Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Kartoffeln’

Es gibt diese Kindheits-Gerichte, die in uns Erinnerungen wecken, die trösten können oder einfach nur für ein wunderschönes Essen sorgen. Eines meiner Lieblingsgerichte aus Kindertagen sind hausgemachte Kartoffelpuffer – die der bEdW selbstverständlich nur als Rievkooche gelten lässt!

Außen knusprig, innen weich und saftig, dazu das herrliche Kartoffelaroma, heiß und frisch aus der Pfanne, abgetropft auf einem Küchenpapier – so muss mein Kartoffelpuffer sein! Dazu gibt es traditionell ein kühles Apfelmus oder etwas Kräuterschmand. Ganz luxuriös wird es mit einem Scheibchen Räucherlachs. Aber eigentlich esse ich meine Kartoffelpuffer am liebsten pur!

Richtiggehend aggressiv dagegen machen mich vorgeformte Convenience-Bratlinge, die auf Jahr- und Weihnachtsmärkten in wahlweise altes oder nicht ausreichend heißes Fett geschmissen werden, bis sie vollgesogen sind mit genau diesem Ekelfett und sich noch über Stunden unangenehm bemerkbar machen.

Ich verzichte darauf, Kartoffelpuffer auswärts zu essen, seit mich so ein Gastro-Puffer mal fast umgebracht hätte (ok, ich dramatisiere!) und meine Gesichtsfarbe nur dank ausreichend Killepitsch (Düsseldorfer Kräuterlikör) wieder von grün zu blaß-rosa wechselte.

Die Alternative heißt dann aber leider: Gestank in der Bude. Denn die in Fett ausgebackenen Puffer stinken bestialisch! In meiner Kindheit gab es sie deshalb auch nur bei gutem Wetter, wenn meine Mutter beide Küchenfenster weit öffnen (und die Küchentür feste schließen) konnte. Doch was tun in einer offenen Küche, die nahtlos in Wohn- und Esszimmer übergeht? Genau: Auslagern!

Seit einigen Jahren haben wir eine portable Kochplatte, die wir gerne auf der Terrasse einsetzen, wenn wir Fisch oder andere geruchsintensive Lebensmittel verarbeiten:

Kartoffelpuffer_draußen

Diese Kochplatte ist super praktisch und schafft so eine leichte Camping-Atmosphäre, zu der nur gaaaaanz zufällig auch die Flasche am rechten Bildrand gehört.

Zum Essen war es dann auf der Terrasse doch zu kalt. Also mussten wir immer schnell die frischen Puffer reintragen, essen und weiterbraten. Genau so war es bei mir zuhause: Meine Schwester und ich saßen voller Erwartung am Esstisch, bis meine Mutter pfeilschnell mit frischen, heißen Puffern aus der Küche kam, schnell die Tür hinter sich schließend (Geruch!) die köstlichen Dinger verteilte und ruckzuck wieder in die Küche flitzte (Tür zu!), nicht ohne “Vorsicht, heiß!” zu rufen, während wir uns schon die Schnäbel verbrannt hatten und mit Apfelmus zu kühlen versuchten. Erst, wenn wir pappsatt und mit fettglänzenden Mündern am Tisch saßen, briet sich meine Mutter ihre Portion und kam in Ruhe zum Essen.

Also: Fenster weit auf, Tür zu – oder draußen braten! Der milde November macht es uns doch ziemlich leicht, die letzten Freiluft-Koch-Aktionen zu genießen! Und keine Angst: Gute hausgemachte Kartoffelpuffer sind gar nicht so schwer herzustellen. Weiter unten findest Du die wichtigsten Tipps noch mal aufgelistet.

Kartoffelpuffer

Zutaten für zwei hungrige Esser, die sich so richtig reinknien konnten:

3-4 große mehlig kochende Kartoffeln (je älter, desto besser)

1 große Metzger-Zwiebel

2 Eier (Größe M)

Salz

schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Viel Öl (Raps, Sonnenblumen…) oder Butterschmalz zum Ausbacken – muss sehr stark erhitzbar sein!

Muskat, frisch gerieben

Optional: 1 großer EL abgetropfter Quark

Für den Schmand: Saure Sahne, etwas Meerrettich, Abrieb einer halben Zitronenschale, weißer Pfeffer, Salz und etwas Petersilie (gehackt) miteinander verrühren.

Wildräucherlachs nach Belieben

Zubehör: Eisenpfanne, 2 Rührschüssels, Küchenreibe oder Küchenmaschine, Sieb und sauberes Geschirrtuch, Küchenrolle, Pfannenwender, Schöpfkelle

Zubereitungszeit: Vorbereitung: 30 Minuten, Bratzeit pro Puffer je nach Größe einige Minuten

So geht’s:

Kartoffeln und Zwiebeln schälen. Beides in eine Rührschüssel reiben – entweder per Hand (Vorsicht!) oder in einer Küchenmaschine. Letzteres geht natürlich schneller.

Auf die zweite Rührschüssel ein Küchensieb hängen und mit dem Geschirrtuch auslegen. Die Zwiebel-Kartoffelmasse hineingeben und das Tuch zu einem Bündel verschnüren. Das Wasser aus der Teigmasse pressen und etwas abhängen lassen.

Achtung! Das Wasser nicht wegschütten! Das brauchst Du noch!

Die Teigmasse nach dem Abtropfen wieder in die erste Schüssel geben und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Die Masse verträgt ordentlich Salz und es gibt wenig Schlimmeres als fade Puffer. Also, sei nicht geizig mit dem Salz.

(Wenn Du magst, kannst Du jetzt auch den Quark hinzugeben. Das verhindert, dass die Puffer beim Braten zu schnell schwarz werden und macht ihn noch saftiger. Du musst dafür aber nicht extra ein Töpfchen Quark kaufen. Es geht auch ohne wunderbar!)

Das Kartoffel-Zwiebel-Wasser aus der zweiten Schüssel gießt Du jetzt gaaaaanz vorsichtig ab. Dann siehst Du schon, dass sich am Boden die Stärke der Kartoffeln abgesetzt hat. Zurück bleibt nämlich eine weiße Schicht, die ein bisschen an feuchtes Mehl erinnert.

Davon nimmst Du 1-2 Teelöffel und gibst es unter die Kartoffel-Zwiebel-Masse. Die Stärke bindet den Teig und hilft, dass die Puffer nicht auseinander fallen.

Falls Du Dir den kleinen Extra-Aufwand nicht machen willst, gib ein bisschen Speisestärke an die Teigmasse. Aber eigentlich enthält die Kartoffel alles, was Du brauchst!

Jetzt die Fenster weit aufmachen oder die Kochplatte auf dem Balkon auf volle Pulle stellen. Die Eisenpfanne mit einem halben bis ganzen Fingerbreit Öl bedecken und richtig heiß werden lassen! Das ist wichtig, damit sich die Puffer nicht voll Fett saugen. Mach’ zum Ausprobieren einen Probepuffer, um Gefühl für die Hitze und das Braten zu bekommen.

Je nachdem, wie groß Du Deine Puffer haben willst, gibst Du jeweils etwa eine halbe Schöpfkelle in die Eisenpfanne (in unsere passen drei Puffer gleichzeitig) und drückst die Masse ein bisschen flach, damit sie gleichmäßig gart. Mach’ lieber kleinere Puffer, wenn Du sie knusprig magst. Mach’ sie etwas größer, wenn Du lieber die saftige Masse innendrin hast.

Wichtig ist, dass Du die Hitze im Blick behältst. Und: Es muss immer ausreichend Öl in der Pfanne sein. Während zwei Brat-Aktionen solltest Du immer wieder etwas Öl/Butterschmalz ergänzen und ausreichend (!) heiß werden lassen.

Beim Braten bitte nicht ungeduldig werden: Anfangs klebt der Puffer an der Pfanne. Wenn er sich lösen lässt, kannst Du in mit einem Pfannenwender wenden und fertigbraten.

Einen oder zwei kleine Probepuffer zu braten und direkt aus der Pfanne zu essen, ist nicht nur hilfreich, um den richtigen Gar-Zustand herauszufinden, sondern macht auch großen Spaß. Der allererste Puffer ist nämlich meist der Beste!

Nach dem Braten lässt Du die Kartoffelpuffer noch etwas auf Küchenpapier abtropfen. Du kannst sie auch bei niedriger Hitze im Backofen kurzfristig (!) warm stellen. Je frischer aus der Pfanne, desto besser sind sie allerdings.

Serviert mit Apfelmus oder etwas Schmand und Räucherlachs gibt es kaum ein köstlicheres Essen für mich. Aber ich bin ja auch hoffnungslos in Kartoffeln verliebt! (Rheinländer mögen auch Rübensirup dazu. Aber die sagen ja auch Rievkooche…)

Also, keine Angst vor hausgemachten Kartoffelpuffern, wenn Du folgende Tipps beachtest:

  • Je älter die Kartoffeln sind, desto weniger Wasser enthalten sie. Mehligkochend müssen sie aber unbedingt sein!
  • Lass die Masse ausreichend abtropfen. Das geht auch, indem Du eine Suppenkelle so in den Teig legst, dass sei voll Flüssigkeit läuft. Diese dann natürlich wegschütten!
  • Eine Eisenpfanne ist ja sowieso Gold wert. Sie wird richtig schön gleichmäßig heiß und sorgt zum Beispiel auch bei Bratkartoffeln oder Steaks für ein perfektes Ergebnis. Die Anschaffung ist es wirklich wert.
  • Das Fett muss richtig, richtig heiß sein! Sei bitte vorsichtig! Spritzendes Fett tut weh und ruiniert das Seidenblüschen. Eine Kochschürze ist also empfehlenswert.
  • Ein oder zwei Probepuffer helfen Dir beim Einschätzen der Temperatur und Garzeit. Mach’ sie klein, damit es nicht so schlimm ist, wenn der erste schwarz wird und ungenießbar ist.
  • Geduld: Jeder Kartoffelpuffer braucht ein bisschen Zeit. Das kommt auf die Kartoffel, die Größe der Puffer, die Dicke und Deine Herdplatte bzw. Pfanne an.
  • Verbrenn’ Dir am ersten Kartoffelpuffer nicht gleich die Zunge. Die Dinger kommen knallheiß aus der Pfanne, schmecken frisch aber auch wirklich am besten.
  • Vergiss das Lüften nicht. Sonst riecht Deine Wohnung noch tagelang wie eine Imbißbude in einem Gewerbegebiet, das immer mal wieder Ärger mit dem Gesundheitsamt hat.Willst Du nicht, oder?

Viel Spaß beim Nachmachen und Genießen!

Read Full Post »

Zum Glücklichsein braucht es nicht viel: Eine große Pfanne voll mit gerösteten Kartoffeln, feurigen Gewürzen, zartem Tintenfisch und dazu ein feiner Joghurt-Dip. So kannst Du entspannt ins Wochenende starten!

Meine Kochbücher nehme ich meist nur als Inspirationsquelle zur Hand. Selten koche ich ein Rezept sklavisch nach. Außer vielleicht bei Kuchenrezepten. Weil, ich und Teig? Weißte Bescheid! Aber bei allem, was nicht mit Backen zu tun hat, hole ich mir eine Idee, spinne ein Rezept weiter, ergänze oder lasse weg – ganz wie es unserem Gaumen am besten taugt.

Ein Rezept, das mich gleich angelacht hat, ist “Kalmar, Kartoffel, Chili” aus Hugh Fearnley-Whittingstalls genialem Kochbuch “Drei gute Dinge“. Wie in der korrespondierenden TV-Sendung stellt er für jedes Gericht immer nur drei Hauptzutaten zusammen, um zu demonstrieren, wie gut einfache Küche sein kann. Der beste Beweis: Tomate, Mozzarella, Basilikum. Oder auch Bacon, Sandwichbrot, Tomate.

Kalmar, Kartoffel, Chili – das klingt nach einem Gericht nach unserem Geschmack. Schnell zubereitet ist es außerdem. Und mit ein paar Abwandlungen wird es noch köstlicher!

(Wenn etwas SO duftet, bleibt keine Zeit mehr für tolle Fotografiererei!)

Kalmar_Kartoffeln_Chili

Zutaten für zwei Personen als Hauptgericht:

400 gr festkochende Kartoffeln, gewaschen und gebürstet (am besten kleine, ungeschälte)

Olivenöl

etwas Mehl

250 gr Kalmar oder Tintenfischtuben, in mundgerechte Stücke geschnitten

1 große, nicht zu scharfe Chilischote, in Ringe geschnitten

grobes Salz

frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Rosenscharfes Paprikapulver

Zitronenspalten

Für den Dip:

250 gr Naturjoghurt

2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten

1 EL in Olivenöl eingelegter Basilikum (alternativ: einige Blätter Basilikum, fein gehackt, und etwas Olivenöl)

Salz, Pfeffer

Zubehör: Große, beschichtete Pfanne, mittelgroßer Topf

Zubereitungszeit: 30-45 Minuten

So geht’s:

Kartoffeln grob würfeln und im Topf garen. Währendessen die Zutaten für den Dip zusammenrühren und beiseite stellen.

Wenn die Kartoffeln gar sind, abgießen und etwas Olivenöl in der Pfanne erhitzen. Die Kartoffelwürfel in der Pfanne anrösten. Chilis und Gewürze hinzugeben und auf mittlerer Hitze gut vermischen und erhitzen. Tintenfischstücke hinzugeben und unter Wenden einige Minuten mit anbraten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Mit einem großen Servier- oder Schaumlöffel die Zutaten portionsweise aus der Pfanne heben und mit den Zitronenspalten anrichten. Dazu den Joghurtdip servieren.

Schnell, einfach, köstlich! So liebe ich unsere Friday Night Dinner Dates!

Da bleibt genügend Zeit zum Weintrinken und Ratschen; die Teller kommen in die Spülmaschine und die Pfanne ist schnell geputzt.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Read Full Post »

Nicht schön, aber köstlich und prima, um Reste zu verwerten: Die griechisch angehauchte Hackfleischpfanne mit Kartoffeln, Feta, Spinat und einer großen Prise Ras el Hanout!

Ich rege mich immer ein bisschen auf, wenn Leute nicht kochen, weil das ja so wahnsinnig teuer sei. Dabei ist jede selbstgemachte Pizza, jede Kartoffelsuppe, jedes saisonal eingekaufte Gemüse (im Winter zum Beispiel Wirsing, Sauerkraut, Grünkohl…) häufig günstiger als der Eintopf aus der Dose oder die TK-Fertigpizza.

Das heißt aber nicht, dass man auf gute Zutaten verzichten muss. Einkaufen nach Saison, kleinere Mengen Fleisch – dafür von guter Qualität, Reste verwerten statt wegwerfen usw. Das sind alles kleine Schritte, die insgesamt aber nicht nur Geld sparen, sondern einen weiteren großen Vorteil haben: Man weiß, was man isst. Denn wer mal die Zutatenliste einer Fertigpizza gelesen hat, wird die einfache Mischung von Hefe, Wasser und Mehl zu schätzen wissen. Ganz zu schweigen von Salami- oder Schinkenbelag aus fragwürdiger Herkunft.

Das Thema Resteverwertung treibt uns immer wieder um. Unter der Woche sammelt sich viel im Kühlschrank an, weil wir unregelmäßig einkaufen, teilweise nacheinander oder gar nicht essen, immer irgendwie zu viel kaufen, zu viel kochen, viel zu selten Reste zum Mittagessen mit ins Büro nehmen. Lange im Voraus planen können wir unsere Abendessen auch nicht, da die Termine garantiert wieder einen Strich durch die Essensplanung machen… Also machen wir freitags gerne Platz im Kühlschrank, bevor es Samstag wieder frische Sachen vom Markt gibt!

Neulich hat uns ganz wunderbar eine griechisch angehauchte Hackfleischpfanne geschmeckt, die aus den Vorräten zusammengekramt wurde. Nicht schön, aber wirklich schmackhaft, schnell und mit gutem Gewissen:

Hackfleischpfanne

An den großen Kartoffeln und den grob gewürfelten Fetastücken erkennt Ihr gut, wie groß der Hunger war. Schnell, schnell an die Töpfe und an den Tisch gesetzt. HUNGER!!

Zutaten für 2 hungrige Freitagabendesser benötigt Ihr:

200 gr frischen Spinat (oder die entsprechende Menge TK-Spinat)

180 gr Rinder- oder Lammhack

1 kleine Zwiebel

1 Knoblauchzehe

1 Scheibe Ingwer

1 TL Ras el Hanout

1 TL Pul Biber

4 kleine festkochende Kartoffeln

150 gr Feta

1 EL Saure Sahne

Salz und Pfeffer

1 EL Olivenöl

Zubehör: 1 Topf für die Kartoffeln, 1 große Pfanne

Zubereitungszeit: ca. 40 min

So geht’s:

Kartoffel schälen, vierteln und kochen, bis sie fast gar sind.

Währendessen Spinat waschen und grob hacken. Zwiebel und Knoblauch jeweils schälen und fein hacken. Das Öl in der Pfanne erhitzen. Zwiebel, Knoblauch und die Ingwer-Scheibe andünsten, bis die Zwiebeln glasig sind. Hackfleisch anbraten. Spinat hinzugeben und unterrühren. Mit Pul Biber und Ras el Hanout würzen. Salzen und etwas pfeffern. Die garen Kartoffeln abschütten und unter die Pfanne mischen. Mit dem EL Saure Sahne binden. Den Feta würfeln und vor dem Servieren hinzugeben.

Ein köstliches “Resteessen” mit vielen Aromen, das so richtig Seele und Magen satt macht!

Schneller und einfacher kann man hungrige Münder kaum stopfen. Dabei kann man natürlich seine Phantasie spielen lassen und die vorhandenen Vorräte berücksichtigen. Wer die Gewürze nicht im Haus hat, muss sie nicht kaufen. Etwas Kreuzkümmel, Chilipulver, einen halben Anisstern, eine Nelke finden sich vielleicht doch noch im Gewürzregal. Das Pul Biber kann durch scharfes Paprikapulver ersetzt werden…

Also, ran an die Töpfe, die Vorratsregale und die hintersten Ecken im Kühlschrank. Was ist Euer Lieblings-Resteessen? Eintopf, Omelette, Auflauf? 

Read Full Post »

Indien, das Juwel in der Krone, stand Pate für dieses köstlich-würzige Brathähnchen, mit dem Jamie Oliver das British Empire feiert.

Ich kann einfach nicht verhehlen, dass ich England irgendwie mag. Ob Literatur, Rock-Musik, Humor, Landschaft oder Essen: Ich mag England sogar sehr.  (Wie heißt es in Alice in Wonderland: “Folge dem Link!” Äh, nicht ganz. Aber schaut doch trotzdem mal rein, wohin die Links Euch führen, wenn Ihr auch England-Fans seid…)

Zurück zu Jamie O. Man kann über den omnipräsenten TV-Koch-Superstar sicher sagen, was man will. Aber er hat viele Menschen zum Kochen inspiriert. Auch hier im Blog gab es schon das ein oder andere Gericht, das ich mir von ihm abgeschaut habe. Nicht alles ist immer gleich gut gelungen, muss ich leider sagen…

Das Empire Roast Chicken stammt aus seiner TV-Serie “Zu Gast bei Jamie Oliver”, in der er sich mit einem alten Wohnwagen auf den Weg quer durch’s Königreich macht – immer auf der Suche nach den Einflüssen, die frühe oder spätere Einwanderer hinterlassen haben. (Zur Serie gibt es selbstverständlich auch ein Kochbuch!) Natürlich geht so eine Reise nicht ohne Curries und Gewürze indischer und pakistanischer Einwander ab. Deshalb ist das Empire-Hühnchen auch eine Ode an die indische Küche. England UND Indien! Ihr könnt Euch denken, was das für einen Jubel bei mir auslöst!

Chicken

Wir haben uns ausnahmsweise sehr eng an das Rezept gehalten, das Ihr hier online findet. Das Hühnchen muss mehrere Stunden marinieren in seinem köstlichen Bad aus Joghurt und Gewürzen. Albern ist natürlich die Empfehlung, dass man beim Einmassieren der Marinade Gummihandschuhe tragen soll. Wer in der Küche zimperlich ist, soll sich eine 5-Minuten-Terrine in der Mikrowelle warm machen! Und Hygiene versteht sich im Umgang mit Fleisch (und auch sonst!) natürlich von selbst!

Wir hatten übrigens ein fast 2 kg schweres Loué-Huhn aus Frankreich. Sicherlich kein ganz günstiges Essen, aber jede Mark wert, wenn einem Aufzucht und Herkunft eines Tieres nicht ganz egal sind. Außerdem liefert so ein Huhn noch genügend “Überreste” für ein feines Sandwich am nächsten Tag. Es lohnt sich also!

Serviert wird das Empire Roast Chicken bei Jamie Oliver mit einer herzhaften Sauce – auch hier ist die Zubereitung wieder etwas aufwendiger. Sie fängt aber all die guten Säfte aus dem marinierten Huhn auf. Und dafür lohnt sich wirklich jeder Schritt: Ich hätte in diesem Huhn versinken können!

Chicken_Empire_Roast_Jamie_Oliver

(Die dunklen Stellen stammen von dem Joghurt. Sie werden vor dem Servieren einfach mit einem Messer abgekratzt)

Genial ist auch der Tipp von Jamie Oliver eine Zitrone in Wasser zu kochen, einzustechen und in das Huhn zu schieben. Die Hitze und die Zitronenaromen breiten sich also quasi von innen in dem Huhn aus. Hat was von Gynäkologe, nutzt aber dem Aroma!

Serviert wird das Ganze mit Bombay Kartoffeln, die zwingend notwendig sind, um die köstliche Sauce aufzutunken. Ihr könnt aber auch einfach ein Baguette zum Hühnchen reichen. Die Joghurt-Marinade macht das Huhn unfassbar zart. Die Gewürze verströmen ihre Aromen in der gesamten Küche. Und jeder Bissen lässt einen neidisch auf die Insel und ihr einstiges Empire schielen. Wie gut, dass der Kulturtransfer auch über den Ärmelkanal hinweg funktioniert!

Empire_Roast_Chicken_Jamie_Oliver

Wir müssen Jamie Oliver nicht lieben und auch nicht blind folgen. Wir müssen auch nicht alles toll finden, was sich seine Marketing-Manager zwecks Geldvermehrung so ausdenken. Aber alleine für dieses Hühnchenrezept werde ich ihm ewig dankbar sein. Probiert es aus! Wer nicht sofort “Rule Britannia!” anstimmt, hat sicher irgendein Gewürz vergessen…

Read Full Post »

Wenn das Konfetti am Boden matscht, die Krawatten abgeschnitten und die Luftschlangen zerrissen sind, weckt dieser Heringssalat neue Lebensgeister.

Der Februar ist so ein Monat… Obwohl ich im Februar Geburtstag habe, nervt er mich einfach nur tierisch. Längst haben wir Weihnachten und alle guten Vorsätze zum neuen Jahr hinter uns gelassen und trotzdem lässt der Frühling immer noch auf sich warten. Der Februar kommt als Zwitter daher mit deutlich längeren Tagen und singenden Amseln, und dennoch kann er kalt, nass und winterlich sein. Die Natur steht längst in den Startlöchern und will doch noch nicht so richtig aufwachen, denn es kann ja noch mal Schnee geben. Ach, Februar, Du nervst!

Nicht mal Karneval kann uns – trotz unserer Düsseldorf-Connection – aufmuntern. Und kulinarisch ist auch noch nicht viel los: Das letzte Sauerkraut wird aus den Fässern gekratzt, die Wintergemüse Grünkohl und Wirsing hängen uns zu den Ohren raus, aber weit und breit noch keine Frühlingskräuter für Grüne Sauce oder gar Spargel in Sicht. Ach, Februar, Du nervst!

Da kommt so ein pinker, frischer und Lebensgeister weckender Heringssalat gerade recht:

Processed with Rookie

Für 2 Personen benötigt Ihr:

2 Matjesfilets, nicht zu salzig

1/2 kleiner Apfel, geschält (z.B. Braeburn)

1 EL Apfelessig

2 kl Pellkartoffeln, geschält

Joghurt

saure Sahne oder Schmand

1 Knolle gekochte Rote Bete

1 kleine Schalotte

1 kleine Gewürzgurke

Pfeffer

Salz

Zucker

Cayennepfeffer

1/2 EL Butter

Zubehör: Gutes Messer, kleine Pfanne

Zubereitungszeit: gute halbe Stunde plus Zeit zum Durchziehen

So geht’s:

Die Pellkartoffeln garen und schälen. Die Schalotte schälen, fein hacken und in der Butter andünsten. Abkühlen lassen.

Kartoffeln, Matjes, Rote Bete, Gewürzgurke und den Apfel in kleine Würfelchen schneiden.

Je nachdem, wie “flüssig” Ihr den Salat mögt, mit Joghurt und saurer Sahne gut vermischen. Mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und Cayennepfeffer sowie dem Apfelessig würzen. Gut vermischen und mindestens eine Stunde im Kühlschrank durchziehen lassen.

Mit Brot oder Kartoffeln servieren. Dazu passt ein kaltes Bier!

Der pinke Heringssalat ist mein Beitrag zum Kebo Homing Blog-Event “Typisch für…”, das sich jeden Monat einem anderen Thema widmet. Im Februar geht es – natürlich! – um Faschind/Fastnacht/Karneval…

 regelmäßiger Blogevent bei Kebo Homing zum Thema Typisch für

Read Full Post »

Indisches Essen muss nicht immer so aufwendig sein wie das Mirchi Korma von letzter Woche. Ein schnelles Feierabendgericht ist Aloo Masala – gewürzte Kartoffeln mit Erbsen:

Processed with Rookie

Die Zubereitung dauert etwa eine halbe Stunde und schmeckt köstlich mit Gurken-Raita (Joghurt, Gurkenwürfel, Cumin und Salz zu einem Dip vermischen).

Zutaten für 2 Personen als kleines Hauptgericht:

500 gr festkochende Kartoffeln, geschält und geachtelt

1 TL Ghee (oder pflanzliches Öl für die vegane Variante)

1/2 TL brauner Senfsamen

1/2 TL Asafötida (Asialaden)

1/2 TL Bockshornkleesamen

10 frische Curryblätter (alternativ: getrocknete, Asialaden)

2 Knoblauchzehen, fein gehackt

2 grüne Thaichilis, entkernt und in feine Scheiben geschnitten

1/2 Zwiebel, fein gehackt

2 cm Ingwer, geschält und fein gehackt

4 EL TK-Erbsen

1 EL Koriandersamen, gemörsert

1 TL Kurkuma

Salz

Blätter von etwa 10 Stengeln frischem Koriander, grob gehackt

Zubehör: Kleiner Topf, beschichtete Pfanne mit Deckel, Kartoffelstampfer

Zubereitungszeit: etwa 30 min

So geht’s:

Kartoffeln im kleinen Topf mit reichlich Wasser und etwa 2 TL Salz gar kochen. Abgießen und mit den Erbsen vermischen.

In der beschichteten Pfanne Ghee erhitzen. Die Senfsamen darin erhitzen, bis sie beginnen aus der Pfanne zu springen. Asafötida, Bockshornkleesamen und Curryblätter hinzugeben und anrösten. Knoblauch, Chilis, Zwiebeln und Ingwer unterrühren und andünsten.

Kartoffeln und Erbsen sowie Koriandersamen, Kurkuma, Salz und 3-4 EL Wasser in die Pfanne geben. Alles gut vermischen. Den Deckel schließen und bei kleiner Hitze etwa 10 min weitergaren.

Zum Schluss die Kartoffeln leicht zerdrücken, die Korianderblätter unterheben und gleich servieren.

Die Aloo Masala sind ein schnelles, gesundes und mit Pflanzenöl sogar veganes Gericht, das sich wunderbar auch nach Feierabend zubereiten lässt. Geschmeckt hat es uns aber auch als Beilage zum Mirchi Korma.

Auch dieses Gericht wurde durch die Indien-Ausgabe der Saveur inspiriert. Den Ingwer habe ich früher hinzugegeben und mit angeschwitzt. Zudem habe ich das Gericht an 2 Personen angepasst. Als Hauptgericht für 4 Personen verdoppelt ihr einfach alle Zutaten.

 

 

Read Full Post »

So, der erste Hunger ist schon mal gestillt! Zum Begrüßungssekt gab es ein herbstliches Carpaccio mit Pilzen und zum Magenwärmen eine vielseitige Kartoffelsuppe. Jetzt können Köchin und Gäste erstmal durchatmen. Anwesende Kinder dürfen eine Spielpause, Raucher eine Zigarettenpause einlegen. Der Rest steht mit einem Gläschen Wein rund um den Küchenblock und applaudiert dem Star des dritten Gangs unseres festlichen Menüs. Darf ich vorstellen: Die Hochrippe aka Côte de bœuf!

Processed with Rookie

Während die Jungs jetzt also auf die Terrasse geschickt werden (bei mildem Herbstwetter mit einem kalten Bier, bei winterlicher Kälte mit einem heißen Ebbelwoi – wir sind ja immerhin in Hessen!), um den Grill anzuschmeißen, kann sich die tiefenentspannte Köchin einigen wenigen Vorbereitungen widmen.

Für unser festliches Menü Teil 3 müsst Ihr lediglich Kartoffeln putzen und gar kochen, einen schnellen Curry-Dip anrühren und den Salat anmachen. Voilà!

Aber der Reihe nach:

Die oben abgebildete Hochrippe hat inklusive Knochen knapp ein Kilo und reicht als Teil eines Menüs für 4 Personen.

Zur Vorbereitung das Fleisch etwa eine Stunde vor Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen. Eine Mischung aus Olivenöl, Rosmarinzweigen, Salz und Pfeffer einmassieren. Auf einen Teller legen und gut abdecken oder in einen großen Gefrierbeutel geben und verschließen.

Jetzt den Grill anwerfen und das Fleisch gar grillen. Ideal ist, wenn das Fleisch am Knochen (ein Fleischthermometer ist hier wirklich ein guter Helfer!!) etwa 57 Grad hat. Vom Grill nehmen, in Alufolie packen und einige Minuten ruhen lassen.

Processed with Rookie

Während das Fleisch also in Alufolie ruht, werden schnell die gar gekochten Kartoffeln finalisiert:

Eine Eisenpfanne erhitzen und etwas Olivenöl und Rosmarinsalz hineingeben. Die Kartoffeln halbieren und mit dem Gesicht auf den Pfannenboden legen. Bei mittlerer Hitze leicht bräunen.

Der Curry-Dip geht ebenfalls ruckzuck. Das kann auch gerne einer der Gäste übernehmen:

250gr Joghurt verrühren mit etwas Olivenöl, einem Spritzer Zitrone, einer Prise Zucker, Salz und weißem Pfeffer aus der Mühle. Ein Schlückchen Gin dazu und natürlich 1 EL Madras Curry. Richtig fein und exotisch wird der Dip, wenn Ihr noch 1 EL Nektarinen-Chutney (oder ein anderes fruchtig-scharfes Chutney) unterrührt!

Der Salat sollte schon gewaschen und trockengeschleudert sein. In einer Tupperbox hält der sich im Kühlschrank auch ein paar Stunden (natürlich OHNE Dressing!). Den kann man also schon gut vorbereiten. Dazu ein schnelles Dressing (ebenfalls gut vorzubereiten!) mit 1 EL Joghurt, 3 EL Olivenöl, 1 TL Weißweinessig, Salz, Pfeffer, Zucker. Anmachen und servieren!

Dann das Fleisch mit einem scharfen Messer in breite Streifen schneiden.

Processed with Rookie

Das Beste an so einer Hochrippe: Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei! Wer es lieber durchgebraten mag, bekommt die Randstücke. Wer sein Steak gerne blutig isst, nimmt sich das Teil am Knochen. (So fällt der Stress weg, den man hat, wenn man 4 Steaks mit unterschiedlichem Garzustand gleichzeitig auf den Tisch bringen will!) Und falls doch etwas übrig bleibt: Das Fleisch schmeckt am nächsten Tag auf einem Steak-Sandwich nochmal so gut!

Jetzt kann sich jeder vom aufgeschnittenen Steak bedienen, Kartoffeln und Dip dazu, Salat steht schon auf dem Tisch! Guten und vor allem ENTSPANNTEN Appetit!

Processed with Rookie

HAAAAAAAAALT!

Das geht doch so nicht!

Hier fehlt doch noch etwas GANZ Entscheidendes!

Trenz_Stellenbosch

Uff, gerade noch dran gedacht! Eine schöne runde Rotweincuvee aus den Rebsorten Rebsorten Shiraz, Merlot, Malbec und Petit Verdot, ausgebaut im Barrique. Die Weine vom Weingut Trenz haben wir auf der Wiesbadener Weinwoche entdeckt. Neben den heimischen Weinen aus dem Rheingau baut die Familie Trenz aber auch in Stellenbosch in Südafrika Wein an. Nach unserem diesjährigen Urlaub in den Winelands der Kapregion der perfekte Wein, um das Jahr langsam bei einem festlichen Menü ausklingen zu lassen!

So, jetzt fehlt nur noch ein Dessert zu unserem festlichen Menü. Stay tuned!

KüchenAtlas-Blogparade: Festliches Menü

 

 

 

 

Read Full Post »

Older Posts »

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 445 Followern an

%d Bloggern gefällt das: