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Posts Tagged ‘Sauerkraut’

Wird Zeit, dass es hier mal wieder was zu essen gibt! Und bei den anhaltenden Frost-Temperaturen tut ein wärmender, gehaltvoller Eintopf richtig gut. Dazu noch etwas Vitamin-C-lieferndes Sauerkraut und fertig ist ein köstliches Wintergericht: Das Szegediner Gulasch!

Logisch, dass der Hesse immer etwas Sauerkraut im Haus hat, gell? Da wird es auch nicht verwundern, dass wir bei unserer Tabula-Rasa-Speisekammer-detox-Aktion ein Glas Sauerkraut-Konserve gefunden haben. Ein Mindesthaltbarkeitsdatum kann uns bekanntlich nicht schrecken. Also: Was tun? Ich habe mich an ein wunderbares Szegediner Gulasch an einem Heiligabend vor einigen Jahren erinnert. Das Rezept stammt von meiner Mutter und ist durch mehrere Jahrzehnte gewandert. Uns schmeckt es wunderbar.

Szegediner Gulasch ungarisch Karoly Gundel Eintopf Foodblog German Abendbrot

Ob es „original“ oder „authentisch“ ist? Keine Ahnung! Da frag‘ ich mal meine Freundin B., die ungarische Wurzeln hat und für solche Diskussionen natürlich der Telefonjoker ist! Unvergessen ein ungarischer Abend mit vielen Weinen und noch mehr Ös!

Mein ungarisches Kochbuch mit Rezepten des ungarischen Kochs Karoly Gundel jedenfalls brachte mich nicht viel weiter. Laut Karoly ist ein Szegediner Gulasch nämlich mit Kartoffeln und nicht mit Sauerkraut. Was also würde B. sagen bei der Frage nach original Szegediner Gulasch??

Diese völlig erhellende Erklärung erreichte mich per WhatsApp:

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Alles klar? Dann geht’s hier weiter:

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Ok. Laut meiner Ma gehört Sauerkraut in das Szegediner Gulasch. Und wer wäre die letzte Instanz, wenn nicht sie? Deshalb hier mein Rezept für UNSER Szegediner Gulasch. Beschwerden leite ich dann gerne weiter 🙂

Zutaten für Szegediner Gulasch für 4 Personen:

800 gr Fleisch für Gulasch, gemischt von Rind und Schwein

500 gr weiße Zwiebeln, geschält und in Ringe geschnitten

600 gr Sauerkraut

1 rote Paprikaschote, gehäutet und in feine Streifen geschnitten

1 Chilischote, fein gehackt

1 Msp Fleischextrakt

0,3l Altbier oder anderes kräftiges Bier

1 TL des Pulvers von der hausgemachten gekörnten Brühe

2 EL Pflanzenöl

2 Lorbeerblätter

5 Wacholderbeeren

2 TL Kümmel

2 Nelken, leicht angestoßen

1 TL edelsüßes Paprikapulver

1 TL rosenschafres Paprikapulver

Salz

Pfeffer

1 kleine rohe Kartoffel

Dazu: Sauerteigbrot vom Vortag und ein Klecks saure Sahne oder Joghurt

Zubehör: großer Schmortopf mit Deckel

Zubereitungszeit: 30min plus mind. 2 Std. Kochzeit

So geht’s:

Das Fleisch würfeln und im heißen Öl scharf anbraten.

Die Zwiebelringe dazugeben, bis sie Farbe annehmen.

Mit Altbier ablöschen, bis das Fleisch bedeckt ist (ggf. etwas mehr Altbier oder etwas Wasser hinzugeben)

1 Std. bei geschlossenem Deckel köcheln lassen.

Jetzt das Sauerkraut dazugeben sowie Lorbeer, Nelken, Wacholder und Gewürze. Weitere 30min köcheln lassen.

Paprikastreifen und gehackte Chilischote hinzugeben.

Die kleine, geschälte Kartoffel roh in das Gulasch reiben, damit der Eintopf etwas andickt. Ist er dick genug? Dann fällt der Schritt natürlich weg!

Mit Salz, Pfeffer und eventuell Paprika final abschmecken.

Das Gulasch ist fertig, wenn das Fleisch zart ist. Sonst einfach noch etwas köcheln lassen. Oder ausschalten und erhitzen, wenn es gegessen werden soll. Es lässt sich wunderbar aufwärmen!

Mit einem Klecks saurer Sahne oder Joghurt zu dick geschnittenem Sauerteigbrot servieren.

Szegediner Gulasch Blog German Abendbrot Rezept

Guten Appetit!

Oder Jó étvágyat, wie der Ungar sagt!

 

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Sauerkraut ist ein wunderbares Winteressen.

Knackig, frisch und säuerlich ist es nicht nur köstlich, sondern strotzt nur so vor Vitamin C und Milchsäurebakterien, die jeder Erkältung den Garaus machen.

Aber wer will schon immer nur die klassische Variante mit Kartoffelpürree und Rippchen oder Frankfurtern essen? Sauerkraut lässt sich auch prima für herzhaft Gebackenes verwenden.

Sauerkraut Quiche

Besonders begeistert mich an dieser Form, dass man die Sauerkraut-Quiche bestens am Vortag zubereiten und dann als Mittagessen mit ins Büro nehmen kann. Denn sie schmeckt kalt und etwas durchgezogen mindestens ebenso gut wie lauwarm und frisch aus dem Ofen!

Für eine kleine Springform (20 cm) und 3 Baby-Tarte-Förmchen oder für eine mittlere Springform (etwa 26cm) benötigt Ihr folgende Zutaten:

Für den Teig:

125 gr backstarkes Mehl

65 gr Butter

1 TL Salz

50ml warmes Wasser

Für die Füllung:

300 gr Fasskraut, gut abgetropft

2 dünne Scheiben Tiroler Speck, in kleine Stücke geschnitten

100 gr Schmand

1 EL Frischkäse

2 Eier (Größe M)

etwas Mehl zum Binden

3 Wacholderbeeren

1/2 TL Kümmelsamen

Salz und Pfeffer

Zubereitungszeit: ca. 20 min Zubereitung + 1 Std. Kühlen + 30 min Backen

Zubehör: eine oder mehrere beschichtete Tarte-Formen (oder eine gefettete Springform!), Nudelholz, Frischhaltefolie, Teigschüssel, mittelgroßer Topf

So geht’s:

Zutaten für den Teig gut verkneten, bis sich eine hübsch homogene Masse ergibt. Ich kann das am besten mit den Händen. Ihr könnt das Ganze aber auch der Küchenmaschine überlassen. Die Teigkugel in Frischhaltefolie wickeln und rund eine Stunde kühl legen.

Währendessen den mittelgroßen Topf erhitzen und die Speckstücke anschwitzen. Wacholderbeeren, Kümmel und das abgetropfte Kraut hinzugeben. Bei geschlossenem Deckel und mittlerer Hitze etwa 15 min dünsten. Wenn das Kraut viel Wasser zieht, anschließend noch mit offenem Deckel ausdampfen lassen.

Kraut aus dem Topf nehmen, gut abtropfen lassen – notfalls in einem Sieb – und in eine Schüssel geben. Abkühlen lassen, bis das Kraut nur noch maximal lauwarm ist. Mit Schmand, Frischkäse und den Eiern vermischen. Salzen und pfeffern. Falls die Masse sehr flüssig wirkt, mit etwas untergemischtem Mehl binden.

Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitzte vorheizen.

Teig aus dem Kühlschrank holen und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Mit dem Teig die beschichtete(n) oder gefettete(n) Form(en) auskleiden. Sauerkrautfüllung gleichmäßig auf dem Teig verteilen und auf der mittleren Schiene des Backofens etwa 20min backen.

Die Masse muss gestockt und der Teigrand fest sein. Das dauert bei jedem Backofen und je nach Größe der Form unterschiedlich lang. Da die Füllung sehr saftig ist, lieber 5-10min länger im Ofen lassen als die Quiche zu früh herauszuholen!

Etwas abkühlen lassen und entweder lauwarm oder am nächsten Tag kalt servieren.

Dazu passt ein Glas sauergespritzter Apfelwein ebenso wie ein Riesling!

Unter #lunchbox2015 auf Instagram sammeln Christiane von der Schabakery und ich übrigens unsere Guten Vorsätze bezüglich unserer Mittagessensgewohnheiten. Diese Quiche ist ein Teil davon! Habt Ihr Lust mitzumachen? Dann einfach auf Instagram die Fotos Eurer Lunchbox hochladen und mit dem Hashtag #lunchbox2015 taggen. Ich bin gespannt!

Und im wunderbaren Blog Kebo Homing findet monatlich ein Event „Typisch für…“ statt. Im Januar heißt es „Typisch für… …meine Region“. Was würde da besser zu Hessen und den Rheingau passen als eine Sauerkraut-Quiche mit einem Glas Riesling? Köstlich, gesund, einfach herzustellen und prima für’s Büro! Cheers!

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Eben geht mit einem Teller / Witwe Bolte in den Keller, / daß sie von dem Sauerkohle / eine Portion sich hole, / wofür sie besonders schwärmt, / wenn er wieder aufgewärmt.“ Wilhelm Busch, Max & Moritz

Witwe Bolte wusste eben, was gut ist. Aber ob sie auch von dem hohen Gehalt an Vitamin C und Milchsäure wusste? Beides dafür geeignet, um das Immunsystem zu stärken beziehungsweise Entzündungen zu hemmen. Damit ist Sauerkraut in der kalten Winterzeit perfekt, um Erkältungen vorzubeugen. Und nicht nur das: Seeleute nahmen den sauer eingelegten und somit haltbar gemachten Weißkohl mit auf lange Fahrt, um Skorbut zu trotzen – der schrecklichen Krankheit, die unter anderem auf Vitaminmangel zurückzuführen ist.

Die Liebe zu Sauerkraut ist mir als Hessin ohnehin in die Wiege gelegt. Aber immer die klassische Variante wäre ja langweilig. Also habe ich ein Rezept von der Website Kühne ausprobiert: Fasskraut-Quiche Winzerart – oder wie ich sie wegen meinem Faible für Tartes nenne, Sauerkraut Tarte!

Sauerkrauttarte

Für meine Variante habe ich das Rezept, das wunderbar funktioniert hat, ein klein bisschen abgewandelt: In meinen Belag kamen keine Äpfel und auch ein Ei weniger. Außerdem habe ich Schinkenspeck statt Schinken genommen. Zumal das Rezept hier vage blieb: Kochschinken? Luftgetrockneter Schinken?

Die Tarte ist saftig-würzig und ziemlich sättigend. Sie schmeckt auch noch 2-3 Tage später, wenn sie schön durchgezogen ist (der Boden aber nicht matschig wird!). Beim nächsten Mal mache ich sie lieber mit einem klassischen Mürbeteig, aber immer wieder gerne in dieser Variante.

Als Kraut habe ich übrigens das „Fasskraut natürlich-mild“ verwendet, das mir Kühne* zum Test zur Verfügung gestellt hatte. Für meinen Geschmack hätte es säuerlicher sein dürfen. Roh ist es aber ein Genuss. Ich hätte das Glas auch einfach so leer essen können (ich weiß, ich LIEBE Sauerkraut wirklich!). Und was mir gefällt: Der Inhalt besteht tatsächlich (laut Hersteller) nur aus Weißkohl und Salz. Denn diese schmackhafte, gesunde  Zutat braucht einfach nicht mehr! (Andere Kraut-Varianten von Kühne enthalten unnützerweise modifizierte Stärke oder Aroma. Also „Augen auf!“ beim Einkauf!)

Und jetzt bietet Erkältung und Skorbut die Stirn und macht Euch lecker Sauerkraut – ob roh aus der Hand, als Tarte oder klassisch zu Kartoffelpü und Rippchen! Bleibt gesund, Ihr Lieben!

*Hinweis: Das Kraut wurde mir von Kühne zum Test und ohne Bedingungen zur Verfügung gestellt. Dies dient ausschließlich der Information meiner Leser. Ich verfolge damit keine finanziellen Interessen und nehme auch nicht an Affiliate-Programmen teil.

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Helau! Heute gibt’s ein klassische Fassenachts-Essen aus Hessen!

Hessen kulinarisch bedeutet für mich Grie Soß, Handkäs, Äppelwoi, Sauerkraut! (Natürlich nicht in dieser Zusammenstellung!).  Im Münchner Exil habe ich oft von richtig saurem, knackigen Sauerkraut geträumt. Die bayerische Variante ist lecker – für meine hessische Seele aber zu verkocht und nicht sauer genug. (Leute, das heißt doch nicht ohne Grund SAUERkraut!). Auch die Varianten mit Champagner oder Wein sind delikat. Awwer halt kaan hessisches Sauerkraut!

Sauerkraut muss Dir das Hemd in die Hose ziehen – und hat zusammen mit Äppelwoi eine verheerende Wirkung auf die Verdauung. Ungeübte und Zugereiste sollten sich unbedingt in der Nähe einer (schalldichten!) Toilette befinden, wenn sie die Klassiker der hessischen Küche erstmals und unvorbereitet gemeinsam genießen.

Klassisch kommt das hessische Sauerkraut natürlich mit Rippchen auf den Teller. Auch werden gerne kleine Leber- oder Blutwürste auf dem Kraut liegend gegart. Sehr köstlich! Ich mag’s aber auch gerne mal etwas einfacher: Mit Kartoffelpüree und Frankfurter Würstchen!

Glücklich, wer noch eine Oma hat, die das Sauerkraut selber einschneidet und im kühlen Keller reifen lässt. Meine kann dies seit einigen Jahren leider nicht mehr. Und für immer kleiner werdende Haushalte lohnt sich der Aufwand auch kaum. Zudem stinkt das vergärende Kraut wirklich haarsträubend. Aber nach Wochen des Reifens das erste Sauerkraut der Saison zu testen, war immer ein Erlebnis. Wer also einen kühlen Keller mit einer gut schließenden Tür hat, sollte das Selbereinschneiden unbedingt mal ausprobieren!

Unser Kraut kaufen wir jedenfalls lose auf dem Wochenmarkt. Aber auch viele Metzger bieten es an. Auch aus der Dose (z.B. Sonnen Bassermann oder – empfohlen aber nicht selbst getestet – Manufactum) kann es schmecken, wenn es anschließend originalgetreu zubereitet wird.

Zutaten für das Kraut als Beilage für 2 Personen:

500 gr Sauerkraut

1 kleine Zwiebel, fein gehackt

1 EL Butter

4 Wacholderbeeren

2 Lorbeerblätter

2 TL Kümmelsamen

ca. 125 ml Apfelwein

So geht die denkbar einfache Zubereitung:

Die Butter in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel darin glasig anbraten. Nun das Sauerkraut hinzugeben und mit dem Apfelwein angießen. (Achtung: Lieber erstmal weniger Flüssigkeit nehmen, da Kraut manchmal noch viel Wasser zieht. Lieber später noch etwas zugießen. Falls Apfelwein übrigbleibt: Einfach selber trinken :)) Wacholderbeeren, Lorbeerblätter und Kümmel in das Kraut mischen, Deckel drauf und bei kleiner Hitze etwa 45 min leise köchelnd garen.

Währendessen könnt Ihr 4 mittelgroße, mehlig kochende Kartoffeln schälen, würfeln und gar kochen. Wasser abgießen, Milch und Butter hinzugeben und Kartoffeln zerstampfen. Mit Salz und Muskat abschmecken.

Frankfurter etwa 15 min in heißem aber nicht kochendem Wasser gar ziehen lassen.

Übrigens: Wer kein Kartoffelpü mag, serviert Sauerkraut und Frankfurter klassisch mit einer Scheibe Brot.

Alles mit dem weltbesten Senf servieren, ein Glas Äppelwoi ausm Gerippten dazu und den Weg zur Toilette möglichst freihalten.

Warum Fassenachts-Essen? Ich denke, weil die Zubereitung nebenher läuft und man sich ganz auf die Feierei konzentrieren kann. Außerdem vertreibt das saure und vitaminreiche Sauerkraut jeden Kater.

En Guude!

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