pissaladière, wie der Franzose seine Zwiebeltarte nennt, und die es hier auch schon im Blog gab, kommt mein Zwiebelkuchen ohne mediterranes Gedöns daher, sondern mit Schinken, Emmentaler und – klar! – Zwiebeln!

Für eine Tarte-Form mit ca. 26cm Durchmesser benötigst Du folgende Zutaten:

Für den Mürbeteig:

1 Ei (M)

200 gr Weizenmehl

100 gr Butter

1 TL Salz

1 Prise Zucker

Für den Belag:

3 Eier (M)

500 gr Zwiebeln, in feine Ringe geschnitten

150 gr Creme fraiche

150 gr Emmentaler, gerieben

4 Scheiben luftgetrockneten Schinken, kleingeschnitten

1 TL Kümmel

1 TL rosenscharfes Paprikapulver

Salz und Pfeffer aus der Mühle

Optional: 1 EL Butter zum Anschwitzen bzw. etwas Abzweigen zum Einfetten der Form

Zubehör: Rührschüssel, Tarte-Form (beschichtet, ansonsten fetten!), mittelgroßer Topf

Zubereitungszeit: ca. 30 min Vorbereitung, ca. 40 min backen, 10 min abkühlen

So geht’s:

Die Zutaten für den Mürbeteig gut vermischen (geht für mich immer noch am besten mit den Händen!). Eine Kugel formen und in einen Gefrierbeutel stecken. Mit dem Nudelholz (oder einer Weinflasche…) etwas flach drücken, damit der Teig besser durchkühlt. In den Kühlschrank legen.

Backofen auf 190 Grad vorheizen.

Währendessen im mittleren Topf etwas Butter sowie die Schinkenstücke anschwitzen, die Zwiebeln hinzugeben und schön glasig dünsten. Mit Kümmel, Paprika, Salz und Pfeffer würzen. Abkühlen lassen.

Eier, Käse, Creme fraiche in der Rührschüssel gut verrühren. Eventuell etwas salzen.

Den Teig herausholen und mit dem Nudelholz ausrollen. Das geht am besten, wenn Du den Gefrierbeutel an einer Seite aufschneidest, so dass unten der Gefrierbeutel liegt, darauf der Teig. Dann legst Du noch etwas Frischhaltefolie auf den Teig und rollst diesen quasi zwischen den zwei Plastikschichten aus. So klebt nichts auf Arbeitsfläche und Nudeholz.

Den Teig in die beschichtete (ansonsten bitte mit etwas (!) Öl fetten) Form geben und andrücken. Mit einer Gabel einige Löcher in den Teig piksen.

Die abgekühle Zwiebelmischung mit der Ei-Käse-Masse vermengen, bis es schön gleichmäßig durchmischt ist.

Diese Masse auf den Teig geben und gleichmäßig verteilen.

Auf der untersten Schiene ca. 40 min backen. Abkühlen lassen.

Am besten lauwarm zu einem Glas Rauscher oder Federweißer genießen! Die Tarte Der Zwiebelkuchen schmeckt auch kalt oder leicht aufgewärmt, hält sich einige Tage und ist somit ideal für Biergarten und Lunch-Box.

zwiebelkuchen

Bon Appetit!

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Tagsüber muss es schnell gehen. Da habe ich keinen Nerv, mich lange mit der Kocherei zu beschäftigen. Dennoch will ich was Leckeres auf dem Teller haben. Eine Lösung ist herzhaftes Gebäck, das sich prima aufheben und mitnehmen lässt. Muffins mit Tomate und Walnüssen etwa. 

Seit dem Sommer arbeite ich von Zuhause. Das hat den großen Vorteil, dass ich mittags schnell mal an den Herd springen und mir selbst etwas zubereiten kann. Gegenüber den früheren Mittagstischen im Restaurant spart das viel Geld, reduziert die schon ewig lagernden Vorräte und macht Spaß. Aber lange will ich trotzdem nicht am Herd stehen. Deshalb suche ich mir Kleinigkeiten, die schmecken, satt machen, ohne zu belasten und deren Zutaten eigentlich immer im Haus sind.

Diese herzhaften Muffins halten etwa eine Woche, wenn Du sie in einer Tupperdose aufbewahrst, und helfen über so manchen Hungerast oder schmecken auch abends zum Glas Bier oder Wein:

Muffin

Das Rezept für eine Variante mit Speck und Lauch findest Du hier. Ich habe diesmal Speck und Lauch durch etwa zehn gehackte getrocknete Tomaten (ohne Öl!) und zehn gehackte Walnüsse ausgetauscht und leicht angeschwitzt. Dazu gab’s noch etwas feingehackten Rosmarin. Das ergibt einen vegetarischen, mediterranen, lockerleichten Muffin, der zusammen mit etwas Salat oder Rohkost einen köstlichen kleinen Lunch bietet!

Ebensogerne esse ich mein geliebtes Käsebrot! Aber ein einfach belegtes Brötchen ist auf die Dauer zu langweilig. Also habe ich zum Salat ein paar Scheiben Baguette getoastet, dünn geschnittene Apfelscheiben darauf gelegt, etwas Nektarinen-Paprika-Chutney darüber gegeben und mit einigen Krümeln Roquefort gekrönt. Alles schnell unter den Grill geschoben und lauwarm zum Salat genossen:

Roquefort

Noch einfacher geht ein schnelles Brot mit Ei, das mir oft nach einem Morgenlauf den ersten großen Hunger stillt: Dazu einfach ein dunkles Brot toasten, mit Salzbutter bestreichen, Petersilie hacken und ein pochiertes Ei darübergeben. Fertig in Minuten! Hab dabei keine Angst vorm Pochieren! Klar, Du kannst Essig ins Wasser geben, einen Strudel rühren und viel Gedöns machen.

Aber es reicht völlig, wenn Du so lässig pochierst wie Jamie Oliver: Einfach ein Ei in ein kleines Schälchen aufschlagen und dabei den Dotter nicht verletzen! Das Schälchen sollte ungefähr so groß wie eine haushaltsübliche Suppenkelle sein. Dann Wasser in einem kleinen Topf zum Kochen bringen und anschließend die Temperatur so reduzieren, dass das Wasser nicht mehr sprudelt. Das Ei hineingleiten lassen und genau drei Minuten garen. Mit einem Schaumlöffel vorsichtig herausheben und eventuelle Eiweiß-„Fransen“ abschneiden. Fertig!

Pochiertes Ei

Klar, ein nach allen Regeln der Kunst pochiertes Ei sieht gleichmäßiger aus und hat den flüssigen Dotter in der Mitte. Aber für einen schnellen Lunch und zwischendurch reicht die entspannte Variante völlig!

Und was isst Du in Deiner Mittagspause?

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Zu den Highlights kindlicher Nordsee-Urlaube gehörte auch immer die Fahrt über die Grenze nach Dänemark. Nicht etwa wegen der Landschaft, der freundlichen Leute oder der knuffigen Architektur. Unser Ziel hieß Pølser! Jene skandinavischen Hot Dogs, die es heute beim schwedischen Möbelhaus als liebloses Billiggericht gibt. Also: Ran an die Hot Dogs und selber machen!

In Dänemark gab es kurz hinter der Grenze im Örtchen Tønder einen Imbißwagen, der von einer älterne Dame geführt wurde. Sie servierte ausschließlich Pølser, jene signalfarbenen Würstchen mit Remoulade, Ketchup und Senf sowie süßen Gurken und Röstzwiebeln in fluffigen Brötchen, die man gemeinhin auch Hot Dog nennt. Besonders bewundernswert dabei war, dass trotz rekordverdächtiger Zubereitung kein einziger Krümel auf die Arbeitsfläche fiel. Der Pølser-Wagen war der sauberste Imbiß, den ich je gesehen habe. Wie eklig dagegen ist die Selbstbedienungsfläche beim gelb-blauen Möbeltandler?

Da Dänemark aber weit weg und die Imbiß-Dame vermutlich längst in Rente ist, muss manchmal der Möbel-Hot Dog herhalten für Kindheitserinnerungen. Wirklich glücklich macht er nicht.

Deshalb hab ich die Ärmel hochgekrempelt und meinen Hot Dog selber zusammengestellt. Aber nicht mit den schwammigen Brötchen aus dem Supermarkt. Da kann ich auch gleich zu I***A.

Nein, ich habe das Rezept aus Stevan Pauls Kochbuch „Auf die Hand“ ausprobiert. Den so genannten Wunderteig, der auch für Hamburger Brötchen und Toastbrote funktioniert. Und siehe da, der Teig-DAU hat herrliche Brötchen gebacken:

HotDogRolls

Ich habe aus der angegebenen Teigmenge acht riesige Brötchen gebacken. Gereicht hätte der Teig auch für zehn oder zwölf. Da sie sich prima einfrieren und auftauen lassen, könnt Ihr also ruhig eine größere Menge zubereiten.

Das Rezept habe ich nur minimal abgewandelt, da mir die Masse etwas zu süß erschien.

Zutaten für zehn Hot Dog Brötchen (don’t call it rolls!):

450 gr Mehl Type 405

50 gr Maisgrieß

150 ml Wasser

50 ml Milch

30 gr Zucker

1/2 Würfel frische Hefe

2 zimmerwarme Eier (M)

80 gr weiche Butter

1 TL Salz

1 Eigelb

1 EL Sahne

Optional: schwarze und weiße Sesamkörner

Zubereitungszeit: 1,5 Stunden inklusive Gehzeit

Zubehör: Teigschüssel, Sieb, kleiner Topf, Backblech mit Backpapier ausgelegt, Teigpinsel

So geht’s:

Mehl in die Teigschüssel sieben und mit dem Grieß vermischen. In dem kleinen Topf Wasser und Milch auf Handwärme erwärmen und die Hefe darin auflösen. Zucker hinzugeben. Alles gut vermischen. Eine Mulde in die Mehl-Grieß-Menge drücken und die Milch-Wasser-Hefe-Zucker-Mischung in diese Mulde gießen. Jetzt von den Seiten her mit der Hand etwas von dem Mehl-Grieß mit der Mischung vermischen. Zudecken und zur Seite stellen (etwas im Backofen bei angeschaltetem Licht (aber ohne Temperatur!)), etwa 30 Minuten gehen lassen.

Den Vorteig hervorholen, Eier, Butter und Salz hinzugeben. Jetzt alles miteinander vermischen. Das geht für mich am besten mit der Hand, da ich dann ein Gefühl für den Teig bekomme. Ihr könnt aber auch den Knethaken vom Handmixer nehmen. Hände und Arbeitsfläche etwas bemehlen und auf der Arbeitsfläche die Kugel zu einem glatten Teig formen. Etwas Mehl in die Teigschüssel geben, die Kugel hineinsetzen, abdecken und wieder 30 Minuten gehenlassen.

Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Abschließend wieder die Hände bemehlen und die Kugel aus der Schüssel nehmen. Teig in zehn gleich große Teile schneiden. Jedes einzelne Teil mit den Händen in ovale Brötchen formen und auf das Backpapier-Blech legen. Eigelb und Sahne verkleppern und mit dem Pinsel auf den Brötchen verstreichen. Wer mag, kann etwas weißen und schwarzen Sesam darüberstreuen. Ich mag das Aroma sehr gerne!

Brötchen auf der mittleren Schiene in ca 20-25 Minuten backen. Etwas abkühlen lassen, in der Mitte auf- aber nicht ganz durchschneiden. Belegen. Fertig!

IMG_2187

Ich hatte als Belag ein original Frankfurter Würstchen (klaro!) aus der Traditionsmetzgerei Gräf-Völsing. Dazu KetchupMayonnaise und Senf. Nicht selbst gemacht sondern gekauft: Süß eingelegte Gurken und Röstzwiebeln. Beides gibt es ohne Zusatzstoffe in vertretbarer Qualität beim Lebensmittelhändler.

Bei mir hat der Teig einwandfrei funktioniert, obwohl ich vorher gewarnt wurde, dass die Rezepte im Kochbuch nicht immer stimmig seien. Die Brötchen gerieten aber super fluffig, saftig und sehr, sehr köstlich. Die pappigen Brötchen aus dem Supermarkt oder dem Möbelladen kommen mir jedenfalls nicht mehr in den Mund. Lieber nehme ich den Weg nach Tønder auf mich…

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Wer wie ich häufig mit Engländern zu tun hat, wird immer wieder gerne auf die Episode „The Germans“ aus der genialen 70er-Jahre-Serie „Fawlty Towers“ mit Ex-Monty-Python John Cleese angesprochen. Der Hotel-Direktor Basil Fawlty erwartet darin Gäste aus Deutschland und schärft seiner Belegschaft ein „Don’t mention the War!!“. Allerdings ist im Verlauf der Folge ER derjenige, der permanent – in seinem Bemühen möglichst unkrampfig auf den einstigen Feind treffen zu wollen – alles nur noch schlimmer macht.

Die lieben Kollegen finden die Folge ebenso witzig wie ich. Und wenn es dann über einem Pint zu vorgerückter Stunde heißt „Don’t mention the War!!„, kontere ich nur: „I don’t mind if you mention the War. But NEVER mention Wembley ’66!

Denn nichts regt die fußballverückte Nachkriegsgeneration mehr auf, als das Tor im Endspiel der Fußball-WM 1966, das fälschlicherweise für England gegeben wurde, im legendären Wembley-Stadium. Und kein Bild könnte die Niederlage besser ausdrücken als jenes ebenfalls legendär gewordene Foto von „Uns Uwe“ Seeler, der mit hängenden Schultern das Spielfeld verlässt.

Spiele gegen England sind deshalb immer etwas Besonderes. Auch, weil die deutsche Mannschaft gerne mal im Elfmeterschießen den Sack zu macht. Oder wie der englische Nationalspieler Gary Lineker es treffend auf den Punkt brachte: „Football is a simple game; 22 men chase a ball for 90 minutes and at the end, the Germans win.

Es ist also ein bisschen eine Hass-Liebe, die beide Mannschaften miteinander verbindet. Weshalb ich auch sehr gerne für Peters WM-Event „Kick aus fernen Töpfen“ etwas typisch Englisches koche bzw. backe:

Herzhaftes Shortbread mit Cheddar und Rosmarin!

Shortbread

Da lässt sogar das Fußballmännchen den Ball links liegen. Höhö.

Das würzige Mürbegebäck lässt sich prima vorbereiten, ist schnell gemacht, hält sich einige Tage und ist ein super Snack zum Bier.

Zutaten für etwa 22 Shortbreads:

60 gr geriebenen Cheddar

250 gr Weizenmehl

125 gr weiche Butter

1 TL Salz

1 Prise Zucker

1 Prise Kurkuma

2 gestrichene EL fein gehacktes frisches Rosmarin

1/2 TL scharfes Paprikapulver

1 Messerspitze Stärkepulver

Zubereitungszeit: 30 min plus 15 min Backzeit

Zubehör: Küchenmaschine oder Handmixer, Backpapier, Frischhaltefolie

So geht’s:

Weiche Butter, Salz und Zucker mit dem Handmixer verrühren. Alle übrigen Zutaten hinzugeben und mit den Händen gut vermischen und zu einem Klumpen formen. Dann ein Stück Frischhaltefolie glatt auslegen, den Teig daraufgeben und mittels der Frischhaltefolie den Klumpen zu einer Wurst rollen mit ca. 10 cm Durchmesser – oder wie groß Ihr das Shortbread eben haben möchtet…

Die Teigwurst dann in den Gefrierschrank legen, Backofen auf 180 Grad vorheizen, Backpapier auf ein Blech legen.

Jetzt die Teigwurst aus dem Tiefkühler nehmen, ein Drittel abschneiden und den Rest wieder kühl legen.

Aus dem Teig-Drittel etwa 1/2 cm dicke Scheiben abschneiden, etwas rund formen an den Seiten und nach und nach auf das Backblech legen – mit ausreichend Abstand!

Das wiederholt Ihr jetzt auch mit dem 2. und 3. Drittel der Teigwurst, bis der gesamte Teig aufgebraucht ist. Eventuell benötigt Ihr ein 2. Blech oder müsst in Etappen backen.

Jetzt die Shortbreads in den Backofen schieben und etwa 15 min backen. Gut auskühlen lassen und anschließend in einem Schraubglas oder einer Keksdose aufbewahren.

So steht der englisch-deutschen Fußballvölkerverständigung nichts mehr im Wege. Zumindest bis zum nächsten Elfmeterschießen. Sorry, guys!

Blogevent zur Fußball-WM 2014 - Wir kochen uns um die Welt

 

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Ach, Herbst, eigentlich ist es ganz schön mit Dir. Du bringst uns so viele tolle Sachen: Beeren, Nüsse, Pilze… Dazu ein Gläschen Wein und es ist eigentlich ganz kuschelig mit uns beiden.

Auf dem Wochenmarkt gibt es jetzt Pfifferlinge, Steinpilze, Kräuterseitlinge. Schaut doch mal, was es bei Euch so gibt. Oder sammelt Ihr vielleicht sogar selbst?

Ich habe jedenfalls etwa zwei Hände voll Pilze gemisch und gewürfelt. Dann mit feinen Frühlingszwiebelringen und gewürfeltem Schinkenspeck in etwas Butter angedünstet. Anschließend habe ich griechischen Joghurt mit etwas Kräuterfrischkäse glattgerührt, gesalzen, gepfeffert, zur Seite gestellt.

Vorher habe ich natürlich den Flammkuchenteig angesetzt nach diesem Rezept.

Dazu ein Gläschen Weißwein und das Herbstwochenende kann kaum noch schöner sein!

PS: Der Fladen schmeckt auch kalt am nächsten Tag noch zum Brunch. Vegetarier lassen den Schinkenspeck weg, müssen dann aber etwas mehr Salz an die Zwiebel-Pilz-Mischung geben.

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Achtung, jetzt kommt ein Skandinavisten-Witz: Knusperknusperknasa, wär knäcket an min wasa? (Erinnert sich noch jemand an Otto Waalkes, als er noch witzig war?)

Ich mag Knuspriges. Herzhaftes. Leckerschmeckeriges zum Wein. Oh Gott, ICH ESSE EINFACH GERNE!

Besonders gerne esse ich Flammkuchen zu Federweißem, Rauscher (das ist Apfelmost (aka Süßer), der schon anfängt zu britzeln bevor er zu Apfelwein wird) oder auch einem Glas Bier. Ich bin da nicht so festgelegt…

Heiß muss er sein, herzhaft, knusprig, dünn aber fein belegt. Und der Teig darf nicht am Gaumen kleben!

Was mich allerdings fertig macht, sind diese Fertig-Teigling-Dinger, die für unfassbar viel Geld auf Wein- und Straßenfesten angeboten werden: Flammkuchen fast ohne Belag für 8 Euro und mehr. Das ist Raubrittertum. Naja, passt ja zu all den Mittelaltermärkten. Örgs… Ich sag nur: „Gebt mir 3 Silberlinge für die Ofenkartoffel, holde Maid“. Da ist so viel Mittelalter drin wie Gebrüder Grimm in Disney’s Cinderella Schloss. Ach, lasst mich doch in Ruh!

Aber ich war ja beim Flammkuchen – sorry!

Teig und ich. Das ist eher so eine Hassliebe. Wie man hier und hier und hier nachlesen kann.

Aber wenn die herzallerliebste Juliane so ein einfaches Teigrezept verbloggt, traue ich mir das auch zu!

Ich habe mich beim Teig an Julianes Rezept gehalten und nur die Hefe durch Trockenhefe ersetzt und das Sonnenblumenöl durch Olivenöl.

Hier also die Zutaten für den oben abgebildeten Flammkuchen:

Für den Teig:

200g Mehl
1/2 Päckchen Trockenhefe
1/2 TL Salz
Eine Prise Zucker
1 EL Olivenöl

Für den Belag:

1 rote Zwiebel, in feine Ringe geschnitten

4 gehäufte EL Joghurt

1 EL Petersilie, fein gehackt

1 TL Schnittlauch, fein gehackt

Salz, Pfeffer

Gekochter Schinken

So geht’s:

Die Trockenhefe mit dem Mehl vermischen. Etwa 125 ml handwarmes Wasser zu gießen und mit dem Zucker sowie dem Salz vermischen. Jetzt das Öl zugeben und alles mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten. Die Teigkugel an einem nicht zugigen Ort abgedeckt eine halbe Stunde gehen lassen.

Den Backofen vorheizen. Wir haben einen Pizzastein, der perfekt ist für solche flachen Knusperteige. Für den muss der Backofen volle Pulle vorgeheizt sein. Inklusive Pizzastein. So bekommt man das volle Steinofenaroma. Juliane empfiehlt für den „normalen“ Ofen 220 Grad und ein Backblech mit Backpapier. Ich kann aber die Anschaffung eines Pizzasteins nur empfehlen!

Den Teig noch mal zusammenschlagen und auf dem gemehlten Küchentisch sehr dünn ausrollen.

Den Joghurt mit den Kräutern vermischen, salzen, pfeffern und auf dem Teig verstreichen. Zwiebelringe daraufgeben, Schinken zerpflücken und drüberstreuen.

Den Flammkuchen auf dem Pizzastein etwa 5 Minuten backen, bis er Blasen wirft und Farbe bekommt. (Julianes „normaler“ Ofen braucht ca. 20 min)

Fertig ist ein herrlicher Snack für Gäste, der sich auch gut vorbereiten und sogar – fertig belegt – einfrieren lässt. Eine Hälfte des Teigs hab ich übrigens auch eingefroren. Ich denke, den sollte ich bald mal verarbeiten. Wir hätten da noch ein bisschen Wein im Keller… 😉

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Hilfe, ich bin umzingelt! Auf der anderen Seite des Rheins – der schäl Sick, sozusagen – ist die ganze Mainzer Innenstadt im Karnevals-Fieber. Vor unserem Fenster ziehen seit Tagen immer mal wieder Trommler, Funkenmariechen, Sambagruppen oder andere merkwürdige Gestalten vorbei. Der bEdW hat tatsächlich an Rosenmontag einen halben Tag frei (hä?), alle Geschäfte sind geschlossen und während ich das schreibe, rocken die Wiesbadener Faschingsvereine unüberhörbar auf dem Wiesbadener Schlossplatz mit so genannter Stimmungsmusik (in diesem Jahr scheint „Amsterdam“ der Hit zu sein).

Das ist für einen Karnevalsverweigerer wie mich eine ziemlich merkwürdige Situation. Obwohl ich mit einem (nein, dem BESTEN aller) Düsseldorfer verheiratet bin, zeichnet sich der bEdW auch dadurch aus, dass er gemeinsam mit mir nur fassungslos auf so genannte Prunksitzungen schaut, wenn wir beim Zappen mal hängen bleiben. Und wäre das alles nicht schlimm genug, habe ich meist auch noch in dieser Zeit Geburtstag, so dass ich schon als Kind meine Feiern verkleidet abhalten musste, als Teenager gezwungen war, mich nach Lumpen- und sonstigen Maskenbällen zu richten und heute nicht selten die Lokale geschlossen haben, in denen ich gerne mein Geburtstagsdinner genießen würde. ARGH!

Das Grauen hat einen – oder besser: mehrere – Namen: Fasching, Fassenacht, Fastnet, Karneval.

Aber ich bin ja nicht so und habe natürlich Verständnis für alle, die sich vom Kalender die gute Laune diktieren lassen (not!). Kinners, feiern könne mer immer! Trinke sollte mer regelmäßig! Und jetzt: Narhallamarsch! Mein Beitrag zu Barbaras Blitz-Event „Rezepte für die tollen Tage“ funktioniert nämlich auch an Neujahr, am Tag nach der rauschenden Geburtstagsfeier, als Überlebenshilfe nach der Abi-Feier, als kleines Frühstückshäppchen für die verkaterte Hochzeitsgesellschaft und bei Übernachtungsgästen, die gerade mal drei Stunden auf der Luftmatratze komatös vor sich hin geschnarcht haben, weil es dann doch mal wieder länger wurde 🙂 Einer von sechs herzhaften Mini-Cakes mit Mimolette-Käse und Kümmel:

Die Cakes sind ziemlich gehaltvoll und helfen dank des Kümmels auch bei einer Restübelkeit, die ja gerne mal nach Zechtouren durch übermäßigen Alkoholgenuss hervorgerufen wurde. Außerdem sehen sie niedlich aus und halten sich einige Tage, so dass man sie prima vorbereiten kann. Auch als Erste-Hilfe-Snack für unterwegs sind sie nicht schlecht. Denn: Man soll ja immer was Essen, wenn man säuft trinkt. Deshalb gehören die kleinen Dinger in die Handtasche jedes Karnevalsprinzen und jedes Funkenmariechens!

Das Rezept stammt aus dem Buch „Mini-Cakes“ von Ilona Chovancova, das zusammen mit kleinen Silikonförmchen verkauft wird und sowohl herzhafte als auch süße Rezepte präsentiert.

Ich habe 6 Mini-Silikon-Förmchen und eine etwas größere Hello-Kitty-Backform (!) mit der Teigmenge gefüllt.

Mit Muffin-Förmchen müsste das Ganze aber auch bestens funktionieren. Eventuell ändert sich dann etwas die Backzeit. Für eine normale (25 cm) Kastenform – so die Autorin – sollte die Menge einfach um 1/4 erhöht und ein weiteres Ei dazugegeben werden.

Zutaten:

2 Eier

40 ml Olivenöl (im Rezept waren 60 ml angegeben – das fand ich zu viel. Hat auch mit weniger funktioniert)

70 ml Milch

120 gr Mehl (ich hatte Type 405)

1/2 Päckchen Backpulver

160 gr Mimolette-Käse (ich hatte 140 gr Mimolette und 20 gr Parmesan)

1 1/2 TL Kümmelsamen (ganz, nicht gemahlen)

Salz, Pfeffer

So geht’s:

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Förmchen buttern, falls Ihr keine Silikonförmchen verwendet. Mimolette reiben und mit dem Kümmel, etwas Salz und frisch gemahlenem Pfeffer vermischen. Mehl sieben und mit Backpulver mischen. Eier, Milch und Olivenöl verkleppern, Mehl/Backpulver-Masse unterrühren, Käse/Kümmel-Mischung unterrühren.

Förmchen zu maximal 2/3 füllen (die Masse geht richtig heftig auf!) und auf der mittleren Schiene etwa 30 Minuten backen. Ich habe nach 20 Minuten mit einem Holzspießchen getestet und die Backzeit auf 25 Minuten verkürzt – was aber wohl auch dem Silikon geschuldet war.

Aus dem Backofen holen und einige Minuten in den Förmchen stehen lassen, bevor Ihr die kleinen Dinger rausholt. Abkühlen lassen und servieren.

Sie sind wahnsinnig fluffig und so schnell weg, dass ich echt Probleme hatte, Fotos zu machen. Uns haben sie tierisch gut geschmeckt.

Ich wünsche allen Narren einen erträglichen Aschermittwoch und ein schmackhaftes Katerfrühstück!

Rezepte für die tollen Tage

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