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Die indische Küche ist so zeitaufwendig, die Schmorerei dauert zu lange, die Vorbereitungen sind viel zu kompliziert, sagst Du? Sage ich: Gib mir mal meinen Turban, ich zeig Dir was! Denn mit meiner Vindaloo-Paste kannst Du auch noch nach Feierabend den Maharadscha zum Schmatzen bringen!

Ich mag das ja manchmal ganz gerne: Alle Gewürze zusammensuchen, in der Pfanne anrösten, mörsern, Pasten herstellen, Fleisch marinieren, anbraten, schmoren lassen… Den halben Tag kannst Du in der Küche verbringen für ein scharfes, langsam geschmortes Kashmiri Lamm oder Chettinad Mutton Curry. Und wenn es schneller gehen muss aber indisch sein soll, mache ich mir halt das köstliche Spinat-Hühnchen oder ein feuriges Daal. Auch Fisch – etwa beim Südindischen Reis-Fisch-Eintopf – gart natürlich viel schneller!

Für mich ist die Krönung indischer Genüsse abe reinfach ein feuriges Vindaloo:

Vindalootopf

Du kannst an der Garzeit für Fleisch nunmal nichts beschleunigen. Eine Wade braucht ewig, bis sie zart und genießbar ist. Mindestens drei Stunden. Schulter oder Keule sind auch nicht ganz ohne. Unter einer Stunde, eher anderthalb brauchst Du gar nicht erst anfangen. Ein bisschen schneller geht es bei der Nuss vom Rind – aber auch hier tust Du gut daran, dem Fleisch mindestens eine Stunde Zeit zu gönnen. Wenn Du mehr Zeit zum Garen hast, sagen wir anderthalb oder gar zwei Stunden, dankt Dir jedes Schmorgericht Deine Geduld mit Zartheit und Genuss.

Indien13

Aber Du kannst Dir ja bei den Vorbereitungen das Leben ein bisschen leichter machen, indem Du die Gewürzpaste schon fertig im Kühlschrank stehen hast. Dann ist das Gericht blitzschnell im Topf, schmort vor sich hin und Du kannst in der Zeit Wäsche waschen, Buchhaltungskram erledigen, den Tisch decken, den längst fälligen Knopf annähen, Dir die Fußnägel lackieren – und anschließend in aller Ruhe essen. Wie klingt das?

Dann lass uns jetzt mal loslegen – mit einer Vindaloo-Paste, die Du am Wochenende vorbereiten und wochenlang im Kühlschrank aufbewahren kannst. Ganz easy. Füll‘ die Paste am Besten in kleine Schraubgläschen. Denn auch zum Verschenken sind sie prima (wenn der Beschenkte gerne scharf isst! Oder Du Dich rächen willst!).

Mit der Paste kannst Du jedes Fleisch Vindaloo-Style variieren: Lamm, Huhn, Schwein, Rind. Mit etwas weniger Paste gibst Du auch einem Gemüse- oder Fischcurry ordentlich Rumms! Mehr zur Herkunft des Vindaloos liest Du übrigens hier. Natürlich wird mit der Pasta ein Vindaloo nicht zum Blitzgericht. Aber vielleicht hast Du mittags mal Zeit, um ein Vindaloo für abends anzusetzen (Du kannst es problemlos immer wieder aufwärmen!) oder Du bist freitags mal früher zuhause. Natürlich ist es auch genial, das Vindaloo in Ruhe am Wochenende zu machen und Reste für die nächste Woche als feurigen Lunch einzuplanen!

Vindaloopaste

Apropos Rind: Natürlich sind den Hindus Rinder heilig. Aber Indien mit seinen weit über 1 Milliarde Menschen ist ein Viel-Religionen-Staat. Es gibt muslimische Gegenden, in denen Du Rind auf der Speisekarte findest, aber natürlich niemals Schwein. Andere Landstriche sind wieder durch christliche Kolonialisten geprägt. Ich selbst habe in Indien weitestgehend auf Fleisch verzichtet. Das lag zum einen an einer Rikscha-Fahrt durch Delhi vorbei an einem Metzgerladen und b) an einem Lamm-Curry, dessen Folgen Du mir auf den Fotos vom nächsten Tag noch sehr gut anhand einer käsig-gründlichen Gesichtsfarbe ansehen kannst.

Für Indien-Feeling zuhause brauchst Du Dir aber keine Sorgen machen, wenn Du einen guten Metzger hast!

Zutaten für scharfe Vindaloo-Paste:

2 Knoblauchzehen, geschält

ein Daumenglied-großes Stück Ingwer, geschält, grob gehackt

1 gehäufter TL Kaschmir-Chili-Pulver (alternativ: ein nicht zu feuriges, eher rauchiges Chilipulver wie Ancho-Chilipulver)

2 frische rote Chilis, entkernt (hier empfiehlt sich eine scharfe Sorte. Wenn Du empfindlicher bist, nimm mildere Chilis. Vindaloo ist aber nunmal scharf!)

1 EL Kurkuma-Pulver

1/2 TL grobes Meersalz

3 EL Pflanzenöl

2 EL Tomatenmark

1 TL Pfefferkörner (indischer Tellycherrypepper beispielsweise)

4 Nelken

1 TL Koriandersamen

2 TL Fenchelsamen

1 TL Bockshornkleesamen

1 EL Kreuzkümmel/Cumin

1 Kapsel brauner Kardamom

Die trockenen Gewürze röstest Du alle in einer Pfanne an, bis ein unwiderstehliches Aroma aufsteigt. Dann lässt Du die Gewürze etwas abkühlen und gibst sie mit den restlichen Gewürzen in einen Mixer (den Du hinterher bitte SEHR gut spülen musst!). Diese Paste kannst Du direkt für Dein Vindaloo verwenden oder in einem Schraubglas mit etwas Öl bedeckt 2-3 Wochen im Kühlschrank aufbewahren.

Zutaten für Vindaloo vom Rind für zwei Personen inkl. „Reste“ für 1-2 feurige Büro-Portionen:

750 gr Rindfleisch aus der Nuß

1 EL Ghee

1 TL braune Senfsamen

1 große, weiße Zwiebel, geschält und gehackt

1 EL Jaggery (alternativ: brauner Zucker)

200 ml Tomatenpürree

Salz

15 frische Curryblätter

etwas milder Essig

Wasser

Vindaloo-Paste zum Marinieren (s.o.)

Zubehör: Große Schmorpfanne mit Deckel oder Bräter mit Deckel

Zubereitungszeit: 1 Std. zum Marinieren (Zeit kann notfalls verkürzt werden!) , 1-1,5 Stunden zum Garen

So geht’s:

Fleisch in nicht zu kleine Stücke schneiden (jedes Stück sollte so groß sein, dass es einmal geteilt mundgerecht ist) und mit der Vindaloo-Paste einreiben. Kühl stellen und mindestens 15 min marinieren lassen. Vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank holen und Zimmertemperatur annehmen lassen.

Währendessen in der großen Pfanne das Ghee erhitzen. Die Senfsaat hinzugeben und warten, bis die Samen springen. Jetzt die Zwiebel anschmoren, bis sie schön glasig ist. Jaggery oder braunen Zucker dazugeben, bis die Zwiebeln soft und karamellig sind.

Fleisch portionsweise scharf anbraten. Dabei beachten, dass die Marinade nicht verbrennt. Notfalls also die Hitze etwas reduzieren.

Wenn das Fleisch komplett angebraten ist, restliche Marinade hinzugeben (Schüssel mit etwas Wasser ausschwenken und in die Pfanne geben). Tomatenpürree und bei Bedarf noch etwas Wasser in die Pfanne gießen. Mit Jaggery/Zucker und Salz abschmecken. Curryblätter hinzugeben, alles gut umrühren und bei geschlossenem Deckel und kleiner Hitze etwa anderthalb Stunden schmoren lassen.

Zum Schluss noch mal gut abschmecken: Fehlt Schärfe (Chilipulver!), Salz oder etwas Säure (Essig!)? Ein echtes Vindaloo muss scharf und leicht säuerlich sein.

(Die Garzeit hängt vom Fleisch ab. Probier einfach mal zwischendurch, ob Dir das Fleisch schon zart genug ist…)

Mit Reis oder Naan sowie einem kühlenden Gurken-Raita (Joghurt mit klein gehackter Salatgurke, etwas Salz und Kreuzkümmel vermischen) servieren.

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Dazu passt ein eiskaltes Bier. Wein hat gegen die feurige Schärfe und die Säure nichts zu anzubieten!

Guten Appetit!

Wenig ist für mich und meinen Blog so typisch wie ein indisches Essen. Über 70 Rezepte finden sich mittlerweile in der Kategorie „Indien“ hier im Blog – vom Chutney über Curries und Vindaloos bis hin zu Gewürzmischungen wie Garam Masala oder mein geliebtes Madras Currypulver. Aber ich schaue auch immer, dass ich mein Leben und das meiner Leser ein bisschen leichter mache. Deshalb ist dieses Vindaloo und die gut vorzubereitende Paste mein Beitrag für die November Aktion „Typisch für… November… Lieblingsessen“ von Kebo Homing, die über das gesamte Jahr hinweg immer wieder von uns wissen wollte, was typisch für uns ist.

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Heute muss es schnell gehen: Sowohl beim Bloggen als auch beim Kochen! Hinter mir liegt eine Woche, die ganz unter dem Motto stand: „Wenn Du die Götter zum Lachen bringen willst, mach‘ Pläne!“ In so Fällen will ich wenigstens beim Essen wissen, worauf ich mich einlasse: Ein scharfes Schlangenbohnen-Curry aus Sri Lanka a la Foodina!

Wenn es würzig, exotisch und herzerfrischend unkompliziert sein soll, ist Tina mit ihrem Blog eine sichere Bank. Ich muss nur ungefähr wissen, worauf ich Bock habe und finde immer, immer, immer etwas bei meiner „indischen Schwester“.

Das Schlangenbohnen-Curry aus Sri Lanka war da keine Ausnahme und schmeckte köstlich:

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Wie immer haben wir das Originalrezept ein bisschen abgewandelt: Zu den Schlangenbohnen haben wir noch etwas Chinakohl hinzugenommen, den wir noch übrig hatten. Besonders die Strünke schmecken herrlich knackig und fast etwas süßlich. Eine tolle Ergänzung zu der Säure der Tomaten und der Schärfe der Chilis.

Zutaten für 2 Personen:

200 gr Schlangenbohnen, in mundgerechte Stücke geschnitten (Schlangenbohnen muss man nicht blanchieren!)

4 Blätter Chinakohl, grob gehackt

1 kl. Zwiebel, fein gehackt

1 kl. Stück Ingwer, geschält und gehackt

400ml gehackte Tomaten aus der Dose

2 sehr scharfe, frische Vogelaugenchilis, in feine Ringe geschnitten

10 frische Curryblätter

1/2 TL Chilipulver

1/2 TL Kurkuma

1 gehäufter Teelöffel Madras Currypulver

100 ml Kokosmilch

etwas Fischsauce zum „Salzen“

2 EL Rapsöl

1 Prise Zucker

Zubehör: Wok oder große, beschichtete Pfanne

Zubereitungszeit: Unter 30 Minuten

So geht’s:

Öl im Wok erhitzen. Gewürze unter Rühren anbraten, bis ein starkes Aroma aufsteigt. Zwiebel, Ingwer, Chilis und Curryblätter anschwitzen. Schlangenbohnenstücke und Chinakohl hinzugeben und alles gut verrühren. Tomaten hinzugeben und alles leicht köcheln lassen, bis die Bohnen gar sind. Zum Schluss die Kokosmilch hinzugeben und gut unterrühren. Mit der Fischsauce oder Salz sowie der Prise Zucker abschmecken.

Mit Reis servieren.

Schneller und einfacher geht es kaum. Ganz nebenbei ist das Gericht auch noch vegan und sehr leicht. Dazu passt ein gut gekühltes Bier!

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Ich wünsche Euch ein feines Wochenende!

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Wenn am Thema Wiedergeburt etwas dran sein sollte, war ich in meinem früheren Leben sicherlich Küchenjunge bei einem Maharadscha, während der bEdW in einer Garküche im chinesischen Szechuan gearbeitet hat. Für die schnelle Befriedigung von Szechuan-Gelüsten eignet sich La Zi Ji: Würziges Huhn mit Chilis und Paprika.

Kennst Du dieses ganz spezielle Aroma von Szechuan Pfeffer? Diese prickelige Schärfe, die Deine Zunge betäubt und ein Raucharoma in die Nase steigen lässt? Ich glaube ja, dass Szechuan Pfeffer auch irgendwelche süchtig machenden Stoffe besitzt. Anders kann ich mir nicht erklären, warum mich manchmal eine regelrechte Gier nach Szechuan-Gerichten überfällt.

Beim bEdW stoße ich damit glücklicherweise immer auf offene Ohren. Und noch eine Eigenschaft kommt mir aktuell sehr entgegen: Die meisten Gerichte gehen blitzschnell! Wenige, dafür sehr aromatische Zutaten werden blitzschnell und sehr heiß im Wok zubereitet, abschließend mit Szechuan Pfeffer aromatisiert. Fertig!

Nachdem ich im Juni meinen Job in der Agentur an den Nagel gehängt und mein #summersabbatical genossen habe, nehmen die nächsten Schritte mehr und mehr Gestalt an. Das ist spannend, aufregend und sehr, sehr intensiv. Zeit zum stundenlangen Kochen bleibt da nicht. Also: Szechaun Küche! Hurrah!

Eines dieser köstlichen Blitzgerichte ist La Zi Ji, das in Fuchsia Dunlops „Sichuan Cookery“ schlicht mit „Chicken with Chillies“ übersetzt wird. Das Kochbuch ist seit viereinhalb Jahren regelmäßig bei uns im Einsatz: Gut erklärt, gelingsicher, mit vielen Hintergründen zu den Gerichten und Namen. So mag ich das!

Allerdings kamen mir bei allem Vertrauen in Fuchsia Dunlop bei der Angabe „50g dried Sichuanese chillies (this is not a misprint!)“ doch leise Zweifel. 50g getrocknete (!) Chilis sind extrem viel. Dazu noch ein Esslöffel Szechuan Pfeffer? Also, wir essen sehr gerne scharf. Aber das schien uns dann doch für mitteleuropäische Zungen etwas zu mutig. Auch wenn im Rezept extra stand, dass Chinesen bei dem Gericht die Chilis nur zum Aromatisieren verwenden und das Fleisch mit ihren Stäbchen aus dem Gericht herauspicken und die Chilis nicht mitessen.

Also habe ich ein bisschen rumgesurft und bin – natürlich! – bei Tina vom Blog Foodina fündig geworden: Sie hat ein Rezept für La Zi Ji Ding aus einem Duisburger Restaurant veröffentlicht und scheint es überlebt zu haben. Wie immer haben wir demnach ein bisschen hier geklaut, dort hinzugefügt, die Inspiration sacken und unseren eigenen Geschmack einfließen lassen. Heraus kam ein schnelles, scharfes, aber verträgliches La Zi Ji nach unserer Variante:

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Zutaten für 2 Personen als Hauptgericht:

400g Hühnerfleisch, in mundgerechte Stücke geschnitten

6-8 Löffel neutrales Pflanzenöl (Raps- oder Erdnussöl)

1 EL Maisstärke

1 TL Szechuanpfeffer

2 EL getrocknete, chinesische Chili-Schoten, grob gehackt

1 EL Ingwer, fein gehackt

Je eine halbe rote und grüne Paprika, in mundgerechte Stücke geschnitten

2 Stengel Staudensellerie, in feine Scheiben geschnitten

2 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten mit etwas Grün

Anderthalb EL helle Sojasauce

1 EL Shaoxing Wein (Asia-Shop)

1 EL geröstetes Sesamöl

Eine gute Prise Salz

Wenn vorhanden: Etwas Selleriegrün, gehackt, zum Garnieren

Dazu: Reis

Zubehör: Wok, Topf für den Reis, Küchenrolle

Zubereitungszeit: max 30min (eher weniger)

So geht’s:

Reis aufsetzen und garen lassen.

Das Hühnerfleisch in der Maisstärke wälzen, bis alle Stücke von allen Seiten leicht „gemehlt“ aussehen und zur Seite stellen.

Gemüse waschen, wie oben beschrieben vorbereiten und griffbereit parat stellen.

Das Öl im Wok erhitzen und das Hühnchen darin kurz unter Rührenanbraten. Anschließend aus dem Wok nehmen und auf dem Küchenrollenpapier abtropfen lassen.

Überschüssiges Öl aus dem Wok gießen. Es reicht, wenn noch etwas Öl am Boden haftet.

Darin nun die Chilischoten, Ingwer, Szechuan Pfeffer und Frühlingszwiebeln unter Rühren anbraten.

Paprika und Selleriescheiben hinzugeben und etwa drei Minuten unter Rühren mitgaren. Die Hühnchen-Stücke hinzugeben und alles gut vermischen. Mit Salz, Shaoxing Wein und Sojasauce abschmecken.

Kurz das Selleriegrün mit anbraten und auf dem Reis anrichten.

Das Sesamöl über die fertige Portion träufeln und sofort servieren.

Ein Gericht ohne Sauce, was ich sonst zu Reis gar nicht so gerne mag – dachte ich bisher! Aber das La Zi Ji ist durch Paprika und Sellerie schön knackig, angenehm scharf, sehr aromatisch, durch das Huhn schön zart und vor allem blitzschnell fertig.

Wer mag, kann die Chili-Menge natürlich erhöhen. Wir wollen das Gericht auch noch mal mit mehr Schärfe ausprobieren. Dazu passt in jedem Fall ein kaltes Bier!

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Für den bEdW ist die chinesische Szechuan-Küche in etwa das, was die indische Mogul-Küche für mich ist: Der Hammer! In Szechuan mag man es gerne höllisch scharf. Weshalb dieses schnelle Schweinefilet aus dem Wok auch ein richtiger Wachmacher ist.

Natürlich bekommt man hierzulande nicht immer alle Zutaten, die es für die echte chinesische Küche braucht. Aber gut sortierte Asia-Läden bieten schon ziemlich viele Möglichkeiten, um daheim halbwegs authentisch kochen zu können. Denn hausgemacht schmecken chinesische Gerichte überhaupt nicht wie in billigen China-Restaurants der 80er. Auch auf Glutamat kann man getrost verzichten. Einige Rezepte, die wir schon auf möglichst original-chinesische Weise zubereitet haben, findest Du hier

In den Rezepten findest Du auch Hinweise darauf, welche Kochbücher wir  empfehlen können. Besonders hilfreich sind Bücher von China-Kennern, die aber auch wissen, dass man in Europa immer mal eine Zutat ersetzen muss (Fuchsia Dunlop, Ken Hom…). Dazu gehört definitiv Fuchsia Dunlops „Sichuan Cookery“, das seit Jahren bei uns im Einsatz ist. Zum ersten Mal hier.

Sie beschreibt Herkunft und Zubereitungsarten der Gerichte sehr detailliert, erklärt die Namen der Rezepte und gibt Tipps für Abwandlungen. Leider gibt es kaum Fotos – dafür aber jede Menge Gerichte zum Ausprobieren, deren pure Beschreibung einem das Wasser im Munde zerlaufen lässt.

Eines davon ist Yu Xiang Rou Si – ein scharfes Gericht mit Streifen von Bambus, Schweinefleisch und Wolkenohrpilzen:

Szechuan

Wer selten chinesisch kocht, muss jetzt leider den Gang zum Asia-Laden wagen, da sich Shaoxing-Wein und Toban Djan-Sauce nicht wirklich ersetzen lassen. Beides hält sich aber einige Wochen oder sogar Monate. Und vielleicht findest Du ja Gefallen an China-Rezepten?

Zutaten für zwei Personen als Hauptgericht (leicht an unseren Geschmack angepasst):

300 gr Schweinefilet

eine kleine Handvoll getrockneter Wolkenohrpilze

2 Bambus-Rohre (nimm nicht die sauren Stücke aus dem Glas, sondern kauf sie im Ganzen im Asia-Laden!)

2 EL Toban Djan (= chinesische, sehr scharfe Sojabohnenpaste, Asia-Laden)

1 Zehe fein gehackter Knoblauch

1 EL fein gehackter Ingwer

3 mittelgroße Frühlingszwiebeln, in feine Scheiben geschnitten (mit etwas Grün für die Optik)

Salz

Erdnussöl

Für die Marinade:

Eine kräftige Prise Salz

1 TL leichte Soja Sauce

1 EL Maisstärke

etwas Wasser zum Auflösen der Stärke

1 TL Shaoxing Wein (Asia-Laden)

Für die Sauce:

2 TL Zucker

2 TL Chinkiang Essig (schwarzer Chinesischer Essig, Asia-Laden)

1 TL leichte Soja Sauce

1 TL Salz

1 TL Maisstärke

3 EL Wasser

Dazu passt Reis.

Zubehör: Wok, Reistopf, mehrere Schüsseln

Zubereitungszeit: 30-45 Minuten

So geht’s:

Die Wolkenohrpilze mit kochendem Wasser überbrühen und 20-30 Minuten ziehen lassen. Währendessen alle Zutaten der Marinade zusammenrühren. Schweinefilet in dünne Scheiben schneiden (etwa 3mm dick) und anschließend in Streifen. Fleisch mit der Marinade zusammenführen und gut umrühren.

Reis parallel zubereiten.

Bambus ebenfalls in feine Streifen schneiden. Alle Zutaten für die Sauce zusammenrühren. Wolkenohrpilze abgießen, ausdrücken und ebenfalls in sehr feine Streifen schneiden.

Das Erdnußöl im Wok auf hoher Flamme erhitzen. Wenn das Öl zu rauchen beginnt, Schweinefiletstreifen hinzugeben und schnell rühren. Sobald es angebraten ist, zur Seite schieben und die Chilibohnenpaste anrösten. Sobald die Aromen gut riechbar sind, Ingwer und Knoblauch hinzugeben und anrösten. Jetzt alles miteinander vermischen.

Anschließend Bambus und Pilze hinzugeben, unterrühren und erhitzen. Die Sauce einrühren, gut vermischen und ebenfalls heiß werden lassen.

Zum Abschluss die Frühlingszwiebeln dazugeben, kurz umrühren und auf dem Reis servieren.

Wenn Du etwas mehr Zeit hast, servier‘ doch dazu noch ein schnell gewoktes grünes Gemüse wie Jiao Wai Cai Yuan.

Guten Appetit!

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Wer sagt denn, dass es zu Ostern immer der Lammbraten sein muss? Das indische Lamm Vindaloo mit seiner säuerlichen Schärfe macht dem Osterhasen ordentlich Feuer unterm Hintern!

Ich bin ein großer Fan indischer Vindaloos. Woher die säuerlich scharfen Gerichte stammen und warum sie ein perfektes Beispiel sind für den kulinarischen Multi-Kulti-Austausch, könnt Ihr hier nachlesen.

Ob mit Schwein, Lamm oder Rind: Vindaloo zeichnet sich immer durch Säure (Essig!) und Schärfe (Chilis!) aus. Ein tolles Gericht, um im Frühjahr so richtig in die Gänge zu kommen. Dazu passen Naan-Brot, Gurken-Raita, Spinat-Curry (Baghare Bhaji) und natürlich Reis.

Lamm Vindaloo German Abendbrot

Inspiriert zum Lamm-Vindaloo hat mich das Rezept von Tina Foodina, die immer wieder eine wunderbare Quelle für authentische indische Gerichte ist. Hier ist meine abgewandelte Variante:

Zutaten für 2 als Hauptgericht (Spinat-Curry und Reis als Beilagen):

450 gr Lamm aus der Schulter (oder andere Stücke, die zum Schmoren geeignet sind)

8 Kaschmir-Chilis (getrocknet)

1 Knoblauchzehe

1 rote Zwiebel

1 kleine weiße Zwiebel

3 Nelken

1/2 TL Kurkuma

6 Pfefferkörner (Tellycherry-Pepper)

1 TL Tamarindenpaste

3 TL Apfelessig

5 cm Zimtstange

5 cm Ingwer

1 gehäufter EL Ghee

1 gestrichener TL Jaggery (Palmzucker)

10 frische Curryblätter

200ml Tomatensaft

Salz

Zubehör: Eine große Pfanne mit Deckel, Mixer

Zubereitungszeit: etwa 1,5 Stunden (je nach Beschaffenheit des Lammfleischs. Es muss lang genug köcheln, um schön zart zu sein.)

Die getrockneten Chilis in Wasser einweichen. Ingwer und Knoblauch schälen. Zwiebel schälen und fein hacken. Lamm parieren und in mundgerechte, nicht zu kleine Würfel schneiden. Jetzt alle Gewürze, die eingeweichten Chilis, Ingwer, Knoblauch, Tamarindenpaste und Essig in einen Mixer geben und mit etwas von dem Einweich-Wasser zu einer Paste pürieren. (Wer es nicht ganz so scharf mag, entkernt vorher die Chilis!)

Die Lammwürfel in eine Schüssel geben und mit der Paste marinieren. Für mindestens 15 Minuten kühl stellen (Ihr könnt das Fleisch auch länger marinieren).

Ghee in der Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin andünsten, bis sie glasig und weich sind. Den Jaggery dazugeben und karamellisieren lassen.

Jetzt die Fleischwürfel portionsweise anbraten und anschließend die restliche Marinade dazugießen. 200ml Tomatensaft zugeben, zum Köcheln bringen und mit Salz abschmecken.

Jetzt den Deckel auf die Pfanne geben und das Fleisch bei niedriger Temperatur langsam köchelnd etwa eine Stunde garen.

Wenn das Lamm zart ist, den Deckel abnehmen und gegebenenfalls die Sauce etwas einreduzieren lassen. Curryblätter hinzugeben und noch mal köcheln lassen.

Final mit Salz und ggf. Jaggery abschmecken.

Mit Reis und/oder den Beilagen servieren.

Ein Osterlamm der besonderen Art: Sauer, scharf, exotisch – Ein Vindaloo ist eine wärmende Gewürzorgie für alle Indien-Liebhaber!

Die Kaschmir-Chilis habe ich übrigens seinerzeit von unserer Reise durch Rajasthan und Kerala in Indien mitgebracht. Für das Vindaloo habe ich die letzten Schoten verwendet. Tellycherrypepper und Chai-Tee-Gewürzmischungen erinnern uns immer noch an die Wochen, die uns so nachhaltig geprägt haben.

Kaschmir Chilis

Die Gewürze waren seither immer wieder eine schöne Erinnerung an diese Reise. Deshalb ist das Lamm-Vindaloo auch mein Beitrag zum Blog-Event von Bushcook’s Kitchen!

4. Geburtstags-Blog-Event - Souvenirs in der Küche

Lamm-Vindaloo ist keine Option für Euer Oster-Menü? Dann schaut doch mal bei Arthurs Tochter rein. Sie hat viele Lamm-Rezepte zusammengestellt – nicht nur für Ostern.

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Viel knackiges Gemüse, ordentlich Schärfe und asiatische Aromen: Fertig ist eine Freestyle-Wok-Pfanne, die zum Ende der Woche noch mal einen ordentlichen A****tritt verpasst! 

Ihr kennt ja mittlerweile das Friday Night Dinner Date-Prinzip: Die Woche war heftig, die Zeit zu zweit viel zu rar, das Essen irgendwie ungesund und eigentlich will man nur noch auf die Couch und die kommenden freien Tage planen. Wie schön, wenn man dann mit viel frischem Gemüse, Ingwer, Chili, Fischsauce & Co. einen richtigen Frischekick bekommt!

Freestyle Wok

Zutaten für 2 Personen:

Für die Würzpaste:

1 rote Chilischote, entkernt und grob gewürfelt

1 grüne Chilischote, entkernt und grob gewürfelt

2 Frühlingszwiebeln, grob gehackt

1 daumengliedgroßes Stück Ingwer, geschält

4 Korianderwurzeln

Abrieb 1/2 Limette

1 EL dunkle Sojasuace

1 EL Fischsauce

1 EL Shaoxing Wein

Für den Wok:

2 Karotten, gestiftelt

3 Selleriestangen, in feine Scheiben geschnitten

1 Bambusherz, gestiftelt

8-10 rohe, geschälte Garnelen

1 EL Raps- oder Erdnußöl

Eiernudeln (Menge je nach Hunger, 200 gr reichen aber dicke!)

Asia Basilikum Blätter zum Garnieren (ersatzweise Koriander)

Zubehör: Mixer, Wok

Zubereitungszeit: 30-45 min

So geht’s:

Die Zutaten für den Mixer in selbigen geben und alles gut pürieren, bis eine homogene Paste entstanden ist.

Die Eiernudeln nach Packungsangabe zubereiten (bei asiatischen meist kurz blanchieren, abgießen und kaltwerden lassen).

Öl im Wok erhitzen. Dann die Garnelen anbraten, zur Seite legen. Das Gemüse unter Rühren anbraten. Die Paste hinzugeben und alles gut mischen. Die Garnelen hinzugeben und noch mal vermischen. Zum Schluss die Eiernudeln unterheben. Ebenfalls gut mischen.

In Schalen anrichten und mit dem Asia Basilikum garnieren. Sofort servieren.

Dazu passt ein kaltes Bier oder ein Tee.

Das Geschnippel kann man gut gemeinsam bei einem Glas Wein machen. Die Zubereitung selbst geht dann blitzschnell. Perfekt für einen schönen Abend zu zweit! Ich wünsche Euch ein herrliches Wochenende!

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Scharf, gesund, schnell, köstlich, vegan – die indische Linsensuppe ist ein Allround-Talent!

Karola, die wunderbare Herzensköchin, zieht aus meiner hessischen Heimat in meine – ehemalige – bayerische Heimat und sucht gesunde, unkomplizierte Gerichte, die sie während ihres Umzugsstress „gastverbloggt“.

Deshalb findet Ihr heute auf ihrem Blog mein Rezept für eine schnelle Linsensuppe, die sich aus den Vorräten zubereiten und gut aufheben lässt. Mit viel gesunder Power für gestresste Umzugskistenpacker! Schaut doch mal rein!

Übern TellerrandDie Aktion Übern Tellerrand vernetzt Foodblogger untereinander und soll gerade auch neueren Blogs eine größere Bekanntheit verschaffen. Mehr zu der Aktion findet Ihr hier.

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