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Für den bEdW ist die chinesische Szechuan-Küche in etwa das, was die indische Mogul-Küche für mich ist: Der Hammer! In Szechuan mag man es gerne höllisch scharf. Weshalb dieses schnelle Schweinefilet aus dem Wok auch ein richtiger Wachmacher ist.

Natürlich bekommt man hierzulande nicht immer alle Zutaten, die es für die echte chinesische Küche braucht. Aber gut sortierte Asia-Läden bieten schon ziemlich viele Möglichkeiten, um daheim halbwegs authentisch kochen zu können. Denn hausgemacht schmecken chinesische Gerichte überhaupt nicht wie in billigen China-Restaurants der 80er. Auch auf Glutamat kann man getrost verzichten. Einige Rezepte, die wir schon auf möglichst original-chinesische Weise zubereitet haben, findest Du hier

In den Rezepten findest Du auch Hinweise darauf, welche Kochbücher wir  empfehlen können. Besonders hilfreich sind Bücher von China-Kennern, die aber auch wissen, dass man in Europa immer mal eine Zutat ersetzen muss (Fuchsia Dunlop, Ken Hom…). Dazu gehört definitiv Fuchsia Dunlops “Sichuan Cookery”, das seit Jahren bei uns im Einsatz ist. Zum ersten Mal hier.

Sie beschreibt Herkunft und Zubereitungsarten der Gerichte sehr detailliert, erklärt die Namen der Rezepte und gibt Tipps für Abwandlungen. Leider gibt es kaum Fotos – dafür aber jede Menge Gerichte zum Ausprobieren, deren pure Beschreibung einem das Wasser im Munde zerlaufen lässt.

Eines davon ist Yu Xiang Rou Si – ein scharfes Gericht mit Streifen von Bambus, Schweinefleisch und Wolkenohrpilzen:

Szechuan

Wer selten chinesisch kocht, muss jetzt leider den Gang zum Asia-Laden wagen, da sich Shaoxing-Wein und Toban Djan-Sauce nicht wirklich ersetzen lassen. Beides hält sich aber einige Wochen oder sogar Monate. Und vielleicht findest Du ja Gefallen an China-Rezepten?

Zutaten für zwei Personen als Hauptgericht (leicht an unseren Geschmack angepasst):

300 gr Schweinefilet

eine kleine Handvoll getrockneter Wolkenohrpilze

2 Bambus-Rohre (nimm nicht die sauren Stücke aus dem Glas, sondern kauf sie im Ganzen im Asia-Laden!)

2 EL Toban Djan (= chinesische, sehr scharfe Sojabohnenpaste, Asia-Laden)

1 Zehe fein gehackter Knoblauch

1 EL fein gehackter Ingwer

3 mittelgroße Frühlingszwiebeln, in feine Scheiben geschnitten (mit etwas Grün für die Optik)

Salz

Erdnussöl

Für die Marinade:

Eine kräftige Prise Salz

1 TL leichte Soja Sauce

1 EL Maisstärke

etwas Wasser zum Auflösen der Stärke

1 TL Shaoxing Wein (Asia-Laden)

Für die Sauce:

2 TL Zucker

2 TL Chinkiang Essig (schwarzer Chinesischer Essig, Asia-Laden)

1 TL leichte Soja Sauce

1 TL Salz

1 TL Maisstärke

3 EL Wasser

Dazu passt Reis.

Zubehör: Wok, Reistopf, mehrere Schüsseln

Zubereitungszeit: 30-45 Minuten

So geht’s:

Die Wolkenohrpilze mit kochendem Wasser überbrühen und 20-30 Minuten ziehen lassen. Währendessen alle Zutaten der Marinade zusammenrühren. Schweinefilet in dünne Scheiben schneiden (etwa 3mm dick) und anschließend in Streifen. Fleisch mit der Marinade zusammenführen und gut umrühren.

Reis parallel zubereiten.

Bambus ebenfalls in feine Streifen schneiden. Alle Zutaten für die Sauce zusammenrühren. Wolkenohrpilze abgießen, ausdrücken und ebenfalls in sehr feine Streifen schneiden.

Das Erdnußöl im Wok auf hoher Flamme erhitzen. Wenn das Öl zu rauchen beginnt, Schweinefiletstreifen hinzugeben und schnell rühren. Sobald es angebraten ist, zur Seite schieben und die Chilibohnenpaste anrösten. Sobald die Aromen gut riechbar sind, Ingwer und Knoblauch hinzugeben und anrösten. Jetzt alles miteinander vermischen.

Anschließend Bambus und Pilze hinzugeben, unterrühren und erhitzen. Die Sauce einrühren, gut vermischen und ebenfalls heiß werden lassen.

Zum Abschluss die Frühlingszwiebeln dazugeben, kurz umrühren und auf dem Reis servieren.

Wenn Du etwas mehr Zeit hast, servier’ doch dazu noch ein schnell gewoktes grünes Gemüse wie Jiao Wai Cai Yuan.

Guten Appetit!

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Wer sagt denn, dass es zu Ostern immer der Lammbraten sein muss? Das indische Lamm Vindaloo mit seiner säuerlichen Schärfe macht dem Osterhasen ordentlich Feuer unterm Hintern!

Ich bin ein großer Fan indischer Vindaloos. Woher die säuerlich scharfen Gerichte stammen und warum sie ein perfektes Beispiel sind für den kulinarischen Multi-Kulti-Austausch, könnt Ihr hier nachlesen.

Ob mit Schwein, Lamm oder Rind: Vindaloo zeichnet sich immer durch Säure (Essig!) und Schärfe (Chilis!) aus. Ein tolles Gericht, um im Frühjahr so richtig in die Gänge zu kommen. Dazu passen Naan-Brot, Gurken-Raita, Spinat-Curry (Baghare Bhaji) und natürlich Reis.

Lamm Vindaloo German Abendbrot

Inspiriert zum Lamm-Vindaloo hat mich das Rezept von Tina Foodina, die immer wieder eine wunderbare Quelle für authentische indische Gerichte ist. Hier ist meine abgewandelte Variante:

Zutaten für 2 als Hauptgericht (Spinat-Curry und Reis als Beilagen):

450 gr Lamm aus der Schulter (oder andere Stücke, die zum Schmoren geeignet sind)

8 Kaschmir-Chilis (getrocknet)

1 Knoblauchzehe

1 rote Zwiebel

1 kleine weiße Zwiebel

3 Nelken

1/2 TL Kurkuma

6 Pfefferkörner (Tellycherry-Pepper)

1 TL Tamarindenpaste

3 TL Apfelessig

5 cm Zimtstange

5 cm Ingwer

1 gehäufter EL Ghee

1 gestrichener TL Jaggery (Palmzucker)

10 frische Curryblätter

200ml Tomatensaft

Salz

Zubehör: Eine große Pfanne mit Deckel, Mixer

Zubereitungszeit: etwa 1,5 Stunden (je nach Beschaffenheit des Lammfleischs. Es muss lang genug köcheln, um schön zart zu sein.)

Die getrockneten Chilis in Wasser einweichen. Ingwer und Knoblauch schälen. Zwiebel schälen und fein hacken. Lamm parieren und in mundgerechte, nicht zu kleine Würfel schneiden. Jetzt alle Gewürze, die eingeweichten Chilis, Ingwer, Knoblauch, Tamarindenpaste und Essig in einen Mixer geben und mit etwas von dem Einweich-Wasser zu einer Paste pürieren. (Wer es nicht ganz so scharf mag, entkernt vorher die Chilis!)

Die Lammwürfel in eine Schüssel geben und mit der Paste marinieren. Für mindestens 15 Minuten kühl stellen (Ihr könnt das Fleisch auch länger marinieren).

Ghee in der Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin andünsten, bis sie glasig und weich sind. Den Jaggery dazugeben und karamellisieren lassen.

Jetzt die Fleischwürfel portionsweise anbraten und anschließend die restliche Marinade dazugießen. 200ml Tomatensaft zugeben, zum Köcheln bringen und mit Salz abschmecken.

Jetzt den Deckel auf die Pfanne geben und das Fleisch bei niedriger Temperatur langsam köchelnd etwa eine Stunde garen.

Wenn das Lamm zart ist, den Deckel abnehmen und gegebenenfalls die Sauce etwas einreduzieren lassen. Curryblätter hinzugeben und noch mal köcheln lassen.

Final mit Salz und ggf. Jaggery abschmecken.

Mit Reis und/oder den Beilagen servieren.

Ein Osterlamm der besonderen Art: Sauer, scharf, exotisch – Ein Vindaloo ist eine wärmende Gewürzorgie für alle Indien-Liebhaber!

Die Kaschmir-Chilis habe ich übrigens seinerzeit von unserer Reise durch Rajasthan und Kerala in Indien mitgebracht. Für das Vindaloo habe ich die letzten Schoten verwendet. Tellycherrypepper und Chai-Tee-Gewürzmischungen erinnern uns immer noch an die Wochen, die uns so nachhaltig geprägt haben.

Kaschmir Chilis

Die Gewürze waren seither immer wieder eine schöne Erinnerung an diese Reise. Deshalb ist das Lamm-Vindaloo auch mein Beitrag zum Blog-Event von Bushcook’s Kitchen!

4. Geburtstags-Blog-Event - Souvenirs in der Küche

Lamm-Vindaloo ist keine Option für Euer Oster-Menü? Dann schaut doch mal bei Arthurs Tochter rein. Sie hat viele Lamm-Rezepte zusammengestellt – nicht nur für Ostern.

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Viel knackiges Gemüse, ordentlich Schärfe und asiatische Aromen: Fertig ist eine Freestyle-Wok-Pfanne, die zum Ende der Woche noch mal einen ordentlichen A****tritt verpasst! 

Ihr kennt ja mittlerweile das Friday Night Dinner Date-Prinzip: Die Woche war heftig, die Zeit zu zweit viel zu rar, das Essen irgendwie ungesund und eigentlich will man nur noch auf die Couch und die kommenden freien Tage planen. Wie schön, wenn man dann mit viel frischem Gemüse, Ingwer, Chili, Fischsauce & Co. einen richtigen Frischekick bekommt!

Freestyle Wok

Zutaten für 2 Personen:

Für die Würzpaste:

1 rote Chilischote, entkernt und grob gewürfelt

1 grüne Chilischote, entkernt und grob gewürfelt

2 Frühlingszwiebeln, grob gehackt

1 daumengliedgroßes Stück Ingwer, geschält

4 Korianderwurzeln

Abrieb 1/2 Limette

1 EL dunkle Sojasuace

1 EL Fischsauce

1 EL Shaoxing Wein

Für den Wok:

2 Karotten, gestiftelt

3 Selleriestangen, in feine Scheiben geschnitten

1 Bambusherz, gestiftelt

8-10 rohe, geschälte Garnelen

1 EL Raps- oder Erdnußöl

Eiernudeln (Menge je nach Hunger, 200 gr reichen aber dicke!)

Asia Basilikum Blätter zum Garnieren (ersatzweise Koriander)

Zubehör: Mixer, Wok

Zubereitungszeit: 30-45 min

So geht’s:

Die Zutaten für den Mixer in selbigen geben und alles gut pürieren, bis eine homogene Paste entstanden ist.

Die Eiernudeln nach Packungsangabe zubereiten (bei asiatischen meist kurz blanchieren, abgießen und kaltwerden lassen).

Öl im Wok erhitzen. Dann die Garnelen anbraten, zur Seite legen. Das Gemüse unter Rühren anbraten. Die Paste hinzugeben und alles gut mischen. Die Garnelen hinzugeben und noch mal vermischen. Zum Schluss die Eiernudeln unterheben. Ebenfalls gut mischen.

In Schalen anrichten und mit dem Asia Basilikum garnieren. Sofort servieren.

Dazu passt ein kaltes Bier oder ein Tee.

Das Geschnippel kann man gut gemeinsam bei einem Glas Wein machen. Die Zubereitung selbst geht dann blitzschnell. Perfekt für einen schönen Abend zu zweit! Ich wünsche Euch ein herrliches Wochenende!

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Scharf, gesund, schnell, köstlich, vegan – die indische Linsensuppe ist ein Allround-Talent!

Karola, die wunderbare Herzensköchin, zieht aus meiner hessischen Heimat in meine – ehemalige – bayerische Heimat und sucht gesunde, unkomplizierte Gerichte, die sie während ihres Umzugsstress “gastverbloggt”.

Deshalb findet Ihr heute auf ihrem Blog mein Rezept für eine schnelle Linsensuppe, die sich aus den Vorräten zubereiten und gut aufheben lässt. Mit viel gesunder Power für gestresste Umzugskistenpacker! Schaut doch mal rein!

Übern TellerrandDie Aktion Übern Tellerrand vernetzt Foodblogger untereinander und soll gerade auch neueren Blogs eine größere Bekanntheit verschaffen. Mehr zu der Aktion findet Ihr hier.

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Sauer-scharfes aus Indien von der Schweine-Nuss!

Ihr wisst ja, dass ich die indische Küche liebe und von Zeit zu Zeit einfach den Turban in der Küche aufsetzen muss, um den Maharadscha zum Schmatzen zu bringen. Eine Vielzahl indischer Gerichte – von vegan bis fleischig, von mild bis superscharf, von einfach bis aufwendig – findet Ihr hier.

Besonders liebe ich allerdings Vindaloo. (Hier gab es mal eines mit Lamm, hier eines mit Huhn und Kartoffeln.) Warum ist das so? Weil Vindaloos der beste Beweis dafür sind, wie Gerichte einmal um den Globus und wieder zurück reisen können und dabei immer besser werden! Sie schmecken einfach genial!

Vindaloos, die säuerlich-scharfen Gerichte, die traditionell aus Goa kommen, sind nämlich eine Überlieferung der portugiesischen Seefahrer, die im 15. und 16. Jahrhundert an der Westküste Indiens landeten und so die Gewürzroute etablierten.

Portugiesische Gewürzroute.png
Portugiesische Gewürzroute“ von Lencer – “own work”, used:
World map blank gmt.png. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Die Portugiesen brachten aus Südamerika Chili-Schoten nach Indien – wichtiger Bestandteil eines scharfen Vindaloos!

Die Portugiesen brachten aber auch die Zubereitungsmethode mit: Sie nutzten Weißweinessig, um Fleisch haltbar und auch zart zu machen. Da es in Indien keinen Weißweinessig gab, machten die Seefahrer bald Palmessig. Essig ist ein weiterer unverzichtbarer Bestandteil eines ordentlichen Vindaloos! Außerdem fanden sie natürlich all die wunderbaren Gewürze vor wie Pfeffer, Zimt und Nelken, die das Vindaloo nicht einfach nur scharf und sauer sondern fast schon dreidimensional würzig machen!

Als die Briten dann Ende des 18. Jahrhunderts nach Indien kamen, fanden sie das portugiesisch-indische Gericht vor und mochten es sofort. Sie verbreiteten es von Goa fast über das ganze Land und nahmen es natürlich auch wieder mit auf die Britischen Inseln. Dort wurde es – wie auch das Chicken Tikka Masala – deutlich “britannisiert”. Das heißt: Es wurde noch schärfer und soßiger gemacht, die Säure verschwand zunehmend aus den Gerichten, die nach dem Untergang des British Empire fortan in indisch-britischen Restaurants serviert wurden.

Von Portugal (Essig) über die USA (Chili-Schoten) nach Goa (Gewürze) zurück nach Europa! Voila, das Vindaloo!

Processed with Rookie

Alleine das macht es schon zu einem genialen Cross-Over-Gericht. Aber richtig umwerfend ist der Geschmack: bitzelnde Schärfe, erfrischende Säure, komplexe Gewürze!
Da Vindaloos kein traditionell indisches Gericht sind, sondern stets die Vorlieben der Kolonialherren berücksichtigten, kann man sie mit Schwein, Rind, Lamm oder Huhn machen. Ein rein vegetarisches Vindaloo ist denkbar, macht aber meines Erachtens wegen der sehr starken Aromen wenig Sinn.

Zutaten für zwei hungrige Esser als Hauptgericht:

550 gr Schweinefleisch aus der Nuss (alternativ: Keule oder Schulter), in mundgerechte Stücke geschnitten

1 Zwiebel, geschält und fein gehackt

1 EL Ghee oder Pflanzenöl

1 EL Tomatenmark

200 ml Tomatensaft oder passierte Tomaten

1 TL Senfkörner

1 EL Jaggery oder brauner Zucker

15 frische Curryblätter (alternativ: getrocknete, gibt es im Asialaden)

Salz, brauner Zucker, Chilipulver zum Abschmecken!

Für die Gewürzpaste:

7 Kaschmir-Chilis (sie sind weniger scharf, leicht rauchig. Alternativ: mittelscharfe, rote Chilis)

1 Vogelaugen-Chili (bei der Schärfe solltet Ihr Eure eigene Dosierung “erschmecken”. Ich bin lieber anfangs vorsichtig und justiere nach mit Chilipulver!)

1 TL Cumin-Samen

3 Nelken

5 cm Zimt-Stange

10 Körner schwarzer Pfeffer (idealerweise indischer Tellycherry)

3 EL Weißweinessig

1/4 Stern-Anis

1 TL weißer Mohn

5 cm Ingwer, geschält und grob gehackt

1 große Knoblauchzehe, geschält und geviertelt

1 TL Tamarinden-Paste (Achtung! Unbedingt probieren! Manche sind sehr sauer, andere milder. Meine ist extrem sauer!)

1 TL Kurkuma

Zubereitungszeit: etwa 1 Stunde für Vorbereitung und Garen plus mind. 1 Stunde für’s Marinieren

Zubehör: Mixer oder Blender für die Gewürzpaste, große (ggf. beschichtete) Schmorpfanne mit Deckel, Schüssel für das marinierte Fleisch und Frischhaltefolie zum Abdecken.

So geht’s:

Alle Zutaten für die Gewürzpaste in einen Blender geben und gut pürieren. Eventuell mit etwas (!) Wasser geschmeidig machen. Das Schweinefleisch in die Schüssel legen und die Gewürzpaste darüber geben. Gut einmassieren, mit Frischhaltefolie abdecken und mindestens eine Stunde kühl stellen.

Nach der Marinier-Zeit das Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen und Zimmertemperatur annehmen lassen. Ghee in der Pfanne erhitzen. Senfkörner hinzugeben und unter Rühren anrösten, bis sie zu springen anfangen. Zwiebel hinzugeben und bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Tomatenmark hinzugeben und unter Rühren anschwitzen. Pfanneninhalt nun etwas zuckern (nimmt die Säure des Tomatenmarks!). Anschließend die Fleischstücke portionsweise bei mittlerer bis hoher Hitze anbraten.

Wenn die Fleischstücke angebraten sind, die restliche Marinade aus der Schüssel in die Pfanne geben. Tomatensaft hinzugeben und alles gut umrühren. Jaggery unterrühren. (Jetzt könnt Ihr mal abschmecken: Fehlen Säure oder Schärfe? Dann noch etwas Essig oder Chilipulver hinzugeben. Ist es zu sauer, noch etwas Zucker unterrühren. Bei zu viel Schärfe mit etwas Wasser strecken. Falls es viel zu scharf ist: Eine mittelgroße Kartoffel schälen, achteln und mitkochen!).

Curryblätter dazugeben und zugedeckt alles auf kleiner Hitze sanft für 30-45 min köcheln lassen. Zum Schluss noch mal aufgedeckt etwas einreduzieren lassen und abschmecken.

Nebenher könnt Ihr nun Reis zubereiten. Wir lassen ihn gerne mit einem Stück Zimt-Stange, Lorbeerblatt, 3 Kapseln grünem Kardamom und etwas Kurkuma kochen. Das gibt ein feines Aroma und eine schöne Farbe.

Natürlich passt dazu auch Gurken-Raita, um die Schärfe des Vindaloos aufzunehmen: Joghurt, geschälte und gewürfelte Salatgurke, etwas Salz und 1 TL Cuminpulver miteinander vermischen!

Hat man erstmal die Gewürzpaste zusammengestellt, geht das Gericht schnell von der Hand. Man kann es völlig unbeaufsichtigt köcheln lassen, während Reis oder Naan-Brot zubereitet werden.

Gedankt wird Euch der Aufwand mit einem vielschichtigen, einheizenden und sehr authentischen Gericht, das wenig mit den Zungenverbrennern der indischen Restaurants zu tun hat. Probiert es mal aus. Ich bin sicher, Ihr werdet Vindaloo-Fans!

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Kalte, neblige Wintertage haben den Vorteil, dass man stundenlang in der Küche stehen kann, ohne jede Angst etwas zu verpassen. Ein Gericht, das mindestens 2,5 Stunden Eurer Zeit in Anspruch nimmt, dabei aber genügend Spielraum lässt für Onlineshopping, Geschenke verpacken, “3 Haselnüsse für Aschenbrödel”-Schauen uvm. ist das scharf-würzige Kaschmir Lamm, Mirchi Korma:

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Keine Sorge, Korma-Gerichte sind nur bei den 08/15-Indern in Deutschland oder Großbritannien fette Sahnesaucen ohne jeden Geschmack. Ein Korma ist in Indien ein sämiges Schmorgericht, das nur manchmal mit gemahlenen Nüssen oder Sahne beziehungsweise Joghurt angereichert wird. An meinem Mirchi Korma waren lediglich 2 EL Sahne dran, um die Sauce etwas abzubinden. Wer darauf verzichten möchte, kann das ohne Probleme machen.

Zutaten für 2 hungrige Esser als Hauptgericht (inkl. Resteportion für’s Büro):

1 kg nicht zu mageres Fleisch aus der Lammschulter, in grobe Stücke gewürfelt (ca. 4×4 cm)

6 getrocknete Kaschmir Chilischoten (Asialaden, ersatzweise eine andere eher milde rote Chilischote), entkernt

2 frische rote Thaichilis, entkernt

Samen aus 4 grünen Kardamomkapseln, gemörsert

3 cm Zimtstange

1 EL Ghee oder pflanzliches Öl

1 TL Kreuzkümmel, gemörsert

5 Knoblauchzehen, fein gehackt

3 Lorbeerblätter

1/2 EL Tamarindenpaste

3 TL getrocknete Minze

1 TL Chilipulver

1 EL schwarze Pfefferkörner (z.B. Tellycherrypepper), gemörsert

Salz

1/2 Zwiebel, gehackt

3 EL Tomatenpüree

2 EL Sahne oder fetter Joghurt

insg. etwa 250 ml Wasser

Einige Blätter Minze zum Garnieren

Beilage: Reis oder Naan

Zubehör: Schmorpfanne oder großer Topf, kleine Pfanne, Mixer

Zubereitungszeit: mind. 2,5 Stunden – davon 2 x 1 Stunde Schmorzeit

So geht’s:

Wenn alles gehackt und gemörsert ist, nehmt ihr die große Schmorpfanne und röstet darin die getrockneten Kaschmir Chilis kurz an. Sobald sie aromatisch zu riechen beginnen, gebt ihr sie zusammen mit den frischen Chilis und etwa 50 ml Wasser in den Mixer.

Anschließend wandert die Chilisauce wieder zurück in die Schmorpfanne. Ihr gebt Pfeffer, Kardamom, Zimt und die Lammwürfel nun dazu. Alles wird mit ca. 200ml Wasser bedeckt und zum Kochen gebracht. Nun schließt Ihr den Deckel, dreht die Hitze auf mittlere Höhe und lasst das Lamm in der Sauce für etwa eine Stunde leise köcheln.

Nach einer Stunde sollte das Lamm zart sein. Falls nicht, gebt ihm noch mal eine halbe Stunde.

Dann in der kleinen Pfanne Kreuzkümmel, gehackten Knoblauch, Lorbeer und die halbe gehackte Zwiebel anschwitzen und für 3-4 min garen. Die Mischung dann zum Lamm in den großen Topf geben. Salzen und das Tomatenpüree hinzufügen. Tamarine, Minze und Chilipulver unterrühren. Alles gut verrühren und noch mal eine Stunde aufgedeckt köcheln lassen, damit die Brühe einreduziert.

Zum Schluss mit Salz und etwas Sahne abschmecken. Bei Bedarf noch etwas Chilipulver hinzufügen – je nachdem, wie scharf ihr es mögt!

Die Sauce sollte in der letzten Stunde richtig einreduzieren und schön sämig werden. Dafür sorgt das Fett am Lammfleisch, weshalb man keinesfalls alles abschnippeln sollte! Falls die Brühe noch zu wässrig ist, einfach noch etwas länger köcheln lassen oder mit einer halben roh geriebenen Kartoffel abbinden.

Mit frischer Minze garnieren und servieren.

Das Mirchi Korma ist ein sanft geschmortes, sehr würziges Lammgericht, das herrlich in die kalte Jahreszeit passt. Noch einmal aufgewärmt schmeckt es auch am nächsten Tag wieder köstlich.

Die Schärfe könnt ihr mit einem Gurken-Raita etwas abmildern (Joghurt, Gurkenwürfelchen, etwas Salz und gemahlenen Cumin vermischen).

Die Kaschmir Chilies habe ich mir aus Indien mitgebracht. Ein paar Eindrücke unserer Reise findet ihr hier. Die mitgebrachten Gewürze erinnern mich immer wieder an diese Zeit. Vielleicht sollte ich mal wieder in unserem Reise-Journal blättern…

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Inspiriert hat mich das Indien-Special der Saveur. Ihr findet das Originalrezept auch online. Ich habe es aber, wie immer, etwas abgewandelt. Mir erschienen 10 Knoblauchzehen zu viel. Außerdem machten die halbe Zwiebel und die Sahne die Sauce sämiger. Und die Tomate sorgte für etwas mehr Frische.

 

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Dass eine Portion Pasta nicht nur den Hunger stillen, sondern auch die Seele wärmen kann – geschenkt! Wer würde einem schlotzigen Teller Nudeln seine heilsame Wirkung je absprechen wollen?

Gleiches gilt aber meiner Meinung nach auch für ein scharfes, knackiges Curry. Eine heiß-dampfige Schale mit zartem Fleisch, bissfestem Gemüse und einer chilischarfen Sauce macht mich mindestens genauso glücklich wie eine Portion Pasta.

Doch während die Pasta eher eine gemütlich-kuschelige Wirkung hat, tritt mir das Curry mal so richtig in den Po! Statt es sich mit Nudeln und Wein heimelig zu machen, weckt das Curry die Lebensgeister und ruft: “Komm, faule Socke, Hintern hoch und los geht’s!”. Wer also weniger Entspannung als vielmehr Antrieb braucht, kann mit einem schön scharfen Curry alles richtig machen.

So eine Wunderwaffe ist das Nua Pad Prik Phauw aus der thailändischen Küche:

Nua Pad Prik Phauw

Ihr müsst Euch nicht sklavisch an die Zutaten halten. Manchmal gibt es keine Thai-Auberginen im Asialaden. Oder es sind noch Gemüsereste übrig, die dringend verarbeitet werden wollen. Schön ist ein einheitlich grünes oder rotes Curry. Ebenso belebend wirkt aber auch eine bunte Mischung aus roter Chili, gelben Baby-Maiskölbchen und grünen Schlangenbohnen. Anything goes, solange Ihr bereit seid, Euch vom Curry mal so richtig in den Hintern treten zu lassen! Los geht’s!

Zutaten für 2 ordentliche Hauptgerichtsportionen:

300 gr Rinderhüfte

100 gr kleine grüne Thai-Auberginen

4-5 Stengel Thai-Basilikum

200 gr asiatische Schlangenbohnen (alternativ: Prinzessbohnen)

1 grüne Paprika

250 ml Kokosmilch

2 EL rote Currypaste (wenn die Paste sehr frisch ist und Ihr etwas empfindlich, startet lieber mit weniger!)

1 Prise Zucker

etwas Salz zum Abschmecken

Basmati-Reis als Beilage

Zubehör: Idealerweise bereitet Ihr das Curry im Wok zu, Schneebesen.

Zubereitungszeit: 30-45 min

So geht’s:

Die Auberginen waschen. Basilikum waschen und Blätter vom Stiel zupfen. Stengel klein hacken. Bohnen waschen und in etwa 10 cm lange Stücke schneiden. Paprika waschen, entkernen und in Rauten schneiden. Rindfleisch in schmale Streifen schneiden.

Währendessen den Reis garen.

Kokosmilch und Currypaste gut miteinander vermischen (funktioniert gut mit dem Schneebesen!) und im Wok aufkochen. Das Fleisch bei mittlerer Hitze 2-3 Minuten garen lassen. Fleisch aus der Flüssigkeit nehmen, abtropfen lassen und zur Seite stellen. Auberginen hinzugeben und etwa 10 min köcheln lassen. Bohnen und Paprika hinzugeben und etwa 5 min garen lassen. Fleisch und Basilikumblätter sowie die kleingehackten Stengel hinzugeben und alles gut miteinander verrühren.

Reis in eine Schüssel geben und das Curry darauf anrichten. Sofort heiß servieren!

Wenn Ihr also schlapp und müde von der Arbeit kommt, aber noch mal die Lebensgeister wecken wollt: Dann macht Euch ein Kick-Ass-Curry!

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